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Tieck, Ludwig: Liebesgeschichte der schönen Magelo
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Ludwig Tieck:
“Liebesgeschichte der schönen Magelone und des Grafen Peter von
Provence”
Die Geschichte beginnt mit einer Szene bei einem Lagerfeuer. Der Himmel
wird dunkel, man schläft ein, während das Feuer erlischt. Man
wünscht sich einen schönen Traum. Die folgende Geschichte könnte
so ein Traum sein.
In der Provence herrschte einmal ein Graf, der einen schönen Sohn
namens Peter hatte. Dieser Peter dachte sehr viel und war auch sehr geschickt in
der Ritterskunst. Doch er fand, dass sein Leben nicht ausgefüllt war und
eines Tages macht ihm ein Harfenspieler den Vorschlag auf Reisen zu gehen um
neue Völker und Sitten kennen zu lernen. Er unterbreitete seinen Eltern den
Plan, die aber gar nicht erfreut darüber waren. Erst als Peter zu weinen
begann und das Argument vorbrachte, dass ja sein Vater seine Mutter auch auf
Reisen kennengelernt hatte, gewährten sie ihm seinen Wunsch.
Peter ritt alleine, ohne Knappen, um unerkannt zu bleiben. Nach einigen
Tagen kam er in die Stadt Neapolis. Er hatte schon viel von Magelone, der
Tochter des hiesigen Königs gehört. Von einem Wirten erfährt
Peter, dass zu Ehren der Ankunft des edlen Ritters Heinrich von Carpone ein
Turnier stattfinde. Also versuchte Peter sein Glück und wollte sich mit
diesen Rittern messen.
Bei dem Turnier macht er auch einen guten Eindruck. Er besiegt all seine
Gegner. Doch er sieht Magelone nur von der Ferne. Die Leute in Neapel sind
neugierig und wollen den Namen des siegreichen Jünglings erfahren. So auch
der König. Also sendet er einen Herold zu ihm, doch Peter antwortet
bescheiden, dass er ja nur ein niedriger Edelmann sei. Das gefällt dem
König und nach einem zweiten Turnier lädt er Peter ein an seiner Tafel
zu speisen. Dort sieht er auch zum ersten Mal Magelone von der Nähe. Nach
einem Gespräch unter vier Augen ist die Liebe zwischen ihnen voll
entfacht.
Magelone gesteht in ihren Gemächern ihrer Amme die Gefühle, die
sie für den Jüngling empfinde. Diese ist besorgt, dass Magelone sich
Hals über Kopf in einen Fremdling verliebt, und sie hat Angst, dass der
König, wenn er davon erfährt, den Jüngling aus der Stadt
vertreiben wird. Also bittet Magelone die Amme, ihren Geliebten nach Herkunft
und Namen zu fragen. Diese trifft Peter auch in der Kirche und führt den
Befehl aus. Doch dieser zeigt sich noch immer verschlossen, hat nun aber einen
Beweis für Magelonens Liebe und gibt der Amme einen Ring und einen von ihm
verfassten Liebesbrief. Die Prinzessin ist überglücklich, als sie
beides erhält. In der Nacht träumt sie von Peter und als sie ihren
Traum der Amme erzählt, ist sich diese gewiss, dass Magelone Peter
vollkommen verfallen ist.
Am nächsten Morgen trifft die Amme Peter wieder in der Kirche. Sie
erzählt ihm die Gefühle der Prinzessin. Peter freut sich
natürlich und übergibt ihr wieder einen Brief und einen Ring und
bittet um ein Gespräch, in dem er seiner Geliebten seine Identität
offenbaren will. Als Magelone den Brief und den zweiten Ring erhält, freut
sie sich wieder und liest das Gedicht, welches in dem Brief steht, immer und
immer wieder und küsst die beiden Ringe.
Und wieder treffen einander Peter und die Amme in der Kirche. Nachdem der
Jüngling einen Schwur leistet, dass er Magelone für immer lieben wird,
informiert ihn die Amme über Zeit und Ort des Treffens mit der Geliebten.
Peter kann sein Glück kaum fassen. Als er realisiert, dass er bald Magelone
wiedersehen wird, ist er ein bisschen nervös und er lenkt sich mit einem
Lied ab.
In der Nacht treffen sich die beiden. Peter gibt ihr den dritten Ring und
Magelone schenkt ihm eine Kette als Zeichen ihrer Liebe. Doch das Treffen dauert
nur kurz. Magelone begibt sich wieder in ihr Zimmer.
Ein paar Tage später findet ein Turnier für Magelone statt,
welches das schönste überhaupt sein soll. Es kommen viele Ritter aus
Frankreich und Italien. Auch Peter macht wieder mit und siegt. Als er mit
Magelone ungestört reden kann, will er Magelonens Liebe auf die Probe
stellen. Er erzählt ihr, dass sie sich trennen müssen, da seine Eltern
sich schon nach ihm sehnen, und er sie besuchen möchte. Seine Geliebte
erwidert, dass sie aber ohne ihn nicht mehr leben kann, außerdem hat sie
den Verdacht, dass ihr Vater den Plan hat, sie mit Heinrich von Carpone zu
vermählen. Also beschließen sie in der Nacht mit Pferden zu
fliehen.
Gesagt getan, als am nächsten Morgen die Amme die Abwesenheit der
Prinzessin bemerkt und die dem König meldet, lässt der nach seiner
Tochter suchen - erfolglos, denn Peter hat einen einsamen Weg durch einen Wald
gewählt. Als sich die Verliebten nach längeren Ritt in Sicherheit
fühlen, machen sie eine Pause, Peter singt ein Lied und Magelone ruht sich
von den Anstrengungen der Flucht aus.
Als Magelone so daliegt, beobachtet Peter ein paar bunte Vögel und
einen Raben, die über ihnen auf einem Ast sitzen und anscheinend auch die
Schönheit der Magelone bewundern. Auch bemerkt der Jüngling ein rotes
Zindel zwischen den Brüsten der Geliebten. Er nimmt es um zu schauen, was
sich darin verbirgt. Er sieht, dass es die drei Ringe sind, die er Magelone
geschenkt hat, und ist sehr gerührt. Doch plötzlich kommt der Rabe,
der glaubt, dass das rote Zindel ein Stück Fleisch ist, von dem Ast
herunter und fliegt davon. Peter folgt ihm und wirft mit Steinen nach dem Dieb.
Die beiden kommen zum Ufer des Meers und nur ein paar Meter von der Küste
lässt der Vogel die Beute ins Wasser fallen. Peter borgt sich ein
Fischerboot, welches am Strand liegt, nimmt einen Ast als Ruder und versucht das
Zindel zu erreichen. Kaum ist er dort angelangt, erhebt sich ein starker Wind
von der Küste und der Jüngling treibt hilflos, ohne Chance zur
Küste zu kommen, aufs offene Meer hinaus.
Als Magelone erwacht und sieht, dass sie alleine ist, erschrickt sie. Aber
sie wartet ruhig auf ihren Geliebten, als der aber verschwunden bleibt, ruft sie
nach ihm, bis sie heiser ist. Dann hört sie Laute aus dem Wald. Sie glaubt,
es seien wilde Tiere, also zieht sie sich auf einen Baum zurück. Als die
Dämmerung einbricht, bindet sie die Pferde los und verlässt den Wald.
Sie kommt zu einer Hütte, in der ein netter Schäfer mit seiner Frau
wohnt und bittet um Unterschlupf, doch verbirgt sie ihre Herkunft und
Geschichte.
Nach einiger Zeit trifft Peter auf ein großes Schiff, auf welchem
sich nur Mohren befinden. Diese nehmen ihn mit und bringen den Jüngling dem
Sultan als Geschenk. Der nimmt ihn freudig auf, doch Peter sehnt sich sehr nach
Magelone.
Der Sultan hat einen Tochter namens Sulima, die Peter sehr liebt und deren
Schönheit im ganzen Land bekannt ist. Eines Tages gesteht sie ihm ihre
Gefühle und dass sie mit ihm fliehen will. Peter willigt ein, aber nur um
wieder auf christliches Gebiet zu kommen und Magelone zu suchen. Doch dann denkt
er, dass er Magelone verrät und nimmt sich selber ein kleines Ruderboot und
verläßt die heidnische Küste.
Er trifft wieder auf ein Schiff und er glaubt, dass sich die
vorangegangenen Ereignisse wiederholen. Aber zum Glück sind die Schiffer
Christen und als er ihr Ziel, Frankreich, erfährt ist er umso
glücklicher auf diese gestoßen zu sein.
In der Zwischenzeit machen sich Peters Eltern schon große Sorgen.
Eines Tages jedoch bringt ein Fischer einen großen Fisch an den Hof in
dessen Bauch der Koch, als er ihn aufschneidet, drei Ringe findet. Er zeigt jene
der Herrin, die die Ringe erkennt, die sie Peter mitgegeben hatte. Peter jedoch,
ging währenddessen mit den Seeleuten auf einer kleinen verlassenen Insel an
Land, um Süßwasser für die Fahrt zu besorgen. Der Jüngling
kommt zu einer Wiese auf der es viele Blumen gibt und in Gedanken an Magelone
schläft er ein.
Doch als er aufwacht ist das Schiff schon wieder abgefahren. Fischer finden
Peter am Strand und bringen ihn aufs Festland und empfehlen ihm eine Hütte
eines Schäfers, wo er sich ausruhen kann. Als Peter dorthin kommt, sieht er
dort eine schöne Magd. Zuerst erkennt er nicht, dass es Magelone ist, aber
als sie sich die Kleider, die sie beim letzten Treffen anhatte, anzieht, ist
Peters Freude übergroß, dass er seine Geliebte wiedergefunden hat.
Sie fahren zu Peters Eltern in die Provence, wo sie auch heiraten. Auch der
König von Neapel ist Glücklich über diese Ehe und an der Stelle,
an der die Liebenden wieder zueinandergefunden haben, errichten sie eine
Sommer-residenz und der Schäfer wird gutbezahlter Aufseher
derselben.
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