|
Du bist hier: Referate Datenbank | Deutsch
| Brecht, Bertolt: Das Leben des Galilei
Brecht, Bertolt: Das Leben des Galilei
Bertolt Brecht,
Das Leben des Galilei
(historisches Drama)
Bertolt
Brecht
Geb.: Augsburg, 10.2.1898
Gest.: Berlin (Ost), 14.8.1956
„Trommeln in der Nacht“, das als Lustspiel
bezeichnete Stück „Mann ist Mann“, die
„Dreigroschenoper“, „Die hlg. Johanna der
Schlachthöfe“, „Mutter Courage und ihre Kinder“,
„Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ usw.
Lyrik: „Dreigroschenroman“, „Die Geschäfte des
Herrn Julius Cäsar“
1609, Galileo
Galilei ist Lehrer in Padua. Jedoch leidet er, trotz einiger Privatschüler,
unter Geldnöten. Galilei weigert sich aber noch mehr Schüler zu
nehmen, da er sonst zu wenig Zeit für seine eigenen Forschungen hätte.
Er versucht nämlich das Kopernikanische Weltsystem (die Erde dreht sich um
die Sonne und nicht umgekehrt), zu beweisen. Eines Tages bekommt Galilei einen
neuen Schüler, Ludovico, der sich jedoch nicht wirklich für die
Wissenschaft interessiert, ihm aber von einer neuen Erfindung aus Amsterdam, dem
Fernrohr erzählt. In seiner Geldnot „erfindet“ Galileo dieses
noch einmal und stellt es schließlich mit großem Erfolg in Venedig
dem Dogen vor und erhält endlich eine Gehaltserhöhung. Danach kehrt er
zurück nach Padua, wo er sich, mit Hilfe „seiner“ neuen
Erfindung wieder der Forschung widmet und auf dem Mond Berge und Täler
feststellt, was er schließlich seinem Freund Sagredo, Andrea, seinem
Schüler und Sohn seiner Haushälterin und später dem Kurator
berichtet. Wiederum geht Galilei nach Venedig. Er entdeckt die Jupitermonde und
nennt sie die „Mediceischen Gestirne“, was er in einem Brief dem
Großherzog von Florenz, Cosmo de Medici, einem neunjährigen Jungen,
mitteilt. Galilei wechselt erneut nach Florenz und arbeitet weiter an neuen
Sternkarten. Dort wird er von Cosmo de Medici samt Gefolge besucht. Galilei
versucht ihnen seine Thesen näherzubringen und sie dazu zu bringen durch
das Fernrohr zu blicken. Es kommt aber zu einem Streit mit dem Mathematiker, dem
Theologen, dem Hofmarschall und dem Philosophen und Galileis Theorien werden dem
Hauptastronomen am päpstlichen Kollegium vorgestellt. Immer noch in Florenz
wird Galilei vom plötzlichen Ausbruch der Pest überrascht,
beschließt aber Florenz nicht zu verlassen, da er seine Aufzeichnungen in
so kurzer Zeit nicht würde retten können, sie aber nicht aufgeben
will. Andrea und Virginia werden nach Bologna gebracht. Frau Sarti hingegen
bleibt aus Sorge um Galilei ebenfalls in der Stadt. 1616 werden im Collegium
Romanum Galileis Thesen überprüft und zunächst bestätigt.
Galilei wird dort von einem kleinen Mönch gewarnt. Auf einem Ball in Rom
verlobt sich Virginia mit Ludovico, gleichzeitig kommt es zu einem Disput
zwischen Galilei, Barberini und Bellarmin. Der Kardinalinquisitor kommt
ebenfalls hinzu. Schließlich werden Galileis Thesen verboten. Es kommt zu
einem Gespräch mit dem kleinen Mönch, der selbst Mathematik studiert
hat,Galilei weiht ihn in seine Theorien ein und wird fortan von diesem
Mönch unterstützt. Nach achtjährigem Schweigen wird Galilei durch
die Wahl eines neuen Papstes, der selbst Wissenschaftler ist, ermutigt seine
Forschungen wieder aufzunehmen. Er beschäftigt sich mit den Sonnenflecken
und verdirbt sich dabei die Augen. Im Zuge seiner (verbotenen) Forschungen,
vergrault Galilei Ludovico, Virginias Verlobten, und die Hochzeit findet nie
statt. In den folgenden Jahren findet Galileis Lehre beim Volk Verbreitung.
Während der Fastnacht 1632 wird diese in vielen Städten Italiens als
Thema der Fastnachtsumzüge gewählt. 1633 beordert die Inquisition
einen weltbekannten Forscher nach Rom, Galilei wird erneut überprüft
und Schließlich gefangen genommen. Der Papst befiehlt Galilei unter
Androhung der Folter seine Thesen zu widerrufen. Dieser tut dies
schließlich um nicht auf dem Scheiterhaufen zu enden. Der inzwischen
erwachsene Andrea erachtet seine Handlung jedoch als Verrat an der Wissenschaft
und als Feigheit und verläßt ihn daraufhin. Zwischen 1633 und 1642
lebt Galilei als Gefangener in der nähe von Florenz und wird ständig
kontrolliert. Dort pflegt er regen Briefkontakt mit dem Erzbischof. Alles, was
Galilei schreibt, abgesehen von den Briefen, wird vom Papst weggeschlossen.
Eines Tages kommt Andrea um ihm mitzuteilen, dass er nach Amsterdam abreisen
würde um dort seine Forschungen fortzusetzen. Galilei ist es gelungen
Zweitschriften seines Werkes anzulegen und diese vor dem Papst zu verstecken.
Diese gibt er Andrea, dem es gelingt sie über die Grenze zu
bringen.
Handlungsdauer: 33 Jahre (von 1609 bis 1642)
Handlungsort: wechselt ständig (Padua, Venedig, Florenz...)
|