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Eisengewinnung im Hochofen
Eisengewinnung im
Hochofen
Einleitung:
Eisen ist heutzutage eines der am meisten genutzten Metalle
der Welt. Leider ist der Eisengehalt in Gesteinen sehr gering, obwohl Eisen
eines der häufigsten Stoffe der Erde ist. Es lohnt sich erst das Eisen aus
Eisenerz zu gewinnen, wenn der Gehalt mindestens 20% beträgt. Durch den
Hochofen wird es ermöglicht, Eisenerze zu Roheisen zu reduzieren und von
Begleitstoffen, der sogenannten Gangart, zu trennen.
Beschreibung der
Hochofenanlage:
Ein Hochofen ist ca. 30 Meter hoch, zylinderförmig und
hat einen Durchmesser von 12 Metern. An den Hochofen schließt sich ein
Winderhitzer an.
Die Vorbereitung zur
Eisengewinnung:
Mit dem Förderband werden abwechselnd Schichten von
zerkleinerten Eisenerzen + Zuschläge (Kalk oder Sand) und Koks in die obere
Öffnung des Hochofens geschüttet. Mit dem Winderhitzer wird Luft auf
1300°C erhitzt und anschließend in das Innere des Hochofens
gepreßt.
Vorgänge im Hochofen:
Die hinzugefügte, heiße Luft führt zur
Verbrennung der untersten Koksschicht. Der im Koks enthaltene Kohlenstoff
reagiert mit dem Sauerstoff zu Kohlenstoffmonoxid. Dieser Vorgang ist exotherm.
Kohlenstoff + Sauerstoff
à
Kohlenstoffmonoxid; exotherm
Dadurch steigt die Temperatur bis zu 1600°C an. Das
Kohlenstoffmonoxid steigt in die darüberliegende Eisenerzschicht auf und
wirkt gegenüber dem Eisenoxid als Reduktionsmittel.
Eisenoxid + Kohlenstoffmonoxid
à
Eisen + Kohlenstoffdioxid; exotherm
Das entstandene Kohlenstoffdioxid gelangt in die
nächste Koksschicht und wird dort wieder zu Kohlenstoffmonoxid reduziert.
Kohlenstoffdioxid + Kohlenstoff
à
Kohlenstoffmonoxid; endotherm
Aus den Verunreinigungen des Eisenoxids, der Gangart, und
den Zuschlägen, die zusätzlich in den Hochofen gegeben wurden, bildet
sich flüssige Schlacke. Das flüssige Eisen sammelt sich im unteren
Teil des Hochofens und wird von der spezifisch leichteren Schlacke vor erneuter
Oxidation geschützt. Alle 4 bis 6 Stunden wird das flüssige,
1000°C heiße Roheisen, genau wie die Schlacke,
abgegossen.
Das heiße Gemisch aus Kohlenstoffmonoxid,
Kohlenstoffdioxid und Stickstoff wärmt die oberen Schichten vor und
verläßt als Gichtgas den Hochofen. Das Gichtgas wird zur Reinigung in
einen speziellen Konverter abgeführt und ein Teil davon als Luftzufuhr in
den Winderhitzer gegeben.
Der Hochofen wird ohne Unterbrechung betrieben, das
heißt, daß ständig Eisenerz + Zuschläge und Koks oben in
den Hochofen nachgefüllt werden, während unten das flüssige
Roheisen und die flüssige Schlacke abgegossen wird.
Eisenveredelung
(Stahlherstellung):
Im Roheisen ist 4% Kohlenstoff enthalten. Es ist
spröde, brüchig und schmilzt plötzlich, ohne vorher zu erweichen.
Deshalb kann man mit Roheisen nicht schmieden. Durch die Verringerung dieses
Kohlenstoffgehaltes auf ca. 1% entsteht Stahl, der elastischer und damit
leichter zu schmieden ist als Eisen.
Für die Eisenveredelung gibt es besondere
Verfahren:
Zum Einen wurde das LD - Verfahren entwickelt, wobei das
flüssige Roheisen in einen Konverter gegossen wird und Sauerstoff und
Schrott zur besseren Verarbeitung hinzugefügt werden.
Zusätzlich wurde das Elektrostahl - Verfahren erfunden.
Zwischen zwei Graphit- Elektroden wird ein Lichtbogen erzeugt, durch dessen
freiwerdende Wärme der Ofeninhalt zum Schmelzen gebracht
wird.
Autoren:
Heiko Bertsch und Sebastian
Bade
Klasse 9D / Mai
‘96
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