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Standortgerechte Landwirtschaft (Ecofarming)
STANDORTGERECHTE LANDWIRTSCHAFT ( ECOFARMING
)
Mechanisierung ,Kunstdüngereinsatz und
Pflanzenschutzmittel gelten seit mehreren
Jahrzehnten als Mittel zur
Produktivitätssteigerung auch in vielen Ländern der Dritten
Welt.Traditionelles bäuerliches vor
Ort gesammeltes Wissen wurde dabei kaum
berücksichtigt.Die Erfahrungen ,daß High-Input-Techniken in weiten
Teilen
nicht mehr bezahlbar sind und unlösbare
ökologische Risiken in sich bergen,hat zur Entwicklung dieses Konzepts der
standortgerechten Landwirtschaft
geführt.Mit wenig Fremdmitteleinsatz sollen eine höhere
Produktivität und eine
langfristige Schonung kleinräumiger
Ökosysteme erreicht werden.
Der Begriff “ecofarming” ist
abgeleitet vom englischen Wort
“ecosystem”(Ökosystem).
In verschiedenen Landschaftsräumen
Afrikas werden derartige Landnutzungsmodelle,in denen auf moderne
Agrarentwicklungsstrategien verzichtet
wird,wissenschaftlich untersucht und gefördert.
In Rwanda (Partnerland Reihnland-Pfalz) wird
im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojekts ein Landnutzungsmodell
erprobt,das für jeden Betrieb drei
Nutzungsschwerpunkte vorsieht:
Feldbau ,
Tierhaltung und Holzproduktion
Feldbau: häufiger
Fruchtwechsel,Mischkulturen und Gründüngung vor allem für die
Selbstversorgung.
Nur auf wenigen Flächen
werden cash crops angebaut.
Tierhaltung: Stallhaltung,so daß
bisherige Weideflächen anderweitig genutzt werden
können.
Der Dung wird im
Feldbau verwendet.
Holz: Hangparallele Baumreihen oder
Hecken,dienen zur natürlichen Terrassenbildung durch
Abtragung und Abschwemmung ( Abb.
1)
Mulch für den Feldbau , Futter
für das Vieh.
Bodenfruchtbarkeit wird gesichert
durch das Mykorrhizengeflecht.
Gras der Terrassenfronten und Pflanzenreste
aus dem Feldbau dienen als Viehfutter.
Das Modell des ecofarming besticht durch den
internen Stoffkreislauf , durch die Anpassung an die natürlichen
Bedingungen der Tropen , sowie durch die
Berücksichtigung der wirtschaftlichen Erfordernisse (Abb.
3).
Offen bleibt ob sich dieses Landnutzungsmodell
(bzw. ähnliche Ansätze ) innerhalb der Feuchten Tropen
großflächig
umsetzen läßt. Es ist aber
sicherlich notwendig durch solche Bewirtschaftungsformen mit ausgeglichener
Nährstoffbilanz
die Landnutzung in den Tropen zu
intensivieren.
UMWELT
Viel stärker als in den
gemäßigten Breiten führen ökologische Sünden in der
Landbewirtschaftung der
Niederen Breiten zu irreversiblen
Schäden. Es ist deshalb besonders wichtig, Kompromisse zwischen der idealen
Bodenbedeckung des tropischen Regenwaldes und
der Notwendigkeit von Nutzung
zu finden.
Am größten ist die Gefahr dort, wo
die Bodennutzung privater Ausbeutung ohne gestalterische
Auflagen überlassen wird , da jeder
private Nutzer Gewinnmaximierung anstreben muß und “ soziale “
Kosten erst dann in
die Rechnung aufgenommen werden, wenn
dafür Auflagen bestehen.
Das traditionelle Einbeziehen ausreichend
langer Bracheperioden ( 6-10 Jahre) - ein wichtiges Element in tropischen
Anbausystemen zum Humusaufbau und zur
Akkumulierung von Nährstoffen - kann von
vielen kleinbäuerlichen
Subsistenzbetrieben aufgrund des Bevölkerunsdruckes und der damit
verbundenen
Landverknappung nicht mehr eingehalten werden.
Abnehmende natürliche Bodenfruchtbarkeit ist die Folge , so daß in
vielen Gebieten landwirtschaftlich genutzte
Böden durch Degradationserscheinungen gekennzeichnet sind. Zwar können
die Erträge kurzfristig durch den Einsatz
von Düngemitteln gesteigert werden , jedoch fehlt den meisten
kleinbäuerlichen
Betrieben das hierfür notwendige Kapital.
Dringende Aufgabe des Pflanzenbauers ist es mit den
verfügbaren
lokalen Ressourcen die Erträge zu sichern
,ferner durch den Einsatz angepaßter Strategien die
Erhaltung und Verbesserung der
Bodenfruchtbarkeit bei gleichzeitiger
Produktionssteigerung
zu gewährleisten.
Die Problematik der zukünftigen
Entwicklung läßt sich verkürzt auf drei typische
Problemkomplexe
konzentrieren:
1. die hohe Bevölkerungszuwachsrate (
dazu später mehr )
2. die Kennzeichnung des Agrarsektors als
wichtigsten Wirtschaftssektor auch in Zukunft
3. die hohe Anfälligkeit afrikanischer
Ökosysteme für agrochemische
Produktionsverfahren
unter tropischen und subtropischen
Klimabedingungen
Umweltschutz kostet Geld. Die Kosten für
sofort notwendige Maßnahmen in Entwicklungsländern werden auf 20 - 50
Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt.
Die Umweltzerstörung macht sich dort
folgendermaßen bemerkbar :
Desertifikation: Die Wüstenfläche
der Erde wird ständig größer. Die Hauptursache dafür
sind
Eingriffe in die
Vegetation;
- Abholzung von
Einzelbäumen oder Wäldern , die nicht wieder
aufgeforstet
werden
- Brandrodung
für den Ackerbau , der nach wenigen Jahren wieder
aufgegeben
werden
muß
- zu hoher Viehbesatz
auf spärlichen Weiden
- Ausdehnung des
Ackerbaus auf ungeeignete Flächen ( Steilhänge ,
Trockengebiete)
All jenes ist auch als Folge des
Bevölkerungswachstums anzusehen , das zur Ausweitung der Nutzflächen
zwingt.
Die Fläche an nutzbarem Boden , die
jährlich weltweit durch Wüstenbildung verloren geht , wird von manchen
auf 60 000
von anderen auf 200 000 qkm geschätzt (
zum Vergleich : Fläche der fünf neuen Bundesländer beträgt
108 000 qkm ).
Wälder : Ein Fünftel der
Landfläche unserer Erde ist von geschlossenem Wald bedeckt. Jahr für
Jahr
aber nimmt die Waldfläche
ab , die Schätzungen dafür gehen von 170 000 bis 250 000qkm
aus.
Der geschlossene Wald in Asien
, Afrika und Südamerika ist heute noch etwa 14 Millionen
qkm groß ; er wird bis
zum Jahr 2000 wahrscheinlich um 2 Millionen qkm geschrumpft
sein.
Dabei geht mehr als Holz
verloren.Im tropischen Regenwald leben auf 7 % der
Erdfläche
etwa 50 % aller tierischer und
pflanzlicher Arten ,Viele von ihnen sind noch unerforscht.
Der größte Teil der Waldverluste
entsteht durch Brandrodung zur Gewinnung von Ackerland oder für den Bau
neuer
Siedlungen ( vor allem in Afrika und
Lateinamerika ) der Rest , etwa je zu einem
Drittel , durch den wachsenden Brennholzbedarf
( vor allem in Afrika ) oder zur Gewinnung von Holzkohle ( z.B. Brasilien
),durch industriellen Holzeinschlag ( auf
allen Kontinenten ) und durch Umwandlung in Viehweiden (z.b. für
rießige
Rinderfarmen in Südamerika
).
Boden : Die Bevölkerung der
Entwicklungsländer hat sich in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt,
die Ackerböden und Weiden
aber sind nicht in gleichem Maße vermehrbar. Neue Äcker
werden deshalb oft auf
Böden angelegt , die für die Kultivierung nicht geeignet sind (
siehe
oben bei Desertifikation
):
Ackerbau auf ungeeigneten
Flächen ( z.B. Steilhänge oder Terrassierung ) führt zur
Abtragung der obersten
Bodenschicht durch Wasser und Wind ( Erosion ),
unsachgemäße
künstliche Bewässerung
zur Versalzung der Böden und zum Ansteigen des
Grundwassers.
Zu kurze Brachezeiten
führen zu Nährstoffverarmung der Böden.
UMWELTSCHUTZ soll in Zukunft verstärkt
die Entwicklungshilfe bestimmen . Zuschüsse und
Kredite der Geberländer und der
internationalen Organisationen werden schon jetzt meist an
die
Auflage geknüpft , nur
umweltverträgliche Projekte zu verwirklichen.
Nicht wenige Entwicklungsländer sehen
darin jedoch einen Eingriff in ihre Souveranität - ein Einwand,den man
ernst
nehmen muß. Sie sehen die Verursacher
von Umweltschäden und die
Notwendigkeit zu handeln vor allem in den
Industrieländern. Ein besonderes Problem :
Während Umweltgefährdung bei uns
eine Folge des Wohlstandes ist, sind Umweltschäden in
Entwicklungsländern
hauptsächlich Folgen der Armut . Die
Überwindung der Armut könnte viele
Umweltprobleme im Süden lösen- aber
möglicherweise neue auslösen.
Die Gefährdung der Umwelt hat längst
nicht mehr nur lokale oder regionale Ausmaße ,sie ist global, die ganze
Welt
umfassend und einschließend. Schlagworte
wie “ Treibhauseffekt” oder “Ozonloch” geben diesen noch
nicht ganz
erforschten Zusammenhängen einen Namen.
Die Industrieländer,die nach wie vor den größten Anteil an der
allmählichen
zerstörerischen Veränderung unserer
Lebensgrundlage haben,müssen selbst und als erste endlich handeln - um
glaubwürdig Umweltschutz in
Entwicklungsländern fordern zu können.
BEVÖLKERUNG /
ERNÄHRUNG
Viele wirtschaftliche und soziale Probleme
dieser Welt wurden letzten Endes auch durch die Bevölkerungszunahme
verschärft:
- der Hunger
- der Mangel an
Arbeitsplätzen
- der Rückstand in der
Alphabetisierung
- das Wachsen der
Vielmillionenstädte
- das Schrumpfen der
Wälder
- die Ausbreitung der
Wüsten
Das soll nicht heißen , die wachsende
Bevölkerungszahl sei alleinige Ursache für den Mangel an Entwicklung.
Aber sie hat
unter den vielen Ursachen dafür schon ein
besonderes Gewicht. Schwer wiegt , das gerade die ärmsten Länder der
Erde die
höchsten Zuwachsraten der
Bevölkerung haben. In den Ländern Afrikas südlich der Sahara
steigt Jahr für Jahr die Zahl der
Menschen um mehr als drei Prozent , schneller
als vor dreißig Jahren. Indien wird schon im Jahr 2000 ein Milliardenland
sein ,
wie es z.B. China seit 1982 ist. In diesen
beiden volkreichsten Staaten lebt nahezu die Hälfte aller Menschen der
Entwicklungsländer .
Ursachen des
Bevölkerungswachstums
In immer kürzeren Zeitabständen ist
die Weltbevölkerung um jeweils eine weitere Milliarde Menschen gewachsen
:
- in über 100 Jahren von der ersten
Milliarde zur zweiten Milliarde
- in 35 Jahren zur dritten
- in 14 Jahren zur
vierten
- in 13 Jahren zur fünften Milliarde
1987
Zunächst läßt sich alles noch
einfach erklären : Eine Bevölkerung wächst , wenn mehr Kinder
geboren werden , als
Menschen sterben. Aber : Die Geburtenziffern
sind heute imDurchschnitt niedriger als vor hundert oder zweihundert
Jahren , auch in vielen
Entwicklungsländern. Und trotzdem explodieren die
Bevölkerungszahlen.
Wenn die Geburtenziffern gesunken sind , dann
bleibt als Erklärung für das Bevölkerungswachstum nur : die
Sterbeziffern
sind eben noch stärker gesunken.Über
Jahrtausende waren Hungersnöte , Seuchen und Kriege die Ursache dafür
, daß die
Lebenserwartung im Durchschnitt gering blieb.
Hinzu kommt außerdem noch : iin vielen Ländern sind Kinder der
Reichtum der Armen . Schon in jungen Jahren
leisten Kinder ihren Beitrag zum Erwerb des Lebensunterhalts der Familie
.
Weil Medizin und Chemie sich erst entwickeln
mußten, sanken die Sterbeziffern in Europa im letzten Jahrhundert ganz
allmählich . Der medizinische Fortschritt
aus Vergangenheit und Gegenwart steht aber heute weltweit zur Verfügung .
Dem ist es zu danken, daß die
Sterbeziffern in Entwicklungsländern innerhalb weniger Jahrzehnte von 30
pro Tausend auf
10 stürzten;
in der gleichen Zeit aber sind die
Geburtenziffern nur auf 30 gesunken. Die Folge ist, daß die
Bevölkerung wächst .
Das allein aber erklärt die
“Explosion” der Bevölkerung noch nicht. Schließlich gab
es auch früher schon in anderen
Ländern ähnliche Wachstumsraten . Es
kommt der Unterschied in der Menge hinzu . In Afrika , Asien und Lateinamerika
leben heute über vier Milliarden
Menschen. Zwei Prozent Wachstum bedeutet hier : Fast 90 Millionen Menschen mehr
im
Jahr!
Die Welternährungsorganisation ( FAO )
der Vereinten Nationen schätzte, daß um 1985 512 Millionen Menschen
in
Entwicklungsländern unterernährt
waren, etwa zehn Prozent mehr als um das Jahr 1970.Der prozentuale Anteil an der
Bevölkerung war in Afrika am
höchsten. Daran dürfte sich bis heute nicht viel geändert
haben.
Noch nie hat es solche Mengen an
Überschüssen von Agrarprodukten auf der Welt gegeben wie heute ,
obwohl die Mengen
in den letzten Jahren wohl doch etwas
zurückgegangen sind.
Die meisten Überschüsse werden heute
zwar in den Industrieländern geerntet, vor allem in den Ländern der
Europäischen
Gemeinschaft und in Nordamerika. Aber auch in
den Entwicklungsländern hat die Produktion von Nahrungsmitteln für den
einheimischen Verbrauch in den letzten beiden
Jahrzehnten zugenommen.Der durchschnittliche Kalorienbedarf aller dort
lebenden Menschen ist also, statistisch
gesehen , gedeckt.
Aber : Mehr Getreide als vor 20 Jahren
wächst heute vor allem in Asien und in Lateinamerika. In Afrika dagegen ist
die
Bevölkerungszahl in dieser Zeit schneller
gewachsen als die Nahrungsmittelproduktion.
Hunger und Überfluß sind auf dieser
Welt dicht beieinander, selbst innerhalb eines Entwicklungslandes findet sich
beides:
z.B. Indien erntet soviel Nahrungsmittel ,
daß es Überschüsse exportiert, und dennoch hat Indien viele
Millionen an
manelernährten
Menschen.
Ursachen des Nahrungsmangels
“ Hunger”, so heißt es in
einem Bericht der Vereinten Nationen, “geht auf einen komplexen
Zusammenhang von sozialen ,
politischen , wirtschaftlichen ,
ökologischen und kulturellen Faktoren
zurück”.
Das bedeutet : Nahrungsmangel entsteht hier
vor allem durch Krieg , dort vor allem durch Dürre, anderswo
hauptsächlich
durch Überbevölkerung oder durch
falsche Politik, wieder woanders in erster Linie durch die
Umweltzerstörung, aber
nirgendwo aus einem dieser Gründe allein.
Man kann es vereinfacht auf einen Nenner bringen : Hunger ist häufig eine
Folge von Armut ( die aber selbst wiederum
viele Ursachen hat ). Einerseits die Armut des einzelnen, der Hunger leiden
muß,obwohl es ringsum genug zuessen gibt
; zum anderen die Armut eines Staates, der nicht in der Lage ist, einen
vorübergehenden oder dauerhaften
Nahrungsmangel im Inland durch bezahlte Einfuhren von Nahrungsmitteln
auszugleichen.
Ein “soziales Netz”, das die
Benachteiligten auffängt und nicht in absolute Armut fallen
läßt, gibt es in den meisten
Entwicklungsländern auch nicht--
“informeller Sektor”.
Eine wichtige politische Ursache , neben Krieg
und Bürgerkrieg , für eine zu geringe landwirtschaftliche Produktion
ist in
vielen Staaten die
“Höchstpreispolitik” für Agrarprodukte ; sie ist für
die Bauernfamilien von Nachteil, weil die vom Staat
festgesetzten Erzeugerpreise niedriger sind
als die Erzeugerkosten.
Vergleicht man Böden , Klima
,nutzungsfähige Flächen oder Durchschnittserträge Afrikas mit den
Daten anderer
Regionen, so zeigt sich, daß hier eine
große Reserve an Entwicklungsmöglichkeiten vorhanden ist. Durch
sorgfältige
Ausdehnung der Anbauflächen und vor allem
durch Verbesserung der Anbaumethoden , wozu auch behutsame Düngung
gehört, ließe sich die
Nahrungsmittelproduktion Afrikas erheblich steigern. Sollte jedoch die
landwirtschaftliche
Produktion in Afrika auf dem Stand von heute
bleiben, dann würde der Nahrungsmangel wachsen und nicht die
Nahrungsproduktion .
Fachbereich VI
Geographie/Geowissenschaften
Leitung:Dipl.Geogr.
U.Schmid
Datum:23.1.96
Referentin: xxx
THEMA: STANDORTGERECHTE LANDWIRTSCHAFT
(ECOFARMING)
UMWELT
BEVÖLKERUNG /
ERNÄHRUNG
STANDORTGERECHTE LANDWIRTSCHAFT IN
AFRIKA
(ECOFARMING)
engl., “ecosystem” (
Ökosystem )
- mit wenig Fremdmitteleinsatz sollen eine
höhere Produktivität und eine langfristige Schonung kleinräumiger
Ökosysteme erreicht
werden
- Verzicht auf “moderne”
Agrarentwicklungsstrategien
Drei Nutzungsschwerpunkte
:
Feldbau , Tierhaltung und
Holzproduktion
1. Feldbau : - häufiger
Fruchtwechsel
-
Mischkulturen
-
Gründüngung
-- Selbstversorgung , nur auf wenigen
Flächen cash crops
2. Tierhaltung : -
Stallhaltung
- Dung wird im
Feldbau verwendet
3. Vegetation : -Hangparallele Baumreihen oder
Hecken (Abb. 1)
-- natürliche
Terrassenbildung ( Abb.2)
- liefert Mulch
für den Feldbau und Futter für das Vieh
-
Bodenfruchtbarkeit wird durch das Mykorrhizengeflecht
gesichert
- Gras der
Terrassen dient als Viehfutter
Vorteile des Landnutzungsmodells
:
- Interner
Stoffkreislauf
- Anpassung an die natürlichen
Bedingungen
- Berücksichtigung der wirtschaftlichen
Erfordernisse
UMWELT
Ökologische Sünden führen
schnel zu irreversiblen Schäden. Die Gefahr ist am größten, wo
die Bodennutzung privater Ausbeutung überlassen
wird ( Anstreben einer Gewinnmaximierung
).
Viele kleine Subsistenzbetriebe können
aufgrund des Bevölkerungsdruckes lange Bracheperioden (6-10 Jahre ) nicht
einhalten
-- abnehmende
Bodenfruchtbarkeit
--
Degradationserscheinungen
Für eine kurzfristige Steigerung der
Erträge fehlt das Kapital.
Aufgaben des
Pflanzenbauers:
- Sicherung der Erträge mit den
verfügbaren lokalen Ressourcen
- Einsetzen angepaßter Strategien, bei
gleichzeitiger Produktionssteigerung
Die Problematik der zukünftigen
Entwicklung läßt sich auf drei Problemkomplexe
konzentrieren:
1. die hohe
Bevölkerungszuwachsrate
2. die Kennzeichnung des
Agrarsektors
3. die hohe Anfälligkeit der
Ökosysteme für agrochemische
Produktionsverfahren
Umweltzerstörung macht sich
folgendermaßen bemerkbar :
Desertifikation : - Abholzung von
Einzelbäumen oder Wäldern
-
Brandrodung
- zu hoher
Viehbesatz
- Ausdehnung des
Ackerbaus auf ungeeignete Flächen
Fläche die
jährlich durch Wüstenbildung verloren geht ( 60 000 - 200 000 qkm
)
Wälder : 170 000 - 250 000 qkm gehen
jährlich verloren
Dabei gehen auch viele
tierische und pflanzliche Arten verloren , die teilweise noch unerforscht
sind.
Waldverluste entstehen durch : -
Brandrodung
- wachsender Brennholzbedarf
- Gewinnung von Holzkohle
- industrieller Holzeinschlag
- Umwandlung in Viehweiden
Boden : - Ackerböden und Weiden sind
nicht in gleichem Maße vermehrbar wie die
Bevölckerung.
-- Ackerbau auf Böden ,
die für die Kultivierung nicht geeignet sind ( siehe Desertifikation
).
---
Erosion
- unsachgemäße
Bewässerung -- Versalzung und Ansteigen des
Grundwassers
- zu kurze Brachezeiten --
Nährstoffverarmung
Kosten für den Umweltschutz belaufen sich
auf 20 - 50 Milliarden Dollar pro Jahr.
Umweltschutz soll die Entwicklungshilfe
bestimmen. Zuschüsse und Kredite an Entwicklungsländer werden schon
jetzt meist an die Auflagen
geknüpft, nur umweltverträgliche
Projekte zu verwirklichen.Die Entwicklungsländer sehen darin aber einen
Eingriff in ihre Souveranität.
Ein besonderes Problem : Umwltgefährdung
in den Industrieländern ist eine Folge des Wohlstandes , in
Entwicklungsländern eine Folge der
Armut
Die Gefährdung der Umwelt ist längst
nicht mehr nur ein regionales und lokales Problem , sondern global.
-- “Treibhauseffekt”,
“Ozonloch”
Die Industrieländer müssen selbst
und als erste endlich handeln , um glaubwürdig Umweltschutz in
Entwicklungsländern fordern zu
können.
BEVÖLKERUNG /
ERNÄHRUNG
Viele wirtschaftlichen und sozialen Probleme
wurden letzten Endes auch durch die Bevölkerungszunahme verschärft
:
- Hunger
- Mangel an
Arbeitsplätzen
- Rückstand in der
Alphabetisierung
- das Wachsen der
Vielmillionenstädte
- Schrumpfen der
Wälder
- Ausbreitung der
Wüsten
Gerade die ärmsten Länder der Erde
haben die höchsten Zuwachsraten der Bevölkerung , z.B. in den
südlichen Ländern Afrikas um mehr als drei
Prozent pro Jahr.
Erklärung für das
Bevölkerungswachstum :
- die Sterbeziffern sind noch stärker als
die Geburtenziffern gesunken
- Hungersnöte ; Seuchen und Kriege hielt
die Lebenserwartung gering
- Extreme Unterschiede in der
Menge
Fallbeispiel : In Afrika,Asien und
Lateinamerika leben heute über vier Milliarden
Menschen.
Zwei Prozent Wachstum
bedeutet hier fast 90 Millionen Menschen mehr im Jahr.
Hunger und Überfluß sind selbst
innerhalb eines Entwicklungslandes dicht beieinander.
Hunger geht auf einen komplexen Zusammenhang
von sozialen , politischen , wirtschaftlichen , ökologischen und
kulturellen Faktoren zurück .
Das bedeutet Nahrungsmangel entsteht durch
:
- Krieg
- Dürre
-
Überbevölkerung
- falsche Politik
- Umweltzerstörung
Aber nirgendwo aus einem dieser Gründe
allein .
Vereinfacht heißt das : Hunger ist
häufig eine Folge von Armut ( die aber selbst wiederum viele Ursachen hat
).
Einerseits
die Armut des einzelnen , zum anderen die Armut eines
Staates.
Ein “soziales Netz”, das
Benachteiligte auffängt, gibt es in den meisten Entwicklungsländern
nicht -- informeller Sektor
Eine politische Ursache für eine zu
geringe landwirtschaftliche Produktion ist in vielen Staaten die
Höchstpreispolitik für
Agrarprodukte ; sie ist für die Bauern
von Nachteil , weil die vom Staat festgesetzten Erzeugerpreise niedriger sind
als die Erzeugerkosten .
Vergleicht man Böden , Klima ,
nutzungsfähige Flächen oder Durchschnittserträge Afrikas mit den
Daten anderer Regionen, so zeigt sich, daß
hier eine große Reserve an
Entwicklungsmöglichkeiten vorhanden ist. Durch sorgfältige Ausdehnung
der Anbauflächen und vor allem durch
verbesserte Anbaumethoden, wozu auch behutsame
Düngung gehört , ließe sich die Nahrungsmittelproduktion Afrikas
erheblich steigern.
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