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London, Jack: Der Ruf der Wildnis
Buchzusammenfassung “Der Ruf der
Wildnis”
Buck’s Zuhause war ein grosses Haus im
sonnendurchfluteten Tal von Santa Clara. Er wuchs im Schutze der Familie Miller
auf und war der König unter den Hunden dort. Trotzdem war er überhaupt
nicht verzärtelt denn ein freies Leben und gute Versorgung hatten ihn stark
und selbstbewusst gemacht. Er war erfahren im spielerischen Kampf, doch trotz
aller Stärke und Wildheit kontrolliert und sanft. Vier Jahre lebte Buck
dieses wunderbare Leben auf der Ranch der Millers.
Doch eines Abends legte der Gärtnergehilfe Buck
ein Seil um den Hals und da Buck im vertraute, liess er es geschehen. Der
Gehilfe gab ihn aber schliesslich einem Fremden der in klingender Münze
bezahlte. Denn das Goldfieber war ausgebrochen und im hohen Norden wurden starke
Hunde gebraucht. Doch als Buck sich zu befreien versuchte, spannte sich der
Strick nur noch mehr um seinen Hals und würgte ihn. Er verlor das
Bewusstsein und merkte nicht, wie man ihn in einen Käfig sperrte und diesen
in einem Güterwagen verstaute. Drei lange Tage und Nächte war er darin
eingesperrt und als er schliesslich hinausgelassen wurde, stand er einem Mann in
rotem Umhang gegenüber. In blinder Wut griff er an, musste jedoch
furchtbare Prügel von einem Knüppel einstecken, bevor er schliesslich
zerschunden und bewusstlos liegenblieb. Damit waren die Verhältnisse
geklärt und Buck sah schnell ein, auf was es draufankam. Seine Haare
sträubten sich zwar, als der Mann ihm schliesslich Wasser und etwas Fleisch
hinstellte, aber er liess es in Erinnerung and die Züchtigung bleiben, den
Mann noch einmal anzugreifen.
Schliesslich wurde Buck und eine
Neufundländnerin von einem kleinen Mann der sich Perrault nannte gekauft.
Kurz darauf lernte Buck auch dessen Kollegen François kennen. Er lernte
sie wegen ihrer Erfahrung mit Hunden zu schätzen, ohne sie aber unbedingt
zu lieben. Danach ging es mit einer schier endlosen Schifffahrt nach Norden.
Schliesslich kamen sie in Alaska an und für Buck begann eine neue Etappe
seines Lebens, in der er alle Zivilisation abzustreifen
lernte.
Buck musste in der fremden Umgebung zwei wichtige
Dinge lernen: Rücksichtslosigkeit gegenüber den Schwächeren und
Unterwerfung gegenüber den Stärkeren. Buck gelang es schnell, sich an
dieses Gesetz zu halten und er erlernte auch rasch seinen Platz im Rudel und
unter seinen Herren einzunehmen und auch seine Kräfte gut einzuteilen, denn
die Schlittenfahren dauerten immer lange und brauchten viel
Kraft.
Buck hatte viel durch Zuschauen und Nachahmen, mehr
jedoch unter den harten Zähnen der anderen Hunde und unter den
Peitschenschlägen seiner Herren gelernt.
Auf ihrer Fahrt nach Dawson lernte Buck nach dem Tod
eines Schlittenhundes unter einem Rudel Wölfe, dass wer am Boden lag, kam
nicht mehr auf und war erledigt. Er lernte auch, seine Ration schnell
aufzufressen und sich während der Nacht in ein Schneeloch einzugraben um
nicht zu erfrieren. Buck kam schnell in Konflikt mit dem Leithund Spitz, da er
dessen Platz beanspruchte. Und mehrere Male wurde der Kampf auf Leben und Tod
durch ein wichtiges Ereignis wie etwa einem Angriff von Wölfen
abgebrochen.
Die beiden Schlittenführer waren gerecht, so als
zum Beispiel eine nach einem Angriff von Wölfen tollwütig gewordene
Neufundländerin Buck angriff. Dieser floh und wurde durch François
gerettet, da dieser den tollwütigen Hund erschlug. Da sah Spitz die
Gelegenheit für gekommen, den erschöpften Buck anzugreifen. Dafür
wurde er aber mit der ärgsten Prügel bestraft, die er je bekommen
hatte.
Buck wollte Spitz’s Platz einnehmen und begann
heimlich zu intrigieren und es bereitete ihm die grösste Freude, ein
Durcheinander der Stränge anzuzetteln. Jedoch war er so klug, sich nie
dabei erwischen zu lassen.
Als das Gespann dann schliesslich in Dawson eintraf,
stand der inzwischen unausweichliche Kampf jedoch noch immer aus. Nach einer
Pause von einer Woche fuhren sie wieder Richtung Dynea zurück, und diese
Fahrt brachte den entscheidenden Kampf. Dub, einer der Hunde des Gespanns, hatte
einen Schneehasen erspäht und sofort beteiligten sich alle Hunde des
Gespannes und noch weitere 40 von einem nahen Polizeiposten an der Jagd. Buck
rannte an der Spitze des Rudels. Doch Spitz schnitt dem Hasen den Weg ab und
brach ihm das Genick. Buck, um seine Beute betrogen, griff ohne zu zögern
an. Sofort bildeten die übrigen Hunde einen immer enger werdenden Kreis um
die Kämpfenden. Buck griff Spitz’s Vorderbeine an und es gelang ihm
während des Kampfes Spitz’s beide Vorderbeine zu brechen, wodurch
dieser völlig wehrlos war. Schliesslich schloss sich der Kreis von Hunden
und Spitz verschwand sofort unter einem Knäuel von Hunden. Buck stand
abseites, einsam: Er war der Sieger.
Nach einigem Hin und Her hatten Perrault und
François Buck schliesslich als neuen Leithund anerkannt. Die Ordnung
wurde von Buck sofort wieder hergestellt und in einer Rekordfahrt erreichten sie
die Hafenstadt Skaguay. Sofort scharten sich Neugierige um sie, und jeder wollte
etwas über die abenteuerliche Fahrt wissen.
Die Pause wurde aber kürzer als erwartet denn
das Gespann wurde erneut verkauft, um fortan Briefe für die Goldgräber
zu transportieren. Auf der langen Fahrt verloren die Tiere viel Kraft und
Gewicht, da der Aufenthalt in Skaguay nicht genug lange war, dass sich die Tiere
vollständig erholen hätten können. Doch auch als die völlig
entkräfteten Hunde in Dawson ankamen, gab es keine lange Pause und schon
ging es wieder zurück nach Skaguay, denn die Goldgräber hatten auch
viel Post zum verschicken.
Und wieder lernte Buck in Skakuay nach der
30tägigen Fahrt neue Menschen kennen. Er machte mit ihnen die schlechtesten
Erfahrungen seines Lebens, denn diese drei Menschen kamen in der Wildnis
überhaupt nicht zurecht. Die drei Menschen, zwei Männer und eine Frau
hatten alles total falsch berechnet und kannten sich in Sachen Hunde
überhaupt nicht aus. Völlig verkommen, und mache starben sogar auf der
Reise, kam das Gespann schliesslich mehr tot als lebendig in John
Thornton’s Lager am Weissen Fluss an. Hier erst endeten Bucks Qualen.
Gewaltsam befreite John Buck aus dem Gespann und wies die drei
Schlittenführer energisch zurecht. Trotz eindringlichen Ermahnungen setzte
das Gespann den Weg nach Dawson über das brüchige Eis fort. Sie kamen
nie dort an, denn sie brachen ein und der Schlitten ging mit Mann und Hund im
Yukon unter.
Hier in John’s Lager konnte Buck sich wieder
erholen und erlebte schliesslich wieder einen Frühling des Spiels und der
Zärtlichkeit.
In diesem neuen Lebensabschnitt Buck’s spielten
neben John Thornton die beiden Partner Hans und Pete und die beiden Hunde Skeet
und Nig eine wichtige Rolle. Die Partner wurden von Buck sofort akzeptiert, da
sie gute Freunde John’s waren. Und auch die Hunde waren darum bemüht,
Buck gute Freunde zu sein. Skeet, eine Hundedame, war sehr fürsorglich;
Nig, ein zurückhaltender aber geleichwohl “grosszügiger”
Rüde, tolerierte ohne Eifersucht den neuen starken
Partner.
Alle machten es ihm leicht, die 3000 Meilen, die
hinter ihm lagen, zu vegessen. Nur die Anhänglichkeit zu seinem neuen Herrn
hielt ihn zurück, jetzt schon dem geheimnisvoll lockenden Ruf aus den
Wäldern zu folgen. Er war der einzige Mensch in Buck’s Leben, den er
als ebenbürtigen Partner ansah. Für diesen Mann setzte er sich mit der
Wut einer wilden Bestie ein wenn es galt, das Leben dieses Mannes zu
beschützen oder Wundertaten zu vollbringen. In Circle City zum Beispiel
zerfetzte er einem notorischen Raufbold, der Thornton angegriffen hatte, die
Schulter. - Im Viermeilenfluss rettete er seinen Herrn aus den reissenden
Stromschnellen. In Dawson schliesslich gewann er für seinen geliebten Herrn
eine Wette, als er einen festgefrorenen mit 500kg beladenen Schlitten 100 Meter
weit zog. Ganz Alaska redete über Buck. Die 1000$ die Buck für seinen
Herrn gewonnen hatte, reichten John aus, weiter nach Osten aufzubrechen zu einer
sagenumwobenen Goldmine. Ruhige Monate vergingen, in denen sie Meile für
Meile in das unbekannte Gebiet vordragen mit Buck an der Spitze. Aber erst im
Frühling des daraufkommenden Jahres wurde John auch wirklich fündig.
Er verdiente viel Geld und die Hunde hatten nicht viel zu tun, da John mit
Graben beschäftigt war. Immer häufiger entfernte sich Buck vom Lager
und streifte durch die Wälder. Er lief Traumbildern und Stimmen nach, ohne
sie zu finden. Aber in einer Nacht als Buck stumm dem Heulen der Wölfe
zuhörte, stellte er einen einzelnen Wolf, dessen Stimme er gehört
hatte. Beide beschnupperten sich und schlossen eine tiefe Freundschaft. Dann
liefen sie ein gutes Stück zusammen und spielten und balgten sich im
Schnee, bis Buck wieder an seinen Herrn dachte und ins Lager zurück lief.
Danach liess Buck seinen Herrn für zwei Tage nicht im Stich, doch er sehnte
sich nach den Wäldern mehr denn je.
Die nächsten Ausflüge Buck’s
verliefen ausgedehnter. Er schlief in den Wäldern, riss Beute, die er zum
Leben brauchte und verhielt sich mehr und mehr wie ein Raubtier. Staunend
verfolgten die Männer Bucks Veränderung obwohl sie längst nicht
alle wahrnehmen konnten. Denn gewisse kamen erst zum Vorschein, wenn Buck
ausserhalb ihres Blickfeldes war.
In beharrlicher Verfolgung schnitt Buck vier Tage und
Nächte lang einem Elch jede Beute und Ruhe ab indem er ihn hetzte bis der
Elch schwächer und unsicherer wurde und schliesslich zu Boden ging. Obwohl
Buck die Wölfe noch nicht sah, wusste er doch, dass sie da waren und ihn
beobachteten. Danach erholte er sich einen Tag und eine Nach lang von der Jagd
und lief ins Lager zurück. Noch ehe Buck das Lager erreicht hatte,
spürte er, dass sich etwas verändert hatte. Tatsächlich hatten
Indianer das Lager überfallen feierten noch immer ihren Sieg. Als Buck sah,
dass John tot war, fiel über die Indianer her, tötete viele und
verletzte einige. Die Indianer flohen und Buck blieb alleine zurück. Alles
was er geliebt hatte, war weg. Er hatte das Gefühl einer grossen Leere in
sich. Mit John Thornton’s Tod war Buck’s letzte Bindung an die
Menschheit zerrissen. Nichts hielt ihn mehr hier. Buck war frei geworden
für die endgültige Rückkehr zu seinen
Brüdern.
Ich zitiere hier den Schluss der deutschen
Fassung:
“Die Indianer aber wissen nichts von jenem
einen Besucher, der immer wieder jeden Sommer in das verlassene Tal kommt. Es
ist ein grosses Tier mit einem prächtigen Fell, er gleichen einem Wolf und
doch ist er anders als alle Wölfe.
Er sucht immer wieder dieselbe Lichtung zwischen den
Bäumen. Hohes Gras wächst dazwischen und Unkraut wuchert darüber.
Und auf dieser Lichtung liegt der Wolf regungslos lange Zeit, als warte er auf
etwas, das nie wieder kommt. Und bevor er aus dem Tal läuft, heult er lange
und klagend und trauernd.
Aber der Wolf ist nicht immer allein. Wenn die langen
Winternächte kommen und die Wölfe aus dem Land der Ströme und
Flüsse in die niedriger gelegenen Täler wechseln und den wandernden
Elchen folgen, kann man an der Spitze des Rudels ein riesiges, ungeheures Tier,
einen reisigen Wolf sehen. Im fahlen Mondlicht hebt er seine mächtige Kehle
zum Himmel und er singt das lied, das uralte Lied der
Wölfe...”
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Eine Schlüsselstelle: (Irgendwann auf der Reise
mit John Thornton)
Trotz der grossen Liebe, die er für John
Thornton empfand und die von dem besänftigenden Einfluss zivilisierter
Lebensweise zu zeugen schien, blieb das ursprüngliche Wilde, das derhohe
Norden in oihm geweckt hatte, lebendig und wirksam. Treue und Ergebenheit ,
Gefühle, die am Feuer und unter dem schützenbden Dach enstehen, besass
er durchaus; doch Wildheit und Liste gehörten weiterhing zu seiner Mitgift.
Er war ein Teil der Wildnis, war aus ihr herausgetreten, um an John Thorntons
Feuer zu sitzen; er war nicht mehr der Hund aus dem sanften Süden, von
Generationen domestizierter Vorfahren geprägt. Diesem Menschen konnte er
zwar wegen seiner grossen Liebe nichts stehlen, doch zögerte er nicht einen
Augeblick, bei einem beliebigen anderen Menschen oder in einem beliebigen
anderen Lager zuzulangen; und seine Gerissenheit schützte ihn dabei vor
Entdeckung. (...)
Er sass an John Thorntons Feuer, ein Hund mit
massigem Brustkorb, weissen Fängen und langem Pelz; doch dahinter reihten
sich die Schatten vieler andersartiger Hunde, wolfsblütiger Tiere und
wilder Wölfe. Sie waren drängend und fordernd, schmeckten das Fleisch,
dass er frass, lechzten nach dem Wasser, das er trank, hielten mit ihm die Nase
in den Wind, horchten und liessen ihn die Laute wilder Tiere im Wald verstehen.
(...) So gebieterisch und verlockend wirkten diese Schatten, dass mit jedem Tag
die Menschen und ihre Ansprüche in weitere Ferne rückten. Aus der
Tiefe des Waldes drang ein Ruf, und so oft er ihn hörte, diesen
rätselhaft lockenden und erregenden Ruf, empfand er ein zwingendes
Verlangen, dem Feuer und der festgetretenen Erde, die es umgab, den Rücken
zu kehren, in den Wald einzutauchen, tief und immer tiefer ohne zu wissen, wohin
und warum; das kümmerte ihn auch gar nicht, weil der Ruf aus der Tiefe des
Waldes keinen Widerspruch duldete. Doch immer, wenn er den weichen,
unberührten Boden und das grüne Halbdunkel erreichte, dann zog ihn die
Liebe zu John Thornton zurück an das Feuer.
Niemand als Thornton hielt ihn. Der Rest der
Menschheit bedeutete ihm nichts. Wenn diese Liebe nicht gewesen wäre,
wäre Buck wohl schon lange dem Ruf gefolgt. (...)
Seine Liebe zu Thornton schien jedoch immer noch zu
wachsen. Eines Tages sassen John und seine Partner am Rand einer Wand, die in
senkrechter Linie hundert Meter tief bis zu einem Felssockel abfiel. Thornton
gehorchte einer gedankenlosen Laune und machte Hans und Pete auf das Experiment
aufmerksam, das er im Sinn hatte. “Spring, Buck!” befahl er, indem
er mit der Hand über den Abgrund deutete. Im nächsten Moment
kämpfte er mit Buck am äussersten Rand, und Hans und Pete mussten sie
auf sicheren Grund zurückzerren.
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