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Politik in Indien
Politik in Indien
Die Staatsform Indiens ist die Parlamentarische Bundesrepublik.
Die Unabhängigkeit von Großbritanien wurde 1947 erklärt,
die gültige Verfassung stammt von 1950. Diese enthält unter anderem
ein allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahren.
Indien ist in 25 Bundesstaaten (=Unionsstaaten) und 7 Unionsterritorien
eingeteilt. Der Staatspräsident wird von einem Gremium aus Mitgliedern der
Unionsparlamente und der Länderparlamente gewählt und ist das
Staatsoberhaupt. Er bestimmt den Premierminister, der der Regierung vorsteht und
die Minister der einzelnen Unionsstaaten bestimmt, die der Präsident dann
ernennt.
Er kann auch jederzeit einen Unionsminister vom Präsidenten seines
Amtes entheben lassen, wenn die Ordnung im jeweiligen Unionsstaat nicht mehr
gewährleistet ist.
Das Parlament (die Regierung) besteht aus dem „Haus der
Staaten“, mit 245 Abgeordneten, gewählt für 6 Jahre und dem
„Haus des Volkes“, mit 542 Abgeordneten, gewählt für 5
Jahre.
Das „Haus des Volkes“ (Lok Sabha) wird in allgemeinen Wahlen
alle 5 Jahre nach dem Mehrheitssystem gewählt. Das „Haus des
Staates“ (Rajya Sabha) wird alle 2 Jahre zu einem Drittel durch die
Versammlung der Unionsstaaten neu bestimmt. Die Ziele und Pflichten der
Regierung sind mit denen Deutschlands zu vergleichen, Frieden, Arbeit für
alle, etc.
Die Wahlen wurden erstmals 1951 durchgeführt und haben inzwischen eine
Wahlbeteiligung von ∅ 60 %. Die Zahl der
Kandidaten ist stetig gewachsen.
Seit 1996 regiert die Janata-Partei, mit einer Koalition aus 13 weiteren
Parteien. Deve Gowda , ebenfalls aus der Janata-Partei wird Premierminister. Die
zweitstärkste Partei ist die „Indian National Congress“.
Die Janata-Partei ist der Zusammenschluß mehrerer Parteien, deren
Ziele vornehmlich Landwirtschaft und Kleinindustrie waren. Die „Indian
National Congress“ entspricht der Kongreßpartei, eine Massenpartei
mit vielen lokalen Führungspersönlichkeiten und einer klaren
Hierarchie, was es schwierig machte, Interessen gleichmäßig zu
vertreten.
Indien kannte lange Zeit kaum Klassenkonflikte, da nach der
Unabhängigkeit zunächst staatliche Wirtschaft verfolgt wurde und
Privatwirtschaft stark unterdrückt wurde.
Auch jetzt sind nur 30 - 40 % aller in Frage kommenden Arbeitskräfte
organisiert, und das in 11 verschiedenen Verbänden, was zur Folge hat,
daß diese kaum Wirkung haben und zudem oft noch gegeneinander
agieren.
Um Konflikte zu binden, sowohl sprachlicher als auch elitäre Gruppen
etc., wurden bevorzugt Unionsstaaten geschaffen. Eine weitere Welle neuer
Unionsstaaten wurde in den 60er und 70er Jahren als Reaktion auf
Abspaltungsdrohungen geschaffen. Wo dieses nicht möglich war, wurde mit
begrenzter lokaler Autonomie der Konflikt beigelegt.
Die Regierung löst somit, im Gegensatz zu anderen Dritte Welt Staaten,
Konflikte aufständiger Gruppen nicht nur durch militärische
Unterwerfung, sondern auch durch Härte gegenüber Extremisten mit
Zugeständnissen an die gemäßigten Kräfte in
Kombination.
Grafik zum Staatsaufbau:
Staatspräsident
ernennt ernennt
berät
Premierminister
bestimmt
Parlament
Unionsminister
bildet bildet sind Mitglieder im
und bestimmen
Haus des Volkes Haus des
Staates
wählt
Volk
( Pfeile: Staatspräsident ernennt Premierminister
Premierminister steht vor Parlament
Haus des Volkes bildet Parlament
Haus des Staates bildet Parlament
Volk wählt Haus des Volkes
Staatspräsident ernennt Unionsminister
Unionsminister sind Mitglieder im und bestimmen Haus des
Staates
Premierminister bestimmt Unionsminister
Premierminister berät Staatspräsident)
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