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Keller, Gottfried: Kleider machen Leute
Steinberger Roland
Schuljahr 1997/98
Gottfried Keller
Kleider machen Leute
Steinberger Roland 4AMH
Gottfried
Keller 1819-1890
Gottfried Keller wurde im Juli 1819 in Zürich in
der Schweiz geboren. Von sechs Kindern war er eines von zwei, die die Kindheit
überlebten. Das andere war seine Schwester Regula, die 1822 geboren wurde.
Bis zum Tode seines Vaters 1824 lernte Keller viel von ihm. Obwohl er nur
fünf Jahre alt war, als sein Vater starb, lernte er trotzdem Redlichkeit
und die Phantasie von ihm. Sein Vater beeinflußte Kellers späteren
Idealismus in der Politik. Keller behielt seinen Vater in seinem Gedächtnis
wie einen Helden.
Nach dem Tod seines Vaters heiratete Kellers Mutter
wieder, aber die Beziehungen zwischen den Jungverheirateten waren so schlecht,
daß die Ehe eventuell annulliert wurde. Trotzdem vergab Keller seiner
Mutter für diese Ehe nie.
Keller fing als Kind an zu schreiben. Er schrieb Dramen
für sein eigenes Puppentheater und war sehr phantasievoll. Mit dreizehn kam
er in die Züricher Industrieschule, wo er nach einem Jahr wegen seiner
Teilnahme an einer Demonstration gegen einen Lehrer wieder hinausflog. Nach
seiner Verweisung mußte er viel an sich arbeiten. Er begann mit dem Lesen
mystischer Bücher, weil er viel Interesse für geheimnisvolle Kulten
hatte. Malen lernte er auch, und es wurde zu einer seiner Leidenschaften. Mit
fünfzehn wollte Keller nach München, um Malerei zu studieren. Nach
viel Überredungskunst seiner Mutter und seines Onkels war er bereit nach
nach München zu gehen.
In München sah Keller Frauen, die in Kneipen
tranken. Er fand das fürchterlich, und schrieb seiner Mutter, wie
schrecklich diese Frauen aussahen. Es ist paradox, daß Keller selbst so
viel Zeit in Kneipen verbrachte, und dabei so viel Geld ausgab, daß er
meistens kein Geld mehr hatte. In dieser Zeit kam er nicht weit als Maler. Er
lernte nur kompetent zu sein und kämpfte immer mit dem Unterschied zwischen
der Romantik und dem Realismus. Deswegen hatte er Probleme mit seiner Methode
und auch mit seinen Lehrern. Keller kam zurück in die Schweiz, immer noch
in der Hoffnung, Maler zu werden, aber es waren seine Schriftstücke, die zu
seiner Leidenschaft wurden, und er bemerkte dabei sein Talent. Man kann sagen,
daß er Dichter war, aber hauptsächlich wurde er wegen seiner Novellen
berühmt.
Keller war gar nicht so attraktiv. Sein Kopf war
groß, und sein Körper war ziemlich klein, wie der eines Zwerges.
Obwohl er eine Menge Beziehungen zu Frauen hatte, heiratete er nie. Für
kurze Zeit war er verlobt, aber seine Verlobte starb, bevor er sie heiraten
konnte. Eine Beziehung, die sehr wichtig in seiner Jugend war, war die zu
Henriette Keller.
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Henriette machte einen großen Eindruck auf Keller.
Der war so groß , daß man ihn in vielen Schriftstücken Kellers
sehen kann. Viele Helden in seinen Werken sterben, als sie noch sehr jung sind.
Genau wie in Kellers wirklichem Leben durften sie keine langen Beziehung zu
einer anderen Person haben.
Die Novelle Kleider machen Leute ist ein gutes
Beispiel von Kellers politischen Ansichten über die Hierarchie in der
Gesellschaft, und wie wichtig es ist, sich selbst und anderen gegenüber
ehrlich zu sein. Keller betonte wie wichtig die Redlichkeit ist, daß man
immer so sein soll, wie man wirklich ist, und nicht so tun soll, als ob man
jemand anders wäre.
Später in seinem Leben erkrankte Keller an Rheuma
und lebte die meisten seiner Tage vereinsamt. Seine Schwester Regula lebte mit
ihm zusammen als Dienstmagd, aber sie sprachen nicht oft miteinander. Regula
interessierte sich nicht sehr für ihn, und Keller dachte, sie sei
langweilig. Weil er nie heiratete und deshalb keine Kinder hatte, verbrachte er
seine letzten Lebenstage nur mit wenigen Freunden, weil die meisten seiner
Freunde schon gestorben waren.
Während dieser Zeit dachte Keller oft an den Tod,
besonders nach dem Tode seiner Schwester im Jahre 1888. Keller sorgte selbst
für seine Schwester, obwohl er auch sehr krank war. Aber nach dem Tod
seiner Schwester ging es mit seiner Gesundheit sehr schnell bergab. Er sagte, es
freue ihn, sterben zu dürfen, und am 15. Juli 1890, nur vier Tage, bevor er
71 wurde, starb Gottfried Keller.
Im großen und ganzen war Keller ein Künstler
mit starker Überzeugungskraft und starkem Redlichkeitssinn. Er lebte sein
ganzes Leben wie ein Künstler und respektierte die Schönheit und die
Wahrheit in allen Dingen. Am Ende war er glücklich, daß er so lang
gelebt hatte, weil er Zeit genug hatte, ein reifer Künstler zu werden.
Steinberger Roland 4AMH
Gottfried
Keller
"Kleider machen
Leute"
1)
Inhaltsangabe
Der arme Schneider Wenzel Strapinski wandert auf der
Landstraße zwischen Goldach und Seldwyla dahin. Als er so langsam
dahinwandert kommt eine herrschaftliche Kutsche heran und der Lenker des
Gefährtes erbietet sich Strapinski nach Goldach mitzunehmen. So gelangen
sie vor das Tor des ersten Gasthofes in Goldbach. Da der Schneider von vornehmen
Aussehen ist, hält man ihn für einen polnischen Grafen und geleitet
ihn ehrfurchtsvoll in den Speisesaal. Was immer er auch tut, alles wird als
Vornehmheit ausgelegt. Strapinski macht einige verzweifelte Fluchtversuche, doch
es gelingt ihm nicht zu entkommen.
Abends wird er zu einem Besuch beim Amtsrat eingeladen.
Dort lernt er Nettchen, die Tochter des Gastgebers kennen. Da Strapinski immer
noch die Absicht hat Goldach zu verlassen, kündigt er bei einem Festmahl
an, er müsse dringend eine Geschäftsreise unternehmen. Nun gibt es
eine große Aufregung; in wenigen Tagen soll die Verlobung mit Nettchen
gefeiert werden, denn der Amtsrat meint, daß der zukünftige
Schwiegersohn sich in seinen Geschäften und Reisen durch Heiratssachen
nicht dürfe aufhalten lassen.
Strapinski veranstaltet eine Schlittenfahrt zu einem
Gasthaus, das zwischen Goldach und Seldwyla gelegen ist. Just an diesem Tag
haben auch die Seldwyler eine Schlittenfahrt geplant, deren Ziel der Gasthof der
Goldacher ist. Die Goldacher besetzen den oberen Saal des Gasthauses,
während die Seldwyler im unteren Saal Platz nehmen. Nach einiger Zeit kommt
eine Abordnung des Seldwyler zu den Goldachern und ersucht, ob sie nicht einen
Schautanz aufführen dürften. Die Goldacher stimmen zu. Zuerst wird der
Spruch: "Leute machen Kleider" versinnbildlicht, indem die Seldwyler die
Bewegungen eines Schneiders nachahmen. Hierauf wird das Sprichwort "Kleider
machen Leute" dargestellt, wobei Strapinski verhöhnt und von seinem
früheren Meister erkannt wird.
Nun flüchtet Strapinski auf die Landstraße,
die nach Seldwyla führt. Nachdem Nettchen sehr lange wie versteinert
dagesessen war, eilt auch sie aus dem Saal, steigt in den Schlitten und
fährt in die selbe Richtung, die Strapinski genommen hat. Nach einiger Zeit
findet sie den Schneider halberfroren im Schnee. Nettchen reibt Strapinski mit
Schnee ab, wodurch dieser das Bewußtsein wiedererlangt. Sie
läßt ihn zu sich in den Schlitten setzen und fährt nach dem Hof
einer Bekannten.
Die Bauersfrau erkannte Nettchen sofort, läßt
die beiden ein und kocht Kaffee. Nettchen bittet die Frau, sie möge sie und
Strapinski eine Weile allein lassen. Nun erst berichtet der Schneider wie es zu
diesem Mißverständnis gekommen ist. Als Nettchen das alles
erfährt, verspricht sie Strapinski, ihn trotz seiner Armut zu heiraten. Sie
fahren sofort nach Seldwyla und quartieren sich in einem Gasthaus ein. Durch
Nettchens Bitten bewegt läßt sich ihr Vater erweichen und gibt die
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Einwilligung zur Hochzeit. Strapinski wird ein sehr
geschäftserfahrener und gewandter Kaufmann und ein angesehener
Bürger.
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2) Kritik
In diesem Buch wird sehr gut das komplexe
Verhältnis zwischen Täuschung und Realität, zwischen Schein und
Sein unter gesellschaftskritischem Aspekt dargestellt. Der wandernde Schneider
kommt durch seinen vornehmen Mantel und die melancholische Blässe seines
Angesichts dem heimlichen Wunschbild der Kleinstädter entgegen. Einem
Wunschbild, das es im ersten Teil der Erzählung den beiden jungen Leuten
gestattet, sich dem romantischen Schein uneingeschränkt zu überlassen.
Die unvermeidliche Entlarvung dieser Täuschung stürzt das Liebespaar
in eine Verzweiflung, in der erst die befreiend-heitere Wende, der Aufbruch in
eine wahre menschlichere Wirklichkeit erfolgen kann. In Nettchen, die sich,
allen maskenhaften Täuschungen zum Trotz, tapfer zu Wenzel bekennt,
kristallisiert sich Kellers Ideal praktischer Humanität: "So feierte sie
erst jetzt ihre rechte Verlobung aus tief entschlossener Seele, indem sie in
süßer Leidenschaft ein Schicksal aus sich nahm und Treue hielt. "
Diese Erzählung gleicht einem Märchen mit anschließendem
“Happy End”.
Keller hat mit diesem Buch ein auch noch in der heutigen
Zeit bestehendes Problem erfaßt. Man beurteilt einen Menschen auch noch
heutzutage erst nach dem Aussehen und dem Auftreten, ohne das geringste
über die inneren Werte des jenigen Menschen zu kennen. Dieses falsche
Denken macht schon Jahrhunderte lang den armen Menschen unter der
Bevölkerung ein Problem sich zu beweisen. Denn die Bekleidung spielt eine
große Rolle, überhaupt bei der Jugend. Um in einer Gruppe akzeptiert
zu werden, muß man sich auch mit der Kleidung anpassen. Da sind sogar
einzelne Marken ausschlaggebend. Ohne Markenbekleidung wird man in gewissen
Schichten einfach nicht akzeptiert. Die jeweilige Art und die inneren Werte
eines Menschen stehen erst ganz hinten in der Liste der Kriterien, nach denen
ein Mensch beurteilt wird. Diese Einstellung ist zwar absurd, aber sie besteht
einfach in den Gehirnen der Menschen. An dieser doch etwas bedenklichen
Einstellung wird sich such nicht so schnell etwas ändern. Denn diese
Einstellung besteht schon sehr lange so. Keller hat mit dem Buch diese
Problematik sehr gut zum Ausdruck gebracht.
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