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| Eichendorff, Joseph v.: Das Marmorbild
Eichendorff, Joseph v.: Das Marmorbild
Das Marmorbild
(Joseph von Eichendorff)
Florio lernt kurz vor seiner Ankunft in Lucca den berühmten
Sänger Fortunato kennen und besucht mit ihm ein Fest. Zwei der Gäste
erregen Florios Interesse: seine Tischnachbarin, »das Mädchen mit dem
Blumenkranze«, der er sich zaghaft nähert, und der bleiche, wüste
Ritter Donati mit dem irren Blick.
In der Nacht kann er nicht schlafen und entdeckt auf seiner Wanderung an
einem Weiher eine marmorne Venusstatue, deren Anblick ihn aufwühlt.
Als er sie am nächsten Tag wieder aufsuchen will, kann er sie zwar
nicht wiederfinden, sieht aber eine schöne Frau, die der Statue unheimlich
gleicht. Von Leidenschaft zu ihr hingerissen, bemüht er sich um ihre
Bekanntschaft, wobei der rätselhafte Donati ihm Hilfe verspricht, da er die
Dame kennt.
Auf einem Maskenball in einem Landhaus trifft er wiederum eine
mysteriöse Dame, als Griechin verkleidet und maskiert. Auch von dieser
fremden Schönen fühlt er sich angezogen.
Die `Griechin` verwirrt Florio sehr, da er sie auf einmal neben sich und
zugleich am anderen Saalende stehen sieht. Als sie verschwindet, sucht er sie
und kann sie im Garten beim Singen eines Liedes belauschen. Er erkennt in ihr
die schöne Dame, die der Statue gleicht.
Florio, von Sehnsucht übermannt, wird einige Tage später in das
Schloß der schönen Dame geführt.
Während der Begegnung mit ihr ertönt vor dem Fenster ein altes
christliches Lied. Plötzlich werden die Statuen und die Figuren auf den
Wandteppichen lebendig, von Entsetzen gepackt stürzt er hinaus. Als er in
Lucca ankommt, graut der Morgen. Er beschließt abzureisen.
Auch Fortunato verläßt die Stadt, und Florio schließt sich
ihm und seinen zwei Begleitern an. Die Begleiter entpuppen sich als »das
Mädchen mit dem Blumenkranze«, Bianca, und ihr Onkel. Fortunato
berichtet in einem Lied vom Zauber der heidnischen Venus, die einmal im Jahr
wieder unter den Menschen weilt und in ihrem Tempel Jünglinge
verführt.
Florio erkennt, als sie an einer Ruine vorbeiziehen, die Stelle wieder, wo
der Garten der schönen Dame war. Er begreift, daß er das Opfer eines
Spuks war, und wendet sich Bianca zu.
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