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Management Methoden
MANAGEMENT-METHODEN
Management: Leitung eines Unternehmens
Ein Unternehmen ist nur dann wirtschaftlich zu führen, wenn der
Informationsaustausch optimal erfolgt. Er soll nicht nur von unten nach
oben, sondern auch von oben nach unten funktionieren. Ein Mitarbeiter kann nur
dann beste Arbeitsergebnisse erzielen, wenn er über alle notwendigen
Informationen bezüglich seiner Aufgabenstellung verfügt.
Dies allein reicht aber heute nicht mehr aus, der Mitarbeiter will
über seinen speziellen Arbeitsbereich hinaus wissen, was im Unternehmen
insgesamt geschieht. Diese arbeitsplatzübergreifenden Inormationen
sollte man allen Mitarbeitern zukommen lassen.
Dies bedeutet jedoch nicht, daß alle Informationen an alle
weitergegeben werden sollen oder müssen (Überinformation ist auch
schlecht). Es herrscht jedoch in österreichischen Unternehmen vielfach
ein erhebliches Informationsdefizit. Aber nur ein gut informierter Mitarbeiter
ist bereit und in der Lage, sein Unternehmen auch nach außen erfolgreich
zu vertreten. Das vielfach geforderte und sicherlich für den Erfolg des
Unternehmens notwendige „WIR-Gefühl“ läßt sich nur
erreichen, wenn die Mitarbeiter das Gefühl haben, umfassend informiert zu
sein.
Um ein Unternehmen erfolgreich führen zu können, gibt es
sogenannte Management-Methoden.
Man unterscheidet:
- Management by Objectives -MbO
- Management by Exception -MbE
- Management by Delegation - MbD
- Management by Systems - MbS
- Management by Motivation - MbM
1. Management by Objectives: „Führung durch
Zielvereinbarung“
Die Zielvereinbarung gilt demnach als vorherrschende Führungsfunktion.
Die obersten Unternehmensziele werden in Zwischen- und Unterziele aufgespalten.
Entscheidend ist, daß die Ziele nicht von oben (Unternehmensleitung)
vorgegeben, sondern gemeinsam entwickelt und formuliert werden.
Voraussetzung sind für alle Mitarbeiter eindeutig abgegrenzte
Aufgabenbereiche, die eigenverantwortlich und selbständig
auszuführen sind. Die für die Zielerfüllung notwendigen
Befugnisse und Verantwortlichkeiten müssen den Mitarbeitern übertragen
werden. Die Kontrolle beschränkt sich allein auf die Zielerfüllung,
nicht auf Einzelmaßnahmen.
Die für Management by Objectives sinnvolle Organisationsform ist die
Spartenorganisation (Kombination aus Ein- und Mehrlinienmodell).
Die Aufgaben des Vorgesetzten liegen in der Abgrenzung der
Aufgabenbereiche, in der gemeinsamen Zielfestlegung, in der Kontrolle der
Zielerfüllung und der eventuellen Hilfestellung bei der Erreichung der
Zielvorgaben. Da Rückfragen beim Vorgesetzten möglichst unterbleiben
sollten, wird sich die Hilfestellung allerdings nur auf besondere Fälle
beschränken.
Schwierigkeiten ergeben sich in der Praxis aus der Koordination der
jeweiligen Zwischen- und Unterziele der einzelnen Bereiche und Abteilungen,
darüber hinaus aus der Zielformulierung, wenn diese ungenau oder gar falsch
ist.
Formulierung der Ziele:
- Ableiten und Vereinbaren der
Jahresziele
- Zuständigkeiten /
Instandhaltungsziele
- Ziele / Gestaltungsziele
- Monatlich: Formulieren der
Monatsziele
- Festhalten des Nichterledigten aus dem
Vormonat
- Festhalten des Nichterledigten aus den Jahreszielen
- Monatlich oder jedes Quartal:
-
Besprechen der Ziele und Resultate mit den Vorgesetzten
Mitarbeitergespräch anhand
- des Stellenbildes und Zuständigkeiten /
Instandhaltungsziele
- der Jahresziele
- der 12 Monatsziele
Zuständigkeiten:
- werden aus dem Stellenbild abgeleitet
- sind aufgabenorientiert
- sind repetitiv
- sind standards of performance
Ziele:
- werden aus Oberzielen und Projekten abgeleitet
- sind planungs- und projektorientiert
- sind innovativ
Unternehmensziele
Abteilungs- oder Bereichsziele
Individuelle Ziele
- Das Festlegen von Unternehmenszielen ist ein unternehmenspolitischer
Entscheid
- Aus jedem Unternehmensziel lassen sich viele Bereichs- oder
Abteilungsziele ableiten.
- Aus der Vielfalt der Bereichs- oder Abteilungsziele muß eine
Auswahl getroffen werden (Schwerpunktbildung, Prioritäten). Die Ziele der
einzelnen Abteilungen müssen aufeinander abgestimmt sein.
- Das Ableiten von Zielen sollte nach Möglichkeit von Vorgesetzten und
Mitarbeitern gemeinsam vorgenommen werden (-->
Zielvereinbarungsgespräch).
Der Zielformulierungsprozeß ist nie abgeschlossen. Ein MbO-System
muß diesen steten Entwicklungsprozeß in Gang bringen und unter
Kontrolle halten.
Es gibt 10 Grundsätze für eine erfolgreiche Führung durch
Zielvereinbarung
1. Klarheit über die Grundidee (Philosophie) des Systems der
Führung durch Zielvereinbarung.
2. Angepasste Hilfsmittel (Checklists, Formulare,
Arbeitstechnikhandbuch
3. Notwendigkeit von Zielen und deren Netzwerkcharakter erkennen
4. Durchsetzung der Überprüfbarkeit von Zielen
5. Realistische und erreichbare Ziele
6. Zeitspannen innerhalb der Ziele erkennen
7. Zielvereinbarung statt Zielsetzung
8. Bereitschaft, Ziele anzupassen oder zu ändern
9. Institutionale Überprüfungen und Besprechungen
10. Führung durch Zielvereinbarung deckt viel, aber nicht das ganze
Spektrum der Führung ab.
2. Management by Exception -MbE
bedeutet Führung durch Eingriff im Ausnahmefall und
Abweichungskontrolle oder Führung durch Entscheidung in
Ausnahmesituationen.
Im Vordergrund dieses Führungsmodells steht die Führungsfunktion
Entscheiden. Der Vorgesetzte soll nicht mehr alles selbst entscheiden, sondern
seine Entscheidungskompetenz auf wesentliche Vorgänge beschränken.
Dies bedeutet, daß die Entscheidungsbereiche eindeutig abzugrenzen sind.
Die Zielvorgaben, die es auch hier gibt, werden mit gewissen Bandbreiten
versehen, der Mitarbeiter hat also einen Ermessensspielraum. Solange sich die
Entscheidungen in diesem Bereich bewegen, wird der Vorgesetzte nicht
eingeschaltet.
Auch bei MbE sind die Aufgabenbereiche, die selbständig zu bearbeiten
sind, eindeutig festzulegen.
Wichtig für MbE ist ein umfassendes Informationssystem und die
generelle Einführung des SOLL-IST-Vergleiches.
Probleme ergeben sich in der Praxis, wenn diese Voraussetzungen nicht in
ausreichender Form vorliegen oder die Mitarbeiter den Ermessensspielraum falsch
einschätzen.
3. Management by Delegation - MbD
bedeutet Führung durch Entscheidungszuständigkeit bzw.
Führung durch Aufgabendelegation.
Im Vordergrund steht die Führungsfunktion Entscheiden in Verbindung
mit den Funktionen Realisieren, Kontrolle und Informationsaustausch.
Voraussetzung ist wiederum ein eindeutig abgerenzter Aufgabenbereich mit
Übertragung der notwendigen Zuständigkeiten (Kompetenzen) und der
daraus abgeleiteten Verantwortlichkeit für das eigene Handeln.
Als Organisationsform eignet sich am besten eine hierarchisch abgestufte
Unternehmens-organisation, beispielsweise eine
Stab-Linien-Organisation.
Unterschieden wird in Handlungs- und Führungsverantwortung.
Die Führungsverantwortung liegt immer beim Vorgesetzten, die
Mitarbeiter verfügen ausschließlich über Handlungsverantwortung
(Sachaufgaben). Vorgesetzte haben neben ihrer Führungsverantwortung
regelmäßig auch in bestimmten Bereichen
Handlungsverantwortung.
Der Mitarbeiter darf nicht ihm übertragene Zuständigkeiten an den
Vorgesetzten zurückgeben, bespielsweise indem er sein Einverständnis
zu einer bestimmten Maßnahme einholt. Der Vorgesetzte darf dagegen nicht
in den Zuständigkeitsvereich seiner Mitarbeiter eingreifen, es sei denn, es
handelt sich um außergewöhnliche Fälle oder schwerwiegendes
Fehlverhalten.
Als Hilfsmittel dieses Führungsmodells ist die genaue
Stellenbeschreibung unverzichtbar.
Die Probleme liegen darin begründet, daß dieses Modell sehr
schnell zu formalistisch und zu schematisch ausgestaltet ist.
Ermessenspielräume gibt es nicht, oder sie sind ungenau umrissen.
Neben diesen drei gängisten Varianten der „Management by
...“-Modelle gibt es noch neuere Lösungsansätze:
4. Management by Systems - MbS: Führung durch systemorientierten
Ansatz
Im Vordergrund steht das Gesamtunternehmen und seine Beziehung zur Umwelt.
Alle Bereiche eines Unternehmens sind ja nicht um ihrer selbst willen vorhanden,
sondern sollen der Erstellung von Produkten und/oder Dienstleistungen und deren
Absatz dienen. Ziel ist die Problemlösung der Kunden.
Im Vorderungrund von MbS steht die Führungsfunktion Realisieren, mit
dem Teilbereich Organisation.
Das Unternehmen wird netzwerkartig augeteilt und in Systeme
gegliedert.
Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung dieses Modells
sind eindeutig festgelegte Aufgabenbereiche, die Vorgabe von
Zielen (MbO), die ergebnisorientiert sind, sowie eine umfassende
Kooperation aller Bereiche und Abteilungen.
5. Management by Motivation - MbM: Führung durch
Bedürfnisbefriedigung
Auch das ist ein Modell aus neuerer Zeit mit Berücksichtigung
psychologischer Erkenntnisse. Im Vordergurnd von MbM steht die
Führungsfunktion Realisieren mit dem Teilbereich
Planung/Betriebssoziologie).
Der Erfolg eines Unternehmens läßt sich durch Rationalisierung
in dem einen oder anderen Bereich sicherlich noch steigern, insgesamt gesehen
dürften jedoch kaum noch große Möglichkeiten bestehen. Ein
entscheidender Ansatzpunkt zur Leistunssteigerung liegt in der
Leistungsbereitschaft der einzelnen Mitarbetier. Dazu muß man deren
Motive (Beweggründe) kennen.
Wenn es dem Unternehmen gelingt, daß der Mitarbeiter sich mit seiner
Arbeit, seinem Aufgabenbereich und dem Unternehmen insgesamt identifiziert, wird
eine erhebliche Leistungssteigerung die Folge sein. Je höher die
Zufriedenheit mit der ausgeübten Tätigkeit ist, desto
höher ist auch die Arbeitsproduktivität.
Die Einführung dieses Führungsmodells ist
zugegebenermaßen nicht ganz einfach und auch nicht kurzfristig zu
realisieren (längerfristiges Zukunftsmodell). Voraussetzung ist der
Partnerschaftsgedanke im Unternehmen und die Ausschaltung von Rivalitäten
der Mitarbeiter und Abteilungen untereinander.
Unabdingabr sind auch umfassende Informationen und
Mitspracherechte, womit sich der Kreis zum Beginn der Managementmodelle
schließt. Daneben sollte ein modernes Leistungsbewertungs- und
Entgeltsystem eingeführt werden.
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