|
Du bist hier: Referate Datenbank | Deutsch
| Darwin, Charles (1809-1882) - Natürliche Zuchtwahl
Darwin, Charles (1809-1882) - Natürliche Zuchtwahl
Natürliche Zuchtwahl
Referat über Charles
Darwin
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik! Original document contains a graphic at this position!
Charles Darwin wurde 1809 in Shrewsbury, England, geboren. Sein Vater
war Arzt. Auch Charles Darwin begann ein Medizinstudiam. Auf Wunsch seines
Vaters wechselte er zur Theologie über Häufig besuchte er
naturwissenschaftliche Lehrveranstaltungen. Durch die Vermittlung eines
Botanikprofessors erhielt er die Einladung, an einer Expedition mit dem
Segelschiff Beagle teilzunehmen. Die Reise dauerte 5 Jahre.
Besonders faszinierte Darwin die Artenvielfalt der vorgefundenen Tier-
und Pflanzenwelt. Auf den Galapagosinseln westlich von Südamerika fiel ihm
eine Gruppe von Finkenvögeln auf die nur dort vorkamen. Obleich sie
einander ähnelten. gehörten sie offensichtlich verschiedenen Arten an.
Dies brachte ihn auf den Gedanken einerEvolution der Lebewesen.
Veröffentlicht hat Darwin seine Theorie in den Werken On the Origin
ofSpecies byMeans of NaturalSelection«(1859) und,,The Descent ofMan, and
Selection in Relation to Sex (Die Abstammung des Menschen und die
geschlechtliche Zuchtwahl`, 1871)". Er wurde in der Öffentlichkeit heftig
angegriffen, aber viele Wissenschaftler stimm ten ihm zu. 1882 starb
Darwin.
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik! Original document contains a graphic at this position!
Darwins Aufgabe als Naturforscher an Bord der
Beagle ermöglichte ihm, die unterschiedlichen geologischen
Formationen der verschiedenen Kontinente und Inseln sowie eine Vielzahl lebender
Organismen und Fossilien zu untersuchen.
Damals waren die meisten Geologen Anhänger der
Katastrophentheorie, der zufolge die Entwicklung im Laufe der Erdgeschichte,
beispielsweise die Entstehung neuer Tier- und Pflanzenarten, durch
Naturkatastrophen und anschließende Neuschöpfungen erklärt
wurde. Die Vertreter dieser Theorie waren von dem biblischen Bericht über
die Sintflut stark beeinflußt und hielten sie für die jüngste
derartige Katastrophe, die alles Leben vernichtet hatte, mit Ausnahme der
Lebensformen, die Noah mit in die Arche genommen hatte. Frühere Formen
seien nur als Fossilien überliefert. Sie gingen davon aus, daß alle
Arten einzeln geschaffen und für alle Zeit unveränderlich waren.
Der englische Geologe Sir Charles Lyell widerlegte in
seinem zweibändigen Werk Principles of Geology (1830-1833) die bis
dahin akzeptierte Katastrophentheorie – jedoch nicht die Auffassung von
der Unveränderlichkeit der Arten. Lyell war der Begründer des
Aktualismus, nach der Kräfte und Erscheinungen der Vorzeit mit heutigen
Beobachtungen übereinstimmen. Er vertrat die Ansicht, daß sich die
Erdoberfläche infolge natürlicher Kräfte, die über lange
Zeit in derselben Weise auf sie einwirken, ständig
verändert.
An Bord der Beagle stellte Darwin fest, daß
viele seiner eigenen Beobachtungen mit Lyells aktualistischer Auffassung
übereinstimmten. Andererseits zweifelte er aufgrund seiner Beobachtungen an
fossilen und lebenden Pflanzen und Tieren Lyells Auffassung an, daß jede
Art einzeln geschaffen sei. Er stellte beispielsweise fest, daß Fossilien
ausgestorbener Arten Ähnlichkeiten mit lebenden Arten desselben
geographischen Bereichs aufwiesen.
Vor allem der Aufenthalt auf den Galápagos-Inseln
vor der Küste Ecuadors führte ihn zum Studium über die Entstehung
von Arten. Dort beobachtete er, daß es auf jeder Insel eine eigene Art von
Schildkröten, Spottdrosseln und Darwinfinken gab; diese waren zwar eng
verwandt, unterschieden sich jedoch von Insel zu Insel in ihrem Körperbau
und ihren Nahrungsspezialisierungen. Diese beiden Beobachtungen führten
Darwin zu der Frage, ob verschiedene, einander ähnliche Arten aus einer
gemeinsamen Stammform hervorgegangen sein könnten.
Selektionstheorie
Selektionstheorie, zur wiss. Fundierung der
Deszendenztheorie von C.R. Darwin begründete und dem Darwinismus
zugrundeliegende Theorie, die auf dem Ausleseprinzip (Selektionsprinzip)
beruht:
1.Die Lebewesen auf der Erde bringen eine gewaltige
Menge an Nachkommen hervor, von denen viele vor Erlangung der Geschlechtsreife
zugrunde gehen.
2. Die Nachkommen der Lebewesen weisen Unterschiede auf;
manche dieser Variationen sind erblich.
3.Im ständigen Konkurrenzkampf (Kampf ums
Dasein) bleiben diejenigen Individuen am Leben und können sich
vermehren, die besser an die jeweils herrschenden Bedingungen angepaßt
sind; es kommt zu einer (natürl.) Auslese (Selektion) unter den
Individuen einer Population.
4. Räuml. (geograph.) Barrieren (z.)B.
Wasserflächen) zw. verschiedenen Populationen einer Art führen zu
isolierten Entwicklungsabläufen. Es bilden sich bes. Rassen aus, die zu
neuen, nicht mehr untereinander fortpflanzungsfähigen Arten werden
können.
5. Im Verlauf der Weiterentwicklung der Lebewesen kann
auch der Zufall Bedeutung erlangen.
Arten wandeln sich
Lamarck (1744-1829)
Woher kamen die neuen Pflanzen-und Tierarten? Der französische
Naturforscher Jean-Baptiste de Lamarck hatte um 1800 unterschiedlich alte
Fossilien aus der Umgehung von Paris untersucht und festgestellt, daß sich
viele Lebewesen im Laufe der Erdgeschichte verändert hatten. Daraus
gewann er die Überzeugung, daß aus vorhandenen Arten neue Arten
entstehen können. Immer mehr Wissenschaftler schlossen sich dieser
Meinung an. Diese Vorstellung. die damals revolutionär anmuten mußte,
wurde nun als ,,stammesgeschichtliche Entwicklung.` und ,,Evolution
der Lebewesen « bekannt. Lamarck glaubte, auch die Ursachen ftir solche
Veränderungen gefunden zu haben:
- Organe, die häufig gebraucht werden, entwickeln sich
stärker.
- Wenig gebrauchte Organe bilden sich während des Lebens
zurück.
Falls es möglich wäre, daß im Laufe des Lebens erworbene
Eigenschaftten an die Nachkommen vererbt werden, könnten
über viele Generationen hinweg neue Arten entstehen Bis heute gibt es
allerdings keinen Hinweis darauf, daß erworbene Eigenschaften vererbbar
sind.
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik! Original document contains a graphic at this position!
Darwin (1809-1882)
Wie Lamarck war auch der Engländer Charles Darwin der Ansicht,
daß sich Arten im Laufe der Zeit verändem. Davon hatten ihn vor allem
Beobachtungen überzeugt, die er während einer 5 Jahre dauernden
Weltreise sammeln konnte.
Im Gegensatz zu Lamarck gab Darwin eine andere, bis heute anerkannte
Erklärung, wie es zur Entstehung neuer Arten kommen kann:
Pflanzen und Tiere bringen in der Regel mehr Nachkommen hervor als
nötig wäre, um die Eltern zu ersetzen. Die Nachkommen wiederum
unterscheiden sich in verschiedenen Merkmalen, die weitervererbt werden.
Diejenigen Nachkommen, die besser an die Umwelt angepaßt sind, haben
größere Chancen, selbst wieder Nachkommen zu haben. Daher vererben
sie ihre positiven Eigenschaften weiter. Darwin bezeichnete dies als
,,natürliche Zuchtwahl".
On the Origin of
Species
by Me ans of Natural
Selection
Natürliche Zuchtwahl oder Überleben des
Tüchtigsten
Ich bin fest überzeugt, daß die Arten nicht
unveränderlich, sondern daß die zu einer Gattung gehörenden die
Nachkommen anderer, meist schon erloschener Arten, und daß die anerkannten
Varietäten einer bestimmten Art Nachkommen dieser sind. Und ebenso fest bin
ich überzeugt, daß die natürliche Zuchtwahl das wichtigste,
wenn auch nicht einzige Mittel der Abänderung war.
Die natürliche Zuchtwahl kann einzig und allein
zum Nutzen eines Wesens wirken, und wir sehen, daß sie auch Eigenschaften
und Strukturen berücksichtigt, denen wir nur geringe Bedeutung
zuschreiben. Wenn blattfressende Insekten grün und rindefressende Insekten
graugesprenkelt sind, wenn das Alpenschneehuhn im Winter weiß ist und das
schottische Schneehuhn die Farbe der Heide trägt, so müssen wir
annehinen, daß diese Farben den Insekten und Vögeln nützen,
insofern sie sie vor Gefahren behüten. Wären die Waldhühner nicht
in einer gewissen Zeit ihres Lebens vernichtenden Einflüssen ausgesetzt, so
müßten sie sich riesig vermehren. Bekanntlich haben sie viel unter
Raubvögeln zu leiden; der Habicht z. B. entdeckt seine Beute durch sein
scharfes Auge, weshalb in manchen Gegenden Europas die Leute häufig
davor gewarnt werden, weiße Tauben zu halten. DieZuchtwahl dürfte
demnachdahin wirken, jeder Art von Waldhuhn eine eigentümliche Farbe zu
verleihen und diese, wenn sie einmal hergestellt ist, dauernd und rein zu
erhalten...
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik! Original document contains a graphic at this position!
Mutation. Auf einem Bauernhof in Clackmanshire, Schottland, wurde im
Jahre 1961 eine ganz besondere Katze geboren. Anders als ihre Geschwister hatte
sie keine stehenden, sondern seitlich abgeknickte Ohren. Diese
ungewöhnliche Eigenschaft war durch eine plötzliche, spontane
Änderung in ihrem Erbgut entstanden. Man bezeichnet dies auch als
Mutation. Mutationen im Erbgut werden an die Nachkommen vererbt. Auch die
Jungen dieser Katze hatten Kippohren. So hatte sich eine neue Katzenrasse
gebildet, die Schottische Faltohrkatze.
Bei allen Lebewesen kommen Mutationen vor. Im Jahre 1190 trat erstmals die
Blutbuche, im Jahre 1836 die Trauerbuche auf. Sie entstanden durch Mutationen
der Rotbuche.
Selektion. Manche Lebewesen, die durch eine Mutation neue
Eigenschaften aufweisen, sind an ihre Umgebung besser angepaßt ais ihre
Artgenossen. Was das für Folgen haben kann, zeigt ein Beispiel aus England:
Dort lebt der Birkenspanner, ein Nachtfalter. Noch zu Beginn des letzten
Jahrhunderts gab es fast nur helle Exemplare mit grauen Flügeln.
Tagsüber ruhte der Falter an Ästen und Stämmen, die mit grauen
Flechten bewachsen waren. Dort war er gut getarnt und wurde von seinen
Freßfeinden nur schwer erkannt.
Mit Einsetzen der Industrialisierung vor etwa 150 Jahren wurde die Luft in
weiten Gebieten Großbritanniens verschmutzt. In der schlechten Luft sind
die Flechten abgestorben, und die dunkle Rinde der Bäume kam zum Vorschein.
Auf ihr wurde der helle Birkenspanner von den Vögeln leicht entdeckt und
gefressen.
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik! Original document contains a graphic at this position!
Nun gab es aber auch immer wieder Birkenspanner mit dunklen Flügeln.
Diese Eigenschaft war durch eine Mutation entstanden. Auf der dunklen Baumrinde
waren diese Falter schwer zu erkennen. Sie hatten bessere Überlebenschancen
und konnten sich ausbreiten. So findet man heute in Industriegebieten Englands
die dunkle Form des Birkenspanners, in industriearmen Landschaften aber noch die
helle Form.
Von der Umwelt häügt es ab, ob sich eine Mutation für ein
Tier als vorteilhaft erweist. Lebewesen mit einem ungünstigen Merkmal (z.
B. die helle Flügelfarbe) haben weniger Nachkommen als ihre Artgenossen.
Dieses Merkmal wird also nach einiger Zeit verschwinden. Man spricht hier von
Selektion.
Reaktionen auf die Theorie
Nach dem Erscheinen der Entstehung der Arten
wurde Darwins Theorie von einigen Wissenschaftlern kritisiert. Sie forderten
Beweise für seine Theorie und eine Erklärung dafür, wie die
Information an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird. Dieser
wissenschaftliche Einwand konnte erst mit dem Entstehen der modernen Genetik zu
Beginn des
20. Jahrhunderts
entkräftet werden. Darwins Ideen wurden noch etwa fünfzig bis achtzig
Jahre angezweifelt. Die bekanntesten Angriffe gegen Darwins Gedanken kamen
jedoch nicht von Wissenschaftlern, sondern von religiös motivierten
Gegnern. Der Gedanke, daß Lebewesen sich im Zuge natürlicher Prozesse
entwickeln, widersprach der Vorstellung von der besonderen Schöpfung des
Menschen und stellte die Menschen scheinbar auf eine Stufe mit den Tieren; beide
Gedanken standen im Widerspruch zu biblischen Berichten.
Spätere Jahre
In seinen späteren Büchern – darunter
The Variation of Animals and Plants Under Domestication (1868, Das
Variiren der Thiere und Pflanzen im Zustande der Domestication), The
Descent of Man (1871, Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche
Zuchtwahl) und The Expression of the Emotions in Animals and Man
(1872, Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei den Menschen und den
Thieren) – ging er im Detail auf Probleme ein, die er im Ursprung
der Arten nur in kurzen Abschnitten dargelegt hatte. Die Bedeutung seiner
Arbeit wurde von seinen Zeitgenossen gewürdigt; Darwin wurde im Jahre 1939
in die Royal Society (die britische Akademie der Wissenschaften) und 1878 in die
französische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Nach seinem Tod (am
19. April 1882) wurde
Darwin in der Westminster-Abtei beigesetzt.
|