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Die Transitprobleme der Schweiz
Die
Transitprobleme
der
Schweiz
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Referat für Geographie &
Wirtschaftskunde
von Christian
Walchshofer
7c Klasse 1999/2000
BRG Rohrbach
Inhaltsübersicht:
- Einleitung
- Lagemerkmale der Schweiz
- Allgemeine Verkehrssituation
- Straße
- Eisenbahn
- Schiff
- Luftverkehr
- Vergleich der Verkehrsmittel
- Verkehrsaufkommen bei Gotthard und Lötschberg
- NEAT
- Das Konzept
- Verlagerungsgesetz
- Finanzierung des NEAT
- Probleme beim Bau
- Umweltschutzaspekte
- Zusammenfassung
- Literaturverzeichnis
1. Einleitung:
In den vergangenen Jahrzehnten wuchs der Transit in den
Postindustriestaaten um ein beachtliches Maß. Erstaunlich an dieser
Entwicklung ist, daß der Transitanstieg nicht aus erhöhter
Warenproduktion resultiert, sondern aus langen Transportwegen.
Besonders von dieser Entwicklung betroffen sind die Alpentransitländer
mit der Schweiz, deren Verkehrsprobleme diese Arbeit gewidmet ist. Da mein
persönliches Interesse der Entwicklung dieses Landes gilt habe ich diesen
Themenbereich gewählt.
Die Geographische Lage der Schweiz begünstigt den Transit durch das
Land erheblich. Welche Faktoren den grenzüberschreitenden Verkehr
verursachen und die vorgezogenen Reiserouten werden am Anfang der Arbeit
dargelegt.
In den Kapiteln 3 und 4 wird das Verkehrsaufkommen analysiert. Man kann
sich einen Eindruck bilden, warum die Schweiz ein derartiges Problem mit dem
Alpenverkehr hat.
Die Zukunftslösung der Verkehrsprobleme erhoffen sich die Schweizer im
Projekt NEAT. In Kapitel 5 kann man sich einen Eindruck über
Wirtschaftlichkeit und Zielsetzung dieses Unternehmens bilden.
Die Materialsuche für diese Arbeit beschränkte sich
hauptsächlich auf das Internet. Besonders aufschlußreich waren die
Webseiten der Schweizer Alpeninitiative und der Firma Alptransit, die das
Projekt NEAT leitet. Nebenquellen waren der Yahoo! Schlagzeilendienst und das
Archiv der NZZ, das aber leider nur einen Monat zurückreicht.
2. Lagemerkmale der Schweiz
Da die Schweiz im Kern des Alpenraumes und im Zentrum Europas liegt,
besitzt sie auch eine zentrale Verkehrslage. Wichtige Verkehrswege führen
von Südwesten nach Nordosten in der Längsachse des Mittellandes bzw.
von Norden nach Süden auf der Linie Rhein-Alpen-Poebene. Diese Achse
verbindet die Industriegebiete in Süddeutschland und Westfrankreich mit
denen der Poebene (Mailand).
Durch die Zerklüftung der Alpen stehen nur wenige
Alpenübergänge zur Verfügung , allen voran Gotthard und
Lötschberg. Der Lötschberg ist nur durch einen Eisenbahntunnel
erschlossen, der aufgrund des bereits seit 1905 bestehenden Simplontunnels
(Übergang nach Italien) erbaut wurde.
Der Gotthard ist auf mehrere Arten zu überqueren: Über eine gut
ausgebaute Paßstraße, durch einen Straßen- und einen
Eisenbahntunnel. Die derartige Erschließung des Gotthardgebiets ist damit
zu erklären, daß sich dort die Gebirgszüge zu einem
Gebirgsknoten scharen, weshalb die Alpen dort in einem einzigen Auf- und Abstieg
überwunden werden können. Dank dieser Gebirgsraffung können von
Norden her die Reussebene auf 470 Metern bis Erstfeld, von Süden her die
Ticinoebene auf 300 Metern bis Biasca in die Alpen vordringen. Das Stück
zwischen den beiden Ebenen ist nur 55 km lang, was in Kapitel5/NEAT von
Bedeutung sein wird. Von weiterem Vorteil sind der Juraübergang am Untern
Hauenstein (690m.) im Norden und der Übergang am Monte Ceneri (559m.) im
Süden des Gotthards.
3. Allgemeine Verkehrssituation:
3.1 Straße
Die Schweiz besaß 1980 über 62 000 km Straßen die von 2,5
Mio. im Verkehr stehenden Kraftfahrzeugen genutzt wurden. Auf 1000 Einwohner
kamen damit rund 318 Wagen. In der Hochsaison des Tourismus kamen noch einige
Tausend hinzu. Zur Lösung dieses Problems beschloß man 1960 den Bau
von 1850 km Nationalstraßen, die primär der besseren Verbindung der
Städte dienen sollten.
Die Verkehrswege verlaufen hauptsächlich in 2 Richtungen: Von
Nordwesten nach Südosten und von Südwesten nach Nordosten in der
Richtung Genf - Zürich. Die wichtigsten Quell- und Zielgebiete sind die
Städte. Die Gebiete am Genfer See, um St. Gallen, im Tessin und zwischen
Biel und Zürich bilden eigene Verkehrsregionen, bei denen - durch den hohen
Güterverkehr - die wirtschaftliche Bedeutung des Raumes zwischen
Zürich und Biel besonders hervortritt. Der Güterverkehr im Tessin wird
- mit Ausnahme des Gotthards - vom Alpenraum kaum frequentiert.
Die Betrachtung der Ganglinien zeigt, daß der Verkehr im Winter nur
zwei Drittel des Sommerverkehrs ausmacht, an den Wochenenden erreicht er aber
ganzjährig hohe Spitzen.
3.2 Eisenbahn
Die Schweiz besitzt ein dichtes Eisenbahnnetz, das sich über eine
Streckenlänge von 5100 km ausdehnt. Im Mittelland besitzen die
Schweizerischen Bundesbahnen die meisten Strecken, im Gebirge sind
hauptsächlich Privatbahnen anzutreffen. Der Anteil der Privatbahnen am
gesamten Streckennetz beträgt erstaunliche 48%. Eine besonders wichtige
Strecke die sich nicht in Staatsbesitz befindet ist die BLS, die Bern durch
Lötschberg und Simplon mit Italien verbindet.
Die Bahn erledigt die halbe Güterversorgung der Schweiz. In Nord -
Süd Richtung werden Erze, Schrott, Metalle, Maschinen, und früher
Kohle transportiert, in Süd - Nord Richtung dominieren Gemüse und
Früchte. Besonders stark frequentiert werden der Gotthard mit 90
Reisezügen am Tag und der Knoten Olten, den täglich 1000 Züge
Passieren.
Im Alpengebiet wird der Eisenbahnverkehr stellenweise mit dem
Straßenverkehr gekoppelt. Am Lötschberg stellt der Autoverlad sogar
ganzjährig die einzige Möglichkeit dar, den Berg zu überwinden.
An vielen Pässen wird der Autotransport nur in den Wintermonaten
übernommen.
3.3 Schiff
Der Schiffsverkehr dient fast ausschließlich dem Tourismus. Er wird
auf rund 20 Seen betrieben, hauptsächlich am Vierwaldstätter See und
am Genfer See.
Seit 1904 erreicht die Rheinschiffahrt Basel. Basel besitzt 5 Häfen
und ist nach Umsatz der 4. größte Rheinhafen. Die wichtigsten Waren
die umgeschlagen werden sind Brenn- und Treibstoffe. Da 97% des Umsatzes auf die
Bergfahrt, und somit auf den Import entfallen scheint es verständlich warum
wenig für den Ausbau der schiffbaren Transportwege spricht.
3.4 Luftverkehr
Durch die zentrale Lage wird auch der Luftverkehr zu einem wichtigen
Faktor. Der Flughafen Zürich / Kloten nimmt nach Passagieren, Bewegungen
und Fracht die Plätze 7 und 8 der europäischen Flughäfen ein.
Internationaler Flugverkehr findet weiters in Basel / Mülhausen und Genf /
Cointrin statt, nationale Verbindungen beschränken sich aber aufgrund
kurzer Wege nur auf die Strecke Zürich - Genf.
3.5 Vergleich der Verkehrsmittel
Grundsätzlich fällt auf, daß in den meisten Ländern
der Großteil der Güter auf der Straße transportiert wird. In
der Schweiz ist dies noch nicht der Fall, bei Fortschreibung des derzeitigen
Trends wird der Straßenverkehr den Schienenverkehr aber im Jahr 2005
überholen. Die vorherrschende Rolle der Eisenbahn ist unter anderem auf das
dichte Streckennetz zurückzuführen, das im internationalen Vergleich
die 3. Stelle hinter Belgien und der BRD einnimmt. Erstaunlich ist, das die
Schweizer Bundesbahnen trotz der hohen Nachfrage in letzter Zeit große
Verluste hinnehmen mußte.
Im Alpentransitverkehr ist zu bemerken, daß 14% des Gesamtverkehrs
über den Gotthard rollen, nur vom Brenner (20%) übertroffen. In der
Schweiz überquerten so 1994 24 Mio. Tonnen Güter die Alpen. Im selben
Jahr waren es in Österreich 26 Mio. Tonnen und in Frankreich 34 Mio.
Tonnen, unter Beachtung der Transitkapazitäten (nur Gotthard und
Lötschberg) entfällt dadurch auf die Schweiz eine vergleichsweise hohe
Verkehrsbelastung.
4. Verkehrsaufkommen am Gotthard und Lötschberg
Von den insgesamt transportierten 24 Mio. Tonnen Güter entfiel die
Hauptlast auf diese beiden Gebiete, 17,8 Mio. Tonnen davon auf die Schiene und
6,2 Mio. Tonnen auf die Straße. Die Begründung für die
Mehrbelastung der Eisenbahn liegt auf der Hand: Zum Einen sind die
Kapazitäten der Bahn größer, außerdem kann es auf den
wenigen Straßenübergängen schnell zu Staus und damit zu
unvorhergesehenen Verspätungen kommen. Ein Wesentliches zu den Staus tragen
auch die Straßentunnels bei, da sie größtenteils nur 2-Spurig
ausgebaut sind.
Im Transit - Gesamtverkehr wird der Gotthard (Siehe Kap. 3.5) von einem
hohen Anteil genutzt, doch auch bei den schweren Güterfahrzeugen ist die
Situation nicht besser: 1994 befuhren 12% des alpenquerenden Güterverkehrs
die Strecke. In absoluten Zahlen ergab das eine Bilanz von 806 731 Lkw `s im
Jahr, wovon sich 423 986 oder 53% im Transit befanden.
Der Gotthard kann wie in Kap. 2 erläutert auf mehreren Straßen
überwunden werden. Seit der Eröffnung des Straßentunnels 1980
wird der Autoverlad nicht mehr frequentiert, davor erreichte er aber 420 000
transportierte Fahrzeuge im Jahr. Am Lötschberg besteht nur der Autoverlad,
er transportierte 1979 mit 664 000 Fahrzeugen die Meisten auf dem
Schienenweg.
Ein beachtlicher Transitanstieg ist möglicherweise ab dem Jahr 2005 zu
befürchten, da dann schweizer Straßen auch für 40-Tönner
geöffnet sein könnten. Dies hätte zur Folge, daß die
Schweiz nicht mehr umfahren werden muß und würde zu den bestehenden
500 000 Transitlastwägen im Jahr weitere 600 000 addieren.
5 NEAT
5.1 Das Konzept
NEAT ist die Abkürzung für Neue Eisenbahn - Alpentransversale.
Das Konzept sieht grundsätzlich der Nachfrage des nationalen- und
internationalen Verkehrs gerecht zu werden, was mit Hilfe einer angemessenen
Netzlösung geschehen soll. Kernstück des Projekts sind 2 neue
Eisenbahntunnels die für zuverlässige Nord - Süd Verbindungen
sorgen sollen. Der Wichtigste wird am Gotthard erbaut und soll 57 km lang
werden, der andere am Lötschberg wird 36 km lang. Die Gotthardlinie wird
zusätzlich mit 2 weiteren Tunnels ergänzt, dem 20 km langen
Zimmerbergtunnel bei Zürich und dem 15 km langen Ceneritunnel im Tessin.
Die Positionen dieser 4 Tunnels sind auf der Umschlagseite ersichtlich. Das neue
Projekt wird mit dem Netz der Bahn 2000 gekoppelt werden, einem bereits
bestehenden Hochleistungsnetz. Durch diese Verbindung profitiert die
Innenschweiz zusätzlich von 10 Minuten schnelleren Verbindungen nach
Zürich.
Die Neigungen des geplanten Gotthardtunnels sollen die einer Bahnstrecke im
Mittelland nicht übersteigen. Der Scheitelpunkt mit nur 550 M.ü.M.
bedeutet, daß der Durchstich zum Tiefstgelegenen in den Alpen wird.
Großzügige Kurvenradien und Steigungen von höchstens 12,5
‰ lassen es zu, daß Züge die Strecken mit bis zu 250 km/h
passieren werden können. In Abb. 2 und 3 kann man deutlich die durch die
neuen Tunnel eingesparten Auf- und Abstiege erkennen.
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Das neue Konzept erhöht die Kapazitäten maßgeblich.
Reisezüge werden den neuen Tunnel mit 200 bis 250 km/h befahren,
Güterzüge immerhin noch mit 100 bis 160 km/h, damit werden fast alle
Züge mehr wie doppelt so schnell. Durch diesen Faktor und Bündelung
der Reise- und Güterzüge wird die Trasse für 300 Züge am Tag
passierbar sein.
5.2 Verlagerungsgesetz
Das "Bundesgesetz über die Verlagerung des alpenquerenden
Güterverkehrs auf die Schiene" bildet die Grundlage zur NEAT und wurde auf
Vorschlag von Alpeninitiative, Greenpeace, Pro Bahn, SEV, Gewerkschaftsbund, VCS
und WWF erstellt. Das Gesetz sieht eine Verringerung von schweren
Güterfahrzeugen am Gotthard, Simplon, San Bernhardino und am großen
St. Bernhard vor. Im Jahr 2000 dürfen diese Routen von 1,2 Mio. Fahrzeugen
passiert werden, bis 2007 soll dieses Kontingent schrittweise auf 0,5 Mio.
reduziert werden. Der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen und der Eisenbahn
haben zur Erfüllung der Vorgaben für die Verlagerung auf die Schiene
zu sorgen, zu diesem Zweck darf der Bundesrat unter anderem folgende
Maßnahmen ergreifen:
- Die Trassenpreise der Bahn vergünstigen
- Projekte der Bahn mitfinanzieren /
unterstützen / beschleunigen
- Bei Überschreitung der Grenzwerte der
Luftreinhalteverordnung Fahrbeschränkungen erlassen
- Den Kantonen bei der Kontrolle der
Schwerfahrzeuge behilflich sein
Die Finanzierung soll aus einem Fonds bestehend aus allgemeinen
Bundesmitteln, dem Erlös von Mineralölsteuer, Schwerverkehrsabgabe und
Alpentransitabgabe erfolgen. Das Parlament beschließt jährlich eine
Einlage von 750 Franken pro Güterfahrzeug das im Durchschnitt der
vergangenen 5 Jahre über dem Verlagerungsziel von 2007 (0,5 Mio.) die Alpen
auf der Straße überquert hat. Der Bundesrat entscheidet über
Herkunft und Verwendung der Mittel. Das Gesetz tritt am 1 Januar 2000 in Kraft,
die erste Einlage wird voraussichtlich 490 Mio. Franken betragen. Das Gesetz ist
so ausgerichtet, daß bei planmäßigem Verlauf ab 2008 keine
Zahlungen mehr getätigt werden müssen.
5.3 Finanzierung des NEAT
Erst kürzlich wurde ein neuer Kredit in Höhe von 12,6 Milliarden
Franken, der auf 7 Projekte und Reserven aufgeteilt ist genehmigt. Der Kredit
liegt 1 Milliarde unter den genannten Baukosten, weil Bauteuerung, Zinsen und
Steuern ausgeklammert sind. Die erste Phase nimmt 9,7 Milliarden in Anspruch und
betrifft Gotthard Lötschberg und die Surselva. Es gab wiederholt
Vorwürfe, daß die Verwaltung die Baukosten nicht im Griff habe, die
teilweise berechtigt sein mögen. Für einige Projekte ist die
Finanzierung noch nicht gesichert, außerdem steigen die Baukosten aus noch
zu erwähnenden Gründen. Projektbedingte Mehrkosten des NEAT betragen
438 Mio. Franken. Am Lötschberg wirkt sich die Bauteuerung gleich mit 8%
aus, absolut gesehen 500 Mio. Franken. Durch Projektänderungen,
Planauflagen und Geologie werden für den Gotthard zusätzlich 332 Mio.
Franken, für den Lötschberg 106 Mio. Franken fällig. Für
diese Kosten stehen Reserven in Höhe von 1,669 Milliarden zur
Verfügung. Weitere Begründungen für den Kostenanstieg sind
doppelt so viele Querstollen die aus Sicherheitsgründen gebaut werden
müssen und die Bauteuerung seit 1991.
Ein finanzieller Streitpunkt ist der Bau des Zimmerbergtunnels.
Während sich die NAD (NEAT Aufsichtsdelegation) gegen einen vorgezogenen
Bau wendet, möchten viele den Tunnel früher in Angriff nehmen.
Argumentiert wird mit einem billigeren Bau und einer günstigeren
Verkehrssituation, es fehlen aber noch immer 50 Mio. Franken zur
Vor-finanzierung des Tunnels. Die Geldbeschaffung sollte nach Bundesrat Moritz
Leuenberger von den interessierten Kantonen übernommen werden, diese sind
vor allem Zug & Zürich.
Der gleichzeitige Bau von Gotthard und Lötschberg verteuern die Kosten
abermals, da die Nachfrage nach fachkundigem Personal und Baumaschinen ungemein
hoch ausfällt. Dieser Punkt erregt teilweise großen Unmut, da man mit
einem der beiden Projekte schon früher hätte beginnen können.
Laut NZZ (Neue Zürcher Zeitung) hätten die Unternehmen bei einer
früheren Bauvergabe zu einem guten Teil unter den Voranschlägen,
teilweise sogar unter den Selbstkosten gearbeitet.
Damit der Ausbau der Eisenbahn auch genutzt wird, wird versucht das
Preisverhältnis von Straße zu Schiene umzukehren, dazu wird vor allem
die Straße mit der LSVA und der Mineralölsteuer verteuert. Dieses
Geld wird an die Schiene zur Verfügung gestellt und dort den Transport
vergünstigen. Zusätzlich wird mit Finanziellen und anderwertigen
Erschwernissen versucht, die von der Straßenlobby erstrebte Errichtung
einer 2. Gotthard-Tunnelröhre zu verhindern.
5.4 Probleme beim Bau
Die Druckverhältnisse im Inneren der Berge sind sehr hoch. Bedenkt man
daß das Gotthard-Massiv über 2000 Meter hoch ist und der höchste
Punkt des Tunnels auf 550 Metern liegt bemerkt man, daß über 1000
Meter Gestein über dem Tunnel lagert. Durch diese schwere Last kam es in
einem Sondierstollen im Juni 1999 zu einem Unfall: 4200 m³ Wasser und 1400
m³ Sand brachen mit einem Druck von 900 Tonnen pro m² ein. Zwar wurden
keine Bergmänner verletzt, die Arbeiten wurden jedoch zurückgeworfen
und die Kosten stiegen erneut.
5.5 Umweltschutzaspekte
Wenn die Güter von der Straße auf die Schiene verlagert
würden, brächte das eine signifikante Umweltentlastung. Diplomanden
der Ingenieurschule Muttenz haben berechnet, welche Entlastungen /
Mehrbelastungen durch die Verlagerung auf die Schiene entstünden:
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Abnahme der Belastungen
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Jahr 2205
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Jahr 2015
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NOx Emissionen
VOC Emissionen
Partikel Emissionen
CO2 Emissionen
Dieselverbrauch
Primärenergieverbrauch
Lärmemissionen der Straße am
Tag
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4542 t/Jahr
871 t/Jahr
55 t/Jahr
328`000 t/Jahr
114 Mio. l/Jahr
1898 TJ/Jahr
1,8 db (A)
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6410 t/Jahr
1323 t/Jahr
47 t/Jahr
468`000 t/Jahr
164 Mio. l/Jahr
2426 TJ/Jahr
2,3 db (A)
|
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Zunahme der Belastungen
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Jahr 2005
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Jahr 2015
|
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Lärmemissionen der Schiene
Verbrauch elektrischer Strom
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1,6 db (A)
335 GWh/Jahr
|
2,1 db (A)
534 GWh/Jahr
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Tabelle 1 zeigt daß sich die Verlagerung des Schwerverkehrs auf alle
Umweltauswirkungen, ausgenommen der Lärmemissionen, positiv auswirkt. Weil
die Energieausnutzung der Bahn besser ist als die der Straße, können
41%-48% des Primärenergieaufwandes zusätzlich eingespart werden. Die
Lärmsituation wird tagsüber besser, nachts schlechter, dies aber nur
im geringfügigen Bereich. Da den Bahnen das Geld zur Verbesserung der
Lärmsituation fehlt, wird dies von öffentlicher Hand übernommen
(neues Rollmaterial).
Durch den nur einröhrigen Gotthardtunnel wird der Straßenverkehr
noch in Grenzen gehalten. Das Anwachsen des Verkehrs bei einer 2.
Tunnelröhre wäre immens, der Schwerverkehr würde eingeladen und
auch der Pkw-Verkehr würde ansteigen. Pkws sind im Kanton Uri für ein
Drittel der NOx-Emissionen verantwortlich.
6. Zusammenfassung
Die Schweiz besitzt eine optimale Lage zur Überquerung der Alpen.
Besonders Gotthard und Lötschberg werden dazu auf Grund topographischer
Lage genutzt. Die Verkehrsbelastung der Schweiz ist für viele Einwohner zu
einem großen Problem geworden. Durch die wichtige Verbindungsfunktion
zwischen Deutschland und Italien wird der Transit in manchen Gebieten
unerträglich. Wohnt man beispielsweise im Kanton Uri (am Weg zum Gotthard)
so wird man ununterbrochen von Lärm und Luftverschmutzung belästigt
(entweder von Bahn oder Straße).
Die Schweiz kann derzeit das nationale Verkehrsaufkommen nur schwer
bewältigen und ist zudem nicht für den Transitverkehr gewappnet.
Vorbildhaft ist allerdings die Verteilung zwischen Schiene und Straße, es
werden mehr als die Hälfte aller Güter auf dem Schienenweg
transportiert. Um in Zukunft die Situation zu verbessern plant man eine neue
Eisenbahnalpentransversale (NEAT). Ihr Ziel ist es die Eisenbahn
auszurüsten um beinahe den ganzen Straßenverkehr aufnehmen zu
können. Probleme gibt es aber bei der Finanzierung und bei der
Realisierung. Die Mittel die aufgebracht werden müssen sind mit 13,6
Milliarden Franken immens hoch. Das Faktum daß sie zum Großteil von
den Straßenbenutzern (Mineralölsteuer) der gesamten Schweiz getragen
werden müssen ruft Empörung und Unverständnis hervor. Ob sich das
Projekt bewährt wird sich erst 2008 herausstellen, nachdem man die
endgültigen Kosten und Erfolge sieht.
7 Literaturverzeichnis
Wiesli, Urs. (1986). Die Schweiz. (Wissenschaftliche Länderkunden,
hrsg. v.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, Bd.26). Darmstadt:
Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt. S. 3, 140-143
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