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Lenz, Sigfried: Deutschstunde
Deutschstunde
(Siegfried
Lenz)
Facharbeit von Sabrina Köhler
im Rahmen des Deutsch-Leistungskurses
Jahrgangsstufe
13
Literaturverzeichnis
...............................................................................................................
13
Endnoten................................................................................................................................
14
1. Biographie
Siegfried Lenz wurde am 17.März 1926 in Lyck
(Ostpreußen) als Sohn eines Beamten geboren. Er wuchs dort auf und erlebte
dort den Krieg. Mit 17 Jahren (1943) machte er sein Notabitur und wurde
daraufhin in die Kriegsmarine eingezogen. Zwei Jahre später (1945)
desertierte er und geriet kurz darauf in englische Kriegsgefangenschaft, wo er
als Dolmetscher einer amtlichen Entlassungskommission fungierte. Noch im selben
Jahr entließ man ihn nach Hamburg, wo er fortan lebte. Hier widmete sich
Lenz dem Studium der Philosophie, Anglistik und Literaturwissenschaften, mit der
Absicht, Lehrer zu werden. Nebenbei war er als Journalist für „Die
Welt“ tätig, wurde Nachrichten – und schließlich
Feuilletonredakteur.
Mit 25 Jahren (1951) wurde er freier Schriftsteller. Ein
Jahr später (1952) zeichnete man ihn aus mit dem
René-Schickele-Preis als ersten von ungefähr einem Dutzend
weiterer Literaturpreise (u.a. Großer Kunstpreis des Landes
Nordrhein-Westfalen (1966) oder Friedenspreis des deutschen
Buchhandels (1988)).
Mit 34 Jahren (1960) brachte Lenz mit „Das
Feuerschiff“ seine ersten Erzählungen auf den Markt, mit 42
(1968) veröffentlichte er den Roman „Die Deutschstunde“.
In diesem und im folgenden Jahr hielt er sich vermehrt im Ausland auf, so in
Australien und den USA, wo er als Gastdozent an der Universität Houston/
Texas arbeitete.
Zurück in Deutschland engagierte er sich
verstärkt im Wahlkampf der SPD und wurde mit 44 Jahren (1970) von Willy
Brandt, dem damaligen Bundeskanzler, nach Warschau eingeladen, wo er der
Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrages beiwohnen durfte. Den
„Demokratischen Sozialismus“ und die Aussöhnungspolitik mit dem
Osten sah Lenz als ergänzendes Gegenstück zu seiner Literatur.
Mit 47 Jahren (1973) begann für Lenz eine Phase
intensiven Schreibens mit vier aufeinanderfolgenden Romanen und
Erzählungen: „Das Vorbild“ (1973),
„Heimatmuseum“
(1978), „Der Verlust“ (1981) und
„Der Exerzierplatz“ (1985). Nicht alle waren unumstritten,
doch äußerst erfolgreich.
Im Alter von 64 Jahren (1990) erschien der Roman
„Die Klangprobe“, die harte Kritik an diesem Werk veranlasste
Lenz dazu, sich mehr und mehr in sein Privatleben zurück zu ziehen. Auch
sein Roman „Die Auflehnung“ (1994) fand bei den Kritikern
keine Anerkennung, erst sein Erzählband „Ludmilla“
(1996) ließ ihn wieder als verdienten Autor erscheinen.
Heute ist Siegfried Lenz 73 Jahre alt und lebt mit
seiner Frau nach wie vor in Hamburg.
2. Inhalt des Romans Deutschstunde
Die Hauptfigur des Romans ist der 21-jährige Siggi
Jepsen, der während der Jahre 1952 – 1954 in einer Anstalt für
schwer erziehbare Jugendliche eine Strafe wegen Bilderdiebstahls absitzt. An
einem Freitag muss er einen Aufsatz mit dem Thema „Die Freuden der
Pflicht“ schreiben. Doch Siggi gibt ein leeres Heft ab, da ihm zuviel zu
diesem Thema einfällt, als dass er es in einer Stunde zu Papier bringen
könnte. Als Strafe für diese Arbeitsverweigerung bekommt er von dem
Direktor und Jugendpsychologen Himpel Sonderhaft, die Zeit soll er nutzen, um
seinen Aufsatz nachzuschreiben. Doch auch die vorgesehene Zeit reicht nicht aus,
um Siggis Gedanken vollständig niederschreiben zu können. Er bittet
also darum, weiterhin isoliert vom normalen Anstaltsleben an dem Aufsatz
weiterschreiben zu dürfen, was ihm auch bewilligt wird. So füllt er
Monat um Monat mehrere Hefte, muss einige Male darum ersuchen, dass der
Abgabetermin weiter aufgeschoben wird, bis er schließlich ein Bündel
von Heften abgeben kann.
Diese Hefte beinhalten Siggis Rückblende auf
für ihn einschneidende Kindheitserlebnisse in Rugbüll während
bzw. gegen Ende des Zweiten Weltkrieges.
Im Mittelpunkt seiner Erzählung stehen zwei
Personen, da ist zum einen sein Vater Jens Ole Jepsen, nördlichster
Polizeiposten Deutschlands, zum anderen Max Ludwig Nansen, ein berühmter
Maler.
Im Jahre 1943 ergeht an den Maler von Berlin aus ein
Malverbot, da Nansens Werke, die zumeist karge Landschaft, das Meer und die
Menschen des Nordens darstellen, nicht in das Konzept des
nationalsozialistischen Regimes passen und somit der „entarteten“
Kunst zugeordnet werden. Dieses strikt einzuhaltende Malverbot hat Siggis Vater
zu überbringen und zu überwachen. Die jahrelange Freundschaft, die ihn
mit dem Maler verbindet und die Tatsache, dass Nansen ihm vor langer Zeit das
Leben gerettet hat, halten den Polizisten nicht davon ab, seine Pflicht
ordnungsgemäß und ohne Rücksicht auf das bestehende
Verhältnis zu erfüllen.
Der zehnjährige Siggi wird Zeuge, wie sein Vater
dem Maler nachstellt, ihn bespitzelt und ihn zum Verhör bei der Gestapo
abholt. Diese Handlungsweise wird für Siggi zum Problem, denn einerseits
hat er einen sehr guten Kontakt zum Maler, hält sich öfters bei ihm in
seinem Atelier auf und schaut ihm bei der Arbeit zu, andererseits aber wird er
von seinem Vater dazu angehalten, ihm bei der Ausführung seines Auftrags zu
helfen. Diese Situation lässt ihn zwiespältig handeln: Er gibt seinem
Vater auf dessen Aufforderungen hin einige Male Hinweise auf mögliche
Verstecke oder Übertretungen des Verbots, gleichzeitig aber bringt er die
Bilder des Malers vor dem Vater in Sicherheit und versteckt sie. Diese
Sicherstellung nimmt in dem Maße zu, wie die Pflichtauffassung des Vaters
sich zur Freude wandelt. Die Überwachung des Verbots wird für den
Polizeiposten mehr und mehr zum Zwang, er kennt nur noch seine Pflicht. Sie
führt sogar so weit, dass er seinen Sohn Klaas, der nach seiner
Selbstverstümmlung aus der Truppe desertiert ist und verwundet zu ihm
gebracht wird, an die Gestapo ausliefert.
Selbst als das Malverbot aufgehoben und der Krieg schon
längst zu Ende ist, hört Jens Ole Jepsen nicht damit auf, Bilder zu
beschlagnahmen und sogar zu zerstören. Diese Tatsache löst in Siggi
den Zwang aus, Nansens Bilder an sich nehmen zu müssen, auch wenn sie
offensichtlich gar nicht in Gefahr sind. So wird er in den Augen seiner Umwelt,
seines Vaters und selbst seines Freundes, dem Maler, zum Bilderdieb, doch auch
die ihm entgegengebrachte Ablehnung veranlasst ihn nicht, mit den
Diebstählen aufzuhören; wo immer er die Bilder des Malers entdeckt,
sei es in Museen, Banken oder in seinem Atelier, ist er gezwungen, sie an sich
zu nehmen. Dies geht so lange gut, bis er eines Tages von der Polizei
überrascht und festgenommen wird und in die Besserungsanstalt eingeliefert
wird.
Bei Abgabe der Strafarbeit, deren Umfang längst
über den einer normalen herausgegangen ist, erfährt Siggi von Direktor
Himpel, dass ihm wegen überdurchschnittlicher Leistung auf der
Gefangeneninsel noch zehn Tage bis zur Entlassung bleiben.
Siegfried Lenz hat an zwei Stellen des Romans selber das
Wesentliche zusammengefasst. So ist zum einen der Dialog im 19.Kapitel zwischen
Direktor Himpel und Siggi Jepsen zu nennen, der vor den anwesenden Psychologen
den Grund für seine Einlieferung in die Anstalt für schwer erziehbare
Jugendliche erläutern soll. Die andere wichtige Stelle findet sich im
12.Kapitel, das treffend mit der Überschrift „Unterm Brennglas“
eingeleitet wird. Hier liest Siggi Wolfgang Mackenroths Diplomarbeit über
seine, d.h. Siggis Schulzeit und sein Verhältnis zu Max Ludwig Nansen.
3. Aufbau des Romans
Deutschstunde ist eine Rahmenerzählung,
wobei in der Literatur unter Rahmenerzählung eine Erzählform gesehen
wird, in der eine oder mehrere Erzählungen in eine umgebende Erzählung
eingebettet sind [1].
Die Handlung des Rahmens in Lenz´ Roman spielt auf
einer Insel in Hamburg, gelegen an der Elbe, genauer gesagt in einem Heim
für schwer erziehbare Jugendliche, später in Hamburg selber und zwar
in der Zeit von 1952 bis 1954.
Die Binnenerzählung dagegen bezieht sich auf den
erdachten Ort Rugbüll an der deutsch-dänischen Grenze, nahe der
Nordsee, als Zeitpunkt wurden die Jahre zwischen 1943 und 1945 gewählt.
Diese Binnenerzählung wird an mehreren Stellen
durch Wiedereintritt in die Rahmenerzählung unterbrochen, was zur Folge
hat, dass die zeitlichen Ebenen mehrmals wechseln im Verlaufe des Romans
(„Ich sah dem davonfahrenden Auto nach, blickte auch schon kurz zum
Stall hinüber, wo sie immer noch bei ihrer Notschlachtung waren – so
überhörte ich den Schlüssel, im Schloß und Joswigs
Schritte, und sogar seinen ersten Gruß beim Eintritt überhörte
ich“[2]).
Lenz benutzt die Technik der Unterbrechung bewusst, der Leser ist so in der
Lage, eine gewisse Distanz zu wahren und aus dieser heraus mittels der
Perspektive Siggis die verschiedenen Situationen zu analysieren und wenn
nötig, auch zu kritisieren.
Verbunden werden diese beiden Erzählungen durch das
Leitmotiv des Aufsatzthemas „Die Freuden der Pflicht“, das sich
durch den ganzen Roman zieht und ihn strukturiert. Der erste Teil der
Rahmenerzählung handelt von dem Zustandekommen der Strafarbeit, der zweite
Teil des Rahmen befasst sich mit dem Beendigung dieser und in der
Binnenerzählung werden „Die Freuden der Pflicht“ beschrieben
und gestaltet.
Es gibt auch noch eine dritte Ebene der Darstellung, und
zwar die Ebene, auf der der Psychologe Mackenroth sozusagen parallel zu Siggis
Erinnerungen die Ereignisse der Jahre 1943-1945 analysiert.
Der Roman ist in zwanzig Kapitel unterteilt, die durch
Überschriften und Nummerierungen gekennzeichnet sind. Die
Überschriften wurden so gewählt, dass sie einen Teil des Inhalts
vorwegnehmen oder einen bestimmten Aspekt des Kapitels besonders betonen, so
z.B. Kapitel 3 „Die Möwen“. In diesem Kapitel bezieht sich die
Überschrift auf zwei Themen, zum einen auf die Möwen, die Siggi
angreifen, zum anderen auf die Karikatur Nansen „Lachmöwen im
Dienst“.
Die Erwartungen, die der Leser durch die verschiedene
Überschriften entwickelt, werden oftmals aber nicht bestätigt, da der
Erzähler sich auf andere Dinge konzentriert, ein Beispiel dafür ist
das 9. Kapitel, das mit der Überschrift „Heimkehr“ versehen
ist. Siggi erzählt hier von seinem älteren Bruder, der verwundet im
Moor aufgefunden wird und zwangsweise zu seinen Eltern gebracht wird. Mit dem
Wort „Heimkehr“ werden positive Begriffe verbunden, wie Geborgenheit
oder Freude, doch diese Assoziationen finden keine Bestätigung, Klaas wird
von seinen Eltern verstoßen und an die Gestapo ausgeliefert. Die
Unstimmigkeit zwischen Überschrift und Inhalt der Kapitel weisen auf eine
tiefere Ironie hin.
Unabhängig von der Unterteilung in zwanzig Kapitel
lässt sich eine Großgliederung in drei Abschnitte
vornehmen:
- Das erste Kapitel: Der Leser wird über den
Erzähler informiert, über den Gegenstand der Erzählung und
über die Situation, in der sich der Erzähler befindet.
- Die Kapitel 2 bis 17 handeln zum großen Teil von
den Kindheitserlebnissen Siggis, es werden aber immer wieder Teile der
Rahmenhandlung eingeschoben.
- Die letzten drei Kapitel spielen wieder in der Gegenwart,
wobei aber im 18.Kapitel eine Situation außerhalb der Strafanstalt
geschildert wird, die noch vor der Einweisung stattgefunden hat.
4. Historischer Kontext
4.1. Zusammenbruch des Nationalsozialismus und Nachkriegszeit
Die Handlung des Romans Deutschstunde hat als
Hintergrund historisch wahre Begebenheiten und setzt verstärkt das
Vorwissen des Lesers voraus. So wird der Verlauf des Zweiten Weltkrieges an kaum
einer Stelle ausdrücklich geschildert, er spielt aber in das Geschehen des
Romans hinein und ist deshalb für sein Verständnis wichtig.
Siggis Geschichte beginnt im April 1943, ein Zeitpunkt,
an dem sich im Kriegsgeschehen eine Wende zuungunsten Hitlers vollzogen hatte.
Im Januar 1943 verlor die deutsche Armee bei Stalingrad unter ungeheuren
Verlusten, sowohl am Boden als auch in der Luft machte sich die Übermacht
der Alliierten deutlich. Hitlers Armee befand sich seit diesem Jahr auf dem
Rückzug, Eroberungspläne hinsichtlich Afrika wurden aufgegeben,
erwiesen sich als Illusion. Im Juli 1943 brach das italienische faschistische
Regime zusammen, 1944 landeten die Alliierten in der Normandie, Frankreich wurde
zum Kriegsschauplatz. Im September 1944 erreichten die Alliierten die Grenze des
Dritten Reiches im Westen, im Osten eroberte die sowjetische Armee mehr und mehr
Landstriche.
Am 7.Mai, bei Kriegsende, waren viele Gebiete von den
Alliierten allerdings noch nicht eingenommen worden, darunter ein großer
Teil Schleswig – Holsteins, auch das Gebiet, in dem die
Binnenerzählung spielt.
Der Zusammenbruch des Dritten Reiches bedeutete für
die Deutschen, die bisher in blindem Gehorsam an Hitler geglaubt haben und
bereitwillig im Krieg ihre Pflicht getan hatten, einen großen Wandel. Sie
mussten sich an neuen Normen orientieren und dem Nationalsozialismus zumindest
äußerlich abschwören. Viele Menschen reagierten unterschiedlich
auf die neue Situation, einige schwiegen, blieben aber dem Nationalsozialismus
verbunden, für andere bedeutete die Niederlage im Krieg auch ein Ende des
diktatorischen Staates. [3]
Siegfried Lenz beschreibt in der Deutschstunde an
einigen Figuren die unterschiedlichen Reaktionen auf den Untergang des Dritten
Reiches. Als Beispiele sind hierbei natürlich Jens Ole Jepsen und seine
Ehefrau Gudrun an erster Stelle zu nennen, doch auch an Lehrer Tetjus Prugel,
der den Kindern bis zur letzten Minute die Ideologie des Nationalsozialismus
vermittelt, werden die verschiedenen Einzelschicksale deutlich.
5.
Interpretation
5.1. Erzählperspektive/-haltung
Der Roman Deutschstunde ist in der Ich-Form
geschrieben, der Leser erfährt über die einzelnen Vorgänge aus
der Perspektive Siggis. In der Art der Ich- Erzählung gibt es bei Lenz eine
eigentümliche Besonderheit, so betont Siggi nämlich immer wieder, wie
er seine Geschichte aufbaut und sie dann letztendlich zusammensetzt. Es gibt
dafür zahlreiche Beispiele, hier seien nur einige
erwähnt:
„Also.[...] Im Jahr dreiundvierzig, um mal so
zu
beginnen,...“[4];
„[...] ich rolle jetzt einfach das flache Land aus, schneide ein paar
Gräben und dunkle Kanäle hinein...“
[5];
„Das Gewitter stand jetzt über der Halbinsel, und es liegt nahe,
schulmäßig zündende Blitze zu beschreiben....“.
[6] Es lassen sich noch
weitere solcher Beispiele finden, meist zu Beginn eines Kapitels, wenn Siggi
versucht, sich wieder in die weit zurückliegenden Ereignisse zu
hineinzuversetzen.
Dadurch, dass es kein reines Erzählen ist, sondern
Siggi immer wieder Hinweise auf die Art seines Erzählen und auf seine
schriftstellerische Tätigkeit gibt, bekommt der Leser so eine gewisse
Distanz zum Erzählten, wie dies auch bei der Unterbrechung der
Binnenerzählung der Fall ist.
5.2. Sprache
Da der Autor die Perspektive eines 21-jährigen
gewählt hat, muss er auch in dessen Sprache schreiben. Aus diesem Grund
werden sehr viele umgangssprachliche Wendungen benutzt, wie z.B.
„linsen“[7]
für gucken oder Ausdrücke wie „scheißegal“
oder
„anquatschen“[8]
Hierzu gehören auch diejenigen Ausdrücke, die typisch für die
Jugend ist, wie z.B. „leg einen Zahn
zu“[9] oder
„zieh Leine“
[10]
Auch das Stillmittel des Pars pro toto findet seine
Anwendung , so nennt die Siggi die Gestapobeamte
„Ledermäntel“[11]
oder die Kriminalbeamten
„Staubmäntel“[12].
Ich denke, auch dies ist auf Siggis Jugend zurückzuführen, er ordnet
die Menschen zu erst einmal durch den äußeren Anblick ein.
Für diese Jugendsprache lassen sich noch weitere
Beispiele finden, z.B. benutzt Siggi teils stark übertreibende Vergleiche
: „Eine Frau, die von hinten wie ein angekohltes Vierkantbrot
aussah“[13]
;oder auch Hyperbeln : „Haus, wo Ditte sich aus einem der vierhundert
Fenster lehnte“
[14]oder
„bis zu zwölfhundert
Psychologen“[15].
Diese Übertreibungen lassen sich relativ leicht als solche
erkennen.
Es fällt auch auf, dass Siggi an einigen Stellen
nur verstümmelte Satzfragmente wiedergibt, wenn er ein Gespräch
zwischen Erwachsenen wiedergibt : „Was es für ihn, den
Polizeiposten Rugbüll, bedeuten würde, falls ? Ob er noch einmal
betonen müsse, daß es nun keinerlei ?“
[16]
(Jepsen). Ich denke, dass Siggi damit die inhaltslosen Gespräche der
Erwachsenen darstellen will; nicht nur bei seinem Vater finden sich diese
Verstümmlungen, sondern auch bei anderen Erwachsenen, wie z.B. beim
Galeriebesitzer Schondorff.
Im Kontrast zu dieser Jugendsprache stehen die
ungewöhnlich detaillgenauen Schilderungen der Natur, aber auch der
Menschen, die weitaus mehr ins Auge stechen als die saloppen Redewendungen, auch
wenn diese zahlenmäßig überlegen sind. Durch die präzisen
Darstellungen fällt es dem Leser leichter, die Personen charakterisieren zu
können, da Siggi auch sehr genau deren Reaktionen zu Papier bringt, oder
sich die Landschaft vorzustellen.
Auch Metapher verwendet Lenz des öfteren,
allerdings fällt dabei auf, dass er Passagen in der Deutschstunde
gibt, die relativ arm an Metaphern sind, dagegen andere, in denen sie
häufig benutzt werden. Ein Beispiel dabei ist die Beschreibung von Nansens
Geburtstagsgästen[17].
Siggi bezeichnet sie als „Meeresgetier“. Auch die
Beschreibung der Geschenke, besonders des Bildes werden durch Metaphern
unterstützt. So bekommt die ganze Szene einen leicht komischen Charakter.
Spricht Siggi von seinen Erinnerungen an den Ort Rugbüll, dann benutzt er
auch häufig Metaphern: „Tresor meiner Erinnerung“
[18], „Anker
der Erinnerung“,[19]
„die von Gräben durchschnittene Ebene meiner
Erinnerung“[20].
Siggi scheut anscheinend die direkte Bezeichnung seiner Erinnerung, ein
Anzeichen dafür, dass hier eine kritische Situation vorliegt.
Charakteristisch für den Stil des Romans ist auch
die häufige Benutzung von Farbbezeichnungen : „Die Wiesen und fern
nach Husum laufenden Knicks gaben sich noch als grün aus, hatten jedoch
schon gelbbraunen Schimmer. Die schattigen Gräben spendeten Bleifarbe.
Immer wieder drängte sich Ziegelrot ins Blickfeld. Kein Berg...., nur diese
Ebene, grün und gelb und mit braunen Streifen. Erlenspaliere mit schwarzen
Früchten [...]. Ich blieb im Sand liegen, stütze die Ellenbogen auf
und sah Hilke nach, wie sie sich entfernte, Blau vor Grün, Blau vor
Sandbraun...“
[21]Die Farben
gewinnen hier insofern eine Bedeutung, dass sie Personen, aber auch Dinge
vertreten, zudem wird die Landschaft anschaulicher und
farbenreicher.
5.3. Die Personen des Romans
5.3.1. Jens Ole Jepsen
Jens Ole Jepsen ist Polizeiposten in der
Außenstelle Rugbüll, „der nördlichste Polizeiposten
Schleswig-Holsteins“
[22].
Informationen zu seiner Herkunft und seiner Kindheit erhält der Leser erst
im späteren Verlauf der Handlung, ab Seite 90. Anhand der Fotografien in
Jepsens Büro wird der Leser in dessen Vergangenheit eingeweiht. Sein Vater
war ein Fischhändler und hatte fünf Kinder, die Familie stammt aus
einfachen Verhältnissen. Jepsen wird auf diesen Fotografien als
Fußballspieler, als Konfirmand, als Chorknabe, Soldat und
Polizeischüler dargestellt. Auffällig an den Fotografien ist, dass
Jepsen immer inmitten einer Schar von Menschen - sei es die komplette
Fußballmannschaft oder der gesamte Chor – abgelichtet ist. So
bekommt man von einen gewöhnlichen, normalen Eindruck, auch wenn er sich
von der Masse durch seine Blässe und seine verkrampfte Haltung abhebt.
Diese Fotografien allerdings geben kaum einen Aufschluss über Jepsens
Charakter und seine Eigenschaften. Will man mehr über ihn wissen, so muss
man besonders die Stellen im Verlauf der Binnenerzählung untersuchen, in
denen er sich im Kreise seiner Familie, in der Konfrontation mit seinen
allmählich erwachen werdenden Kindern und vor allen in der
Auseinandersetzung mit Nansen befindet.
Im Laufe des Romans bekommt der Leser immer stärker
den Eindruck, dass Jepsen ein Feind seiner eigenen Kinder und seines
langjährigen Freundes und Lebensretters Nansen sei aufgrund seiner strengen
Pflichterfüllung. Doch zu Beginn zeigt sich ein anderes Bild von ihm, er
zögerte, das Malverbot zu überreichen („hin und her ging und
offenbar nach Gründen suchte, um seinen Aufbruch zu verzögern“
[23]). Zu
diesem Zeitpunkt ist er offensichtlich noch nicht der strenge und fanatische
Pflichterfüller, zu dem er später werden soll. Jepsen ist bei
Überreichung des Verbots „freudlos“
[24] und er
betont, „wie sehr er seine Mission bedauere und wie wenig er selbst mit
der ganzen Sache zu schaffen
habe“[25].
Er zeigt eine gewisse Distanz zu seiner Aufgabe und demnach auch keine
„Freude an der Pflicht“ .
Auch Jepsens Verhältnis zu seinem Sohn Klaas ist
ein anderes, als es dem Leser zum Schluss des Romans im Gedächtnis bleibt.
Seine erste Reaktion, als er von der Gestapo erfährt, dass Klaas aus dem
Lazarett geflohen ist, beinhaltet keine Wut oder lässt erkennen, dass er
Klaas ausliefern will. Er versucht eher, die Ereignisse zu verarbeiten
„Steif saß er da [...], sein Gesicht ließ erkennen, dass er
nicht nur den Grund, sondern auch die Folgen des frühen Besuches verstanden
hatte. Er rechnete.“
[26]. Zudem
weiß er nicht, wie er reagieren wird, wenn Klaas tatsächlich zu ihm
kommen würde, er hat noch keinen Plan gefasst. Dies erkennt man daran, dass
Jepsen seiner Frau antwortet, als sie nach seinen Absichten fragt :
„Ich weiß nicht [...], ich weiß nicht, was ich tun
soll.“ [27]
Jepsen befindet sich hier in einen Zwiespalt, einerseits
liebt er seinen Sohn und erwägt in Gedanken, ihm zu helfen, zumal er
verletzt ist ( so deute ich die Unentschlossenheit), andererseits ist da aber
sein Polizeiberuf, der ihn dazu verpflichtet, alle Deserteure auszuliefern.
Hinsichtlich dieser Thematik ist sicherlich auch die Situation zu untersuchen,
als Klaas, von dem Tiefflieger getroffen, zu seinen Eltern gebracht wird
[28]. Die Reaktion
Jepsens zeigt, dass er doch eine Art väterliche Fürsorge in sich
trägt und versucht, die Distanz zu seinen Kindern zu überwinden. Sein
Herz ist anscheinend nicht so aus Stein, wie man an manchen Stellen des Romans
den Eindruck bekommt : „Er fühlte sich allein mit ihm und wollte
ihm etwas sagen. Anscheinend hatte er ihm etwas Wichtiges mitzuteilen. Klaas
öffnete nicht die Augen. Mein Vater angelte sich behutsam einen Stuhl, zog
ihn zum Kopfende der Couch, setzte sich und beugte sich über meinen Bruder,
und nach einer Weile nahm er seine Hand, die verstümmelte, verbundene Hand,
und er drehte und betrachtete sie mit Aufmerksamkeit . Er ließ die Hand
nicht los. Seine Lippen bewegten sich. [...] Leise, wie gesagt, und eilig sprach
er so auf Klaas hinab, unbekümmert, ob seine Worte verstanden wurden, er
sprach, als ob er sich damit einer alten Pflicht entledigte, einer längst
fälligen Pflicht....“
[29]
Auffällig an dieser Textpassage ist auch, dass von
einer Pflicht die Rede ist (vgl. Siggis Aufsatzthema). Allerdings ist es diesmal
nicht die Pflicht, die die Nationalsozialisten von ihm verlangen und der er sich
verpflichtet fühlt, sondern es ist die Pflicht gegenüber seinem Sohn
und damit auch der ganzen Familie. Es ist die Pflicht, die gebietet, als Familie
zusammenzugehören und füreinander dazu sein, egal in welchen
Situationen.
An Jepsen scheint typisch zu sein, dass er nur durch
äußere Einflüsse zu Handlungen bewegt wird.
Selbstständigkeit scheint nicht seine Stärke zu sein, so nennt ihn
Siggi „hilflos, da er ohne Auftrag war und ohne Auftrag nur ein halber
Mensch“.[30]
Auch betrachtet er stundenlang den brennenden Ofen, wenn er nichts zu tun hat.
Zu Handlungen bewegt wird er einerseits durch seine Vorgesetzten, bzw. deren
Aufträge; durch seine Ehefrau Gudrun, die oftmals mit hohen Erwartungen an
ihn herantritt; und durch die zunehmende Feindschaft mit Nansen. Letzteres zeigt
sich in seinem Verhalten bei Übergabe des Malverbots. Zuerst sucht er
„freudlos“[31]
den Maler auf und überreicht ihm das Verbot, aber als Nansen anders
reagiert, als er sich das vorstellt, nämlich seine Verachtung für die
Verursacher des Verbots in der Beschimpfung „diese
Idioten“[32]
ausdrückt und damit Jepsens Vorgesetzte kritisiert anstatt zu gehorchen,
ändert sich dessen Verhalten und der Anfang zur sich entwickelnden
Feindschaft ist gemacht.
Gudruns Einfluss zeigt sich in der Szene, in der Jepsen
seinen Sohn Siggi verprügelt
.[33] Er tut dies, um
den Ansprüchen seiner Frau gerecht zu werden; er haut um so stärker,
um so weniger sie ihm Anerkennung zukommen lässt.
Jepsen steigert sich mit der Zeit so in die
Rivalität mit Nansen und auch in die Auseinandersetzung mit seinen Kindern
hinein, dass er letzten Endes nur noch Hass und Wut verspürt und bis zur
endgültigen Zerstörung nicht eher ruht.
Im Verlauf des Romans übernimmt Jepsen mehr und
mehr die nationalsozialistische Ideologie, er ist der Meinung, durch Gewalt
könne er seine Ziele, sogar Vertrauen und Zuneigung erreichen. Doch das
genaue Gegenteil tritt ein, Siggi flüchtet sich immer mehr zu den Nansens
und auch Klaas geht lieber zum Maler, als sich seinem Vater auszuliefern. Diese
Situation, nämlich dass seine eigenen Kinder lieber dem Feind, also Nansen,
vertrauen und ihn unterstützen, fördert die Wut in Jepsen, hinzu kommt
ein Gefühl der Unterlegenheit. Doch anstatt zu überlegen, woran es
liegen könnte, dass er das Vertrauen und die Liebe seiner Kinder nicht
gewinnen kann, bedauern er und seine Frau sich lieber selber :“
....denn sie kamen nicht davon weg, sich selbst zu bemitleiden und zu bedauern,
und was sie für Hilke an Erbitterung aufbrachten, fanden sie für sich
selbst an Mitleid. Daß sie uns das antun konnte!“
[34] Auch in
Zusammenhang mit Klaas fühlen sie mehr ihre Schmerzen als die von ihrem
Sohn: „...nach allem, was er uns angetan hat, wird er es wohl nicht
wagen, hier aufzutauchen.“
[35]. Für diese
„Schmerzen“ rächt sich Jepsen dann auch später an seinen
Kindern, er liefert Klaas an die Gestapo aus, verbannt ihn aus der Familie,
selbst eine Rückkehr nach Kriegsende ist ausgeschlossen. Die Erinnerung an
ihn wird gelöscht.
[36] Dasselbe
passiert mit Siggi, auch er wird aus dem Haus getrieben und verbannt.
[37]
Die Feindschaft zu Nansen nimmt bei Jepsen im Verlauf
der Handlung immer drastischere Formen an, letzten Endes will er ihn sogar
erschießen, als dieser sich weigert, dem von Jepsen gegründeten
Volkssturm zur Abwehr der Alliierten über Nacht beizustehen. Nur ein
Eingreifen der anderen verhindert schlimmeres.
Jepsen ist zwar vernünftig genug, seine eigenen
Unzulänglichkeiten zu bemerken, doch versucht er nicht, diese zu
ändern, sondern sucht den Grund für seine Fehler bei anderen. Er
selbst befindet sich seiner Meinung nach im Recht, weil er sich immer noch auf
seinen Auftrag und seine Vorgesetzten berufen kann, mit der
nationalsozialistischen Ideologie ist er im Gleichgewicht.
Der entstehenden Eindruck der Einfältigkeit und
Normalheit nimmt Lenz ihm wieder, indem er ihm die Gabe des Zweiten Gesichts
verleiht. Diese Fähigkeit lässt aber nicht nur ihn leiden – er
bekommt des öfteren Horrorvisionen- sondern auch seine Mitmenschen, vor
allem Siggi, der das Gefühl hat, zu jeder Zeit und an jedem Ort von seinem
Vater gesehen zu werden.
Ich denke, dass Jepsen im Grunde kein schlechter Mensch
ist, doch da er so unselbstständig ist, braucht er einen Halt, der ihm
durch die Befehle und damit durch die Pflichterfüllung gegeben ist. Diese
Befehle befolgt er, ohne Fragen zu stellen oder auf seine Mitmenschen
Rücksicht zu
nehmen.
5.3.2. Siggi Jepsen
Über Siggi erfahren wir im Grunde nur aus seiner
Selbstdarstellung etwas über ihn. Doch auch die Diplomarbeit des angehenden
Psychologen Mackenroth über Siggi ist bei dessen Charakterisierung
hilfreich.
In der Selbstdarstellung der Binnenerzählung ist
Siggi neun Jahre alt. Er gerät in mehrfachen Konflikt, so soll er
einerseits seinen Eltern gehorchen und gegen den Maler und seine Geschwister
integrieren, doch diese stehen ihm näher als seine eigenen Eltern und aus
diesem Grund hilft er Nansen, seine künstlerische Freiheit behalten zu
können und rettet Klaas das Leben. Das bedeutet natürlich einen
ungeheuren Druck für ihn, da er gezwungen ist, seine Eltern zu hintergehen.
Siggi muss tagtäglich mit der Angst leben, von
seinem Vater bei seinen illegalen Aktionen entdeckt zu werden, da dieser die
Gabe des Zweiten Gesichts hat und Siggi denkt, dass er dadurch das Verborgene
entdecken könne. Aus diesem Grund kann er nicht richtig auf die
Wirklichkeit reagieren , bekommt Halluzinationen und wird so zu seinen
Zwangshandlungen verleitet. Seine erste Wahnvorstellung zeigt sich, als die alte
Mühle, das Versteck seiner Bilder, abbrennt: „Ich war auf einmal
allein, schloß die Augen, spürte nichts, als einen immer schneller
klopfenden Schmerz, ein Drängen, ein Stoßen, [...] ich wehrte mich
gegen den Zwang, der immer spürbarer wurde...“
[38]. Anfangs
wehrt er sich gegen den Zwang, dann aber muss er ihm nachgeben und stürzt
sich in die brennende Mühle, um seine Bilder zu retten. Nansen bringt ihn
zu sich und legt in ins Bett, wo die Visionen und die Angst Siggi wieder
einholen: „Da war das Bild. Da war die kleine offene Flamme. Da war die
Furcht. [...] ich mußte einfach das Bild herunternehmen, mußte es
umdrehen, den Papprücken lösen [...]. Wo waren sie sicher ? Unter dem
Kopfkissen ? Im Schrank ?“
[39]. Ab diesem
Zeitpunkt entwickelt sich die krankhafte Vorstellung, Nansens Bilder vor der
Flamme retten zu müssen.
In der Rahmenerzählung ist Siggi 21 Jahre alt und
versucht, die Erlebnisse aus seiner Kindheit zu verarbeiten, was ihm aber nicht
gelingt. Er erkennt, dass „Zeit nichts, aber auch gar nichts
heilt.[...] Scheitern an Rugbüll ? Vielleicht kann man es so
nennen.“ [40]
Die Anstalt ist bei seiner Selbstfindung auch keine
Hilfe, da nicht anerkannt wird, dass Siggi aus seelischen Problemen so handelte,
die Gründe für die Diebstähle werden nicht erkannt. Erst wenn er
sich dem Willen der Autoritätspersonen beugt, gilt er als geheilt. Siggi
wirkt heimatlos und ohne Orientierung, als er von seiner bevorstehenden
Entlassung erfährt. „Was soll ich tun, wenn sie mich entlassen, wo
ein Versteck für mich suchen ? Klaas ist fort, und Hilke ist fort- kann ich
da noch nach Rugbüll zurückgehn ? Aber selbst wenn ich in Hamburg
bleibe: bin ich dann schon Rugbüll entkommen ?“
[41] Ich denke, dass
sich Siggi selbst als Opfer sieht, dass er stellvertretend für seine
verbohrten Eltern eine Haftstrafe absitzt. Er ist also ein Opfer der
Ungerechtigkeit, die nicht die wahren Täter zur Rechenschaft zieht, also
die Erwachsenen, sondern die Kinder, die eigentlichen
Unschuldigen.
Mackenroth gibt dem Leser durch seine Diplomarbeit eine
andere Sicht der Dinge. Siggis frühe Kindheit scheint ohne Probleme
verlaufen zu sein
[42]. Laut Mackenroth
war Siggi ein „bescheidenes, still-vergnügtes und
unauffälliges
Kind“[43],
das seine Eltern liebte. Allerdings wird diese Idylle durch
„krankhaftes Reinheitsbedürfnis“
[44],
„agressiv künstlerischer
Sinn“[45]
oder seinem „Willen zum Einzelgängertum“
[46] wieder
aufgehoben. Dieses wird aber nicht durch Beispiele
veranschaulicht.
Mackenroth stellt Siggi als einen Jungen dar, der gerne
zur Schule ging, allerdings interpretiert er dies nicht weiter. Ich denke, dass
die Schule für Siggi eine Art Ausgleich zum Elternhaus war, er in den
Lehrern sozusagen seine Ersatzeltern sah.
Im weiteren Verlauf seiner Arbeit geht der Psychologe
auch auf den „Zwiespalt“
[47], in dem Siggi
sich befindet; dabei rücken vor allem die Dinge in den Vordergrund, die
dazu führen, dass Nansen und Jepsen zu Feinden werden. Siggi gerät
zwischen die Fronten, da einerseits sein Vater ihn dazu verpflichtet, bei der
Überwachung Nansens mitzumachen, und andererseits Nansen ihn bittet, die
Bilder vor Jepsen zu retten. Mit diesem Vorgang beginnt laut Mackenroth die
kritische Phase in Siggis Entwicklung. Siggis Sammelleidenschaft der
Reiterbilder erklärt er als „Ausdruck einer unbewußten
Rivalität gegenüber dem Maler“
[48], er geht aber
nicht darauf ein, so dass diese These ziemlich unklar bleibt. Siggi soll schon
recht früh einen Sinn für die „Notwendigkeiten der
Zeit“[49]
gezeigt haben, also eine Art politisches Bewusstsein. Auch wird erwähnt,
dass Siggi ohne Liebe aufwachsen musste: „Allein, ohne Liebe, in einer
Zeit, in der es keine sicheren menschlichen Werte mehr gab, [...] wuchs der
Junge heran...“
[50]
Mackenroth hebt heraus, dass sowohl Jepsen als auch
Siggi ein Opfer ihrer Zwangsvorstellung gewesen sind, eine indirekte
Rechtfertigung für den Vater also.
Siggis Zwang, die Bilder an sich nehmen zu müssen,
erklärt er folgendermaßen: „Im Falle der entwendeteten
Bilder [...] fehlt ein klares Rechtsbewußtsein; Siggi nahm für sich
sogar eine gewisse Prädestination in Anspruch, indem er darauf verwies,
daß er ausgesucht sei, „Bedrohtes zu sammeln“.
[51]
Siggi ist mit der Arbeit nicht einverstanden, was an
seinem Ausspruch „ich brauche alles, nur keine mildernden
Umstände.[...] Was ich erwartete, war die Beschreibung einer Krankheit und
keine mühsame Rechtfertigung“.
[52]
deutlich wird.
Der Leser kann nicht entscheiden, welche Analyse Siggis
Charakter mehr entspricht – seine Selbstdarstellung oder die Diplomarbeit,
da hier jeweils nur die subjektive Sichtweise dargelegt ist. Doch es fällt
schon auf, dass Mackenroth die Welt der Erwachsenen in seiner Suche nach den
Gründen für Siggis Fehlverhalten nicht berücksichtigt. So
erklärt er die fehlende Liebe mit der Kriegssituation und obwohl er Jepsen
als Opfer seiner Zwangsvorstellungen sieht, verlangt er nicht nach Einweisung in
eine
Klinik.
5.3.3. Max Ludwig Nansen
Nansen, der Maler, ist zusammen mit Jepsen in
Glüserup aufgewachsen und ist 8 Jahre älter als dieser. Als Jepsen
noch ein Kind war, rettete Nansen ihn vor dem Ertrinken. Als junger
Künstler lebte er zusammen mit seiner Frau Ditte in Armut, in der
Romanhandlung allerdings führt er ein komfortables Leben, lebt mit Ditte
und zwei Adoptivkindern in einem großen Haus auf
Bleekenwarf.
Nansen ist ein gesprächiger Zeitgenosse, oft
diskutiert und zankt er mit seinem imaginären Freund Balthasar, der immer
bei ihm ist, wenn er malt. Allerdings ist er kein Freund von großen
Worten, wie er selber von sich sagt.
Sein Wesen gleicht nicht dem von Jepsen, nur in der
Ausdauer, in der Unnachgiebigkeit und Unbeugsamkeit zeigen sie Gemeinsamkeiten,
doch diese Eigenschaften scheinen typisch für die Menschen um Rugbüll
und Glüserup zu sein. Nansen ist ein großzügiger, menschlicher
und hilfsbereiter Mensch, aber er kann es nicht leiden, wenn man sich
anmaßt, in seinen Bereich des Lebens einzugreifen, dann kann er
„herrisch“
[53] und
„außer sich“
[54] werden. Von
Anfang an ist klar, dass Nansen sich nicht dem Befehl von Berlin beugen wird
: „Hör zu, Jens, es gibt Dinge, die kann man nicht aufgeben. Ich
habe damals nicht aufgegeben, als ich nach Dir tauchte, und ich kann ebensowenig
diesmal aufgeben. Damit Du klar siehst: Ich werde weitermalen. Ich werde
unsichtbare Bilder machen. Es wird so viel Licht in ihnen sein, daß ihr
nichts erkennen werdet. Unsichtbare Bilder.“
[55] Auf das Verbot
reagiert er mit Bitterkeit, aber auch mit Nachsicht für Jepsen, der sich
solch einem Regime verschrieben hat.
[56] Diese Nachsicht
schlägt aber im Laufe des Romans in „behutsame Verachtung“
[57], die
Geringschätzung für Jepsen nimmt in dem Maße zu, wie dieser
immer blinder und verbissener das Malverbot überwacht. Nansen zeigt kein
Verständnis mehr für Jepsen, der unfähig ist, die
Unmenschlichkeit der Nationalsozialisten zu erkennen.
Der Maler ist oft nachlässig gegenüber
Vorschriften, ganz im Gegensatz zu seinem ehemaligen Freund. Als Beispiel
hierfür dienen die mangelhafte Verdunklung
[58] oder die
Notschlachtung. [59]
Seine Menschlichkeit und das Mitgefühl zeigen sich
darin, dass er sich und seine Familie für andere Personen in unmittelbare
Gefahr bringt, was man an der Rettung von Klaas sehen kann.
Mit seinem Auftritt in Hamburg zeigt sich dem Leser
allerdings ein anderes Bild von Nansen. Er wirkt seltsam entfremdet, man erkennt
ihn kaum wieder. Er scheint abweisend, verbittert und ausgebrannt. Die Energie,
die er während des Krieges noch hatte, ist nach dem Krieg verschwunden.
Auch künstlerisch hat er keine Erfolge mehr, was wahrscheinlich auf den
veränderten Kunstgeschmack zurückzuführen ist, dem Nansen sich
nicht angepasst hat. Es geht so weit, dass er verspottet wird.
[60] Siggi versucht
zwar, seinen alten Freund zu verteidigen, wird aber verprügelt. Hier zeigt
sich eine Parallele zu der Vergangenheit, Siggi wurde von seinem Vater
verprügelt, wenn er versuchte, für Nansen
einzustehen.
5.4. Der Begriff der „Pflicht“ und seine Bedeutung im Roman
Der Roman will keine Definition des Begriffes
„Pflicht“ geben, sondern zeigt unterschiedliche Pflichtauffassungen
und die damit verbundenen Verhaltensweisen.
Wie schon zuvor angesprochen, wandelt sich die
Freundschaft von Jens Ole Jepsen und Nansen durch deren unterschiedliche
Auffassung von „Pflicht“ in Feindschaft. Jepsen ist Polizist und
damit Beamter, er ist an seine Pflicht gebunden und legt Wert auf die peinlich
genaue Ausführung eines Befehls, in diesem Falle des Malverbots von Nansen.
Für Nansen hat das Wort „Pflicht“ keine absolute Bedeutung,
dies wird auf Seite 166f deutlich: „Gut, sagte er leise, wenn Du
glaubst, daß man seine Pflicht tun muß, dann sage ich Dir das
Gegenteil: man muß etwas tun, das gegen die Pflicht verstößt.
Pflicht, das ist für mich nur blinde Anmaßung. Es ist unvermeidlich,
daß man etwas tut, was sie nicht verlangt.“
Die beiden haben also eine unterschiedliche
Auffassungsweise der „Pflicht“, nun ist zu untersuchen, wer im Recht
ist. Jepsen hat vordergründig recht, denn er ist durch das Beamtengesetz
und den Beamteneid dazu verpflichtet, zu tun, was seine Vorgesetzten verlangen.
Doch seine Pflichterfüllung geht über die eigentliche hinaus, so wie
es auch Okko Brodersen, der Postbote von Rugbüll, richtig erkannt hat:
„Es wird erzählt, daß Du mehr tust, als einer tun sollte,
jedenfalls mehr als die Pflicht erwartet. [...] Es wird erzählt, dass Du
Dir persönlich was vorgenommen
hast.“[61]
Sein persönliches Anliegen ist, das Gefühl der Unterlegenheit
gegenüber dem Maler auszugleichen und es ihm heimzuzahlen. Jepsen
hinterfragt nicht das System, er klammert sich mit allem, was er ist, an die
Ideologie des Regimes. Aus diesem Grund denke ich, dass Jepsen im Unrecht ist,
er hat sich einer Ideologie verschrieben, die die Menschlichkeit und die Moral
außer Acht lässt. Dies und auch die Vergänglichkeit dieses
Regimes hat Jepsen sein ganzes Leben lang nicht durchschaut.
Auch der Maler unterliegt in seiner Arbeit einer
gewissen Pflicht, nämlich der Pflicht, seine Arbeiten bis zur
Vollkommenheit zu bringen. Aus diesem Grund ist er auch nicht in der Lage,
Jepsen zu gehorchen. Doch im Gegensatz zu diesem gefährdet er niemanden und
verletzt auch niemanden.
Nicht nur bei Jepsen findet sich eine fanatische
Pflichterfüllung, sondern auch bei Siggi und Nansen selber. So ist Siggi
von der Pflicht erfüllt, Bilder, die er bedroht sieht, vor seinem Vater in
Sicherheit bringen zu müssen, was nicht nur dazu führt, dass er die
Freundschaft zu Nansen verliert und aus der Familie verstoßen wird,
sondern auch, dass er in der Strafanstalt näher über „Die
Freuden der Pflicht“ nachdenken muss.
Nansens Pflicht dagegen ist eher von harmloses Natur,
die niemandem schadet. Diese Pflicht bezieht sich auf seinen privaten
Arbeitsbereich, er ist davon besessen, seine Bilder vollkommen zu machen und aus
diesem Grund ist er auch nicht in der Lage, Jepsen zu gehorchen. Anders als bei
Siggi und Jepsen schadet er dabei allerdings niemandem.
6. Eigene Meinung zum Roman
Ich habe den Roman freiwillig zum ersten Mal in der
9.Klasse gelesen und fand ihn langweilig und viel zu weitschweifig. Doch als ich
ihn aufgrund meiner Facharbeit zum zweiten Mal lesen musste, habe ich meine
Meinung geändert. Die Deutschstunde ist im Grunde einfach geschrieben,
nicht schwer zu verstehen, die Idee, die hinter dem ganzen Geschehen steckt, ist
sehr interessant und auch die Handlung selber ist spannend. Die Passagen, die
ich früher einfach nur langweilig fand, begeistern mich heute durch
ausführliche Beschreibungen und durch die dadurch erzeugte Atmosphäre.
Mittlerweile habe ich einiges über die Interpretation eines Romans gelernt,
so dass ich mit den Figuren des Romans und den Ereignissen viel mehr anfangen
kann als noch vor vier Jahren. Auch meine historischen Kenntnisse zum Dritten
Reich und der Ideologie des Nationalsozialismus haben an Umfang gewonnen, so
dass mir die eigentliche Problematik des Romans viel bewusster als früher
ist. Es gibt im Grunde soviel zu interpretieren, dass es mir gar nicht
möglich ist, alles auf 12 Seiten unterzubringen, wichtige Aspekte mussten
leider außen vor bleiben. So habe ich mich entschlossen, die
Rahmenerzählung und in ihr vorkommende Personen nur kurz, bzw. gar nicht
anzusprechen, und meine Interpretation auf die Binnenerzählung zu
beschränken. Personen wie Jepsens Ehefrau Gudrun und Siggis Geschwister
habe ich dabei nur kurz angesprochen, da sie meiner Meinung nach nicht zur
Interpretation beitragen, zumindest nicht in Hinsicht auf „die Freuden der
Pflicht“. Auch die weitläufige Meinung, dass Lenz bei der Erschaffung
von Max Ludwig Nansen an Emil
Nolde[62] gedacht
habe, konnte ich nicht mehr untersuchen.
Ich denke, dass Lenz mit Deutschstunde ein Werk
geschaffen hat, das in allen Bereichen, sowohl rein sprachlich, anschaulich,
gesellschaftlich oder historisch, überzeugen kann, und es aufgrund seiner
Aussagekraft Wert ist, im Unterricht, egal in welcher Form - sei es nun als
gemeinsame Besprechung oder als Facharbeit – behandelt zu werden.
Allerdings sollte dies meiner Meinung nach erst in der Oberstufe geschehen, es
wäre schade, wenn fehlende Kenntnisse der Schüler zu einem
Nichtverständnis oder zu einer Ablehnung des Romans führen
würden.
Literaturverzeichnis:
Siegfried Lenz - „Deutschstunde“
DTV-Ausgabe
Königs Erläuterungen und Materialien zu
Siegfried Lenz´ Roman „Deutschstunde“
Schülerduden Literatur
DTV-Lexikon
Kurt Schreiner - Geschichte – Von der
französischen Revolution bis zur Gegenwart
Rudolf Wolff - Siegfried Lenz, Werk und Wirkung
1 Schülerduden
Literatur
[2] vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.224
3 vgl. Kurt
Schreiner - Geschichte – Von der französischen Revolution bis zur
Gegenwart
[4] vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 19
5 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 39
6 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 52
7 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.193
8 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 430
9 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 139
10 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.309
11 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.214
12 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.419
13 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.272
14 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.59
15 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.8
16 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.393
17 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.60
18 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.12
19 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.13
20 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S.13
21 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 232
22 vgl. DTV-Ausgabe
„Die Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 19
23 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 20
24 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 24
25 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 34
26 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 94
27 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 94
28 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 199
29 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 199f.
30 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 57
31 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 24
32 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 31
33 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 55
34 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 383
35 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 95
36 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 346
37 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 401
38 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 373
39 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 377
40 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 448
41 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 445
42 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 256-260
43 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 256
44 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 257
45 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 258
46 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 258
47 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 260
48 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 260
49 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 260
50 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 261
51 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 400
52 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 401
53 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 71
54 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 71
55 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 73
56 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 72
57 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 302
58 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 165
59 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 211
60 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 217
61 vgl. DTV-Ausgabe
„Deutschstunde“ Siegfried Lenz S. 101
62 vgl. Königs
Erläuterungen und Materialien
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