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Mann, Thomas (1875-1955)
Thomas Mann
- Biographischer
Überblick
Û Vater Johann
Heinrich Mann: Großkaufmann und Senator
Û Mutter Julia Mann (geb. Da
Silva - Bruhns)
Û älterer Bruder: Heinrich; geb. am
27.03.2871
- Kindheit: glücklich, wirtschaftlich gesichert
- 1882 Eintritt in Lübecker Privatschule
- 1889 Aufnahme in die realgymnasiale Abteilung des Katharineums/ Lübeck;
erste Lit. Versuche
- 1891 Tod des Vaters; Liquidierung der väterl. Firma, die er
übernehmen sollte
- 1893 Mitherausgeber und Autor der Schülerzeitschrift
"Frühlingssturm. Monatsschrift für Kusnt, Literatur und
Philosophie"
- 1894 Umzug nach München Û
Volontär in der "Süddeutschen Feuerversicherungsbank" (nur bis Herbst
dieses Jahres)
- 1895/96 bis 1898 Aufenthalt mit Bruder Heinrich in Italien
- Mitglied des akademisch - dramatischen Vereins
- 1898 - 1900 Redakteur bei "Simplicissimus"; Oktober bis Dezember Soldat
- 11.02.1905 Heirat mit Katja Pringsheim
(
Û 09.02. Tochter Erika; 18.11.1906 Sohn
Klaus; 27.03.1909 Sohn Gottfried; 07.06.1910 Tochter Monika; 21.04.1919 Sohn
Michael)
- Thomas und Heinrich leben sich aufgrund unterschiedlicher Weltanschauungen
auseinander
- Dez. 1929 Nobelpreis für Literatur
- Feb. 1933 Thomas und Katja verlassen Deutschland wegen polit.
Verhältnisse
Û Amsterdam;
Herbst: Küsnacht bei Zürich
- 1934/35 Reisen in die USA; Ehrenpromotion der Harvard University
- 1936 tschechoslowakische Staatsbürgerschaft; Dez. Aberkennung der dt.
Staatsbürgerschaft + Ehrendoktorwürde der Uni Bonn
- 1938 Übersiedlung ins amerik. Exil; Ehrendoktor an verschiedenen
amerik. Unis
- 1944 Staatsbürgerschaft der USA
- 1947 1. Nachkriegsreise nach Europa; Teilnahme am 14. Internationalen PEN -
Kongreß
- 1949 Besuch Deutschlands; Goethe Reden in Frankfurt/M. und Weimar
- 1952 endgültige Rückkehr nach Europa (Schweiz)
- 1955 Besuch der beiden deutschen Staaten; Schiller Reden in Stuttgart und
Weimar
- ? 12.08.1955 in
Zürich
2) Zeit in München
- reiste am 16.03.1894 nach München zur Mutter, die bereits 1892 mit
seinen Geschwistern übersiedelte
- Voluntär bei Versicherung; Mitglied des Akad. - Dramat. Vereins
- 1. Novelle "Gefallen" in Leipziger Zeitschrift "Die Gesellschaft"
erschienen
- ab Herbst 1894 bis 1896: Gasthörer an Techn. Hochschule München
(Berufsziel: Journalist), Vorlesungen: Volkswirtschaft, Kunst- und
Literaturgeschichte u.a
von nun an ununterbrochene lit.
Tätigkeit
(- Italienreisen)
(- Verbindung zum S. Fischer Verlag Berlin, Ziel: Vorbereitung eines ersten
Novellenbandes)
- nach Rückkehr: Studium von Schopenhauers philosophischen Hauptwerk "Die
Welt als Wille und
Vorstellung"
Û Begegnung mit
einem Denker, der einen starken Einfluß auf die Weltanschauung des jungen
Th. hatte
- 1898 "Der kleine Soldat" - 6 Novellen
Eintritt in
"Simplicissimus" bis 1900
- 1900 ¼ Jahr Wehrdienst, Sehnenscheidenentzündung
Û konnte entrinnen; “Geschrei,
Zeitvergeudung und eiserne Schmucklosigkeit quälen mich über die
Maßen ...”, wollte sich an “ideale und männliche
Gangart” nicht gewöhnen, “die Parademarsch
heißt”
- äußere Geschehnisse griffen auch ins Dasein des Künstlers
ein
- Revolution und Ermordung des bayr. Ministerpräsidenten Kurt Eisner
beeinflußte öffentliches Leben, weil der heroische Kampf d.
Münchner Arbeiter, von opportunistischen sozialdemokr. Führern
veraten, von anarchistischen Wirrköpfen irregeleitet, in einem
unbeschreiblichen Terror der Konterrevolutionären weißen Garde
erstickte
- Eingreifen von Kollegen Ernst Toller (einem der Führer der
Münchner Räterepublik) war es zu verdanken, daß Thomas Manns
Haus in der Poschingerstr. nicht geplündert und er selbst mißhandelt
wurde
- März nächsten Jahres erkrankte Frau Katja schwer
- Inflation: immer größere materielle
Sorgen
“Ohne fremdes Geld könnte man bei einer
Familie wie der meinen ja heute schon nicht mehr leben. Wie jedermann bin ich
bedacht, welches herbeizuschaffen ... So wird man zum tätig sich tummelnden
Erwerbsmann auf seine älteren Tage ... Jetzt wende ich mich dem
“Zauberberg” wieder zu, muß aber ... zugleich amerik. Briefe
schreiben, was natürlich aufhält.”
(klagte er seinem Verleger S. Fischer 1922)
- 11.03.1923 Tod der Mutter, deren letzte Jahre (von Leid bestimmt) T.M. sehr
bedrückte; er hatte dennoch Zeit für Sammlungen, Lektüren,
Theater- und Konzertbesuche, Gespräche unter Freunden,
Vortragsverpflichtungen (
Ûbewundernswert)
- 1923 “Goethe und Tolstoi” Û
Vortrag “von dt. Republik” Û
Rede
- 1924 “Zauberberg”
- 1925 “Bemühungen”, neue Folge der gesammelten Abhandlungen
und kleinen Aufsätze
- Die Wandlung des
Unpolitschen
- während d. 1.WK durchlief er eine Phase d. Konservativen Denkens und
nationalen Fühlens, was er nie geleugnet hat
- wurde für Landsturm gemustert Û
blieb verschont
- Vortragsreisen in einige Etappenorte waren seine einzigen
“Kriegerischen” Erlebnisse
- Mobilmachung; er schrieb Heinrich:
“Ich bin noch
immer wie im Traum, - und doch muß man sich jetzt wohl schämen, es
nicht für möglich gehalten und nicht gesehen zu haben, daß die
Katastrophe kommen mußte. Welche Heimsuchung! Wie wird Europa aussehen,
innerlich und äußerlich, wenn sie vorüber
ist?”
besaß noch keine Klarheit über die wirkliche Rolle des kaiserl.
Deutschlands und dessen Mitschuld am Ausbruch des Krieges
Heinrich Mann: bürgerlich – demokratischer
Schriftsteller, kompromißloser politischer
Denker
7
Thomas Mann: glaubte irrtümlich
(1914) noch an einen “großen grundanständigen,
ja feierlichen Volkskrieg Deutschlands in seiner Kultur oder
Gesittung
Û fühlte sich durch die
“Zola” Essays von Heinrich persönlich ange –
griffen, reagierte mit “Betrachtungen eines
Unpolitschen” :
- kurz vor Kriegsende: erscheinen seiner kulturphilosophischen Essays
(absichtsvoll wie anspruchslos bezeichneten “Betrachtungen eines
Unpolitischen”)
Û
verzweifelter Versuch, die untergehende bürgerliche Gesellschaft moralisch
zu rechtfertigen und Angriffen entgegenzutreten, die auf eine gründliche
Veränderung des Bestehenden hinzielten
Û wesentliches Dokument für eine
Krise einer überlieferten nationalen dt. Bürgerlichkeit, die zugleich
liberal und human sein wollte und sich hier im Gewissensspiegel eines so
rechtlich wie geistigen Menschen in ihrer ganzen unauflösbaren
Zwiespältigkeit enthüllt
Û deshalb mehr als eine individuelle
Konfession
Û umfassende Bestandsaufnahme der
herrschenden Idee d. ausgehenden bürgerlichen Zeitalters
Û 2 Jahre Arbeit
- unter seelischem Druck des Krieges erlebte er wohl die tiefste Krise seines
Lebens (=Krise seines
Zeitalters)
Û rückschauend
spricht er von “ausweglosen
sich-durchs-Gestrüpp-schlagen” und von einer Plage, mit der er
allein war
Û einziger Vertrauter seiner politisch
– antipolitischen Grübeleien ist Ernst Bertram
“Das Gefühl einer zeitalter – scheidenden Wende, die
auch in mein persönliches Leben unweigerlich tief eingreifen mußte,
war von Anfang an sehr stark in mir gewesen – es war der Grund des
Schicksalsrausches, der meinem Verhältnis zum Kriege den deutsch –
positiven Charakter verlieh.”
Û “Schicksalsrausch”
– tief sinniges Wort
- 1918 hat seine melancholische Verteidigung protestantisch – romantisch
– antipolit. dt. Geistesbürgerlichkeit weitgehend überwunden,
während des Schreibens sich selbst erzogen und von Mal zu Mal sein Wissen
um geschichtliche Zusammenhänge erweitert
- Wendung des Unpolitischen zur Politik, einer aktiven Politik des
Geistes
- Entscheidung gegen Politik wäre/ist ja auch eine politische
- Oktober 1922 Berliner Rede “Von deutscher Republik”,
literarischer Hochverrat, von Reaktionären aller Schattierungen
angekreidet, in Wirklichkeit stellte ideologische Überwindung der
“Betrachtungen” dar
- Bekenntnis zur demokr. Republik (gesprochen 1 Jahr vor Hitlers geplantem
Marsch auf Berlin)
- Nahestehende und Gegner glaubten nicht an eine
Wendung
- Die 2. große
Schaffensperiode
- bis Ausbruch des Faschismus, Höhepunkt: “Der
Zauberberg”
- gekennzeichnet durch die Verpflechtung von lit. Schaffen, essayistischer
Aussage und analysierenden Gespräch; kritischer Beobachtung des polit.
Tagesgeschehen der Weimarer Republik
- bestimmt durch "stürmische" Erlebnisse und verwirrenden Weltdarng
- 12.11.1929 Nobelpreis für Literatur in Schweden
- 04.03.1922 ihm zu Ehren wurde im Buddenbrook Haus in der Mengsstraße
eine Buchhandlung eröffnet
- Ende `22 Teilnahme an einer spiritistischen Sitzung
Û Essay "Okkulte Erlebnisse"
- Gespräche in Berlin: "Buddenbrooks" sollte verfilmt
werden
“ein strohdummes und sentimentales Kino –
Drama, für das sich aber in Skandinavien, Holland, Amerika viel Interesse
kund gibt.”
- März 1925 Mittelmeerreise: Venedig, Port Said, Kairo, Luxor, Karnak,
Königsgräber von Theben, Konstantinopel, Athen
- Anfang 1926 Vortragsreise nach Frankreich: Veranstaltungen, Gespräche,
Empfängen, vielfache Ehrungen Û
führte aller Welt vor Augen: bedeutsame Rolle Manns als Bote des Friedens
und der Völkerverständigung; als Repräsentant der dt. Kultur;
Zeugnis davon gibt sein 100 seitiges Tagebuch “Pariser Rechenschaft”
- 1926 Festvortrag “Lübeck als geistige Lebensform” mit
Anschließender Verleihung d. Professor Titels und erste Sitzungen des vom
preuß. Kultusminister Dr Becker einberufenen Gremiums der Urwähler d.
Sektion für Dichtkunst in preuß. Akademie der Künste in
Berlin
- November 1926 Kundgebung “München dt.s Kulturzentrum” mit
Ansprachen von Thomas und Heinrich Mann, Wille Geiger, Leo Weismantel, Walter
Courvoister, Pat Renner
“Gestern Abend hatten wir in der
Tonhalle vor einem Riesenpublikums ‚kulturpolitische Kundgebung‘
– sechs Reden gegen die Münchner Reaktion unter frenetischen Beifall.
Es war eine Explosion”
- März 1927 Warschau (Buchausschnitt)
- April 1928 in “Preußischen Jahrbüchern” erschien ein
bedeutsamer Essay “Kultur und
Sozialismus”:
“Was Not täte, was
endgültig deutsch sein könnte, wäre ein Bund und Pakt der
konservativen Kulturidee mit dem revolutionären Gesellschaftsgedanken,
zwischen Griechenland und Moskau, um es pointiert zu
sagen...”
- 17.10.1930 im Berliner Beethovensaal: Rede “Dt. Ansprache – ein
Apell an die Vernunft”: wachsende Gefahr der Faschisierung Deutschlands
(Warnung) Û Nazis hatten bei Reichtagswahlen
vom 14.09.1930 ungewöhnliche Stimmengewinne
erzielt
Û rechtsradikale
Schreier und SA Schläger störten, Versuch ihn zum Schweigen zu
bringen, redete ungestört weiter
- 1932 (=Goethejahr) Reden und Ansprachen
- Gerhart Hauptmann 70. Geb. + Richard Wagners 50. Todestag
Û zusätzliche Arbeit, nicht so
gesund
Ü
ging aber allen Verpflichtungen nach wegen stark ausgeprägtem gesell.
Verantwortung
Bsp. dafür ist die Rede vor Arbeitern in Wien
- “Bekenntnisse zum Sozialismus”
Û Ansprache sollte ’33 im sozial.
Kulturbund in Berliner Volksbühne stattfinden, aber Nationalsozialisten an
Macht, aber Erscheinen im Februarheft der Zeitung “Sozialistische
Bildung”
- Machtantritt Hitlers 30.01.1933 Û
Familien Th. Mann verlor ihr Haus, Vermögen und Heimat
- reiste mit Frau nach Amsterdam, Brüssel und Paris
- Beginn der harten Jahre des erzwungenen Exils, physische und psychische
Belastung Û trieb ihn durch die halbe
Welt
- Mai: Erika Mann heimlich von Schweiz nach München, schlich sich in das
von SS beschlagnahmte Vaterhaus Poschingerstraße und holte die Teile d.
Joseph Manusskripts; zuvor hatte Golo Mann bereits einige Bücher, Exzerpte
und Quellenmaterial geholt
- Aufenthalt in Sanary – sur – Mer (Südfrankreich),
bevorzugter Treff fortschrittlicher dt. Schriftsteller
- Herbst ’33 Rückkehr in die Schweiz, lebte die nächsten 5
Jahre mit der Familie in Küsnacht bei Zürich
- Ende ’38 Übersiedlung nach Amerika
- ’35 erschien im Verlag S. Fischer letztes Mal ein Buch in Deutschland
(“Leiden und Größe der Meister” – Aufsatzband)
- bis ’47 blieb es still um ihn, Werke nur heimlich von Hand zu Hand
weitergegeben (bis Ende des 3. Reiches)
- Februar ’36 unwiderruflicher Bruch mit nationalsozialistischen
Machthabern; Öffentlich verbreiteter Brief: erklärte sich solidarisch
mit der dt. Exilliteratur vom schweizer Literaturhistoriker Eduart Korrodi
(Auszug des Briefes vorlesen)
- Nazi Regime dachte daran, Thomas zur Rückkehr zu veranlassen, hofften
dessen Weltgeltung es für seine Zwecke propagandistisch auszunutzen
- Korrodi Brief
Û Aufsehen
Û Abwarten
Hitlers vorbei
- Annahme der tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft;
Verlust der dt.; Aberkennung der Ehrendoktorwürde der Bonner Uni
- Ereignisse in Europa erfüllen ihn mit Abscheu und
Unruhe
Û Nazis von Jahr zu Jahr
mehr Schrecken, Ausrottung der Gegner, Einrichten von Todeslagern (KZs),
gewaltsames Einmischen in Angelegenheiten andere Länder
Û Juli 1934 Ermordung d.
österreichischen Bundeskanzlers Dollfuß
und Oktober die Ermordung von Kg Alexander von Jugoslawien
Û seit ’36 faschist.
Söldnertruppen in Spanien
Û März ’38 Überfall
Österreichs + Einverleibung zu Deutschland
- Gerüchte: Hitler will wegen Sudetenland Tschech. unter Druck
setzen
©
immer bedrohlichere Lage in Europa
©
Verdichtung der Pläne, aus Küsnacht auszuwandern
- 23.09.1938 Eintreffen in New York an Bord der Nieuw Amsterdam
- 01.10.1938 Dt. Wehrmacht in Tschech.
( vorher: Hitler hat sich
von Mussolini, Chamberlain, Daldier im “Münchner Abkommen”
einen Freibrief für seinen völkerrechtswidrigen Überfall auf das
wehrlose Nachbarland geben lassen
Û Mann ist über diesen
unerhörten Rechtsbruch empört Û zum
Ausdruck in “Dieser Friede” (Essay)
- 01.09.1939 Überfall dt. Truppen in Polen
Û 2. WK
- Mai 1940 Holland, Belgien, Frankreich in der Hand der Nazis
- seit brutalen Annektierung Österreichs + Einverleibung halb Europas
durch dt. Faschisten Û er erhob
ununterbrochen Stimme gegen
Nazibarkeit
Û Zeugnisse
dafür: “Dieser Friede” Sammlung pol. Essays im Band
“Achtung Europa”; Ansprache auf dem Weltkongreß d.
Schriftsteller in New York; 55 Radiosendungen nach D.; Vortrag
“Deutschland und die Deutschen” (Mai ’45 in Library of
Congress in Washington)
- 1938 – 41 Vorlesungen an Princeton Uni im Staat New Jersey
- März 1941 Princeton Û
Kalifornien
widmen der schriftstellerischen Arbeit (ohnehin durch
polit. und gesell. Pflichten stark belastet)
- 1941 – 53 = die angenehmsten Jahre: eigenes Häuschen (gute
Arbeitsatmosphäre), viele Freunde in der Nähe
Û Ausflüge und Konzerte
- 06.06.1945 Ende des Krieges, Deutschland frei von faschistischem Joch
- 1947 unverdiente Schmähungen seitens einiger dt. Schriftsteller und
Journalisten, feindselige Äußerung
- Meinung Manns: Nazitum beherrscht noch immer das Denken der Mehrheit
(deswegen war ein Besuch Deutschlands noch nicht sinnvoll)
- 04.06.1947 14. Internationaler PEN Kongreß in Zürich
- begeistert angenommene Ansprache vor Studenten, darauffolgende
Vorlesung
- Begegnung mit Herman Hesse in Luzern, Franz Masereel in Zürich und
aufgeschlossenen Journalisten im Haus seines ital. Verlegers Mondadori am Lago
Maggiore Û Dankbarkeit
- 05.10.1947 “Academia Nazionale die Lincei” in Rom
Û Wahl Û
Mitglied (hohe Ehre, denn nur wenig nichtitaliener)
- 29.06.1952 mit Frau von New York über Amsterdam nach Zürich (USA
nicht mehr betreten)
- Mann und Goethe
- Verhältnis zu Goethe ist von Beginn an eng und schöpferisch
gewesen, das offenbarte sich schon Anfang der 20er Jahre: bedeutsame Rede
“Goethe und Tolstoi” und danach Vorwort zu Goethes
“Wahlverwandtschaft”
Û
Aufmerksamkeit und Anerkennung
- 1932 (anläßlich des 100. Todestags Goethe) beschwor er in
Ansprachen die Gestalt ihres größten Nationalautors
- 18.03.1932 Festvortrag “Goethe als Repräsentant des
bürgerlichen Zeitalters” in Preuß. Akademie der Künste in
Berlin
“Ich rufe die Empfindungen auf, die mich
bestürmten, als ich vor Jahren zum erstenmal zum ersten Mal durch Goethes
Elternhaus am Hirschgraben u Frankfurt ging. Diese Treppen und Zimmer waren mir
nach Stil, Stimmung, Atmosphäre urbekannt. Es war die
‚Herkunft‘, wie sie im Buche, im Buch meines Lebens steht, ... und
zugleich der Anfang des Ungeheueren. Ich war ‚zu Hause‘ und
dennoch ein scheuer und später Gast in der Ursprungssphäre des
Genius.”
- 1936 im Züricher Exil erstmals Plan einer “Goethe
Geschichte” aufgetaucht, mit deren Niederschrift er noch in der Schweiz
begann und in den USA zu Ende führte, 1939 unter dem Titel “Lotte in
Weimar” als Roman erschienen
- 1939 laß er an der Princeton Uni über Goethes “Faust”
und “Die Leiden des jungen Werthers”
- 1948 erschien in New York in englischer Sprache die gemeinsam mit Sohn Klaus
getroffene Auswahl aus Goethes Werken “The permanent Goethe”
- 1949 sprach Thomas in NY über “Goethe and Democrazy”
- Goethe Reden in Frankfurt/M. und Weimar
- während Festaktes im Weimar Nationaltheater überreichte d. dt.
Goethe Ausschuß mit den Worten der Verehrung und Freundschaft die Urkunde
d. Goethe Nationalpreises
Schenkungssumme (20000 DM)
Û Wiederherstellung d. Herderkirche
Johannes R. Brecher über Mann: allein würdig einen solchen Preis
entgegenzunehmen, da er in seinem Lebenswerk wie kaum ein anderer das
humanistische Vermächtnis Goethes schöpferisch weitergeführt
habe
- Oberbürgermeister von Weimar überreichte ihm den
Ehrenbürgerbrief
- Ansprache im Goethejahr
- Werke
6.1. Allgemein
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Jahr
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Werk
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Art
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1894
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Gefallen
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Novelle
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1898
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Der kleine Herr Friedmann
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6 Novellen
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1901
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Buddenbrooks. Verfall einer Familie
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Roman
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1903
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Tristan
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6 Novellen
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1906
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Fiorenza
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Drama
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Bilse und ich
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Essay
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1909
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Königliche Hochzeit
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Roman
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1912
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Der Tod in Venedig
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Novelle
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1913
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Tonio Kröger
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Novelle
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1914
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Das Wunderkind
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Novelle
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1918
|
Betrachtungen eines Unpolitischen
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Essay
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1921
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Wälsungenblut
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Novelle
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1922
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Rede und Antwort
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gesammelte Abhandlung und kleine Aufsätze
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Bekenntnisse des Hochstablers Felix Krull. Buch der Kindheit
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Roman
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1924
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Der Zauberberg
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Roman
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1926
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Pariser Rechenschaften
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Essay
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1930
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Mario und der Zauberer
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Novelle
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1932
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Goethe und Tolstoi. Zum Problem der Humanität
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Essay
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1933
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Die Geschichte Jakobs
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Roman
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1934
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Der junge Joseph
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Roman
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1935
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Leiden und Größe der Meister
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neue Aufsätze
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1936
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Joseph in Ägypten
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Roman
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1938
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Achtung Europa
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Aufsätze zur Zeit
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Dieser Friede
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Essay
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Schoppenhauer
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Essay
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1939
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Lotte in Weimar
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Roman
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1940
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Dieser Krieg!
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Essay
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1943
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Joseph der Ernährer
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Roman
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1944
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Das Gesetz
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Erzählung
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1945
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Adel des Geistes. 16 Versuche zum Problem der Humanität
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Essay
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1946
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Leiden an Dtl. Tagebücher aus den Jahren 1933 und 1934
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1947
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Doktor Faustus
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Roman
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1948
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Neue Studien
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Essay
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1949
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Die Entstehung des Doktor Faustus. Roman eines Romans
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Roman
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1950
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Michelangelo in seinen Dichtungen
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Essay
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1951
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Der Erwählte
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Roman
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1953
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Die Betrogene
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Erzählung
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1954
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Die Bekenntnisse des Hochstablers Felix Krull, Die Memorien erster
Teil
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Roman
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1955
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Versuch über Schiller
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Essay
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6.2. Buddenbrooks
- Vorbereitung in Italien (Palestrina)
- erzählt in verschlüsselter Form von seinen Vorfahren, seiner
Familie und der Umwelt seiner Kindheit in Lübeck
- dennoch weit mehr als eine
Verwandtenchronik
Û es ist die
über den familiären Bereich ins allgemein Menschliche erhobene
Geschichte eines typischen Geschlechts lübeckscher Großkaufleute,
dargestellt am Werdegang von 4 Generationen zwischen 1835 und 1876
- Handlung setzt im Zeitraum des beginnenden Verfallsprozesses der heimischen
Handelsbougeoise ein
- endet bei deren Übergang vom Kapitalismus zum Monopolsimus
- gibt besten Einblick in die Jugendjahre und in das Milieu, in dem er
groß geworden ist
- getragen von satirischer Charakteristik und pessimistischer Metaphysik
- rhythmische Prosa wird zur subjektiven Poesie, wird leitmotivisch intonierte
Melodie
- auktorialer, anonymer Erzähler
Inhalt:
- Johann Buddenbrook: Inhaber einer angesehenen Lübecker
Getreidehandelsfirma
- 1835 bezog er das neuerworbene Patrizierhaus
- Geschäfte mit erfolgreicher und heiterer Gelassenheit
- Tod Û Sohn Konsul Johann Buddenbrook
Firma
Û
Geschäftsintensität sank
Û Erbteilung des Kapitals
Û verstärkter Konkurrenzkampf m.
fortschreitender Industrialisierung
Û es fehlt die Überlegenheit des
Vaters
Û familiär Sorgen (Sohn Christian
ist labil, hypochondrisch, wenig ernsthaft und strebsam; Tochter Tony fügt
sich dem Interesse der Familie und heiratete Bendix Grünlich –
unglückliche Ehe – Scheidung – kehrt mit Tochter Erika nach
Lübeck zurück)
- Unterstützung durch Sohn Thomas (Û
1855 Geschäft)
- Tony heiratet in 2. Ehe den Münchner Permaneder – Ehe scheitert
– Rückkehr nach Lübeck; Tochter Erika hat auch kein Glück
in der Ehe
- Thomas heiratet die künstlerisch begabte Gerda Arnoldsen – Sohn
Hanno
- Thomas erbaut ein prächtiges neues Haus
- Jedoch fehlte auch Thomas die Gschäftssicherheit des
Großvaters
- leidet unter dem zwang den Anschein, einer soliden bürgerlichen
Existenz wahren zu müssen
findet Zuflucht in Schoppenhauers
lebensverneinender Philosophie
hinzu kommt, daß er von Hanno enttäuscht ist, der voll
Lebensangst und Menschenfurcht ist
- Weitere familiäre Sorgen: Eskapaden des Bruders Christian, Tod der
Mutter, Verkauf des vom Großvater erworbenen Hauses an seinen
stärksten Konkurrenten
- Thomas Buddenbrook stirbt nach einer Zahnextraktion
- gemäß seines letzten Willens wird die Firma liquidiert
- Hanno erliegt im Alter von 15 Jahren widerstandslos einer
Krankheit
Leser:
In Lübeck: - sahen darin den Niederschlag von 50 jahren
Stadtklatsch
- Buch wurde von Hand zu Hand mit einer
Entschlüßlungsliste
(Romanfiguren und die entsprechenden vermeintlichen
Vorbilder) weitergegeben
Allgemein: man war entzückt von dem biedermeierlichen
Familienalbum, von den
üppigen, ja schwelgerschen Schilderungen des Milieus und
übersah die
Dekadenz (Verfall, Niedergang, Überfeinerung, Entartung) und
die
immanente Kritik an der bürgerlichen
Gesellschaft
7) Meinung anderer
Johannes R. Becher, Akademiepräsident (dt. Akademie der
Künste/Berlin) bezeichnet ihn als
“den Meister dt. Sprache, den Sprecher für die Unteilbarkeit
deutscher Kultur, den Dichter der ‚Buddenbrooks‘, des
‚Zauberbergs‘, des ‚Felix Krull‘ und anderer von den
Idealen der Humanität erfüllter großer Werke unserer
Nationalkultur.”
- Quellen
- Theo Piana – “Thomas Mann, 1968
- Arnold Bauer – “Köpfe des XX. Jahrhunderts. Thomas
Mann”, 1960
- Thomas Mann – “Über mich selbst”
- Bertelsmann Lexikon
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