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Grundlagen der Mathematik
Grundlagen der
Mathematik
Spezialgebiet in
Mathematik
Jakob Huber
Inhaltsangabe
1. Die axiomatische Methode Seite
2
1.1. Was ist die
Axiomatisierung?
1.2. Isomorphie
1.3. Überprüfung von
Axiomensystemen
2. Die Entwicklung von nichteuklidischen
Geometrien Seite 4
2.1. Das
Parallelenaxiom
2.2. Die nichteuklidischen
Geometrien
3. Historische Entwicklung der Philosophie
der Mathematik Seite 7
4. Das Sichern der Grundlagen Seite
8
4.1. Der
Formalismus
4.2. Der
Platonismus
4.3. Der Konstruktivismus oder
Intuitionismus
4.4. Der Logizismus
Anhang: Literaturverzeichnis Seite111. Die axiomatische Methode
1.1. Was ist die Axiomatisierung?
Ein Axiomensystem ist die Grundlage aller mathematischer Systeme. Um ein
solches System zu schaffen muß man alle Grundtatsachen und Definitionen
finden, aus denen sich alle anderen Sätze des betreffenden Fachgebiets bzw.
der betreffenden Wissenschaft sammeln. Ist dies gelungen, so nennt man das
Axiomensystem definit.
Damit ein solches System überzeugen kann müssen alle
Bezeichnungen, die man verwendet definiert sein und es muß alles bewiesen
werden, indem man geistig, die definierten Ausdrücke durch ihre
Definitionen ersetzt.
Ein Axiomensystem kann niemals die komplette Wahrheit über ein
Sachgebiet wiedergeben, sondern ist immer als ein Modell zu verstehen, selbst
wenn uns die Naturwissenschaften glauben machen, wollen, daß sie die
Wahrheit über ihr Gebiet wiedergeben. Sobald neue Erkenntnisse gewonnen
werden, können die überholten Begriffe jedoch sofort durch neue,
exaktere ersetzt werden.
Ein Beispiel aus der Mathematik ist die Entwicklung der Geometrie, die in
Kapitel 2 näher besprochen wird. Lange Zeit galt nur die euklidische
Geometrie. Als die Möglichkeit von anderen Geometrien gezeigt wurde, wurde
die euklidische Geometrie durch die nichteuklidische ersetzt, welche die
euklidische immer noch berücksichtigte. Außermathematische Systeme
lösen einander viel häufiger ab. Zum Beispiel ersetzte die
Einstein’sche Relativität die Newton’sche Mechanik .
1.2. Isomorphie
Ein Grundbegriff der Axiomatik ist die Isomorphie. Gegeben seien zwei
Axiomensysteme 1 und
Σ2. In
Σ1 herrschen nun die Relationen
R1, R2, usw. Die Beziehungen zwischen den Objekten in
Σ2 werden nun, obwohl sie sich im
Sinn unterscheiden, mit den selben Namen versehen, wodurch sie einander
zugeordnet werden. Findet sich zu jedem Begriff des einen Systems ein
Gegenstück im anderen, so sind die beiden Systeme isomorph. Man spricht
von einer isomorphen Abbildung von Σ1
auf Σ2.
Isomorphe Gebiete müssen einander in irgendeiner Form ähneln.
Alles, was in einem System gilt, muß notwendigerweise in allen isomorphen
Gebieten gelten. Das ist ein immenser Vorteil für die Wissenschaft. Ein
Axiomensystem kann aufgrund der Isomorphie mit beliebig vielen Interpretationen
versehen werden.
Ein auffallendes Beispiel ist die Isomorphie zwischen der euklidischen
Geometrie und der linearen Algebra. Offensichtlich entspricht einem Punkt in
der Geometrie ein n-Tupel in der Algebra. Ein weiterer Bezug läßt
sich zur Physik herstellen. Für ein Stromnetz mit n Drähten, die sich
in einem Knotenpunkt verzweigen, gelten die gleichen Beziehungen, wie in einem
euklidischen Raum mit n Dimensionen. Wenn man zum Beispiel die in die
Drähte eingeführten Spannungen kennt, und daraus die Stromverteilung
ermitteln soll, dann ist dieses Problem äquivalent zur Projektion eines
Punktes auf eine Ebene.
Was man sich nicht von der Isomorphie erwarten darf, ist, daß man
durch sie zu neuen Erkenntnissen gelangt. Da die zugrundeliegenden Axiome immer
die selben bleiben, ist das ausgeschlossen. Allerhöchstens eröffnen
sich dem Mathematiker in einem isomorphen Gebiet neue Denkansätze, die er
in einem anderen übersehen hat.
1.3. Überprüfung von Axiomensystemen
Welche Kriterien muß ein System nun aber erfüllen, damit es
anerkannt werden kann? Der wichtigste Anspruch an ein System ist die Forderung
nach der Widerspruchsfreiheit. Wenn ein Mathematiker eine neues System
Ó ausarbeitet, muß er
sicherstellen, daß es dieses geben kann. Aus seinem System
Ó darf er niemals die Aussagen
á und Ü herleiten können. Ansonsten ist das System
völlig wertlos. Deshalb ist die Überprüfung eines jeden
mathematischen Systems, ja einer jeden wissenschaftlichen Theorie, auf
Widerspruchslosigkeit eine wichtige Aufgabe.
Des weiteren sollten die Axiome eines Axiomensystems unabhängig
voneinander sein. Es soll keine Sätze enthalten, die aus den anderen
Axiomen folgen. Das Axiom á ist genau
dann unabhängig, wenn es sich nicht aus den übrigen herleiten
läßt. Um die Unabhängigkeit einer Aussage festzustellen, gibt
es drei Möglichkeiten. Da die Unabhängigkeit eng mit der
Widerspruchslosigkeit zusammenhängt, kann man mit diesen Methoden auch
diesen Nachweis führen.
- Die erste Methode ist meist nur in kleinen, überschaubaren Systemen
anwendbar, da sie auf dem Grundsatz beruht.
Wenn eine Aussage á einen neuen Grundbegriff enthält, der im
System Ó nicht definiert ist, so kann
die Wahrheit von á in Ó nicht überprüft
werden.
Aus der Anzahl der Betten eines Hotels, läßt
sich beispielsweise nicht die Anzahl der Hotelgäste bestimmen.
Es ist unwahrscheinlich, daß sich komplizierte Systeme auf diese Art
und Weise überprüfen lassen. Die beiden folgenden Methoden lassen sich
wesentlich besser anwenden.
- Die zweite Methode ist die Konstruktion eines Modells. Diese Methode hatte
bisher den größten Erfolg in der Analyse von Axiomensystemen. Dabei
sucht man Objekte und Relationen, die bei geeigneter Namengebung alle
Eigenschaften von Ó
erfüllen, für die aber
á nicht gilt.
Es
ist nicht zwingend notwendig ein komplett neues Modell zu schaffen, um ein
Axiomensystem zu überprüfen, sondern es genügt, die
Widerspruchslosigkeit eines Systems auf die eines anderen
zurückzuführen.
Das ewige Scheitern der Beweisversuche des Parallelenaxioms, welches im
nächsten Kapitel genauer besprochen wird, ist ein induktives Argument
für dessen Unabhängigkeit. Diese Bemühungen führten
schließlich zu der Formulierung von nichteuklidischen Geometrien, für
welche das Parallelenaxiom nicht gilt. Die Schöpfer der nichteuklidischen
Geometrien, taten nichts weiter als die Folgerungen aus der Gegenaussage zum
Parallelenaxiom zu untersuchen.
Anhand der Konstruktion eines Modells konnten sie beweisen, daß diese
neuen Geometrien zu keinen Widersprüchen führen können, die nicht
auch in der euklidischen Geometrie existieren. (vgl. 2.2.3.)
Durch geschickte Konstruktion von arithmetischen Modellen gelang es Hilbert
das logische Verhältnis der Teile des geometrischen Axiomensystems
aufzuklären. Da es eine endliche Anzahl von Objekten gibt, die
nacheinander ausgewiesen und mit Symbolen belegt werden können, kann man
für jeden Schritt mittels der Symbole feststellen, ob die Grundrelationen
gelten, oder nicht. Damit hat er die Widerspruchslosigkeit der Geometrie auf
die der Algebra zurückgeführt.
Ganz egal, ob die euklidische Geometrie den physikalischen Raum nun genau
beschreibt, oder nicht, sie folgt auf jeden Fall den gleich Gesetzen, wie die
lineare Algebra. Jeder Widerspruch in der Geometrie muß sich deshalb auch
als Widerspruch Algebra darstellen.
Auf diese Art und Weise wird ein Axiomensystem auf ein anderes
zurückgeführt. Würde man mit allen Systemen so verfahren,
würde ein Zirkel entstehen. Um sie alle zu beweisen genügt es den
Beweis für eines absolut zu führen. Alle isomorphen Systeme
wären dann ebenso bewiesen. Für einen großen Teil der
Mathematik und der Physik laufen solche Bemühungen zur Zeit auf dem Gebiet
der reellen Zahl.
- Die einzige Methode, eines absoluten Beweises, ist die direkte Methode. Bei
dieser Methode werden alle möglichen Schlußfolgerungen ausgehend von
den Axiomen gezogen. Der direkte Beweis ist gelungen, wenn sich keine
Widersprüche ergeben. Auf diese Art konnte Hilbert die
Widerspruchslosigkeit der arithmetischen Axiome beweisen.
Ein
weiters wichtiges Kriterium für ein Axiomensystem ist noch zu
erwähnen. Die Widerspruchsfreiheit garantiert nur, daß man nie zwei
widersprüchliche Ergebnisse erhalten kann, nicht aber, daß man
überhaupt eines erhält. Deshalb fordert man von Axiomensystemen ihre
Vollständigkeit. Das heißt, daß es zu jeder widerspruchsfrei
gestellten Frage eine Antwort geben muß. Die Vollständigkeit eines
Systems kann nur durch die Angabe einer das Beweisverfahren regelnden Methode
sicher gestellt werden. Eine solche Methode kann es nicht geben. Der Weg zur
Lösung eines Problems ist mit jedem Problem verschieden und muß jedes
Mal neu gefunden werden.
2. Die Entwicklung von nichteuklidischen Geometrien
2.1. Das Parallelenaxiom
Wie bereits erwähnt hatten die „Elemente“ des Euklid
für die Geometrie und die Mathematik überhaupt für lange Zeit
einen ähnlichen Stellenwert, wie die Bibel für das Christentum.
Euklid stellte die Geometrie auf eine Basis von Axiomen, die über 2000
Jahre lang Gültigkeit besaßen. Selbst Kant war der Meinung,
daß sie die Wahrheit über die Realität liefern kann. Euklid,
der zur Zeit Ptolemäus I. (305-287 v. Chr.) in Alexandria lebte, baute die
Geometrie auf einer Vielzahl von Axiomen auf. Die ersten fünf
lauten:
- Durch zwei Punkte verläuft eine eindeutig bestimmte Gerade.
- Geraden sind beliebig lang.
- Ein Mittelpunkt und ein Radius definieren einen eindeutig bestimmten
Kreis.
- Alle rechten Winkel sind gleich groß.
- Wenn eine Gerade auf zwei Geraden fällt und hierdurch die Innenwinkel
auf derselben Seite kleiner als zwei rechte Winkel sind, schneiden sich die
beiden Geraden, wenn sie unendlich verlängert werden, auf der Seite, auf
der die Winkel kleiner als die beiden rechten Winkel
sind.
Die ersten vier Axiome sind auf Anhieb verständlich und einfach zu
formulieren. Mit dem fünften verhält es sich anders. Es ist
umständlich formuliert und nicht ganz so selbstverständlich wie die
anderen. Es gibt mehrere äquivalente Formulierungen, wie die folgende, die
sich durchgesetzt hat:
In einer Ebene seien eine Gerade L und ein Punkt P nicht auf L gegeben.
Dann gibt es genau eine Gerade durch P, die parallel zu L ist.
In dieser Fassung ist es als das Parallelenaxiom bekannt. Diese
Formulierung ist einfacher, und hat sich daher durchgesetzt. Die Zweifel an
seiner Gültigkeit konnte es aber nicht beseitigen. Um diese zu zerstreuen
wurde immer wieder versucht, zu beweisen, daß es von den anderen vier
Axiomen abhängig ist, und daher wahr sein muß.
Stellvertretend für viele andere habe möchte ich den
Beweisversuch von Posidonius, der im 1. Jahrhundert v. Chr. lebte, als Beispiel
anführen, da er der erste war, dem der Beweis „gelang“. Der
Trick, den er anwendete, war eine von Euklids Definitionen zu ändern. Er
war sicher, daß seine Aussage „zwei Geraden sind parallel, wenn sie
überall den selben Abstand haben“ äquivalent zu Euklids
Definition sei, wonach sich parallele Geraden niemals schneiden. Mit seiner
Definition hatte er es nicht schwer das Axiom zu beweisen. Doch er hat es sich
etwas zu leicht gemacht. Gemäß seiner Intuition änderte er eine
von Euklids Definitionen. Denn wie sollen sich zwei Geraden nicht schneiden,
wenn sie einander näher kommen? Allerdings übersah er, daß eben
das 5. Axiom garantiert, daß parallele Geraden äquidistant sind. Da
seine Definition das Parallelenaxiom voraussetzt, kann sie nicht für einen
Beweis herangezogen werden.
Der nächste nennenswerte Versuch, das Parallelenaxiom zu beweisen,
stammt von Gerolamo Saccheri. Er konstruierte ein Viereck ABCD, das heute nach
ihm Saccheri-Viereck benannt ist. Die Winkel in A und B sind rechte Winkel, und
es gilt AD = BC. Saccheri betrachtete folgende Möglichkeiten:
- Die Winkel in C und D sind rechte Winkel.
- Sie sind beide stumpfe Winkel.
- Sie sind beide spitze Winkel.
Nach Euklid mußte die 1. Annahme die richtige sein. Er konnte das
nicht direkt beweisen, also versucht er einen indirekten Beweis. Es gelang ihm
zu zeigen, daß etwas falsches folgt, wenn die Winkel stumpf sein sollten.
Falls die Winkel spitz sein sollten, konnte er lediglich zeigen, daß
„alle Geraden, die innerhalb eines Winkels
α durch P laufen eine gegebene Gerade AB nicht
scheiden.“ Für Saccheri war das „unvereinbar mit der Natur der
Geraden“. Er glaubte hier einen Widerspruch gefunden zu haben. Somit
wäre das Parallelenaxiom bewiesen. Diese Art der Argumentation war
natürlich nicht zwingend. Saccheris Folgerung widersprach dem 5. Axiom.
Da es für den Beweis als unbekannt vorausgesetzt wurde, kann es hier aber
keinen Widerspruch geben. Der Beweis ist deshalb unvollständig.
Saccheri war zwar gescheitert, doch immerhin brachte er frischen Wind in
die Debatte um das Parallelenaxiom. Führende Mathematiker, wie Gauß,
Lobatschewskij, Bolyai, und Riemann nahmen die seine Gedanken auf und
untersuchten die beiden Fälle, die Saccheri zu widerlegen versuchte. Sie
entdeckten, daß man sehr wohl auf das Parallelenaxiom verzichten
könne, und erschufen die nichteuklidische Geometrie, oder besser gesagt die
nichteuklidischen Geometrien. Denn es zeigte sich, daß es zwei davon
gibt. Sie werden nach ihren Begründern Lobatschewskijsche (=hyperbolische)
Geometrie und Riemannsche (= elliptische) Geometrie genannt.
2.2. Die nichteuklidischen Geometrien
- Die Lobatschewskijsche (= hyperbolische)
Geometrie
Nikolai Iwanowitsch Lobatschewskij (1777-1856) untersuchte den Fall,
daß die Winkel im Saccheri-Viereck spitz sind. Das ist möglich, wenn
erlaubt wird, daß es zu einer Geraden L durch einen Punkt P mehrere
nicht-schneidende Geraden gibt.
Saccheri zeigte bereits, daß alle Geraden, die einen Winkel
größer als α mit einer Normalen durch
L einschließen, L nicht schneiden. Anders als Saccheri sah Lobatschewskij
hier keinen Widerspruch und baute seine Geometrie auf dieser Grundlage auf. Die
Größe von α ist abhängig von der
Entfernung des Punktes P von L. Sollte der Wert für
α = 90° betragen läßt sich das
Parallelenpostulat als Sonderfall folgern. Lobatschewskij bezeichnete die
beiden Geraden, die genau den Winkel α mit P
einschließen als parallel. Alle Geraden, die zwischen den Parallelen
liegen, wären laut Euklid ebenfalls parallel zu L, werden aber als
überparallel bezeichnet. Es gibt unendlich viele von ihnen.
Eine solche Geometrie läßt sich auf einer Hypersphäre
realisieren. Eine Gerade wird hierbei als geodätische Linie dieser
Fläche aufgefaßt. Dreiecke haben auf dieser Oberfläche
besondere Eigenschaften. Je kleiner die Fläche eines Dreiecks ist, desto
näher liegt seine Winkelsumme bei 180°. Ähnliche Dreiecke sind
automatisch kongruent.
- Die Riemannsche (=elliptische) Geometrie
Obwohl Saccheri glaubte beweisen zu können, daß die Winkel im
Saccheri-Viereck nicht stumpf sein können, gelang es Riemann eine Geometrie
zu schaffen, in der auch dieser Fall eintritt.
Um die Arbeit Riemanns zu verstehen, ist es notwendig, ein wenig auf die
allgemeine Flächentheorie von Carl Friedrich Gauß (1777-1855)
einzugehen. Er entwickelte eine Methode mit der man Berechnungen auf
gekrümmten Flächen anstellen konnte.
Ein Punkt auf dieser Fläche wurde dabei nicht mehr in einem
räumlichen Koordinatensystem (x,y,z) angegeben, sondern er führte
gekrümmte Koordinatenachsen auf der Fläche ein. Also konnte man jetzt
Parametergleichungen für x,y,z angeben in denen x,y,z von den Parametern p
und q abhängen. Jeder Punkt (x,y,z) auf der Fläche kann also durch das
Wertepaar (p,q) ausgedrückt werden.
Um nun die Entfernung zweier Punkte auf dieser Fläche zu berechnen
führte Gauß den Punkt (x+dx , y+dy , z+dz) ein, der unendlich nahe
bei (x,y,z) liegt. Für die Entfernung der beiden Punkte muß gelten:
ds2 = dx2 + dy2 + dz2. Werden x,y,z
durch p und q ersetzt ergibt sich die folgende Formel:
ds2 = Edp2 + Fdpdq + Gdq2 (wobei E, F und
G Funktionen von p und q sind)
Die geometrischen Eigenschaften der Fläche hängen nicht von den
Funktionen E,F und G ab, sondern nur von ds. Man kann also aus einem
Linienelement ds alle Eigenschaften der Fläche ableiten.
Riemann führte die Gedanken von Gauß fort. Er entwickelte die
Gauß’sche Formel für ds weiter, so daß sie nun im
n-dimensionalen Raum anwendbar war, und beschäftigte sich mit
Mannigfaltigkeiten mit konstanter Krümmung.
Es läßt sich zeigen, daß die euklidische Geometrie der auf
einer Fläche mit der konstanten Krümmung Null entspricht, die
Lobatschewskijsche der auf einer Fläche mit konstanter negativer
Krümmung. Beide sind somit Sonderfälle der Riemannschen
Geometrie.
Letztere erlaubt weiters Berechnungen auf Flachen mit positiver
Krümmung. Ein Beispiel für eine solche Fläche ist die
Kugeloberfläche. Ein Punkt wird als Paar von Diametralpunkten
aufgefaßt, eine Gerade als Großkreis. Es gibt keine parallelen
Geraden, da sich die Großkreise immer in diametral gegenüberliegenden
Punkten treffen.
- Die Widerspruchsfreiheit der nichteuklidischen
Geometrien
Der Nachweis, daß die nichteuklidischen Geometrien widerspruchsfrei
sein müssen, wurde von einem Mathematiker namens Klein erbracht. Es gelang
ihm ein euklidisches Modell für die nichteuklidische Geometrie zu schaffen.
Er schuf eine Kugel K im euklidischen Raum. „Punkte“ sind alle
Punkte innerhalb von K. Begriffe wie „Gerade“ oder
„zwischen“ sind wie vor im euklidischen Sinne zu verstehen.
„Bewegung“ ist jene Kollineation, welche die Kugel in sich
überführt. „Kongruent“ sind alle Figuren die durch eine
„Bewegung“ entstehen. Aus der Widerspruchslosigkeit der
euklidischen Geometrie (vgl. Kap. 1) muß deshalb die der nichteuklidischen
folgen.
3. Historische Entwicklung der Philosophie der Mathematik
Zu Beginn unseres Jahrhunderts gab es eine kurze Periode, in der die
Grundlagen der Mathematik offen diskutiert wurden. Rund 40 Jahre lang tauschen
die führenden Mathematiker ihre Gedanken untereinander aus, und stritten
sich über Details.
Diskussionen darüber gab es dennoch schon lange vorher. Sie
hängen meist mit dem sogenannten Euklid-Mythos zusammen. Das ist der
Glaube, daß die Schriften des Euklid Wahrheiten enthalten, die
unwiderlegbar sind. (Wie bereits gezeigt, enthalten Euklids Bücher nur
einen Teil der Wahrheit.) Euklid führte seine Beweise ausgehend von seinen
Axiomen mit solcher Klarheit, so daß sie für lange Zeit eine feste
Stütze der gesamten Mathematik bildeten. Da sich geometrische Tatsachen ja
auch arithmetisch beschreiben lassen, kann somit auch die Arithmetik auf eine
solide Grundlage gestellt werden.
Plato ging davon aus, daß der Mensch Kenntnis von geometrischen
Wahrheiten hat, die nicht aus der Erfahrung stammen, und daß diese ein
Beispiel für unwandelbare Wahrheiten sind. Später griffen die
Rationalisten, wie Spinoza, Descartes und Leibniz, diesen Gedanken auf. Für
sie waren die Sätze der Geometrie ein Beispiel für die Erkenntnis a
priori. Sie glaubten, daß man sich nie irren kann, wenn man behauptet,
daß a2+b2=c2 ist; behauptet man aber,
daß morgen der dritte Weltkrieg ausbricht, so kann man diese Aussage
logischerweise erst morgen überprüfen. Da die Mathematik von
„offensichtlichen“ Axiomen ausgeht und alle Sätze darauf
aufbauen, kann für die Rationalisten kein Zweifel an der Wahrheit der
Mathematik bestehen.
So wurde die Mathematik das beste Beispiel für die Rationalisten um
ihre Philosophie zu untermauern. Für die Empiristen, war sie andererseits,
eine peinliche Niederlage. Da sich die Mathematik mit Dingen beschäftigt,
die nie zuvor beobachtet wurden, muß das empirische Weltbild, das ja auf
der Erfahrung aufbaut, einige Lücken aufweisen. Deshalb gingen die meisten
Empiristen auch nicht näher auf die Mathematik ein, sondern versuchten ihre
Bedeutung wegzuerklären. Einzig auf dem Gebiet der Geometrie war man sich
einig. Die Axiome der Geometrie waren so anschaulich, daß nicht einmal
die Empiristen sie anfeindeten.
Auch Kant widmet sich in seinem Werk dem Euklid-Mythos. Daß wir den
Raum dreidimensional wahrnehmen, und die euklidische Geometrie, die daraus
entstanden ist, ist für ihn ein Beispiel für eine Erkenntnis a priori.
Unser Verständnis der Geometrie wird uns also aufgezwungen. Für lange
Zeit konnte sich diese Sichtweise Kants halten. Für fast jeden
Mathematiker war es bis ins 20. Jahrhundert hinein selbstverständlich,
daß die Geometrie Wahrheiten liefern kann. Da Gebiete wie die Arithmetik
und die Algebra von ihr abhängen, mußten deshalb auch sie wahr
sein.
Dieses mathematische Weltbild begann einzustürzen, als die
nichteuklidischen Geometrien formuliert wurden. Da gezeigt werden konnte,
daß die euklidische Geometrie nicht zwangsläufig die wahre Geometrie
des Raumes sein muß, wurde die gesamte Kantsche Wahrnehmungslehre in Frage
gestellt.
Eine weitere Bombe explodierte im mathematischen Denkgebäude als die
Analysis raumfüllende Kurven und stetige überall undifferenzierbare
Kurven hervorbrachte. Auf einmal war gezeigt, daß die „geometrische
Intuition“ nicht als Fundament für die Mathematik ausreichte, das
seit Plato bestand.
Die führenden Mathematiker des 19. Jahrhunderts, z.B. Dedekind, und
Weierstraß, wandten sich in Folge dessen von der Geometrie als Grundlage
der Mathematik ab und der Arithmetik zu. Dazu griffen sie auf die Mengenlehre
zurück, die Cantor kurz vorher als neuen Zweig der Mathematik entwickelte.
Sie mußten sie unendliche Mengen einführen, um reelle Zahlen zu
definieren. Es ergaben sich logische Probleme, die lange Zeit ungelöst
blieben. Es wurden zahlreiche „Antinomien“ (Widersprüche) in
der Mengenlehre gefunden, die in der Arithmetik oder der Geometrie nie
vorkommen.
Ein Beispiel für eine solche Antinomie wurde von B. Russell entdeckt.
Er definierte eine „R-Menge“ als eine Menge, die sich selbst als
Element hat. Dann führte er eine Menge M ein, die alle möglichen
Mengen, außer den R-Mengen enthält. Die Frage, ob M eine R-Menge ist
führt zu Widersprüchen. Wenn M keine R-Menge ist, dann enthält
sie sich selbst, was sie zu einer R-Menge macht.
Widersprüche wie dieser stürzten die Mathematik in eine tiefe
Grundlagenkrise, aus der man sich auf verschiedenen Wegen zu befreien
versuchte.
4. Das Sichern der Grundlagen
4.1. Der Formalismus
Für die Formalisten, allen voran David Hilbert, ist die Mathematik
eine Art Spiel mit Symbolen und Formeln. Es gibt nur formale Strukturen, die
sich nach gewissen Regeln ineinander überführen lassen. Anschauung
und Erfahrung sind für Formalisten ohne jegliche Bedeutung. Ein Satz ist
nur dann wahr, wenn er sich aus einem widerspruchsfreien Axiomensystem herleiten
läßt. Die Axiome selbst können willkürlich gewählt
werden. Entgegen anderer Auffassungen von der Mathematik sind sie nicht durch
die Vernunft vorherbestimmt. Die Axiome müssen in ihrer inhaltlichen
Bedeutung nicht bekannt sein. Sie können auch als bloße Zeichen
gegeben sein. Wenn man mit den Axiomen umzugehen versteht, kann man so neue
Sätze herleiten.
Eine einfache Analogie für den formalistischen Standpunkt ist das
Schachspiel. Man benötigt keine Holzfiguren, man kann sie auch als Zeichen
fixieren und die Regeln angeben. Ein Turm ist nur durch seine möglichen
Züge definiert. Wie die Figur aussieht, und ob sie überhaupt vorhanden
ist, ist egal. Schließlich läßt sich eine Partie Schach ja
auch auf einem Blatt Papier durch Anschreiben der Züge spielen..
Die einzelnen Begriffe, oder auch Zeichen, sind durch die Axiome
vollständig definiert. Da sie ohne die Axiome keine Bedeutung haben, sind
sie somit impliziert definiert.
Da im Formalismus alle Widersprüche ausgeschlossen sind, muß in
formalistischen Systemen jede widerspruchsfrei gestellte Frage eindeutig zu
beantworten sein, auch wenn die Antwort, wie beim großen Fermat-Problem
noch nicht gefunden ist. Fermat vermutete, daß man für die Gleichung
xn+yn=zn
(n⊂Ð,
n>2) keine ganzzahlige Lösung finden kann. Gemäß den
Formalisten muß es für diese Gleichung ein Lösungstripel geben,
oder eben nicht.
Einen schweren Schlag erlitt die formalistische Ansicht durch Kurt
Gödel. Er konnte beweise, daß ein System, das formal widerspruchsfrei
ist, seine Widerspruchsfreiheit nicht mit den eigenen formalen Mitteln
nachweisen kann. Dadurch erwies sich Hilberts Programm im strengen Sinn als
undurchführbar.
4.2. Der Platonismus
Die Platonisten haben ein anderes Bild von der Mathematik. Die
Platonisten geht davon aus, daß die mathematischen Objekte
tatsächlich in ihrem eigenen „Universum“ existieren, ganz egal,
ob sie uns bereits bekannt sind, oder nicht. Sie waren schon immer da, und
können nur noch von uns entdeckt werden. Jede Frage über ein Objekt
aus diesem Reich ist eindeutig zu beantworten, auch wenn der Lösungsweg
noch unbekannt sein mag. Das ist ein grundlegender Unterschied zur
formalistischen Auffassung, nach welcher mathematische Objekte nur dann
existieren, wenn sie definiert sind. Allerdings erkennen sie die gleichen
mathematischen Spielregeln an wie die Formalisten. Die folgenden Ansätze
versuchen auf eine andere Art sichere Grundlagen zu schaffen.
4.3. Der Konstruktivismus oder Intuitionismus
Für die Konstruktivisten, allen voran L.E.J. Brouwer hat die
Mathematik nicht nur einen formalen, sondern auch einen inhaltlichen Sinn. Die
mathematische Gegenstände werden vom denkenden Geist begriffen. Die
Mathematik ist daher unabhängig von der Erfahrung.
Für sie existiert nur, wofür ausgehend von intuitiv gewissen
Grundlagen ein eindeutiger Weg angegeben werden kann, auf dem die fraglichen
mathematischen Gebilde konstruiert werden können. Die Reihe der
natürlichen Zahlen ist intuitiv gegeben und nicht anders denkbar. Folglich
existieren die natürlichen Zahlen im mathematischen Sinne. Weiters sind
alle Zahlen existent, die sich eindeutig konstruieren lassen. Da es ein
Verfahren gibt, mit dem sich die Quadratwurzel aus zwei auf beliebig viele
Dezimalen berechnen läßt, ist auch sie existent.
Das gleiche Prinzip gilt für Sätze. Ein Beweis kann als
Konstruktion, wie ein Satz als wahr festgestellt werden kann, aufgefaßt
werden. Ein Satz ist nur wahr, wenn es einen konstruktivistischen Beweisgang
gibt.
Was sich nicht konstruieren läßt, hat für Brouwer keine
Existenz. Es konnte zum Beispiel gezeigt werden, daß es eine Gruppe von
irrationalen Zahlen gibt, die nicht Lösungen von algebraischen Gleichungen
sein können, die sogenannten transzendenten Zahlen. Da man bei einer
vorliegenden Zahl aber nicht entscheiden kann, ob sie algebraisch oder
transzendent ist, haben solche Zahlen bei Brouwer keine Existenz.
Der Konstruktivismus wird nur von einer kleinen Zahl von Mathematikern
vertreten. Der wichtigste von ihnen ist L.E.J Brouwer. Ein Grund dafür
ist wohl ihre Interpretation der Axiome der Logik. Die Konstruktivisten lassen
nämlich den Satz vom ausgeschlossenen Dritten nur eingeschränkt
gelten. Im Endlichen wird er auch von den Konstruktivisten anerkannt, wenn aber
eine Aussage über das Unendliche gemacht wird, so ist er nicht mehr
gültig. Demnach kann ein Satz nicht nur wahr oder falsch, sondern auch
unentscheidbar sein.
Brouwer benutzte die Fermat’sche Vermutung, um seinen Standpunkt zu
erklären. Bis heute gibt es keine Lösung dafür. Brouwer
hält es nun für möglich, daß es überhaupt keine
Lösung gibt.
Da auch die Methode des indirekten Beweises auf dem Satz vom
ausgeschlossenen Dritten beruht, lassen die Konstruktivisten, diese Art der
Beweisführung nicht zu. Sie bemühen sich um konstruktivistischen
Beweise, was ihnen in einigen Fällen gelingt. Einige Sätze, wie zum
Beispiel das Gesetz der Trichotomie, welches besagt, daß jede Zahl
entweder positiv, negativ, oder Null ist, gelten für sie aber immer noch
nicht.
4.4. Der Logizismus
Ebenfalls durch die Probleme, die zu Anfang des Jahrhunderts bestanden,
angeregt, versuchten die Logizisten die Mathematik auf die Logik
zurückzuführen. Die wichtigsten Vertreter dieser Richtung sind G.
Frege (1848-1925), N. Whitehead (1861-1947) und B. Russell
(1872-1970).
Zu Beginn zeigte sich, daß die Logik selbst einer neuen Darstellung
bedurfte. Frege entwickelte eine Begriffsschrift, die von Whitehead und Russell
zum mathematischen Logik weiterentwickelt wurde. Sie ist eng an die Symbole der
Algebra angelehnt, um eine möglichst exakte Darstellung zu erreichen.
Die logizistische Definition der natürlichen Zahlen ist auf G. Frege
zurückzuführen. Sie geht davon aus, daß jeder Menge eine Zahl
zugeordnet werden kann. Jenen Mengen, die drei Elemente enthalten (Tripel),
wird die Zahl Drei zugeordnet. Die Drei ist umgekehrt die Menge aller Tripel,
also eine Menge von Mengen.
Weiters muß man feststellen können, ob Mengen tatsächlich
gleich viele Elemente enthalten, ohne sie abzuzählen, da die Zahlen ja noch
nicht definiert sind. Diese Feststellung ist nicht sehr kompliziert. Zwei
Mengen müssen immer dann gleich viele Elemente haben, wenn man jedem
Element einer Menge eindeutig eines aus einer anderen Menge zuordnen kann und
umgekehrt.
Damit ist die Basis für die Definition der natürlichen Zahlen
gegeben. Um die Null zu definieren bildet man den Begriff „nicht gleich
sich selbst“. Logischerweise muß die Menge die durch diesen Begriff
definiert wird leer sein. Die Null ist nun die Zahl die durch diesen Begriff
eindeutig definiert.
Die leere Menge ist die einzige Zahl, die die Null ausdrücken kann.
Der Begriff „gleich Null“ kann deshalb nur eine Menge, also die
Eins, ausdrücken.
Per vollständiger Induktion erhält man dann alle weiteren Zahlen.
Es sei a Element einer Menge F. Dann kann eine Menge bilden, die alle Elemente
von F außer a enthält. Wenn diese neue Menge die Zahl n aussagt, so
folgt, daß F die Zahl n+1 aussagt. Auf diese Weise ist der Nachfolger
einer Zahl definiert. Aus dieser Definition folgt weiters, daß es
unendlich viel natürlich Zahlen geben muß.
Die Erweiterung des Zahlenbegriffs über negative bis hin zu
transfiniten Zahlen wurde von B. Russell und N. Whitehead vorgenommen. Alle
Arten von Zahlen sind grundverschieden. Es ist daher falsch anzunehmen,
daß im Logizismus die natürlichen Zahlen Sonderfälle von
rationalen Zahlen sind.
Um positive und negative Zahlen auszudrücken führten sie die
Operanden +1 und –1 ein. Wenn man mit negativen Zahlen rechnet, ist +1
anders definiert als die natürliche Zahl 1.
Ein Bruch ist als Beziehung zwischen zwei natürlichen Zahlen. m/n
ist die Beziehung zwischen den Zahlen x und y, wenn nx=my gilt. Wie beim
Rechnen mit negativen Zahlen gilt auch für das Rechnen mit rationalen
Zahlen, daß 2/1 nicht der natürlichen Zahl 2 entspricht.
Die Definitionen der irrationalen, komplexen und transfiniten Zahlen
übersteigen den Rahmen dieser Arbeit, und werden nicht
angeführt.
Alle logizistischen Sätze sind Tautologien. Sie sind zwangsweise wahr,
da sie von der Form „A oder nicht-A“ sind. Dafür werden die
Logizisten oft kritisiert. Zu sagen „Ich kann fliegen oder ich kann nicht
fliegen“, entbehrt jeglichen Inhaltes. Also, müßte die gesamte
Mathematik ohne Inhalt sein. Weiters wird angemerkt, daß die Logik zur
Durchführung des logizistischen Programms in eine symbolisierte Form
gebracht wurde. Für eine solche Symbolisierung sind gewisse mathematische
Kenntnisse notwendig. Wenn die Logik ihrerseits aus der Mathematik entspringt,
dann ist hier ein Zirkel entstanden.
Literaturverzeichnis
- Gerhard Frey: Einführung in die
philosophischen Grundlagen der Mathematik
Hermann Schroedel Verlag, 1968,
Bestell-Nummer 3044
- Hermann Weyl: Philosophie der
Mathematil und Naturwissenschaft
R. Oldenburg Verlag, 1990, ISBN
3-486-46796-4
- Philip J. Davis; Reuben Hersch:
Erfahrung Mathematik
Birkhäuser Verlag, 1981, ISBN 3-7643-2996-3
- Jeanne Pfeiffer; Amy Dahan Dalmedico:
Wege und Irrwege – Eine Geschichte der Mathematik
Birkhäuser
Verlag, 1994, ISBN 3-7643-2561-5
- Underwood Dudley: Mathematik zwischen
Wahn und Witz
Birkhäuser Verlag, 1985, ISBN 3-7643-5145-4
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