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Die Sahara
Die Sahara
© 1996 Markus Langer, Tobias Bick, Andreas Lanz
(Raphael Bick)
“Bahr bela ma", Meer ohne Wasser, nannten arabische
Karawanenführer die Sahara, diese größte Wüste der Erde -
mit neun Millionen Quadratkilometer ein Raum ozeangleicher Weite. Kaum eine
andere Region unserer Erde umfaßt so viele unterschiedliche Landschaften
wie die Sahara, noch dazu aus langer erdgeschichtlicher Vergangenheit. Oft
scheinen sie kühner Phantasie entsprungen zu sein, wie die mächtigen
Felsruinen der “Aiguilles de Sissé" im Nordwesten des Tschad.
Hohe Sanddünen prägen das Bild, das sich die meisten Menschen von
der Wüste machen. Tatsächlich sind nur etwa zehn Prozent der Sahara
bedeckt.
Bis zu 3000m hoch sind die Zinnen des Hoggar-Gebirges in Südalgerien.
Der See von Umm el-Ma, gefüllt mit fossilem Wasser, ist eine Insel des
Lebesns im Sandmeer der Libyschen Wüste. Die 250 Meter hohen Dünen von
Arakaou im Niger Zählen zu den höchsen in der Sahara
DIE SAHARA ist heute eine der unwirklichsten Regionen unserer Erde. Vor
dreißig- oder vierzigtausend Jahren war das noch ganz anders. Damals war
dieses riesige Gebit gut bewässert, von reichem Pflanzenwuchs bedeckt und
von zahlreichen tieren bewohnt; es lebten dort auch Menschen, Die Zeugnisse
einer hochstehenden Kultur hinterlassen haben.
Die größte Wüste der Welt. Heute arbeiten Technicker und
Wissenschaftler aus aller Welt an Plänen, die größte Wüste
der Erde wieder bewohnbar zu machen. Kühne Bewässerungsprojekte sind
im Entstehen. Schon jetz ist die Sahara wegen ihrer reichen Bodenschätze
für alle Industrienationen interessant: Erdöl, Mangan, Kupfer, Eisen,
Kokle, Diamanten und Uran werden in immer größeren Mengen
gefördert. Vielleicht wird eines Tages die Wüste wieder grün.
Klima
Kenzeichnend von Wüstenklima ist das Fehlen von Niederschlägen.
Mangels anderer Grenzen bezeichnet man als Sahara das ganze Gebiet, in dem
der durchschnittliche Jahresniederschlag unter 100mm liegt. Wie die Kartenskizze
unten zeigt, wird die Wüste vom Wendekreis des Krebses ungefähr
halbiert. In der geographischen breite der Wendekreise befinden sich Zonen hohen
Luftdrucks; die Luft ist trocken, Niederschläge sind selten. Deshalb finden
sich die meisten großen Wüsten in der Nähe der Wendekreise; die
afrikanische Wüste findet im Osten, jenseits des Roten Meeres, in Arabien,
Syrien, Persien und Indien ihre Fortsetzung.
Die Tagestemperatur schwankt in der Sahara je nach Gegend und Jahreszeit
zwischen 30 und 60 °C. Nachts kühlt es stark ab, so daß das
Thermometer in zwei oder drei Stunden um 20 bis 30°C fallen kann. Bedingt
sind diese enormen Schwankungen durch die außerordentliche Trockenheit der
Luft, die eine rasche Wärmeabstrahlung begünstigt. Ein arabisches
Sprichwort sagt daher: "Die Wüste ist ein heißes Land, in dem es sehr
kalt wird. "
Landschaftstypen
Die Sahara hat keineswegs ein einheitliches “Gesicht"; man
unterscheidet mehrere Landschaftstypen, je nachdem, ob der Boden mit
Felsblöcken, mit Kies, Sand oder auch Lehm bedeckt ist.
Den größten teil der Sahara nehmen schuttbedeckte Hochebenen
(Hamada = Steinwüsten) ein, die oft von heftigen Stürmen heimgesucht
werden (Windgeschwindigkeit von 100 km/h sind keine Seltenheit). Wo die Steine
von den Sandwinden glattgeschliffen worden sind, bezeichnet man die Wüste
als Serir (Geröllwüste). Ein zweiter Haupttypus der Saharawüste
ist die Sanddünenwüste, in der westlichen Sahara als Erg bezeichnet,
im Osten Remel oder Remla genannt. Hierzu gehört die Libysche Wüste,
in der die Sanddünen zu regelrechten Gebirgsketten angehäuft sind.
Die Dünen erreichen hier über 100m Höhe. Vom Winde getrieben
wandern sie langsam weiter und können Oasen und Ortschaften unter sich
begraben. In weiten Senken, wo die Wadis(nur nach Regengüssen
wasserführende Rinnen)
sich verbreitern, findet man Schotts(Salztonebenen). Inmitten der
rießigen Wüste erheben sich einige Gebirge z. b. das Gebirgevon
Tibesti, das im Emi Kussi eine Höhe von 3415m erreicht.
Pflanzen- und
Tierwelt
In der Sahara leben Schakale, Hyänen, Gazellen und (im Osten) Girafen,
Tiere also, die rasch ihren Standort wechseln können. Daneben finden sich
auch manche Vögel (Strauße, Wüstenlerche), Reptilien (Hornviper,
Schleuderschwänze) und Amphibien, die oft lange Gängegraben, um zu
unterirdischem Wasser zu gelangen. Auch Fische leben in unterirdischen Seen und
in Oasen. Zahlreicher sind die Insekten vertreten, hauptsächlich durch
Heuschrecken. DieVegetation ist erstaunlich vielfältig (etwa 1500 Arten),
vor allem in den Wadis und Oasen. Zu nennen sind vor allem: Dattelpalme, Akazie,
Tamariske, Wüstenpistazie, verschiedene Gräser, Sträucher und
Halbsträucher sowie die Jerichorose.
Bewohner der
Sahara
Eine Besiedlung ist nur dort möglich, wo Wasser vorhanden ist, also in
den Oasen, wo unterirdisches Wasser zutage tritt. Die über die Sahara
verstreuten Oasen bedecken zusammen eine Fläch von etwa 4000km². Im
Zentrum der Sahara leben die wenigen tausend Köpfe zählenden Tibbu, im
Norden die zahlreichen Tuareg. Die Berbervölker im Westen bezeichnet man
als Mauren.
Nomadisierende Stämme arabischer Abstammung sind die Beduinen.
Quellennachweise
Wissen Band2
Wissen Band7
Geo special
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