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England
© by Sebastian & Grischa England 03.09.1999
1. Allgemeine und topographische Angaben
England gehört mit Nordirland, Schottland und Wales zum Vereinigten
Königreich von Großbritannien und Nordirland, das mit der Insel Man
und den Kanalinseln auf den Britischen Inseln liegt und durch seine Insellage
einige Besonderheiten aufweist. Unter Großbritannien versteht man nur
Wales, Schottland und England, die auf der Hauptinsel liegen.
Von den 244.000 km² Großbritanniens verfügt England
über 130.000 km². Es liegt auf der Hauptinsel der britischen Inseln
und grenzt im Westen an Wales und im Norden an Schottland. Mit dem
europäischen Festland ist England durch den neu erbauten Kanaltunnel
verbunden.
Die Bodengestalt Englands lässt sich grob in zwei Gebiete
unterteilen: das Hochland in Nord- England, Wales
und Cornwall und das östlich davon gelegene Tiefland von der
Mündung der Flüsse Tee im Nordosten und Exe
im Südwesten. Wegen der geringen Entfernungen zur Küste sind die
Flüsse kurz. Nur im Süden ist das Festland 500 km breit. Die
wichtigsten Flüsse sind Themse (346km), Severn und Trent. Die Küste
ist durch zahlreiche Buchten und Mündungstrichter gegliedert. Binnenseen
sind im Lake District im Norden Englands zu finden. Im Süden Englands
werden die Flüsse durch Kanäle verbunden.
Obwohl England vom Äquator so weit entfernt liegt wie Labrador in
Kanada, hat es wegen seiner Insellage und dem Einfluss des Golfstroms ein
wärmeres Klima. Der Golfstrom sorgt für eisfreie Häfen. Durch das
unterschiedliche Wärmeverhalten von Ozean und Land ist die Temperatur
ausgeglichen (kühle Sommer, milde Winter). Die Schwankung beträgt
durchschnittlich ( je nach Entfernung von der Küste) 10 –15° C.
Selten sinkt die Temperatur im Winter unter 0°, im Sommer beträgt die
Durchschnittstemperatur an der Küste 18° und im Landesinnern 22°
(Küstenklima). Niederschläge fallen ganzjährig, durchschnittlich
1000 mm im Jahr, in einigen Gebieten über 2000 mm Die hohe Luftfeuchtigkeit
führt zu starker Nebelbildung. Aufgrund des vorherrschenden
Südwest-Windes erhalten die westlichen und nördlichen
Hügelregionen mehr Regen als die tiefer gelegenen östlichen Gebiete.
Im Süden und Osten kann man mit mehr Sonne rechnen als im Innern.
2. Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur
In England leben 47 Millionen Menschen, das sind 83% der Bevölkerung
Großbritanniens. Die meisten Menschen leben in den großen
Verdichtungsräumen in den Ebenen Mittel- und Südenglands und
Groß-London. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt
357 Einwohner/ qkm. Die Verstädterung ist außerordentlich groß
(78% der Bevölkerung). Millionenstädte sind London und Birmingham, als
Verdichtungsräume auch Glasgow, Manchester, Leeds und Liverpool.
In den letzten zwanzig Jahren ist eine Bevölkerungswanderung nach
London, Birmingham, Cambridge und Gebieten im Süden Englands zu
verzeichnen.
3. Wirtschaftsstruktur
Der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung
beträgt 49,1% (1990), davon arbeiten in der Landwirtschaft 2,2%, in der
Industrie 29,5% und im Dienstleistungsbereich 68,3%.
Die Arbeitslosenquote betrug 1991 6,5%, die Jugendarbeitslosigkeit betrug
9,3%. Der Anteil der Beschäftigten in Landwirtschaft und Industrie sind im
Vergleich zu 1975 gesunken, während der Anteil der Beschäftigten im
Dienstleistungsbereich gestiegen ist. Zum Vergleich die Zahlen von 1975:
Landwirtschaft: 2,7 %, Industrie 40,9 %, Dienstleistungsbereich 56,4
%.
Landwirtschaft
Die Bergregionen sind von Mooren und Heide bedeckt (Raubbau). Die
Waldfläche beträgt nur 7%.
Ein Großteil der landwirtschaftlichen Fläche wird als Weideland
zur Milch- und Fleischerzeugung genutzt.
Ackerbau gibt es nur in Südost- und Ostengland. Intensivkulturen wie
Obst- und Gemüseanbau gibt es in der Nähe der Großstädte.
Die Betriebe sind durchschnittlich 65 ha groß und arbeiten
effizient. Die Landwirtschaft deckt 2/3 des britischen Eigenbedarfs.
Wirtschaftsboom
Nach der wirtschaftlichen Rezession zu Beginn der 80er Jahre hat sich in
England ein Wirtschaftsboom entfaltet, der eine Senkung der Inflationsrate, den
Rückgang der Arbeitslosigkeit, eine Zunahme der Zahl der
Erwerbstätigen und die Erhöhung des Lebensstandards zur Folge
hatte.
Seit 1975 fördert GB Erdöl aus der Nordsee ist ist dadurch
weitgehend Energie-Selbstversorger.
North-south- divide und Cambridge -Phänomen
Gleichzeitig erhöhte dieser Wirtschaftsboom den
Nord-Süd-Unterschied in England. Kennzeichen dafür sind die
unterschiedlich hohen Arbeitslosenzahlen (Norden 15% - Süden 5%), die
überdurchschnittliche Zunahme an Erwerbstätigen und die Neuansiedlung
von Hochtechnologieindustrie im Süden Englands (M 4- Korridor /sunshine
belt um London) bei gleichzeitiger Abnahme bzw Stagnation der alten
industrieellen Arbeitsplätze im Norden. Trotz
Förderungsmaßnahmen ist dieser Prozess nicht aufgehalten
worden.
Ursache dafür ist u. a. der Standortvorteil, der auch durch die
Nähe zu London bedingt ist.
London mit über 6 Millionen Einwohnern ist die Hauptstadt des
Vereinigten Königreichs und der größte Verdichtungsraum des
Landes. Gleichzeitig ist London der größte Seehafen des Landes und
besitzt mit Heathrow den bedeutendsten internationalen Flughafen. Die Stadt ist
der größte Bank – und Finanzplatz der Welt, da die englische
Sprache die Weltverkehrssprache ist. Die Kontaktmöglichkeiten zu Regierung
und Finanzwelt, das Potential an qualifizierten Arbeitskräften, die
Attraktivität der Landschaft, die überragende Verkehrsinfrastruktur
und die Nahlage zur übrigen EU verstärken diesen Effekt. Zur Folge hat
dies eine hohe Wanderung der Arbeitskräfte nach Süden, eine Ausweitung
der Perepheriegebiete und das Pendeln.
Besonders um das Gebiet um Cambridge haben sich in den letzten 15 Jahren
viele High-Tech-Firmen angesiedelt, so dass man vom "Cambridge
–Phänomen spricht. In dieser Region findet man ein hohes Niveau an
begabten, engagierten Wissenschaftlern, die Kontakt zur Universität
haben, eine attraktiver Stadt mit historischer Architektur, Kultur und Bildung
sowie die gewachsene Nähe zu London.
4. Europa
(Groß-Britannien insgesamt)
GB ist seit dem 1. 1. 1973 Mitglied der EG. Dieser Eintritt wurde 1975
durch eine Volksabstimmung mit über 2/3 Zustimmung bestätigt. Im
Oktober 1990 50% des britischen Außenhandels wird mit der EG betrieben.
Viele ausländische Firmen haben Direktin-vestitionen in
Groß-Britannien getätigt, um Zugang zur EU zu erhalten. Über
3500 amerikanische und über 200 japanische Unternehmen sind mittlerweile in
GB tätig (mehr als in allen anderen EU-Ländern). Jeder 6. Arbeitplatz
wird von ausländischen Unternehmen angeboten. Ca 1000 Firmen haben
Investitionen in GB getätigt Grund dafür simd im Vergleich zu
Deutschland die niedrigeren Lohnstückkosten, die 76% und die
Arbeitskosten, die nur bei 56 % der deutschen Kosten betragen. Allerdings ist
die Produktivität in Deutschland höher. In GB beträgt sie nur ca.
74%.
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