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Südafrika
Spezialgebiet GWK: Südafrika
Schüler: Mathias Bösch
Klasse: 8c 1999/2000
Lehrer: Prof. Mag. Hubert Frommelt
- Der Naturraum:
a)Lage: 17° südl. Breite bis 35°
12° bis 33° östl. Länge
Westatlantik, Ostindischer Ozean
Ungefähr 2,7 Mio km2
b)Landschaftliche Gliederung
charakteristisch ist eine treppenartige Randzone (südafrikan.
Randgebiet) mit steilem Abfall zu den Küsten und stufenartigen
Hochländern (Tafelländern) gegen das Innere hin.(als Ergebnis
geologischer Hebungsphasen und Abtragungsphasen)
Im Inneren: großes Becken (abflußlos!) der
Kalahari
Wichtige Gewässer: W-Oranje mit Vaal, SO-Limpopo
Inneres: Okavanga (aus Angola kommend, Binnendelta), O-Sambesi
(von der Lundaschawelle kommend): Viktoriafälle, Karibastausee /Cabora
Bassa Stausee
Ausläufer der ostafrikan. Seenkette (Bruchzone): Malawiese
c)Klimatische Grundlagen: Randtropen- und Subtropenzone
1.Niederschlagsverhältnisse im südlichen Afrika:
typisch ist der auffallende O-W-Kontrast.
Westen: extrem trocken (Aridität), 0-200mm/Jahr,
Küstenwüste der Namib, kalter
Benguelastrom Richtung Norden, starke Sommernebelbildung bis zur
Randstufe.
(30% der Fläche sind arid!)
Osten: Steigungsregen, warmer Agulahastrom Richtung Süden,
ganzjährige Niederschläge,
2000-3000mm/Jahr. Hohe Intensität!
Kapland: subtropisches Winterregengebiet, Sommertrocken.
Inneres: rasche Abnahme der Niederschläge im Regenschatten der
Randstufe
250-500mm/Jahr. Im nördlichen Teil eine Regenzeit
(Jänner/Februar), 80% der
Niederschläge fallen zwischen Oktober und März.
78% der RSA Fläche haben weniger als 625mm/Jahr
2.Klima- und Vegetationszonen im südlichen Afrika:
Westen: Wüste (Dünen und Sandgebiete); Halbwüsten
Kap: mediterrane Vegetation (Hartlaubgewächse, Macchie)
Inneres: je nach NS-Angebot
Grassteppen = Veld
Wüstensteppen = Karru
Trockenwälder (Botswana) = Mopane
Donrbuschsavanne = Kalahari
Süd-Ost: Savannenwälder = Miombo
Mangroven (Mocambique / SO-Küste)
Galeriewälder am Sambesi (Viktoriafalls /Gischt!)
Okavango: saisonal überschwemmte Gras- und Baumsavanne
Probleme der Klimavariabilität:
Problembereiche: Dürre, Desertifikation, Mißernten,
sintflutartige Regenfälle,
Überschwemmungen, Bodenzerstörung
1858: bereits Livingstone berichtete über
„Austrocknung“ des Inneren Südafrikas!
Aktuelle Dürre (Zimbabwe, RSA: seit Feb. 1992)
- Schwankungen der Niederschlagsmenge: am
stärksten im Westen; Evaporation (Verdunstung) bis zu 2mal so hoch
wie Niederschlag
Beobachtungen seit 1880: 18-jähriger
Rhythmus der Schwankungen.
Gefahr der Desertifikation in Dürrejahren (1933: Millionen Rinder
verdurstet!)
Wirtschaftspolitische Aufgabe: Anpassung, Bewältigung der
Dürrephasen
• Problem der Bodenerosion: im Osten besonders stark!
Denudation / Erosion / Akkumulation
Auslöser ist der Mensch, von Wasser und Wind bewirkt.
SO: Gebiet mit hoher Niederschlagsintensität (1970: Eastlondon –
450mm/24h)
Zuzuland – 1940: 600mm/24h = maximaler Wert.
Bodenerosion (aufgrund des Wechsels Regenzeit / Trockenzeit und der
Niederschlagsschwankungen) beobachtet als Folge von: Überweidung,
unsachgemäßer Bodennutzung (Kap: Weizen; Hochveld: Mais; SO: Zucker
à Monokulturen!!), Feuerholzgewinnung. Vor
dem 2.WK galt Südafrika als am stärksten erodiertes Land der
Erde.
Maßnahmen: 40er Jahre „The Soil Conservation Act“
-Sammlung des oberirdischen abfließenden Wassers (Rinnen, Rillen) =
DONGAS
-Flächenspülung
-Bodenkriechen, Erdrutsche
-Material mit Flüssen und durch Wind abtransportiert
-Akumulation an anderen Stellen (z.B.: Sedimentation in Stauseen
Insgesamt: 336*106 Tonnen/Jahr
Oranje: 5*106 Tonnen/Jahr – Fächerbildung an
der Atlantikküste
Bantugebiete stärker betroffen als „weißes“
Farmland:
Großer Bevölkerungsdruck, Subsistenzwirtschaft, fehlendes
Kapital für Bodenkonservierung, mangelnde Einsicht in die
Zusammenhänge, fehlende Energie (daher Holz!)
„man mode“ Risikofaktoren!
Diese ökologischen Probleme bestimmen weitgehend die wirtschaftliche
Entwicklung und Struktur des südafrikan. Raumes!
II: Besiedelung Südafrikas – historischer
Rückblick:
Ureinwohner: Buschmänner (=Khoisan-Völker)
Später von Hottentotten verdrängt
Bantus: erreichen etwa im 17.Jhdt. den so-afrikanischen Raum (= wanderende
Viehzüchter)
Europäer: 1497/98 – Vasco de Gama entdeckt das Kap und den
Seeweg nach Indien
1652 - Jan van Riebeck errichtet im Namen der ostindischen
Handelskompanie ein
Versorgungsstation am Kap.
Erste Siedler aus Holland und Deutschland (=Buren) kommen in die
niederländ. Kolonie.
1806 - Kap wird britisch
1835 - „Großer Treck“, viele Buren ziehen
über den Val-Fluß ins nordöstliche Landesinnere,
gründen dort 2 Freistaaten: Oranje und Transvaal
à blutige Kriege gegen Bantus,
Versklavung!
1867 – erste Diamantenfunde in Kimberley (Big
Hole)
1885 – Goldfunde am Witwatersrand (bei Johannesburg);
Folge: starke Zuwamderung der
Briten
Spannungen zwischen den Buren u. Briten führen zu 2
Burenkriegen
2.Burenkrieg (1899-1902) auf Burenseite kämpfte Ohm
Krüger, auf brit. Seite Cecile Rhodes. Sieg der Briten
1910 – das brit. Kapland und die brit. Provinz Natal werden mit den
beiden burischen Staaten
(Transvaal und Oranje) zur SÜDAFRIKANSICHEN UNION
vereint.
1915 – Deutsch Südwest wird von der Südafrikanischen
Union erobert, Völkerbund erteilt
nach Ende des 1.WK den Auftrag zur Verwaltung (Mandat).
1961 – Ein Referendum unter den weißen Wahlberechtigten
führt zur Lösung von GB und
dem Brit. Commonwealth, die SÜDAFRIKANISCHE REPUBLIK wir
ausgerufen.
Bereits damals zeichnete sich die internationale Isolierung ab.
Ab 1948 – radikale Durchführung der Apartheid-Politik (mit dem
Zerfall des brit. Kolonialreiches!) siehe Rassentrennung!
Widerstand gegen die weißen Machthaber:
1912 – Gründung des ANC (African National Congres),
älteste Widerstandsbewegung,
wurde 1960 verboten, ihr Anführer Nelson Mandela wurde 1964
verhaftet, inhaftiert
und erst nach 27 Jahren freigelassen.
1959 – PAC (Panafrican Congres), spaltet sich vom ANC ab,
ebenfalls verboten. Beide
Organisationen nehmen nach dem Verbot den Untergrundkampf auf.
1977 – AZAPO
INKATHA: Anführer ist Buthelezi, Führer des
autonomen Staates Kwazulu. Ziele: Emanzipation der Schwarzen innerhalb der
gegebenen Strukturen (Homelandchefs wollen ihre Macht nicht
verlieren!)
II. Die Rassentrennungspolitik der RSA im Umbruch
1.Aktuelle Zahlen zur Bevölkerung – Rassische
Gliederung:
1990: 36 Mill. Einwohner
Dichte: 27/km2
Gesamtfläche: 1,22 Mio km2
Schwarze: 26,4 Mio = 73% der Bevölkerung (Zulus – 7,6
Mio, Venda, Xhosa,...)
Ungefähr 8 Mio Bantus leben in Homelands.
Weiße: 5 Mio
Colourdes: 3,3Mio
Asiaten: 1 Mio (SO-Küste, Zentrum Durban. Nachfahren der
indischen Plantagen- und
Mineralarbeiter des 19.Jhdts.)
Amtssprachen: Afrikaans, Englisch
Plus Umgangssprachen: Bantusprachen, Indisch
2.Große und Kleine Apartheid bis Mitte der 80er
Jahre
Grundidee: getrennte Entwicklung der weißen und farbigen
Bevölkerung sowohl räumlich, als auch im täglichen
Leben.
Gesetzliche Grundlagen:
1913 – Native Land Act: schafft die Grundlage der späteren
Homelandpolitik.
Stammesreservationsgebiete werden festgelegt.
1923 – Native Urban Areas Act: untersagt Schwarzen Grunderwerb in
weißen Städten.
Grundlage für Townships.
1937 – Influx Control – Kontrolle der Zuwanderung in die
Städte, Paßgesetz (1956)
1950 – Rassenklassifizierung bei der Geburt
1953 – Kleine Apartheid: Vorschriften über getrennte
Strände, Parkbänke, Toiletten,
Restaurants, öffentl. Verkehrsmittel, Kinos,...
Die Rassengesetze schränkten persönliche Freiheiten (z.B.: Ehe)
ein, beschränkten die Mobilität (Bewegungsfreiheit im weißen
Gebiet), teilten die RSA in einen großen weißen und kleinen
schwarzen Gebietsteil und griffen auch in die Arbeitswelt der Menschen
ein.
TOWNSHIPS – schwarze Stadtrandsiedlungen außerhalb der
weißen Zentren, uniforme
Fertigteilhäuschen, bis Ende der 80er nur im Pachtsystem vergeben,
kein Eigentum möglich.
Soweto/Johannesburg: = South-West-Toenship, inoffiziel ca. 2 Mio
Einwohner
1976 – Schülerprotest in Soweto gegen Einführung von
Afrikaans in den öffentlichen
Schulen, blutige Unruheh, 176 Tote!
Offiziell ung. 900000 EW (viele Illegale)
3.Die autonomen Bantustaaten = Homelands (=Bantustans)
- Die unabhängigen Republiken: ihre Bewohner sind nicht mehr
Bürger der RSA, Verlust der
Staatsbürgerschaft!
a)Transkei – 1976, ältestes unabh. Homeland,
flächenmäßig größtes, aus 3 getrennten Gebietsteilen
bestehend, vom Indischen Ozean 250 km bis an die Lesothogrenze.
Landschaft: Flächentreppen bis an die Küste (Wild Coast) und gr.
Randstufe der Drakensberge (3000m). heimat der Xhosa, ursprüngl. Bauern und
Hirten. Hauptstadt: Umbata
Ärmliche Rondavels, Bevölkerung besteht hauptsächlich aus
Frauen und Kindern, alten. Junge Männer fehlen (Wanderarbeiter in den
Städten der RSA, aufgrund der Entfernung Heimkehr meist nur 1x pro Jahr).
Matriarchat!
Boden stark erosionsgeschädigt, Subsistenzlandwirtschaft, 100
Ew/km2, Viehzucht (siehe GEO Spezial 93), bedeut. Holzwirtschaft
(60.000 ha Aufforstung)
b)Venda - 1979 – aus einem geschlossenen Gebiet,
Venda-Volk
c)Ciskei – 1981, jüngstes Homeland
d)Bophuthatswana – 1977, stark zersplittert (7 Teile)
Tswana-Volk, große Platinvorkommen, Chrom, Mangan, Asbest.
Glücksspiel (in der RSA verboten):“Sun City“, das Las Vegas
Südafrikas, Grenzindustrien in Rustenburg, daher viele Pendler.
=TBVC – Staaten!
2.Gebiete mit Selbstverwaltung: Ganzankulu, Lebowa, Quaqua,
Kangwane, Kwazulu, Kwandebele.
Die Homelands werden nur einseitig von der RSA als eigenständige
Staaten anerkannt, nicht aber von der UNO!
Die 10 Autononstaaten umfassen nur 14% der Fläche der
RSA!
3.) Umsiedlungspolitk der 70er und 80er Jahre:
1960 bis 1980 wurden ca. 3,5 Mio Schwarze zwangsweise in Homelands
umgesiedelt.
Gesetzliche Grundlage. 1954 – Native resettlment Act
Beeinflussung und Kontrolle über räuml. Verteilung der
Volksgruppen.
Group Areas: schwarze Siedlungsgebiete in der weißen
RSA
(Wohnrecht hatte hier nur, wer hier geboren, 15 Jahre hier legal gelebt
oder 10 Jahre beim gleichen Arbeitgeber gearbeitet hatte!, dann war auch ein 72
Stundenaufenthalt in der weißen Stadt erlaubt.)
UMSIEDLUNG: betraf vorwiegend unproduktive,
„überflüssige“, alte, behinderte schwarze
Bevölkerung, Witwen, Kinder...
Parallel dazu: Dezentralisierungsbestrebungen für
Industrie:
Ziel: Begrenzung des Bevölkerungszuzugs in die weißen
Zentren!
-zuerst Industrieansiedlungen außerhalb der Zentren
-dann im Grenzbereich der Homelands
-später auch in den Homelands (billigere Arbeitskräfte aus den
Homelands ersetzten „teure“
aus den Townships
Dem Strom der Massensiedler läuft ein Strom der Pendler
entgegen! (durschnittlich 80km/Tag für Wanderarbeiter)
Homelandbewohner sind Ausländer in der RSA!
Gleichzeitig sicherte sich die RSA ein asureichendes
Arbeitskräfteangebot.
Homelands faktisch total von der RSA abhängig. Anführer
meist nur „Marionetten“, von RSA finanziert.
Folgen der Umsiedlungspolitik:
- Solidarisierungsbewegung unter den Schwarzen
- Gewalt, Radikalisierung
- Stammeskonflikte (Tribalismus) – Konkurrenz
um knappe Resourcen
- Soziale Beziehung zerstört (Trennung der
Familien,...)
- Verelendung der Homelandbevölkerung
(Slumbildung von den Städten in die Homelands verlagert)
- Apathie, Depressionen
4.) Die RSA: zwischen Erster und Dritter Welt
=DISPARITÄTEN
3 Konfliktfelder: 1.) sozio-kulturelles: Aufsplitterung der Geselleschaft in
Rassen-, Religions-
und Sprachengruppen
Methode: Betonung der Unterschiede der Bantuvölker, Zerstörung
ihrer Identität. Rassendiskreminierung als legales polit. Instrument zur
Sicherung des Überlebens der burischen Volksgruppen!
2.) politisches: Weiße leben in parlamentar. Demokratie,
Schwarze in einem
Polizeistaat. „Herrenvolkdemokratie“. Seit 1984 Coloureds und
Asiaten
am parlament. System beteiligt (Dreikammern – Parlament)
3.) wirtschaftliches: 1/5 Weiße haben 60% Anteil am
BSP!
Weißes „Zentrum“: =industrialiserte,
technologieintensive, oligopole Großunternehmen,
produktive, kommerzielle, weltmarktorientierte Landwirtschaft
(hochverschuldet,
Überschüsse produzierend!). Gut ausgebildete, hauptsächlich
städtische weiße Bevölkerung, hohes Pro-Kopf-Einkommen (10x so
hoch wie das der Schwarzen). Einkommensunterschied: 1:18
Schwarze Peripherie: Industrie und Infrastruktur unterentwickelt,
unproduktive
Subsistenzwirtschaft, Unter- und Mangelernährung, nicht-weiße
Bevölkerung mit niedrigem Bildungsniveau, niedriges Pro-Kopf-Einkommen,
hohe Geburtenrate, hohe Säuglingssterblichkeit, Arbeitslosigkeit (30 % -
1993!), ländliches Proletariat (Vergleiche: Parias in Indien!)
Soziale Ungleichheit ist nahezu ident mit Rassenzugehörigkeit
(“Rasse = Klasse“)
Entwicklung im Zentrum à
Unterentwicklung/Verarmung der Peripherie! (=Verarmung durch das Zentrum:
„Export von Armut in die Homelands)
5.) Aktuelle politische Entwicklung –
Demokratiesierungsbestrebungen seit Ende der 80er Jahre
erste Lockerung der Apartheidsgesetze Mitte der 80er Jahre:
1985 – Aufhebung des Mischehengesetzes
1986 – einheitlicher Personalausweis
uneingeschränkter Grunderwerb in Townships
1990 – Abschaffung der kleinen Apartheid im täglichen
Leben
1991 – Gesetze des getrennten Wohnens aufgehoben, Schwarze
können sich überall
niederlassen. Landbesitz ist möglich.
Frage: = Ergebnis der Sanktionen durch die
Weltstaatengemeinschaft?
Echter politischer Wille? Oder nur wirtschaftliche
Interessen?
Umbruch vor allem seit Machtübernahme De Klerks Ende
1989:
1991 – erstmals Verfassungsentwurf, der Wahlrecht für Schwarze
vorsieht und
Friedensabkommen für Südafrika
(à Frontstaaten)
Folge: außenpolitsch à Abbau der
internationalen Isolierung
Freilassung Mandelas, ANC wieder offiziell erlaubt.
Problem: geeignete Form einer Übergangsregierung und
–wahlmodus zu finden, damit die 5 Mio Weißen nicht bereits nach der
ersten Wahl zur nicht vertretenen Minderheit werden!
De Klerk will 2-Kammern-System (eine für Weiße,
eine für Schwarze)
ANC fordert Einkammernsystem
Radikale Schwarze: Ungeduld, politisches Ziel soll schnell und mit Gewalt
durchgesetzt
werden. Kampf gegen gemäßigte Schwarze (siehe GEO-Spezial 93
– Bandenkriege in Johannesburgs Vorstadtzügen)
radikale Weiße (Buren): ebenfalls gegen De Klerks
Demokratisierungsbestrebungen,
Machterhaltung um jeden Preis.
Zukunft: Friedlicher Kompromiß oder blutiger
Bürgerkrieg?
17.März 1992: De Klerk wendet sich in einem Referendum an die
weißen Wähler, um zu
wissen, ob er noch die Unterstützung der Mehrheit für seine
gemäßigte Politik
habe.
Ergebnis: 68,7% Ja-Stimmen
Mandela fordert Entsendung einer UNO-Friedenstruppe.
Aufnahme in die OAU (Organisation für Afrikanische Einheit) in
Vorbereitung.
März 1993: Gespräche über Regierungsbeteiligung
werden wieder aufgenommen (mit 24
Parteien)
April 1993: Chris Hani, kommunistischer ANC Führer wird von
radikalem Weißen ermordet.
Proteste, blutige Ausschreitungen.
3 Jahre nach Abschaffung der Apartheidsgesetzes erst langsame
Veränderungen sichtbar:
- Erst 1 Großbetrieb (Brauerei) in schwarzer
Hand
- Erste schwarze Börsenmakler
- Reiche Schwarze lassen sich in noblen
weißen Vierteln nieder
IV. Die Wirtschaft der RSA
1.)Grundlagen: Hälfte der Weltgoldvorräte (mit 600 t/Jahr
ist die RSA größter Produzent der
Erde)
Weiters reiche Diamantvorkommen (De Beers, beherrschte bis vor kurzem den
Weltmark. Unkontrollierte Förderung in Rußland und Angola lassen
Preise sinken)
Reiche Chrom-, Mangan-, Kupfer-, Platin-, Kohlevorkommen
Jedoch bis jetzt kein nennenswerte Erdöllagerstätten
gefunden.
2.) Landwirtschaft: ca. 12% der Fläche für Ackerbau
geeignet (Risken, siehe Klima)
Zentren = Kapprovinz und Maisdreieck des Highveldes im NO (
Mais, Weizen, Sorghum, Kartoffeln, Zuckerrohr, Weinbau, Obst)
Ca. 110.000 weiße Betriebed
Plantagenwirtschaft an der SO-Natalküste
2/3 der RSA ist Weideland: Viehwirtschaft (Namibia: semiarid,
riesige Farmen, ausgeklügeltes Rotationssystem in abgetrennten
Koppeln, plus jeweils Wasserstelle = Tiefbrunnen)
Große Karru: Bekannt für Karakulschafzucht
10.000 km2 Bewässerungsfläche, jüngstes
Projekt am Oranje: 3000 km2
10.000 km2 Waldfläche decken 90% des
Papierbedarfes
Küstengewässer: sehr fischreich, vorallem im kalten
Atlantikküstenwasser des Bengualstromes.
Die RSA ist größter Hummerexporteur und Fischmehlproduzent der
Erde!
3.) Industrie: basiert auf den reichen Rohstoffvorkommen und dem
Heer der billigen
schwarzen Arbeitskräfte!
Branchenvielfalt
Räumliche Verteilung: 50% im südlichen Transvaal
(Johannesburg, Pret.)
30% am indischen Ozean (Durban, Port Elizabeth)
SW: Kapstadt
Durch die Embargos und Sanktionen seit Mitte der 80er Jahre steckt die RSA
heute in der größten Rezession de Jahrhunderts! Allerdings hat sich
die wirtschaftliche Struktur durch Importsperren verändert: müssen
durch Produktion im eigenen Land ersetzt werden.
Aktuelle Krise:
- Goldwert nach außen (Wechselkurs)
sinkt
- Seit 1989 minus 13% Abnahmen des BIP
- Fehlende ausländische Investoren
- Sinkende Goldpreise
- Diamantmarkt verfällt
- Seit 1985 kein Kreditgewährung mehr im
Ausland, akuter Kapitalmangel
- Hohe Verschuldung: Rückzahlung von 400 Mio.
Dollar/Jahr : RSA hat bei Weltbank um Anerkennung als Entwicklungsland
angesucht!
- Devisenmangel, Einführung aus finanziellen
Gründen stark beschränkt
- Durch die lange Abschottung vom Weltmarkt, sind
die südafrikan. Produkte technisch zurück, nicht konkurenzfähig,
rückständige Technologie!
Bevölkerungswachstum: 2-3% / Jahr, Arbeitslosenrate unter den
Schwarzen: 30%
Zur Bewältigung der sozialen Probleme wäre ein Wachstum von 5%
notwendig!!
Wirtschaftskennwerte 1990:
BIP – 2530 Dollar/Kopf (Ö: 19.000)
Sektorenanteile: I – 5%
II – 44%
III – 51% (typisch für Industriestaat)
Gliederung der Erwerbstätigen: I – 14%
II – 35%
III – 51%
Auslandsverschuldung: 1990 – 20.600 Mio Dollar
Inflation: 1980-1990: 14,4%
V. Städte der RSA
4 große Ballungsgebiete
- Pretoria plus Witwatersrand
- Zentrum Johannesburg
- Kapstadt-Port Elizabeth
- Durban-Pietermaritzburg
(Natal)
Polit. Sitze auf 3 Städte verteilt:Kapstadt (Parlament)
Pretoria (Regierung)
Bloemfontein (Oberster Gerichtshof)
Kapstadt: 1652 von Jan v. Riebeck als Versorgungsstation für
die ersten Siedler gegründet,
Tafelberg (1086m), 2 Mio EW
Pretoria: 1855, benannt nach General Pretorius, Sieger in der
Schlacht am Bloedriver gegen
Zulus. Vortrekkerdenkmal. Transvaal
Bloemfontein: 1846 Hauptstadt des Oranjefreistaates
Johannesburg: 1886, im Zusammenhang mit den Goldfunden am
Witwaterstrand gegründet,
moderne Skyline, 2 Mio EW
Durban: Hautstadt von Natal, bedeutenster Hafen, indische
Bevölkerung, Tourismus
(Strände!), 1 Mio EW
VI. Die SADCC –South African Development Coordination Conference
Gegr. 1980 von 5 Frontstaaten der RSA, zur Zeit bereits 9
Mitglieder (Angola, Sambia, Botswana, Mocambique, Tansania, Malawai,
Zimbabwe)
= regionaler wirtschaftlicher Zusammenschluß im südafrikan.
Raum
Ziele: -gemeinsam gegen das RSA-Apartheidssystem
-Unabhängigkeit von RSA abbauen
-Zusammenarbeit in Entwicklungsprojekten (sozusagen eine
Süd-Süd-Hilfe)
2 Anlässe zur Gründung:
- Politischer Konsens und
Kompromißfähigkeit bewiesen diese Staaten im Zusammenhang mit der
Unabhängigwerdung Rhodesiens-Zimbabwes
- Die RSA hatte zum gleichen Zeitpunkt die
Gründung einer von ihr beherrschten Organisation angekündigt, der
CONSAS die dadurch verhindert wurde.
Die SADCC-Mitglieder haben zusammen etwa das Bergbaupotential der RSA,
verfügen überdies über die größten Uranvorkommen der
Welt!
Verhältnis zur RSA in den 80ern:
- Politische Ablehnung
- Wirtschaftlich enge Beziehungen und dadurch
Abhängigkeiten: besonders im Verkehrswesen (Binnenstaaten), aber auch als
Zielland von ca. 300.000 Wanderarbeitern
- Politische Erpreßbarkeit
- RSA Großunternehmen investieren laufend in
SADCC-Ländern (Bergbau/Agrarbereiche), die RSA Oligopole übten
Marktkontrolle aus.
- Andererseits war auch die RSA von den
Frontstaaten (SADCC) abhängig: wegen Abschottung vom Weltmarkt, war sie
ganz besonders auf den Regionalmarkt angewiesen!
SADCC: Kluge, realistische Zielssetzungen, Dominanz von außen soll
abgebaut werden,
Einigung auf überschaubare Entwicklungsprojekte.
Aufgabenschwerpunkte: Angola – Energieentwicklung
Botswana – Agrarforschung, Kampf gegen Tierseuchen
Mocambique – Nachrichten und Verkehrswesen
Zimbabwe – Nahrungsmittelversorgung
1.Stelle: Kooperation in Verkehrsfragen
„Archillesferse“ der Frontstaate! Verkehrsabhängigkeit
seit 1973 von der RSA (siehe Kapitel VII)
2.Stelle: Kooperation in Ernährungsfragen
Nur Zimbabwe und Malawi können sich selbst ernähren. Zimbabwe
sollte zur regionalen Kornkammer (kanadische Großprojekte) ausgebaut
werden.
Rückschlag: Dürre 1992
VII. Probleme im Verkehrswesen im südlichen Afrika
1.) Koloniales Eisenbahnnetz – bereits Ende 19.Jhdt. bestens
ausgebaut
- Abtransport der Erze aus dem Katangarevier
(Südkongo/Nordsambia, Copper Belt)
- Weiße Siedler – Plantagen –
Transport der Agrarprodukte an die Häfen
1931 – Eröffnung der Bengualbahn: Lobito/Angola
Beira – Korridor: Harrare-Beira/Mocambique
Limpopo – Korridor: Harrare-Maputo/Mocambique
Tazara – Korridor: Livingstone – Sambia – Tansania:
Daressalam
Bis Anfang 70er Jahre war die RSA ehen von den Frontstaaten
abhängig.
Im Vergleich zum übrigen Afrika, wo es nur koloniale Stichbahnen gab,
war dieses Netz zusammenhängend und in einheitlicher Kapspur
errichtet!
2.) Niedergang des Verkehrssystems: ab 1973
Zerfall der Bahnlinien aus polit.-militär. Gründen
Rhodesien (unter Smith) schloß als polit. Druckmittel die
Sambiastrecke.
1975 – Benguelabahn im Angolkrieg durch UNITA-Anschläge
unterbrochen
chinesen: helfen Sambia den TAZARA-Korridor nach Daressalam
wiederherzustellen.
1976 – Mocambique schließt Grenzen zu Rhodesien. Strecke nach
Beira und Maputa unterbrochen.
Auch nach der Unabhängigkeit Zimbabwes normalisierten sich die
Verhältnisse nicht. (1980)
Die RSA leitet ihrerseits Destabilisierungspolitik ein und es gelingt, die
Frontstaaten verkehrstechnisch abhängig zu machen.
3.) Seit 1985 engagieren sich Weltbank und EG um die Bahnkorridore
instandzusetzen
(1985: Zimbabwe mußte 85% des Handels über RSA
abwickeln)
gleichzeitig muß ein Ausbau der Hafenkapazitäten in Daressalam
und Beira erfolgen.
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