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Indien
Indien
1. Grunddaten
Bevölkerung,
Fläche, wichtigste Städte und Allgemeines:
In Indien leben ca.9.000.000 Menschen auf 3.287.263
Quadratkilometern auf 25 Staaten verteilt. Die Hauptstadt ist New Delhi, mit
8,42 Mil. Einwohnern. Weitere Millionenstädte sind: Bombay (12,6 Mio.),
Kalkutta (11 Mio.), Madras (5,42 Mio.), Hyderabad (4,25 Mio.) und Bangalore
(4,13 Mio.). Indien hat 1947 die Unabhängigkeit erhalten. Die Inder sind
eines der religiösesten Völker der Welt.
Religion:
Die Mehrheit der Inder sind Moslime und Hindus. Es gibt
auch Skis, Buddhisten, Christen und Jainas. Es sind alle großen Religionen
der Welt zahlreich vertreten.
Sprache:
Die Staatssprache ist Hindi. Teilweise wird auch
Englisch gesprochen. Vor 30 Jahren hat man in Indien noch 1652 verschiedene
Sprachen gesprochen (sieben davon gehören zu den 20 meistgesprochenen
Sprachen der Welt).
geographische
Lage:
Der größte Teil des Indischen Subkontinentes
ist begrenzt im Westen durch Pakistan, im Norden durch China, Nepal und Bhutan,
und im Osten durch Birma und Bangladesch. Im Süden ist der Indische
Ozean.
2.Politk
Staatsform:
Parlamentarische Demokratie
Parteien:
Die einzigen erwähnenswerten Parteien sind die
beiden dauerhaftesten und gleichzeitig ältesten Parteien: die INC (Indian
National Congress) und die CPI (Communist Party of India).
Staatsoberhaupt:
Der Präsident ist Dr. Shanker Dayal SHARMA. In
seinem Amt seit 1992. Er ist auf 5 Jahre gewählt, vorher war er
Vizepräsident seit 1987. Er ist Mitglied der INC (Indian National
Congress).
3.Wirtschaft
Währung:
Die Währung in Indien ist die indische Rupie. Die
kleine Währung ist die Paise. Man rechnet mit 1:100 um.
Entwicklungshilfe:
Indien nahm nach eigenen Angaben von 1984 bis 1994 30,6
Mrd. US$ Kredite und 3,4 Mrd. US$ Schenkungen von Japan, Deutschland,
Großbritannien, Frankreich, USA und Rußland in
Anspruch.
Landwirtschaft:
Die Landwirtschaft spielt in Indien eine sehr wichtige
Rolle. Ein Drittel der Arbeitskräfte sind in der Landwirtschaft
beschäftigt (110 Mio.). In Indien gibt es über 163 Mio. ha
Anbaufläche. Allein Getreide beansprucht ca. 100 Mio. ha.
In Indien werden alle Arten von Landwirtschaft
betrieben: Reis, Weizen, Jowar, Mais, Erdnüsse, Raps, Senf, Baumwolle, Jute
,Tee, Gummi, Kaffee, Bananen, Kartoffeln ,Chilies, schwarzer Pfeffer, Zuckerrohr
und Tabak, um nur die wichtigsten zu nennen. Das allerwichtigste Erzeugnis ist
der Zuckerrohr, von dem jedes Jahr ca. 240 Tonnen geerntet werden. Vom Besitz
her gesehen dominieren kleine Private Betriebe.
Über die Hälfte der ca. 100 Mio.
landwirtschaftlichen Betriebe haben weniger als 1 ha. Die Intensität der
Ernte liegt bei nur 127% ,obwohl in Indien letztes Jahr über 14 Mio.
Tonnen Dünger verbraucht wurden.
Durch die viele Nutzung des Bodens kommt es jedoch zur
Übernutzung des Bodens, was Überschwemmungen und
Bodenerosion.
Viehwirtschaft:
Gemessen an den Tierbestände liegt Indien an der
Weltspitze mit ca. 200 Mio. Rindern, 11 Mio. Schweinen, 80 Mil. Büffeln 45
Mil. Schafen 120 Mil. Ziegen und 410 Mio. Hühnern. Die meisten Inder sind
aber Vegetarier und deshalb ist auch die Fleischerzeugung gering, allerdings
stieg der Fleischverzehr in den letzten 15 Jahren um die Hälfte. Auch die
Milchproduktion spielt eine wichtige Rolle in Indien. Insgesamt werden ca. 65
Mil. Tonnen Milch im Jahr „gemolken“. Davon ist die eine Hälfte
von Büffeln und die andere Hälfte von Kühen.
Außer Milch sind auch noch andere Tierprodukte
wichtig für Indien: Eier, Rohseide, Wolle, Häute und
Felle.
Auch ein wichtiger Teil der Tierwirtschaft ist die
Fischerei. Jedes werden in Indien ca. 5 Mil. Tonnen Fisch an Land
gezogen.
Bodenschätze:
Indien hat sehr reichhaltige Reserven an Eisenerz, das
zum größten Teil exportiert wird. Beträchtlich sind auch die
Vorkommen an Bauxit, Kohle, Manganerz, Kupfer und Zink. Außerdem werden
Erdöl, Blei, Phosphat, Asbest, Gold, Silber und Edelsteine
gefördert.
Energiewirtschaft:
Indien hat große Anstrengungen unternommen, sich
von Energieimporten unabhängig zu machen. Dies gelang jedoch nur zum Teil
und zwar durch die Nutzung der reichlichen Kohlevorräten und durch den
Ausbau der Erdölforderung. In Indien wird über die Hälfte des
Energiebedarfs durch Kohle ,19% durch Erdöl , 3% durch Primärenergie
(Wasser- und Kernenergie) und 4% durch Erdgas gedeckt.
Ein Inder braucht im Durchschnitt 14 Gigajoules Energie
(BRD: 173). Das ist einer der niedrigsten Werte der Welt. Allerdings werden in
der Landwirtschaft 80% der Arbeit von Zugtieren verrichtet.
Industrie:
Die Schwerindustrie ( die Herstellung von Stahl,
Aluminium, Maschinen, Schiffen, Chemikalien und Papier)liegt in staatlicher
Hand, die Konsumherstellung in privater Hand. Manche Produkte werden auch in
Heim- und Kleinindustrien hergestellt. Besonders mit Software hat Indien auf
sich aufmerksam gemacht.
Außerdem ist Indien zum bedeutendsten Exporteur
von Schmuck geworden. Industrielle Handelspartner sind Deutschland,
Großbritannien, Belgien, Rußland und Japan.
4.Klima
Der Monsunzyklus:
Indien liegt zum größten Teil in der
Tropenzone. Wenn man von den Gebirgen absieht, gehört es zu den
wärmsten Ländern der Welt. Das Klima Indiens wird von einer langen
Trockenzeit bestimmt, die periodisch vom Sommermonsun unterbrochen wird, der
jahreszeitlich Regen über Indien bringt. Dieser Sommermonsun ist für
das Leben der Menschen in diesem sonnenausgesetzten Land sehr wichtig. Wenn es
die Abkühlung durch die Sonnenregen nicht gäbe, wäre die Hitze so
groß, daß man nicht leben könnte. Eine schlechte Ernte aus
Mangel an Regen, aber manchmal auch wegen zuviel Regen, kann eine Hungersnot
hervorrufen. (Der Monsun und die sichtbare Wanderung der Sonne in ihrem
jährlichem Zyklus haben in der indischen Kultur seit dem Altertum das
Bewußtsein eines genauen Ablaufs eines Lebenszykluses hervorgerufen, der
alle Dinge der Natur regelt) Weil vier Fünftel der indischen
Bevölkerung auf dem Land lebt, ist dieser spezielle Regen
überlebenswichtig für das Land und seine Wirtschaft.
Klima
allgemein:
Indien ist durch den Wendekreis in eine nördlich
gemäßigte und in eine südl. subtropische Zone geteilt. Von Juli
bis Oktober bringt der feuchtwarme Sommermonsun aus SW vom Ozean anhaltende
Regenfälle. An der Westküste regnet es 2565mm, im Hochland von Dekkan
bringt der Monsun jährlich 760mm Niederschlag. Im Winter wehen kalte,
trockene NO-Winde vom Asiatischen Festland. An der Ostküste bringt der
Monsun leider viel weniger Regen. Das führte dazu, daß man an der
Westküste Staudämme baute, von wo man in die
„Krisengebiete“ an der Ostküste Wasser pumpt. Den Strom dazu
erhielt man durch Wasserkraftwerke an den Staudämmen. Die
Durchschnittstemperatur beträgt an der Westküste 27°C ,an der
Ostküste 28 Grad C. und im Hochland von Dekkan ebenfalls
27°C.
5.Indien-Verschiedenes
Indien ist ein Traumland und ein Alptraumland zugleich.
Es gibt so viele Gegensätze in diesem Land:
- hier Reichtum, dort Armut
- hier Gastfreundlich, dort Gewalttätigkeit
- hier Weisheit und Intelligenz dort
Analphabetentum und Unwissenheit.
- hier uralte Arbeitsmethoden dort modernste
Technik
Die Hautfarbe ist überall unterschiedlich: Die
Nordinder haben eine helle Hautfarbe, die Südinder eine dunkle und die
Inder aus dem Himalaja haben eine gelbliche Hautfarbe. 500 Mio. Inder sind arm.
das Monatseinkommen dieser Menschen liegt bei umgerechnet 30 DM. Ein Drittel der
Kinder sterben in Indien noch bevor sie sechs Jahre alt sind. Zwei Drittel der
über 15-jährigen sind Analphabeten, und die Hälfte ist
arbeitslos.
Es gibt in Indien also zwei Teile, der kleine,
wohlhabende Teil, und der große, arme Teil. Sehr wichtig für die
armen Inder sind ihre Kinder, weil sie billige Arbeitskräfte sind, und
außerdem gilt Kinderreichtum in Indien als Segen des Himmels. Die
Einwohnerzahl in Indien nimmt jedes Jahr drastisch zu, man schätzt,
daß im Jahre 2000 ca. 1 Mrd. Menschen in Indien leben.
Landesnatur:
Indien ist das 7.größte Land der Erde, ein
Drittel so groß wie Canada. Das Land reicht von der Basis des
Himalajagebirges nach Süden spitz zulaufend als dreieckige Halbinsel in den
Indischen Ozean. Vom Norden nach Süden sind es 3200 km, und von Osten nach
Westen 2700 km an den breitesten Stellen. Die Küsten haben eine
Gesamtlänge von 5600 km, die Landesgrenzen von 13000 km. Das Land gliedert
sich in drei Zonen: 1. - die Gebirgszone des Himalaja bis über 8000
m.
2. - die Ebene
des Indus und des Ganges zwischen Ost- und Westpakistan.
3. - das
Tafelland der südl. Halbinsel, das von der Indus- Gangesebene
durch
eine Reihe von Hügelketten getrennt ist.
Die Ostghats, welche die Halbinsel entlang der
Ostküste flankieren, erreichen eine Durchschnittshöhe von 500 m. Die
Westghats an der entgegengesetzten Küste erreichen eine
Durchschnittshöhe von 1000m, und in einzelnen sogar 3000m. Das Tafelland,
das im Süden bis auf 1300 m ansteigt, wird von den westlich zum Arabischen
Meer fließenden Flüssen Narbada und Tapti um den in den Golf von
Bengalen mündenden Flüssen Mahanadi, Godavari, Krischna und Kaweri
durchschnitten.
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