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Jünger, Ernst: In Stahlgewittern
Christian Hau
Hohenrieder Str. 52
72250 Freudenstadt
Klasse 10a
Keplergymnasium Freudenstadt
Deutschlehrer: Alfred L”rcher
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Ernst
Jünger
In Stahlgewittern
Dreamworks Inc. allgemeine Reihe
Nr.
01/000001
Copyright
©
1999 by Christian Hau
Copyright
©
der Schulausgabe 1999 by
Dreamworks Inc.-Verlag Freudenstadt
Printed in Germany
1999
Umschlaggestalung:
Christian Hau, Freudenstadt und Siemens Xpert
Satz: Christian Hau,
Freudenstadt und Siemens Xpert
Druck und Heftung:
Christian Hau, Freudenstadt und Siemens Xpert
EZDM
3-467-09567-1
(Kommentar des Lehrers:
Weglassen!)
Christian Hau:
Ernst Jünger
IN
STAHLGEWITTERN
Informationen über den
Schriftsteller,
Zusammenfassung und
Interpretation des Romans.
Einem ganz
besonderen Mädchen, meinen Klassenkameraden
und all meinen
restlichen Freunden.
Ihr habt es nicht
anders gewollt. Nicht meine Schuld
Ernst
Jünger
Vor etwa einem Jahr starb Ernst Jünger (EJ) im
biblischen Alter von fast 103 Jahren. Doch auch nach seinem Tod streiten sich
die Gemüter weiter, ob er ungeachtet mancher Vorbehalte in den Kanon des
nationalen Kulturerbes aufgenommen werden soll, oder ob EJ ein camouflierter
Stratege und geheimer Wegbereiter der neuen Rechten war. Auch für viele
postutopische Linke ist EJ zur Faszinations- und Identifikationsfigur
geworden.
Am 29. März des Jahres 1895 wurde EJ in Heidelberg
geboren. Zwischen den Jahren 1901 und 1912 wechselten seine Eltern fünfmal
ihren Wohnort, zwei ihrer Wohnorte waren zum Beispiel Hannover und
Braunschweig.
Auf Intervention seines Vaters wurde EJ nach sechs
Wochen aus der Fremdenlegion entlassen, zu der er 1913
flüchtete.
Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete er
sich als Kriegsfreiwilliger, sein erster Einsatz an der Front folgte kurz
nachdem seine Einheit am 27. Dezember in die Champagne abrücken musste.
Zwischen Anfang und Ende des Krieges erlitt EJ sieben zum Teil schwere
Verletzungen, von denen er IN STAHLGEWITTERN viel berichtet. Den Orden
„Pour le Mérite“ bekam er schließlich am 22. September
1918 verliehen.
Nach dem Krieg bleibt EJ bis zum 31. August 1923 bei
der Reichswehr, wohnt in Hanover. 1920 erscheint erst im Selbstverlag,
später im Berliner Verlag Mittler sein Kriegsroman IN STAHLGEWITTERN.
Nachdem er seine Zeit bei der Reichswehr beendet hat zieht EJ 1923 nach Leipzig
um, um dort mit seinem Zoologiestudium zu beginnen. Kurz vor der Geburt seines
Sohnes Ernst heiratet EJ in Leipzig Greta von Jeinsen.
Nach der Veröffentlichung zahlreicher Romane wie
zum Beispiel „Das Abenteuerliche Herz“ und „Der Arbeiter.
Herrschaft und Gestalt“ siedelt er 1933 nach Goslar über, wo 1934
sein Sohn Alexander geboren wird.
Im Herbst 1939 erscheint „Auf den
Marmorklippen“,noch im August 1939 wird er als Hauptmann zum Westwall
einberufen.
Nach den Veröffentlichungen von „Gärten
und Sraßen. Aus den Tagebüchern 1939-1940“ im Kriegsjahr 1942
wird für das Drucken von Jüngers Büchern kein Papier mehr
bewilligt, am 15. Oktober des gleichen Jahres wird er in den Kaukasus
abkommandiert.
Sein antifaschistischer Sohn Ernst wird im Februar 1944
wegen der Bildung eines „Widerstandskreises“ verhaftet und zu einer
Gefängnisstrafe verurteilt. Nach der Kriegsgerichtsentscheidung auf
„Frontbewährung“ fällt Ernst im November in
Carrera/Italien.
Für Jüngers 1941 entworfene Friedensschrift
wird 1945 in der englischen Besatzungszone ein Publikationsverbot
erlassen.
Bis zum Jahr 1962 erscheinen noch fünfzehn
Bücher, darunter „Der Friede. Ein Wort an die Jugend Europas und an
die Jugend der Welt“ und „Der Weltstaat“.
Nach seiner zweiten Heirat mit Liselotte Lohrer, geb.
Bäuerle im Jahr 1963 erscheint 1965 der letzte Band seiner ersten
zehnbändigen Ausgabe „Werke“.
1974 wird er mit dem Schiller-Gedächtnis-Preis des
Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Drei Jahre später stirbt sein
Bruder Friedrich Georg in Überlingen.
Beim Besuch der Stadt Verdun 1979 wird er mit der
„Médaille de la Paix“ ausgezeichnet, 1982 erhält er den
Goethe-Preis der Stadt Frankfurt.
Auf Einladung von Helmut Kohl und Francois Mitterand
nimmt er in Verdun an der deutsch-fanzösischen Versöhnungsfeier teil.
Nach der Verleihung des „Großen
Verdienstkreuzes“ mit Stern und Schulterband wird 1985 vom Land
Baden-Württemberg der „Ernst-Jünger-Preis für
Entomologie“ ins Leben gerufen, der Roman „Arbeiter.Herrschaft und
Gestalt“ erscheint wieder beim Cotta-Verlag und EJ wird von
Staatspräsident Mitterand und Bundeskanzler Helmut Kohl in Wilfingen
besucht.
Die Verleihung von Preisen scheint kein Ende mehr zu
nehmen. 1986 wird ihm der „Bayerische Maximiliansorden für
Wissenschaft und Kunst“ in München überreicht, 1987
übergibt ihm der italieneische Staatspräsident Cossiga im
römischen Quirinal-Palast den internationalen
„Teverre-Literaturpreis“.
Am 22. Januar 1988 reist EJ auf erneute Einladung von
Helmut Kohl zu den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestages des
Deutsch-Französischen Vertrages nach Paris.
Etwa eineinhalb Jahre später gelangt er zur
Ehrendoktorwürde der Universidad del Pais Vasco in Bilbao.
Die Welle an Auszeichnungen verlief nicht im Sand.
Wieder sechs Monate später wurde er vom spanischen Ministerpräsidenten
Gonzales besucht und erhielt nur wenige Wochen danach den
„Oberschwäbischen Kunstpreis“.
Nach drei Jahren der relativen Ruhe überlebte er
seinen Sohn Alexander und bekam in Venedig den „Gran Premio Punti
Cardinali dell‘Arte“ verliehen.
Bei Aufenthalten in Bregenz, München und im Tessin
vervollständigte er 1994 sein letztes Buch „Siebzig verweht
IV“.
Vier Jahre Später starb EJ am 17.Februar in
Riedlingen, am 19.Februar wurde er in Wilfingen beigesetzt.
Für EJ war der Erste Weltkrieg ein bildendes und
glorreiches Erlebnis, zumal er den Orden „Pour le mérite“ vom
Kaiser persönlich, und nicht etwa von Hindenburg überreicht
bekam.
Da ihm von den vier Regierungssystemen das Kaiserreich
am besten gefiel, half er Hitler mit Freuden bei der Zerschlagung der Weimarer
Republik, doch er kritisierte diesen später, da er„unlogisch“
gehandelt habe, weil er zwecks Judenverfolgung dringend benötigte Waggons
dem Heer entzog, und damit wichtige Mittel für den Kriegsgewinn nicht
aufbrachte. Ein Nazi oder gar Antisemit war EJ nicht (vor der Progromnacht 1938
zwar schon, doch danach sah er die Dinge beträchtlich anders); er hielt
sich von ihnen konzequent fern. Mit ihm sollte niemand paradieren können,
die Annehmlichkeiten und Vorteile wollte er sich aber nur ungern entgehen
lassen.
EJ kann eigentlich keiner politischen Richtung
eindeutig zugeordnet werden, sein Verhalten aber könnte als nonkonform und
antibürgerlich beschrieben werden, d.h. er widersetzte sich oft den
gesellschaftlichen Regeln. So zum Beispiel wurden seine Schriften erst im
Nazireich, später aber auch bei den Alliierten verboten. Obwohl EJ wie
schon erwähnt keine politische Richtung vertrat, wird er häufig von
meist rechtskonservativen Politikern als Vertreter ihrer Ansichten
herangezogen.
Wenig war EJ der Bundesrepublik zugetan. Bei einem
SPIEGEL-Gespräch befürchtete er „auf einem wackeligen
Gefährt in den Tod zu müssen“.
Der Leptonychoides juengeri und die
Cilosoma cingulatum juengeri,
ein Schwarzkäfer und eine Schnecke, sind die
Spuren, die sein Zoologiestudium hinterlassen hat, Entdeckungen, die er bei
seinen vielen Reisen in andere Länder machte. Man kann sagen, dass EJ ein
Suchender war, der sich für vieles interessierte und den vieles
faszinierte, der vieles literarisch zu verarbeiten versuchte, sich aber nicht
unbedingt damit identifizierte, er ist –oder war- Soldat, Ästhet,
Romantiker, Essayist, Ideologe einer authoritären politischen Bewegung und
ein in Taxonomie bewanderter Botaniker. Zu seinen besten Freunden zählte
Albert Hofmann, Entdecker der Lysergsäure, mit dem er eine
beträchtliche Anzahl an „Trips“ genommen haben soll.
Kommentar des Lehrers:
Hier sollte wesentlich ausfhrlicher dargestellt sein,
wie Verlage und politische ™ffentlichkeit mit Jngers Bchern, vor allem den
Stahlgewittern umgegangen sind.
Zusammenfassung
“In Stahlgewittern” beginnt mit der
Ankunft in Bazancourt, wo EJ seinen ersten Kriegstag erlebte, und schon einige
Eindrücke des Krieges beschreibt, zum Beispiel den Anblick eines durch eine
Granate verstümmelten Soldaten.
Nachdem dieser erste Angriff “manchem die
Kriegsbegeisterung bereits gedämpft hatte” berichtet EJ dennoch von
einigen “schönen” Seiten des Krieges, etwa die
Kameradschaftlichkeit unter den Soldaten während des Ausbaus der
Gräben.
Nachdem EJ einige Wochen lang mit der Kompanie in einer
Schule einquartiert war wurde er nach Recouvrence zu einem Ausbildungslehrgang
geschickt, während dem er “mit allen Regeln der Kunst” zu einem
Soldaten geschliffen wurde.
In Prény kommt es dann am 23.April zum ersten
richtigen Gefecht, Eindrücke wie “Blutige Fleischfetzen” und
“umherliegende Gedärme” kommen zur Sprache.
Nach einigen Schlachten erleidet EJ dann seine erste
schmerzhafte Verwundung, ein Splitter schlägt in seinen linken
Oberschenkel, wird aber noch durch seinen Geldbeutel abgeschwächt.
Später kommt er dann nach einigen Tagen in einem Sanitätsunterstand
zur Pflege in ein Krankenhaus nach Heidelberg.
Nachdem er sich als Fahnenjunker wieder gemeldet hat
wird EJ durch das Regiment zu einem weiteren Ausbildungskurs nach Döberitz
geschickt.
Zurück, mitten im Krieg, schreibt EJ dann, wie
sich das Leben in den Gräben abspielt, wie die Gräben im einzelnen
gebaut und gesichert sind, und wie die Soldaten sich während eines
Feindbeschusses verhalten. Jedoch berichtet EJ, dass diese Grabenatmosphäre
nicht “allzu romantisch” ist, sondern dass “vielmehr eine
gewisse Schläfrigkeit herrscht”.
Die nachfolgenden Berichte über den
alltäglichen Stellungskampf werden durch lange Berichte über Angriffe
der Engländer und die nächtlichen Patroullien über das
Kampfgelände bestimmt. Doch auch vom Zeitvertreib während der
stilleren Zeit wird erzählt.
Es folgen dann noch einige als sehr grauenvoll
beschriebene Gefechte, als dann etwas eher Unglaubliches geschieht. Die
Besatzungen der beiden eigentlich verfeindeten Gräben sitzen beisammen,
rauchen Zigarren und trinken Schnaps, bis der Befehl kommt, dass sie sich erneut
“den Krieg erklären sollen”.
Später folgen Berichte über Weihnachten und
Sylvester. Im Januar wird der Kampf beschrieben, dennoch berichtet EJ andauernd
in einer leichten Art und Weise von den schlimmsten
Verwundungen.
In ähnlichem Stil geht es dann weiter bis fast zum
Ende des Buches, nicht einmal seine eigenen Verwundungen, Auszeichnungen und
Beförderungen sind herausgehoben.
Nachdem EJ mit einer seiner Kompanien, die während
des Krieges andauernd wechseln, nochmals in Flandern gekämpft hat, wird er
an den Cojeul-Bach versetzt, wo sich seine Kompanie die Formen des Stellungs-
und Bewegungs-
Krieges aneignet.
In der nachfolgenden “Grossen Schlacht”
geht es schlieslich nurn noch um das Heldentum des deutschen Soldaten, aber auch
die Fastunbesiegbarkeit des Feindes mit seinen Panzern.
Am 4.Juni 1918 beginnen schließlich die
englischen Vorstöße, die erst nach einigen Erzählungen von
unmenschlichen Schlachten und sehr vielen tödlichen Verletzungen doch noch
mit einem Rückzug von englischen Truppen enden.
Das vorletzte Kapitel “Mein letzter Sturm”
beginnt mit Berichten über das Leben vor dem Angriff in einem Ruhequartier,
das von Engländer beschossen wird. Nach einigen Tagen setzt die Ausbildung
ein, doch wird meist nur von der Freizeit und den Vergnügungen
erzählt.
Als es dann zum letzten Sturm geht, lässt EJ seine
letzten Kämpfe nocheinmal revue passieren, doch dann kommt der gegnerische
Angriff und der “Tod greift fester und deutlicher zu” als sonst, EJ
wird schwer verletzt und muss, nachdem der Engländer den Graben fast
eingenommen hat, den Befehl geben, dass sich seine Kompanie ergeben soll, er
selber versucht aber trotz seiner Verletzung zu flüchten. Nachdem mehrere
Versuche ihn zu retten fehlschlagen gelingt es einem Soldaten doch noch ihn in
einen Verbandsunterstand zu tragen.
Die letzte Seite endet mit dem Telegramm, durch das er
mitgeteilt bekommt, dass ihm der Orden “Pour le Mérite”
verliehen wurde.
Gedanken
zum Buch
Der Erste Weltkrieg war die meiste Zeit ein
Stellungskrieg, bei dem sich die Fronten kaum verändert haben. Für die
Soldaten war es brutaler und harter Krieg, da sich die feindlichen Stellungen
oft nur mehrere hundert Meter vor den eigenen befanden. Auch bestand andauernd
die Gefahr von den feindlichen Kanonen getroffen zu werden. In den Bergen war es
schwierig und gefährlich den Nachschub zu sichern. Jede Kanonenkugel, jeder
Schuß mußte mühsamst an die Front geschafft werden. Auch der
Abtransport der Verwundeten war nicht immer gesichert und so mußte man oft
zusehen, wie Kameraden verbluteten oder qualvoll starben.
EJ beschreibt in seinem Buch auf anschauliche, zum
Teil reale und auch schauerliche Weise den Krieg, wie er ihn hautnah miterlebt
und mitgefühlt hat. Seine Augenzeugenberichte sind ausgesprochen real und
lebhaft formuliert, man fühlt sich direkt in das Szenario hineinversetzt,
hat aber auch manchmal den Eindruck, als ob es für EJ nichts Schöneres
gäbe als den Krieg.
Bei der Lektüre des Buches bekommt man immer das
Bild des heldenhaften, mutigen, überlegenen, liebenswürdigen,
individualistischen deutschen Soldaten vermittelt, gegenüber der
trottelige, ängstliche aber doch überlegene
Engländer.
Bei genauerem Hinschauen bemerkt man auch, wie leicht
und unbekümmert EJ von den grausamsten Arten des Todes berichtet, zum
Beispiel erzahlt EJ erst, wie ein Geschoss „einem guten Freund den
Hinterkopf zerschmetterte. Lange grosse Stücke des Schädelbeins lagen
herum“. Nur wenige Zeilen später folgen weitere sehr blutige
Verletzungen. Falls man nun denkt, eine eher traurige Stimmung müsste
aufkommen, irrt amn sich gewaltig. Fast im gleichen Moment schwärmt EJ von
der „anfangs guten Feldküche“.
Auch fällt auf, dass ein grosser Teil des Buches
von allerlei Vergnügungen handelt, zum Beispiel wird lang und
ausführlich von den „langen Latrinensit-
zungen“, die nur durch „meistens sehr
störende Maschinengewehrserien“ gestört werden.
Trotz der meistens als lächerlich angedeuteten
Beschreibung der Feinde schreibt er, dass er „nie niedrig von Ihm
gedacht“ habe. Doch schreibt in einigen Szenen, dass die Engländer
„wie Hasen hin- und hergesprungen sind“, als sie unter
Maschinengewehrfeuer genommen wurden, es aber „ein Jammer sei, solche
mutigen Kerle totschießen zu müssen“.
Ab und zu kommt der Gedanke auf, dass EJ glücklich
über den Stellungskrieg war, besonders, wenn es kein Vorankommen gab. Dann
nämlich konnten sich die Soldaten feste, verschalte Unterstände bauen,
die Stollen vertiefen, grosse Schächte in den Boden schlagen und
„fast friedensmäßige Gewohnheiten“ an-
nehmen.
Nur Gasangriffe werden als „wirklich
gefährlich“ angesehen, aber trotzdem bestaunten die Soldaten die
„Spuren, die das Gas hinterlassen hatte.“ Doch anstatt dann von den
leidenden Soldaten zu berichten folgt, dass „ein Großteil aller
Pflanzen verwelkt“ waren und „Schnecken und Maulwürfe tot
umherlagen“.
Doch auch ab und zu berichtet EJ über die grausame
Seite des Krieges, doch auch hier „rauchte und aß er trotz der
Umgebung mit gutem Appetit. Nur die Witzworte wurden immer seltener.
Schließlich verstummte auch der Verwegenste“.
Die deutsche Kühnheit wird mehrmals zum Ausdruck
gebracht, fällt aber besonders auf, wenn „hunderte khakifarbene
Gestalten“ durch den Graben „unbekümmert und unter Hilfe der
Artillerie heraneilten, wir aber mutig und trotz der bezeichnenden Ungleichheit
der Mittel dagegenhielten“ und „kurz darauf den Angriff
abgewehrt“ hatten.
„Die Kameraden lagen im Tode wie friedliche
Schläfer vereint“ nachdem eine Infanteriegruppe durch einen
Volltreffer einer krepierenden Granate zum Opfer gefallen war.
EJ‘s Zeilen zu den Lazaretten sind besonders
unbekümmert zu lesen. So
„verließ Tag für Tag unter dumpfem
Trommelschlag ein Leichenzug das
grosse Portal“ oder „hier wurde ein Glied
abgeteilt, dort ein Schädel
aufgemeisselt“. Nachdem sich seine Wunden nach 14
Tagen „halbwegs
geschlossen“ haben, kehrt EJ sofort zu seiner
Truppe zurück, schließlich fühlt
er sich „zu ihnen verbunden“ als ob es
seine „Kinder wären“.
Als ärgerlichste Todesursache im Krieg zählt
EJ nicht etwa, wenn ein Soldat
von hinten erschossen wird, sondern die
„tödlichen Verletzungen durch un-
vorsichtigen Waffengebrauch“.
Der Krieg ist für EJ sogar so faszinierend, er
konnte sich in einer gefährlichen
Situation „trotz der Gefahr nicht vom Dachfenster
seines Hauses“ trennen,
„denn es war ein spannender Anblick“.
Aber auch EJ gibt sich schließlich nachdenklich
über sein Tun: „Man war müde
geworden und an das Gesicht des Krieges gewöhnt.
Man wurde nicht mehr so
geblendet durch die Gewalt der Erscheinung. Auch merkte
man, dass der
Sinn, mit den man ausgezogen war, sich verzerrt hatte
und nicht mehr
zureichte“.
Anschließend kommt EJ richtig ins Grübeln:
„Der Krieg wirft seine tieferen Rätsel auf. Es ist eine seltsame
Zeit“. „Schließlich“, schrieb EJ, hat sich dann im
Herbst 1918 „wohl bei allen die Erkenntnis herausgebildet, dass wir uns
auf abschüssiger Bahn befanden“. „Jeder wusste, dass wir nicht
mehr siegen konnten. Aber wir würden standhalten.“
Über seine Eigene Heldenhaftigkeit lässt er
keine Zweifel zu. Selbst als er in aussichtsloser Lage seinen Kameraden befiehlt
sich zu ergeben, schlägt er sich trotz Lungendurchschuss zu den deutschen
Linien durch: „Ich hielt dem nächsten die Pistole vor den Leib und
drückte ab“.
Meiner Meinung nach sollte jeder dieses Buch gelesen
haben, wenn auch immer zwischen den Zeilen lesend, da sonst ein Bild des Krieges
vermittelt wird, wie es in den Rambo-Filmen zu sehen ist. Wahrscheinlich ist es
am besten zu lesen, wenn man zuvor „Im Westen nichts Neues“ gelesen
hat, da dort ein abscheuliches Bild vom Krieg hervorgerufen wird, bei EJ aber
eher die Faszination der Kameradschaft unter den Soldaten zum Vorschein gebracht
wird.
Trotz der Verherrlichung des Tötens und des
Sterbens ist dieses Buch sehr einfach zu lesen und reisst den Leser mit, immer
weiter zu lesen. Mit der benötigten Objektivität lässt sich
diesem Roman sehr viel Gutes abgewinnen, einem Grundschüler sollte man es
aber genausowenig wie einen Stallone-Film in die Hände
geben.
Verwendete
Quellen:
- „Hundert Jahre-Und: Jünger“ Verlag
Klett-Cotta zum 100. Geburtstag EJ‘s
- „Was mache ich hier“ von Bruce
Chatwin
- „Im geistigen Minenfeld“ DIE ZEIT #42,
8.Oktober 1998
- „Das Selbst als Inneres“ DER SPIEGEL
#09/1998
- „Ernst Jünger-In
Stahlgewittern“
Inhaltsverzeichnis:
Seite 1: Titelseite
Seite 2: Urheberrecht usw.
Seite 3: Widmung
Seite 4: Ernst Jünger (zur
Person)
Seite 7: Zusammenfassung
Seite 9: Gedanken zum Buch
Seite 11: Quellen
Seite 12: Inhaltsverzeichnis
Kommentar des Lehrers:
Du stellst viele gute Passagenzusammen, die die
Widersprch- lichkeit und Problematik von Jngers Buch deutlich machen. Du
solltest ausfhrlicher sein.
Sprachliche und orthographische Richtigkeit
h„ttest Du berprfen mssen (Anmerkung: sind berichtigt worden, trotzden
nochmal nachschauen.)
Nach Texstellen aus dem Buch solltest Du die
Seitenzahl angeben.
Note: 3+
L”rcher
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