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Elisabeth: Frühe Jahre und Aufstieg zur Königin(En
Frühe Jahre und Aufstieg zur Königin
Elisabeth, die letzte englische Herrscherin aus dem Hause Tudor, wurde am
7. September 1533 in London als Tochter König Heinrichs VIII. von
England und seiner zweiten Gemahlin Anne Boleyn geboren. 1536 hatte ihr Vater
Heinrich durch einen Parlamentsbeschluss seine Ehe mit Anne Boleyn für
ungültig erklären lassen, um seine dritte Frau, Jane Seymour,
ehelichen zu können. Mit Zustimmung des Parlaments setzte er seinen Sohn
aus der Ehe mit Jane Seymour, den späteren Eduard VI., an die erste
und seine Tochter aus seiner Ehe mit Katharina von Aragonien, die spätere
Maria I. Tudor, an die zweite Stelle der Thronfolge. Elisabeth ließ
er für illegitim erklären. Ein Parlamentsbeschluss von 1544 reihte
Elisabeth jedoch wieder in die Thronfolge ein, und zwar an dritter
Stelle.
Eduard VI. wurde am 12. Oktober 1537 als einziger Sohn
Heinrichs VIII. und dessen dritter Ehefrau, Jane Seymour, geboren. Nach dem
Tode Heinrichs VIII. 1547 folgte ihm Eduard, sein einziger Sohn, auf dem
Thron. Eduards Onkel mütterlicherseits, Edward Seymour, Earl von Hertford
und später Herzog von Somerset, wurde Lordprotektor (Reichsregent) für
den noch unmündigen Eduard. Sowohl Eduard als auch sein Onkel waren
überzeugte Anhänger der Reformation und unternahmen große
Anstrengungen, um in England den Protestantismus einzuführen. Im Alter von
15 Jahren erkrankte Eduard VI. schwer an Tuberkulose. Kurz vor seinem Tod am
6. Juli 1553 in Greenwich enthob Eduard auf Betreiben des Haushofmeisters
John Dudley seine beiden Halbschwestern, die später als Maria I. und
Elisabeth I. England regierten, ihres Anspruchs auf den Thron. Die
Königskrone fiel daraufhin an Lady Jane Grey, die mit Dudleys Sohn
verheiratet war; aber nur neun Tage nach ihrer Krönung wurde sie von Maria
gestürzt und Dudley, Lady Jane sowie ihr Mann wurden
hingerichtet.
Als Maria I. 1553 Königin von England wurde, setzte wieder die
römisch-katholische Kirche ein und heiratete ihren Cousin Philip II.
von Spanien. Durch diese Heirat war sie beim Volk sehr unbeliebt, da England
dadurch in einen Krieg mit Frankreich verwickelt wurde, bei dem es Calais
verlor. Diese Unbeliebtheit steigerte sie noch dadurch, dass sie während
ihrer Herrschaft 300 Menschen, die der Ketzerei beschuldigt wurden, zum Tod
verurteilen ließ. Maria, eine gläubige Katholikin, fühlte sich
vom Protestantismus und der potentiellen Anwartschaft Elisabeths auf den Thron
jedoch bedroht und ließ Elisabeth deshalb 1554 unter der falschen
Anschuldigung, sich an einer Verschwörung beteiligt zu haben, ins
Gefängnis stecken. Als sich Elisabeth dann offen zum Katholizismus
bekannte, fand sie wieder Gnade bei ihrer Schwester Maria und wurde wieder auf
freien Fuß gesetzt.
Nach dem Tod Marias, die den Beinamen „die Blutige“ erhielt,
im Jahre 1558 wurde Elisabeth Königin von England. Bei ihrer
Thronbesteigung war England von konfessionellen Machtkämpfen zerrissen, die
Wirtschaft des Landes war schwer angeschlagen – nicht zuletzt wegen des
Krieges mit Frankreich. All diese Schwierigkeiten konnte Elisabeth
überwinden, nicht zuletzt da ihre Pflichten als Monarchin stets im
Mittelpunkt ihres Lebens standen. Elisabeths politisches Talent zeigte sich zum
großen Teil auch in der Wahl ihrer Berater, fähiger und intelligenter
Männer wie etwa Sir Francis Walsingham und William Cecil
Burghley.
Eines der größten Probleme, das sich der neuen Königin nach
ihrer Thronbesteigung stellte, war die konfessionelle Spaltung des Landes.
Gleich nach dem Tode ihrer Schwester Maria konvertierte Elisabeth wieder zum
Protestantismus. 1559 waren in ihrem ersten Parlament die Protestanten in der
Mehrheit. Zwischen 1559 und 1563 verabschiedete dieses Parlament eine Reihe von
Gesetzen, die zur doktrinären Grundlage der anglikanischen Kirche
(Church of England) wurden. Mit dem Elisabethanischen Kompromiss wurde
die Church of England 1559 wieder zur Staatskirche, Elisabeth wurde zum
Oberhaupt der von Rom unabhängigen anglikanischen Kirche. Im Interesse
einer innenpolitischen Konsolidierung suchte Elisabeth zunächst den
Ausgleich mit den Katholiken; die Spannungen zwischen anglikanischer und
katholischer Kirche in England verschärften sich erst nach der Flucht Maria
Stuarts nach England 1568 und der Exkommunizierung Elisabeths durch den Papst
1570 wieder.
Elisabeth, Königin von England
Elisabeths dominierende Rolle in einem Zeitalter, das sogar mit ihrem Namen
belegt wurde, gründet teilweise auf dem allumfassenden Nationalgeist, den
sie zu verbreiten verstand und der während der zweiten Hälfte des
16. Jahrhunderts ganz England erfasste. Elisabeth gelang es, das Vertrauen
des Volkes in die Monarchie und eine starke Krongewalt wieder herzustellen. Nach
der Überwindung der konfessionellen Spaltung im Land und der Beendigung des
Krieges mit Frankreich im Frieden von
Cateau-Cambrésis [1] war der Weg für
Englands wirtschaftlichen Aufschwung geebnet. Unter Elisabeths Führung
begann die Regierung, Handel und Gewerbe auf nationaler Ebene in geordnete
Bahnen zu leiten und zu fördern. England wuchs zu einer bedeutenden
Seemacht heran, die legendäre Seehelden wie Sir Francis Drake und Sir
Martin Frobisher hervorbrachte. 1560 wurde ein neues Münzsystem
eingeführt, das die alten Silbermünzen aus den drei vorangegangenen
Regierungsperioden ablöste. Die völlig überhöhten Preise
fielen wieder auf ein Normalmaß, und das Vertrauen in die englische
Währung war wieder hergestellt. Gleichzeitig erließ sie Gesetze zur
Kontrolle der Löhne und zur Ausblidung der Handwerker. Der von der
Regierung geförderte Außenhandel entwickelte sich zu einem
bedeutenden Geschäft. 1566 wurde die Börse in London (Royal
Exchange of London) eröffnet, und 1599 die Handelsgesellschaft, die
später als Ostindische Kompanie (East India Company) bekannt wurde,
gegründet. Und über all dem Aufschwung und Wohlstand stand die
Königin; in den Augen ihrer Untertanen war Elisabeth die Verkörperung
Englands.
Heiratsprojekte
Seit Beginn ihrer Regierungszeit war Elisabeths Ehelosigkeit ein
politisches Problem – es gab keinen Thronfolger. Das Parlament versuchte
vergebens, die Königin zu einer Heirat zu bewegen – Elisabeth lehnte
ab mit der Begründung, sie habe vor, als Jungfrau zu leben und auch so zu
sterben. Trotz ihres abschlägigen Bescheids an das Parlament spielte sie
doch ständig mit dem Gedanken, sich mit einem der vielen Bewerber, die sich
um sie scharten, zu vermählen. Ihre Favoriten, darunter vor allem Robert
Dudley, Earl of Leicester, Sir Walter Raleigh, und Robert Devereux, Earl of
Essex, wählte sie je nach der politischen Lage.
Die Seegeltung Englands
Unter Elisabeths Führung wuchs England zu einer bedeutenden Seemacht
heran, die legendäre Seehelden wie Sir Francis Drake und Sir John Hawkins
hervorbrachte.
Drake und Hawkins begründeten in den 1560er mit 3 Expeditionen, mit
denen sie in den Handel mit Sklaven aus Afrika in Mittelamerika einzusteigen
versuchten, den großen Ringhandel zwischen Europa, Afrika und Amerika mit.
Über zehn Millionen umgekommene Schwarze gehen zu Lasten britischer
Sklavenhändler.
In den Jahren 1570/71 unternahm Drake zwei Handelsreisen zu den
Westindischen Inseln. 1572 fasste er den Entschluss, in Konkurrenz mit den
bedeutenden Seefahrern Portugals und Spaniens zu treten und stach mit Zustimmung
der britischen Krone in Plymouth in See. Während dieser Reise eroberte er
den Hafen Nombre de Díos am Isthmus von Panamá und zerstörte
die nahe gelegene Stadt Portobelo. Mehrere kriegerische Auseinandersetzungen im
Golf von Mexiko beendete er siegreich. Mit einer Schiffsladung spanischen
Silbers kehrte er nach England zurück und begründete damit seinen Ruf
als Freibeuter.
1577 erhielt er von der englischen Königin Elisabeth I. den
geheimen Auftrag, gegen die spanischen Kolonien an der Pazifikküste der
Neuen Welt vorzugehen. Mit fünf Schiffen und 166 Mann Besatzung
segelte er von Plymouth ab. Nachdem er zwei seiner Schiffe im
Mündungstrichter des Río de la Plata in Südamerika hatte
aufgeben müssen, verließen die drei verbleibenden Schiffe 1578 den
Atlantischen Ozean, durchfuhren die Magellanstraße an der Südspitze
des südamerikanischen Kontinents und erreichten 16 Tage später
den Pazifischen Ozean. Ein Schiff wurde während 50 Tage andauernder
heftiger Stürme zerstört, ein weiteres kehrte zurück nach
England. Nur Drake, der weit nach Süden abgetrieben worden war, segelte
weiter in nördlicher Richtung entlang der südamerikanischen
Pazifikküste. Er plünderte diverse spanische Häfen (darunter
Valparaíso). Auf der Suche nach einer Ostpassage zurück zum
Atlantischen Ozean segelte er weiter nach Norden und erreichte dabei
wahrscheinlich den 48. nördlichen Breitengrad nahe der heutigen Grenze
zwischen den USA und Kanada. Sein angeschlagenes Schiff, die Golden Hind,
wurde in einer schmalen Bucht (heute Drake’s Bay) nördlich des
heutigen San Francisco repariert.
Am 23. Juli 1579 brach Drake erneut in westlicher Richtung durch den
Pazifischen Ozean auf. Im November erreichte er die Molukken, eine Inselgruppe
im westlichen Pazifik. Er unterbrach die Reise auf den indonesischen Inseln
Celébes (Sulawesi) und Java, umsegelte das Kap der Guten Hoffnung und
landete, nach einem kurzen Aufenthalt in Sierra Leone, im September 1580 in
England. Somit hatte Drake - vermutlich ungeplant - die erste britische, und
nach Magalhães die zweite Weltumsegelung überhaupt
vollbracht.
Außerdem brachte er reiche Beute von den spanischen Handelsschiffen
mit, was seinen eher heimlichen Förderern und Geldgebern, unter ihnen
Königin Elisabeth I:, einen 4.000-prozentigen Gewinn auf ihre Auslagen
einbrachte.
Für seine Verdienste wurde er von Elisabeth I. zum Ritter geschlagen
und durfte sich fortan Sir Francis Drake nennen.
1585 segelte Drake noch einmal mit einer großen Flotte in Richtung
Westindische Inseln. Er überfiel mehrere spanische Siedlungen (darunter
Saint Augustine im heutigen Florida) und besuchte die erste englische Kolonie in
der Neuen Welt, die Insel Roanoke vor der Küste North Carolinas, von wo aus
er der Überlieferung zufolge den Tabak in England einführte.
1587 wurde er von der Königin ausgesandt, um die spanische Flotte im
Hafen von Cádiz zu besiegen. Dabei zerstörte er 33 spanische
Schiffe. Als Folge davon musste Spanien die geplante Invasion Englands
verschieben. Im folgenden Jahr diente Sir Francis Drake als Vizeadmiral der
englischen Flotte, die die spanische Armada besiegte. 1595 sandte die
Königin Drake und Hawkins erneut auf eine Expedition zu den Westindischen
Inseln, auf der beide in der Karibik an der Ruhr starben.
Hintergrund des Konfliktes mit Maria Stuart
Ein sehr delikates politisches Problem war für Elisabeth ihre
katholische Cousine Maria Stuart, Königin von Schottland, die nach ihrer
Niederlage gegen ihren Halbbruder James Stuart, Earl von Moray, 1568 in England
Zuflucht suchte.
Maria wurde am 8. Dezember 1542 in Linlithgow geboren und bereits
wenige Tage später als Nachfolgerin ihres Vaters zur Königin erhoben.
Sie wuchs in Frankreich auf und wurde 1558 mit dem französischen
Thronfolger verheiratet, während ihre Mutter Maria von Guise in Schottland
blieb um ihre Rechte zu wahren. In demselben Jahr starb Königin Maria I.von
England, und Maria Stuart hatte jetzt vor Elisabeth I. Anspruch auf den
englischen Thron, da sie eine Urenkelin Heinrich VII. war . Elisabeth I., die
den englischen Thron übernahm, war zwar eine Enkelin Heinrich VII., galt
jedoch als Bastard, ihre Mutter war die Ursache aller Unruhen und Neuerungen im
Reich gewesen, und wurde von Frankreich nicht anerkannt, da sie ein Kind aus der
zweiten Ehe Heinrich VIII. ist, die von der katholischen Kirche nie anerkannt
wurde.
1559 starb Heinrich II. von Frankreich, und Maria Stuart wurde an der Seite
ihres Mannes Franz II. Königin von Frankreich. Der Widerstand gegen die
Regentschaft der Maria von Guise wuchs durch die Eheschließung ihrer
Tochter mit dem Dauphin von Frankreich im April 1558. Im Jahr 1559 kam es unter
der Führung von Knox zur offenen Rebellion. Elisabeth I. von England
unterstützte die Aufständischen. 1960 schafften die Anführer der
schottischen Protestanten die römisch-katholische Kirche in Schottland ab
und übernahmen das calvinistische Glaubensbekenntnis. Als im selben Jahr
Franz II. von Frankreich stirbt und Maria Stuart nach französischem Recht
den französischen Thron verliert, kehrt sie, nachdem inzwischen auch ihre
Mutter verstorben war, nach Schottland zurück, wo mittlerweile ihr
Halbbruder Lord James Stuart regierte. Als loyale Katholikin und Thronerbin
wurde Maria zur zentralen Figur der Gegenreformation in Schottland und
später auch in England.
1565 heiratete Maria ihren Cousin, den katholischen schottischen Adligen
Lord Darnley. Neben der allmählich immer stärker katholisch
geprägten Politik der Königin stieß diese Heirat bei den
Protestanten auf Missfallen; sie war das Signal für einen Aufstand des Earl
of Moray, der hoffte, die gesamte protestantische Partei würde sich ihm
gegen die Königin anschließen. Moray wurde in seiner Hoffnung jedoch
enttäuscht, und Maria schlug den Aufstand innerhalb kurzer Zeit nieder.
Wenig später überwarf sich Maria mit Darnley; Maria hatte ihm den
Königstitel verliehen, doch nun forderte er die Krone auf Lebenszeit und,
falls die Königin ohne Nachkommen sterben sollte, den Übergang der
Krone auf seine Erben.
Marias Sekretär und Berater war der Florentiner David Rizzio, ein
Katholik und Günstling bei Hofe. Dem König wurde hinterbracht, dass
angeblich Rizzio seinem Streben nach der Krone im Wege gestanden sei; deshalb
verbündete er sich mit Moray, Lord Patrick Ruthven, James Douglas, dem
4. Earl of Morton, und anderen führenden schottischen Protestanten.
Ergebnis dieser Verschwörung war 1566 die Ermordung Rizzios. Anfang 1567
ließ James Hepburn, der 4. Earl of Bothwell, der seit Morays Aufstand
und noch mehr seit der Ermordung Rizzios hoch in der Gunst der Königin
stand, Darnley ermorden. Eine Mitwisser- oder gar Mittäterschaft Marias bei
Darnleys Ermordung konnte nie bewiesen werden. Bothwell kam vor ein
Scheingericht und wurde freigesprochen. Wenig später ließ er sich von
seiner Frau scheiden und heiratete Maria – in einer protestantischen
Zeremonie.
Diese neuerliche Heirat provozierte Darnleys Partei, die sich sogleich
gegen Maria erhob. Marias Armee war den Truppen der Aufständischen deutlich
unterlegen, und am 15. Juni 1567 wurde ihre Armee bei Carberry Hill
besiegt; Maria musste sich dem aufständischen Adel ergeben. Am
24. Juli 1567 dankte sie zugunsten ihres Sohnes Jakob VI. ab. Am
2. Mai 1568 konnte Maria aus der Gefangenschaft entfliehen und innerhalb
weniger Tage ein 6 000 Mann starkes Heer aufstellen. Am 12. Mai
besiegte Moray bei Langside in der Nähe von Glasgow Marias Truppen. Allen
Warnungen ihrer engsten Freunde zum Trotz suchte Maria vier Tage später in
England bei ihrer Cousine, Königin Elisabeth I., Zuflucht, wohl in der
Hoffnung, Elisabeth würde sie aus monarchischer Solidarität
unterstützen. Elisabeth ließ Maria sofort in Haft nehmen,
wohlwissend, dass die katholischen Herrscher Europas und ihre eigenen
katholischen Untertanen nicht sie – Elisabeth–, sondern ihre Cousine
Maria als rechtmäßige Königin Englands ansahen. Maria wurde
jahrelang gefangen gehalten, und englische Katholiken strengten zahlreiche
Verschwörungen an, um Maria zu befreien und auf den englischen Thron zu
bringen.
Die bekannteste aller Intrigen zur Befreiung Marias war 1568 die Anthony
Babingtons, des Pagen von Maria, der ein Attentat auf Elisabeth plante; doch die
Verschwörung wurde entdeckt. Maria wurde im Oktober 1586 der Beteiligung an
der Verschwörung Babingtons angeklagt und am 25. Oktober zum Tode
verurteilt. Elisabeth unterzeichnete den Hinrichtungsbefehl erst am
1. Februar 1587; eine Woche später, am 8. Februar, wurde er
ausgeführt.
Nachfolger Elisabeths wurde 1603 Maria Stuarts Sohn, der katholische
Monarch Jacob VI. von Schottland. Seine Thronbesteigung als Jakob I. von
England vereinigte die Kronen Englands und Schottlands.
Krieg mit Philipp II. von Spanien
Maria Stuarts Hinrichtung hatte schwerwiegende Folgen. Bereits seit
längerem hatte Elisabeth die Übergriffe englischer Freibeuter wie
z. B. Francis Drake auf spanische Schiffe und spanischen Kolonialbesitz
unterstützt, und sie ließ den Niederlanden in ihrem Freiheitskampf
gegen Spanien Hilfe zukommen. Die Hinrichtung der Katholikin Maria lieferte nun
dem ebenfalls katholischen spanischen König Philipp II., der sich im
Übrigen nach dem Tod seiner zweiten Frau Maria I. Tudor um eine
Eheschließung mit Elisabeth bemüht hatte, nur noch einen weiteren
Grund, den Krieg gegen England, der schon seit 1585 vor allem in den
Niederlanden geführt wurde, fortzusetzen und zu verschärfen. 1588
entsandte er eine gewaltige Flotte zur Invasion Englands.
Der Plan zur Eroberung Englands hatte politische und religiöse
Gründe: Philipp, Herrscher über das katholische Spanien, versuchte
seit 1566 erfolglos, einen Aufstand seiner protestantischen Untertanen in den
Niederlanden niederzuwerfen. Die Aufständischen wurden von England offen
unterstützt. 1586 kam Philipp schließlich zu dem Schluss, dass er die
Niederlande nur besiegen könne, wenn er England unterwerfe. Gleichzeitig
hoffte er, durch die Absetzung Elisabeths und die Rekatholisierung des
protestantischen Englands die seit langem bestehenden konfessionellen
Zwistigkeiten mit England zu seinen Gunsten zu entscheiden.
Geplant war, dass eine spanische Flotte unter dem Oberbefehl des Herzogs
von Medina-Sidonia, Alonso Pérez de Guzmán, zusammen mit einem
Heer aus den Niederlanden unter der Führung Alessandro Farneses in England
einfallen sollte. Die Flotte bestand aus 130 Schiffen mit fast
30 000 Mann Besatzung. Die Engländer erhielten jedoch Kenntnis
von diesem Plan und verzögerten das Auslaufen der Armada durch Angriffe auf
Cádiz (1587) für fast ein Jahr.
Im Juli 1588 konnte die Armada schließlich in See stechen. Am
29. Juli wurde sie vor England gesichtet. Eine englische Flotte unter Lord
Charles Howard (dem späteren 1. Earl of Nottingham) stellte sich ihr
bei Plymouth entgegen und lieferte den Spaniern in der folgenden Woche
Schlachten vor Plymouth, Portland Bill und der Insel Wight. Die englische Flotte
war der spanischen zahlenmäßig unterlegen, aber ihre Schiffe waren
schneller und wendiger, außerdem war ihre Artillerie der spanischen
überlegen. Die ersten Schlachten endeten unentschieden.
Die Gelegenheit zum entscheidenden Schlag bot sich den Engländern, als
die Armada bei Calais (Frankreich) vor Anker ging, um hier die Truppen aus den
Niederlanden an Bord zu nehmen: Howard ließ brennende Schiffe auf die
Armada zufahren. Dadurch brach bei den Spaniern eine Panik aus, die zur
Auflösung ihres Flottenverbands führte. In der folgenden Schlacht bei
Gravelines am 8. August trugen die Engländer den Sieg davon. In der
Folge verhinderten starke Stürme die Rückfahrt der spanischen Schiffe
durch den Ärmelkanal; die Armada musste deshalb den Weg um die
Nordküste von Schottland und die Westküste von Irland nach Spanien
zurück nehmen. Nur 67 der ursprünglich 130 Schiffe kamen in
Spanien an, die meisten davon schwer beschädigt.
Die Niederlage der Armada bedeutete jedoch noch kein Ende des Krieges
zwischen England und Spanien – der Krieg sollte noch bis 1604 andauern
–; die Niederlage stärkte jedoch das englische Nationalgefühl,
festigte die Stellung des Protestantismus als Staatsreligion in England, schuf
die Grundlage für das Vertrauen der Engländer in ihre Flotte, dem
zentralen Instrument zur Verteidigung ihres Landes, und sie wurde von vielen als
Beginn des Aufstiegs Englands zur Weltmacht interpretiert. Spanien dagegen trieb
die Niederlage beinahe in den Bankrott.
Die Spanische Armada wurde jedoch von der englischen Flotte vernichtend
geschlagen, und England begann Spanien als führende See- und Kolonialmacht
abzulösen. Gleichzeitig etablierte England mit seinem Sieg über das
katholische Spanien den Protestantismus als nicht mehr zu übergehenden
Faktor in der internationalen Politik. Der Sieg über die Armada war eine
der großen Leistungen Königin Elisabeths I. von England und trug
in der Folge zum Zerfall des Spanischen Reiches bei.
Ende einer Ära
Gegen Ende ihrer Regierungszeit schwand Elisabeths Popularität vor
allem wegen ihrer unkontrollierten Ausgaben und dem zunehmenden Missbrauch ihrer
königlichen Macht. Wirtschaft und Handel gingen infolge der Kriege nieder,
und Elisabeths politische Führung zeigte zunehmend Schwächen –
waren ihre späteren Berater doch bei weitem nicht so fähig wie ein
William Cecil Burghley oder ein Walsingham. Einen bitteren Beigeschmack bekam
die Endphase von Elisabeths Regierungszeit auch durch den blutigen und
kostspieligen Krieg gegen den Aufstand in Irland, der von Hugh O’Neill
angeführt wurde. Als ihr Günstling Robert Devereux erfolglos aus dem
Krieg gegen die irischen Rebellen nach England zurückkehrte, führte er
eine Revolte gegen die Königin selbst an und wurde 1601 hingerichtet. Der
Aufstand in Irland wurde schließlich 1603 niedergeschlagen. Der Verrat
ihres Günstlings traf Elisabeth tief. Sie verbrachte die letzten Jahre
ihres Lebens unglücklich und allein. Elisabeth hatte ein glorreiches
Zeitalter durchlebt und geprägt, ein Zeitalter, in dem die Grundlagen
für das moderne England geschaffen wurden. Elisabeth starb am
23. März 1603 in London; mit Elisabeth endete die Tudor-Dynastie in
England. Kurz vor ihrem Tod hatte sie den schottischen König
Jakob VI., den Sohn Maria Stuarts, zu ihrem Nachfolger bestimmt.
Das Elisabethanische Zeitalter war nicht nur eine Epoche großer
politischer Erfolge, sondern auch eine Ära außerordentlicher
kultureller Blüte in England. Edmund Spenser, Christopher Marlowe und
William Shakespeare sind nur einige der zahlreichen hervorragenden
Schriftsteller, die unter Elisabeth wirkten. Elisabeth selbst bot mit ihrer
schillernden Persönlichkeit ausreichend Stoff für die Literatur,
u. a. noch zu ihren Lebzeiten für Edmund Spenser in seinem Epos The
faerie Queene (1590-1596), für William Harrison Ainsworth in seinem
historischen Roman The Tower of London (1840).
[1] am 3. April 1559 zwischen
Heinrich II. von Frankreich und Philipp II. von Spanien geschlossen
(er bedeutete den Schlussstrich unter jahrzehntelange, immer wieder aufflammende
Kämpfe um territoriale Ansprüche in Italien. An dem Vertragsschluss
war auch England beteiligt, das sich mit Spanien verbündet
hatte.)
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