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Brecht, Bertolt: Mutter Courage und ihre Kinder
Mutter Courage und ihre
Kinder
eine Chronik aus dem Dreißigjährigen
Krieg
(Bertold Brecht)
Mutter Courage zieht mit Ihren drei Kindern, dem klugen Eilif, dem
dümmlichen Schweizerkas und der stummen Kattrin als Händlerin
während des Dreißigjährigen Krieges durch das Land. 1624 werden
sie in Darlahn angehalten, von Werbern, die junge Männer für den
Kriegsdienst suchen. Mutter Courage will nicht, daß einer ihrer beiden
Ziehsöhne zur Armee geht. Und sie hätte es auch fast geschafft. Doch
der klugen, aber draufgängerische Eilif wird doch von einem Soldaten
überredet, während ein anderer seine Mutter ablenkt. Mutter Courage
sagt durch ein Orakel auch voraus, daß keiner der Anwesenden, außer
Ihr den Krieg überleben wird.
Ein Jahr später zieht Mutter Courage mit dem schwedischen Heer durch
Polen. Sie will einen Koch einen Kapaun verkaufen. Während des
Gespräches hört Sie, wie Eilif von seinem Hauptmann
beglückwünscht wird, weil er eine Heldentat begangen hat, indem er
einigen Bauern ihre Rinder gestohlen hat. Doch Mutter Courage ist froh,
daß Ihr Sohn noch lebt, weil er unvernünftig ist.
Drei Jahre Später gerät Mutter Courage mit teilen eines
finnischen Regiments in Gefangenschaft, doch es gelingt ihr, ihr Leben und ihren
Planwagen zu retten. Der Feldprediger, der sich vor den Katholischen versteckt
gesellt sich zu Ihr. Doch Schweizerkas wird getötet, weil er sich als
Zahlmeister mit der finnischen Regimentskasse erwischen lassen hat. Mutter
Courage muß abstreiten, daß Schweizerkas ihr Sohn ist, sonst
würde Sie ihren Besitz und ihr Leben verlieren.
1632 befindet sich Mutter Courage in Ingolstadt in Bayern, wo ein Hauptmann
begraben wird. Sie schickt ihre Tochter in die Stadt zum plündern, doch sie
kommt mit einer Wunde am Kopf zurück, die sie noch häßlicher
macht. Außerdem unterhalten sich Mutter Courage und der Feldprediger
über die Dauer des Krieges. Mutter Courage hofft, daß der Krieg noch
lange dauert, weil sie dadurch gute Geschäfte macht, aber gleichzeitig
verflucht sie ihn, weil er das Leben eines ihrer Söhne gekostet hat auch
der Prediger ist dem nicht abgeneigt, weil er glaubt, solange die Geschäfte
von Mutter Courage gut gehen, hat auch er zu essen. Er bedauert auch, daß
er nicht mehr predigen kann, worin seine wahre stärke liegt.
Mutter Courage Mutter Courage macht gute Geschäfte, doch ein Jahr
später fällt der Schwedenkönig Gustav Adolf, und alle glauben der
Krieg sei vorbei. Mutter Courage will sofort in die Stadt, um ihre Waren schnell
zu verkaufen, weil sie im Frieden keine guten Geschäfte machen kann.
Inzwischen treffen beim Planwagen der Koch ein, mit dem Sie und der Feldprediger
im Finnischen Lager befreundet waren. Auch Yvette, die Dirne, die jetzt die
Witwe eines Obersten ist gesellt sich dazu. Der Koch erzählt, daß
Eilif auch kommen müsse. Aber er kommt in Ketten, weil er einen Bauern
bestohlen hat, und seine Frau erschlagen hat. Im Krieg wurde er für eine
ähnliche Tat als Held gefeiert, im Frieden aber gilt er nur als Verbrecher.
Er wird bald wieder abgeführt, um hingerichtet zu werden, doch er bittet
den Koch seiner Mutter zu erzählen er hätte nur weitergehen
müssen. Auch der Prediger verläßt die Gesellschaft. Als Mutter
Courage zurückkommt, erzählt ihr der Koch das Eilif weitergegangen
wäre und Mutter Courage bietet Ihm an mitzukommen, da der Prediger nicht
mehr dabei ist. Der Koch der auf Verpflegung hofft willigt sofort ein.
1634 gehen die Geschäfte der Mutter Courage schleicht. Der Koch
erfährt, daß er ein kleines Wirtshaus geerbt hat, und er bietet der
Mutter Courage an es mit ihm zu führen. Sie ist sofort einverstanden und
erzählt es sofort ihrem letzem Kind, der Stummen Kattrin. Aber der Koch
will nicht, daß Kattrin mitkommt, weil sie häßlich und ein
unnötiger Esser ist. Daraufhin zieht Mutter Courage mit Ihrer Tochter und
dem Planwagen alleine weiter.
Ein Jahr später will Mutter Courage in einer Stadt Geschäfte
machen und läßt Kattrin auf einem Bauernhof zurück. Die Stadt
wird belagert, und Soldaten kommen in das Bauernhaus und zwingen den Jungbauern
ihnen einen Weg in die Stadt zu zeigen. Die alten Bauern beklagen die Stadt und
erwähnen auch vielen Kinder. Kattrin, die in Kinder vernarrt, und bereits
verrückt ist klettert mit einer Trommel auf das Dach des Bauernhauses und
will die Leute in der Stadt warnen. Soldaten wollen sie zwingen aufzuhören,
doch die trommelt weiter. Da erschießen sie die Soldaten kurz nachdem sie
die Leute in der Stadt gewarnt hat.
Am nächsten morgen erfährt Mutter Courage von ihrer Tochter. Sie
zieht alleine mit ihrem Wagen weiter um ihren letzten Sohn zu suchen von dem sie
glaubt, daß er noch lebt.
Autor:
Bertold Brecht (1898-1956) wirkte nach dem Ersten Weltkrieg als Spielleiter
und Dramaturg, ging 1933 ins Ausland und kam erst 1945 wieder nach Deutschland
zurück. Bekannt durch aufwühlende Balladen und
Sozialrevolutionäre Theaterstücke.
Man wird Brecht wohl nur gerecht werden können, wenn man ihn als eine
Einheit von Dichter, Theatertechniker und Gesellschaftsrevolutionär
ansieht, wobei die zuletzt genannte Eigenschaft das eigentliche Treibende
darstellt. Echte Sozialkritik, die in der Lage wäre, neben die Anklage auch
positive Besserungsvorschläge zu stellen, wird man bei Brecht freilich
vergeblich suchen. Seine Anklagen kommen aus dem Zorn und dem Herzen. Für
diesen Zorn aus Mit-Leide findet er geballte Sätze, schlagende Bilder,
gedrungene Szenen. Nicht angekränkelt von blassem Ästhentum schleudert
er mächtige Brocken gegen morsche Fassaden, allgegenwärtig,
zielsicher, allbeständlich. Immer wieder versucht er, diese
“Tendenz” (im besten Sinne) in neue Formen zu gießen, erprobt
Bilderbogen-Manier, Plakatstil, episches Theater; doch man spürt, daß
hinter der scheinbaren Nüchternheit, der harten Zwecksprache, der
würgende Bildkraft ein echter Dramatiker steht. Achtung vor diesem Manne,
dem das soziale Leid wichtiger ist, als die künstlerische Form. Und doch
ist zu glauben, seine Wirkung vermöchte heute, nachdem er jahrzehntelang
aufgerüttelt hat, stärker zu sein, wenn sich der in ihm brodelnden
dramatischen Begabung uns seinem verhüllten Dichtertum endlich hingeben
würde.
Werke:
Die Dreigroschenoper
Mutter Courage und ihre Kinder
Der gute Mensch von Sezuan
Der kaukasische Kreidekreis
Herr Puntila und sein Knecht Matti
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