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Theodor Fontane: Effi Briest
Franziska Bobe
Charakteristik Effi
Briest
Effi Briest ist die einzige Tochter der Briests, einer langjährigen
Adelsfamilie. Zu Beginn des Romans ist sie 17 Jahre alt. Die junge, charmante
Dame hat langes, weiches, brünettes Haar und lachende braune Augen, die
„eine große, natürliche Klugheit und viel Lebenslust und
Herzensgüte verrieten.“ Sie hat beim Nähen mit ihrer Mutter ein
blau-weiß gestreiftes, halb kittelartiges Leinwandkleid an, welches sie
selbst als „Jungenkittel“ bezeichnet. Die zierliche Effi musste sich
in Hohen-Cremmen, dem Ort, wo sie ihre Kindheit verbracht hat, den Spitznamen
„Kleine“ gefallen lassen.
Der nächste Punkt der Charakteristik Effi Briests ist die soziale
Situation.
Wie schon erwähnt ist sie adlig übt daher keinen Beruf aus. Sie
hat eine starke Bindung zu ihren Eltern. Während des ganzen Verlaufs des
Romans wird sie von ihnen unterstützt und kann ihnen von ihren Problemen
erzählen.
Ihre Zeit verbringt Effi mit den drei Freundinnen Hertha, Bertha, die
Töchter des Kantors Jahnke, und mit Hulda, des Pastors Kind.
Effi wird mit Baron von Innstetten verheiratet, der 20 Jahre älter ist
als sie. Sie bekommt ein Kind namens Annie. Später hat sie ein
Verhältnis mit Major Crampas.
Weitere soziale Beziehungen pflegt sie mit Roswitha, dem
Kindermädchen, Johanna, Frau Kruse, ander Bediensteten im Hause Innstetten,
und als Freund in Kessin Apotheker Gieshübler. Wichtig ist auch die
Freundschaft zu dem Hund Rollo. Zu anderen Adelsfamilien hat Effi kaum Kontakt
(nur Pflichtbesuche).
Der Charakter von Effi Briest ist zwiespältig. Dies äußert
sich dann in dem unterschiedlichen, launisch wechselndem Verhalten. Die zwei
Seiten ihrer Persönlichkeit resultieren aus den gesellschaftlichen
Bedingungen, ob sie zu vertrauten Personen, zu Bediensteten oder zu Adligen
spricht. Auch ihre Sprache und Sprechweise passt sich dem an.
Es steckt noch das Kindliche in ihr, z.B. beim spielen mit den Freundinnen.
Aber sie ist sich ihrer Stellung in der 1. Schicht der Adligen durchaus bewusst.
Dies zeigt sich in dem Anspruch auf das Eleganteste oder auch in dem Streben
nach einer hohen Stellung, die für sie als Frau von der Stellung ihres
Mannes abhängt. So meint Effi, der Richtige müsste „von Adel
sein und eine Stellung haben und gut aussehen.“
Im Gegensatz dazu steht das Naturkind Effi, das Gesellschaft liebt und
Langeweile hasst. Die unterschiedlichen Einstellungen äußert sie
selbst: „ Ich bin ... für Zärtlichkeit und Liebe. Und wenn es
Zärtlichkeit und Liebe nicht sein können ..., nun, dann bin ich
für Reichtum und ein vornehems haus.“, und weiter: „ Liebe
kommt zuerst, aber gleich hinterher kommen Glanz und Ehre,...“
Effi ist ein gutmütiger Mensch, der gerne fröhlich ist. Sie ist
selbstbewusst und stellt sogar Forderungen an Innstetten und macht ihm klare
Vorwürfe, z.B. nach dem Besuch bei den Eltern: „ Ja, Geert, wenn du
nur ein bisschen Sehnsucht gehabt hättest, so hättest du mich nicht
mutterwindallein in Hohen-Cremmen sitzen lassen wie eine Witwe...“ Meist
gibt sie aber sofort wieder nach.
Da Effi noch so jung ist, besitzt sie kaum festgefügte Gewohnheiten.
Sie ist aufgeschlossen und für alles Neue offen. Ausdruck von Effis
Anfangsglück ist die Heil- und Zimmergymnastik, die sie zwischen den
Näharbeiten macht. Als Frau fällt Effi die Handarbeit zu.. Sie liest
gelegentlich, aber mehr aus Langeweile.
Effi ist ein geselliger Mensch, sie liebt es, mit anderen lustig zu
Plaudern. Im Ort Kessin hat sie allerdings kaum Gelegenheit dazu. Erst die
Ausritte in den Dünen schaffen glückliche Momente. Effi versucht viel
spazieren zu gehen, wie es ihr der Arzt riet.
Effis äußeres und psychisches Verhalten ist gesellschaftlich
bedingt und von der Umgebung abhängig.
In Hohen.Cremmen, bei ihren Eltern und Freunden, fühlt sie sich wohl.
Dort ist ihr zu Hause. Sie ist übermütig, wild und leidenschaftlich,
spielt Verstecken. Sie ist unkonventionell und ohne Zwänge. In Kessin
allerdings vereinsamt sie. Sie leidet unter den Pflichtbesuchen bei
Adelsfamilien, unter der Einsamkeit im Hause. Sie hat keine richtige
Gesellschaft, keine Freunde, mit denen sie plaudern oder spazierengehen kann.
Sie ägstigt sich vor dem Spuk, den ihr Innstetten unterbreitet. Effi ist
kaum einen Moment glücklich in Kessin. Auch ihre Annie scheint sie nicht so
recht auszufüllen. Dadurch verliert sie ihr kindliches, leichtes Verhalten
, ihren Frohsinn. Sie flieht nach Berlin, aber auch dort kann sie kein
Glück finden.
Der Roman zeigt die Entwicklung Effi Briests von der jugendlichen
Blüte hin zu Vereinsamung und Tod.
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