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Wedekind, Stefan: Frühlingserwachen
Frühlingserwachen
Interpretation
Werke von Wedekind richten sich gegen das willhelminische
Bürgertum und dessen tiefe Verlogenheit und Korruptheit
lebenszerstörenden, sexualfeindlichen Einstellung der Gesellschaft weshalb
er von der zeitgenössischen Zensur behindert wird. In dem Stück von
Frank Wedekind „Frühlingserwachen" geht es um pubertierende
Jugendliche . Es geht um ihre Zweifel, ihre Sehnsüchte, ihre Wünsche
Sie möchten von den Erwachsenen, und vor allem von ihren Eltern, auch als
Erwachsene, oder zumindest nicht mehr als Kinder, angesehen zu werden. Sie tun
sich schwer unter der Schule im Obrigkeitsstaat Wilhelms II..Die Prüderie
in der damaligen Elterngeneration hindert sie daran sich mit der Sexualität
zu identifizieren, sie quälen sich mit den immer gleichen Fragen und
Nöten herum, verheddern sich.
Frühlings Erwachen endet bei Frank Wedekind mit
Jugendstil-Symbolik: auf einem Friedhof unterm Novembermond. Auf dem Grabstein
der Wendla Bergmann, die nur vierzehn Jahre alt geworden ist, steht die
Lüge »gestorben an der Bleichsucht« sie ist aber gestorben an den
Folgen einer Abtreibung, die ihre Mutter aus Furcht vor der Schande arrangiert
hat. Die konservative Mutter, die in ihrer eigenen Wertewelt gefangen ist und
mit einer Mischung aus Angst und Frömmigkeit lebt, wollte die
Schwangerschaft nicht ans Licht kommen lassen, aus Furcht vor einem Skandal, der
in der damaligen Zeit leicht ins Rollen kam.
Wendlas Freund ist der vierzehn Jahre alte Schüler
Melchior Gabor, er ist aus der Korrektionsanstalt entflohen und wird an ihrem
Grab von seinem Mitschüler Moritz Stiefel, der seinen Kopf unterm Arm
trägt, angesprochen. Moritz hat sich erschossen, weil er nicht versetzt
worden ist und diese Schande seinen Eltern nicht zumuten will. Zwei Tote in
Frühlings Erwachen: Wendla ist das Opfer einer falschen Erziehung, sie
stirbt als werdende Mutter und weiß nicht einmal, auf welche Weise sie
Mutter geworden ist, sie meint,
ohne Heirat könne man gar kein Kind bekommen, und
Moritz ist das Opfer einer falschen Erziehung, er gibt sich den Tod, bevor er
noch die körperliche Liebe erlebt hat. Vergleicht man diesen Tod mit dem
Massaker 1999 in Lytelton, USA, kann man gewisse Ähnlichkeiten erkennen.
Die Mörder von Lytelton mordeten, weil sie nicht von anderen Schülern
respektiert, gehänselt und Flaschen nach ihnen geworfen wurden.
Ähnlich ergings Moritz der verträumt, ängstlich, durchdrungen von
selbstzerstörischer Bessenheit und nebenbei auch noch von seinen
Schulkameraden geärgert wurde. Er hatte auch Mal eine Drohung
ausgesprochen, dass er Selbstmord begehen würde, wenn er das Jahr nicht
bestehen würde, auch dann wurde er nur als Angeber
abgestempelt.
Melchior ist verzweifelt. Er ist von der Schule geworfen
worden, nachdem er als Autor des Textes “Der Beischlaf” anerkannt
wurde. Den Text hatte er für Moritz geschrieben, der wegen der
konservativen Erziehungsweise seiner Mutter wenig über die Sexualität
wusste.. Da die Schule jegliche Schuld von dem Tod Moritzs abweisen wollte,
wurde der Text als Beweis benutzt, dass Melchior schuld an dem Tod von Moritz
war. Doch wer am Ende von Frühlings Erwachen auf dem Kirchhof ist, tot wie
Wendla und Moritz oder mit der Absicht zu sterben wie Melchior, der ist
unschuldig. Frank Wedekind klagt die Moral der Eltern an: sie mordet die Kinder.
Die Richter sind die Verbrecher. Dies könnte einem Zitat Nietzsches
entsprechen : “ Umwertung aller Werte”
Auf dem Friedhof erscheint Melchior der »Vermummte
Herr« und wie der Selbstmörder Moritz Stiefel den unglücklichen
Melchior zum Sterben verführen will, so will der »Vermummte Herr«
Melchior zum Leben verführen, und es gelingt ihm. Er personifiziert das
Leben selber mit all seinen abenteuerlichen Möglichkeiten.
Die Absicht des Verfassers ist es den Eltern in der
damaligen Zeit zu zeigen welche Folgen aus einer völlig prüden,
koservativen und falschen Erziehung resultieren können.
Dieses Stück wird dem Expressionismus zugeordnet. Vor
allem, weil der Tod und das Leben personifiziert auftreten (der Tod als Moritz
mit dem Kopf unter dem Arm, und das Leben als vermummter Herr). Auch die Namen
der Lehrer die die Eigenschaften dieser aufzeigen, zeigen dass sieses Stück
dem Expressionismus zugeordnet werden muss. Es wird auch jedes Thema direkt und
ohne Metaphern angesprochen („Der Beischlaf", usw.).
Sollte es zu diesem Thema noch einige Fragen oder Kommentare geben schreibt
an folgende Adresse:
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