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Vinci, Leonardo da : Uomo universale
5. November 1998- 27. Dezember 1998
Leonardo
da Vinci :
„Uomo
universale?“
Leonardo da Vinci: Kann man ihn als Universalgenie
bezeichnen?
Im Rahmen des Deutschunterrichts haben wir den Auftrag bekommen, eine
umfangreiche Facharbeit über eine berühmte Persönlichkeit zu
verfassen. Ich wählte Leonardo da Vinci als ideale Figur für diese
Aufgabenstellung, da seine Leistungen und Errungenschaften auch nach
annähernd 500 Jahren noch nichts von ihrer Aktualität und Tragweite
eingebüßt haben.
Im Buch „Leonardo: Forscher- Künstler- Maler“ wird
berichtet, daß Leonardo da Vinci das größte Universalgenie der
Renaissance war. Da stellt sich mir die Frage: Kann man Leonardo wirklich als
„Universalgenie“ bezeichnen?
Was schuf Leonardo da Vinci auf dem
künstlerischen Sektor?
Viele Werke Leonardo da Vincis blieben unvollendet, da eine Arbeit niemals
seinen vollen Zuspruch erhielt, er hatte immer etwas daran auszusetzen und fand
kleine Mängel, auch wenn das Artefakt als perfekt anzusehen war. „Er
war eben ein Perfektionist“, sagte ein Zeitgenosse.
Zu seinen unvollendeten Werken gehören „Der heilige Hieronymus
mit den Löwen“. Leonardo da Vinci kam nie dazu, dieses Bild in Farbe
dazustehen, da er einerseits keine Begierde mehr verspürte, es
fertigzustellen und andererseits widmete er sich zu dieser Zeit lieber seinen
ersten anatomischen Studien. Den Auftrag für dieses Gemälde erhielt er
1479 von den Mönchen von San Donato, nachdem Leonardo den Kirchturm der
Kathedrale San Donato restauriert hatte. Sie bereiteten einen Vertrag vor, der
beinhaltete, daß Leonardo eine Frist von 30 Monaten hatte, um das Bildnis
fertigzustellen.
Doch seine künstlerische Laufbahn begann schon in seiner frühen
Jugend. Es existiert eine Anekdote, die besagt, daß ein florentinischer
Bauer Leonardos Vater Ser Piero ein Schild gab, um diesen von einem
Künstler gestalten zu lassen. Der Vater gab den Schild seinem Sohn, der ihn
bemalte. Der junge Leonardo sammelt allerlei Ungetier wie Fledermäuse,
Spinnen und ähnliches, deshalb vermutet man, daß er die Tiere als
Inspiration für den „Medusenschild“ genommen hatte. Es wird
erzählt, daß darauf ein Drache zu sehen war, der giftigen Atem spie
und damit einen Löwen tötete. Der Vater war so angetan von Leonardos
erstem Kunstwerk, daß er den Schild behielt und einen neuen kaufte, den er
anschließend mit Herz und Pfeil bemalen ließ. Des weiteren sagt die
Geschichte, daß der Schild später an Kaufleute aus Florenz verkauft
wurde, die 100 Dukaten dafür geboten hatten.
Mit vierzehn Jahren begann Leonardo eine Berufsausbildung zum Künstler
(Maler & Bildhauer). Sein Lehrmeister war Andrea del Verrocchio, der
eigentlich Andrea du Michell de Francesco da Cioni hieß. Er war ein sehr
angesehener Künstler und Bildhauer im damaligen Florenz.
Zu den bedeutendsten und am meisten bewunderten Bildern Leonardos
gehören „Die Taufe Christi“, „Die
Felsgrottenmadonna“ und vor allem aber die „Mona Lisa“; andere
berühmte Werke sind der oben genannte „Heilige Hieronymus“, das
Bildnis „Johannes der Täufer“ und ein Porträt einer
florentienischen Dame.
Das erste dieser großen Kunstwerke war die „Taufe
Christi“, die im Zeitraum von 1470-1473 entstand. Es war eigentlich das
Werk seines Lehrmeisters Andrea del Verrocchios, doch Leonardo hatte den Auftrag
bekommen, einen Engel zu malen. Laut dem Buch „Leonardo da Vinci“
von Richard Friedensthal muß diese Arbeit so brillant gewesen sein,
daß Verrocchios als Anerkennung seines Schüler nie wieder einen
Pinsel in die Hand genommen haben soll, sondern sich nur noch der Bildhauerei
gewidmet hat.
„Die Felsgrottenmadonna“ entstand 1483 in Zusammenarbeit zweier
Mailänder Künstler, den Brüdern Ambrogio und Evangelista
de’Predis. Laut Vertrag (abgebildet im Buch „Leonardo da Vinci
– Gemälde & Schriften“) sollten die drei einen
hölzernen Altaraufsatz vollenden, den der Bildhauer Giacomo del Maino im
Jahr zuvor errichtet und geliefert hatte. Auch bestimmte der Vertrag, daß
die Künstler den Altaraufsatz vergoldeten und drei Gemälde
ausführten, die an dafür vorgesehene Stellen des Altaraufsatzes
angebracht werden sollten. „Die Felsgrottenmadonna“, die im
Musée du Louvre in Paris ausgestellt wird, besteht aus drei separaten
Tafeln. Die linke Tafel zeigt einen Engel in blauem Gewand, der mit voller
Hingabe auf der Geige spielt, die rechte Tafel zeigt einen anderen Engel in
rotem Gewand, der die Laute spielt. Dabei schaut dieser in die Mitte der
Haupttafel, wo man eine Frau (die Madonna), die mit zwei Babys und einem schon
älterem Mädchen inmitten von Felsen sitzt, erkennen kann.
„Das Abendmahl“ ist das wohl bekannteste und meist bewunderte
Werk neben der „Mona Lisa“, die Leonardo da Vinci je geschaffen hat.
Es entstand in den Jahren 1495-1497. Dieser lange Zeitraum ist damit zu
erklären, daß das Bildnis sehr groß ist (nämlich 4,60 x
8,80 m), und der Meister arbeitete nicht kontinuierlich daran. Matteo Bandello,
der ihm oft beim Malen des Abendmahls zugesehen hatte, berichtet, (Quelle:
Leonardo da Vinci: Gemälde & Schriften) daß er
manchmal morgens kurz nach Sonnenaufgang anfing, am „Abendmahl“ zu
arbeiten und erst spät, wenn der Abend hereinbrach und das Tageslicht
verschwand, aufhörte. Zu anderen Zeiten rührte er das Bild drei oder
vier Tage nicht an oder stellte sich stundenlang davor, um seine Figuren
anzuschauen; Bandello vermutete, daß er sie im Gedanken
kritisierte.
Heute bietet „Das Abendmahl“, welches im Reflektorium Santa
Maria delle Grazie in Mailand ausgestellt ist, einen verfallenen und blassen
Eindruck, der verbirgt, was einst wahrscheinlich ein leuchtendes und
detailreiches Gemälde war. Die klaren und lebhaften Farben kommen nicht
mehr zur Geltung, das Tischtuch und die acht Wandteppiche zum Beispiel sind zu
neutralen Farbtönen verblaßt und haben ihre Ornamentierung schon fast
völlig verloren.
Die „Mona Lisa“ (Originaltitel: [ital.] La Gioconda) ist das
wohl teuerste (geschätzter Wert 1997: 385.000.000,-US$; Quelle:
MS Encarta Enzyklopädie 99), am meisten beschriebene und
kommentierte Porträt der Kunstgeschichte geworden; man hat Novellen,
Romane, Hymnen verfaßt und diese dann als Opernthemen benutzt. Sie war
schon zur Zeit ihrer Entstehung sehr berühmt.
Wer war Mona Lisa? War sie eine reelle Figur?
Ist sie vielleicht ein Selbstbildnis Leonardos?
Oder trägt die „Mona Lisa“ Leonardo da Vincis
Züge?
Die „Mona Lisa“ war eine reelle Figur. Sie war eine
Mailänderin. Über ihr Leben ist nur sehr wenig bekannt, aber es wurden
unzählige Vermutungen, auch über ihre Verbindung mit dem
Künstler, aufgestellt. Kunstkenner und Wissenschaftler schätzen,
daß sie auf dem Porträt etwa 25 Jahre alt gewesen sein muß.
Auch Vasari, ein guter Freund Leonardos, der ihm sehr oft bei seinem Schaffen
zugesehen hatte, berichtete, daß Mona Lisa sehr schön war, aber
ebenso ungeduldig, wenn es darum ging, stundenlang Modell zu sitzen. Weiter
erzählt er, daß Leonardo dann Laute gespielt hat, um sie bei Laune zu
halten, damit sie kein trauriges und ermattetes Aussehen bekam.
Ihr atemberaubendes Lächeln wird noch bis heute in unzähliger
Literatur beschrieben. Richard Friedenthal beschreibt es als „grausames
und unbarmherziges Schmunzeln, daß den Mann unterjocht“. Kenneth
Clark hingegen empfindet ihr Lächeln als „strahlende Lieblichkeit
oder die moderne Seele mit all ihren Krankheitszügen“.
Ähnlich wie beim „Abendmahl“ ist nur zu erahnen, mit
welcher Leichtigkeit Leonardo bei diesem Meisterwerk den Pinsel geschwungen hat,
da „Die Gioconda“ ihre Farbenpracht unter einer dicken Staubschicht
verbirgt. Man traut sich einfach nicht, daß Bildnis zu reinigen, da die
Angst zu groß ist, es könnte dabei beschädigt oder gar
zerstört werden. Doch seit kurzem ist es möglich, mit Hilfe von
Infrarot- Kameras durch den Staubmantel zu sehen und so die wahre Schönheit
zu entdecken.
Damit ist meine Frage, ob die „Mona Lisa“ ein Selbstbildnis
Leonardos ist, auch weitläufig beantwortet. Doch viele Kunstkenner der
vergangenen vier Jahrhunderte behaupten, daß ihr Lächeln, dem des
jungen Leonardos sehr ähnlich sei: eigentlich kein richtiges Lächeln,
sondern eher ein Gefühl oder eine Stimmung, die den ganzen Lebensstil
Leonardo da Vincis wiedergibt.
Zuletzt möchte ich noch ein paar Zeilen über eine andere, nicht
besonders beachtete, aber nicht minder bedeutsame Illustration des
Künstlers niederlegen. „Johannes der Täufer“ ist ein sehr
spätes Werk da Vincis gewesen, er fertigte es erst in den Jahren 1517- 1519
an und vollendete es erst kurz vor seinem Tod (2.5.1519).
Auf dem Bild ist der junge Johannes zu sehen, der splitternackt im
Halbdunkel steht. Er hebt bedrohlich den Finger. Auf seinen Lippen liegt ein
für Kunstforscher außergewöhnlich mehrdeutiges Lächeln,
daß nur schwer zu interpretieren scheint. Pablo Picasso sagte einst
über dieses Werk, daß es „eine neue Art Leonardos spirituellem
Schaffens“, außerdem äußerte er noch, daß die
Anatomie des Bildes sehr schlecht getroffen sei, da einerseits die Proportionen
der Figur nicht stimmen und andererseits die Perspektive völlig falsch
gewählt sei. Letzteres ist aber nicht als Leonardos alleinige Schuld
angesehen, da sich außer ihm noch zahlreiche Restaurateure und nach seinem
Tod einer seiner Schüler daran zu schaffen gemacht hatten.
Welche Erfindungen und Entdeckungen
machte Leonardo da Vinci zu Lebzeiten?
Leonardo da Vinci erfand zahllose Dinge, die meisten davon sind erst in
diesem Jahrhundert realisiert worden, da den Menschen vor 500 Jahren das
technische „Know-how“ noch nicht zur Verfügung stand. Zu diesen
Innovationen zählen unter anderem der Helikopter, der Fallschirm, das
Fahrrad, der Panzerwagen, das Schwingenflugzeug, die Brücke, sowie
zahlreiche Aufzeichnungen von neuartigen Uhren.
Andere Erfindungen entstanden nur aus übereifrigem Interesse.
Tatsächlich konnten nicht all seine Einfälle realisiert werden, da sie
entweder jeglichen Naturgesetzen trotzen bzw. der technische Standard der
heutigen Zeit da Vincis Überlegungen noch nicht gerecht werden
kann.
Noch bis 1968 konnte Leonardos bewundernswerter kleiner Entwurf für
einen Helikopter, nach dem er (laut dem Buch: Leonardo – Der Erfinder)
auch ein funktionsfähiges Modell gebaut zu haben scheint, als der
älteste Helikopter der Geschichte gelten. Inzwischen weiß man aber,
daß schon vor Leonardos Luftschraube der Mechanismus des Helikopters
bekannt war und erfolgreich angewandt wurde und zwar in Form eines Spielzeuges,
dessen Antriebssystem dem der Windmühlenflügel entlehnt war. Ein
solches Helikopter-Modell ließ sich mittels einer Leine, die kräftig
zu ziehen und fest um den Wellbaum gewunden war, in die Luft schrauben. Das
älteste bekannte Spielzeug dieser Art stammt aus der Zeit zwischen 1320-
1325.
Leonardos Flugmaschine trug das Antriebssystem an Bord, hatte jedoch statt
der rotierenden Flügel die unbefriedigende Form einer spiralförmigen
Luftschraube. Dieser Entwurf, wie das meiste von Leonardo da Vincis Werk, wurde
erst bekannt, als sich der mit verschiedenen Antriebssystemen ausgestattete
Hubschrauber bereits in der Luftfahrt durchgesetzt hatte. Wenn jedoch die
folgende Geschichte stimmt, - und es gibt keinen vernünftigen Grund, sie
anzuzweifeln - dann hatte Leonardo indirekt entscheidenden Anteil an der
Entwicklung des modernen Hubschraubers. Es heißt, Igor Sikorsky habe eine
Abbildung dieses Modells von seiner Mutter gezeigt bekommen und dieses Bild habe
ihn später veranlaßt, sich dem Studium des Helikopters zu widmen, in
dessen Erforschung er führend werden sollte.
Der Entwurf für einen Fallschirm ist der am besten realisierbare
Vorschlag, den Leonardo auf dem Gebiet des Luftwesens damals anfertigen konnte.
Diese Konstruktion entstand laut Historiker um 1485 in Florenz. Neben der
Zeichnung des pyramidenförmigen Fallschirms vermerkte er: „Wenn ein
Mensch ein Zeltdach aus abgedichteter Leinwand, welches 12 Ellen breit und 12
Ellen hoch sein soll, über sich hat, so wird er aus jeder noch so
großen Höhe herabstürzen können, ohne Schaden zu
nehmen...“. Ein interessantes Detail dieses Entwurfs ist die von der
Spitze des Fallschirmes herabführende Stange: Leonardo wollte seiner ganzen
Konstruktion Festigkeit geben, zu diesem Zweck sind die Fangleinen am Ende der
Stange vertäut. Da der Flieger direkt unterhalb der Verbindungsstelle an
den Armen hängt, wäre er den bei dieser Fallschirmform auftretenden
Schwingungen nicht so stark ausgesetzt.
Ob Leonardo neben der allgemeinen Vorstellung, die er beschrieb, auch
bereits den Absprung aus dem Flugzeug erwog, wäre interessant zu wissen und
auch, warum er statt der Zeltform nicht mit einer Schirmvariante arbeitete. Da
Leonardos Skizze erst Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde, hatte sein
Modell keinen Einfluß auf die Entwicklung moderner Fallschirme, die in
ihrer Form alle auf den Schirm zurückgehen. Der erste Fallschirmabsprung
aus der Luft wurde 1797 von Garnerin unternommen. Trotzdem besitzt Leonardos
Entwurf auffallende Ähnlichkeit mit modernen Fallschirmformen.
Die Zeichnung eines Fahrrades, in der Form den Fahrrädern um die
Jahrhundertwende nicht unähnlich, ist, was die Umstände ihrer
Entdeckung betrifft, ein Geheimnis und eine Offenbarung zugleich. Sie kam zum
Vorschein, als man den „Codex Atlanticus“ (Leonardo da Vinci
betitelte all seine Aufzeichnungen und ordnete sie kategorisch in einen
sogenannten Codex) vor einigen Jahren restaurierte und von einzelnen
Blättern die Rückseite ablöste, die seit dem 16. Jahrhundert
niemand mehr gesehen hatte. Auf der Rückseite von Folio 133 (Lexikon:
Folio: (veraltet) Buchformat in der Größe eines halben Bogens;
gewöhnlich größer als 35 cm) entdeckt man verschiedene
„Kritzeleien“, - unter anderem diese Zeichnung eines Fahrrades -
die anscheinend von Schülern Leonardos stammen, welche in den 90er Jahren
des 15. Jahrhunderts in seiner Werkstatt arbeiteten. In dieser Zeichnung wird
nicht nur vorausgesetzt, daß der Mensch auf zwei Rädern das
Gleichgewicht zu halten vermag, sondern sie zeigt auch einen Kettenantrieb, der
mit dem gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufgekommen nahezu identisch ist. Die
Lenkstange sieht ziemlich unpraktisch aus, die Zeichnung stammt aber auch nicht
von Leonardo, sondern von jemanden, der nicht sein zeichnerisches Talent
besaß. Was immer er in einer der Werkstätten Leonardos sah,
dürfte dem modernen Fahrrad ähnlicher gewesen sein.
Die Zeichnung ist nicht nur ein Hinweis auf Leonardos visionäre
Begabung als Ingenieur, sie läßt auch ahnen, was verloren ist.
Wahrscheinlich ist der größte Teil seiner Maschinenbau-Entwürfe
für immer abhanden gekommen und unter diesen unersetzlichen Kostbarkeiten
könnte sich eine besser durchgestaltete Zeichnung des Fahrrades,
womöglich sogar mit Erläuterungen befunden haben.
Zur Zeit Leonardos und auch schon früher war der gedeckte Kampfwagen
in militärischen Aufzeichnungen ein geläufiges Forschungsobjekt.
Valturio und Guido da Vigevano hatten bereits im 15. Jahrhundert
„Panzer“ mit Flügelantrieb gezeichnet, und es ist wirklich
erstaunlich, daß die Welt noch weitere 400 Jahre bis zu Churchills
(siehe Lexikon: Sir Winston Churchill *1874- 1965) Panzer des
Ersten Weltkriegs warten mußte.
Leonardos Entwurf besaß schuppenartig übereinanderliegende
Metallplatten für Scharfschützen. Doch das eigentlich Neue seines
Panzerwagens, verglichen mit denen seiner Vorgänger, war seine
Mobilität. Er war mit Kurbelantrieb ausgestattet, der von Menschen zu
bedienen war, ohne Pferdeantrieb vorgesehen; ersteres war vorzuziehen, da Tiere
in dem beengten, lärmerfüllten Raum leicht in Panik geraten konnten.
Die Kurbeln waren mit horizontalen Rollenrädern verbunden, die ihrerseits
die Getriebe mit den vier Laufrädern in Gang setzten. Die
Funktionsmechanismen veranschaulichten Leonardos Zeichnung des Fahrwerkes (siehe
Anlage), bei der der obere Teil abgenommen ist. Es existieren ältere
Entwürfe, doch weder nach diesen noch nach Leonardos eigenen Plänen
ist je ein Panzer gebaut worden. Es ist auch fraglich, ob Leonardo seine
Konstruktion überhaupt funktionsfähig gestalten wollte, denn so, wie
die Kurbel gezeichnet ist, hätte sie Vorder- und Hinterräder in
entgegengesetzter Richtung angetrieben. Man wird nie erfahren, ob Leonardo aus
Gewissensgründen diesen Fehler absichtlich machte, oder ob er verhindern
wollt, daß der Gegner sich das Projekt zunutze machte.
Leonardo legte viele verschiedenartige Typen von Schwingenflugzeugen in
seinen Aufzeichnungen nieder. Zu den populärsten gehört das
Schwingenflugzeug, bei dem der Flieger auf dem Bauch liegt (um 1487), das
Schwingenflugzeug mit vier Flügeln (um 1490) und das Schwingenflugzeug mit
stehendem Flieger (um 1504).
Leonardos Untersuchungen der Flugmöglichkeiten basierten leider
größtenteils auf der irrigen Vorstellung, die Muskelkraft des
Menschen reichte aus, die Vögel nachzuahmen. Auch seine Annahme, der Vogel
fliege durch Schlagen der Flügel nach unten und hinten, war falsch;
tatsächlich drehen sich die Schungfedern beim Senken des Flügels und
geben, winzigen Propellern gleich, Stoßkraft, während der innere Teil
des Flügels den Auftrieb bewirkt. Infolgedessen unternahm Leonardo immer
wieder Versuche mit einer nicht zu realisierenden Idee: ein Schwingenflugzeug
mit beweglichen Flügeln (Ornithopter). Erst im Alter fand er einen
gangbaren Weg: eine Konstruktion mit starren Flügeln.
Leonardo da Vinci hatte sich zum Ziel gesetzt, eine riesige Brücke zu
bauen. Er wagte sich mit diesem Konzept in noch nie dagewesene, technische
Dimensionen, da diese Brückenkonstruktion etwa 355 Meter lang sein sollte
und etwa 75 Meter über dem Wasser errichtet werden sollte. In einem Brief
an den Sultan Bajazid II. (Herrscher des damaligen osmanischen Reiches)
verzeichnete er, daß „die Brücke sich so hoch über dem
Wasser wölben würde, daß ein Segelschiff darunter hindurch
fahren könne.“ Diese Brücke sollte die Pontonbrücke
über das Goldene Horn als „dauerhafte“ Konstruktion
ersetzen.
Abschließend zu dieser Passage meines Referates werde ich noch einen
kurzen Einblick über Leonardos Vorstellungen zukünftiger Uhren
anfertigen.
Leonardo da Vinci war sehr interessiert an allem, was mit der Zeitmessung
in Verbindung stand. Dieses Interesse wird hinreichend durch die zahlreichen
über seine Manuskripte verstreuten Skizzen belegt, in denen er sich mit
mechanischen Uhren und anderen Instrumenten zur Zeitberechnung befaßte.
Im „Codex Atlanticus“ befinden sich einige Studien zu einer
komplizierten Wasseruhr: Ein Schwimmer bewegt sich entlang einer
schraubenähnlichen Führung auf und ab; er soll einen Zapfen
öffnen und schließen und dadurch das Wasser auf eine Reihe von
Behältern verteilen. Die Uhr war sogar mit einem Schlagmechanismus
versehen.
Leonardo war auch an mechanischen Uhren fasziniert, wie dies zahlreiche
Skizzen im „Codex Atlanticus“ beweisen, in denen die verschiedenen
Bestandteile von Uhren dargestellt sind. Jetzt, nach dem Studium der Madrider
Codicies, weiß man weit mehr über Leonardo da Vincis Interesse an der
Uhrmacherkunst und seine Beschäftigung mit diesem Bereich. Insbesondere
können wir jetzt die Pendel, die in den von ihm entworfenen Geräten
vorkommen, in neuem Licht betrachten, da bisher nicht bekannt war, ob sie mit
der Zeitmessung in Zusammenhang standen.
Bereits aus der Zeit vor Leonardo gab es sehr viele Beispiele für die
Zeitmessung mit Hilfe von Wasser-, Quecksilber- und Sonnenuhren sowie mit
Sandgläsern. Die mechanische Uhr für den „Hausgebrauch“
ist in Europa seit Anfang des 14. Jahrhunderts bekannt. Die erste genau datierte
Installation einer Uhr, war die Kirchturmuhr des Mailänder Doms am 11.
April 1321.
Was erbrachte Leonardo im Rahmen der
Anatomie?
Leonardo agierte in seinem eifrigem Tatendrang auch als Anatom. Zu seinen
bedeutendsten Aufzeichnung gehören die Studie der menschlichen
Proportionen, der Embryo im Mutterleib sowie diverse Schädel- und
Muskelstudien.
Es ist genau so außergewöhnlich wie bewundernswert, daß
Leonardo bereits zur damaligen Zeit anatomische Studien an menschlichen Leichen
vornahm, zumal die Fachmediziner noch fast ausschließlich am Buchwissen
„klebten“ und das Öffnen einer Leiche als gesetzwidrig galt,
weil der Mensch als göttliches Geschöpf anzusehen war und nicht von
„irdischer Hand“ verunreinigt werden durfte.
Er hat mit feinen Sägen, die er sich eigens herstellen ließ, die
Leiche eines alten Mannes geöffnet, die er sich sorgfältig ausgesucht
hatte, „weil sie frei von Fett und Säften, die das Erkennen der
verschiedenen Organe verhindern“ und an ihr als erster die Erscheinungen
der Arteriosklerose beobachtet: „kastaniengroße Versteinerungen in
den Adern, von der Farbe von Trüffeln.“
Seine anatomischen Skizzen des menschlichen Organismus sind bis zum
heutigen Tage sehr oft kopiert worden, aber in Qualität und Detailreichtum
unerreicht.
Die Zeichnung der menschlichen Proportionen (korrekter Titel: „Der
Vitruvsche Kanon menschlicher Proportionen“) illustriert einen Abschnitt
in dem berühmten Werk des römischen Architekten Vitruv: “Der
Nabel ist natürlicherweise der Mittelpunkt des Körpers. Liegt der
Mensch mit gespreizten Armen und Beinen auf dem Rücken und setzt man die
Zirkelspitze an der Stelle des Nabels ein und schlägt einen Kreis, so
werden die Fingerspitzen beider Hände, sowie die Zehenspitzen vom Kreis
berührt. Ebenso wie der menschliche Körper durch einen Kreis
umschrieben werden kann, läßt sich auch ein Quadrat um ihn ziehen.
Nimmt man nämlich von den Fußsohlen bis zum Scheitel Maß und
wendet dieses Maß auf die ausgestreckten Hände an, so wird sich die
gleiche Breite und Höhe ergeben, wie bei Flächen, die nach dem
Winkelmaß quadratisch angelegt sind.“
(Quelle: Leonardo da Vinci –Gemälde &
Schriften)
Man weiß, daß Leonardo die anatomische Nachbildung eines
männlichen Körpers plante und vermutlich auch ausgeführt hat, die
er im Zusammenhang mit seinen Zeichnungen und Bildhauerarbeiten benutzt hat und
welche ihm vielleicht zur Unterweisung seiner Schüler diente.
Diese Studie der menschlichen Proportionen wird auch noch heute in
vielerlei Hinsicht verwandt, zum Beispiel auf den Krankenversicherungsausweisen
der Barmer- Ersatzkasse.
In der großen Zeichnung „Der Embryo im Mutterleib“ ist
ein voll entwickelter Fötus in einer menschlichen Gebärmutter, doch
mit der Plazenta von einer Kuh dargestellt. Die vier Zeichnungen rechts oben
sind vergrößerte Darstellungen der Plazentazotten eines Huftieres
(Leonardo wußte anscheinend nichts von der scheibenförmigen
menschlichen Plazenta). Darunter, Mitte rechts, eine außerhalb des
Zusammenhangs stehende Zeichnung einer exzentrisch belasteten Kugel auf einer
Neigungsebene. Darunter erscheint links die winzige Skizze einer
Gebärmutter mit Andeutung der Plazentazotten und rechts die flüchtige
Skizze eines Fötus in der Gebärmutter, von mehreren schützenden
Häutchen umgeben. Als nächstes, nebeneinander dargestellt, die
Gebärmutter aufgeklappt, um Membranen und Plazenta zu zeigen und rechts
ineinandergreifende Plazentazotten. Weiter unten erscheinen drei Skizzen der
auseinandergeklappten Gebärmutter- und Fötusmembranen; bei der
obersten Zeichnung ist auch der Embryo in seinem Amnion dargestellt.
Schließlich, ohne jeden Bezug, ein Diagramm binokularen Sehens.
(Siehe Anlage: Kopie der Skizze „Embryo im
Mutterleib“)
Was fand Leonardo in der
Tierbeobachtung und Botanik heraus?
Leonardo muß sehr tierlieb gewesen sein, da sämtlichen
Biographien die überlieferte Geschichte erwähnen, wonach Leonardo da
Vinci auf dem Marktplatz von Mailand den Händlern Vögel abkaufte, nur
um ihnen anschließend die Freiheit wiederzugeben. Anderen Zeitgenossen war
seine große Liebe zu Tieren auch hinreichend bekannt, so schrieb zum
Beispiel Andrea Corsali an Giuliano de‘ Medici: „Er ernährte
sich mit nichts, was Blut enthält und erlaubt auch nicht, daß jemand
irgendein lebendes Wesen verletzt oder tötet.“ Demnach war Leonardo
also Veganer oder zumindest Vegetarier.
Er skizzierte zahlreiche Tierarten, wie Katzen, Hunden oder Pferden. Diese
verwand er später zu künstlerischen Zwecken; seine zahllosen
Katzenstudien brachte er in sein Bildnis „Die Madonna mit der Katze“
ein. Dieses eher unbekannte Werk Leonardos zeigt eine Frau, die eine Katze im
Arm wiegt, dabei ist es verblüffend, wie realistisch die Katze dargestellt
ist, denn Leonardo porträtierte etwa drei Jahre vor der „Madonna mit
der Katze“ schon eine Frau mit einem Kind im Arm. Doch die Proportionen
des besagten Kindes entsprechen keineswegs denen der Realität, Leonardo da
Vinci stellt das Kind wie einen kleinen Erwachsenen dar; der Kopf ist
verhältnismäßig klein und die Gliedmaßen sind viel zu
lang, außerdem sind die Gesichtszüge des Babys zu sehr
ausgeprägt um ein Kleinkind darzustellen. Diese Ungenauigkeit ist jedoch
auch bei andern Künstlern dieser Zeit zu erkennen.
Seine Untersuchungen an Pferden verwertete Leonardo später bei
zahlreichen Reiterstandbildern. Die wohl berühmteste dieser Staturen ist
wohl die Bronzefigur des Francesco Sforza; eine über sieben Meter hohe
Gestalt auf einem Pferd zu der etwa 200000 mailändische Pfund Bronze (ein
Mailänder Pfund des 16. Jahrhunderts entspricht etwa einem Drittel eines
Kilogramms) notwendig gewesen wären.
Leonardo da Vinci dachte sich auch eine Vielfalt an
„Fabelwesen“ aus. Er setzte aus reellen Tieren Phantasiewesen
zusammen, vergleichbar mit Einhörnern.
Im Mittelalter und in der Renaissance war es allgemein üblich
Fabelwesen zu erfinden. Leonardos erste solche Figur war der bereits
erwähnte Drache, der auf dem „Medusenschild“ dargestellt ist.
Diesen kann man als Kreation der von anderen Menschen abgelehnten Eigenschaften
der Haustiere Leonardos (Spinnen, Eidechsen, etc.) bezeichnen; heutzutage nennen
wir solche Wesen schlicht Monster.
Einhörner galten in der Renaissancezeit als Allheilmittel, sie konnten
jegliche Krankheiten heilen, wie etwa die Pest, sie konnten alles verschmutzte
reinigen, und es wurde den Einhörnern nachgesagt, daß sie eine von
Gott gesandte Figur seien, die sogar den Teufel höchst persönlich
vertreiben können. Auch Leonardo stellte mehrmals diese göttlichen
Geschöpfe dar. Auf einem dieser Entwürfe ist auf spektakuläre
Weise ein Einhorn dargestellt, welches Wasser aus einem verschmutzten Teich
trinkt und ihn anschließend unter Mithilfe seines Horn wieder kristallklar
und rein hinterläßt.
Da Vinci agierte auch ab und an in der Botanik. Er zeichnete Blätter
und Pflanzen. Er beobachtete den Baumwuchs und die Stellung der Blätter an
den Zweigen. Seine Pflanzenzeichnungen spiegeln diese Forschungen wieder: es
sind keine gepreßten Herbariumsblätter, sondern Lebewesen, die sich
dehnen. Neben seinen anatomischen Darstellungen sind sie das schönste
Zeugnis für seine unvergleichbare Gabe, wissenschaftliche Genauigkeit mit
künstlerischer Gestaltung überzeugend in einem Werk darzustellen.
Seine Gesundheit begann nun zu schwanken, zum ersten Mal in seinem Leben
wurde er krank. Seine Helfer und Diener vernachlässigten ihn; in seinen
Tagebüchern werden immer wieder heftige Klagen beschrieben. Er begann Tiere
aus Wachs darzustellen und füllte Hammeldärme mit Hilfe eines
Blasebalgs mit Luft, bis sie das ganze Zimmer ausfüllten. So erschreckte
und verprellte er die wenigen Besucher, die aus Ekel in die Ecken des Zimmers
flüchten. Meiner Meinung nach vereinsamte er und wurde auch nach und nach
leicht senil.
Welche Theorien stellte er in der
Mathematik und Physik auf?
Neben diversen Erfindungen, z. B. einem Zirkel, mit dem man Parabeln
zeichnen kann, galt Leonardos besonderes Interesse drei geometrischen Problemen,
die die Gelehrten seit der Antike beschäftigten und immer wieder zu
lösen versucht hatten: die Quadratur des Kreises, die Verdopplung des
Würfels und die Dreiteilung eines beliebigen Winkels. Als nicht berechtigt
erwies sich, Archimedes übertroffen zu haben, was die Quadratur des Kreises
anbelangt. Die Lösung, die ihm 1504 einfiel, erwies sich als völlig
falsch. Leonardo vertiefte sich auch in das Studium der mondsichelförmigen
Sterne, einer aus drei Kreissegmenten bestehenden Figur, die oft zu komplexen
und harmonischen Zeichnungen führt. Leonardo grübelte auch über
das Problem eines runden Billardtisches nach, welches Alhazan bereits um das
Jahr 1000 nach Christus aufgeworfen hatte und gelangte zu einer annähernd
gleichen Lösung wie sein Vorgänger, indem er ein mehrschenkliges
zirkelähnliches Instrument entwarf. (Wie sich später herausstellen
sollte, kann das Problem nur mit Hilfe von Gleichungen vierten Grades
gelöst werden.) Leonardos Beschäftigung mit mathematischen Problemen
ist zum Teil nichts als reine Gedankenspielerei, eine geometrische Akrobatik.
Andere Überlegungen und Studien, wie zum Beispiel die Umwandlung fester
Körper „ohne Hinzufügung oder Verlust an Materie“ oder der
Versuch, den Schwerpunkt eines Festkörpers zu bestimmen, besitzen
tatsächlich einen wissenschaftlichen Anspruch. Sein Nachweis für die
Bestimmung des Schwerpunkts eines kubusförmigen Silberklumpens wurde
für die Präzision der gefundenen Lösung viel gelobt.
Wie auch viele andere Physiker des Mittelalter, so untersuchte auch
Leonardo jene Kräfte, die die Körper in Bewegung setzten und zwar galt
sein Interesse vor allem den Antriebskräften, die beim Abschuß von
Geschossen wirksam werden. Gelehrte der Pariser Universität vertraten im
14. Jahrhundert die Ansicht, die Antriebskraft, die ein fliegendes
Wurfgeschoß in Bewegung hält, ist durch den „Impetus“
(Lexikon: der Impetus: Antrieb, rascher Entschluß) hervorgerufen, eine
Kraft innerhalb des sich bewegenden Körpers, die durch den
Abschußmechanismus der ihn in Bewegung setzte, verursacht sei. Albertus
Magnus führte diesen Gedanken fort und entwickelte eine
zusammenhängende Theorie des „Impetus“. Ein in die
Höhe geworfener Stein erhält einen „Impetus“, der
ihn sich aufwärts bewegen läßt; andererseits wirkt hier auch die
natürliche Schwerkraft, die ihn nach unten zieht. In diesem Fall ist der
„Impetus“ eine Eigenschaft, die auf einen sich in Bewegung
befindlichen Körper gewaltsam übertragen wurde, d. h. entgegen seiner
natürlichen Beschaffenheit und folglich wird sich der
„Impetus“ stetig abschwächen, bis er völlig
verschwindet. Solange der „Impetus“ größer ist als
die Schwerkraft und der umgebende Luftwiderstand, fliegt der Stein
aufwärts; sobald diese aber stärker sind als der dem Körper
verleihende „Impetus“, fällt der Stein zu Boden. Der
„Impetus“ ist gewaltsam, wenn er einem Körper eine
Bewegungsrichtung verleiht, die nicht seiner natürlichen, vom Wesen her
gegebenen Bewegung entspricht. Ein schwerer Körper wird während des
Falls wegen der Anhäufung von „impetus acquisiti“ eine
größere Beschleunigung entwickeln: „Nehmen wir an, daß
eine sehr große und schwere Schleifscheibe, wie sie zum Beispiel Schmiede
benutzen, so lange gedreht wurde, bis sie sich sehr schnell bewegt. Wenn jemand
nun aufhört, sie zu drehen, wird sie sich noch geraume Weile,
weiterbewegen. Dies ist nur durch den „impetus acquisiti“ zu
erklären, der von außen her, durch die Person, die die Schleifscheibe
dreht, auf ihn übertragen wurde.“ Bleibt sie schließlich
stehen, so geschieht dies „wegen der materiellen Beschaffenheit (Form) der
Schleifscheibe, die eine dem „Impetus“ entgegengesetzte
Tendenz aufweist.“ Wenn wir uns nun eine solche Schleifscheibe vorstellen,
die keiner verlangsamenden Bewegung, keiner Änderung und auch keinem
Widerstand unterworfen wäre, so würde dieser
„Impetus“ ihr eine immerwährende Bewegung
übertragen. Wäre dies der Fall, so wäre es sinnlos, sich ein
intellektuelles Wesen auszudenken, das die Himmelskörper auf ihrer Bahn in
Bewegung hält: „Als Gott die Himmelskörper schuf, so verlieh er
einem jeden von ihnen eine Bewegung, die er für angemessen hielt; sie
bewegen sich auch heute noch dank des ihnen ursprünglich übertragenen
„Impetus“. Dieser „Impetus“ ist weder
einer Verfälschung noch einer Verringerung unterworfen, denn der sich
bewegende Körper besitzt keine ihm widerstrebende, seinem Wesen
entgegengesetzte Bewegung, so daß es nichts gibt, was eine solche
Verfälschung herbeiführen könnte.“
Aus dieser „Impetus- Theorie“ leitete Leonardo auch eine
Methode der Energiehaltung ab: „ Wenn ein Rad, das eine sehr hohe
Drehgeschwindigkeit erreicht hat, auch nach dem Aussetzen seiner Antriebskraft
noch so viele und schnelle Umdrehungen ausführen wird, wenn die
Antriebskraft das Rad sich mit unverminderter Geschwindigkeit drehen
läßt, so scheint es, daß nur eine geringe Kraft vonnöten
ist, um diese Weiterdrehung beizubehalten.
Was vermachte Leonardo der Nachwelt
im Genre Astronomie?
Schon seit den ältesten Zeiten kamen Theologen, Philosophen und
Dichter dem Bedürfnis der Menschen nach, das Wesen und die Bewegung der
Himmelskörper zu ergründen.
Leonardo hatte ursprünglich ein Buch und schließlich mehrere
Bücher geplant, von denen eines den Gestirnen gewidmet gewesen wäre.
Darum hatte er es nicht als notwendig erachtet, für jede seiner geplanten
Abhandlungen eine eigene „Datei“ anzulegen. Seine Aufzeichnungen
waren so persönlich, daß seine Gedanken spontan in seiner
üblichen Handschrift von links nach rechts aufschrieb, was allen
außer ihm ihr Lesen erschwerte. Die Gruppierung von Leonardos
Aufzeichnungen und Textbruchstücken nach Themenbereichen ermöglicht
eine einigermaßen sichere Bestimmung der vermutlich von ihm gelesen Werke
und der Ideen, die ihn besonders interessierten.
Indem Leonardo die Erde mit zu den anderen Himmelskörpern zählte,
wollte er auf jene unsere Kenntnisse über die irdischen Phänomene
übertragen. Deshalb würden auch die Gesetze, die unsere Welt lenken,
die Geschicke des gesamten Universums bestimmen.
Schon lange beschäftigt die Menschheit die Frage, ob die Bewegung der
Himmelskörper irgendein Geräusch verursache. Leonardo
äußert sich dazu wie folgt: „Ob die Reibung der
Himmelssphären ein Geräusch hervorruft oder nicht. Jedes Geräusch
wird durch die Reibung der Luft an einem dichten Körper verursacht und wenn
dieses durch die Aneinanderreibung zweier schwerer Körper verursacht wird,
so geschieht das dank der für diese beiden Körper umgebenden Luft; und
die Reibung trägt die Körper auseinander. Daraus würde also
folgen, daß während dieser Reibung kein Geräusch entsteht, weil
zwischen den Planeten keine Luft vorhanden ist.
Was arbeite Leonardo im
architektonischen Bereich aus?
Leonardo da Vinci fertigte unzählige architektonische Konstruktionen
an; es was eine Passion von ihm, eine Art Hobby. Darin fand er Ruhe und
schöpfte neue Kraft für seine malerischen Anstrengungen.
Leonardo hatte eine Vision von einem Pferdestall, der (fast) keine Arbeit
macht. So fand man folgende Worte in einem seiner zahllosen Tagebücher:
„Was das Tränken der Pferde betrifft, so sollen die Tröge aus
Stein sein, mit Wasserbehältern darüber und zwar so, daß die
Tröge wie Truhen aufgedeckt werden können, indem man ihre Deckel
hebt...“ „Was den Harn betrifft, soll ein keilförmiger Stein an
den Hinterbeinen der Pferde befestigt werden...“ „und man
könnte ganz auf Stroh verzichten, wenn die Unterlage aus Eichen- und
Wallnußbrettern gemacht ist. Wenn die Pferde Wasser lassen müssen,
gehen sie zurück, so daß der Harn dahin fällt, wo die
Hinterbeine sind. Wenn man die Deckel hebt, kann der Dung gesammelt und durch
Öffnungen in gewölbte Gruben geschüttet werden...“
„von den unterirdischen Gruben wird er dann zu einem Platz geschafft, an
dem er keine Belästigung mehr darstellt.“
Die Familie Sforza gab Leonardo die Aufgabe, eigens für sie eine
städtische Siedlung zu kreieren. Diese Stadt sollte etwa 2500 Menschen
beheimaten und dürfte unter anderem als „Dienstbotenunterkunft“
dienlich gewesen sein, deshalb sollte sie auch nahe der Residenz Vigevano
(Jahrhunderte langer Wohnsitz des Geschlechts Sforza) gelegen sein.
Diese von Leonardo geplante Stadt wies unter anderem auch zur damaligen
Zeit sehr gute Zu- und Abwasserkanäle, sowie ein Schiffskanalsystem -
ähnlich wie im heutigen Venedig – auf.
Leonardo konzipierte Kanäle, Straßen, Stallungen für
Pferde, kleine Kirchen, außerdem Kathedralen und Dome. Er plante sogar
eine ganze Stadt, die allerdings nie errichtet wurde. Er widmete sich auch neuen
Arten von Treppenaufgängen, wie zum Beispiel der „Doppeltreppe“
oder einer „doppelläufigen Wendeltreppe“.
Leonardo konzipierte die Doppeltreppe zum Zwecke der überlegeneren
Kriegführung. Aus einem Vermerk unter der Zeichnung zur Doppeltreppe geht
hervor, daß die Zeichnung mit Entwürfen für Festungsbauten
zusammenhängt, mit denen sich Leonardo eingehend befaßte, wie auch
mit dem Geschützwesen, der Flugbahn der Geschosse und anderen Aspekten der
Kriegführung. Er entwickelte zahlreiche Türme, Brustwehren,
Außentore, Bastionen, Kasematten-Gräben, usw., bei der Versorgung der
Soldaten, beim Entwerfen von Kanonen, Belagerungsmaschinen und anderen
sinnreichen Vorrichtungen.
Leonardo da Vinci erläuterte den militärischen Zweck einer
solchen Konstruktion in seinen Notizen: „Derjenige, der einen am Meer
gelegenen Turm einnehmen will, wird vielleicht einen seiner Untergebenen in den
Dienst des Kastellans treten lassen und durch dieser wird später bei der
Wachablösung die ihm vom Feind gereichte Strickleiter anbringen und die
Mauern mit Soldaten besetzen können. Um das zu verhüten, teile man den
Turm durch acht Wendeltreppen und damit die unteren Verteidigungswerke und die
Wohnräume der Soldaten in acht Teile. Wenn einer der Söldner dann
Verrat üben sollte, so können die andern sich nicht auf den Mauern
halten; denn jedes Verteidigungswerk wird so klein sein, daß
höchstens vier auf ihm Platz haben. Der Kastellan, der oben wohnt, kann sie
alle durch Gußlochreihen abwehren oder durch Fallgitter ausschließen
und dann Rauch am Anfang der Wendeltreppe entwickeln. Und unter keinen
Umständen darf irgendein fremder Soldat bei dem Kastellan wohnen, sondern
nur seine Begleitung.“
Als Leonardo seine architektonischen Studien aufnahm, ließen sich
auch die Florentiner Architekten vom Stil Filippo Brunelleschis
beeinflußten. In einigen Studien in der Einfluß der Kuppel und
Laterne des Doms von Santa Maria Fiore spürbar. Doch kennt man keinen von
Leonardos ausgeführten Bauten. Die meisten seiner Entwürfe für
Kirchenbauten sind lediglich theoretische und ideelle Untersuchungen über
Gesetzte, die beim Bau einer großen Zentralkuppel, umgeben von kleineren
Kuppeln, zu berücksichtigen sind. Um den größtmöglichen
Effekt zu erzielen, hatte sich eine große, den Bau abschließende
Kuppel entweder über die Vierung eines griechischen Kreuzes (ein Kreuz mit
vier gleichen Armen) oder über einem Zentralbau zu erheben, dessen
Grundriß kreisförmig oder der Kreisform angenähert war.
Welche Studien stellte Leonardo da
Vinci in der Geologie und Kartenzeichnungen an?
Zu Leonardos kühnsten Vorhaben gehört der Plan, den
Arno–Kanal durch den Gebirgspaß bei Serravalle, in der Nähe von
Pistoia, zu führen. Für dieses Vorhaben zeichnete er diverse Karten
von ganz Italien. Zum Beispiel existiert eine Skizze, auf der deutlich ein
Tunnel zu erkennen ist, der den Arno mit dem Lago Trasimeno verbinden
sollte.
Er fertigte mehrere Studien an zur Wasserverdrängung an. Dazu
saß er oft stundenlang an Flüssen um die Wasserverdrängung von
mehreren Objekten fotografisch genau festzuhalten.
Die Hindernisse plazierte er in verschiedenen Winkeln zur
Strömungsrichtung, so daß sich bildenden Wirbel verschiedene Formen
aufwiesen. Diese ineinanderstrudelnde Wasserformen haben eine auffallende
Ähnlichkeit mit geflochtenem Haar, wie es viele der dargestellten in
Leonardos Gemälden und Zeichnungen tragen. Leonardo da Vinci selbst wies
auf diese Ähnlichkeit hin, als er neben einer dieser
„Strömungsskizzen“ folgendes vermerkte: „Beachte,
daß die kräuselnde Bewegung des Wassers der des Haares ähnlich
sieht, welches zwei Bewegungsrichtungen hat, eine, vom Gewicht des Haares
bestimmt, die andere vom Lockenfall; genauso hat auch das Wasser seine
Strömungswirbel, die teils von der Gewalt der Hauptströmung, teils von
der An- und Abprallbewegung abhängen.“
Zur Person
Leonardos
Diesen Abschnitt würde ich grundsätzlich nicht in dieses
Deutschreferat einbringen, da es weder etwas mit der Fragestellung, noch mit da
Vincis Verdiensten zu tun hat. Allerdings war mein Anliegen , auch einmal auf
die menschlichen Attribute des Leonardo da Vinci einzugehen, da diese bei den
meisten namhaften Persönlichkeiten in den Hintergrund rücken und nur
noch der Erfolg und die Ergebnisse der Arbeiten und Studien wahrgenommen werden,
die zu Lebzeiten erreicht wurden; doch im Falle des Leonardo da Vincis sind
Ergebnisse und Erfolge ohnehin hinreichend bekannt.
Sigmund Freud berichtet in seinem Buch „Eine Kindheitserinnerung des
Leonardo da Vinci“ , daß der Künstler der
gleichgeschlechtlichen Liebe nicht gerade abgeneigt war. Die
Veröffentlichung offenbart ferner, daß Leonardo da Vinci bis zu
seinem Lebensende keusch blieb, also niemals Sex hatte; er lebte seine
Sexualität aus, indem er sich immer mit jungen Männern in den
Kunstakademien in denen er sich gerade aufhielt umgab.
Leonardo da Vinci verachtete alle, die sich mit ihrem Besitz und Reichtum
ausstaffieren. Er haßte diejenigen, die vergessen hatten, wo sie
herkommen, jene, die die geräumigsten Anwesen besaßen, in den
größten Schlössern residierten und die prunkvollsten Kleider
trugen, doch Leonardo wurde mit der Zeit – ohne es zu bemerken –
genauso, wie die von ihm so verabscheuten Personen. Er hüllte sich nur noch
in die edelsten Gewänder, die aus erlesenstem Tuch gefertigt wurden. Er
lebte zeitweilig in Schlössern und hatte viele Bedienstete und Diener, die
ihm jeden Wunsch von den Augen abgelesen hatten.
Welche Ansichten hegten andere
Persönlichkeiten über Leonardo da Vinci?
Als abschließende Passage meines Referats möchte ich noch einige
Notizen über die Standpunkte anderer berühmter Persönlichkeiten
gegenüber Leonardo da Vinci niederlegen.
Anonimo Gaddiano, der sich fast 100 Jahre nach Leonardos Ableben intensiv
mit Leonardos Werken und Aufzeichnungen beschäftigte, bemerke: „Sein
kraftvoller Geist kam nie zur Ruhe und brauchte unaufhörlich neue,
scharfsinnige Erfindungen hervor“.
Auch der berühmte Psychoanalytiker Sigmund Freud (1856-1939) konnte
sich der Faszination des Renaissancemenschen nicht entziehen und versuchte, in
seinem Buch „Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci“ das
Wesen des Universalgenies zu ergründen. Dabei ging er nicht nur analytisch
auf das Wesen ein, sondern erwähnte überlieferte Anekdoten, die den
Menschen Leonardo da Vinci wiedergeben.
„Ich möchte Wunderdinge vollbringen,“ diesen Satz aus
Leonardos Jugend hat er auf eindrückliche Art und Weise erfüllt. Er
war nicht nur Maler, Bildhauer, Mathematiker, Physiker, Astronom, Geologe,
Botaniker, Tierbeobachter, Anatom oder Erfinder; sondern er war alles parallel.
Er war ein „uomo universale“, ein „Universalgenie“, wie
die Welt meiner Meinung nach kein zweites gesehen hat. Er war Vorbild vieler
Künstler nach ihm, die seine Entdeckungen des räumlichen Malens
nachahmten. Auch die moderne Kriegstechnik, sowie die Kenntnisse über den
Bau des menschlichen Körpers und viele technische Fortschritte basieren zu
einem gewissen Teil auf den Forschungen Leonardos. Schon zu seiner Zeit war er
weltbekannt; heute, nachdem seine Werke analysiert wurden, ist es um so
überraschender, daß er zum Beispiel schon 300 Jahre vor James Watt
mit Dampfmaschinen experimentierte. Er war und bleibt eines der
größten Genies der Weltgeschichte. Er war und bleibt eines der
größten Genies der Weltgeschichte – kurz gesagt, ein Mensch
ohne die einengende Spezialisierung unseres Zeitalters.
[Alle Zitate stammen aus dem Buch „Leonardo da Vinci
(Schriften & Werk)“ von Patrice
Boussel]Inhaltsverzeichnis
Was schuf Leonardo da Vinci auf dem künstlerischen Bereich? Seite 3
Wer war Mona Lisa? Seite 4
War sie eine reelle Figur? Seite 4
Ist sie vielleicht ein Selbstbildnis Leonardos? Seite 4
Oder trägt die „Mona Lisa“ Leonardo da
Vincis Züge? Seite 4
Welche Erfindungen und Entdeckungen machte
Leonardo da Vinci zu Lebzeiten? Seite
5
Was erbrachte Leonardo im Rahmen der
Anatomie? Seite 7
Was fand Leonardo in der Botanik und Tierbeobachtung
heraus? Seite 8
Welche Theorien stellte er in der Mathematik und
Physik auf? Seite 9
Was vermachte Leonardo der Nachwelt im Genre
Astronomie? Seite 10
Was arbeite Leonardo im architektonischen Bereich
aus? Seite 11
Welche Studien stellte Leonardo da Vinci in der
Geologie und Kartenzeichnungen
an? Seite
12
Zur Person Leonardos Seite
13
Anhang
Zeichnungen:
- Mona Lisa Seite 14
- Selbstbildnis Leonardos Seite 15
- Embryo in der Gebärmutter Seite 16
- Kanon menschlicher Proportionen Seite 17
- Modell eines Panzerwagens Seite 18
- Panzerwagen mit Pferdeantrieb Seite 19
- Getriebe des Panzerwagens Seite 20
- Das letzte Abendmahl Seite
21
Kurze Biographie des Leonardo da Vincis Seite
22
Bildverzeichnis Seite 25
Quellenverzeichnis Seite 26
Kurze
Biographie
des
Leonardo da Vinci
- Am 15. April wird Leonardo als unehelicher Sohn von Caterina und Ser Piero
da Vinci geboren. Ser Piero war, wie all seine Vorfahren seit dem 13.
Jahrhundert, Notar. Ser Piero heiratete noch im gleichen Jahr. Albiera di
Giovanni Amadori (geb. 1436). Kurz darauf heiratete Caterina den Achattabriga di
Piero del Vacca, der unweit von Vinci in Anchiano lebt.
- Steuerurkunden des Jahres 1457 belegen, daß Leonardo mit seinem Vater
und seiner Stiefmutter bei den Großeltern väterlicherseits
wohnt.
- Albiera stirbt in Florenz.
- Ser Piero heiratet Francesca di Ser Giuliano Lanfredini.
- Tod von Leonardos Großvater. Die Signoria von Florenz ernennt Ser
Pierozum Notar.
Leonardo beginnt seine Lehrzeit bei
Verrocchio.
- Leonardos Name erscheint in der Mitgliederliste der Malerzunft
„Compagnia di San Luca“
- Tod Francescas. Erste von Leonardo signierte Zeichnung: datiert am 5.
August.
Leonardo malt einen der Engelsköpfe aus Verrocchios
Gemälde „die Taufe Christi“.
1475 Ser Piero heiratet Margherita di Francesco di Jacopo di Guglielmo
(geb. 1558).
- In diesen Jahren schuf Leonardo
- vermutlich einen Karton für eine Tapisserie mit dem Motiv von
Adam und Eva im Paradies, ferner eine Madonna mit Blumenvase, ein
Medusenhaupt und einen Engel. Manche Zuschreibungen erwähnen für diese
Zeit die Madonna mit der Nelke, die Benois- Madonna und zwei Verkündungen.
9. April 1476: Leonardo wird wegen homosexueller Beziehungen angeklagt. Am
7. Juni wird der Fall für abgeschlossen erklärt.
1478 10. Januar: Leonardo erhält den Auftrag für ein Altarbild in
der Kapelle San Bernardo in der Signoria von Florenz. Leonardo beginnt das
Porträt der Ginevra de‘ Benci.
- 29. Dezember: Leonardo entwirft Skizzen vom Leichnam des Bernardo di Bandino
Baroncelli de‘ Medici öffentlich gehängt wurde.
- Leonardo wirkt an der Neugestaltung des Gartens von Lorenzo de‘ Medici
auf der Piazza San Marco in Florenz mit und führt möglicherweise auch
einige Skulpturen aus. Auftrag für ein Altarbild der Kirche San Donato in
Scopeto: Die Anbetung der Könige.
- Leonardo bietet in einem Selbstempfehlungsschreiben an Ludovico il Moro
diesem seine Dienste an.
Leonardo läßt die Anbetung
der Könige unvollendet und zieht nach Mailand. Er malt in dieser Zeit das
Bildnis eines Musikers und das Porträt einer Dame mit Hermelin.
- 25. März: Leonardo unterzeichnet in Mailand den Vortrag für die
Felsgrottenmadonna.
Ser Piero heiratet Lucrezia di Gugliemo
Cortgiani (geb. 1464). Leonardo fertigt vermutlich die ersten Studien für
das Reiterdenkmal des Francesco Sforza an.
- Neben der Ausführung der
- erhaltenen Aufträge zeigt Leonardo
ein verstärktes
Interesse für die Architektur (Pläne für eine überkuppelte
Kirche, Stallungen usw.), für Kriegstechnik und Kriegsgeräte
(verschiedene Entwürfe für Panzerwägen, Sichelwägen) und
sogar Flugapperate. Auszug aus Leonardos Notizbuch: „Am zweiten Tag des
Monats April 1489 das Buch mit dem Titel über <Über den
menschlichen Körper>.“
- 13. Januar: Leonardo leitet die Zeremonien für die Sforza- Aragon
Hochzeit.
Leonardo nimmt die Arbeit am Reiterdenkmal des Francesco
Sforza wieder auf. Auszug aus seinen Notizbüchern: „Am 23. April 1490
begann ich dieses Buch und begann wieder mit dem Pferd.“
1491 Juli: Leonardo nimmt den 10jährigen Gian Giacomo Caprotti da
Oreno, genannt Salai, bei sich auf.
- 9. April: Tod des Lorenzo de‘
Medici.
11. August: Rodrigo Borgia zieht
als Papst Alexander VI. in Vatikan ein.
- Leonardos riesiges Tonmodell des
Pferdes (Il Cavallo)
wird öffentlich ausgestellt.
13. Juli: Eine gewisse Caterina, vermutlich Leonardos Mutter, besucht den
Künstler in Mailand.
Leonardo reist zum Comer See, nach Valtellina und ins
Chiavennatal.
- Leonardo weilt auf dem
herzoglichen Landsitz bei
Vigevano.
Vorstudien für „das letzte Abendmahl“.
- Leonardo da Vinci beginnt „das
letzte
Abendmahl“ und die Innenausschmückung der Räume im Castello
Sforzescos.
Tod und Begräbnis der Caterina, vermutlich Leonardos Mutter.
- Bildnis der Lucrezia Crivelli.
- 29. Juni: Schreiben von Ludovici il
Moro an Marchesino
Stampa mit dem Auftrag an Leonardo, „das letzte Abendmahl“ zu
vollenden. Ausschmückung der „Sala delle Asse“ im Castello
Sforzesco.
- Luca Pacioli veröffentlicht sein
Werk „De
Divina Proportione“ mit Zeichnungen von Leonardo.
26. April: Brief von Isabella d’Este. Leonardo wird zum herzoglichen
Baumeister ernannt.
2. Oktober: Ludovico il Moro erläßt einen notarielle beglaubigte
Urkunde, die Leonardo die Übertragung eines Weinberges außerhalb der
Stadt sichert.
- Ludwig XII. greift die Lombardei
an. Leonardo flieht von
Mailand nach Mantua, wo er zwei Porträts der Isabella d’Este
ausführte. Rückkehr nach Venedig.
- März: Nach einem kurzen
Aufenthalt in Venedig, kehrt
Leonardo nach Florenz zurück.
- Erster Kartonentwurf für die
„Heilige Anna
Selbdritt“in Florenz
ausgestellt.
- Leonardo plant eine Reise in die
Türkei. Er trifft in
den Dienst von Cesare Borgia, wirkt als Architekt und Baumeister während
des Romagna- Feldzugs. Leonardo wird zum Inspektor der Borgia-
Befestigungsanlagen ernannt.
- Rückkehr nach Florenz. Im April
erhält er den
Auftrag für das Gemälde „Die Schlacht von Anghiari.“
- Januar: Leonardo wird in einen
Ausschuß genommen,
der über den Standort für Michelangelos „David“ bereiten
soll.
Mai: Brief Isabella d’Estes an Leonardo mit der Bitte, daß der
Künstler ihr Porträt anfertigt. 9. Juli: Tod von Leonardos
Vater, Ser Piero.
- Leonardo unterbricht die Arbeit an
der „Die Schlacht
von Anghiari.“ Auszug aus seinen Notizbüchern: „Begonnen von
mir, Leonardo da Vinci, am am zwölften Tag des Julis 1505. Titel des Buchs
<Über die Umwandlung> , d.h. der Übergang eines Körpers in
einen anderen ohne Verlust oder anwachsen der Masse.“
- 22. März:Leonardo beginnt im
Haus des Piero di
Braccio Martelli mit der Zusammensetzung von Aufzeichnungen zur Mathematik und
Physik.
Juni: Auf Einladung Charles d’Amboise verläßt Leonardo
Florenz und übersiedelt nach Mailand.
Beendigung der zweiten „Felsgrottenmadonna.“ Arbeit an der
„Heiligen Anna Selbdritt.“
- Über die Signoria von Florenz
fordert Ludwig XII.
Leonardo auf, Mailand nicht verlassen. Letzter Streit Leonardos mit seinen
jüngeren Brüdern.
- Auszug aus Leonardos
Notizbüchern: „Begann in
Florenz im Hause des Piero di Braccia Martelli am 22. März 1508 und dies
wird eine ungeordnete Sammlung sein, die aus verschiedenen Papieren
zusammengetrage wurde...“
September: Rüchfahrt nach Mailand.
- Leonardo beschäftigte sich mit der
Topographie. Er
fertigte Karten der Lombardei und des Iseosses an.
- Auszug aus den Notizbüchern „in
diesem Winter
Winter des Jahres 1510 will ich die ganze Anatomie beenden.“ „Das
Buch über die Mechanik muß dem Buch über nützliche
Erfindungen vorangehen. Lasse deine Bücher binden.“ „Meine
Abhandlung über <die Stimmen in den Händen des Herrn Battista
dall’Aquilo und privaten Kammerherrn des Papstes.> Zeichnunen
apokaliptischer visionen.
- 25. März: Leonardo weilt in Mailand.
24. September:
Leonardo verläßt Mailand in Begleitung von Melzi, Salai und zwei
Dienern. Er tritt in den Dienst von Giuliano de’Medici, dem Bruder von
Papst LeoX., und wohnt im Belvedere- Palast im Vatikan.
- Auszug aus seinen Notizbüchern nach einer Beweisführung in der
Geometrie: „Beendet am siebenten Tag des Juli, zur dreiundzwanzigsten
Stunde, im Belvedere, im Abreitszimmer, das der Prächtigefür mich
einrichtete.“
September: Leonardo reist nach Parma,
Sant’Angelo, Bolognia und Florenz.
- 9. Januar: Leonardo vermerkt den Tod von Ludwig XII. Er malt den
„Johannes den Täufer“
11. Oktober: Franz I.,
König von Frankreich, zieht in Mailand ein.
- 17. März: Tod von Leonardos Gönner, Giuliano de‘
Medici.
Leonardo übersiedelt im ‚Herbst nach
Frankreich.
- Ankunft Leonardos in Amboise im April. Er läßt sich auf seinem
Landsitz bei Cloux nieder (Mai). Kardinal Louis von Aragon besucht Leonardo. Der
Künstler kann trotz einer teilweisen Lähmung der rechten Hand immer
noch zeichnen.
- Leonardo wirkt vermutlich an der Gestaltung der königlichen
Festzüge mit.
Mai: Festlichkeiten zu Ehren der Taufe des
Thronfolgers und Heimat von Lorenzo de‘ Medici mit der
Nichte des französischen Königs Franz I.
Leonardo beschäftigt sich mit hydrographischen Studien für eine
mögliche Regulierung der Loire und der Sârone.
- 23. April: Leonardo verfaßt sein Testament.
2. Mai: Tod
Leonardos. Er wird in Amboise beigesetzt, aber während der Glaubenskrieg
gehen seine sterblichen Überreste verloren.
Quellenverzeichnis
Bücher:
Leonardo da Vinci Richard Friedenthal (R. Piper &
Co.)
Kunstgeschichte unserer Welt Horst W. Janson (M.
DuMont)
Leonardo da Vinci Jack Wassermann (M. DuMont)
Leonardo da Vinci Patrice Boussel (Belser)
(Leben und Werk)
Die Erfindungen von L. Charles Gibbes-Smith (Belser)
Leonardo (Diverse) herausgegeben von:
(Forscher- Künstler- Magier) Ladislao Reti
Leonardo da Vinci André Chastel (Schirmer)
(Gemälde & Schriften)
Leonardo Ludwig H. Heydenreich (Belser)
(Der Erfinder)
Leonardo Carlo Zammatio (Belser)
(Der Forscher)
Leonardo da Vinci Kenneth Clark (Rowohlt)
Eine Kindheitserinnerung Sigmund Freud (Goldman)
des Leonardo da Vinci
Lexika, Chroniken & Enzyklopädien:
Eintrag: Leonardo da Vinci
Der Brockhaus in 24 Bänden
Die Chronik der Technik
Lexikon 2000
Encarta Enzyklopädie 99 (CD- ROM)
LexiROM 2.0 (CD- ROM)
Wörter:
Das Referat enthält 6205 Wörter.
Die kurze Biographie enthält zusätzlich noch einmal 1264
Wörter.
Gesamt (Biographie & Referat): 7469 Wörter
© by Dennis Kämmerer 1998/1999
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