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Eichendorff, Joseph Karl Benedikt Freiherr von: Da
Das Marmorbild
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Ein junger Edelmann namens Florio, reitet auf die Stadt Lucca zu. In dieser
Stadt trifft er den Sänger Fortunato. Sein Äußeres wirkt sehr
sympathisch auf Florio. Fortunato ist auf der Wanderschaft und versucht mit
seinem Gesang Geld zu verdienen. Er liebt das Reisen und die Erkundschaftung der
Welt, des Unbekannten. Die beiden Reisenden sind an einem Platz angelangt, wo
sich Reiter und Spaziergänger bei Musik in der Abendsonne flanieren.
(umherschlendern). Fortunato verabschiedet sich kurz und verschwindet dann in
der Menschenmenge. Einige Mädchen spielen mit Federbällen. Eines
fällt Florio durch seine zierliche Gestalt besonders auf. Der Ball
fällt Florio vor die Füße, er überreicht ihn dem
Mädchen, es schaut ihn schweigend in die Augen und errötet. Eine
Stunde später entdeckt Florio Fortunato inmitten einer Schar von Reitern
und Frauen, welche seinem Gesang lauschen. Die schöne Ballspielerin ist
ebenfalls anwesend. Fortunato entdeckt Florio ebenfalls und führt ihn in
ein Zelt, in welchem man an einem runden Tisch ein Nachtmal vorbereitet hat.
Jeder muß der Reihe nach ein Lied singen. Als er an die Reihe kommt, singt
er einige wehmütige Strophen. Der bewegte Gesang verfehlt seine Wirkung
nicht. Florio küßt seine schöne Nachbarin, sie läßt
es sich gefallen.
Nun tritt der Ritter Donati ins Zelt. Er trinkt hastig ein Glas Rotwein und
wendet sich dann Florio zu. Durch sein Erscheinen ist die fröhliche
Stimmung verflogen, und da es Nacht wird, brechen alle auf.
Florio, Donati und Fortunato reiten zusammen Richtung Stadt. Am Stadttor
bäumt sich das Pferd von Donati auf. Mühsam unterdrückt er einen
Fluch. Florio ist erstaunt über die Heftigkeit seiner Worte. Donati
lädt Florio in sein Landhaus ein und reitet fort. Fortunato ist erleichtert
, daß der Reiter verschwunden ist. Er bereitet allen ein wenig Angst,
außer Florio. Sie reiten zusammen zur Herberge und gehen in ihre
Zimmer.
Mitten in der Nacht wacht Florio in einem Traum seiner Geliebten auf. Er
verläßt die Herberge und wandert ziellos zwischen Weinbergen und auf
leeren Alleen in das Land hinaus. Unerwartet gelangt er an einen Weiher, an
dessen Ufer ein marmornes Venusbild steht. Um so länger er hinsieht, um so
mehr scheint es die Augen aufzuschlagen, als ob es lebte. Er schließt kurz
die Augen, und als er sie wieder öffnet hat sich alles verwandelt.
Weiß und regungslos starrt ihn das Venusbild an. Er flieht entsetzt von
diesem Ort, wirft sich aufs Bett und schläft wieder ein.
Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, entschließt
sich Florio, den Weiher wieder aufzusuchen. Er verfehlt jedoch den Weg und irrt
suchend in der Gegend herum. Auf einmal kommt er an ein vergoldetes Eisengitter.
Es ist nicht verschlossen, er tritt hinein. Vor sich erblickt er einen
prächtigen Garten, in der Ferne sieht er zudem einen Palast. Plötzlich
erblickt er die Frau vom Marmorbild vor sich. Sie bemerkt ihn nicht, da sie in
Gedanken versetzt ist. Er eilt ihr nach und kommt an ein verfallenes Mauerwerk,
wo er den Ritter Donati schlafend vorfindet. Der Jüngling weckt den Ritter
auf und fragt ihn, wer die Frau sei. Er sagt, sie sei eine reiche Verwandte von
ihm. Donati sagt ihm er könne die Herrin am nächsten Tag sehen.
Daraufhin eilt Florio wieder in die Stadt zurück.
Am nächsten Morgen tritt Donati unerwartet in das Zimmer von Florio
ein. Er sagt ihm, er könne die Frau heute nicht sehen, aber er wolle ihn
zur Jagd mitnehmen. Florio will am Sonntag aber nicht jagen. Bald darauf
erscheint Fortunato und bringt ihm eine Einladung für ein Fest in einem
Landhaus mit. Er werde dort eine alte bekannte treffen.
Am nächsten Tag versucht Florio etwas über seine Geliebte
(Herrin) herauszufinden. Doch er findet weder den Palast, noch den Ritter
Donati.
Am Abend reitet er mit voller Erwartung, seine Geliebte zu sehen, zum
Landhaus. Im Saal der kleinen Villa wird getanzt. Ein Mädchen in
griechischem Gewand verneigt sich vor Florio, übergibt ihm eine Rose und
verschwindet wieder in der Menge. Später tanzt er mit ihr. Er glaubt, am
anderen Ende des Saals seine Tänzerin noch einmal zu sehen. Nach dem Tanz,
schwärmen alle nach draußen, er folgt der Menge. Nach einiger Zeit
sieht er die Griechin noch einmal. Sie lädt ihn in ihr Haus ein und
verabschiedet sich. Er kehrt zur Menge zurück und sieht dort die 2.
Griechin, mit der er getanzt hat. Sie ist die Nichte des Hausherrn und
heißt Bianka. Er verabschiedet sich und reitet in die Stadt
zurück.
Einige Tage später ist Florio bei Donati zu Hause und unterhält
sich mit ihm stundenlang. Das schöne Fräulein reitet an ihrem Haus
vorbei. Sie grüßt freundlich zu Florio hinauf. Donati schlägt
vor, das Fräulein zu besuchen. Beim Palast werden die beiden von mehreren
Dienern empfangen. Die Herrin liegt auf einem Liegebett umgeben von Jungfrauen,
die sie mit Rosen schmücken. Die Dame unterhält sich mit Florio
über unwichtige Dinge. Die Nacht ist bereits hereingebrochen, als sie
Florio bei der Hand nimmt und in einen der schönsten Räume führt.
Dort wirft sie sich auf Kissen und enthüllt sich. Der Jüngling schaut
sie mit flammenden Augen an. Er betrachtet den Raum, mit den vielen Bildern. Er
glaubt, als Kind schon mal ein solches Bild gesehen zu haben, eine
wunderschöne Dame, und zu ihren Füßen ein Ritter. Er
erzählt es tiefbewegt der Dame, sie sagt jedoch nur : „ Laßt
nur das, ein jeder glaubt, mich schon einmal gesehen zu haben, denn mein Bild
dämmert und blüht wohl in allen Jugendträumen mit herauf.“
Florio kommt sich auf einmal so fremd vor, und die letzten Worte der Herrin
beängstigen ihn. Aus tiefstem Grund der Seele sagt er leise: „ Herr
Gott, laß mich nicht verlassen gehen in dieser Welt.“ Kaum hat er
diese Worte ausgesprochen, naht ein Gewitter. Ein Blitz erhellt den Raum, er
sieht zur Dame hinüber. Sie steht starr, mit geschlossenen Augen und
weißem Gesicht vor ihm. Die Bilder beginnen zu leben, die Dame wird
bleicher und bleicher. Florio flieht zu Donatis Landhaus zurück. Doch
dieses hat sich in eine niedere Hütte verwandelt, aus der ein alter Mann
mit einem Spaten in der Hand herauskommt. Er fragt den Gärtner nach Donati,
doch dieser kennt den Ritter nicht. Er flieht in seine Herberge und
schließt sich in seinem Zimmer ein.
Am nächsten Morgen reitet Florio aus der Stadt. Nicht weit von der
Stadt entfernt gesellen sich 3 Reiter hinzu. Fortunato, Biankas Onkel Pietro und
ein Knabe. Sie reiten an einem verfallenen Gemäuer vorbei und an einem
Weiher, über dem sich ein zertrümmertes Marmorbild erhebt. Fortunato
erzählt, daß es der verfallenen Tempel der Venus sei und der Geist
der Heidengötter jeden Frühling junge sorglose Gemüter versucht
zu verführen. In dem Knaben erkennt Florio Bianka. Er ist erstaunt
über ihre Schönheit und will sich nie mehr von ihr trennen.
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Florio
Das Marmorbild dreht sich um Florio. Er ist ein Sohn eines Edelmannes und
erlebte eine glückliche Jugend in ländlicher Zurückgezogenheit.
Er möchte gerne ein guter Sänger werden, ist im Moment jedoch mit
seiner Leistung noch nicht so sehr zufrieden. Es lockt ihn die wunderschöne
weite Ferne, die grosse und unermessliche Lust. Fortunato versucht Florio
begreiflich zu machen, dass er sich damit schon den Gefahren einer Begegnung mit
der Sünde ausliefert. Er meint, Florio wittert wohl die Gefahren, doch es
fehlt ihm an Verstand, sie auch richtig einzuschätzen.
Florio verfällt während der Geschichte seiner eigenen Lust, und
er möchte um jeden Preis die geheimnisvolle Venus kennenlernen. Doch bleibt
er mit dem Glauben immer bei Gott, was ihn auch am Schluss am Leben erhaltet.
Bianka
Bianka ist zierlich und schüchtern, eine fast noch kindliche Gestalt,
die wie ein fröhliches Bild des Frühlings anzusehen ist. Sie
errötet sehr schnell. Ihr gefällt Florio von Beginn weg
sehr.
Bianka verkörpert das Reine von Gott; sie drängt sich Florio
gegenüber nicht auf und sucht nicht ihren eigenen Vorteil. Und sie ist doch
da, als Florio schliesslich wieder klar denken kann.
Die Venus
Die Venus ist keine eigentliche Person im Marmorbild. Sie existiert nur in
Florios Vorstellung und ist ein Scheingebilde. Sie sieht gleich aus wie Bianka,
möchte jedoch Florio mit allen Mitteln vom rechten Weg abbringen, dem
Teufel näher.
Aus der Sage erfährt man, dass die Venus in einer Zwischenwelt lebt,
zwischen dem Leben und dem Tod. Und einmal im Jahr wacht sie auf, um junge
Ritter, wie Florio, zu verführen, bzw. ihn ins Verderb zu
führen.
Fortunato
Fortunato lernt Florio zu Beginn der Geschichte kennen. Er verkörpert
in der Geschichte das Prinzip des Guten. Florio bewundert ihn, denn er ist
unbeschwert. Und seine Sangeskunst ist doch besser als die vom Florio. Durch ein
frommes Lied am Ende des Buches rettet er auch Florio von der Venus.
Donati
Donati stellt auch eine Gefahr für Florio dar. Er verachtet das
Christentum und möchte Florio ebenfalls zur Sünde bringen. Er hilft
der Venus, und führt Florio auch zu ihr.
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Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff ist am 10. März
1788 auf dem Schloss Lubowitz bei Ratibor geboren. 1801 ist er in das
Matthias-Gymnasium in Breslau eingetreten. Vier Jahre später begann er das
Jurastudium in Halle. 1807 lernte er einen romantischen Dichter namens Graf
Löben kennen. Zwei Jahre später erschien seine erste Prosadichtung
„Die Zauberei im Herbste“. Er nahm noch am Befreiungskrieg als
preussischer Offizier teil. Schliesslich heiratete er 1815 Luise von Larisch und
zog mit ihr einen Sohn und zwei Töchter gross.
1819 erschien „das Marmorbild“.
Seine Gattin starb 1855, worauf er nach Neisse zog. Joseph Freiherr von
Eichendorff ist am 26. November 1857, zwei Jahre nach seiner Frau, an
einer Lungenentzündung gestorben.
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Eichendorff schrieb wahrscheinlich während seiner Heidelberger
Studentenzeit, zwischen 1808 und 1809, das Märchen „die Zauberei im
Herbste“. Es stellt eine Vorstufe zu der spätestens im März 1817
vollendete Novelle „das Marmorbild“ dar. Das Werk sandte
Eichendorff an einen Mann namens Fouqué, der es dann im
„Frauentaschenbuch für 1819“ veröffentlichte.
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Die Romantik spielte in der europäischen Geschichte vom Ende des 18.
bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine große Rolle. Der Begriff ist vom
Französischen „Roman“ abgeleitet worden und es bezeichnete die
in romantischer Sprache geschriebenen Texte. Im Laufe der Zeit erweiterte man
den Begriff in Richtung der empfindsamen und phantasievollen
Schriften.
Das Leben in der Zeit der Romantik veränderte sich. Man wollte die
Gegenwart hinter sich lassen, weg von der existierenden Realität. Viel hat
dies auch mit den Lebensverhältnissen zu tun, die nicht gerade sehr gut
waren in dieser Zeit. So flüchtete man in eine Welt der Utopie oder in
seine Erinnerungen aus einer guten Zeit.
Bei Eichendorff findet man auch im Marmorbild viele solche Hinweise.
„Es rauschen die Wälder, schlagen die Nachtigallen, plätschern
die Brunnen und blitzen die Ströme“; viele solche Stellen findet man
beim Lesen. Und immer wieder kommt die Ruhe, die Stille vor. Eine Art von Flucht
in seine Traumwelt, die er im Marmorbild findet.
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Bei diesem Buch ist es schwer, zwischen der Realität und der Traumwelt
zu unterscheiden. Man weiss nie so recht, ob Florio wiedermal etwas träumt,
oder sich wirklich in dieser Situation befindet. Die Welt der Romantik ist sehr
naturverbunden. Es werden auch sehr viele Adjektive benutzt um eine Stimmung
besser beschreiben zu können....... als sich der Palast mit seiner
heiteren Seulenpracht vor ihnen erhob, ringsum von dem schönen Garten wie
von einem fröhlichen Blumenkranz umgeben. Von Zeit zu Zeit schwangen sich
Wasserstrahlen von den vielen Springbrunnen wie jauchzend bis über die
Wipfel der Gebüsche, hell im Abendgolde funkelnd. Die Stille ist
Eichendorff sehr wichtig, denn sich kommt sehr viel vor. Die Stillen
Wälder, Stille Gewässer etc. .......Dieses Buch besteht aus
romantischen Zügen, die für diese Epoche typisch war. Die Nacht
hatte indes schon angefangen, zwischen die fliegenden Abendlichter hinein zu
dunkeln, das lustige schallen im Garten wurde nach und nach zum leisen
Liebesgeflüster, der Mondschein legte sich zauberisch über die
schönen Bilder. Ich denke, dass Eichendorff seine Vorstellungen, oder
Träume vom Paradies in diesem Buch niederschreibt, wie er sich die
Landschaft dort vorstellt usw. . Im Text kommen viele Gedichte vor, was für
Eichendorff typisch ist. Der starke christliche glaube an Gott in dieser Zeit
kommt bei diesem Buch ebenfalls sehr oft zum Vorschein. z.B. S. 12 wird
über den Tod geschrieben. Man denkt, es sei schön und glaubt von Gott
in den Himmel aufgenommen zu werden, die Erlösung? Man ist ebenfalls davon
überzeugt, dass nach dem Tod die Seele vom Geiste befreit sei, und von Gott
beschützt werde. Die Realität wird extrem romantisiert, dies sieht man
jeweils bei den Träumen von Florio. Die Mädchen sind dann immer
schöner und herrlicher als dort, wo er sie zum erstenmal gesehen
hat.
Die Gestalt der Venus verkörpert für uns die Antike. Im
Mittelalter war man der Auffassung, dass die antiken Götter (Venus) beim
Sieg des Christentums in ein tristes Zwischenreich kamen, wo sie die Seele der
Menschen bedrohen. Die Venus versucht mit ihren sinnlichen reizen, die Seele von
Florio zu gewinnen. Florio kann sich aus ihrer Macht entziehen, weil er zu fest
an Gott glaubt.
Das Buch ist im Allgemeinen einfach und verständlich geschrieben. Es
enthält zum Teil einige ungewöhnliche Wörter, die wir heute nicht
mehr gebrauchen. Auf jeden Fall ist es sehr romantisch geschrieben. Es
enthält aber keine besondere Spannung, das Geheimnis wird jedoch am Schluss
entlüftet. Für diejenigen, die auf Liebesgeschichten schwören,
ist es auf ein lesenswertes Buch.
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