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Sallust (Gaius Sallustius Crispus) (86v. -34v.)
Referat Sallust Rolf Viehmann
01.02.1998
Sallust, lat. Gaius Sallustius Crispus, wurde
86 v. Chr. in Amiternum (heute San Vitorino) geboren und starb in Rom (verm.) 34
v. Chr.
Seine Jugend verbrachte er in Rom, und er
wollte eine Ausbildung beim Rhetor erhalten und pol. Karriere machen. Er
befasste sich mit phil. Schriften von griech. und alten römischen
Historikern. Um 66 gehörte Sallust mit seinen 20 Lebensjahren zu der
Generation, unter der Catilina seine Anhänger fand. Er erlebte den Aufstieg
von Pompeius und Caesar, den aussichtslosen Kampf der Optimatengruppe und
zunehmende Brutalität in der Innenpolitik in den 50ern hautnah
mit.
Er war Anhänger Caesars, 54 wurde er
Quästor, trat danach in den Senat ein, und wurde 52 Volkstribun (als
welcher er für weitere Unruhen in Rom sorgte und sich für Caesars
Recht auf eine weitere Konsulatsbewerbung einsetzte). Er wurde 50 wegen
Ehebruchs (vor allem aber aus pol. Gründen) aus dem Senat
ausgestoßen, jedoch 48 von Caesar rehabilitiert und wieder zum
Quästor ernannt. Er trat auch wieder in den Senat ein. Ein Jahr zuvor
vertraute Caesar seinem treuen Anhänger eine Legion in Illyrien an, doch er
versagte. Er versagte 47 noch ein mal, als er bei einer Meuterei von Soldaten
von Caesar zum Truppenführer bestellt wurde. 46 ging er dann mit Caesar als
Prätor nach Nordafrika und wurde dort Statthalter - endlich erfolgreich. An
dieser neugeschaffenen Provinz bereicherte er sich. Ein Prozeß gegen ihn
(wegen Erpressungsdelikten) wurde von Caesar niedergeschlagen. Nach Ermordung
desselben zog er sich aus der Politik zurück und widmete sich nur noch der
Geschichtsschreibung (vorher war er selbst an pol. Kämpfen beteiligt). Als
Grund für diesen Rückzug nennt er "Ekel über die Entartung Roms
und seiner Führungsschicht".
Seine `horti Sallustiani` wurden in Rom noch
lange gezeigt und zum Inbegriff für unrechtmäßig erworbenes
Eigentum.
In der zweiten Bürgerkriegswelle
widmete er sich dem Studium der Geschichte, um die Gründe des Inneren
Verfalls Roms zu entdecken. Er schrieb zwei Monographien, in denen er die
Verschwörung Catilinas und den Krieg gegen Jugurtha behandelte. Danach
stellte er in einem Umfassenden Geschichtswerk die Ereignisse von 78-67 dar, als
Pompeius zum übermächtigen Politiker wurde. Die Schriften haben nicht
die Höhepunkte (=Bürgerkriege) zum Thema, sondern die vorausgehenden
Ereignisse.
Sallust stellt die berichteten
Ereignisse nicht isoliert dar, sondern führt sie auf eine Entwicklung
zurück, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Er schließt
mit ungelösten Problemen, denen sich ein Machtpolitiker bedienen konnte, so
läßt er z.B. einen Volkstribunen aussprechen: "In diesem
Bürgerkrieg waren die Schlagworte verschieden, aber von beiden Seiten wurde
um die Wette um die Herrschaft über euch
gekämpft".
Mit seinen "Historien" hat er, dank
seiner Darstellungskunst und seinen eindringlichen pol. Analysen, eine
große Wirkung gehabt. Er wurde zwar immer wieder aufgrund des Widerspruchs
zwischen seinem Leben und Werk angegriffen, aber er wurde als `Meister der
röm. Geschichtsschreibung` studiert.
Sallusts archaisiereder Stil
orientiert sich an Thukydides und Cato Maior.
Hauptwerke:
-Coniuratio Catilinae (Die
Verschwörung des Catilina, um 40 v. Chr.)
Eine historische Monographie,
Sallusts Erstlingswerk, welches kurz nach Caesars und Ciceros Tod geschrieben
wurde.
-Bellum Iugurthinum (um 40 v.
Chr.)
Eine weitere historische Monographie
über den nordafrikanischen Feldzug der Römer
111-105.
-Historiae (Geschichtsbücher, in
fünf Bänden, welche nur fragmentarisch erhalten geblieben
sind)
Sallust wandte sich nach den
Monographien der analytischen Geschichtsschreibung zu, wie später auch
Tacitus.
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