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Scientology
Scientology
Fach: Religion
Autor(en): Klaas Ole Kürtz (kuertz@t-online.de)
Schultyp: Gymnasium
Altersstufe: 6. Klasse
Note: 2
In der Vorstellung der Scientology-Mitglieder gibt es zwei Hälften des
Verstandes. Der analytische Verstand denkt logisch und zeichnet jeden Moment
auf, 25 Bilder pro Sekunde und 52 Wahrnehmungen werden dazu benutzt. Der
reaktive Verstand ist genau das Gegenstück, er ist für negative
Emotionen, Handlungen oder für negatives Denken verantwortlich. Wenn es nur
den analytischen Verstand geben würde, würden die Menschen laut
Scientology keine Fehler machen.
Um bei einem Menschen auf die Ebene eines “Clears” zu heben,
das heißt vorübergehend seinen reaktiven Verstand aus zu schalten,
wird eine Methode verwendet, die Auditing genannt wird. Bei dieser Methode
werden immer wieder die schlechten Erlebnisse, sogenannte Engramme, aus der
Vergangenheit zurückgerufen, um sie so “wirkungslos” zu machen.
Das erste entdeckte Engramm nennt sich “Basic-Basic”.
Beispiel Autounfall: Wenn ein solches Engramm festgestellt worden ist,
muß der Auditierte, der Mensch, der auf die Ebene eines
“Clears” gehoben werden soll, sich die Bilder des Autounfalls immer
wieder ins Gedächtnis zurückrufen, bis er keine Angst mehr vor ihnen
hat.
Das ganze wird von einem Auditor geleitet, der manchmal auch noch von einem
“Case Supervisor” kontrolliert, bzw. beraten wird. Der Auditor hat
ein Gerät, ein Hubbard-Elektrometer, das seelische Veränderungen durch
Nadelausschläge aufzeichnet. Es ähnelt einem
Lügendetektor.
Wenn alle Engramme “gelöscht” wurden, ist der Zustand
eines “Clears” erreicht. Die Methode des Auditing wird von Kritikern
als sehr gefährlich angesehen, weil die Auditor, die Leiter, meist in
keiner Weise qualifiziert sind. Die Anhänger der Scientology-Kirche
glauben, daß die Menschen von den “acht Dynamiken” geleitet
werden, die auch durch die acht Spitzen am Scientology-Kreuz symbolisiert
werden:
- “Selbst-Dynamik” - das Streben, als Individuum zu existieren und
sich selbst zu entfalten
- “Sex-Dynamik” - das Streben nach zwischenmenschlichen Bindungen
und Gründung einer Familie
- “Gruppen-Dynamik” - der Drang nach Zugehörigkeit zu einer
größeren Gemeinschaft, Berufs-, Sport- oder Interessengruppe
- “Menschheits-Dynamik” - der Drang zum Dasein als Menschheit
- “Tier-Dynamik” - der Drang zum Überleben durch den
Fortbestand der Tier- und Pflanzenwelt
- “Universal-Dynamik” - der Drang nach Überleben durch das
physikalische Universum
- “Spiritual-Dynamik” - der Drang nach einem Dasein als
geistliches Wesen
- “Unedlichkeits-Dynamik” - der Drang nach Unendlichkeit, nach
Überleben durch Gott als unbestimmter Urgrund.
Es gibt auch
einen Ehrenkodex, den man befolgen sollte. Wer Vollzeit-Mitglied der Kirche ist,
unterliegt den strengen Ethik-Regeln. Das Einhalten dieser Regeln wird von
“Ethik-Beamten” beobachtet. Es gibt je nach Einhaltung Belohnungen
oder Bestrafungen.
So ist z.B. für den Zustand “Power” folgende Belohnung
vorgesehen: Erhält volle Bezahlung und Kredite im Kurssystem der
Scientology, goldener Stern hinter dem Namen am Informationsbrett.
Für den Ethik-Zustand “Doubt” ist folgende Bestrafung
vorgesehen: Keine Bezahlung, muß im besonderen Bereich unter strenger
Bewachung arbeiten, einfache Arbeitsuniform oder Kleidung, 15 stündige
“Wiedergutmachungsarbeit”, sämtliche Scientology-Materialien
müssen dem Ethik-Beamten zur Aufbewahrung übergeben werden, orangenes
Fähnchen hinter dem Namen am Informationsbrett, orangene
Armbinde.
Wer aus der Sekte austreten will, nachdem sein 5-Jahres-Vertrag als
“Stab-Mitglied” abgelaufen ist, wird Freeloader genannt. Wenn er
wirklich wieder austritt, wird ihm die “Freeloaderbill” geschickt,
eine Rechnung, die sich bis auf 20.000,- DM belaufen kann, weil die bis dahin
angeblich stark verbilligten oder kostenlosen Kurse nachbezahlt werden
müßten.
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