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Vernes, Jules: Reise um die Erde in 80 Tagen
Jules
Verne:
Reise um die Erde in 80
Tagen
© 1994 by Raphael Bick, Referat für Deutsch,
Kopiervorlage
1. Der Autor
1.1. Lebenslauf
Jules Verne wurde 1828 in der französischen Stadt Nantes geboren. Er
wollte Schiffsjunge werden, aber sein Vater schickte ihn zum Jurastudium nach
Paris. Nach Beendigung seines Studiums wurde er Sekretär an der komischen
Oper in Paris und bearbeitete Lustspiele und Librettos, hatte aber keinen
Erfolg. Dann versuchte er sich als freier Schriftsteller. Er gab aber auch
diesen Beruf bald auf, da er nicht genug Einkünfte hereinbekam. Darauf
fertigte er Notizen und Pläne des wissenschaftlichen Wissens seiner Zeit an
und studierte diese. Eines Tages verkündete er Freunden, daß er
endlich die Idee gehabt habe. Er werde einen Roman in einer völlig neuen
Form schreiben.
1863 erschien sein erstes Buch: "Fünf Wochen im Ballon". Über
Nacht wurde er weltberühmt. Vierzig Jahre lang folgten Jahr für Jahr
zwei weitere Bücher.
Jules Verne starb 1905 in Amiens.
1.2. Literatur
Jules Vernes bekannteste Bücher sind:
Fünf Wochen im Ballon. Entdeckungsreise dreier Engländer
nach Afrika (1863)
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (1864)
Von der Erde zum Mond, Direktflug in 97 Stunden 20 Minuten
Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer (1869)
Reise um die Erde in 80 Tagen (1872)
Nach seinem Roman, "Fünf Wochen im Ballon" schrieb Jules
Verne noch sehr viele utopische und technische Abenteuerromane, die von den
Lesern seiner Zeit begeistert aufgenommen wurden und viele Erfindungen des 20.
Jahrhunderts, wie beispielsweise bemannte Raumfahrt, atomgetriebene U-Boote,
Hubschrauber und vieles mehr, vorwegnahmen.
Neben diesen utopischen Geschichten stammen aber auch reine
Abenteuerromane, wie z. B. "Die Kinder des Kapitän Grant" oder "Reise um
die Erde in 80 Tagen" aus seiner Feder.
Die deutsche Gesamtausgabe seiner Bände erschien von 1873 bis 1911 und
brachte es auf 98 Bände. Sein Einfallsreichtum und seine Phantasie
müssen daher scheinbar ohne Grenzen gewesen sein.
Jules Verne erzählte immer frisch, lebendig und unbekümmert,
wobei er stets die technischen Errungenschaften seines Jahrhunderts mit einbezog
und auch den Humor nicht zu kurz kommen ließ. Vielleicht waren seine
Bücher gerade deswegen so erfolgreich.
2. Reise um die Erde in 80
Tagen
2.1. Inhalt
Ort: Rund um die Erde
Zeit: 1872
Hauptpersonen: Phileas Fogg, sein Diener Passepartout, der Detektiv
Fix, Miss Aouda
Inhalt:
Phileas Fogg ist ein Engländer der Oberschicht. Sein Vermögen
beläuft sich auf 40.000 Pfund. Sein Tagesablauf ist immer der gleiche: Nach
dem Frühstück geht er auf dem direktesten Wege in den Londoner
Reform-Club, dessen Mitglied er ist. Dort ißt er zu Mittag, verbringt den
Nachmittag mit Zeitungslesen und Whist spielen. Um Mitternacht ist er wieder zu
Hause.
So auch am 2. Oktober 1872. Nachdem er um 11 Uhr 29 seinen neuen Diener,
den Franzosen Passepartout in seine Dienste genommen hat, macht er sich auf den
Weg zum Reform-Club. Beim Whistspiel meint Foggs Partner pessimistisch zu den
Chancen, den Mann zu fassen, der die Bank von England um 50.000 Pfund bestohlen
hat, "Die Welt ist groß.". Fogg antwortet, einer Rechnung des "Morning
Chronicle" vertrauend, das war einmal, und wettet um die Hälfte seines
Vermögens, daß er in 80 Tagen, d. h. in 115.000 Minuten,
pünktlich zur nächsten Partie Whist von einer Reise um die Erde
zurücksein werde. Einer seiner Mitspieler hält dagegen und so beginnt
Fogg die Reise um die Erde. Seine Reise wird ein Wett- und Geldgegenstand, so
daß es bald sogar Aktien für Mister Foggs Reise gibt.
Zusammen mit seinem Diener Passepartout und den anderen 20.000 Pfund seines
Vermögens macht er sich zum Droschkenstandplatz auf. Am Bahnhof angekommen,
nimmt er den Zug zum Hafen. Von dort geht es mit dem Postschiff und der
Eisenbahn über Frankreich nach Suez. Als er dort den Hafen erreicht, meint
der britische Detektiv Fix, Fogg sei der Bankräuber, da die
Personenbeschreibung mit Fogg übereinstimmt. Da aber noch kein Haftbefehl
angekommen ist und der Konsul Fogg nicht aufhalten kann, freundet er sich mit
Passepartout an. Als Fogg und sein Diener abreisen, folgt ihnen Fix auf das
Schiff nach Bombay. Dort kommen sie 2 Tage zu früh, nämlich am 20.
Oktober an. Das ist darauf zurückzuführen, daß Fogg dem
Maschinisten eine ordentliche Summe Geld versprochen hat, wenn er Zeit
wettmacht.
Aber Fix kann den Weltreisenden immer noch nicht verhaften, da der
Haftbefehl immmer noch aussteht. Passepartout besichtigt die Stadt und betritt
ohne sich seine Schuhe auszuziehen, was ein Kapitalverbrechen ist, eine Pagode.
Er kann zwar fliehen, aber muß die Einkäufe und seine Schuhe im Stich
lassen. Er kommt gerade noch rechtzeitig zur Abfahrt des Zuges nach Kalkutta an,
den Fix diesmal nicht benutzt.
Doch entgegen den Meldungen der Zeitungen ist die Bahnstrecke
Bombay-Kalkutta noch nicht fertig. Da schon alle Reittiere vergeben sind,
müssen Fogg, Passepartout und ein mitreisender Offizier mit einem Elefanten
vorlieb nehmen, der Mr. Fogg 2.000 Pfund kostet. Bei der Reise durch den Urwald
begegnen sie einem Leichenzug. Der Tote ist ein hoher Fürst und seine junge
Frau soll ebenfalls mitverbrannt werden. Sie wurde durch Hanf- und
Opiumdämpfe willenslos gemacht. Die Reisenden beschließen die Parsin
zu retten. Mr. Fogg opfert dazu die zwei wettgemachten Tage. Dank eines
glänzenden Gedanken Passepartouts können sie die Inderin retten, die
Aouda heißt, und die englisch unterrichtet wurde. Sobald sie an der
nächsten Bahnstation ankommen, schenkt Mr. Fogg den Elefanten dem treuen
Führer.
Als sie nach einer Reise quer durch Indien in Kalkutta eintreffen,
fällt Fix ein Stein vom Herzen, da er dachte, daß sein vermeintlicher
Dieb sich aus dem Staube gemacht habe. Aber der Haftbefehl ist immer noch nicht
vorhanden. Die von Fix aufgehetzten Priester aus der Pagode in Bombay bringen
Fogg und seinen Diener vor Gericht. Wegen eines Mißverständnisses
geben Fogg und Passepartout den Frevel zu, worauf sie zu zusammen zu 3 Wochen
Haft und 450 Pfund Sterling Strafe verurteilt werden. Es sieht also so aus, als
ob Fix Plan, die beiden in Kalkutta festzuhalten, geklappt hätte. Da aber
Fogg Kaution bietet, der Richter zustimmt und die Kaution für beide auf
2.000 Pfund festsetzt, müssen die beiden nicht ins Gefängnis. Prompt
machen sie sich mit Miss Aouda und Mr. Fix auf den Weg zum Hafen, um das
Postschiff "Rangoon" noch rechtzeitig zu erreichen und lassen die 2.000 Pfund im
Stich.
Während der Überfahrt überlegt der Detektiv, wie er die
Weltreisenden doch noch fangen kann. Er kommt zu dem Schluß, daß
wenn er die Reisenden in Hongkong, wo sie zum letzten Mal englisches Territorium
betreten, nicht festhalten und der Polizei übergeben kann, sie auf
Nimmerwiedersehen verschwinden würden. Um sein Vorhaben zu verwirklichen,
fragt er Passepartout immer wieder aus. Doch dieser denkt, daß Fix ein
Spion der Wettpartner von Mr. Fogg sei. Nach einem kurzen Aufenthalt in Singapur
setzt das Schiff seine Route fort, kommt aber, da es durch Stürme
aufgehalten wird, einen Tag zu spät in Hongkong an, nämlich am 6.
November.
Diesmal ist es reines Glück, daß der Reiseplan Foggs nicht
scheitert, da der Dampfer "Carnatic" nach Japan eigentlich schon am 5. November
hätte auslaufen müssen. Dank eines Maschinenschadens liegt er aber
noch im Hafen vor Anker, und soll erst am 7. November in See stechen. Phileas
Fogg sucht nun Miss Aoudas Verwandten in Hongkong, muß aber feststellen,
daß dieser schon geraume Zeit nicht mehr hier lebt. So beschließt
er, Miss Aouda weiterhin auf seiner Reise mitzunehmen. Er schickt Passepartout
zum Schiff, um drei Kabinen reservieren zu lassen. Beim Aufgeben der
Reservierung erfährt Passepartout, daß das Schiff schon am Abend des
6. November, statt erst am nächsten Morgen, in See sticht. Doch er kommt
nicht mehr dazu, das seinem Herrn zu melden, da er von Fix auf dem Rückweg
in eine Opiumhöhle gelockt und eingeschläfert wird. Als er erwacht,
ist es Abend und er geht - noch benebelt - auf das abfahrende Schiff. Als Fogg
am nächsten Morgen merkt, daß die "Carnatic" schon weg ist und sein
Diener fehlt, macht er sich im Hafen auf die Suche nach einem anderen
abfahrbereiten Schiff. Nach langer Suche entdeckt er das Gesuchte. Der
Kapitän erklärt sich bereit, sie für 100 Pfund den Tag nach
Schanghai, dem Ausgangshafen des Postschiffes nach San Francisco, mitzunehmen.
Der unwissende Fogg lädt Fix sogar ein, mit ihm zu fahren.
Die 800 Meilen lange Seereise entwickelt sich zu einem Abenteuer, da
unterwegs ein Sturm aufkommt. Doch dank Mr. Foggs Willenskraft macht der
Kapitän nicht kehrt und die Fahrt nach Schanghai geht weiter. Doch sie
kommen zu spät an. Das amerikanische Postschiff verläßt
nämlich gerade den Hafen. Da läßt Fogg Notsignal geben, der
Dampfer hält, und Mr. Fogg, Fix und Miss Aouda gelangen doch noch an Bord
des Schiffes nach San Francisco, dessen Ausgangshafen Schanghai ist, und das in
Nagasaki und Yokohama Zwischenstation macht.
Passepartout, der die "Carnatic" ja noch rechtzeitig erreichte, stellt am
Morgen nach der Abfahrt fest, daß Mr. Fogg und seine Begeleiterin nicht
anwesend sind. Als er also in Yokohama ankommt, ist er völlig auf sich
allein gestellt. Nachdem er sich schäbige Kleider besorgt hat, um sich
seinen Unterhalt zu erbetteln, läuft ihm ein Plakatträger einer
Akrobatik-Gruppe über den Weg. Da diese Gruppe vorhat, demnächst nach
Amerika zu reisen, wird Passepartout anstellig. Er wird als "Mädchen
für alles" in die berühmte japanische Akrobatengruppe aufgenommen. Da
einer der Künstler verletzt ist, muß Foggs Diener bei dem Schauspiel
der Langnasen mitwirken. Diese Langnasen bauen nur aus sich und ihren bis zu 10
Fuß langen Bambusrohren eine Pyramide auf. Passepartout wird als eine der
"Stützen" eingesetzt, doch als er unter den Zuschauern seinen Herrn
erblickt, springt er auf, und die aus 50 Menschen bestehende Pyramide bricht
zusammen. Der von der Freude überwältigte Diener vergißt ganz,
seinen Anzug abzulegen und folgt Fogg sofort auf das bald abfahrende
Schiff.
Während der über 3 Wochen langen Überquerung des Pazifiks
versucht Fix, sich wieder mit Passepartout anzufreunden. Da sie nun englisches
Territorium verlassen haben, versucht er, Fogg sobald wie möglich nach
England zu bringen. Passepartout versteht das falsch, und ist der Ansicht, das
Fix Fogg helfen will seine Wette zu gewinnen. Miss Aouda beginnt während
der Überfahrt, sich an Foggs Wette und seinem Reiseplan zu interressieren
und ihm zu helfen, seine Wette zu gewinnen.
Als sie am 3. Dezember in San Francisco ankommen, stimmt Foggs Reiseplan
immer noch. Er hat bisher weder einen Tag gewonnen, noch verloren. Während
eines Stadtrundgangs geraten sie mitten in eine Straßenschlacht, wo ein
Oberst Proctor Fogg und seine Begleiter schwer beleidigt. Darauf schwört
Fogg ihm, wiederzukommen und ihn zu einem Duell herauszufordern, was später
noch Folgen hat. Als die Reisenden aus dem Gewimmel entkommen, tragen sie nur
noch Fetzen am Leib und müssen ein Bekleidungsgeschäft aufsuchen. Doch
noch am selben Abend machen sie sich auf die Reise nach New York. Die
Überquerung des amerikanischen Kontinentes mit der Eisenbahn soll 7 Tage
dauern.
Während der Fahrt begegnen sie einer Büffelherde, einem
besessenen Mormonenprediger und anderem. Als sie beispielsweise an eine
einsturzgefährdete Brücke kommen und sich der Zugführer weigert,
weiterzufahren, wäre fast der Zeitplan Mr. Foggs durcheinandergekommen.
Doch Passepartout und ein paar andere Reisende können den Zugführer
dazu überreden mit Volldampf über die Brücke zu fahren. Die
wagemutige Tat gelingt, doch hinter ihnen stürzt die baufällige
Brücke ein.
Während dem Rest der Zugfahrt gibt sich Fogg wieder seinem
Lieblingshobby, dem Whistspielen hin. Aber alles Bemühen seiner Freunde,
ihn damit abzulenken, ist vergebens, denn er trifft den ebenfalls mitfahrenden
Oberst Proctor trotzdem wieder und fordert diesen sogleich zum Duell heraus.
Aber als sie gerade beginnen wollen, überfallen Indianer den Zug. Die
Zuginsassen kämpfen tapfer, doch sie wären auf jeden Fall verloren
gewesen, wenn nicht der wagemutige Passepartout die mit Volldampf laufende
Lokomotive abgehängt hätte, und der Zug so nicht in der Nähe
eines Forts stehen geblieben wäre. So können die Soldaten die Indianer
vertreiben. Allerdings haben die Ureinwohner Amerikas Passepartout und 3 weitere
Insassen des Zuges mitgenommen. Fogg ist sofort klar, daß er seinen Diener
retten muß. Daher nimmt er eine Abteilung Soldaten und verfolgt die
Indianer. Die versprochene Belohnung von 1.000 Pfund spornt die Soldaten an und
so können Passepartout und die anderen gerettet werden.
Aber als sie zum Fort zurückkommen ist der Zug bereits weitergefahren
und sie hinken 20 Stunden hinter ihrem Zeitplan zurück.
Glücklicherweise trifft Fix den Besitzer eines Segelschlittens, mit dem man
in der jetzigen Jahreszeit, dem Winter, in der Prärie sogar schneller als
mit dem Zug vorankommt. Daher erreichen sie gerade noch rechtzeitig zur Abfahrt
des nächsten Zuges Omaha. Am nächsten Tag, dem 10. Dezember kommen sie
in Chicago an. Dank guter Zugverbindungen legen sie die verbleibenden 900 Meilen
in nahezu einem Tag zurück und kommen am 11. Dezember, 45 Minuten vor
Mitternacht in New York an. Aber die "China", das Postschiff nach Liverpool ist
vor 45 Minuten ausgelaufen.
Da keines der anderen Passagierschiffe in Frage kommt, suchen sie am
nächsten Morgen nach einem abfahrbereiten Dampfer. Phileas Fogg findet
sogar einen. Doch der Kapitän läßt sich erst bei 2.000 Pfund pro
Person erweichen, sie mit nach Bordeaux zu nehmen. Als sie um 9 Uhr abfahren,
ist der Kapitän um 8.000 Pfund reicher. Während der Fahrt bietet der
Weltreisende der Manschaft eine extra Belohnung, wenn sie nach Liverpool fahren.
Daher kommt es zur Meuterei und der Kapitän wird eingesperrt. Da das Schiff
jedoch die ganze Zeit mit Volldampf gefahren ist, ist der Kohlenvorrat 770
Meilen vor Liverpool erschöpft. Fogg kauft dem Kapitän das 20 Jahre
alte Schiff für 60.000 Dollar ab. Er läßt die ganzen Aufbauten
verheizen, und so kommen Phileas Fogg, Passepartout, Miss Aouda und der Detektiv
Fix am 21. Dezember, um 11 Uhr 40 Minuten in Liverpool an.
In rein theorethisch 6 Stunden wäre Fogg in London und hätte
seine Wette gewonnen. Doch kaum als sie an Land kommen, zieht Fix einen
Haftbefehl aus der Tasche und verhaftet seinen vermeintlichen Dieb, Mr. Fogg. 35
Minuten nach Abfahrt des Zuges nach London erfährt Fix seinen Irrtum. Der
wirkliche Dieb wurde nämlich schon vor 3 Tagen gefaßt. Als Fix das
Phileas Fogg gesteht, schlägt dieser Fix mit einem einzigen Fausthieb
nieder. Es sieht so aus, als ob Fix seine Wette verloren hat, da er nun nicht
mehr rechtzeitig im Reform Club eintreffen kann.
Als sie wenige Stunden zu spät in London eintreffen, will Fogg
Selbstmord begehen. Doch Miss Aouda überredet ihn, diese Idee zu vergessen
und sie zu heiraten. Da es ihr gelingt, wird Passepartout zum Pfarrer geschickt,
um sie trauen zu lassen. Dort erfährt er, daß es eigentlich erst
Sonntag, der 21. Dezember, also der letzte Tag der Wette, und nicht Montag der
22. Dezember ist. Als er das Mr. Fogg berichtet, ruft dieser sofort eine
Droschke, verspricht dem Fahrer eine deftige Belohnung und erscheint nach einer
Hetzfahrt genau zu Ablauf der Wette um 8 Uhr 45 Minuten und 0 Sekunden im
großen Salon des Reform Club. Mr. Fogg hat also 4.000 Pfund gewonnen. Doch
da er während der Reise 20.000 Pfund ausgegeben hat, bringt ihm das gar
nichts, natürlich außer seiner Frau, Miss Aouda.
Den einen Tag, den Mr. Fogg früher in London ankommt, gewann er
dadurch, daß er entgegen der Sonne gereist ist, je Längengrad also 4
Minuten gewonnen hat, und so genau einen Tag seinem Zeitplan voraus war. Er
hätte also die Reise um die Erde auch in 78 Tagen schaffen
können.
2.2. Kritik
Die "Reise um die Erde in 80 Tagen" gehört zu Vernes populärsten
Romanen. Witz und Gesellschaftskritik treten hier deutlicher als in den anderen
Werken zutage, weil der Leser nicht in eine staunenerregende Zukunft
geführt wird, sondern weil die stolze, noch kaum zu fassende
Gegenwartstechnik von 1870 aus der Sicht eines Utopisten, der Jules Verne auch
hier unausgesprochen ist, satirisch-humorisch relativiert und überschritten
wird. Die Reise um die Erde ist ohnehin keine besinnliche Bildungsreise, sondern
eine flinke, gelehrige Kuriositätenschau, in dem die große kleine
Welt dem anglofranzösischen Reisepaar vom Erzähler vorgeführt
wird: nicht zum kritisch-vergnüglichen Analyse des Geschauten, sondern der
Reisenden selbst.
Der Originaltitel von "Reise um die Erde in 80 Tagen" heißt "LE TOUR
DU MONDE EN QUATRE-VINGTS JOURS". Das Buch erschien erstmals 1872 als
Fortsetzungsreihe in "Le Temps" (6. 11. 72 - 22. 12. 72). Als Buch wurde die
Geschichte erstmals 1873 herausgegeben. Es gibt mehrere deutsche
Übersetzungen, sowie mehrere Verfilmungen.
2.3. Reiseplan des "Morning
Chronicle"
(gerundete Angaben)
London-Suez über den Mont Cenis und Brindisi,
Eisenbahn und Postschiff 7 Tage
Suez-Bombay, Postschiff 13 Tage
Bombay-Kalkutta, Eisenbahn 3 Tage
Kalkutta-Hongkong (China), Postschiff 13 Tage
Hongkong-Yokohama (Japan), Postschiff 6 Tage
Yokohama-San Francisco (Amerika), Postschiff 22 Tage
San Francisco-New York, Eisenbahn 7 Tage
New York-London, Postschiff und Eisenbahn 9 Tage
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insgesamt 80 Tage
2.4. Tatsächlicher Reiseplan Mr.
Foggs
(gerundete Angaben)
London-Suez über den Mont Cenis und Brindisi,
Eisenbahn und Postschiff 7 Tage
Suez-Bombay, Postschiff 11 Tage
Bombay-Kalkutta, Eisenbahn und Elefant 5 Tage
Kalkutta-Hongkong (China), Postschiff 14 Tage
Hongkong-Schanghai (China), Schoner 4 Tage
Schanghai-San Francisco(Amerika) über Yokohama, Postschiff 22
Tage
San Francisco-New York, Eisenbahn und Segelschlitten 8 Tage
New York-London, Dampfer und Eisenbahn 9 Tage
--------------------------------------------------------------------------------------------------------
insgesamt 80 Tage
2.5. Karte
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2.6. Zeitleiste
(Ankunftsdatum in den Städten) (Ungleichheiten mit 2.4. ergeben sich
aus Rundungen, übrigbleibenden
Stunden und Minuten und dadurch, daß Abfahrts- und Ankunftstag nicht
immer übereinstimmen.) (Der eine Tag, den sie durch die Reise entgegen der
Sonne gewonnen haben, wird nicht berücksichtigt.)
London (England) 2. Oktober
Suez (Ägypten) 9. Oktober
Bombay (Indien) 20. Oktober
Kalkutta (Indien) 25. Oktober
Hongkong (China) 6. November
Schanghai (China) 11. November
San Francisco (Amerika) 3. Dezember
New York (Amerika) 11. Dezember
London (England) 21. Dezember
2.7. Phileas Fogg
Phileas Fogg ist ein reicher Bürger der englischen Oberschicht und
somit Mitglied im angesehenen Reform-Club. Der Ursprung seines Vermögens
ist nicht bekannt und Phileas Fogg ist weder geizig, noch verschwenderisch. Er
ist ein schwerzugänglicher Herr, der so wenig wie möglich spricht. Er
verbringt seine Tage auf eine äußerst eintönige Weise, da er
jeden Tag dasselbe tut. Phileas Fogg ist sehr ordnungsliebend, wie man an seiner
streng geordneten Garderobe und seinem Tagesablauf erkennen kann. Er besitzt
herausragende geographische Kenntnisse der Erde, obwohl er London seit Jahren
nicht mehr verlassen hat. Seine Lieblingstätigkeit ist das Whistspielen.
Außerdem ist er begeisterter Leser mehrerer Londoner Tageszeitungen. Als
waschechter Engländer wettet er sehr gern und nimmt es mit seinen Wetten
sehr ernst.
Nachdem er in 80 Tagen um die Erde gereist ist, und seine Wette gewonnen
hat, heiratet er Mrs. Aouda.
Quellenverzeichnis:
1. : Die geheimnisvolle Insel, Jules Verne, Herder 1979
Der Kurier des Zaren Jules Verne, Arena, 1968
Mathias Sandorf (Band 1) , Jules Verne, Pawlak Taschenbuch 1984
Der Knaur (Band 14), Lexikographisches Institut, 1992
Jugend Lexikon, inter verlag, 1987
Kindlers Neues Literatur Lexikon, Kindler, 1992
2. : Reise um die Erde in 80 Tagen*, Jules Verne, Hartleben,
1985
Kindlers Neues Literatur Lexikon#, Kindler, 1992
Weltkarte, Works-Clipart
* enthält nur die reine Geschichte, ohne weitere Angaben (247
Seiten)
# verwendet bei 2.2.
^ verwendet bei 2.5.
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