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Schlüsselerfindungen der Industriellen Revolution
Schlüsselerfindungen der Industriellen
Revolution
Die Industrielle Revolution begann in Großbritannien und teilte sich
im wesentlichen in fünf Bereiche auf: Textilindustrie, Bergbau,
Hüttenindustrie, Transportwesen und Landwirtschaft. Auf den Bereich
Landwirtschaft werde ich nicht näher eingehen, da hier Fortschritte durch
die Einführung neuer Methoden und nicht durch Erfindungen gemacht
wurden.
Die wichtigste Erfindung, die alle Bereiche betrifft, ist zweifelsohne die
Dampfmaschine, denn jede Industrie hatte das Bedürfnis nach einer von
Mensch, Tier, Wind und Wasser unabhängigen Energiequelle. Bereits 1705
entwickelte Thomas Newcomen einen Vorläufer der Dampfmaschine, die
Kolbendampfpumpe, sie war aber noch nicht ausgereift und es lohnte sich aufgrund
des hohen Energieverlustes nicht, sie einzusetzen. Erst James Watt gelang es
1769 die sogenannte doppeltwirkende Dampfmaschine zu bauen. Diese Dampfmaschine
war der Alten weit überlegen und wurde in der folgenden Zeit in allen
Industriebereichen und in der Eisenbahn als Energiequelle eingesetzt.
Textilindustrie
Da sich die Englische Bevölkerung zwischen 1750 und 1800 nahezu
verdreifachte, brachte das auch eine höhere Nachfrage an Textilien mit
sich. Die englische Textilindustrie war schon vor 1750 die größte
Europas und sie expandierte jetzt natürlich erst recht. Diese Expansion war
aber nur durch zahlreiche Erfindungen zwischen 1733 und 1785
möglich.
John Kay entwickelte 1733 den sogenannten Schnellschützen, eine
Verbesserung des Webstuhls, die dem Weber das hin- und herschieben des
Webschiffchens abnahm. Dadurch wurde die Stoffproduktion zunächst
erhöht, dann kam es aber zu einem Engpaß an Garn. Garn wird ja aus
Baumwolle, Hanf oder Flachs hergestellt und wird dann wiederum zu Stoff
weiterverarbeitet. Es mußte also eine Maschine erfunden werden die den
erhöhten Garnbedarf abdeckte.
Dies gelang 1751 James Hargreaves. Er erfand eine Maschine, die in der Lage
war, sechs Fäden Baumwolle, Hanf oder Flachs in einem Arbeitsgang zu
spinnen. Vorher konnte immer nur ein Faden gesponnen werden. Nach mehrmaligem
Überarbeiten der Maschine bekam sie schließlich den Namen
„Spinning Jenny“. 1767 gelang es Hargreaves die Maschine so zu
verbessern, dass sogar 20 Fäden gleichzeitig gesponnen wurden
1769 verbesserte Richard Arkwright die „Spinning Jenny“. Er
ersetzte den Betrieb per Fußpedal durch eine nicht-menschliche Kraft. Dies
waren zunächst Pferde, dann Wasser und zum Schluß die
Dampfmaschine.
1778 kombinierte Samuel Crompton Hargreaves und Arkwrights „Spinning
Jenny“ und erreichte dadurch das noch mehr Garn mit höherer
Qualität produziert werden konnte.
1785 entwickelte Edmund Cartwright die letzte entscheidende Erfindung der
Textilindustrie, nämlich den ersten dampfmaschinenbetriebenen mechanischen
Webstuhl. Diese Erfindung sicherte England endgültig die Vormachtstellung
in der Textilindustrie.
Bergbau und Hüttenindustrie
Der Bergbau lieferte das Roheisenerz, dass in den Hochöfen zu Stahl
verarbeitet wurde. Bis 1700 wurde das Roheisen ausschließlich mit der in
England sehr seltenen und somit teuren Holzkohle von den Verunreinigungen
befreit. Um 1700 versuchte Abraham Darby als erster, seinen Hochofen mit der
reichlich verfügbaren Steinkohle zu heizen. Aufgrund des höheren
Kohlenstoffgehaltes der Steinkohle konnte der Stahl aber nicht verwendet werden.
Nach vielen Versuchen gelang es ihm dann, einen brauchbaren Stahl mit Steinkohle
herzustellen. Nun wurden viele Bergwerke zur Steinkohleförderung errichtet,
um den Bedarf zu decken. Und auch hier spielte die Dampfmaschine eine wichtige
Rolle. Sie sorgte nämlich für den Durchbruch der Stahlgewinnung mit
Steinkohle, indem sie als Pumpenantrieb in den Bergwerken dafür sorgte das
der Stollen nicht mit Wasser überschwemmt wurde. 1766 wurde zudem der erste
Hochofen zur Gußstahlerzeugung errichtet.
Transportwesen
Die riesigen Mengen an Kohle, Eisen, Wolle und Baumwolle benötigten
ein funktionierendes Transportnetz. Die vorhandenen Straßen waren zum
Transport nicht geeignet. Es mußten also andere Wege gefunden werden,
damit die Revolution nicht an diesem Problem scheiterte. Da keine Stadt in
England mehr als 120 km von einem befahrbaren Wasserweg liegt, bot sich der
Kanalbau als Transportmöglichkeit an. 1761 eröffnete der Duke of
Bridgewater den ersten Kanal von Worsley nach Manchester. In den folgenden
Jahren wurden die wichtigsten Städte mit Kanälen verbunden. Der
Transport auf Kanälen hatte aber auch einige Nachteile. Zum einen lohnte er
sich nur, wenn die Güter in großen Mengen zu bestimmten Zielen
transportiert wurden, zum anderen konnten die Güter nur auf den
vorgegebenen Wasserstraßen ans Ziel gebracht werden.
In Konkurrenz zum Kanalbau trat die Eisenbahn. Bereits 1803 wurde die erste
öffentliche Eisenbahnstrecke der Welt errichtet. Sie diente allerdings
hauptsächlich noch der Personenbeförderung und wurde von einem
Pferdegespann gezogen. Die erste Dampflokomotive wurde wenig später von
Richard Trevithick entwickelt. Sie wurde noch von Hochdruckmaschinen
angetrieben, denn es gab keine speziell für Eisenbahnen angefertigten
Dampfmaschinen. Außerdem gab es damals noch keinen Radantrieb über
Stangen, die mit Kolben verbunden sind. Die größten Probleme gab es
mit den Schienen, die dem Gewicht der Lokomotive oftmals nicht standhielten. Da
zeitgleich auch noch das Dampfschiff erschien und damit das Kanalsystem wieder
interessant machte, wollte niemand mehr sein Kapital in Schienenbau anlegen.
Deshalb wurden die Probefahrten der Dampflok für mehrere Jahre
eingestellt.
Erst 1811 ging die Entwicklung weiter. Die beiden Ingenieure Matthew Murray
und John Blenkinshop entwickelten eine Dampflokomotive mit verbessertem Antrieb.
Das neue System sprach sich schnell herum und die neuen Loks wurden bald in den
umliegenden Bergwerken eingesetzt. Außerdem kostete der Betrieb der
Lokomotive nur ca. ein Sechstel soviel wie der Transport mit Pferden.
In den folgenden Jahren wurde die Dampflokomotive ständig verbessert,
z.B. wurde bald das Prinzip der Kraftübertragung durch Reibung
eingeführt, damit fuhren auch noch die Dampflokomotiven des 20.
Jahrhunderts. Die Nachfrage nach Lokomotiven wuchs, deshalb wurde 1823 die erste
Lokomotivenfabrik der Welt errichtet. 1825 schließlich wurde in einem
Wettbewerb die beste Lokomotive für die Strecke Liverpool-Manchester
gesucht. George Stephenson gewann mit seiner Lokomotive „Rocket“.
Diese Lok wurde nun in Serie produziert und gewann unter der Bezeichnung
„Planet“ weltweit Bedeutung. Sie diente allen nachfolgenden
Lokomotiven als Vorbild.
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