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Schiller, Friedrich (1759-1805)
Friedrich
von Schiller
von: Simon
Fleischer
Inhalt
S. 2:
Inhalt
S. 3: Die
Philosophie Kants
- Die Epochen
- Sturm und Drang
S. 4:
- Die Klassik
Geburt und
Kindheit
Auf der
Militärschule
- Einzug
- Das Studium
- “Freiheit” durch das Dichten
S. 5: Die
Räuber
- Handlung
- Hintergründe
S. 6: Die
Flucht nach Mannheim
- Kabale und Liebe
- Seine Not in Mannheim
Leipzig
- Das Geschenk und die Einladung
S. 7:
- Seine Weiterentwicklung
Dresden
- Don Carlos
S. 8:
Jena
- Die Professur
- Die Heirat
- Die Krankheit
S. 9:
Wallenstein
Schiller und Goethe
- Das erste Treffen
- Der Neid Schillers
S. 10:
- Beginn der Freundschaft
Weimar
- Die letzten Jahre
S. 11:
- Sein Tod
Wilhelm Tell
Gewissensskrupel:
Gerne dient´ ich den
Freunden, doch tu ich’s leider mit Neigung.
Und so wurmt es mich oft,
daß ich nicht tugendhaft bin.
Entscheidung:
Da ist kein anderer Rat. Du
mußt suchen, sie zu verachten.
Und mit Abscheu alsdann tun,
was die Pflicht die gebeut.
An diesen Zeilen Schillers
erkennt man seine philosophischen Gedanken, die er als Kants großer
Schüler niederschrieb. Wir sind heute der Ansicht, daß die Motive
für eine moralische Handlung ausschlaggebend sind. Schiller meinte jedoch,
wie auch Kant, daß eine Handlung nur dann als moralisch erscheint, wenn
sie ”aus Pflicht gegen die Neigung
geschieht”.[1]
Die Dichter der Sturm und
Drang Zeit, die sich Rousseaus als Beispiel nahmen, kämpften für die
Freiheit des Individuum, also für die Freiheit jedes einzelnen Menschen.
Rousseaus meinte die Menschen seien durch die Zivilisation verdorben und man
könne sie nur durch eine “Rückkehr zur Natur”
verbessern.[2]
Heute würde man die damalige Generation als “aufmüpfig”
bezeichnen.
Schiller machte sich den
Kampf gegen die absolute Macht der Obrigkeit zur Aufgabe, weil er die Macht
eines solchen Alleinherrschers in seiner Jugend am eigenen Leibe erfahren
mußte.
In der Literatur betonten
die Dichter Gefühl und Phantasie, “im Gegensatz zum
Verstandesmäßigen der Aufklärung”. Die Merkmale dieser
Epoche nähern sich also der Romantik (1795-1835). Die Epoche Sturm und
Drang, die ihren Namen von dem gleichnamigen Drama von Maximilian Klinger hat,
beginnt 1767 und endet
1784.[3]
Also hat Schiller einen Großteil seines Lebens in der Klassik (1786-1805)
verlebt. Die Werke seiner Sturm und Drang - Zeit sind zum Beispiel “Die
Räuber” oder “Kabale und Liebe”.
Die “Weimarer
Klassik” wird besonders geprägt von Schiller und seinem späteren
Freund Goethe. Die Toleranz (tolerieren = etwas fremdes ohne Vorurteile gelten
lassen) und die Humanität (Menschlichkeit) wurde aus der Aufklärung
und der Sturm und Drang Zeit übernommen, das heißt das Volk war gegen
die übermäßige Macht der Fürsten, da diese alles
willkürlich tun konnten und auch taten.
Johann Christoph Friedrich
Schiller ist am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren. Sein Vater war
württembergischer Offizier und Beamter (1723 geboren), und seine Mutter die
Tochter eines Wirtes
(1732-1802).[4]
Schon als Kind stand fest,
daß er einmal Geistlicher werden würde. Er besuchte eine
Lateinschule, die ihn darauf vorbereiten sollte. Seine Zeugnisse waren stets
gut; seiner Bewerbung zum Studium stand also nichts im Wege.
Doch der Landesherr von
Württemberg, Herzog Karl Eugen, hatte eine ”militärische
Pflanzschule” gegründet, an der er begabte Jungen zu Offizieren und
Beamten erziehen ließ. Mit 13 Jahren mußte Friedrich Schiller in
diese Schule eintreten. Da es in der Zeit des Absolutismus jedoch unmöglich
war, sich den Anordnungen der Fürsten zu widersetzen, hatte er keine andere
Wahl. Er zog am 16. Januar 1773 samt der nötigen Ausrüstung,
“einem blauen Röcklein, nebst Kamisol ohne Ärmel” und
“fünfzehn Stück unterschiedlicher lateinischer
Bücher”[5]
in diese Schule.
Der Herzog nahm die
Erziehung der Jungen in seine eigene Hand und erlaubte Besuche der Familie nur
nach Eingabe an ihn selbst, das heißt er mußte diese Besuche zuerst
erlauben.
Bereits 1775 wurde die
Schule nach Stuttgart verlegt, und um eine medizinische Abteilung erweitert.
Diese Gelegenheit nutzte Schiller, um Medizin zu studieren, weil ihn sein
vorheriges Fach, nämlich die Rechte (also Jura), kaum
interessierten.
Die strenge Ordnung war
für Schiller bald unerträglich, da er ständig mit den
Vorschriften in Konflikt geriet. Sogar das Lesen war den Schülern verboten.
Trotzdem “verschlangen” sie alles, was ihnen in die Hände fiel.
Auch durch das Dichten, mit dem er in dieser Zeit begann, konnte er seine
Freiheit ausleben. [6]
Sein erstes großes
Drama ”Die Räuber” schrieb er zu dieser Zeit.
Es handelt von zwei
ungleichen Brüdern, von denen der eine aufrichtig und ehrlich, der andere
mißgünstig und verschlagen ist. Diese beiden verfeinden sich aufgrund
ihrer ungleichen Charaktere. Franz Moor beneidet seinen Bruder, weil dieser
überall beliebt ist und bringt seinen Vater mit Intrigen dazu, ihn zu
verstoßen. Sein Haß richtet sich nicht nur gegen seinen Bruder,
sondern gegen die gesamte Gesellschaftsordnung, die er für verkommen und
ungerecht hält. Er versucht mit allen Mitteln das bestehende politische
System umzustoßen und gerät dabei mit dem Gesetz in Konflikt. Doch
als er bemerkt, daß er versucht hat etwas gutes zu vollbringen und es
nicht geschafft hat, macht ihm sein Gewissen erheblich zu schaffen. Den einzigen
Ausweg den er sieht, ist sich dem Gericht zu stellen.
Die Uraufführung am 13.
Januar 1782 des Dramas im Mannheimer Nationaltheater wurde zu einer Sensation.
Die Zuschauer waren emotional so bewegt, daß manche weinten und andere
handgreiflich wurden. Auf jeden Fall ließ das Stück niemanden kalt,
und die Menschen machten sich Gedanken über die politischen Zustände.
Damit hatte Schiller sein Ziel
erreicht.[7]
Zu dieser Uraufführung
und auch zu einer späteren, entfernte er sich ohne Urlaub. Diese zwei
Ausfahrten mußte er mit zwei Wochen Haft
bezahlen.[8]
Die revolutionären
Gedanken, die er darin zum Ausdruck bringt, hätten für Lebenslange
Haft genügt; darum mußte er das Stück ohne Namensangabe zum
Druck befördern.[9]
Im Dezember 1780 hatte er
die Militärschule, auf der er seine gesamte Jugend verbracht hatte,
verlassen. Sein Medizinstudium hatte er ebenfalls abgeschlossen und war nun
schlecht bezahlter “Regimentsmedicus” im württembergischen
Heer.
Im September 1782 floh
Schiller mit seinem Freund Andreas Streicher ins ”Ausland” nach
Mannheim, weil der Herzog ihm das Dichten aufgrund des Dramas “Die
Räuber” verboten hatte. Doch Schiller hatte sein Leben der Dichtung
gewidmet. Doch aus Furcht vor der Auslieferung an den Herzog zogen sie weiter
über Darmstadt und Frankfurt, und ab September fand Schiller Aufnahme bei
der Mutter eines früheren Mitschülers. Im Juli des nächsten
Jahres kehrte er nach Mannheim zurück und wurde für einen Hungerlohn
als Theaterdichter am Mannheimer Nationaltheater angestellt. Er verpflichtete
sich im Jahr drei Stücke zu schreiben.
Sein zweites
Bühnenstück “Fiesco” wurde 1784 uraufgeführt. Doch
bei dem “republikanische Trauerspiel” blieb der große Erfolg
diesmal aus.[10]
Auch das Trauerspiel
“Kabale und Liebe” hatte zu dieser Zeit Premiere, das von der Liebe
Ferdinands, eines Adligen, zu Luise, einer Bürgerstochter handelt. Deren
Familien sind jedoch gegen diese Liebe, da sie den Standesunterschied für
unüberbrückbar halten. Der Präsident, Ferdinands Vater, will ihn
zwingen, die Mätresse des Herzogs zu heiraten. Luise wiederum wird vom
Sekretär des Präsidenten gezwungen einen Liebesbrief an den
Kammerdiener des Herzogs zu schreiben, um die Beziehung der beiden auseinander
zu bringen, weil er selbst Interesse an Luise hat. Er nimmt ihr in der Kirche
den Schwur ab, Ferdinand nichts über die Abmachung zu erzählen und
droht ihr ansonsten ihren Vater verhaften zu lassen.
Ferdinand stellt Luise zur
Rede, und sie bestätigt den Liebesbrief geschrieben zu haben. Daraufhin
beschließt Ferdinand sich gemeinsam mit Luise das Leben zu nehmen. Nun
fühlt sich Luise nicht mehr an das Versprechen gebunden, da sie erfahren
hat daß sie Gift getrunken hat; sie gesteht Ferdinand den Brief unter
Zwang geschrieben zu haben. Kurz vor seinem Tod verzeiht Ferdinand seinem
Vater.[11]
Auch eine unglückliche
Liebe hatte Schiller in Mannheim erlebt. Er verliebte sich in Charlotte von
Kalb, die Ehefrau eines französischen Offiziers, die ihn in
einflußreiche gesellschaftliche Kreise führte und eine Lesung am
Darmstädter Hof organisierte.
Er litt nicht nur unter
dieser Liebe, sondern auch unter einer großen Schuldlast. Hinzu kam noch,
daß sein Vertrag im Jahre 1785 am Mannheimer Nationaltheater nicht mehr
verlängert wurde.[12]
Einer seiner Verehrer
schickte ihm im Juni 1784 ein Geschenk, das eine gestickte Brieftasche, eine
Komposition und die Porträts der unbekannten Absender enthielt.
Darüber schrieb er im Jahre 1784 folgendes: “Wenn ich mir denke,
daß in der Welt vielleicht mehr solche sind, die sich freuen mich zu
kennen, daß vielleicht in hundert und mehr Jahren, wenn auch mein Staub
schon lange verweht ist, man mein Andenken segnet und mir noch im Grabe
Tränen und Bewunderung zollt, dann freue ich mich meines
Dichterberufes.”
Das Geschenk kam von
Christian Gottfried Körner und seiner Verlobten. Im April 1785 reiste er
nach Leipzig; er war von dem Paar eingeladen
worden.[13]
Er konnte sich
ungestört seiner Dichtung widmen. Der drei Jahre ältere Rechtsanwalt
Körner erkannte das Genie in Schiller und förderte es. Körners
Praktischer Sinn, seine klare Urteilskraft und andere Eigenschaften
förderten Schillers Entwicklung zur hohen Klassik.
Nach fast zwei sorglosen
Jahren, die er bei seinen Freunden in Leipzig verbracht hatte, wandte sich
Schiller nach
Dresden.[14]
Für sein Drama
“Don Carlos” hatte er nun ein umfangreiches Geschichtsstudium vor
sich. Das Stück wurde 1787 in Hamburg uraufgeführt.
[15]
Das erste Versdrama Schillers richtet sich ebenfalls gegen die Macht der Oberen
(wenn auch in einem anderen Land): Marquis de Posa, der Freund von Don Carlos
setzt sich zum Ziel, “die niederländischen Provinzen in ihrem
Befreiungskampf gegen die spanische Unterdrückung zu
unterstützen”.[16]
Von der geschichtlichen Realität weicht es jedoch trotz zahlreicher Studien
ganz erheblich ab. Don Carlos, der Sohn des spanischen Königs Philipp II.,
war beispielsweise ein Schwächling, der verhaltensgestört und krank
war, aber im Drama wird er als selbstbewußt und stark
dargestellt.[17]
In Dresden verbrachte er
nicht sehr viel Zeit; am 20 Juli 1787 zog er nach Weimar um.
Der Philosoph Reinhold, den
er in Weimar kennenlernte, brachte ihn erstmals mit der Philosophie Kants in
Verbindung.
Im November 1787 besuchte er
eine Familie Lengefeld. Die beiden Töchter, Karoline und Charlotte, seine
spätere Gattin, machten bereits beim ersten kurzen Besuch einen
stärkeren Eindruck auf ihn: “Beide sind, ohne schön zu sein,
anziehend und gefallen mir sehr.”
In diesen Jahren war er mit
geschichtlichen Forschungen für sein Buch “Geschichte des Abfalls der
Niederlande” beschäftigt (es erschien im Herbst 1778).
[18]
Dieses Buch verschaffte ihm
durch Goethes Vermittlung eine Professur für Geschichte an der
Universität Jena. Am 11. Mai 1789 machte er sich auf nach Jena. Vorerst
blieben die Vorlesungen unbezahlt, doch auf eine Bitte Schillers hatte der
Herzog ihm ein festes Gehalt von 200 Talern versichert. Zusammen mit den
Einkünften seiner schriftstellerischen Arbeiten konnte er, wie er meinte,
“recht artig” leben.
In Jena hatte er anfangs
eine glückliche Zeit: “Jetzt, da ich am erreichten Ziel stehe,
erstaune ich selbst, wie alles doch über meine Erwartungen gegangen ist.
Das Schicksal hat die Schwierigkeiten für mich besiegt, es hat mich zum
Ziele gleichsam
getragen.”[19]
Zu Beginn glaubte er
für die Vorlesungen nicht qualifiziert genug zu sein, da “mancher
Student mehr Geschichte wissen werde, als der neue Professor”. Dieses
Gefühl kam auf, weil er keine fachliche Ausbildung genossen hatte.
Widererwarten wurde seine erste Vorlesung mit dem Thema “Was heißt
und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte” bei den Studenten zu
einem Riesenerfolg.
Die feste Anstellung
ermöglichte ihm am 22. Februar 1790 die Eheschließung mit seiner
Verlobten (Charlotte von Lengefeld). Sie blieben bis an ihr Lebensende
glücklich verheiratet. Am 24. Oktober 1791 schrieb er: “Mir macht es,
wenn ich auch Geschäfte habe, schon Freude, mir nur zu denken, daß
sie um mich ist...”
Im selben Jahr
verschlechterte sich sein Zustand erheblich. Arbeitszeiten von 12 und mehr
Stunden waren die Regel, was sich natürlich nicht positiv daraus auswirkte.
Am 17. Mai wurde er von einem so heftigen Anfall heimgesucht, daß er es
nicht zu überleben glaubte. Als die Lebensgefahr überstanden war,
schrieb er an Körner, seinen Leipziger Freund: “Dieser schreckliche
Anfall hat mir innerlich sehr gut getan; ich habe dabei mehr als einmal dem Tod
ins Gesicht gesehen, und mein Mut ist dadurch gestärkt worden.” Ein
Aufenthalt in Karlsbad brachte zwar eine kurze Erholungsphase, jedoch
keinesfalls ein Heilung.
Krankheitsbedingt
mußte er seinen Lehrstuhl aufgeben und geriet somit wieder in finanzielle
Bedrängnis. Dank seiner vielen Bewunderer, die ihn unterstützten,
konnte er ein bescheidenes Leben führen.
Hierzu sagte Schiller:
“Ich weiß nicht, ob ich mein Geld in die Küche oder in die
Apotheke tragen soll.”
Von dem
großzügigsten Geschenk erfuhr er, als er am 29. November 1791 einen
Brief erhielt, in dem zwei reiche Verehrer ihm auf drei Jahre ein
jährliches Geschenk von 1000 Talern anboten. Schiller, nicht gerade einer
der reichsten Männer, nahm dieses Angebot gerne an und schrieb zurück:
“Rein und edel, wie sie geben, glaube ich empfangen zu
können.”
Während dieser Zeit
steckte er wieder in geschichtlichen Recherchen, die er für sein
bedeutendstes historisches Werk benötigte: “Die Geschichte des
Dreißigjährigen Krieges”. Das Buch erschien
1793.[20]
Am längsten,
nämlich sechs Jahre, hat Schiller an seiner “Wallenstein” -
Trilogie gearbeitet. Im Oktober 1798 wurde “Wallensteins Lager” ,
welches mit dem “Prolog” eingeleitet wird aufgeführt, im Januar
“Die Piccolomini” und im April ging “Wallensteins Tod”
über die Bühne. Als im nächsten Jahr das gesamte Werk erschien,
hatte es einen grandiosen Erfolg: die erste Auflage von 3500 Stück war
schon nach wenigen Monaten vergriffen. Es wurde bis zum Tode Schillers fast
jedes Jahr eine weitere Auflage
gedruckt.[21]
Es spielt im
Dreißigjährigen Krieg und handelt, wie es im “Prolog”
heißt, vom größtem Feldherrn dieses
Krieges.[22]
Das dramatische Gedicht wurde von Schiller in Verssprache
geschrieben.[23]
Am. 6. September 1788 trafen
Schiller und Goethe (1749-1832) bereits das erste Mal in Weimar zusammen. Der
aus einem zweijährigen Italienaufenthalt zurückgekehrte Goethe, fand
Deutschland vor, in einem begeisterten Jubel über Schillers ”Die
Räuber”. Schiller jedoch hatte sich weiterentwickelt und neue
literarische Wege eingeschlagen.
Goethe beschäftigte
sich mit Naturforschungen und Schiller war damit beschäftigt die
Philosophie Kants zu studieren. Darum war dieses erste Treffen für beide
recht uninteressant.
Obwohl beide große
Dichter waren, konnte Goethe leichter durch das Leben gehen; er kam aus reichem
Hause, er belegte öffentliche Ämter (er war Finanzminister und seit
1791 Leiter des Hoftheaters in Weimar). Schiller dagegen war gesundheitlich
angeschlagen (er wurde von einem wiederkehrenden krampfartigen Brustleiden
geplagt) und beneidete Goethe um sein besseres Leben, das ihm ein leichteres
Arbeiten ermöglichte.[24]
”Dieser Mensch ist mir
nun einmal im Wege, und er erinnert mich so oft, daß das Schicksal mich
hart behandelt hat. Wie leicht war sein Genie getragen, und wie muß ich
bis auf diese Minute noch
kämpfen.”[25]
Schiller lebte in Goethes
Nähe, ohne daß sie sich sahen. Es dauerte lange, bis sie Freunde
wurden.
Die über
zehnjährige Freundschaft, die erst mit dem Tod Schillers endete, begann,
als er mit dem Buchhändler Cotta die Idee einer neuen Zeitschrift,
“Die Horen”, entwickelte. Schiller versuchte Goethe für diese
Aufgabe zu gewinnen, was ihm auch gelang. Ein gemeinsamer Besuch bei der
“Naturforschenden Gesellschaft” war der eigentliche Auslöser
dieser berühmten
Freundschaft.[26]
In einem Brief an die
Gräfin Schimmelmann aus dem Jahre 1800 bekennt Schiller: “Meine
Bekanntschaft mit Goethe halte ich auch jetzt nach einem Zeitraum von sechs
Jahren für das wohltätigste Ereignis meines ganzen
Lebens.”
Auch Goethe konnte nur gutes
über die Freundschaft sagen; er rief seinem Freund zu: “Sie haben mir
eine zweite Jugend verschafft und mich wieder zum Dichter gemacht, welches zu
sein ich so gut als aufgehört hatte.”
[27]
In “Die Horen”
erschienen nach und nach die bedeutendsten Gedichte Schillers, wie z.B.
“Das Ideal und das Leben”, “Der Genius” und “Der
Spaziergang”. Außerdem wurden Goethes “Unterhaltungen
deutscher Ausgewanderter” und Schillers “Briefe über die
ästhetische Erziehung” abgedruckt. Das literarische Publikum hatte
dafür wenig
Verständnis.[28]
Am 3. Dezember 1799 siedelte
Schiller mit seiner Familie nach Weimar über, wo er sich sofort an die
Niederschrift der Tragödie “Die Jungfrau von Orléans”
machte.[29]
In keinem Werk Schillers
wird der Einfluß von Kant so deutlich wie in diesem. Fertiggestellt wurde
es im Jahre 1801.[30]
Seine letzten Jahre waren
einerseits vielleicht die schönsten seines Lebens, weil er keine
finanziellen Nöte mehr zu fürchten hatte. Auf der anderen Seite waren
sie für ihn unerträglich, da seine Krankheit mit sich kämpfen
lies. Trauer in der Familie blieb ihm ebenfalls nicht erspart: bereits 1796
starb seine jüngste Schwester, und sein Vater folgte ihr etwa ein halbes
Jahr danach. Als Schiller bereits drei Jahre in Weimar lebte, starb auch seine
Mutter.
In seiner eigenen Familie
wurden ihm zwei Söhne und zwei Töchter geboren.
Seinen Freund Goethe sah er
in diesen Jahren sehr häufig; sie standen in täglichem Kontakt.
1803 ist auch das Jahr, in
dem er vom Deutschen Kaiser in Wien in dem erblichen Reichsadelstand erhoben
wurde; von da an durfte er sich also Friedrich von Schiller
nennen.
Ein Jahr später wurde
er nach Berlin eingeladen, wo er ein Angebot unterbreitet bekam, welches von ihm
forderte nach Berlin zu ziehen. Doch seine Bindung an Weimar war zu stark.
Selbst als der Herzog den Lohn erhöhte, konnte man ihn nicht
überreden.
Die Verhandlungen wurden
dann jedoch durch den frühzeitigen Tod Schillers am 9. Mai 1805
unterbrochen. Er wurde im sogenannten
“Landschaftskassengewölbe” beigesetzt. Erst 22 Jahre
später wurde es wieder geöffnet und aus dem Chaos der Skelette das von
Schiller stammende herausgesucht. Vorerst wurde der Schädel im Fuß
seiner Büßte aufbewahrt, dann aber doch in der Fürstengruft in
Weimar zusammen mit den übrigen Gebeinen neben Goethe
beigesetzt.[31]
Sein letztes
vollständiges Werk, Wilhelm Tell, konnte er noch ein Jahr vor seinem Tod
fertigstellen. Auch dieses beinhaltet revolutionäre Gedanken, wie auch
schon “Die Räuber” und “Kabale und
Liebe”.
Wilhelm Tell ist dafür
bekannt seinem Sohn einen Apfel vom Kopf geschossen zu haben. Dies hat er nicht,
wie es zunächst klingen mag, als “Zirkusnummer”, sondern als
Strafe getan, weil er, man glaubt es kaum, einen Hut nicht gegrüßt
hat. Der Reichsvogt Geßler hat auf dem Marktplatz von Altdorf eine Stange
mit einem Hut darauf aufstellen lassen, den jeder Passant hat grüßen
müssen; wer dies nicht getan hat, mußte mit hohen Strafen rechnen.
Während die meisten nun einen Bogen um den Platz gemacht haben, ist Wilhelm
Tell mit seinem Sohn geradewegs an der Stange vorbei gegangen. Zum erstaunen
aller hat er den Apfel auf dem Kopf getroffen.
[32]
Anders sieht es mit der
Tragödie “Demetrius” aus. Um es fertigstellen zu können,
hatte Schiller vor seinem Tod zu wenig Zeit. Daher ist es nur beim Fragment
geblieben. Man entdeckte die Blätter auf seinem
Schreibtisch.[33]
Literaturverzeichnis:
Dichtung und Deutung, Dr, Wolfgang van Rinsum, Bayerischer
Schulbuchverlag, München 1970
Die Welt von A-Z, Georg Westermann - Verlag, Braunschweig
1952
dtv junior Schauspielführer, Klaus Jürgen Seidel,
Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1991
Goethe - Eine Biographie, Rudolf Goldschmit, Deutsche
Buchgemeinschaft, Darmstadt 1964
Schiller, Benno von Wiese, Bibliographisches Institut
Leipzig, (kein Datum)
Weltgeschichte der Philosophie, Hans-Joachim Störig,
Bertelsmann Verlag, Stuttgart 1962
Versicherung:
Hiermit versichere ich, daß ich diese Arbeit selbst
geschrieben habe, und nur die angegebenen Hilfsmittel dazu benutzt
habe.
Unterschrift
Ort, Datum
[1] vgl. Weltgeschichte der Philosophie,
Hans-Joachim Störig, Bertelsmann Verlag, Stuttgart 1962, S. 490
[2] vgl. Die Welt von A-Z, Georg Westermann
- Verlag, Braunschweig 1952, S. 499
[3] vgl. Die Welt von A-Z, Georg Westermann
- Verlag, Braunschweig 1952, S. 588
[4] vgl. Schiller, Benno von Wiese,
Bibliographisches Institut Leipzig, S. 3
[6] vgl. Dichtung und Deutung, Dr. Wolfgang
van Rinsum, Bayerischer Schulbuchverlag, München 1970, S. 139/140
[7] vgl. dtv junior Schauspielführer,
Klaus Jürgen Seidel, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1991, S.
166-172
[9] vgl. dtv junior Schauspielführer,
S. 203
[10] vgl. Dichtung und Deutung,
S.139/140
[11] vgl. dtv junior
Schauspielführer, S. 172-177
[12] vgl. dtv junior
Schauspielführer, S. 163/164
[13] vgl. Schiller, S. 31/32
[14] vgl. Schiller, S. 32/33
[15]vgl. dtv junior Schauspielführer,
S. 164
[16]vgl. dtv junior Schauspielführer,
S. 181
[17]vgl. dtv junior Schauspielführer,
S. 184
[20] vgl. Schiller, S. 43-48
[21] vgl. Schiller, S. 58
[22] vgl. dtv junior
Schauspielführer, S. 187
[23] vgl. dtv junior
Schauspielführer, S. 191
[24] vgl. Goethe - Eine Biographie, Rudolf
Goldschmit, Deutsche Buchgemeinschaft, Darmstadt 1964, S. 63/64
[26] vgl. Schiller, S. 51/52
[28] vgl. Schiller, S. 54/55
[29] vgl. dtv junior
Schauspielführer, S. 164/165
[30] vgl. Schiller, S. 71
[31] vgl. Schiller, S. 78-81
[32] vgl. dtv junior
Schauspielführer, S. 201-203
[33] vgl. Schiller, S. 78
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