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Zuckmayer, Carl (1896-1977)
Deutsch-Referat
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Colin Benthe©
Klasse 10a
Abgabedatum:
08.03.1999
Inhalt
Biographie -
Persönliche Entwicklung
- Beruflicher Werdegang
Das Werk
- Carl Zuckmayers Werk
Interpretation “Der Hauptmann von
Köpenick”
- Zusammenfassung
- Leseprobe
Einordnung in die
Literaturgeschichte
Literatur
Biographie
Carl Zuckmayer wird am 27. Dezember 1896 in Nackenheim bei Mainz geboren.
Seine Eltern Carl Zuckmayer sen. (1864 – 1947) und Amalie Zuckmayer geb.
Goldschmidt (1869 – 1954) führen ein bescheidenes Dasein im
Rhein-Main Gebiet. Im Jahre 1900 zieht die Familie nach Mainz, wo Zuckmayer von
1903 an das Humanistische Gymnasium besucht. 1914 macht Zuckmayer sein Notabitur
und meldet sich als Freiwilliger für den ersten Weltkrieg. Zwar wollte
Zuckmayer ursprünglich nicht in den Krieg ziehen, doch sein Nationalstolz
trieb ihn schließlich zu dieser Entscheidung. Carl Zuckmayer wird Leutnant
an der Westfront in Frankreich bis 1918 schließlich der Krieg beendet
wird. Die Erlebnisse an der Front sind für Zuckmayer eine grausame
Erfahrung und prägen sein weiteres Leben. 1918 beginnt Zuckmayer an den
zwei Universitäten in Frankfurt a.M. und Heidelberg ein Studium in den
Bereichen Nationalökonomie, Philosophie, Biologie und Botanik. Diese
Studienfächer unterstreichen auch seine geistigen Fähigkeiten und die
Liebe zur Natur. Im Januar 1920 heiratet Carl Zuckmayer Annemarie Ganz. Die Ehe
hält allerdings nicht länger als ein Jahr und so lassen sich die
beiden 1921 bereits wieder scheiden. Zwischen 1920 und 1922 lebt Zuckmayer in
Berlin wo er sich mit der Schauspielerin Annemarie Seidel anfreundet. In den
folgenden 5 Jahren ist Carl Zuckmayer privat und beruflich viel unterwegs. 1927
kauft Zuckmayer die Wiesmühl in Henndorf bei Salzburg. Neben Berlin wird
dies sein zweiter Wohnsitz. Nach dem Reichstagsbrand 1933 kehrt Zuckmayer Berlin
den Rücken und zieht endgültig nach Österreich. Als 1938 auch
Österreich unter der Fahne des deutschen Reiches liegt, flieht Zuckmayer
mit seiner Familie in die Schweiz. 1939 schließlich wird Zuckmayer vom
Hitler-Regime ausgebürgert. Ab Juni 1939 lebt er als Emigrant in Vermont in
den Vereinigten Staaten. Zwischen 1946 und 1951 hält sich Zuckmayer als
Leiter einer Deutschland-Sektion im amerikanischen Kriegsministeium wieder oft
in Deutschland auf, wenn auch nur in dienstlichem Auftrag. Nach der Beendigung
seiner Aufgaben, kehrt Zuckmayer in die USA zurück. Er lebt fortan in
Woodstock. 1958 jedoch kehrt Carl Zuckmayer endgültig nach Europa
zurück. Er lebt nun in Saas Fee in der Schweiz, wo er 1961 zum
Ehrenbürger ernannt wird. Nach einem langen und erfolgreichen Leben als
Schriftsteller stirbt Carl Zuckmayer schließlich im Alter von 80 Jahren in
Visp, Schweiz.
Carl Zuckmayers erste Beschäftigung nach dem Notabitur ist, wie
bereits erwähnt, der Kriegsdienst. Noch während des Krieges
nämlich 1917 schreibt er erste Gedichte für die Zeitschrift
“Aktion” deren Herausgeber Franz Pfemfert ist. Während seines
Studiums arbeitet Zuckmayer an der Zeitschrift “Tribunal”, deren
Herausgeber Carlo Mierendorff später in einem Konzentrationslager stirbt,
mit. In den Folgejahren ist Zuckmayer als Dramaturg an Theatern in Berlin und
Kiel beschäftigt. 1923 wird er nach einem Theaterskandal in Kiel jedoch
entlassen. Während der nächsten Jahre schreibt Carl Zuckmayer eine
Reihe von Bühnenstücken und Geschichten. Nach seiner Emigration in die
USA wird Zuckmayer für zwei Jahre zwischen 1939 und 1941 Dozent an einer
Theaterschule (New School for Social Research) in New York City. Neben dieser
Beschäftigung schreibt Zuckmayer außerdem Drehbücher für
Hollywood. Ab 1941 wird er dann für 5 Jahre ein einfacher Farmer in
Vermont, ehe er 1946 nach Deutschland geschickt wird, um im Auftrag der
amerikanischen Regierung einen Bericht über das kulturelle Leben in
Deutschland und Österreich nach dem Krieg zu erstellen. Bis zu seinem Tode
nimmt Carl Zuckmayer keine neuen Tätigkeiten auf und widmet sich ganz dem
Schreiben.
Das Werk
Sein Werk als Schriftsteller beginnt Zuckmayer bereits während des
Krieges mit einigen Gedichtveröffentlichungen. Sein erstes verfaßtes
Drama heißt “Kreuzweg”. 1920 wird es in Berlin
Uraufgeführt, der Erfolg bleibt jedoch aus. 1923 erscheint “Der
Eunuch” als Aufführung am Kieler Schauspielhaus. Es gibt einen
großen Skandal und Zuckmayer wird als Dramaturg entlassen. Die weiteren
Werke von Zuckmayer haben endlich auch beim Publikum Erfolg. 1931 erscheint in
Berlin das bis heute bekannte Dram “Der Hauptmann von
Köpenick”. In den Jahren bis zu seinem Tod feiert Zuckmayer noch
einige weitere Erfolge mit seinen literarischen Erzeugnissen beziehungsweise
Stücken. Einige gute Beispiele hierfür sind “Des Teufels
General”, “Das kalte Licht” und “Barbara
Blomberg”.
Einige von Carl Zuckmayers Werken, in Klammern der Ort und das Jahr der
Buch-Erstausgabe.
Dramen:
-Der fröhliche Weinberg (Berlin 1925)
-Schinderhannes (Berlin 1927)
-Katharina Knie (Berlin 1929)
-Der Hauptmann von Köpenick (Berlin 1930)
-Des Teufels General (Stockholm 1946)
-Barbara Blomberg (Wien 1949)
-Der Gesang im Feuerofen (Berlin 1950)
-Das kalte Licht (Frankfurt a.M. 1955)
-Die Uhr schlägt eins (Frankfurt a.M. 1961)
Gedichte:
-Der Baum (Berlin 1926)
-Einmal wenn alles vorüber ist (Frankfurt a.M. 1981)
Prosa:
-Der Seelenbräu (Stockholm 1945)
-Als wär’s ein Stück von mir (Frankfurt a.M.
1966)
Wie wohl alle großen Schriftsteller in der deutschen
Literaturgeschichte, bekommt auch Carl Zuckmayer für seine Werke einige
Auszeichnungen. Die ersten dieser Auszeichnungen sind der
Georg-Büchner-Preis und der Dramatikerpreis der Heidelberger Festspiele
1929. 1952 erhält Zuckmayer den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt a.M. und
wird Ehrenbürger seiner Heimatstadt Nackenheim. Die letzte große
Auszeichnung erhält er schließlich 1960 mit dem Österreichischen
Staatspreis.
Interpretation “Der Hauptmann von
Köpenick”
Das Drama “Der Hauptmann von
Köpenick” beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich am 16.
Oktober 1906 in Berlin und Köpenick ereignete. Der Schuster Wilhelm Voigt
ist ein arbeits –und wohnungsloser, siebenfach vorbestrafter Mann.
Vergeblich versucht er in dieser bürokratischen und militarisierten Zeit
Arbeit oder einen Paß zu bekommen. Wo er hinkommt wird er als Aussetziger
behandelt und man wirft ihm vor, nicht genügend Achtung vor dem deutschen
Vaterland zu besitzen. Voigt versucht verzweifelt in das Berliner Paßamt
einzudringen und sich einen Paß zu erstellen. Er wird jedoch gefaßt
und verhaftet. Während seiner Gefängniszeit lernt Voigt alles
über Militär und Militärordnung. Als er aus dem Gefängnis
entlassen wird, stellen sich ihm die selben Probleme wie zuvor. Verzweifelt
kommt er schließlich bei seiner Schwester und deren Mann unter. Nach
einigen Wochen soll er jedoch endgültig aus dem Deutschen Reich ausgewiesen
werden und so entschließt sich Voigt zu handeln. Er kauft sich von einem
jüdischen Trödler eine Offiziersuniform und begibt sich in Richtung
Potsdamer Kaserne. Vor der Kaserne angekommen, befiehlt er zwei Wachen bestehend
aus insgesamt 12 Mann mit ihm nach Köpenick zu fahren, die Mission sei
geheim und sehr wichtig. In Köpenick schließlich läßt er
das Rathaus abriegeln und den Bürgermeister festnehmen. Nun will sich Voigt
einen Paß ausstellen lassen, zu seinem Unmut muß er aber
feststellen, daß in Köpenick kein Paßamt existiert. So
läßt er sich nur die Ortskasse aushändigen. Der
Bürgermeister und sein Schatzmeister werden schließlich in Gewahrsam
genommen und nach Berlin gebracht. Dort fliegt der Schwindel natürlich auf
und alle Zeitungen berichten sarkastisch über die Geschichte des
“Hauptmanns von Köpenick” einem Ort in dem es nicht einmal eine
Kaserne gibt. Einige Tage später stellt sich Voigt der Polizei unter der
Bedingung einen Paß zu bekommen. Voigt kommt schließlich ohne
weitere Freiheitsstrafe frei, doch seinen Paß will er gar nicht mehr
haben. Wilhelm Voigt verbringt insgesamt 30 seiner 57 Lebensjahre im
Gefängnis und will nun nur noch seinem Lebensabend entgegenschauend in der
Heimat leben und ein wenig seinen Ruhm auskosten. Dieses Drama
läßt sich eigentlich relativ leicht interpretieren. Das Verhalten der
Menschen im Umgang mit dem Ex-Sträfling Voigt zeigt, wie sehr die
Gesellschaft damals Wert lag auf Recht und Ordnung. Die Zeit war extrem
geprägt von militärischer Ordnung und bürokratischer
Rechtsauslegung. Jedem der gedient hat, stehen mehr oder weniger alle Türen
offen bei Wohnungs -oder Arbeitssuche. Wer eine Uniform trägt wird
geachtet. Wie sehr dieses Verhalten ausgeprägt ist zeigt, daß ein
vorher unbedeutender Mann durch eine Uniform plötzlich Ansehen und Macht
erhält ohne sich als Mensch verändert zu haben. Zuckmayer will zeigen
wie wenig Wert damals auf menschliche Werte gelegt wurde und wie
Uniformshörig die Gesellschaft war. Es wurde damals wenig
eigenverantwortlich gehandelt, die Menschen dachten nicht darüber nach was
richtig oder falsch war, denn dafür waren andere sprich das Militär
und der Kaiser zuständig.
- Leseprobe (Zweiter Akt, Szene 14)
Als Leseprobe
folgt nun ein kurzes Gespräch zwischen Voigt und dem Mann seiner Schwester,
einem Beamten namens Friedrich Hoprecht. Diese Szene spiegelt wieder, daß
die Bürokratie während jener Zeit für die Menschen über dem
Einzelnen stand:
Hoprecht: “Wir leben in einem Staat und wir leben in einer Ordnung,
da kannste dich nicht außerhalb stellen, das darfste nich! So
schwer’s auch hält, da mußte dich wieder
reinfügen!
Voigt: “Wo rein? In den Staat? In die Ordnung? Ohne Aufenthalt und
ohne Paß?
Hoprecht: “Einmal kriegste’s doch! Einmal kommste doch wieder
rein!”
Voigt: “ So, - und was soll ich drinnen? Was hilft es mir denn? Da
wird‘ ich noch lange kein Mensch von!
Hoprecht: “Du willst dich nicht unterordnen, das isses! Wer ein
Mensch sein will – der muß sich unterordnen, verstanden?!
Voigt: “Unterordnen. Gewiß! Aber unter was drunter?! Das will
ich ganz genau wissen! Dann muß die Ordnung richtig sein, Friedrich und
das isse nich!
Einordnung in die
Literaturgeschichte
Carl Zuckmayer schreibt seine Werke in den Epochen der Weimarer Republik
und der Deutschen Literatur im Exil. Die Weimarer Jahre waren für alle
Deutschen eine schwierige Zeit. Nachdem der Krieg verloren war, wurde das
deutsche Volk sehr unzufrieden und Politik wurde zu einer sehr schweren Aufgabe.
Von Monarchie wollte kaum noch jemand etwas wissen, doch mit der Verfassung
wollten sich auch nicht alle anfreunden. Das Volk spaltete sich in Kommunisten
und Konservative. Als die kommunistischen Rädelsführer Liebknecht und
Rosa Luxemburg schließlich jedoch ermordet wurden, war der Weg für
die neue Verfassung unter Leitung der Sozialdemokraten gebahnt. Doch auch dieser
Weg war für das verarmende Volk nicht der Richtige, denn Kompromisse mit
Alliierten waren in ihren Augen Verrat. So kam es, daß die Nationalisten
und Kommunisten wiedererstarkten und 1933 die Fraktion DNVP und NSDAP
schließlich die Macht übernahmen. Das Ende dieser Geschichte
dürfte jedem bekannt sein. Die schriftstellerischen Erzeugnisse dieser Zeit
waren meist sehr kritisch den bürgerlichen Idealen gegenüber und viele
Dramen und Romane behinhalteten bereits die Thematik der Machtübernahme
einer extremistischen Bewegung. Während den goldenen Zwanziger erschienen
jedoch auch durchaus erheiternde und kriegsfremde Werke.
Nach der Machtübernahme Hitlers wurden nicht mehr viele Autoren
anerkannt und so retteten sich einige ins Exil. Während dieser Zeit
entstanden natürlich zahlreiche verschlüsselte Werke mit
religiösen oder politischen Hintergründen. Viele Schriftsteller
starben während der 30er und 40er in deutschen Konzentrationslagern,
erhielten Schreibverbot oder emigrierten eben ins Ausland. Carl Zuckmayers Exil
war die Schweiz und später die USA. Die meisten emigrierten Schriftsteller
glaubten, daß die Nationalsozialisten ihre Macht nicht allzu lange
behalten würden und stellten sich nur auf kurze Auslandsaufenthalte ein.
Doch diese Annahme war falsch und so gab es nicht wenige, die sich aus
Verzweiflung in ihrem Exildasein selbst ermordeten.
Literatur
- Quellen
- Klaus Langer, Sven Steinberg - Deutsche Dichtung (Seite 280 – 301) -
München 1995
- Harro Kieser - Carl Zuckmayer Materialien zu Leben und Werk (Seite 65, 233
– 239) - Frankfurt a.M. 1986
- Arnold Bauer - Carl Zuckmayer (Seite 92 – 93) - Berlin 1970
- Werner Frizen - Der Hauptmann von Köpenick, Interpretation (Seite 7
– 25) - München 1986
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