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Asien: Vom Wirtschaftswunder zur Krise
Asien. Vom Wirtschaftswunder zur Krise!
(titelfolie)
1.) Grundlegende Begriffe
Der Aufschwung Asiens begann nach dem 2. Weltkrieg. In dieser Zeit
entwickelte sich Japan- wie Michael Perzel das letzte mal erzählt hat zu
einem Industriegiganten. In den letzten 10 bis 20 Jahren stiegen jedoch auch
noch einige andere Asiatische Länder zu Industrieländern auf.
Dies wären die vier sogenannten kleinen Tiger Hongkong, Singapur,
Südkorea und Taiwan, China, das auch als der Grosse Tiger bezeichnet wird
und ausserdem noch Thailand, Malaysia, Indonesien und die Philippinen.
Um später genauer auf den Aufschwung und die darauf folgende Krise
einzugehen muss ich nun noch einige begriffe erklären, die zum
verständnis meines Vortrages wichtig sind..
Der Internationale Währungsfonds (IWF) mit Sitz in Washington ist eine
Sonderbehörde der Vereinten Nationen. Er die Aufgabe, bankrotten
Ländern Kredite zu gewähren und kurzfristig die Garantie der Schulden
zahlungsunfähiger Länder zu gewährleisten. Finanziert wird der
IWF aus Steuergeldern, die er von seinen Mitgliedsstaaten bekommt. Heute sind
fast alle Staaten Mitglied beim IWF. Der IWF greift den bankrotten Ländern
aber nicht aus sozialen Gründen unter die Arme, sondern um den Weltmarkt
vor dem Kollaps zu retten, wie er das bei der 1994 Mexikokrise getan hat, oder
gerade jetzt in Asien tut. Die Länder, die Kredite vom IWF bekommen
müssen auch immer extrem strenge Auflagen erfüllen, um an Kredite des
IWF zu kommen
Die Länder unserer Erde können in Industrieländer und
Entwicklungsländer eingeteilt werden. Es fällt jedoch zunehmend
schwerer, die Gesamtheit der EL als „Dritte Welt“ zu bezeichnen. In
den letzten 20 Jahren haben sich etwa 20 El zu Schwellenländer entwickelt.
Zu diesen „Newly industrialized Countries“ oder Kurz NICs
gehören auch die oben erwähnten asiatischen Länder (vergleich
auf Folie von Weltalmanach).
Viele dieser asiatischen Entwicklungsländer haben sich nach dem
Vietnamkrieg zur ASEAN zusammengeschlossen. Die ASEAN ist einer der
erfolgreichsten Zusammenschlüsse von Entwicklungsländern. Die Ziele
des ASEAN sind ein hohen wirtschaftliches Wachstum in den Mitgliedsstaaten,
sozialen und kulturellen Fortschritt und man möchte auch den Frieden in
Asien fördern. Zusammen haben die 9 Mitgliedstaaten auch viel mehr
wirtschaftliche Macht als im Alleingang.
2.)Der Aufstieg
Nun möchte ich erklären wie die ganz zu Beginn meines Vortrages
erwähnten Länder es geschafft haben sich zu Industrialisieren. Zur
Repetition : diese Länder sind Hongkong, Singapur, Südkorea und
Taiwan, China, Thailand, Malaysia, Indonesien und die Philippinen.(auf karte
zeigen)
Der Aufbau der Wirtschaft verlief in jedem Land etwas anders, die wichtigen
Merkmale sind jedoch überall die selben. Die Wirtschaft dieser Länder
sind allesamt mehr oder weniger Kopien des Wirtschaftsmodells von Japan. Die
Wirtschaft wird mit Ausnahme von Hongkong von Seiten der Regierung gesteuert,
und oft beherrschen wenige Grosskonzerne die Wirtschaft. Diese Systeme sind
daher besonders anfällig für Korruption und Vetternwirtschaft. Die
wenigsten der Asiatischen Länder haben eigene Vorkommen an Rohstoffen und
sind deshalb auf den Import solcher Rohstoffe angewiesen. Die Verlagerung der
Produktion vieler multinationaler Konzerne hat diesen Ländern Wohlstand
gebracht.
Die Vorteile dieser Länder sind, dass sie eine grosse, gut
ausgebildete Mittelschicht haben, die erst noch zu extrem niedrigen Löhnen
extrem viel und hart arbeitet. Es gelang den NICs Asien innerhalb kürzester
Zeit genug Kapital zu beschaffen, um eine eigene High-tech Industrie aufzubauen,
und es gelang ihnen auch innerhalb der selben Zeit genügend know how ins
Land zu importieren, so dass sie heute mit den westlichen Industrieländern
konkurrieren können. Eines der wichtigsten Merkmale der Asiatischen
Wirtschaftssysteme ist, dass sie die von den Westlichen Industrieländern
entwickelten Technologien kopieren und viel billiger produzieren können. So
erstaunt es nicht, dass diese Länder heute vor allem high tech Produkte und
Elektronikprodukte exportieren, wie Natels, Autos , Fernseher, PC’s oder
sonstige Halbleiterfabrikate. Es ist auch zu beobachten, dass die Asiatischen
Schwellenländer nur Güter exportieren die billig und in grossen Mengen
herzustellen sind, aber grosse Gewinne versprechen. Aufgrund ihrer hohen
Bevölkerungsdichte weisen all diese Länder auch einen grossen
Binnenmarkt auf.
Die Produkte für den Binnenmarkt, wie Nahrungsmittel oder Textilien,
werden Grossteils auch im Land hergestellt, so dass nur die Rohstoffe importiert
werden müssen.
Das Wirtschaftswachstum all dieser Staaten betrug in den letzten zehn
Jahren zwischen 5 und über 10 Prozent, während Europa in der Krise
steckte und z.T. ein Wirtschaftswachstum zwischen 1 und zwei Prozent hinnehmen
musste.
Eine spezielle Rolle inmitten der aufstrebenden Schwellenländer nimmt
sicher die Volksrepublik China ein, die auch als der grosse Tiger bezeichnet
wird. China hat grosse eigene Rohstoffvorkommen. Eine zunehmende Öffnung
gegenüber dem Westen hat auch hier zu einem stetigen Wirtschaftswachstum
geführt. Ich China gibt es jedes Jahr 20 bis 30 Mio. mehr
arbeitsfähige Menschen, deshalb ist die VR China ist heute auf ein
Wirtschaftswachstum von etwa 9% angewiesen, um das Bevölkerungswachstum zu
verdauen, und die Kaufkraft der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Die
Industrialisierung Chinas ist jedoch nur auf einige wenige Zentren konzentriert,
der Rest des Landes ist ländlich und nicht industrialisiert.
Das Kapital für ihre Industrialisierung haben sich die asiatischen
Schwellenländer auf die gleiche Art und Weise besorgt. Nämlich mit
einem extrem hohen Anteil an ausländischem Kapital. In der Schweiz muss
eine Firma um kreditfähig zu sein mindestens 50% Eigenkapital aufweisen. In
Asien weisen die meisten firmen aber lediglich 30 % oder Weniger Eigenkapital
auf.Der Rest ist überwiegend ausländisches Risikokapital. Die
NIC’s Asiens nahmen im grossen Stil Kredite auf, und da sie extrem hohe
Zinsen zahlten investierten viele Spekulanten in Asien. Diese Spekulanten
scheinen jedoch alle vergessen zu haben, dass sich hohe Renditen nur mit hohen
Risiken kaufen lassen. So produzierten diese Spekulanten eines der Grössten
Finanzdebakel der Wirtschaftsgeschichte: die sogenannte
Asienkrise.
Theoretisch funktioniert die Kapitalbeschaffung dieser Länder also
folgendermassen: der Staat nimmt um die Wirtschaft aufzubauen Kredite auf. Er
baut eine extrem exportorientierte Wirtschaft auf, die auf hohe Gewinne
angewiesen ist um die hohen Zinsen zu zahlen. Nur..Leider gelang es in der
Praxis nicht, diese hohen Zinsen zu bezahlen.
3.)Die Anfänge der Wirtschaftskrise
Die Asienkrise begann in Thailand. Erste Anzeichen der Krise waren dort
schon 1996 zu beobachten. Aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen gab es in
Bangkok und Thailand Arbeiteraufstände. Dies hatte eine Krise im Baugewerbe
zur folge. Schliesslich ging eine der grossen Banken, die Thailändische
kredit-Referenz-Antstalt Konkurs. Der Staat hatte bis anhin Konkurse und faule
Kredite übernommen, was er in diesem fall nicht mehr konnte. Auf einmal
konnte der thailändische Staat die horrenden Zinsen für seine Kredite
nicht mehr bezahlen. Die Gläubiger wollten die Kredite nicht mehr
verlängern oder forderten höhere Zinsen, weshalb Thailand innerhalb
kürzester zeit etwa 70 Milliarden US$ zur Rückzahlung der Schulden
auftreiben musste. Vor der Krise hatte Thailand 40 mia $ eigene Reserven, und
etwa 60 Mia. Schulden. Da die Anleger ihr Kapital fast panikartig abzogen und
auch der Staat viele Dollars kaufen musste um seinen Schulden nachzukommen
musste Thailand am 2. Juli 1997 die Freigabe des Bath-kurses, welcher bis anhin
an den Dollar gebunden war, vollziehen. (Bath ist die Währung Thailands).
Da die thailändische Nationalbank zu diesem Zeitpunkt keine
Währungsreserven mehr besass um Stützungskäufe
durchzuführen, gelangte zu viel Geld auf den Markt, was zu einem massiven
Kurseinbruch führte. Gleichzeitig verloren auch die ganzen Investoren das
Vertrauen in die Thailändische Wirtschaft, was zu einem Börsencrash
führte. Der Gang zum IWF war unausweichlich
Das sogenannte asiatische Fieber griff sogleich auf Indonesien und
Südkorea über. Da diese beiden Länder ein ähnliches
Wirtschaftssystem haben wie Thailand verliessen auch dort die Investoren
panikartig das Land, was die genau gleichen Folgen hatte wie in Thailand. In
beiden Ländern fand eine Abwertung der Währung statt. Da diese
Länder ihre Gewinne in der jeweiligen Landeswährung erwirtschaften und
sie ihre Kredite in Dollar oder Yen (Währung Japans) aufgenommen hatten,
stiegen die Schulden dieser Länder zusätzlich. Der Gang zum IWF war
auch für diese beiden Länder notwendig. Ausserdem begann die
Bevölkerung der drei Länder aus Angst vor der Krise zu sparen, was
auch noch eine Binnenmarktkrise hervorrief.
Bilder folie
In Südkorea wird die Wirtschaft von den 20 Chaebols dominiert. Die
Chaebols sind grosse Familienunternehmen, die vom Computerchip bis zum
Öltanker alles herstellen. Sie erwirtschaften etwa 10% des
Bruttosozialprodukts, verschlingen jedoch etwa 80% der Kredite. Bis vor kurzem
gab es in Südkorea ein Gesetz, das niemand entlassen werden darf, was einer
Beschäftigungsgarantie auf Lebzeiten für die Arbeitnehmer gleich kam.
Eine wichtige Forderung des IWF ist jedoch, dass die Chaebols, die einen
Grossteil der Bevölkerung beschäftigen restrukturiert und rentabel
gemacht werden. Um dies zu verwirklichen müssen Massenentlassungen
vorgenommen werden und einige Grossfirmen geschlossen werden. All dies
führte zu massiven Protesten innerhalb der Bevölkerung. Diese Proteste
sind so stark, dass eine grosse Entlassungswelle bisher vermieden werden konnte.
Der Niedergang der Südkoreanischen Wirtschaft wird von der Bevölkerung
als Schande empfunden. Der Staat ist heute so weit, dass er den Goldschmuck der
Bevölkerung einsammelt, um seine Schulden zu begleichen. Auf diese Weise
sind schon über 40 Tonnen an Gold und Edelsteinen
zusammengekommen.
In Indonesien war bis anfangs dieses Jahres das total korrupte Regime des
damaligen Präsidenten Suharto an der Macht, der das Land fast diktatorisch
regierte. Als das Wirtschaftssystem Indonesiens zusammenbrach kam es zu
landesweiten Massenprotesten, was den Sturz Suhartos zur folge hatte. Die
Ausmasse der Krise in Indonesien veranschaulicht das folgende Beispiel sehr
schön: Im Juni diesen Jahres hatten alle an der Börse codierten
Unternehmen Indonesiens noch einen wert von etwa 15 Mrd. $, was etwa der dem
wert der „Winterthurversicherung“ entspricht.
Der nächste Schritt war nun das Übergreifen der Krise auf Japan
und Hongkong.
Südkorea, Thailand und Indonesien hatten ihren Aufschwung vor allem
mit Krediten aus Japan, und Hongkong finanziert. Die Rückzahlung dieser
Kredite war nun nicht mehr gesichert, was auch dort zu einem Börsencrash
führte. Ausserdem gingen in Japan zwei grosse Banken Konkurs: die Hokkaido
Takoshuku Band, und die Yamaichi Bank. Auch in Japan fing die Bevölkerung
an zu sparen, was die grösste Binnenmarktskrise Japans auslöste. Um
die Binnenmarktkrise zu lösen, die Konjunktur anzukurbeln und um den Konsum
anzutreiben. überlegt man heute in Japan ob man jedem Einwohner einen
Gutschein im Wert von 330 Fr auszahlt.
Die Japaner haben als eine Art Versicherung und zur Förderung des
Exportgeschäfts einen Schatz von 350 Milliarden an US- Wertpapieren
angehäuft. Würde die Krise so schlimm werden, dass Japan diesen
Notgroschen zur Finanzierung seiner Wirtschaft, oder zur Stützung seiner
Währung brauchen würde, würde das negative Folgen für die
ganze Welt haben.
4.) Übergreifen der Krise nach Japan
In Hongkong und auf den Philippinen hatte die Krise ähnliche
Auswirkungen wie in Japan.
In Hongkong stürzte der Aktienindex auf 4000 Punkte ab, was einem
Viertel vom Stand entspricht, den dieser bei der Übergabe Hongkongs an
China hatte. Eine der Grossbanken Hongkongs, die Pleite ging hinterliess einen
Berg geplatzter Kredite im Wert von 400mio US$. In Hongkong wurden etwa 15000
Banker und Immobilienmakler arbeitslos. Da Hongkong stolz ist auf seinen Ruf als
liberales Finanzzentrum und die Regierung nicht in die Wirtschaft eingreift hat
sie die Krise praktisch verschlafen. Es wäre nun an der Zeit von Seite der
Regierung Reformen durchzusetzen, diese beschränkt sich aber darauf, die
Wirtschaft zu subventionieren. Dass die Krise so weitreichende Folgen haben
könnte wie in Japan wird nicht befürchtet, da die Währung
Hongkongs zu 100% mit US$ gedeckt ist und da Hongkong zu China gehört
würde notfalls auch noch die Chinesische Notenbank, die über 120 Mrd.
US$ verfügt Hongkong unter die Arme greifen würde.
5.)Situation der anderen NICs Asiens
China selbst hat bisher wenig von der Krise zu spüren bekommen. China
wird jedoch mittelfristig in die Krise involviert werden, da 40% der Exporte in
andere asiatische Länder gehen, die mehr oder weniger direkt von der Krise
getroffen wurden. China wird wahrscheinlich eine Umsatzeinbusse hinnehmen
müssen, und das Wirtschaftwachstum wird kurzzeitig unter die 9% Hürde
fallen, die China wie am Anfang des Vortages erwähnt aber unbedingt
braucht. Da China aber über mehr Reserven verfügt als die US-Notenbank
werden sich die Auswirkungen der Krise in grenzen halten.
Einige asiatische NICs wie Singapur oder Malaysia gingen nahezu unbeschadet
aus der Krise hervor.
In Singapur herrschen Zucht und Ordnung, die Staatsbank verfügt
über 80 Mrd. $ Reserven. Ausserdem ist der Bildungslevel der
Bevölkerung viel höher und die Verschuldung des Staates bei weitem
nicht so hoch wie die der Krisenstaaten.
Auch in Malaysia ist die Staatsverschuldung noch so hoch, ausserdem hat der
Staat Erdöl, was ihm ein gesichertes Einkommen ist. Die Krise könnte
Malaysia aber in Zukunft treffen: Malaysia exportiert in etwa die gleichen
Produkte wie Thailand, dass heisst Malaysia liegt in einem Exortwettstreit mit
Thailand. Da die Thailändische Währung um 50 % abgewertet wurde
könnte auch Malaysia gezwungen werden diesen schritt zu tun, um die Exporte
zu verbilligen. Via Malaysia bekommt das Sauber Formel 1 Team die Asienkrise zu
spüren: der malaiische Hauptsponsor Petronas (staatl. Erdölfirma) muss
im eigenen Land Entwicklungshilfe leisten und hat deshalb nächste Saison
zuwenig Geld. Aus diesem Grund muss sich das Sauberteam noch nach anderen
Sponsoren umsehen muss (so nebenbei)
Als direkte folge der Krise hat Malaysia schon 1 Mio. ausländische
Arbeiter nach hause geschickt, da auch hier ein Kapitalfluss stattfindet und
deshalb vor allem das Baugewerbe stagniert. Anmerkung : indische
Bauarbeiter!
Der grosse Profiteur der Asienkrise ist Taiwan. Da Taiwan von China
offiziell als abtrünnige Republik bezeichnet wird und China dies auch
international durchgesetzt hat, darf Taiwan weder Mitglied im IWF noch in
anderen Handelsorganisationen werden so spart Taiwan das Geld, das es sonst in
den IWF Fonds zu zahlen hätte. Da Taiwan aber die 3.Grössten
Devisenreserven der Welt hat und die Wirtschaft auch sonst floriert kann Taiwan
auf Einkaufstour in Asien gehen. Die Wirtschaft Taiwans hat vor bis zu 10 Mrd. $
in den umliegenden asiatischen Ländern zu investieren und dort
handverlesene besonders zukunftsträchtige Betriebe zu übernehmen ( zu
Spottpreisen versteht sich)
6.) Was macht der IWF in Asien?
IWF folie
Während der Asienkrise hat der IWF immer versucht Einfluss in die
Geschehnisse zunehmen und die Talfahrt von Thailand, Südkorea und
Indonesien zu stoppen. Dabei hat der IWF insgesamt 117 Mrd. $ in
Südostasien verteilt. Da sich ausserdem Russland an den IWF wandte, als der
Rubel vor einigen Monaten zusammenbrach, geht dem IWF langsam das Geld aus.
Heute hat der IWF nur noch 10 Mrd. $ auf Lager. Aus diesen Gründen wird
immer mehr Kritik am IWF laut. Die zwei zentralsten Fragen sind 1. ob die
Massnahmen, mit denen der IWF seine Kredite verknüpft überhaupt
sinnvoll sind, und 2. ob der Überwachungsmechanismus des IWF richtig
funktioniert. So hat der IWF weder die sogenannte Tequillakrise in Mexiko noch
die jetzige Asienkriese im Voraus erkannt, obwohl die immense Verschuldung
Thailands, Koreas und Indonesiens keine Geheimnisse waren. Das Problem liegt
wohl darin, dass selbst Experten den Überblick im Weltkapitalmark verloren
haben. Aufgrund der Unkontrollierbarkeit des riesigen Finanzvolumens ist es
möglich, dass immer wieder solche sogenannten Finanzblasen entstehen, die
unweigerlich platzen müssen.
7.) Auswirkungen der Asienkrise auf die USA, Europa und die
Schweiz
Zum Schluss meines Vortages möchte ich noch zeigen wie die Asienkrise
sich auf Europa und den Rest der Welt auswirkt. Dominofolie
Als die Krise auf Japan übergriff war die Gefahr für den Rest der
Welt am grössten. Die Indexe aller Börsen gingen damals nach unten.
Die Kurse fingen sich jedoch ziemlich schnell wieder, wenn auch auf einem
niedrigerem Niveau als zuvor. Die Kurse fingen sich wahrscheinlich, weil die
westlichen Börsianer den von den Krisenländern durchgeführten
Gegenmassnahmen vertrauen schenkten und nicht in Hysterie ausbrachen.
Nachdem Berechnungen des UBS-Ökonomen John A: Tatom wird sich zwar das
Wachstum in den asiatischen Staaten verlangsamen- in Thailand ist gar mit einem
Rückgang zu rechen. Als Folge davon werden Europa und die USA weniger
exportieren können. Da aber die Exporte Europas in dieser Region nur wenige
Prozent ihrer Gesamtexporte ausmachen, bleiben die Gesamtwirkungen unter dem
Strich sehr bescheiden. Tatom schätzt, dass die gesamte Asienkrise die
Wachstumsraten des Bruttosozialprodukts für Europa und für die USA nur
um 0,2 % bzw. o,3 % schmälern wird. Auch Japan dürfte mit einem
Rückschlag um 0,6 Prozentpunkte noch glimpflich davonkommen. Kurz: nach
Meinung vieler Ökonomen ist der tiefste Punkt der Talfahrt erreicht; die
Konjunktur in Europa und den USA wird etwas zurückgehen, sie wird jedoch
nicht wie zum Beginn der Krise erwartet abgewürgt.
In der Schweiz werden aber dennoch einige Firmen Probleme mit der
Asienkrise haben. Firmen die viel in den boomenden asiatischen Märkten
absetzen konnten werden aufgrund der tieferen Währungen viel weniger
Gewinne einfahren und weniger absetzten können.
Andere Schweizer Firmen, vor allem aus dem Maschinenbausektor werden mit
der Stornierung geplanter Grossprojekte und Anschaffungen zu schaffen haben. So
wurde z.B. der Bau der Schnellbahn, die einst Kualalumpur (Haupstadt Malaysias)
mit dem Flughafen verbinden sollte eingestellt, was einige Schweizer Firmen
treffen wird.
Eine dritte Gruppe von Unternehmen die Probleme haben werden sind jene, die
mit zahlungsunfähigen Partnern Geschäften müssen.
Vor allem der Absatz von Luxusartikeln in Asien ist praktisch abgestorben,
worunter die Schweizer Uhrenindustrie leiden wird. Die asiatischen
Schwellenländer werden zudem in nächster Zukunft 20 bis 30 %billiger
exportieren können, wodurch die Konkurrenz zu den in Europa oder den in der
USA hergestellten Produkten wächst.
Für die Schweiz und Europa hat die Asienkrise nicht nur negative
Folgen. Asien steht heute zum Ausverkauf. Deshalb bedienten sich viele grosse
Firmen wie die Credit Suisse. General Motors, Coca Cola usw. und übernahmen
zu Spottpreisen bankrotte firmen in Asien.
Zum Schluss möchte ich euch die Folgen der Asienkrise in den Direkt
betroffenen Ländern noch anhand einer Folie Zeigen: -> Folie
Weltwoche Folie erklären, falls noch Zeit die Krise noch mal zusammenfassen
anhand Zeichnung
Die führenden Welthandelsländer
1977
(werte für Export)
|
1.USA
|
182 787 in mio $
|
|
2. BR Deutschland
|
120 668
|
|
3. Frankreich
|
81715
|
|
4. Japan
|
79343
|
|
5.
Grossbritannien
|
78557
|
|
6. Italien
|
56446
|
|
7. Niederlande
|
53841
|
|
8. Sowietunion
|
50546
|
|
9.
Belgien-Luxemburg
|
46391
|
|
10.Kanada
|
43434
|
|
11.Schweiz
|
23804
|
|
12.Saudi-Arabien
|
22000
|
|
13.Schweden
|
20123
|
|
14.Spanien
|
18708
|
|
15.Österreich
|
16013
|
Die führenden Welthandelsländer 1997
(werte für Export)
|
1. USA
|
583846 in mio $
|
|
2. Deutschland
|
508618
|
|
3. Japan
|
443273
|
|
4. Frankreich
|
285557
|
|
5.
Grossbritannien
|
241660
|
|
6. Italien
|
222828
|
|
7. Kanada
|
191313
|
|
8. Hongkong
|
171177
|
|
9. Niederlande
|
165572
|
|
10.Belgien-Luxemburg
|
143200
|
|
11.VR CHina
|
142457
|
|
12.Rep.Korea
|
125453
|
|
13.Singapur
|
118263
|
|
14.Rep. China
|
112000
|
|
15.Spanien
|
88048
|
|
17.Schweiz
|
77670
|
Asien:
Wirtschaftswunder und
Wirtschaftscrash
Ein Vortrag gehalten von Flurin
Bühler
Konzept:
1. Erklärung einiger Grundlegender Begriffe:
- IWF (Internationaler Währungsfonds)
- NIC (new industrialized country)
- ASEAN (Zusammenschluss der Asiatischen
NICs)
2. Der Aufstieg der Asiatischen NICs zu
Wirtschaftsmächten
3. Die Anfänge der Wirtschaftskrise a) in
Thailand
b) in Südkorea
c) in Indonesien
d)Malaysia
4. Übergreifen der Krise auf Japan und
Hongkong
5. Situation der anderen NICs Asiens a)
China
b)Singapur
d)Taiwan
6. Was macht der IWF in Asien?
7. Wirkung der Asienkrise auf die USA, Europa und die
Schweiz
Quellen:
1.) Artikel folgender Zeitungen: -Cash
-Sonntagszeitung
-Tagesanzeiger
2.) Internet
3.) Fischer Weltalmanach
4.) Encarta Enzyklopädie/Weltatlas
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