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Grönland
Referat :
(von Björn Scherer)
email:
b.j.s.@t-online.de
Thema: Grönland
( wörtl.: Grünes Land.)
Zur Geschichte:
Schon vor ca. 12000 Jahren wanderten die Eskimos von Sibirien aus über die
Beringstraße nach Nordamerika ein. Damals, während der letzten
Eiszeit, lag der Meeresspiegel wesentlich tiefer als heute. Somit bestand
zwischen Nordasien und Nordamerika eine Landbrücke. Auf diesem Weg sind
Menschen also schon relativ früh auf diese Insel gestoßen. Robben und
kleinere Wale stellten damals das Hauptnahrungsmittel da. Jedoch waren besonders
die Seehunde von besonderem Interesse für die Emigranten, da sie ihnen
alles zum Leben Notwendige lieferten.
Die Insel Grönland ist die größte Insel dieser Welt und wurde
unter andere um 983 von einem Wikinger namens Erik dem Roten, der Island wegen
Totschlags verlassen mußte, besucht. Eben jener gründete dort
angekommen gleich eine Stadt namens Godtha°b, der heutigen Hauptstadt.
Doch aus der anfangs handelsträchtigen Metropole wurde -- aufgrund
mächtiger Klimaveränderungen ( unbekannter Ursache ) und durch
Kämpfe mit den Eskimos, die aus Norden vordrangen -- nach ca. 300 Jahren
eine von der Außenwelt völlig abgeschlossene Einöde. So wird
berichtet, daß zwischen 1414 und 1492 nicht ein einziger Kontakt der
Mönche auf der Insel mit der Außenwelt stattgefunden hat. Die Insel
wird seit 1721 von Dänen besiedelt und ist seit 1953 gleichberechtigter
Teil Dänemarks. 1949 dann trat Grönland der Nato bei.
Zu Lage/Einwohner:
Grönland befindet auf 59° 46´ N , und der nördlichste Punkt
ist das Kap Morris – Jesup, welches auf 83° 39´ N liegt. Den
östlichsten Punkt stellt das sog. „Nordost – Kap“ mit
11° 39‘ West, und den westlichsten Punkt stellt das Kap Alexander auf
73° 08´ West dar. So ist die größte Nord – Süd
Strecke 2650 km und die längste West – Ost Strecke 1050 km lang.(
Atlas S.214 / Folie)
An 45° West teilt sich die Insel in zwei unterschiedliche Zeitzonen auf.
Die Zeitunterschiede betragen jeweils 3 bzw. 4 Stunden der
mitteleuropäischen Zeit gegenüber. Grönland wird im Westen vom
Baffin Bai, im Osten von der Grönlandsee, im Norden vom Nordpolarmeer und
im Süden von der Labrador– See eingeschlossen. Sie gehört somit
zur Amerikanischen Platte ( Atlas S. 218).
Grönland umfaßt eine Fläche von 2.175.600 km*km, und auf ihr
leben zur Zeit ca.56.000 Menschen. Die Bevölkerungsdichte beträgt
somit 0.26 Einwohner pro km*km. Dies ist gerade ein Tausendstel von der
Deutschen Bevölkerungsdichte. Somit liegt der Anteil der Einwohner
Grönlands unter 0,1 % der Gesamtbevölkerung ( 4,86 Mrd. !!!).
Zum Klima/Wetter:
Die Inlandseismasse bedeckt 1,72 Mio. km*km ( 79 % des ganzen Landes !!!) , ist
bis3700 m dick und besitzt ein Gesamtvolumen von 2,6 Millionen Kubikkilometern
!!! (schon seit ca.18000 Jahren). So ragt das Eis bis 1500 m. über nN.
heraus. Die Eismasse ist zum größten Teil eben und wird nur in den
Randgebieten von Spaltsystemen durchsetzt. Die Verdunstung und Abschmelzung sind
nur unbedeutend. Die Eismassen, die unter dem Eigendruck ein wenig plastisch
geworden sind, treten an einzelnen Stellen der Fjordküste seewärts
aus. Die Fließgeschwindigkeit der Gletscher beträgt 15 – 30 m.
pro Tag. Zum Inlandeis hin bilden sich fast überall Landschaft mit Fjorden
und Gletschern – typisches Beispiel für eine Glaziallandschaft
– die von Schmelzwasserströmen durchzogen werden. Der
größte Berg Grönlands ist 3733 m. über nN groß. Die
Westküste ist ab 75° nördlicher Breite eisfrei; ab dort liegt nur
noch Schnee auf dem festen Untergrund. Außer Fels- und Vulkangestein kommt
hauptsächlich Podsol – Boden vor.
Fast ganz Grönland gehört zum polaren Klimabereich, aber aufgrund der
beachtlichen Nord – Süd Ausdehnung zeigt das Klima doch achtenswerte
Unterschiede. So bleibt z.B. die Sonne am nördlichsten Punkt über 4
Monate im Jahr unter dem Horizont.
Im allgemeinen liegt die der wärmste Monat (Juli) unter der 10°C
Grenze, womit die Getreidewachtumsgrenze bei weitem nicht gegeben ist. In den
Küstengebieten jedoch kommen Moose und subpolare Gehölze in arktischem
und zum Teil alpinem Klima durchaus vor ( Atlas S.214). Des weiteren gedeihen in
Fjorden des südliches Teiles bei subpolarem Klima durchaus auch
Weidenbüsche, und es besteht die Möglichkeit, dort Weideflächen
einzurichten.
Wegen der eben schon genannten Nord – Süd
Größe Grönlands sind ebenso die Temperaturen innerhalb der Insel
nicht gleichmäßig. So kann die Julitemperatur in geschützten
Fjordlandschaften durchaus 9,9 °C betragen und im Februar den Tiefstwert
von –7,4°C erreichen. Die durchweg geringsten Temperaturen erreicht
jedoch die Station Upernavik ( Folie) mit einer Julitemperatur von
4,9°C und der Februartemperatur von – 23,2°C. Das gesamte
nördlicher gelegene Grönland gehört zum hocharktischem Klima.
Dort ist das Monatsmittel weit unter 5°C, und es gibt keine geschlossene
Pflanzendecke mehr.
Dabei ist noch anzumerken, daß einzeln gemessene Werte
weit unter diesen Angaben liegen. So ist an einzelnen Orten eine Temperatur
– Amplitude von 80°C und mehr keine Seltenheit. Doch diese
Extremwerte machen sich natürlich in der Jahresdurchschnittstemperatur
nicht bemerkbar.
Die Schneegrenze liegt im Süden bei 1200 m. und im
Norden trifft jedweder Niederschlag unmittelbar als Schnee auf die
Gletscher.
Der eisreichste Monat ist der Mai und der eisärmste
Monat der Oktober. Dies spielt insbesondere für die Wirtschaft auf
Grönland eine wichtige Rolle.
Aufgrund dieser Werte kommt der relativ hohe Energieverbrauch von ca.10.000 kg.
SKE / Einwohner zu stande.
Und ein grönländischer Polarforscher schrieb im Jahre 1914: „ Es
gibt kaum ein Land, welches härter und rauher ist !!! “.
Zu den Lebewesen/ Bebauung:
Zu den Einwohnern zählen neben hartgesottenen
Dänen vom Festland auch noch Eskimos und Mischlinge mongoloider Abstammung.
Bis auf die Naturreligionen sind hauptsächlich Protestanten auf der Insel
ansässig.
Auf der Insel selbst gibt es ca. 120 Siedlungen, wovon die
meisten – 55 Stück – im Süden angesiedelt
sind.
Ein Großteil der Bevölkerung (76 %) lebt jedoch
in Städten; Auf den Dörfern leben 24,1 % der Menschen und die
Messtationen sind mit knapp 4,1 % der Menschen dieser Insel besiedelt. Nur knapp
2 % der Grönländer leben im nördlichen Teil der Insel; dies
zeigt, daß dieser Teil fast kaum zivilisiert ist.
Neben den Menschen leben auch noch Eisbären, Rentiere,
Polarfüchse, Vögel und Robben an Land der Insel. Wegen der zahlreichen
Fisch – und Robbenvorkommen um Grönland herum kommen jedes Jahr
zahlreiche Weißwale und Narwale, mit dem Golfstrom zusammen dorthin.
Das Straßennetz ist schon wesentlich besser ausgebaut
als vor 20 Jahren. Doch die Haupttransportmittel sind immer noch Schiff und
Helikopter, da die meisten Häfen im Süden ganzjährig angefahren
werden können (Bild => Packeis).
Zur Wirtschaft/ Politik/Landnutzung:
Zu Beginn ist zu sagen, daß Grönland eine
Volksgemeinschaft innerhalb des dänischen Reiches
darstellt.
Grönland ist zwar selbstregierend, muß jedoch
für grundlegende Veränderungen in Wirtschaft usw. die Genehmigung
Dänemarks haben.
Vor ca. 10 Jahren sorgte Grönland das erste Mal
für Schlagzeilen, da es aus der EWG austreten wollte, um größere
Fischfangquoten zu erreichen. Auch wollte Grönland in naher Zukunft nicht
nur Rohstoffe exportieren, sondern sie auch individuell
weiterverarbeiten.
Beide Forderungen wies die dänische Regierung massiv
zurück. In diesem Fall hatte die Regierung Grönlands keine
Möglichkeit, Einspruch zu erheben, da der Sektor nicht in ihr
Verwaltungsgebiet viel. Grönland darf nämlich nur über die
Gebiete frei entscheiden, die es auch aus eigener Tasche
finanziert!
So mußte Grönland also die Fischwirtschaft den
europäischen Normen anpassen, weitete sein Gebiet jedoch weit aus. Dabei
wurde am meisten aus Krabbenexport und Dorschfang Wert gelegt. Es wurden auf der
Insel ca. 80 Fischereistationen erbaut.
Da die Grönländer aber aufgrund ihrer
Ausrüstung nur in der Fjorden und vor den Küsten fischen konnte, die
großen Fischgründe aber weiter draußen waren, ging das
Fischfanggeschäft in den letzten Jahren um mehr als die Hälfte
zurück. So blieb den Grönländern keine andere Möglichkeit,
als mit den Dänen zu verhandeln, und den aus Umweltgründen so sehr
gefürchteten Abbau von Uran-, Kohle- und Erdgas- Beständen anlaufen zu
lassen. Jedoch befürchten Umweltschützer weiterhin eine
Klimaveränderung bei Abbau im Süden der Insel. ( bes. bei Uran sind
große Eingriffe in die Natur notwendig.)
Da jedoch akuter Geldmangel vorhanden war, kaufte sich die
kanadische Firma Greenex vor einigen Jahren die Rechte für den Abbau der
Kohle- und Erdgasvorkommen auf Grönland, und ist inzwischen zu einem
wichtigen Investor auf der grünen Insel Geworden.
Zu den Hauptabnehmern zählt Westeuropa, insbesondere
Deutschland.( Jede 3. Wohnung wird bei uns mit Erdgas
beheizt).
Als zweite wichtige Sparte sind die öffentlichen und
die privaten Dienste ( Krankenhäuser, Polizei usw. ), in denen es immerhin
über 7000 Beschäftigte gibt, zu nennen.
Der Anteil derjenigen, die ihren Lebensunterhalt in der
Landwirtschaft verdienen, beträgt weniger 5 % der Inselbevölkerung.
Dafür, daß dies überhaupt möglich ist, sind die im Winter
häufigen Föhnwinde. Besonders in den inneren Fjordgebieten bringe sie
kurzfristig trockene Warmluftperioden, und bilden somit die Voraussetzung
für die Schafhaltung in süd – westlichen Teilen der Insel (
Atlas S.214).
Quellen: Westermanns Lexikon der Geographie
Schulatlas
Seydlitz: Mensch und Raum
Brockhaus Enzyklopädie
Div. Hefte von: Geographie Heute
Time Life: Die Natur zeigt ihre Macht
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