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Der Begriff der Philosophie
Philosophie – Hausübung 2. Oktober 2000
Alexander FRIEDL, 8A
Der Begriff der Philosophie
Die Philosophie von heute unterscheidet sich für mich klar von der
Antiken. Denn während sich Philosophen heute meist über
Unerklärliches rätseln, war die ganze Forschung und Entwicklung von
den Anfängen auf der Philosophie aufgebaut. Man hatte ein vorgeschriebenes
Weltbild und wenig Beweise, doch das Hinterfragen („Ist es vielleicht doch
anders?“) zog immer mehr Wissenschaftler in den Bann und so wurden
widersprüchliche Theorien schnell eliminiert. Doch heute scheint alles
klar, da wir meinen allwissend zu sein und sich auch in den Theorien kaum mehr
Widersprüche sind. Philosophie war also immer eine Art Antrieb, aber sie
ist es auch noch heute. Vielleicht nicht mehr mit einem hohen Stellenwert in der
Öffentlichkeit versehen, aber für den Einzelnen sicher wichtig. Denn
um den Wissensdurst zu stillen, um Antworten zu bekommen, muss man erst Fragen
stellen und überlegen wie es sein könnte und genau das ist für
mich die Philosophie: Das Erfahren von Wissen mit Vorüberlegungen
vorzubereiten. Und sollte man falsch liegen, egal, Irrtümer bringen auch
eine Erkenntnis. Ich muss mich jetzt korrigieren: Denn wenn Spekulieren auf
Philosophieren aufgebaut ist, dann ist ja eigentlich jede Börse und somit
fast die ganze Wirtschaft mit der „Was wäre wenn“ – Frage
konfrontiert. Da hätte dann die Philosophie natürlich einen enormen
Einfluss auf unser Leben. Doch für viele Menschen existiert die Philosophie
gar nicht. Sie handeln stur nach einer Vorgabe, hinterfragen nicht und
stagnieren. Solch ein Leben ohne Motivation, ohne Streben zum Weiterkommen,
wäre für mich nicht möglich. Wenn einmal ein Stillstand auftritt
und es daraus auch keinen Ausweg gibt, ist der ganze Sinn für mich in Frage
gestellt. Eines muss man sagen: Philosophie ohne sich selbst einzubeziehen ist
fast ein Ding der Unmöglichkeit. Sie dient der Aufklärung und somit
der geistigen Horizonterweiterung. Den reellen Wert dieser Geisteswissenschaft
kann man erst an den Auswirkungen spüren, die durch den Einfluss auf den
Menschen hervorgerufen werden. Diese Auswirkung soll vor allem Erkenntnis
bedeuten, denn Ziel der Philosophie ist es, ein klares Bild aus dem gesammelten
Wissen herzustellen. Doch mit jedem klaren Bild mehr schrumpft das Gebiet der
Philosophie, da die Theorien den Wissenschaften zugeordnet werden. Denn sobald
etwas definitiv feststeht, dann kann man daran einfach nicht mehr rütteln
und jegliches Philosophieren wäre sinnlos. Deswegen hat diese Wissenschaft
auch viel mit der Religion zu tun, da hier viele Ereignisse nicht beweisbar
sind. Die Frage nach dem Sinn des Lebens etwa: Wird sie jemals gelöst? Muss
jeder seine eigene Definition finden? Leben wir nur um die Welt zu bestellen und
sie für die nächste Generation vorzubereiten? Muss alles was einen
Anfang hat auch unbedingt ein Ende haben? Philosophie ist praktisch ein Synonym
für Ungewissheit. Es gibt Fragen, die sich nie lösen lassen. Ein
weiterer Unterschied zu anderen Wissenschaften ist, dass diese meistens nach
Einzelerkenntnissen argumentieren, hingegen die Philosophie von der Gesamtheit
des Wissens ausgeht. Sie erforscht auch die Möglichkeiten, die Grenzen und
die damit verbundenen Gefahren der Wissenschaften. Menschen fangen oft zum
Philosophieren an, wenn es ihnen nicht gut geht oder sie sich etwas
wünschen. Was wäre gewesen, wenn ich das so gemacht hätte? Wie
könnte ich dieses und jenes Ziel erreichen? Doch auch die Philosophie wird
ihre Gefahren mit sich bringen... Ich glaube, dass irgendwann in nicht allzu
ferner Zukunft philosophische Gedanken so bewiesen und technologisch verwendet
werden, dass es nur mehr eine Frage der Zeit sein wird, dass der Mensch die
physikalischen Gesetze außer Kraft setzen und somit wieder Ruhe im Kosmos
herrschen wird...
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