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Anders, Stefan: Das Trockendock
Referat
“Das Trockendock“
von Stefan Andres
Arne Warnke & Thomas Wien
- Biographische
Daten des Autors
- Beschreibung
eines Trockendocks
- Kurze
Inhaltsangabe des Textes
- Interpretation
des Textes (Phantasievoll, Lebensfreude,
Todesbedrohtheit, Schuldhaftigkeit)
- Autor
Intentionen
- Schlußdiskussion
(War es trotzdem richtig das Trockendock zu
erfinden?)
1. Autorbeschreibung
Andres, Stefan (1906 bis 1970)
- Stefan Andres ist ein Christlich- humanistischer
Erzähler, Lyriker und Dramatiker.
- Er wurde als Sohn eines Müllers am 26. Juni 1906 in
Breitweis bei Trier geboren.
- Eine Priesterausbildung brach er ab und studierte
Germanistik.
- Sein erster Roman "Bruder Luzifer" (1932) trägt
autobiographische Züge.
- Der Verfolgung durch die Nazis entzog sich Andres durch
die Übersiedlung nach Positano in Kampanien.
- Seine Werke der 30er und 40er Jahre haben als Grundthema
die Schuld des Menschen in der Diktatur. Als besondere Beispiele können da
genannt werden:
"El Greco malt den
Großinquisitor", 1936;
"Wir sind
Utopia(Traumwelt, falsche
Vorstellungen)", 1943
- In der Trilogie "Die Sintflut" (1949-59), die Andres als
sein Hauptwerk ansah, setzt er sich mit dem Dritten Reich verschlüsselt
auseinander.
- 1950 kehrte er nach Deutschland zurück, lebte aber
seit 1961 wieder in Italien.
- Andres sprach der Verwirklichung des Christlich-Humanen
in einer katholischen Weltordnung das Wort.
- Er starb, vielfach geehrt, am 29. Juni 1970 in Rom
- Seine besonders in der kleinen Form meisterhaften Werke
beschreiben bilderreich und phantasievoll die Lebensfreude, aber auch
Todesbedrohtheit und Schuldhaftigkeit des Menschen.
(alle drei auch in das
Trockendock)
2. Beschreibung eines
Trockendocks
Ein Dock ist eine Großanlage zur Trockenlegung von
Schiffen zwecks Reparaturarbeiten. Es kann aber auch dazu dienen, neue Schiffe
das erste Mal zu Wasser zu lassen. Man kann zwischen zwei Arten
unterscheiden:
Trockendock: Ein Trockendock ist ein fest
eingebautes, durch Tore verschließbares Becken. Bei geöffneten Toren
schwimmt das einzudockende Schiff ein. Die Docktore werden verschlossen und das
Dock leergepumpt. Nun liegt das Schiff trocken und kann es können
Reparaturarbeiten am Unterboden vorgenommen werden.
Schwimmdock: ein Schwimmdock ist ein hohlwandiger
Schwimmkörper. Der Boden und die Seitentanks werden geflutet, so dass das
Dock absinkt. Das Schiff kann einschwimmen. Dann werden die Tanks leergepumpt
und somit hebt sich das Dock unter dem Schiff.
3.kurze Inhaltsangabe
Stefan Andres Erzählung “Das
Trockendock“ thematisiert den technischen Fortschritt und seine Folgen,
Ende des 18.Jahrhunderts.
Die Geschichte handelt von einem Ingenieur, mit dem
Namen Grognard. Dieser ist Zeuge eines Stapellaufes, bei dem ein Gefangener den
letzten Hemmstützen eines Schiffes wegschlagen muß. Da dieses eine
Lebensgefährlich Aufgaben ist, wird dieser, wenn er dem herabrollendem
Schiff entweichen kann, in die Freiheit entlassen. Dieses war jedoch eher selten
der Fall. Und so sieht auch Grognard, dass diesmal der Sträfling vom Schiff
überrollt wird. Der Ingenieur kommt zum Entschluß, das dieses eine
unmenschliche Sache sei. Er nimmt sich daraufhin vor, eine Lösung für
dieses Problem zu finden. Er entwirft daraufhin ein Trockendock. Nachdem das
Schiff aus dem Trockendock in das Wasser gelassen wurde, wird Grognard von einem
Sträfling erschlagen, da die Gefangenen nun nicht mehr die Chance haben in
die Freiheit zu gelangen.
4. Interpretation des
Textes
Phantasievoll und bilderreich:
“Das Trockendock“ ist Phantasievoll und
sehr bilderreich geschrieben. Man kann sich also bildlich gut vorstellen wie
sich die Geschichte abgespielt haben könnte.
Der Autor benutzt in seinem Text sehr viele plastische
Bilder um die Situation in der der Gefangene steckt deutlich zu
machen.
Beispiel aus dem Text:
(Thomas ließt)
im Text “P1“
Man muß sich einfach nur einige Wörter vor
die Augen halten, die in diesem Abschnitt benutzt wurden:
- der Koloß donnernd
- funkenstiebender Kiel
- gedankenschnellen riesigen
Satz
oder - Blutspur an den
Planken
Mit dieser einfachen aber deutlichen Beschreibung bringt
Andres die Leser dazu sich in die Geschichte hinein zu
versetzen.
Lebensfreude:
Auch die Lebensfreude wird in „das
Trockendock“ sehr schön beschrieben.
Einmal beschreibt er die Freude der Menschen die sich
dieses meist traurige Schauspiel anschauen und sich daran vergnügen.
Anderseits wird aber auch die Lebensfreude des Gefangenen gezeigt, der
natürlich versucht wieder in die Freiheit zu gelangen.
Aber auch der Ingenieur, Grognard zeigt eine gewisse
Lebensfreude.
Dazu wieder ein Textstück:
(Thomas ließt)
im Text “P2“
Grognard versucht durch seine Idee des
“Trockendocks“ die schlechte humane Situation die ihm hier vor Augen
getragen wurde, positiv zu verbessern.
Todesbedrohtheit: Die
Todesbedrohtheit wird natürlich am Gefangenen deutlich, denn er ist ja
gerade derjenige, der im Zwiespalt zwischen Leben und Tod steht. Einfach nur
seine Reaktion entscheidet über Freiheit oder seinem
Schicksal.
Hierzu wiederum eine Textstelle:
(Thomas ließt)
im Text “P3“
Aber auch am Ende wird noch einmal die Todesbedrohtheit
des Ingenieurs deutlich. Denn Grognard wird von einem Sträfling umgebracht,
weil dieser nicht einsieht, dass das Trockendock ein technischer Fortschritt
sei. Er sieht den Stapellauf als seine Chance die Freiheit zu erlangen. Die
Freiheit jedoch hat Grognard ihm dadurch verbaut.
Schuldhaftigkeit:
In dem der Kurzgeschichte wird kommt es zu der Frage war
es richtig das Trockendock zu erfinden.
Dazu möchte ich hier mal ein Beispiel
geben:
Ein Arzt hat zwei Patienten, die ein neues Herz
brauchen. Aber der arme Arzt hat leider nur ein Herz zur Verfügung. Er
muß nun entscheiden, wem er dieses Herz gibt. Es kann also nur ein Leben
gerettet werden. Durch diese Zwiespältigkeit wird der Arzt immer in einer
Schuldhaftigkeit gegenüber eines Patienten bleiben.
Genauso ist es hier mit Grognard. Auch wenn er hier
generell der Humanität dient, so bedeutet dies doch für den Einzelnen
den Verbleib in der Gefangenschaft. Er steht also in der Schuld der Gefangenen,
die dadurch nicht mehr die Chance haben die Freiheit zu erlangen. Deshalb wird
er später ja auch umgebracht.
Aber ist es denn nicht eine unhumane Situation in die
die Gefangenen gesetzt werden?
Natürlich ist es das. Und gerade Grognard wollte
die Gefangenen aus einer Situation befreit, in der sie ihr Leben aufs Spiel
setzen nur weil sie die Chance von 1:1000 haben in die Freiheit zu gelangen.
5. Autor Intentionen
Der Autor macht mit der Erzählung deutlich, dass
technische Veränderungen (hier die Erfindung des Trockendocks), nicht
ausschließlich als neutrales Handeln verstanden werden kann, welches nur
positive Effekte für die Menschen hat.
Technische Veränderungen greifen immer auch in die
soziale Lebenswelt der Menschen ein (hier in die Lebenswelt der Gefangenen,
denen eine Chance auf die Freiheit genommen wird). Dadurch wird wiederum
zukünftiges Handeln von Menschen beeinflußt (hier die negative
Reaktion gegenüber dem Ingenieur).
Gleichzeitig zeigt der Autor auch auf, dass eine aus
humanistischer Intention geschaffene Veränderung sich trotzdem gegen
individuelle Interessen richten kann.
(hier richtet es sich gegen das Interesse des einzelnen
Gefangenen)
Andres appelliert an die Menschen mit seiner
Erzählung, dass man bei technischen Veränderungen aufpassen sollte,
nicht nur seine eigenen humanistischen Wertvorstellungen im Blick zu haben,
sondern auch die der Betroffenen.
“Pardon ich habe mich geirrt“ weist auf
diesen Appell hin.
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