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Deutsche Satire - Vertreter
Mann . Zuckmayer . Schnitzler
Deutsche Satire
REFERAT
1 Heinrich Mann
1.1 Leben
Mit der Geschichte des Deutschen Reiches ist Heinrich Mann als Augenzeuge
und Zeitgenosse, Chronist und Kritiker wie wohl kein anderer deutscher
Schriftsteller verbunden. Sein Rang besteht, über alle einzelnen
künstlerischen Leistungen in seinem Werk hinaus, in der Aussagekraft (und
in den Irrtümern) seiner intellektuellen Teilnahme darin, daß er
seine Zeit ausgedrückt hat.
Geboren am 27. März 1871, gestorben in Santa Monica bei Los Angeles am
12. März 1950. Heinrich Mann ist der älteste Sohn einer patrizischen
Familie aus Lübeck mit drei Kindern. Der Vater war als Senator für das
Steuerwesen zuständig und damit ein mächtiges Mitglied der
vierzehnköpfigen Stadtregierung. Die 1790 gegründete
Getreidegroßhandlung des Hauses Mann verbürgte neben großer
Reputation ein stattliches Vermögen, dessen Anteile Heinrich Mann erst
durch die Inflation verlor. 1875, vier Jahre nach Heinrich Mann wird der
jüngere Bruder Thomas geboren. Es folgen noch zwei Schwestern und ein
Bruder. Heinrich und Thomas waren mittelmäßige Schüler.
Heinrich Mann, zunächst Buchhändler in Dresden, ist seit 1893 freier
Schriftsteller.
1933 Berufsverbot; lebt bis
1940 im französischen Exil, wo er antifaschistischen Tätigkeiten
nachging, Flucht in die USA
1949 Präsident zu der neu gegründeten deutschen Akademie der
Künste in (Ost) Berlin berufen, starb aber kurz vor Reiseantritt.
Sein Bruder Thomas Mann, lebte auch im Exil und wurde Schriftsteller. 1929
erhielt er für seinen ersten Roman „Buddenbrooks“ aus 1901 den
Nobelpreis. Zentrales Thema seiner Novellen und Erzählungen war der
Gegensatz zwischen Bürger und Künstler, Leben und Geist. Er starb am
12. August 1955 in Zürich.
Als politisch engagierter Schriftsteller vertrat H.M. in seinen Romanan,
Novellen, Essays und Streitschriften gesellschaftskritische Ideen, gerichtet
gegen Kaiserreich, Weimarer Republik und NS- Herrschaft, sowie einem
vernunftbegründeten „humanistischen Sozialismus“. Bevorzugte
Themen waren die politische Kultur der Wilhelminischen Ära, Kritik am
blinden Untertanendenken. Neben seinen zeitkritischen Werken waren es vor allem
die Romane mit historischen Themen, die ihn für die Theoretiker des
sozialistischen Realismus und der sozialkritischen Literatur zum
repräsentativen Schriftsteller werden ließen.
1.2 Werke
Professor Unrat, Die kleine Stadt, Es kommt der Tag u.a.
1.3 Werk „Der Untertan“
Das Buch wurde 1906 begonnen und 1914, zwei Monate vor Ausbruch des
Krieges, beendet. 1916 erschienen noch 10 Exemplare im Privatdruck.
Zum Roman:
Es geht um die Kritik der „Grundlagen“ des Staates: „eine
einflußreiche Kirche, strikter Gehorsam und starre Sitten“. Das Buch
teilt sich in sechs Kapitel, die wiederum in Einzelszenen unterteilt sind,
erzählen analog dem formalen Muster eines Bildungsromans und mit
autobiographischen Anspielungen auf H.M. Geburtsstadt Lübeck. Dieses Buch
ist das Herbarium des deutschen Mannes. Hier ist er ganz,- in seiner Sucht zu
befehlen und zu gehorchen, in seiner Roheit und in seiner Religiosität, in
seiner Erfolgsanbeterei und in seiner namenlosen Zivilfeigheit. Die Inkarnation
des deutschen Machtgedankens, da ist einer der kleinen Könige, wie sie zu
Hunderten und Tausenden in Deutschland lebten und leben, getreu nach dem
Kaiserlichen Vorbild, ganze Herrscherchen und ganze Untertanen. Denn diese
beiden Charaktereigenschaften sind an Heßling, sind am Deutschen auf das
subtilste ausgebildet: sklavisches Unterordnungsgefühl und sklavisches
Herrschaftsgelüst.
In diesem Roman wird ein Stück Lebensgeschichte eines Deutschen
aufgerollt: Diederich Heßling, Sohn eines kleinen Papierfabrikanten,
wächst auf und studiert. In seiner Studienzeit (er geht zu den
Korpsstudenten) hat er eine Liebesaffäre mit Agnes Göppel, der Tochter
eines Geschäftsfreundes, erfährt eine Prägung durch
nationalkonservative Massenstimmung und macht schließlich seinen Doktor.
Beim Militär hat er das Dasein eines Drückebergers. Er übernimmt
die väterliche Fabrik, heiratet reich (Guste Daimchen) und zeugt Kinder.
Diederich legt allen seinen drei Kindern noch vor der Geburt jeweils ein Konto
an, in denen er die Kosten der Ausstattung und der Hebamme ein. Seine Auffassung
vom Eheleben war die strengste. Sein zweiter Sohn Horst kam nicht ohne
Mühen auf die Welt. Als es vorüber war, erklärte er seiner
Gattin, daß wenn er die Wahl gehabt hätte, sie glatt hätte
sterben lassen, er sei mit seinen Kindern gegenüber dem Kaiser
schließlich verantwortlich. Seiner Frau Guste gegenüber erklärt
er schließlich seinen Grundsatz: „Halte Dich stets an die drei
großen G: Gott, Gafee und Gören!“. Die Hochzeitsreise
führt die Hauptfigur nach Rom. Geheime Machenschaften sichern ihm
schließlich die Aktienmehrheit an der Papierfabrik seines alternden
Konkurrenten Klüsing. Heinrich Mann stellt seinen Helden gleicherweise als
Tyrann und Untertan dar, immer gemäß dem Motto:“Wer treten
wollte, mußte sich treten lassen.“ Wolfgang Bucks Vater, ein
unzeitgemäßer 48er Revolutionär stirbt im Angesicht des
triumphierenden Untertans, den er als einen Fremden, laut seiner Gattin sogar
als den „Teufel“ erkennt.
2 Carl Zuckmayer
2.1 Leben
Geboren in Nackenheim in Deutschland am 27. Dezember 1896, gestorben am 18.
Januar 1977. Deutscher Schriftsteller und erfolgreicher Dramatiker, lebte
1939-1946 im Exil in den USA. In seinen umfangreichen Werken vermittelt er
unbeschwerte Natürlichkeit, herzhafte Sinnesfreude, lyrische
Verträumtheit, Humor und Satire.
2.2 Werke
Katharina Knie (1929), Des Teufels General (1946), Die Uhr schlägt
eins (1961)
aber auch Der Rattenfänger (Schauspiel 1975)
2.3 Werk „Der Hauptmann von Köpenick“
Wichtige Daten:
Schauspiel, Uraufführung: 5. März 1993 in Berlin
Vorgeschichte
Realer Hintergrund des Stücks ist eine Berliner Zeitungsmeldung vom
17. Oktober 1906, die inhaltlich wie folgt lautete:“Ein als Hauptmann
verkleideter Mensch führte gestern eine von Tegel kommende Abteilung
Soldaten nach dem Köpenicker Rathaus, ließ den Bürgermeister
verhaften, beraubte die Gemeindekasse und fuhr in einer Droschke
davon.“
Fritz Kortner griff diese Episode auf, arbeitete sie aus und wandte sich
1930 zuerst an H. J. Rehfisch, dann an Zuckmayer, der daraus ein Stück
für Kortners Debüt als Theaterregisseur verfassen sollte. Aber es kam
ein wenig anders; Zuckmayer schrieb die Komödie, zerstritt sich mit dem
Erfinder des Projekts, der einen Tantieme-Anteil erhielt und, wie vereinbart,
ungenannt blieb.
Zum Schauspiel:
Ort und Zeit der Ereignisse: Berlin zwischen 1896 und 1906.
Die gespielten Ereignisse laufen in einer szenischen Reportage ab, wobei es
weniger um die historische Treue geht, als um die Ausdeutung der Umstände
und Motive, die den Schuster zu diesem Clou verhelfen.
Voigt hat bereits insgesamt sechzehneinviertel Jahre im Gefängnis
gesessen, einmal wegen Posturkundenfälschung, dann wegen Melde- und
Paßvergehen, Irreführung der Behörden und versuchter
Urkundenfälschung. Gerade entlassen, versucht der 46jährige Arbeit zu
finden, wobei er aber in die Mühlen der Bürokratie gerät. Denn
ohne Aufenthaltsgenehigung bekommt er keine Arbeit und ohne Arbeitsnachweis
keine Aufenthaltsgenehmigung, den Paß verweigert ihm der Beamte wegen
„Nichtzuständigkeit“. Voigt erlaubt sich die Meldung:
„Ich kann ja nun mit de Füße nich in de Luft
baumeln“. Kurz entschlossen bricht er ins Potsdamer Polizeirevier ein,
um sich einen Paß zu verschaffen, wird aber auf frischer Tat ertappt. Er
wandert für weitere 10 Jahre ins Zuchthaus Plötzensee. Doch nach
seiner Entlassung hat Voigt dazugelernt. Da die Behörden ihm auch jetzt
weder eine Aufenthaltsgenehmigung noch einen Paß bewilligen,
beschließt Voigt sich der Magie der Uniform zunutze zu machen. „Es
geht ein gewisser Zauber von Ihr aus“, sagt der spätere
Bürgermeister beim Uniformschneider. Außerdem äußert noch
der Zuchthausdirektor vor Voigts Entlassung die Meldung, daß ein Mensch,
daß diese Anstalt verläßt, mit dem Wesen und der Disziplin der
deutschen Armee hinlänglich vertraut verläßt. Dieses Wissen soll
Ihm in seinem zivilen Leben nur von Nutzen sein. Voigt ersteht bei einem
Trödler eine Hauptmannsuniform, zieht sie auf der Toilette des Slesischen
Bahnhofs an, und genießt bereits am Bahnsteig den Respekt der Beamten. Er
unterstellt sich ein Wachkommando, verhaftet den Bürgermeister und
beschlagnahmt die Gemeidekasse. Leider hat er wieder kein Glück, denn sein
eigentliches Ziel, die Paßabteilung, gibt es nicht in Köpenick. In
Windeseile verbreitet sich die Nachricht vom erstaunlichem Clou, dessen Urheber
die Lacher auf seiner Seite weiß, sogar der Kaiser schmunzelt. Die Polizei
fahndet einige Tage lang vergeblich unter dem ehemaligen Soldaten nach dem
Täter, als Voigt, wieder in Zivil- in der Paßabteilung des Berliner
Polizeipräsidiums auftaucht, und sich als der Gesuchte zu erkennen gibt,
nachdem ihm der zuständige Beamte einen Paß zur Belohnung versprochen
hat.
3 Arthur Schnitzler
3.1 Leben
Geboren 1862 in Wien, gestorben 1931 in Wien. Ursprünglicher Arzt,
Bekanntschaft mit Freud, Bedeutender Kritiker Österreichs dekandenter
Gesellschaft, des überkommenen Ehrbegriffs und der verlorenen
Sexualmoral.
3.2 Werke
Der blinde Geronimo, Komödiantinnen, Ich, Die Hirtenflöte
u.a.
3.3 Werk „Leutnant Gustl“
Innerer Monolog, in seiner Ehre beleidigter Leutnant. In dieser
Erzählung wird der Kontakt zu Freud sichtbar, indem seine Erzählung
sichtlich auf psychoanlysischen Beobachtungen aufbaut.
Bei einer Theaterauffürung kann Leutnant Gustl sich gar nicht auf das
Theaterstück konzentrieren, weil ihm viele andere Gedanken quälen. Von
jeder noch so nichtigen Kleinigkeit werden seine Gedanken im Laufe des
Theaterstücks abgelenkt. Aber gerade durch seine Gedanken bekommt der Leser
ein Bild über die Schicht einer ziemlich dekadenten
Militärgesellschaft, die eine für die damalige Zeit typisches
Ehrgefühl besitzt. Aufgrund seines Ranges bildet er sich gewisse
Privilegien ein. Auch gewisse Antisemitistische Gedanken gehen der Hauptfigur
während der Aufführung durch den Kopf. Am Ende der Aufführung,
bildet sich der Höhepunkt der Erzählung. Er geriet in der
Drängelei vor der Garderobe mit dem Bäckermeister in Konflikt, bei dem
der Bäckermeister versucht handgreiflich zu werden, da der Leutnant ihn mit
„...Ach halten Sie doch das Maul...“ versucht zurechtzuweisen.. Nach
diesem Ereignis versucht die Hauptfigur die Geschehnisse zu verarbeiten. Ihn
quält die Angst, daß die ganze Stadt von dem für ihn doch so
peinlichem Ereignisses erfahren könnte. In der Angst, daß die
Geschichte ans Licht kommen könnte, überlegt er sich den
Bäckermeister zu erschießen. Dabei fällt ihm aber ein, daß
er sich gleich selber erschießen könnte, dadurch wären viele
seiner Probleme gelöst, unter anderem auch das Duell, das er am Morgen
hätte. Sein zielloses Herumirren, führt ihn in den Prater, wo er kurz
einschläft und im Morgengrauen die Rückkehr in die Kaserne plant, wo
er sich erschießen will. Doch es kommt schließlich ganz anders. Er
geht, wie jeden Morgen, in sein Stammkaffee, wo er vom Kellner erfährt,
daß dem Bäckermeister ein Herzschlag das Leben nahm. Er versucht
seine Freude durch diese Nachricht vor all den Leuten nicht öffentlich zu
zeigen, für ihn selber aber bedeutet das die Erlösung. Mit vollem
Tatendrang freut er sich seines Lebens und auf sein Duell am
Nachmittag.
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