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Eichendorff, Joseph: Die Stille
Joseph Eichendorff: Die Stille
(VORTRAGSBEGINN)
(Folie Typ)
Ich möchte Euch heute ein Gedicht von Joseph von Eichendorff
vorstellen, welches den Namen „Die Stille“ trägt. Doch zu
Beginn einige Worte zu Eichendorff selber. Ich erlaube mir die Kurzbiografie und
somit die Einleitung in Eichendorffs Lyrik ein bisschen detaillierter
wiederzugeben, denn es hat den einten oder anderen interessanten Aspekt
dabei.
(Kurzbiographie)
Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff wurde vor gut 211 Jahren am
10. März 1788 auf Schloss Lubowitz bei Ratibor in Oberschlesien geboren.
Die Eichendorffs gehörten zum kleinen Landadel.
Eichendorff wuchs zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Bruder
Wilhelm und der sechzehn Jahre jüngeren Schwester Luise Antonie - die
spätere Freundin Adalbert Stifters - in relativer Freizügigkeit auf.
Ab 1801 besuchte das Brüderpaar insgesamt drei Jahre lang das
katholische Gymnasium in Breslau, anschliessend verbrachten sie ein weiteres
Jahr als Hospitanten an der Universität. Das Jurastudium nahmen sie im
Frühjahr 1805 in Halle auf, 1807 dann Heidelberg. Hier besuchte Eichendorff
das Kolleg von Joseph Görres, er
lernte Loeben kennen und den Umkreis der beiden wichtigsten Vertreter der
Heidelberger Romantik, Clemens Brentano und Achim von Arnim.
Es war ein entscheidendes Jahr. Die Dinge begannen für Eichendorff zu
»singen«. Nicht nur Görres, vor allem die Schriften von Novalis
und Goethe hatten ihn beeinflusst, nun aber spürte er selbst die
Offenbarung der Dinge und ihres Wesens, die Offenbarung der Natur. Erst dadurch,
dass der Dichter die Dinge zum Leben erweckt und zum Sprechen bringt, wird die
Welt lebendig - wie es in einem berühmten Vierzeiler Eichendorffs zum
Ausdruck kommt:
„Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort
und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst du nur das Zauberwort.
„
1808 beendeten die Brüder das Studium, ohne Abschluss, wie es für
Adelige zu dieser Zeit üblich war.
Die Lebenswege der Brüder trennten sich nun. Joseph tauchte - von 1813
bis Anfang 1816 - in den Befreiungskriegen unter.
Dazwischen, 1815, lag seine Heirat mit Luise von Larisch, sehr zum Unwillen
der Mutter, die sich eine bessere Partie für den Sohn und für das Gut
erhofft hatte.
In dieser Zeit entstanden die meisten der Erzählungen: Das Marmorbild,
Aus dem Leben eines Taugenichts, Viel Lärmen um nichts, Auch ich war in
Arkadien, sowie Dichter und ihre Gesellen, Eine Meerfahrt, 1837 Das Schloss
Dürande - im selben Jahr auch die erste Gesamtausgabe der Gedichte, 4 Jahre
später Die Glücksritter und schliesslich Libertas und ihre Freier.
Eichendorff lebte in all den Jahrzehnten seiner Beamtentätigkeit bis
zu seinem Tod zurückgezogen im Kreis der Familie, unscheinbar, inkognito,
von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Ein gütiger, bescheidener,
warmherziger Mensch. Freilich, er war mit Arnim und Brentano, den Schlegels,
Tieck, Kleist, E. T. A. Hoffmann bekannt. 1846/47 begegnete er während
eines langen Aufenthalts in Wien Robert und Clara Schumann, Meyerbeer,
Grillparzer und Stifter.
In der Zeit nach der Pensionierung arbeitete er vorwiegend publizistisch;
ein Dichter, so schrieb er, müsse wissen, wann er aufzuhören habe.
1855 zog er zu seiner Tochter nach Neisse in Oberschlesien, bald darauf
starb seine Frau - für ihn ein erster Wink des Schicksals.
Am 26. November 1857 starb Joseph von Eichendorff im Alter von 69 Jahren,
hinweggerafft von einer kleinen Erkältung.
(inkognito=anonym)
Die Werke von Eichendorff gehören heute zur Romantik und sind
gekennzeichnet durch wohltuende Schlichtheit, Bilder aus der Natur werden zum
Ausdruck für seelische Vorgänge. Oft sind dunkle Untertöne
spürbar. Joseph von Eichendorff war gläubiger Katholik. Die erste
selbständige Sammlung seiner Gedichte erschien 1837. Vorher waren schon
sehr schöne Gedichte in den Erzählungen eingestreut. Als
Erzähler war Joseph von Eichendorf auch wesentlich Lyriker. Die musikalisch
- lyrische Form und die typisch romantischen Motive finden sich in den meisten
Arbeiten wieder. Die Werke von Eichendorff inspirierten sehr viele Musiker zu
Vertonungen. Die Gedichte von Joseph von Eichendorff bilden den
Höhepunkt der deutschen Romantik in der Lyrik.
(Folie Gedicht etc., Gedicht verteilen, Gedicht vorlesen)
Interpretation des Gedichtes:
Das Gedicht besteht aus 4 Versgruppen zu je 4 Verszeilen. Das Metrum ist
für alle 4 Strophen praktisch identisch. Meistens 2 Jamben und dann ein
Anapäst. Der Rhythmus ist somit rein hörtechnisch betrachtet bei jeder
Strophe ähnlich, hie und da gibt es aber doch gewisse Differenzen, welche
auch durch Satzzeichen wie Kommas hervorgerufen werden. Das Gedicht ist
teilweise gereimt, jedoch nicht regelmässig, bei der ersten Strophe kreuzen
sich die Reime, bei den drei anderen sind es jeweils Vers zwei und vier welche
gereimt sind. Teilweise sind es auch Wortpaare wie „fliegen und
überfliegen“ z.B., welche bei aufeinanderfolgenden Versen diesen
reimenden Klang mit sich bringen. Die Sätze sind ziemlich einfach
aufgebaut und gegliedert. Die Zeit ist Präsens. Deutlich merkt man bei
diesem Gedicht romantische Züge und Naturbezogenheit, was z.B. die
Wörter wie „Menschen, Schnee, Lerchen, Meer, Himmel“
verdeutlichen.
Das Gedicht beginnt mit der Aussage „Es weiss und rät es doch
keiner, wie mir so wohl ist so wohl“. Ich interpretiere das als eine
gewisse verborgene Verliebtheit des Sprechers, ich glaube es ist Eichendorff
selber, was man dann später noch besser merkt. Dann wünscht er sich
dass es genau einer Wissen soll dass es ihm gut geht dass er verliebt ist und er
will dass es genau diese eine Person zu wissen bekommt, was er mit einer
Wiederholung der Aussage auch gewissermassen unterstreicht, wie auch schon beim
Vers zuvor zu beobachten war. Er will aber nicht dass es ein anderer Mensch
erfährt, eben nur einer soll es wissen. Ich verweise jetzt nochmals auf die
Biographie, es war 1815, als sich Eichendorff mit Luise von Larisch
vermählt hat. Ich denke mir also dass es sich um die Liebe mit Luise
handelt, und zwar in der Kennenlernphase. Leider konnte ich meinen Recherchen
nicht entnehmen wann dieses Gedicht genau entstanden ist, es wäre dann
wahrscheinlich ein wenig klarer.
Er beschreibt dann seine Gedanken als still, stumm und auch verschwiegen,
er traut sich vielleicht nicht mit ihr darüber zu reden dass er in sie
verliebt ist und so bleibt dieses Gefühl still in ihm drin. Auch nimmt er
stark bezug zur Natur, er vergleicht seine Gedanken mit dem Schnee und mit den
Sternen in der Höhe.
Er wünscht sich es wäre schon Morgen, also ist darauf zu
schliessen dass es Nacht ist, also dunkel. Das würde auch erklären
warum er seine Gedanken in der Zweiten Strophe so ausführlich beschreibt,
er liegt wach im Bett und denkt über seine Liebe nach, über seine
Verschwiegenheit, legt seine Gedanken zurecht. Dann Dämmert es wohl schon,
als zwei Lerchen auffliegen. Das könnte ein Symbol eines
Liebespärchens sein, welche einander überfliegen, also in gewissem
Sinne auch herumturteln. Dann folgt sein Herze ihrem Lauf, seine Liebe folgt
also dem Weg der Lerchen. Aber er sieht sich nicht selber als Lerche, sondern
beobachtet ein Paar, vielleicht Luise als sie noch einen anderen Liebhaber
hatte.
Jetzt wünscht er sich auch ein Vöglein zu sein,
möglicherweise mit der Freiheit eines Vogels mit seiner Liebe zu Luise zu
finden. Vielleicht denkt er sich als Vöglein würde es ihm einfacher
fallen ihr seine Liebe zu gestehen „Und zöge über das
Meer“. Er will Freiheit spüren, über das weite Meer fliegen
können. „Wohl über das Meer und weiter, bis dass ich im Himmel
wär“. Er möchte die Hürde überspringen, über das
Meer hinüber zum unendlichen Horizont in den siebten Himmel, ins
Glück.
(OHP abstellen)
Solch ein Romantischer Schreibstil und Naturbezogenheit ist mir bei
Eichendorff sofort aufgefallen, als ich mein Gedicht auswählte. Es
phaszinierte mich und regte mich auch zum Nachdenken an. Deshalb war für
mich klar dass es ein Gedicht von Eichendorff sein sollte. Und so musste ich
mich schlussendlich zwischen „Mondnacht“ und „Die
Stille“ entscheiden, wobei ich mich dann für die Stille entschied, da
für mich der Titel ansprechender war als „Mondnacht“. Von da an
begann ich mich mit diesem Gedicht und Eichendorff selber zu befassen und
schliesslich dieses Referat zu schreiben.
Dankeschön!!!
Joseph von Eichendorff
Joseph von Eichendorff: Die Stille
Es weiss und rät es doch keiner,
Wie mir so wohl ist, so wohl!
Ach, wüsst es nur einer, nur einer,
Kein Mensch es sonst wissen soll!
So still ists nicht draussen im Schnee,
So stumm und verschwiegen sind
Die Sterne nicht in der Höhe,
Als meine Gedanken sind.
Ich wünscht, es wäre schon Morgen,
Da fliegen zwei Lerchen auf,
Die überfliegen einander,
Mein Herze folgt ihrem Lauf.
Ich wünscht, ich wäre ein Vöglein
Und zöge über das Meer,
Wohl über das Meer und weiter,
Bis dass ich im Himmel wär!
Joseph von Eichendorff: Die Stille
Es weiss und rät es doch keiner,
Wie mir so wohl ist, so wohl!
Ach, wüsst es nur einer, nur einer,
Kein Mensch es sonst wissen soll!
So still ists nicht draussen im Schnee,
So stumm und verschwiegen sind
Die Sterne nicht in der Höhe,
Als meine Gedanken sind.
Ich wünscht, es wäre schon Morgen,
Da fliegen zwei Lerchen auf,
Die überfliegen einander,
Mein Herze folgt ihrem Lauf.
Ich wünscht, ich wäre ein Vöglein
Und zöge über das Meer,
Wohl über das Meer und weiter,
Bis dass ich im Himmel wär!
Gedichtvortrag
Deutsche Literatur à
Gedicht, text ablesen ok, 10‘ +/- 2
- 2-3‘: Kurzbiographie des Autors:
Lebensdaten, Situierung
des Gedichtes: Wann ist es entstanden?
Datierung: entstanden? veröffentlicht?
2. 3‘: Gedicht vorlesen ?auswendig?=freiwillig
3. 5‘: Gedicht interpretieren, formal(metrum, Rhythmus, Reimanordnung,
Sprache)+inhaltlich, Sinn des Gedichtes?
4. Schluss: Warum habe ich das Gedicht gewählt?
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