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Wedekind, Frank: Frühlingserwachen
1.10.1997
FRÜHLINGSERWACHEN
von Frank Wedekind
Frank Wedekind wurde am 24. Juli 1864 als Sohn eines Arztes und einer
Schauspielerin in Deutschland geboren. 1872 emigrierte die Familie in die
Schweiz. Wedekind brach sein Jurastudium ab und arbeitete dann als Journalist,
Reklamechef und Sekretär. Wegen Majestätsbeleidigung mußte der
junge Dramatiker sogar für 3 Monate in das Gefängnis. Seine Werke sind
stark gegen die Einschränkung eines freien, stark sexuell betonten Lebens
gerichtet. Dies spiegelte sich auch in seinen Werken wieder, und war auch der
Grund warum ihm der Zugang zur Bühne so lange versperrt wurde. Seine Werke
beeinflußten die Entwicklung der Dramen maßgeblich. 1918 starb der
54 jährige Dramatiker.
Wedekinds erstes gedrucktes Buch war Frühlingserwachen. Geschrieben
hatte der damals 26 jährige es schon 1891; uraufgeführt wurde es aber
erst 1906.
Die Hauptpersonen in diesem Werk sind:
- Melchior Gabor
- Moritz Stiefel
- Wendla Bergmann alle drei sind 14 Jahre
- Der vermummte Herr
Der INHALT:
Moritz bittet seinen gleichaltrigen Mitschüler Melchior ihn in einem
Brief über die Sexualität aufzuklären. Während der letzten
Schulwochen hat Melchior eine sexuelle Beziehung zu Wendla. Schließlich
wird der Brief von Moritzs Eltern entdeckt. Dies hat natürlich auch
schulische Folgen, die schlußendlich auch dafür ausschlaggebend sind,
daß Moritz nicht in die nächste Schulstufe zugelassen wird. Mit dem
letzten Satz : “ Es hat etwas Beschämendes, Mensch gewesen zu sein,
ohne das Menschlichste kennen gelernt zu haben.“ erhängt sich dieser
vor Scham seiner Eltern gegenüber, daß er durchgefallen ist, in einem
Wald.
Seine Eltern glauben jedoch, daß der tragische tot nur durch den
Brief seines Mitschülers hervorgerufen ist. Daraufhin wird Melchior in eine
Korrekturanstalt gesteckt.
Wendla wird in der Zwischenzeit schwanger und stirbt an einem Versuch der
Abtreibung. Auf ihrem Grabstein steht die Lüge: Gestorben an der
Bleichsucht. Wendlas Mutter hatte bis zu ihrem Tod nie den Mut ihre Tochter
aufzuklären.
Schließlich beschließt Melchior aus der Anstalt auszubrechen,
da er sowieso keinen richtigen Grund mehr fürs Leben sieht. Beim Ausbruch
kommt er durch den Friedhof, wo all seine alten Freunde bestattet sind , und
trifft Moritz mit dem Kopf unterm Arm. Dieser will den unglücklichen
Melchior zum Sterben verführen. Plötzlich tritt ein vermummter Herr,
der für das Leben steht, in Erscheinung und bietet ihm Hilfe an. Mit den
Worten „Du lernst mich nicht kennen, ohne dich mir anzuvertrauen.“
bringt er Melchior ins Leben zurück.
Versuch einer INTERPRETATION:
In diesem Stück prangert Wedekind die eigentlich total gegen die
sexuelle menschliche Natur gerichtete Gesellschaft an.
Die Gesellschaft versucht ständig ganz menschliche Triebe zu
unterdrücken.
Da in jedem von uns irgend ein innerer Schweinehund steckt, kann die
Gesellschaft aber nur durch Lügen bestehen. In diesem Stück sieht man
das ganz deutlich dadurch, daß sogar auf Wendlas Grabstein eine Lüge
steht. Der Schein einer perfekten Familie ist ihren Eltern wichtiger als das
Leben der eigenen Tochter. Somit klagt Wedekind die Moral der Eltern an, die im
Endeffekt ihre Kinder morden.
Nur die Neugierde des Menschen auf das was einem das Leben so bringt
hält schließlich Melchior von seinem Selbstmord ab.
Das beweist auch, daß man sich nicht immer um das kümmern
muß/soll was die Gesellschaft von einem denkt/hält.
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