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Werner, Markus: Zündels Abgang
Sophie
Heitzeneder D-WPG, 6.a. 25.6.1998
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: Markus Werner
„Zündels Abgang“
Informationen über den Autor:
Markus Werner, geboren am 27.12.1944 in Eschlikon (Schweiz),
belegte nach seiner Matura im Jahre 1965 ein Studium der Germanistik,
Philosophie und Psychologie an der Universität in Zürich. Später
wurde er von 1985 bis 1990 Lehrbeauftragter am Gymnasium Schaffhausen,
anschließend entschloss er sich, freier Autor zu werden.. Nun lebt er seit
1980 in Opfertshofen und ist Mitglied der „Schweizer Autorinnen-und
Autoren .Gruppe“ Olten. Werner erlangte zahlreiche Förderpreise und
Literaturpreise.
Werkverzeichnis:
„Zündels Abgang“ Roman
„Froschnacht“ Roman
„Die kalte Schulter“ Roman
„Bis bald“ Roman
„Festland“ Roman
Inhaltsangabe:
ZÜNDELS ABGANG von Markus Werner beschreibt
Begegnungen, die das Schönste und das Schrecklichste vor Zündels Augen
führen.
Ein Abgrund öffnet sich, in den Zündel fällt
und fällt und fällt...- Der Mann, der einen Zahn verloren hat,
verliert sich langsam selbst.
Konrad Zündel und seine Frau Magda beschließen
den Sommerurlaub getrennt zu verbringen, doch muss Konrad nach dem Verlust eines
Zahnes den Urlaub abbrechen und zu seiner Frau zurückkehren, die sich schon
zuvor darauf eingestellt hat, ein paar Tage alleine zu verbringen, um ihrer Ehe
neuen Durchblick zu gewähren. Daher verweigert sie ihm die erwartete
Aufnahme und Zuwendung. Durch eine Reihe von nicht gelösten
Konfliktsituationen beschließt Magda einige Tage getrennt von ihrem Mann
bei einer Freundin zu verbringen. Ein Missverständnis veranlasst
Zündel zu der falschen Annahme, seine Frau betrüge ihn, und er
steigert sich so in seine Verletztheit hinein, dass er nicht einmal daran denkt,
sich seines Verdachts zu vergewissern. Verwirrt und gekränkt flieht Konrad
nach Genua, wo er während langer Streifzüge durch schmutzige Hotels
und heruntergekommene Bars verwahrlost. Doch seine philosophischen Gedanken
lassen ihn noch öfter zur Flasche greifen und so überdenkt er seine
Beziehung zu seiner Mutter und zu seiner Frau.
Nach einem vergeblichen Versuch, sich einen Revolver zu
besorgen, um sich damit zu erschießen, bleibt ihm nur ein anderer
„Abgang“ aus der Realität: die Verrücktheit. Bald sucht er
nicht mehr bei sich selbst nach Gründen des Versagens, sondern fängt
an, die Schwächen der Frau und ihre Fehler aufzuzählen; er merkt, dass
er Frauen nicht versteht. Sein Genua – Aufenthalt und die Erfahrungen, die
er unterwegs und im Lande erlebt hat, sowie seine Grübelei machen ihn
physisch und psychisch krank. Daher verlässt Konrad Genua nach vielen
Kneipentouren und kehrt zurück zu seiner Frau, die sich inzwischen besann
und sich um ihren Mann sorgte.
„Mütterliche“ Besorgnis seiner Frau
verhalfen Zündel nicht zur Genesung. Nach zwei Stunden Ausübung seines
Lehrerberufes bricht er in seiner Verstörtheit zusammen. Nach von den
Ärzten diagnostiziertem Krankheitsbild wird Konrad in eine psychiatrische
Anstalt eingeliefert, aus der er ausbricht und nach einem kurzen Aufenthalt in
einer Waldhütte wiederum verschwindet. Ein Paket, das Aufzeichnung
Zündels enthält, ist die einzige Spur von ihm.
Einordnung der Textstelle:
(Kapitel 17, Seite 76 unten)
Die Textstelle mit den handelnden Personen Nounou und
Zündel alias Pansoti passt insofern nicht in die Haupthandlung des Romans,
da er sich nur für kurze Zeit ein Verhältnis mit Nounou anfängt
und somit nur sehr wenig mit ihr zu tun hat, dabei spielt dieses Verhältnis
keine große Rolle im Rahmen der restlichen Handlung. Dieses Gedankenspiel,
wo er sich dieses Spiel aussucht, ist allerdings sehr typisch, da Zündel
permanent durch das ganze Buch hindurch philosophiert und sich immer wieder an
neuen Ideen bereichert.
Dieses Spiel ist auch charakterisierend für sein
Denken, da er das ganze Leben nur als Spiel deutet, den Austausch von Dingen,
Treue, Liebe und Hass.
Besonderheiten und Sprache:
Konrad führt während seiner Reise Tagebuch, das
ihm mehr oder weniger klaren Kopf verschafft. Darin lässt er seine
sämtlichen philosophischen Fähigkeiten und Gedanken aus und kommt
somit auf neue Erkenntnisse.
Sowohl die Erzählung seines Freundes Viktors in der
Ich-Perspektive, als auch die Notizen Zündels berichten in knapper,
lakonischer Sprache von den Geschehnissen. Ihre Darstellung der ja eigentlich
alltäglichen Erfahrungen Zündels, die erst durch ihre groteske
Übersteigerung zur Tragödie werden, ist nicht weinerlich und
schwermütig, sondern tragikomisch und humoristisch. Wichtige Erfahrungen
Zündels an zentralen Stellen weisen auf die Sensibilität Zündels
hin. Schmähungen werden von ihm in grotesker Vergrößerung
wahrgenommen und ein weiteres Moment, das Zündels Verhalten begründet
ist der Verlust seines Vaters, der die Familie verlassen hat und als verschollen
gilt.
Dass der Vater ihn verlassen hat, erklärt auch
Zündels Verlustangst hinsichtlich seiner Frau. Vor diesem Hintergrund wird
die antizipierte Selbstenttäuschung- der eingebildete Ehebruch- zum
eigentlichen Anlass für Zündels mehrfachen „Abgang“.
Oft verwendet er in seinen Aufzeichnungen ein Kraftwort,
das sein erfolgloses Bemühen um die gültige Formulierung seines
Dilemmas ironisiert: „Aufhören ist feig. Weitermachen ist feig.
Aufhören ist tapfer. Weitermachen ist tapfer. Und das Leben ist eine Frage
der Wortwahl.- Ach Scheißdreck.“
Der Sprachstil wechselt sich mit einer sehr ausgefeilten
Sprache und einer Alltagssprache ab, was für die verlorene Identität
Zündels spricht.
Zahlreich Wortspiele, sowie die Verschiebung der
Satzstellungen ( S – P wird zu P – S) ist charakterisierend. Die
Zeiten wechseln häufig von Erzählungen Viktors in der Mitvergangenheit
zu Notizen Konrads im Präsens.
Persönliche Meinung:
Nachdem ich die Textstelle gelesen hatte, dachte ich mir,
dass das gesamte Buch in solchen Diskussionen und Spielen über Philosophie
aufgebaut sei, doch dem war nicht so. Allerdings war ich auch von jener Handlung
im Buch begeistert, obwohl sich meine Konzentration nicht schwächen durfte.
Gefallen hat mir dieses Buch manchmal nicht, da es sehr kompliziert und konfus
geschrieben ist. Das Buch behandelt zwar die Gedanken Zündels, doch waren
keine persönlichen Gefühle von ihm beschrieben. Genau diese
Gefühle wie er sich wirklich fühlte wären sehr wichtig für
das Verständnis gewesen, da er doch nur Schuldige für sein Dasein und
seine Probleme suchte. Doch im großen und ganzem war ich doch sehr angetan
von diesem Buch.
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