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Mann, Thomas: Die Bekenntnisse des Hochstaplers Fe
Thomas Mann
Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
Der Memoiren erster Teil
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Mann, Thomas (1875-1955), “Schriftsteller und
Kritiker. Er war einer der herausragendsten Vertreter der deutschen Literatur
des 20. Jahrhunderts. Leben und Werk standen im beständigen
Widerstreit von künstlerischer Einzelexistenz und sozial engagiertem
Dichtertum.”
Thomas Mann wurde am 6. Juni 1875
als Kind einer alteingesessenen, wohlhabenden Lübecker Kaufmannsfamilie
geboren. Der Vater, Johann Heinrich Mann (1840-1891), leitete eine
Getreidegroßhandlung. Die Mutter Julia (geborene da Silva-Bruhns,
1851-1923) stammt aus einer reichen brasilianischen Familie. Der ältere
Bruder Heinrich Mann, mit dem er zeitweise kein gutes Verhältnis hatte,
wurde ebenfalls ein berühmter Schriftsteller. Nach dem Tod des Vaters zog
die Familie 1894 nach München, wo Thomas Mann zunächst als
Volontär bei einer Versicherungsgesellschaft tätig war und Vorlesungen
an der Technischen Universität belegte. Nach einem zweijährigen
Italienaufenthalt mit seinem Bruder Heinrich (1896-1898, Rom) wurde er 1898 bis
1899 Mitarbeiter einer satirischen Zeitschrift. Zu dieser Zeit entstanden auch
viele Beziehungen zu Münchener Künstlern. Außerdem
veröffentlichte er seine erste Erzählung (Der kleine Herr
Friedemann, 1898). Der Durchbruch zu einem berühmten Schriftsteller
erreichte er 1901 mit dem Roman Buddenbrooks. Verfall einer Familie.
Dieses Buch beschreibt den Niedergang einer Familie des Lübecker
Großbürgertums. 1903 erschien die Novellensammlung Tristan,
darunter die Meistererzählung Tonio Kröger.
Bedeutsam für Thomas Mann wurde die Heirat mit Katia
Pringsheim (1883-1980), die aus einem wohlhabenden und hoch angesehenen
jüdischem Elternhaus stammte. Die Heirat (1905) ermöglichte Mann den
Zugang zu den besten Kreisen der Stadt. Außerdem verbesserte sich durch
die Heirat seine finanzielle Lage, wodurch er sich nun ganz dem Schreiben widmen
konnte. Neben dem Roman Königliche Hoheit (1909), der sich mit dem
Verhalten der Menschen in verschiedenen Gesellschaftsschichten beschäftigt,
entstanden zahlreiche Erzählungen, wie Der Tod in Venedig (1912) und
die Novellensammlung Das Wunderkind (1914). Seine begeisterte Reaktion
auf den Ausbruch des 1. Weltkrieges, führte zum Streit mit dem
politisch gänzlich anders eingestellten Bruder. Seine Haltung zum Krieg und
anderen gesellschaftlichen Fragen beschrieb Thomas Mann 1918 in den
Bekenntnissen eines Unpolitischen. Erst in der Weimarer Republik, als er
engagiert für die Demokratie Partei ergriff, vertrug er sich wieder mit
seinem Bruder. 1929 wurde Thomas Mann mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet
(vorrangig für Buddenbrooks).
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Als der 2. Weltkrieg ausbrach war Mann auf einer
Vortragsreise im Ausland. 1936 wurde er ausgebürgert. Bis 1938 hielt er
sich vorwiegend in der Schweiz auf, wo er die Zeitschrift Maß und Wert
herausgab. 1938 ging er an die Universität Princeton und lebte von
1942 bis 1952 im kalifornischen Pacific Palisades (ab 1944 als amerikanischer
Staatsbürger). In den USA wurde er mit vielen prominenten
Persönlichkeiten, wie z. B. Präsident Franklin D. Roosevelt,
bekannt und nutzte seinen Einfluss zum Wohl deutscher Emigranten. Zu dieser Zeit
versuchte er das Bild Deutschlands als Kulturnation im Bewusstsein der
Weltöffentlichkeit lebendig zu erhalten. Während des Krieges wandte er
sich in Radiosendungen über BBC an seine Landsleute.
Wegen der Verleihung der Goethepreise in Frankfurt am Main
und Weimar im Jahr 1949 fuhr er zum ersten Mal nach Kriegsende wieder nach
Deutschland. Er verbrachte die letzten Lebensjahre in der Schweiz, zunächst
in Erlenbach (Kanton Zürich), später in Kilchberg bei Zürich, wo
er am 12. August 1955 starb. Einige seiner letzten Werke ist der Roman
Der Erwählte (1951) und die Erzählung Die Betrogene
(1953) sowie die Endfassung der Bekenntnisse des Hochstaplers Felix
Krull (1954).
|
TITEL
|
JAHR
|
GATTUNG
|
|
Der kleine Herr Friedemann
|
1898
|
Erzählung
|
|
Buddenbrooks
|
1901
|
Roman
|
|
Tonio Kröger
|
1903
|
Novelle
|
|
Königliche Hoheit
|
1909
|
Roman
|
|
Der Tod in Venedig
|
1912
|
Erzählung
|
|
Bekenntnisse eines
Unpolitischen
|
1918
|
Essay
|
|
Der Zauberberg
|
1924
|
Roman
|
|
Deutsche Ansprache. Ein Appell an die
Vernunft
|
1930
|
Rede
|
|
Mario und der Zauberer
|
1930
|
Erzählung
|
|
Goethe als Repräsentant des
bürgerlichen Zeitalters
|
1932
|
Rede
|
|
Die Geschichten Jaakobs
|
1933
|
Roman
|
|
Der junge Joseph
|
1934
|
Roman
|
|
Joseph in Ägypten
|
1936
|
Roman
|
|
Lotte in Weimar
|
1939
|
Roman
|
|
Joseph der Ernährer
|
1943
|
Roman
|
|
Doktor Faustus
|
1947
|
Roman
|
|
Der Erwählte
|
1951
|
Roman
|
|
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix
Krull
|
1954
|
Roman
|
- Entstehungszeit des
Romans:
Die Entstehung des Romans
“Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull” zog sich fast
über 50 Jahre hin. Im Jahre 1911 schrieb er an einen Freund, dass er an den
Bekenntnissen eines Hochstaplers schreibt. Zu diesem Zeitpunkt behauptete er,
dass er in einem Jahr fertig sei. Erst im Jahre 1922 veröffentlichte er das
erste Buch, 1937 das zweite und 1954 das letzte Buch. Da Thomas Mann bald darauf
starb, blieb der Roman unvollendet und nur “Der Memoiren erster
Teil”.
- Inhaltsangabe
Zu Beginn des Romans sitzt Felix
Krull am Schreibtisch und will zum Ende seines Lebens eine Autobiographie
schreiben. Er beabsichtigt seine Geständnisse festzuhalten, ist sich aber
nicht ganz sicher, ob er, mit seinem Bildungsniveau, dieser Aufgabe gewachsen
ist.
Felix Krull stammt aus einer feinbürgerlichen Familie,
die im Rheingau ansässig ist. Sein Vater, Engelbert Krull, ist Inhaber
einer Sektfirma und legt Wert auf eine gewählte und durchsichtige
Ausdrucksweise. Da er allen Frauen sehr zugetan war, mußte z.B. ein
Fräulein aus Vevey, das Felix und seine Schwester Olympia betreuen sollte,
das Haus der Krulls wieder verlassen. Es hatte sich eine Rivalität zwischen
Mutter Krull und dem Fräulein in Beziehung auf den Vater gebildet. Dadurch,
dass Engelbert Krull’s Großmutter Französin war und er seine
Lehrzeit in Frankreich verbracht hatte, benutzte er häufig Wendungen wie
“c’est ça”, “épatant” oder
“parfaitement”. Felix hat einen engen Verbündeten, seinen Paten
Schimmelpreester. Dieser ist ein vielfach geschätzter Künstler der
Stadt.
Krull beginnt seine Autobiographie, indem er das Rheingau
beschreibt. Er ist fasziniert von der Natur seiner Heimat. Der junge Felix Krull
bewundert oft die Sektflaschen in der Kellerei seines Vaters, der großen
Wert auf das Äußere der Flaschen legt. Das Etikett der Flaschen war
von Schimmelpreester entworfen worden. Schimmelpreester meint aber, dass dieser
“Fusel” so ein Etikett nicht verdienen würde.
Krulls Neigung und Begabung liegt im Schlafen. Er sagt aber,
daß er sich mit dem Alter dem Schlafen entfremdet hat. Felix Krull lebt
gemäß seinem Namen (Felix = der Glückliche). In seiner Kindheit
spielt er gerne Kaiser oder Prinz, weil er dabei der Überlegene sein kann.
Er hat einen Drang sich zu verkleiden und behauptet von sich sehr phantasiereich
zu sein und bedauert alle seine Klassenkameraden, die diese Begabung nicht
haben. Im Anschluß bringt er dem Leser seine Weltanschauung näher. Er
hält alle Dinge und Menschen für wichtig und versucht durch
Schmeicheleien sich der Förderung anderer sicher zu sein.
Nun berichtet Felix Krull, daß sein Vater wegen der
Affäre mit dem Fräulein für mehrere Wochen nach Mainz zieht um
ein Junggesellenleben zu führen. Wegen mancher nächtlicher Orgie ist
die Familie Krull in der Stadt nicht sehr gut akzeptiert. Während eines
Aufenthalts in dem Kurort Langenschalbach spielt er vor großem Publikum
Violine, obwohl er das Violinenspielen zuvor nur mit zwei Stöcken probiert
hat. Trotzdem ist man begeistert und er wird in hohe gesellschaftliche Kreise
eingeladen.
Nun kommt Felix Krull auf seinen aus Köln stammenden
Paten Schimmelpreester zu sprechen. Felix steht ihm oft Model, nackt oder
verkleidet.
Felix Krull berichtet von einem Erlebnis in der Oper. Er
bewundert den Schauspielers Müller Rosé und seine Fähigkeit
Rollen zu spielen. Außerdem studiert Felix seine Wirkung auf das
Publikum.
Felix Krull geht ungern zur Schule und versucht so oft wie
möglich der Schule fernzubleiben. Zu diesem Zweck fälscht er die
Unterschrift seines Vater und schreibt sich selber Entschuldigungen.
Außerdem versteht er es den Arzt zu täuschen, der ihm jedes Mal eine
Krankheit bescheinigt.
Nun beschreibt Felix Krull, wie er sich in seiner Kindheit
mit Süßigkeiten eingedeckt hat. Er hat herausgefunden, daß zu
einer bestimmten Uhrzeit niemand im örtlichen Delikatessengeschäft ist
und so stiehlt er immer wieder Schokolade und andere süße
Sachen.
Im nächsten Abschnitt beschreibt er wie er als
16-jähriger mit seinem Zimmermädchen Genoveva sein erstes
Liebeserlebnis hat. Er wehrt sich aber dagegen ein Lüstling oder ein
Weiberheld zu sein.
Das letzte Thema des ersten Buches ist die Verlobung und
Heirat von Felix Schwester Olympia mit dem Seconteleutnant Übel.
Außerdem erfährt man, daß die Sektfirma von Engelbert Krull
Konkurs macht. Wegen des Bankrott begeht der Vater schließlich
Selbstmord.
Der Beginn des zweiten Buchs
ähnelt dem Beginn des ersten Buches. Der Erzähler Felix Krull,
berichtet, warum er seine Bekenntnisse fortsetzten will.
Die eigentliche Handlung beginnt mit der Beerdigung des
Vaters. Trotz des Selbstmordes übernimmt es der kath. Priester ein
kirchliches Begräbnis durchzuführen. Wegen der Selbsttötung des
Vaters distanzieren sich alle Freunde von der Familie Krull. Obwohl Felix Krull
der Sohn eines Bankrotteurs und Selbstmörders ist, kann er dies durch seine
“angenehme Stimme” und seine “wohltuende persönliche
Wirkung” (so geistlicher Rat Chateau), wettmachen.
Der Pate Schimmelpreester schlägt der Familie Krull
vor, wie das Leben nach dem Tod des Vaters weitergehen soll. Die Mutter soll
durch eine Pension Geld verdienen. Die Schwester Olympia soll die
Operettenlaufbahn einschlagen. Für Felix Krull hat er in Paris einen Job im
Hotel “St. James and Albany” bekommen, da er den Direktor
Stürzli kennt.
Die Familie zieht nach Frankfurt am Main, wo sie nach einer
Wohnung suchen, in der sich eine Pension betreiben läßt. So mieten
sie eine heruntergekommene Wohnung an, die Felix als ein
“trübseliges Domizil” bezeichnet. Außerdem betrachtet er
diesen Zustand als Herausforderung. Die Pension der Mutter beginnt zu florieren
und Krull sieht sich nun in Frankfurts besseren Vierteln um (Hotel Frankfurter
Hof).
Im nächsten Abschnitt berichtet Felix Krull von seiner
militärischen Musterung. Die Männer, die mit ihm auf ihre Tauglichkeit
geprüft werden beschreibt er als fett, dick und hohläugig. Er
unterscheidet sich von den anderen durch seine Kleidung und erfährt dadurch
mehr Achtung von den Offizieren. Obgleich er vor dem Musterungsarzt betont, dass
der vollkommen diensttauglich sei, fängt er an zu zucken und erzählt
von Ereignissen in seinem Leben, die dem Offizier deutlich machen, dass er an
Epilepsie leidet. Dann simuliert er einen epileptischen Anfall, was zur Folge
hat, daß er ausgemustert wird. Felix hat genau das erreicht, was er
wollte.
Die Zeit bis zum Dienstantritt im Pariser Hotel verbringt er
mit der Beobachtung des Lebens in Frankfurt. Er schließt keine
Freundschaften, sondern wehrt Versuche anderer mit Höflichkeit
ab.
Dann lernt er Rosza kennen. Sie ist Ungarin und hat - nach
Felix - ein “wunderlich ausländisches Aussehen”. Sie ist eine
Prostituierte. Im Laufe des Abends geht er mit ihr und es kommt zur Liebesnacht.
Felix Krull wird Roszas Zuhälter und beteiligt sich mäßig an
ihren Gewinnen.
Da er seine Stellung antreten soll, fährt er im Herbst
mit dem Zug nach Paris. An der Grenzstation müssen alle den Zug zur
Zollkontrolle verlassen. Felix Krull spricht mit den Zöllnern auf
französisch (“Bonjour, M. le commissaire”) und sagt, daß
er ein Bewunderer Frankreichs sei
(à
Alsace-Lorraine). Dadurch wird seine Zollkontrolle beschleunigt. Von der Dame,
die nach ihm kontrolliert wird, stiehlt er ein Kästchen.
Er kommt im Hotel in Paris an und wird sofort
zurechtgewiesen, da er nicht den Angestellteneingang benutzt hat. Während
er sein Bett im Schlafsaal der Hotelbediensteten bezieht, öffnet er das
gestohlene Kästchen und findet darin Juwelen. Dabei wird er vom krank im
Bett liegenden Stanko, einem anderen Hotelangestellten, beobachtet. Stanko nennt
ihm einen Hehler unter der Bedingung, dass er mit einem Drittel am Erlös
beteiligt wird.
Dann muß Krull sich bei Hoteldirektor Stürzli
vorstellen und unterhält sich mit ihm in mehreren Sprachen. Da der Direktor
meint, daß Felix Krull kein schöner Name sei, gibt er ihm den Namen
Armand Kroull. Kroull bekommt den Job als Liftboy.
Nun geht Felix/Armand zum Hehler. Dieser will ihm anfangs
nur 200FF geben. Da Felix aber mit 9000FF gerechnet hat, handelt er den Preis
doch noch auf 4400FF herauf. Stanko gibt er dann aber 3000FF und suggeriert ihm,
dass er 9000FF erhalten habe. Stanko glaubt ihm das nicht. Dieser glaubt, dass
er höchstens 4000-5000FF für die Juwelen bekommen haben kann. Da
Stanko ihn nicht ausnehmen will, gibt er Kroull 1000FF zurück.
Während Armand Kroull (Felix Krull) als Liftboy
arbeitet, lernt er Diane Houplé (geb. Philibert) kennen. Dies ist die
Dame, die er an der Grenze bestohlen hat. Mit ihr verbringt er eine Liebesnacht
und gesteht ihr anschließend, daß er ihre Juwelen gestohlen hat. Sie
aber sagt, daß der Schmuck nun ihm gehören soll, da ihr Mann ihr
sofort neuen besorgen könne.
Durch weitere Diebstähle im
Zimmer der Mme Houplé, gegen die diese nichts einzuwenden hat, ist Armond
Kroull Inhaber eines Kontos bei der Crédit Lyonnais über 12.350FF.
Im Anschluß berichtet er von einem Besuch mit Stanko im Circus
Stoudebecker, wo er “La fille de l’air” gesehen hat, von der
er sehr beeindruckt war. Sie ist eine Hochtrapezartistin. Einmal fragt ihn
Stanko, ob er nicht mit ihm in eine Villa in Neuilly einbrechen würde, was
Kroull aber ausschlägt.
Schließlich überlegt Armand, wie er aus seinem
Liftboy-Alltag herauskommen könnte. An Ostern tritt der Maître
d’Hôtel an ihn heran und fragt ihn, ob er nicht in den Kellnerdienst
überwechseln will. Dort reinigt er das Geschirr vor. Trotzdem ist Kroull
der Liebling im Speisesaal und steigt mit der Zeit in der Hierarchie auf. Nun
darf er auch im Speisesaal die Gäste bedienen. Kroull rechtfertigt seine
Hochstapeleien, indem er betont, niemals mit den Gefühlen anderer gespielt
zu haben. Er sagt zum Beispiel, das er Miss Eleanor Twentymans Liebe nicht
ausgenutzt hat. Außerdem erzählt er, das er Nectan Lord Kilmarnocks
Angebot bei ihm Kammerdiener zu werden ausschlägt, obwohl der Lord ihm
anbietet Erbe seines Vermögens zu werden.
Wie Miss Twentyman und Lord Kilmarnock, lernt er auch den
Marquis de Venosta im Speisesaal kennen. Armand Kroull nimmt sich eine Wohnung
in der Nähe des Hotels und legt sich eine gesellschaftliche Garderobe zu.
(Smokinganzug...) Nun beginnt er ein Doppelleben als Kellner im St. James and
Albany und als feiner Mann in den eleganten Hotels der Rue de Rivoli und Avenue
Champs-Élysées.
Als er als elegant gekleideter Herr mal wieder in einem
vornehmen Restaurant am Boulevard St.-Germain diniert, trifft er den Marquis de
Venosta. Kroull kommt mit dem Marquis, der sein Doppelleben akzeptiert, ins
Gespräch. Der Marquis ist zum Leidwesen seiner Eltern immer noch mit Zaza
zusammen, die nicht standesgemäß ist. Aus diesem Grund wollen die
Eltern ihn auf eine einjährige Weltreise schicken.
Der Marquis schlägt vor, daß Kroull an seiner
Stelle reist, damit er dann bei Zaza bleiben kann. Armand Kroull willigt ein und
sie bereden die Details, die er wissen muß, wenn er in die Person des
Marquis de Venosta schlüpft. Er erhält die Geldmittel des Marquis und
überläßt ihm die Bankguthaben bei der Crédit
Lyonnais.
Daraufhin kündigt er den Dienst im Hotel aus
familiären Gründen. Er verläßt das Hotel, obwohl der
Direktor ihn nicht gehen lassen will, weil er meint nicht auf ihn verzichten zu
können. Nun trifft er die Vorbereitungen für die Reise nach
Argentinien, die von Lissabon ausgeht. Im Zug nach Lissabon trifft er Prof.
Kuckuck, der Direktor des naturhistorischen Museums in Lissabon ist. Mit ihm
unterhält sich Kroull über Mythologie. Außerdem erfährt er,
dass Prof. Kuckuck eine Tochter mit Namen Zouzou hat.
Nachdem er in Lissabon angekommen ist, hebt er das er Geld
vom Konto ab und schreibt an die Eltern des Marquis de Venosta. Durch Zufall
trifft er die Frau von Prof. Kuckuck und Zouzou in einem Restaurant. Da Zouzou
ahnt, dass Kroull nicht der ist, den er darstellt, versucht sie ihn aus der
Reserve zu locken. Ihre Mutter tut dies aber als Vorwitzigkeit ab.
Außerdem kommt es zu einer Verwechslung der Namen Zaza und
Zouzou.
Nachdem er mit Prof. Kuckuck im Museum war, wird er bei der
Familie des Professors zum Essen eingeladen. Dort benimmt sich Zouzou sehr
unfreundlich gegenüber Kroull. Anschließend geht er mit den Kuckucks
in Lissabon spazieren.
Nun schreibt er in einem Brief an die Eltern des Marquis de
Venosta unter anderem, daß er dem portugiesischen König vorgestellt
werden soll und dass daher das Schiff ohne ihn nach Argentinien abfährt.
Aus diesem Grund muß er noch sechs Wochen in Lissabon bleiben, um auf das
nächste Schiff zu warten.
Danach spielt er wie verabredet mit Zouzou Tennis. Teilweise
spielt er dilettantisch, teilweise aber auch sehr gut. Zouzou glaubt, dass
niemand so schlecht und dann wieder so gut spielen kann. Sie hält ihn
für einen Schauspieler. Prof. Kuckuck stellt es aber so hin, daß er
Gentleman ist, um die andere Seite gewinnen zu lassen.
Bald darauf erhält Krull einen Brief der Eltern des
Marquis de Venosta, in dem sie den Besuch beim Portugiesischen König
bestätigen. Freunde haben ihnen von Marquis de Venostas Anwesenheit am Hof
berichtet.
Kroull liebt Zouzou und redet mit ihr über die
abstrakte Liebe in geschwollener Sprache. Sie hält aber nichts von dieser
Ausdrucksweise und bezeichnet sie als “Patatipatata”. Sie fordert
ihn erneut auf, die Aktzeichnungen, die er angeblich von ihr gemacht hat, zu
zeigen. In Wirklichkeit sind es Zeichnungen von Zaza, die er mit Zouzous Kopf
versehen hat. Deshalb verabredet er sich mit ihr, um sie einmal alleine zu
sehen. Diese Verabredung aber schiebt er immer weiter vor sich hin. Nachdem er
beim Stierkampf war, beschließt er jedoch ihr die Zeichnungen zu zeigen.
Er tut so, als ob er in Hotel fahren würde, geht aber zum Haus der Kuckucks
zurück, wo er Zouzou heimlich im Garten trifft. Er zeigt ihr die Bilder,
die sie dann zerreißt. Sie sagt, daß sie ihn liebe und sie
küssen sich. Plötzlich aber steht Zouzous Mutter vor ihnen und macht
Krull Vorwürfe. Sie macht ihm deutlich, dass er doch besser sie nehmen
solle.
- Gestalltungsbesonderheiten
Der
Roman “Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull” von Thomas
Mann hat einen distanzlosen Ich-Erzähler. Dieser Erzähler berichtet
über seine Kindheit, seine Zeit als Heranwachsender und als
Erwachsener.
Die Handlung des Romans ist sehr wirklichkeitsnah. Sie wird
weder lächerlich gemacht, noch beschönigt, noch wird sie negativ
dargestellt. Eine solche Handlung könnte tagtäglich ablaufen und ist
somit sehr realistisch.
Anfangs beschreibt Felix Krull in seinen Memoiren seine
Kindheit und Jugend sehr gerafft. Zum Ende des dritten Buchs hin wird es immer
zeitdeckender. Der Autor sieht alle Handlungen des Romans aus der Perspektive
seiner Hauptperson Felix Krull heraus, wodurch der Roman durch Felix Charakter
geprägt wird.
Der Anfang des Buches ist ein Prolog, in dem sich Felix
Krull zu seinen Absichten seine Memoiren weiter zu schreiben,
äußert.
Der Roman besteht aus einzelnen Episoden, die für das
Leben der Hauptfigur bedeutsam sind.
Die Figuren des Romans sind meistens runde Charaktere, so zu
Beispiel Felix. Für ihn ist das ganze Leben ein Theater, er spielt immer
die Rolle, welche die Gesellschaft, zu der er Kontakt finden will, in ihm
akzeptiert
Da Olympia, Felix Schwester, zur Operettenschauspielerin
wird, kann man behaupten, daß das Schauspielen, was Felix auch bei
Müller Rosé bewundert hat, in der Familie Krull liegt. Statt diese
Begabung für den Beruf des Schauspielers zu nutzen, nutzt er sie für
sein ganzes Leben.
An Hand des ersten Buches läßt sich erkennen, das
der Autor besonderen Wert auf die Gestaltung der Handlung gelegt
hat.
Die Handlung des ersten Buches ist symmetrisch
angeordnet:
- Familie Krull
- Ich-Verwandlung (Träumerei)
- Voilinspiel (Betrug)
- Modelstehen (Simulation)
- Müller Rosé
- Schulkrankheit (Simulation)
- Diebstahl (Betrug)
- Liebesnacht (Träumerei)
- Konkurs des Vaters
Es ist auffällig, daß viele Namen Dopplungen
sind. So z.B. Loulou (so wird Marquis de Venosta von seinen Eltern genannt),
Zouzou, Zaza und Kuckuck.
- Bewertung
Meiner
Meinung nach sind “Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull”
von Thomas Mann sehr interessant. Jedoch ist dem Autor das dritte Buch nicht so
gut gelungen, da die Handlung und die Gedanken des Erzählers dort sehr
verworren und undurchsichtig werden. Auch sind manche Stellen recht langatmig,
so z.B. die Diskussion mit Prof. Kuckuck über Mythologie.
- Quellen:
- Microsoft Encarta Plus
99
- Werner Fritzen: Thomas
Mann, Felix Krull - Oldenburg
- Thomas Mann Homepage der
Universität Zürich
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