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Hydrologie in Malta
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Hydrologie in Malta
(von Philip Mewes)
Hydrologie ist die Wissenschaft vom Wasser. Ihr Forschungsgegenstand
ist in allen Bereichen des Lebens und unserer Umwelt gegenwärtig und von
existentieller Bedeutung. Die Hydrologie befaßt sich mit dem Wasser
über, auf und unter der Erdoberfläche, seiner raum-zeitlichen
Verteilung und Zirkulation und den damit in Zusammenhang stehenden
physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften einschließlich
seiner Wechselwirkung mit der Umwelt und anthropogenen Einflüssen. Sie
schafft wesentliche Grundlagen für die Planung, den Entwurf und die
Durchführung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen zur Erkundung,
Erfassung, Erschließung und Nutzung der Wasserressourcen nach Menge und
Beschaffenheit. Um die hydrologischen Gegebenheiten Maltas genauer zu
untersuchen möchte ich im folgenden mehrere Gesichtspunkte genauer
darstellen, die zu Erfassung der o.g. Eigenschaften nötig sind.
Klima
Das subtropische Mittelmeerklima der Inselgruppe zeichnet sich durch
trocken, heiße Sommer und milde, aber nicht übermäßig
feuchte Winter aus. Bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 18,8 °C ist
der August mit 26,5°C der wärmste und der Januar mit12,3 °C der
kälteste Monat. Oft wehen kräftige Winde, u.a. im Mai und von Mitte
September bis Oktober der heiße Schirokko aus der Sahara.
Durschnittstemperatur für Malta (Valetta)
Niederschlag
Die mittlere Jahresniederschlagsmenge beträgt ca. 600mm.Feuchtester
Monat ist der Oktober mit durchschnittlich 144 mm Niederschlag.
Obwohl die Jahresniederschlagsmenge mit 519 mm relativ hoch ist, fehlen
wegen der Durchlässigkeit des Kalksteinbodens, oberirdische
Wasserläufe. Große Teile des Niederschlages dunsten bereits bevor sie
der Pflanzenwelt nützlich werden kann oder versickert tief im Boden, wo das
Wasser dann für die Wurzel unzugänglich ist.
Niederschlag und Temperatur im
Vergleich
Aus den Angaben über Niederschlagsmenge, Temperatur,
Bodenbeschaffenheit und Verdunstung lassen sich Folgen für Landwirtschaft
und allgemeine Vegetation ableiten, die ich im Weiteren Näher behandeln
möchte.
Auswirkungen für die
Landwirtschaft
Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei trugen 1995 zu 2,9% zum BIP
(Bruttoinlandsprodukt)bei und beschäftigten 2% der Erwerbstätigen. Die
Agrarproduktion reicht für die Selbstversorgung nicht aus, was
ausschließlich auf die klimatischen Eigenschaften im mediteranen Raum
zurückzuführen ist. Die landwirtschaftliche Fläche betrug 1992
ca. 13000ha (davon 82% auf Malta und 18% auf Gozo) und verringert sich seit 1970
um 15%.84% der Landwirtschaftlichen Nutzfläche sind Trockenland, 4%
bewässertes Land und 12% Ödland. Durch die Wasserknappheit bleibt die
Entwicklung der Landwirtschaft stark begrenzt. Wichtigste Anbauprodukte sind
Weizen, Gerste, Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Weintrauben (maltesischer Wein!)
Zitrusfrüchte und Feigen. Da die Betriebe überwiegend
kleinbäuerliche Strukturen aufweist und die zu bebauende Fläche
relativ gering ist, ist der Maschineneinsatz kaum rentabel.
Landwirtschaft ist in Malta also nur auf extensiver Basis möglich. De
Grundbedarf an Lebensmittel kann also nur durch Exporte gesichert
werden.
Zur Verdeutlichung ist hier eine Tabelle dargestellt, die die Entwicklung
der Ernteerträgen von 1998 bis 1994 zeigt.
Ernteergebnisse (1000 t)
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Durchschnitt
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1989
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1990
|
1992
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1994
|
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Weizen
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4
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5
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5
|
5
|
5
|
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Gerste
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3
|
4
|
k.A.
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4
|
4
|
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Kartoffeln
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21
|
13
|
17
|
24
|
25
|
|
Bohnen
|
1
|
1
|
k.A.
|
k.A.
|
k.A.
|
|
Tomaten
|
16
|
16
|
19
|
20
|
21
|
|
Weintrauben
|
3
|
3
|
k.A.
|
k.A.
|
k.A.
|
|
Zitrusfrüchte
|
1
|
1
|
k.A.
|
12
|
12
|
|
Gemüse und Melonen
|
k.A.
|
k.A.
|
k.A.
|
k.A.
|
54
|
Insgesamt ist eine Steigerung der Ernteerträge erkennbar von der
Selbstversorgung ist Malta allerdings noch weit entfernt.
Pflanzen und
Tierwelt
Die aus dem ursprünglichen Hartlaubwald entstandene Vegetation, die
Garrigue, ein Strauchwerk aus Wolfsmilch Federgras, Tymian, Lavendel u.a. ist
weitgehend verschwunden. landschaftsbestimmender sind vom Menschen
eingeführte pflanzen wie Johannesbrotbaum, Aleppokiefer, Feigenkaktus,
Agaven, usw. Die Aufforstungsbemühungen stecken noch in den Anfängen.
Die Pflanzen kommen fast alle mit relativ wenig wasser aus und haben tiefe
Wurzel um das Wasser zu erreichen.
Die Tierwelt ist von geringer Größe. Auch sie leidet unter
Wassermangel. Kaninchen, Wiesel, igel Ratten, Mäuse (bevorzugt in
Hotelzimmern!), Kaninchen, Eidechsen und Schlangenstellen ebenfalls keine
Großen Anforderungen an den Wasservorat und zählen nicht zu besonders
entwickelten Spezies. Trotz der kargen Landschaft Maltas, ist die Insel ein
Eldorado für Blumen- und Pflanzenliebhaber. Einen Wald findet man auf Malta
nicht. Die Blütenpracht des Frühlings wird beherrscht von
Gänseblümchen-Teppichen auf den Wiesen und dem roten
Inkarnatklee, der so typisch für die Inseln ist. Ferner insbesondere
von Fresien, Anemonen, Kamillen, Hahnenfuß, Storchen-und Reiherschnabel,
Aronstab und Goldblumen dazu gibt es 15 verschiedene Orchideenarten. Im
trockenen Sommer findet man Disteln und Fenchel. Heidekraut blüht das ganze
Jahr über und Kapern gedeihen hier. Mit dem herbstlichen Regen beginnt dann
die Grüne Jahreszeit, auch zweiter Sommer genannt.
Einige Beispiel dafür,dass trotz der Wasserknappheit.
Eine farbenfrohe Vegitation aufzufinden ist...
Umweltproblem=Wasserprobleme
Die Sicherung von Trinkwasser ist eine der wichtigsten ziele der
maltesischen Regierung. Der Trinkwasserbedarf von rund 127 Mio. l/Tag wird zu
45% aus zwei grundwasserstockwerken gedeckt, die das einzige natürliche
Süßwasserreservoir der Inseldarstellen, aber zunehmend durch
Rückstände aus der Landwirtschaft verunreinigt oder auf grund hocher
Entnahemengen versalzen. Zur Klärung des Abwassers steht nur eine einzige
Kläranlage zur verfühgung, die aber nur 15% der Abwassermenge erfassen
kann. Fünf Meerwasserentsalzungsanlagen (weitere in Planung) mit hohem
Primärenergieeinsatz (Energie, die nötig ist um überhaupt eine
Entsalzungsanlage zu betreiben).
Meerwasserentsalzung
Ich möchte nun auf die Funktionsweise einer Bestimmten
Entsalzungsanlage eingehen, die eventuell das Wasserproblem auf Malta lösen
könnte. Danach noch ein Beispiel für eine gebräuchliche
Anwendung
Grundprinzip
-Rohwasser wird mit einer Pumpe in einen Vorspeicher
gepumpt. Die Steuerung der Pumpe erfolgt mit
einem Schwimmerschalter. Bei zentraler Versorgung von
mehreren Einzelanlagen erhalten die
Vorspeicher Schwimmerventile.
-Das Rohwasser gelangt über die Regelung zum
Destillierkollektor `Flachmodell Rosendahl`. Auf
diesem Weg ist ggf. ein Filter vorzusehen. Bei grob
verschmutztem Rohwasser ist auch in der
Pumpenleitung ein Filter erforderlich.
-Die Regelung führt dem Destillierkollektor
strahlungsabhängig eine aktuelle Rohwassermenge zu.
Die gewünschte Konzentrierung des Abwassers, bzw. der
Sole ist einstellbar. Eine Mindestmenge ist
für einen störungsfreien Betrieb erforderlich..
-Im Destillierkollektor wird das Rohwasser über ein
Sickervlies geführt und auf Spitzentemperaturen
von ca. 90°C erwärmt. Etwa 50 - 70% verdampfen
und werden wieder kondensiert. 30 - 50%
verbleiben als Abwasser, bzw. Sole.
-Das Produkt ist reines Wasser, ohne schädliche
Mineralien, Salze oder Keime. Durch die hohen
Temperaturen findet eine ständige Hygienisierung
statt. Das Produkt wärmt über einen eingebauten
-Wärmetauscher das zugeführte Rohwasser vor.
-Das Produkt kann sowohl als Trinkwasser, als auch für
technische und industrielle Zwecke verwendet
werden. Eine hervorragende Eignung ergibt sich für
die Bewässerung von Pflanzen und für
Viehtränken. Durch den Salzmangel reduziert sich der
Wasserbedarf insgesamt.
-Das Produkt hat trotz der eingebauten
Wärmerückgewinnung eine hohe Ausgangstemperatur. Bei der
Verwendung als Warmwasser ergeben sich zusätzliche
Energieeinsparungen und die Einsparung
anderer Warmwasserbereiter.
-Das Abwasser kann für die Bewässerung von
Pflanzen mit hoher Salzverträglichkeit verwendet
werden. Bei der Destillation von Meerwasser ist die Sole
in Salinen zu nutzen. Pro Kubikmeter
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Rohwasser sind dort 35 kg Salz zu gewinnen.
Verfahrenstechnik der Umkehrosmose
Im Allgemeinen versteht man unter der Osmose den Transport von
Lösungsmittel durch eine Membran von der Seite der verdünnten
Lösung zur Seite der konzentrierteren.
Die Membran stellt ein Maß für die Durchlässigkeit
(Permeabilität) bzw. für die selektive Durchlässigkeit
Permselektivität von Anionen oder Kationen dar. Da die Membran nur für
bestimmte Inhaltsstoffe permeabel (durchlässig) ist und das
Lösungsmittel (H2O) nur in eine
bestimmte Fließrichtung durchlässig ist, wird die Membran auch
als halbdurchlässig bzw. semipermeabel bezeichnet.Durch einen
"künstlichen" Druck der von einer Pumpe auf der Seite der konzentrierteren
Lösung bewerkstelligt wird, kommt es zu einem umgekehrten
Lösungsmittelfluß, als es bei der Osmose der Fall wäre. Somit
wird dieses Verfahren Umkehrosmose genannt. Dieser angesetzte Druck auf der
Seite der konzentrierteren Lösung muß höher sein als der
osmotische Druck, um einen umgkehrten Lösungsmittelfluß zu
sichern.Das Resultat dieses Verfahrens bewirkt eine Trennung zwischen einer an
Lösungsmittel verarmten Lösung (Retentat) und dem Lösungsmittel
(Permeat).
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Umkehrosmoseanlage und Funktionsweise einer solchen
Anlage
Vor- und Nachteile der
Membran-Trennverfahren
Vorteile
-physikalische Trennung ohne Veränderung der Ausgangsstoffe
-selektive Stofftrennung ohne Zusatzstoffe möglich
e-infacher Aufbau, bzw. wenig Bauteile (Module möglich)
-Automatisierbarkeit
-geschlossenes System (keine Emissionen in die Luft)
-geringer Platzbedarf
-keine zusätzliche Umweltbelastungen (z.B. durch
Regenerationsmedien)
Nachteile
- Aufarbeitung / Konzentrierung des Retentates und eventuell auch des
Permeates teilweise erforderlich
-niedrige spezifische Permeat-Flächenleistung
-hoher Betriebsaufwand und Betriebskosten
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