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Zweig, Stefan (1881-1942)
Stefan
Zweig
Leben und
Werk
Vorgelegt im Referat
Schuljahr: 1996/97
Klasse: 10a
Fach: Deutsch
Am 28.11.1881 wird Stefan Zweig als zweiter Sohn des
Textilfabrikanten Moritz Zweig in Wien geboren. Die jüdische Familie Zweigs
gehört zum damaligen Großbürgertum. Sein Bruder Alfred und er
verleben keine glückliche Kindheit, da ihre Eltern vielen
gesellschaftlichen Pflichten nachkommen müssen und sich so nur wenig um sie
kümmern können. So lebt der Junge unter der ständigen Obhut einer
Gouvernante. Bis zu seinem 15. Lebensjahr findet Zweig in der Schule noch eine
gewisse Befriedigung seines Wissensdurstes, dann aber langweilt und bedeutet sie
für Stefan Zweig nur noch, wie er selber sagte: ”Zwang, Öde,
Langeweile, eine Stätte, in der man die Wissenschaft des nicht
Wissenswerten in genau abgeteilten Portionen sich einzuverleiben hatte
...”)1
Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums, beginnt
er 1900 an der Wiener Universität Philosophie und Literaturwissenschaft zu
studieren. Als er 26 Jahre alt ist zieht er in seine erste eigene Wohnung in
Wien. 1912 lernt er Friderike von Winternitz (1882-1971) kennen, mit der er vier
Jahre später gemeinsam nach Kalksburg übersiedelt. Noch im selben Jahr
kauft er ein Haus am Kapuzinerberg in Salzburg. In dieses Haus zieht er dann
zusammen mit Friderike drei Jahre später ein. Auf den Umzug folgt dann kurz
darauf ihre Hochzeit.
Auf seinen ausgedehnten Reisen durch Europa lernt er
berühmte Persönlichkeiten wie Verhaeren, Rolland Verlaine, Rodin,
später Freud und Toscani kennen, die ihn anspornen und fördern. Nach
Spanien, Schottland, Indien, an die chinesischen Grenzen, nach Afrika,
Nordamerika, Kuba ist er gereist. Er hat darüber keine Bücher
geschrieben, aber er hat dabei Menschen kennengelernt, die wir später in
seinen Novellen wiederfinden. Seine Reisen haben ihm das Bild Europas und der
Welt gegeben, sie sind der internationale Hintergrund seiner
Novellen.
Nachdem 1933 bei der Bücherverbrennung durch die
Nationalsozialisten auch Zweigs Werke verbrannt wurden hält er sich
längere Zeit in London auf. Als dann sein Haus in Salzburg nach Waffen
durchsucht wird, beschließt Zweig ohne Friderike seine Heimat zu
verlassen, um nun für immer nach London zu ziehen. 1937 wird das Haus am
Kapuzinerberg wieder verkauft, gleichzeitig folgt die endgültige Trennung
von Friderike.
Zwei Jahre später heiratet er erneut. Seine
Sekretärin Lotte Altmann wird seine zweite Frau.
Unter dem Eindruck von Hitlers Siegen in Polen,
Dänemark, Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich beschließt er mit
seiner Frau das invasionsbedrohte England zu verlassen. 1940 verlassen Stefan
und Lotte Zweig Europa. Sie siedeln nach Petropolis in Brasilien
über.
Im Jahr 1942, am 22.2., wählt Stefan Zweig den
Freitod.
Die Welt, in der Millionen von Menschen unfreiwillig
starben, war betroffen von diesem freiwilligen Tod. Seine Freunde, Bewunderer
und Verehrer konnten nicht begreifen, warum dieser weltberühmte Mann den
Tod suchte. Jeder war bemüht, eine Erklärung für sein
freiwilliges Sterben zu finden.
Er ging in den Tod, weil es für ihn keine Heimkehr in
seine frühere Zeit gab. Als leidenschaftlicher Humanist und Pazifist
wähnte er durch die Erfolge Hitlers seine persönliche und
gesellschaftliche Welt endgültig verloren. Obwohl Amerika den Dichter mit
Freuden aufgenommen hatte und ihm in Brasilien eine große Lesergemeinde
treu war, trauerte Stefan Zweig stets um das Verlorene.
Er empfand es außerdem als drückende Last,
daß sein Werk in den deutschsprachigen Ländern verboten war. Da er
nichts Menschliches mehr von der Welt erwartete, beschloß Zweig gemeinsam
mit seiner zweiten Frau, aus dem Leben zu gehen.
Er bekam ein Staatsbegräbnis auf dem Friedhof von
Petropolis
Thomas Mann sagt fünf Tage nach Stefan Zweigs
Tod:
”Sein Weltruhm war wohlverdient und es ist tragisch,
daß die seelische Widerstandskraft dieses hochbegabten Menschen unter dem
schweren Druck dieser Zeit zusammengebrochen ist. Was ich am meisten an ihm
bewunderte, war die Gabe, historische Epochen und Gestalten psychologisch und
künstlerisch lebendig zu machen.”3
Zweig beginnt früh selbst Fersen, Erzählungen und
schon recht gelungenen Übersetzungen zu schreiben.
seine erstes Buch veröffentlicht er 1901 in Berlin, den
Gedichtband ”Silberne Saiten”. Seine nächste
Veröffentlichung 2 Jahre später ist sein erster Novellenband
”Die Liebe der Erike Ewald”.
Das Drama ”Tersites” ,1907 erschienen, ist der
Anfang von einer Reihe von Zweigs Werken, die sich alle auf eine zentrale Idee
beziehen. Zweig stellt die Besiegten, die erhöhten Erniedrigten, die
Unterlegenen, die dennoch triumphierenden, in den Vordergrund. Seine Sympathien
gelten nicht Luther, sondern Erasmus (”Triumph und Tragik des Erasmus von
Rotterdam”), nicht Calvin, sondern Castellino (Castellino gegen Calvin
oder Ein Gewissen gegen die Gewalt”), nicht Königin Elisabeth,
sondern Maria Stuart (”Maria Stuart”).
In den Jahren von 1920 bis 1928 vollendete er den Zyklus
”Baumeister der Welt”. Der erste Band ”Drei Meister”
erscheit 1920, fünf Jahre später erscheint der zweite Band mit
”Der Kampf mit dem Dämon”. Der dritte Teil dieser
Essaysammlung, ”Drei Dichter ihres Lebens”, wird 1928
veröffentlicht.
Zu den bekanntesten Novellen Zweigs gehört ”Der
Amokläufer”, die Titelnovelle in seinem Band ”Novellen der
Leidenschaft” ist. Sie ist 1922 erschienen.
1932 erscheit die Biographie ”Marie
Antoinette”.Bildnis eines mittleren Charakters”. Auch diese
Biographie über die Tochter Maria Theresias wird von seinen Zeitgenossen
sehr bewundert und viel gekauft.
Einer letzten Werke, seine Autobiographie ”Die Welt
von Gestern. Erinnerungen eines Europäers”, beendet er erst im Exil
in Brasilien. Die Schachnovelle, sein letztes Werk wird ebenfalls dort
geschrieben. Sie erscheint noch vor seinen Tod. Das Thema war damals von
höchster Aktualität und ist es noch heute: Wie kann der geistige
Mensch seine Freiheit behaupten gegen die Herrschaft brutaler Gewalt?2
Sie gibt auch Auskunft über die innere Verfassung des Autors zu
Beginn des Jahres 1942.
Zitate:
1) Die Welt von Gestern
2) Stefan Zweig, Hartmut Müller S. 127
3) Nachruf auf Stefan Zweig, ” Aufbau”, New York
27.Februar 1942
Literaturverzeichnis:
- Hartmut Müller,
Stefan Zweig ; Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Hamburg 1988
- Arnold Bauer, Köpfe
des XX. Jahrhunderts: Stefan Zweig ; 1961 Colloquium Verlag Otto H. Hess,
Berlin
- Hans Georg Rötzer,
Literarische Texte verstehen und interpretieren Band 3 ; 1994 Manz Verlag
München
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