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Self, Will: Spaß. Eine Moritat
Will Self
Spaß. Eine Moritat. Mathias Schenner ’97
Autor
Kurzbiographie
Will Self wurde 1959 in London geboren. Für den Erzählband
“The Quantity Theory of Insanity” (bisher nicht auf Deutsch
erschienen) wurde er 1992 für den John Llewellyn Rhys Prize nominiert,
erhielt 1993 den Geoffrey Faber Memorial Prize und kam im selben Jahr mit 19
Kollegen auf die alle zehn Jahre neu erstellte Liste der “Best young
British novelists”.
Werke
Auf Deutsch bisher erschienen:
Cock & Bull (Ein Rührstück und eine Posse,
1995)
Spaß. (Eine Moritat, 1997)
Inhaltsangabe
“An einem Ort, der kein Ort ist, und in einer Zeit, die keine Zeit
ist, habe ich meine Kindheit verbracht. An einem Ort, der gemeißelt und
umrissen war vom wogenden Grün des Meeres und in einer Zeit, die nie
Zeitlichkeit war, sondern immer
Jetzt.” [1]
Ian Wharton wächst ohne Vater (ein ehemals erfolgreicher
Marketingexperte, der seine Frau plötzlich verlassen hat) bei seiner Mutter
auf, die einen Wohnwagenpark in Saltdean betreut. Als Ian etwa elf Jahre alt
ist, verbringt ein gewisser Mr. Broadhurst, ein unvorstellbar dicker,
auffällig gekleideter und mit ungewöhnlich weitschweifender Rhetorik
gesegneter Gentleman, erstmals die Wintermonate in diesem Park. Mit dem Beginn
der jährlichen Besuche dieses Mannes setzt auch der wirtschaftliche
Aufschwung des Wohnwagenparks ein, verbunden mit dem gesellschaftlichen und
finanziellen Aufstieg Ians Mutter – “Aus dem Mittagessen wurde Lunch
und aus dem Abendessen Diner.” [2]
Zu dieser Zeit etwa bemerkt Ian seine besonderen eidetischen
Fähigkeiten [3]; er besitzt nicht nur ein
fotografisches Gedächtnis, sondern kann sich in den so erworbenen oder
selbst geschaffenen Bildern (Räumen) frei bewegen, in sie gedanklich
eindringen und so Plätze betrachten, die er visuell nicht wahrgenommen hat.
Mr. Broadhurst erfährt von der Ians Eidetik, spricht ihn darauf an und
bietet ihm an, um seiner Erziehung willen “das Portefeuille seines
Könnens einen Spaltbreit zu
öffnen” [4]. So beginnt Ians Lehrzeit
bei Mr. Broadhurst, “so begann [...] mein eigentliches
Leben” [5], wobei sich bald dessen wahre
Meisterschaft in eidetischen Angelegenheiten herausstellt. Dieser
“Faustische Pakt” [6] ist Anlaß
für Mr. Broadhurst fortan von Ian “Der Dicke Kontrolleur”
genannt werden zu wollen.
Durch seine Bekanntschaft mit Dem Dicken Kontrolleur eröffnet sich Ian
eine Welt des Schreckens und der Grausamkeit; obwohl auch Ian selbst hin und
wieder zum mißhandelten Subjekt wird, betrachtet ihn sein Meister als
Adepten und lehrt ihm die Grundzüge seiner immoralistischen
Weltanschauung [7]. Nichtige
“Vergehen” werden vom Dicken Kontrolleur mit der Todesstrafe
geahndet; so ersticht er eine Frau während eines Theaterbesuchs, weil sie
es gewagt hat, ihm seine geräuschvolle Nahrungsaufnahme in einem Restaurant
vorzuwerfen. Dieser Mord geschieht fast beiläufig, er erscheint
gewöhnlich und selbstverständlich - freilich versteht es Mr.
Broadhurst, die Polizei zu täuschen, die konstatiert, daß
“gewisse Aspekte des Todes dieser Frau zwar ungewöhnlich seien,
daß eine Straftat aber nicht in Betracht gezogen
werde.” [8]
Ians Interesse für Produkte und Verkaufsstrategien resultiert in einem
Management- und Marketingstudium. Während seines Studiums lernt er June
Richards kennen, eine junge Frau mit großem Interesse an
Verkaufsstrategien; doch bevor sich eine engere Beziehung bilden kann, greift
Mr. Boradhurst ein, verhindert die sich anbahnende Freundschaft (mittels seiner
magischen Fähigkeiten) und verbietet Ian unter Zuhilfenahme harter
Drohungen, in Zukunft Freundschaften zu schließen. Dennoch verblaßt
die Figur des Dicken Kontrolleurs allmählich, da Ian ihn immer seltener und
schließlich gar nicht mehr zu sehen bekommt. Einige Jahre vergehen und Ian
glaubt jetzt, sich diesen Mann nur eingebildet zu haben, er glaubt ein eine
komplexe Selbsttäuschung, der er durch die Abwesenheit des Vaters in seiner
Kindheit erlegen sei, er glaubt, Mr. Broadhurst mit so finsterer und umfassender
Macht ausgestattet zu haben, um den chronischen Mangel an einem richtigen
Rollenmodell zu kompensieren. Diese Zweifel an der Existenz seines ehemaligen
Lehrmeisters lösen aber nicht die Ängste, die dieser durch seine
Drohungen ausgelöst hatte; Ians Isolierung von der Gesellschaft und seine
Kontaktunfähigkeit wird letztlich von einem besorgten Dozenten bemerkt, der
ihm in einem Gespräch rät, den Psychiater Dr. Hieronymus Gyggle
aufzusuchen. Dr. Gyggle erfährt von Ians eidetischen Fähigkeiten, die
er mittels “Computer-Visualisierungs-Programmen” zu erforschen
versucht, und schließlich auch von Mr. Broadhurst, den er für eine
Erfindung Ians hält und die er ihm (vergeblich) durch eine
Tiefschlaftherapie austreiben will.
Diese tagelang dauernden Tiefschlafsitzungen führen Ian in eine ganz
spezielle Traumwelt, in das Land der Kinderwitze, die immer wieder mit der
Realität verschmilzt. Er trifft dort nicht nur Dr. Gyggle wieder, sondern
auch den Dicken Kontrolleur, die Ian gemeinsam davon überzeugen, daß
alle Morde und Grausamkeiten Mr. Broadhursts in Wirklichkeit er selbst begangen
habe, daß sie diese Dinge vertuscht hätten, weil bei ihm die
Abteilung Selbstkontrolle chronisch unterentwickelt sei. So sehr Ian dies zuerst
überrascht, so unerschütterlich fest glaubt er es bald; er glaubt,
sogar Spaß an seinen Eskapaden gehabt zu haben.
Analog zu seiner psychiatrischen Behandlung im Lurie Foundation Hospital
verläuft Ians Beziehung zu Jane Carter; es ist seine erste Freundschaft mit
einer Frau seit dem Verbot des Dicken Kontrolleurs - und dieser gewährt
sie. So heiraten Ian und Jane binnen weniger Monate, der Grausame und die
Sensible.
Jane erwartet ein Kind, und Ian ahnt die Geburt eines Monsters, eines neuen
Dicken Kontrolleurs (bewirkt durch eine Genmanipulation Mr. Broadhursts) -
weshalb er nur einen Ausweg sieht: er wird Jane verlassen, sie damit zur
Abtreibung zwingen, und sich in New York niederlassen.
“Dies ist [...] das Resultat meines Lebens, das ruhige Vorstadthaus,
die liebende, mir vertrauende Frau und ich, der ich [...] weiß, daß
ich in Kürze das alles niederreißen und sie dabei zerreißen
werde. Beharrlich habe ich diesen Augenblick [...] ersehnt. Es ist schön
und gut sich zu berauschen, indem man Leute quält, sie schändet, ihnen
unbeschreibliches Leid zufügt, aber wenn sie einen nicht einmal kennen, ist
das eigentlich nicht viel
wert.” [9]
Vorliegendes Werk
Stoff
Die Insel Sodor und die Lokomotivenmenschen
Gordon, Henry, Edward, James – diese vermenschlichten
Dampflokomotiven und ihr Dicker Kontrolleur sind in Großbritannien und in
großen Teilen der englisch-sprechenden Welt bei Kindern und Erwachsenen
sehr bekannt und, dank Merchandising, auf Tassen, Handtüchern, Schulmappen
etc. so allgegenwärtig wie Mickey Mouse oder Superman. Es sind Figuren aus
Geschichten, die The Reverend W. Andry, ein anglikanischer Pfarrer, eigentlich
für seinen masernkranken Sohn Christopher schrieb und die ab 1946 in Form
von illustrierten Kinderbüchern einer breiteren Öffentlichkeit bekannt
wurden. Inzwischen gibt es 38 dieser bebilderten Eisenbahnabenteuer, die letzten
bereits von Sohn Christopher verfaßt, eine Fernsehserie und Videos. Obwohl
in Stil, Graphik und Weltsicht nicht mehr unbedingt modern, gehören sie
noch immer zur britischen Kinder- und Alltagskultur.
Die Geschichten folgen dem bewährten Strickmuster aller
antropomorphisierenden Märchen: Auf der Insel Sodor, einem fiktiven Land,
das aber nach Geographie und Kultur nur zum britischen Inselreich gehören
kann, erleben die Lokomotivenmenschen, Dampfloks unterschiedlicher
Größe und Stärke, also verschiedenen Alters und Charakters, mit
freundlichen Gesichtern auf der Front ihrer Kessel, diverse
interessant-alltägliche Abenteuer unter der Oberaufsicht des Dicken
Kontrolleurs, einem der wenigen echten Menschen in diesen Geschichten und einer
Figur, die, so der Biograph des Reverend, Brian Sibley, “für die
Lokomotiven [...] einen ehrfurchterregenden, gottähnlichen Status hat, mit
der Macht zu strafen und zu belohnen”.
Will Self bedient sich also aus einem Bilderfundus, der jedem Briten aus
seiner Kindheit präsent ist, er beschwört Erinnerungen herauf an die
heile Welt dieser Geschichten und pervertiert diese, denn The Reverend Andrys
Dicker Kontrolleur ist bei ihm kein gütig führender Gott mehr, sondern
der tückisch verführende Teufel.
Thema
“Spaß” ist eine Satire auf die moderne Konsumgesellschaft
und ein Rundumschlag gegen sämtliche vermeintlich positiven
Errungenschaften unserer Zivilisation, indem ständig negative Auswirkungen
dieser Errungenschaften das Bild bestimmen.
Motive
Realität oder Einbildung?
“Der Dicke Kontrolleur zwang mir die
Schlußfolgerung auf, daß der Anschein immer und in jeder Hinsicht
trügt.”[10]
Es gibt in diesem Buch keine exakte Trennlinie zwischen Wirklichkeit und
Einbildung; die einzige Instanz, die diese ziehen könnte, ist Ian selbst -
dieser scheint jedoch selbst nicht urteilsfähig. Er kann nicht einmal
entscheiden, ob Der Dicke Kontrolleur tatsächlich existiert - oder ob zwar
Mr. Broadhurst (der Wintergast des Wohnwagenparks) existiert, der Dicke
Kontrolleur aber (der diese Bezeichnung fordert und gräßliche Morde
begeht) ein Produkt Ians Einbildung ist. Selbst die eidetischen
Fähigkeiten, die sich Ian zuschreibt, könnten nur in beschränktem
Maß vorhanden sein - so versagt er bei einigen Tests Dr. Gyggles
jämmerlich, obwohl er sie zuvor für lächerlich einfach hält.
Zu Beginn scheint alles eindeutig: Mr. Broadhurst kümmert sich um den
jungen Ian und freundet sich mit dessen Mutter an; er scheint ein ziemlich
gewöhnlicher, freundlicher Mann zu sein. Im selben Maß, wie die
Beziehung zwischen Ian und Mr. Broadhurst enger wird, wird dieser Mann
unheimlicher; niemand weiß, wo er die Sommermonate verbringt, er betreibt
alchemistische Experimente, er kann Gedanken lesen etc. Ians Kontakt mit einer
Außenwelt jenseits der Sphäre Mr. Broadhursts verschwindet beinahe
völlig. Das ändert sich jedoch schlagartig, als Ian zu studieren
beginnt. Seine Unterhaltungen mit dem Psychiater Dr. Gyggle scheinen zu helfen,
obwohl sich seine soziale Situation nicht wesentlich ändert - er glaubt
aber an einen Erfolg, da er seine Beschäftigung mit dem Wesen von Produkten
sowie mit Marketingstrategien als äußerst
“wirklichkeitsverbunden” empfindet, Produkte sind für ihn die
Realität schlechthin. In dieser Zeit zweifelt er an der Existenz eines
“Dicken Kontrolleurs”, kann sich aber nicht ganz von der Vorstellung
lösen. Hier scheint die Figur des Dicken Kontrolleurs eindeutig eine
ehemalige Einbildung Ians zu sein, alles spricht gegen ihre Existenz.
Doch gerade in dem Augenblick, als sich alles eindeutig aufgelöst zu
haben scheint, bricht alles wieder ein, indem Ians Lehrmeister aus dem Nichts
wieder auftaucht. Die Ebenen überlagern sich, Ians Träume verschmelzen
mit der Wirklichkeit, der Dicke Kontrolleur und Dr. Gyggle (der bisher Ian
dessen Existenz ausreden wollte) treten als Verbündete gemeinsam auf. Ian
selbst hält alles für wahr, an die Möglichkeit einer Einbildung
denkt er nicht mehr - er wird vollends zum Schüler des Dicken Kontrolleurs,
ihre Welten vereinigen sich und am Ende geht Ian selbst als Dicker Kontrolleur
heraus - - oder ist alles nur Einbildung? Hat weder er, noch Mr. Broadhurst
diese Morde, diese Grausamkeiten begangen? Ist Ian Wharton nur ein
gewöhnlicher Bürger, der sich seine nächtlichen Eskapaden nur
einbildet? Es gibt darauf keine Antwort.
“Wirklichkeit – du kannst sie lieben, du kannst sie hassen,
aber du kommst nicht ohne sie
aus.”[11]
Das Böse
Der Roman zeichnet das Bild einer Welt, in der Bosheit notwendig ist, um
nicht verrückt zu werden oder psychisch zugrunde zu gehen. Der Dicke
Kontrolleur fungiert als Symbol für das Böse, Jane Carter hingegen
symbolisiert den gegensätzlichen Pol, der für Liebe, Sensibilität
und Empfindsamkeit steht. Letzterer Pol kann aber in seiner ursprünglichen,
eigentlichen Form nicht existieren; die Welt wird so vom Konkurrenzdenken der
Menschen, vom Kampf der Firmen um Marktanteile, vom Kampf des einzelnen gegen
den Rest der Welt bestimmt, daß sein Vorhandensein unmöglich ist.
Übrig bleiben nur noch fast unsichtbare Anspielung auf etwas wie Liebe, vor
dem Hintergrund einer kranken, gestörten Realität.
Das Böse hingegen, mit dem Dicken Kontrolleur als gewichtigen
Führer, erstrahlt in voller Blüte. Wer sich diesem Pol nähert,
kann sein Leben mit Genuß und Gewinn meistern. Auf der Grundlage eines
“gesunden” Egozentrismus steht es jedem frei, so zu handeln, wie es
gerade beliebt - diese Lebenseinstellung gipfelt im programmatischen Ausspruch
des Dicken Kontrolleurs: “Wenn ich töten will, töte
ich.” [12]
Marketing
“Geld ist nur eine extreme und spezialisierte Form des
Rituals.” (Mary Douglas)
Die in annähernd regelmäßigen Abständen eingestreuten
Marketing-Satiren bilden die eigentliche Kernkritik des Romans am Zustand
unserer Welt. An absurden Beispielen wird vorgeführt, wie unbedeutende
Produkte durch gezielte Werbemaßnahmen derart propagiert werden, daß
sie trotz ihrer sinnfälligen Funktionslosigkeit zu Verkaufsschlagern
werden.
Zusätzlich wird die Leere des Gefühlslebens der im
Marketingbereich angestellten angeprangert; diese Leere kompensieren sie durch
immer härteres und härteres Arbeiten. “Ihre Kleinhirne waren
[...] zu eisgekühlten Präsentationsgondeln geworden, zum
Überquellen voll mit tiefgefrorenen Gedankenartikeln. Ihr Innenleben war
eine Inszenierung, in der Ziele, Sehnsüchte, Träume und moralische
Verwirrungen nichts als Product Placements waren, die um ihren bezahlten
Auftritt im Sucher des Bewußtseins stritten. [...] Sie unterteilten sich
innerlich in sozio-ökonomisch klassifizierbare Kleingruppen positiv
denkender Homunkuli, die gezwungen waren, spekulative Feldforschung zu
betreiben, in Brainstorming-Sitzungen Phänomene zu analysieren und sich
dann die krude Demonstration der nächsten Kleinen Idee
anzuhören.” [13]
Die wissenschaftliche Anschauung von “Marketing”, mit der es
möglich wird “in einer Welt von so offensichtlicher
Irrationalität eine vorhersagetaugliche Quantifizierung der
Kaufentscheidung” [14] der Konsumenten zu
geben, wandelt sich zu einer religiösen Sichtweise - Marketing wird eine
Weltanschauung, in der das Produkt eine zentrale Stellung einnimmt. Angestellte
im Marketingbereich entwickeln einen unerschütterlichen Glauben an ein
Produkt, egal um welches es sich handelt; Ian selbst erfaßt das
“Universum der Produkte als primäres Konstrukt, als eine
Raum-Zeit-Konfiguration, der sich das allgemeine Bewußtsein
aufpfropft” [15]. Er ist davon
überzeugt, daß die Gemeinsamkeit stiftende Kraft von Produkten
stärker ist, als die der Sprache, des Fernsehens, der Religion, der Partei,
der Familie, der Heimat, der Rache, der Macht, stärker als die “aller
Parameter, die benutzt wurden zur Definition des zunehmend beliebigen Charakters
der Hütten, aus denen das globale Dorf
besteht.” [16]
Auf den Straßen kommt es zu “Schauspielen unentrinnbaren
Kommerzes”, wohin man blickt, werden Schecks unterschrieben,
Kreditkartenformulare und Bestellzettel ausgefüllt etc. “Es war,
als hätte der Tausch die Sprache als primäre Kommunikationsform
ersetzt und die Leute verkauften aneinander, um an ein paar Worte zu
kommen.”[17]
Gewalt
“Die Finger fuhren in Bob Pinners Augen und zerquetschten die
Äpfel, so daß die Flüssigkeit herausspritzte. Sie stießen
weiter, die zerfetzten Netzhäute auf den Kuppen, folgten den gewundenen
Tentakeln der Sehnerven und stachen direkt in Pinners Hirn. Er war tot in
weniger als einer Sekunde, aber im letzten Viertel davon litt er mehr Schmerzen,
als Sie sich je vorstellen können, und in der vorletzten Viertelsekunde
mehr Furcht und Todesangst, als Sie sich je ersinnen können, auch wenn Sie
allein in einem dunklen Zimmer liegen und kühl und rational über das
Grauen nachdenken, das die Zukunft womöglich für sie bereithält -
für Sie allein.”[18]
Beschreibungen von grausamer Gewaltanwendung und Brutalität
durchziehen das gesamte Werk. Sie betonen meist psychische Extremsituationen, in
die Ian Wharton getrieben wird. Daß er zu so skrupelloser Gewalt neigt,
ist nicht selbstverschuldet, sondern eine Reaktion auf die gefühlskalte
Welt, der er gegenübersteht. Er kann dem nicht mit Liebe begegnen, sondern
antwortet mit erbarmungsloser Brutalität.
Zeiten der Reue sind selten, meist spricht Ian von einem Riesenspaß,
den er daran hätte, Menschen und Tiere zu quälen oder töten. -
“Es gibt so wenig echte Ekstase in der modernen Gesellschaft - warum
sollte ich mich meiner kleinen Fehltritte schämen, wo doch der Welt soviel
sinnloses Leid aufgezwungen wird, und das von Leuten, die nicht einmal die
Möglichkeit haben, es zu
genießen?” [19]
Spaß
“Wir sind wie Kokser oder chronische Masturbatoren, nicht?
Versuchen, aus einem an sich hohlen und mechanischen Vorgang das letzte
Quentchen Ekstase herauszupressen [...] und wir spüren nichts. Nicht gerade
nichts, Schlimmeres als nichts, wir spüren ein Flackern oder Prickeln, das
sinnliche Äquivalent eines retinalen Nachbilds. Das ist jetzt unser
Spaß, nicht der Spaß selbst, nur eine müde Anspielung
darauf.”[20]
Schon die paradoxe Nebeneinanderstellung der Worte “Spaß”
und “Moritat” im Titel des Romans zeugt der zentralen Bedeutung
dieser Verbindung in diesem Buch.
Ian Wharton erweist sich als unfähig, Spaß auf herkömmliche
Weise zu empfinden. [21] Für ihn existiert
Spaß nur mehr in sadistischer Gewaltanwendung. Spaß existiert nicht
mehr in einer Gemeinschaftsform, Spaß ist individuelles Vergnügen,
absolutes Auskosten der eigenen Macht - am besten auf möglichst hohen
Kosten möglichst vieler anderer. Ian kann echten Spaß nur noch in
Extremsituationen empfinden, er spricht von “Holocausts en
miniature” [22]. So geschieht die
schon nicht mehr groteske, sondern schreckliche Vereinigung von Spaß und
Gewalt.
“Ich habe mir tausendmal eingeschärft, nicht entsetzt zu sein,
aber jedesmal bin ich wieder entsetzt darüber, was Leute tun, um Spaß
zu haben, aus Gründen, die sie nicht erklären können.”
(Isaac Bashevis Singer)
Fetter Körperbau
“Ohne die Polsterung des Embonpoints ist der Körper nichts
als eine skelettale Spiralfeder, die einem jeden Augenblick die eigene
Sterblichkeit entgegenschleudern
kann.”[23]
Angesichts des Äußeren der einzelnen Figuren, könnte man
meinen, der Grad an Bosheit einer Figur sei direkt proportional zu deren
Körpergewicht. Ungeschlagen an der Spitze steht der Dicke Kontrolleur,
dessen Brust einem Faß und dessen Kopf und Glieder fünf kleineren
Fässern ähneln. Seine Kompaktheit beruht auf
“vergrößerten Organen, die ihn vollständig
ausfüllten, ein Doppelherz wie ein Kompressor, eine Leber von der
Größe und dem Gewicht eines Medizinballs und Meter um Meter
feuerwehrschlauchdicker Gedärme”
[24]. Ähnlich verhält es sich
mit Ian Wharton, während Jane Carter hier wieder einen Gegenpol darstellt.
Schauplatz (Milieu)
Saltdean
Ians Eltern hatten sich nach seiner Geburt in Saltdean auf einer Klippe
(Cliff Top) niedergelassen und dort einen Wohnwagenpark gegründet.
“Ich sage Klippe, aber eigentlich war es ein monströses
Rasenstück [...]. Auf dem Rasenstück saßen die miteinander
verwachsenen Stadtlandschaften der beiden Seebäder Saltdean und Peacehaven.
Dahinter lag die Hügelkette der South
Downs.” [25]
“Es war eine Landschaft [...], wo alles, was provisorisch aussah, in
Wahrheit von Dauer war, und allem, was dauerhaft aussah, bereits der Abriß
bevorstand.” [26]
Milieu
“In einem Zimmer die Junkies und im anderen die
Marketingspezialisten. Oberflächlich betrachtet ein ziemlicher Gegensatz,
aber im Grunde genommen sind beide mit derselben Sache beschäftigt
-”[27]
Ein Großteil der vorkommenden Personen sind exzentrisch veranlagt,
gesellschaftliche Außenseiter oder leiden an psychischen Störungen.
Angestellte im Marketingbereich erscheinen besonders abnorm und sind fast schon
als Karikaturen zu verstehen.
Ians Mutter bildet insofern eine Ausnahme, als sie durch ihren
plötzlichen Reichtum (durch den Aufschwung ihres Wohnwagenparks) eine
angesehene Person, und damit in das gesellschaftliche Leben integriert wurde.
Ian macht schon früh Bekanntschaft mit solchen Klassifizierungen -
“Die Gesellschaft meiner neuen Schule, wie die des gesamten provinziellen
England, war so erbarmungslos kodifiziert und stratifiziert, daß ich mir
einen Menschen nicht vorstellen konnte, dessen Herkunft und emotionaler
Stellenwert nicht eindeutig
feststanden.” [28]
Figuren
Ian Wharton
“[Es] wird mir klar, daß mein Leben nichts anderes gewesen
ist als ein langatmiger Filmvorspann, und daß die dürftige
Charakterisierung genau das war, was der Regisseur für einen Statisten wie
mich wollte.”[29]
Ian Wharton, die zentrale Figur des Romans, sieht sich selbst als
gespaltene Persönlichkeit. Mit scheinbarer Leichtigkeit entscheidet er
über Wirklichkeit und Einbildung, denn für ihn ist “alles nur
eine Frage des Willens” [30].
Wenn er es wünscht, nimmt er den Dicken Kontrolleur als real an; er
sieht sich dann als den aktiven Partner in ihrer Beziehung, als denjenigen, der
Mr. Broadhurst überredet hat, ihn in die dunklen Künste
einzuführen, als den unbarmherzigen Mörder. “Über fünf
Jahre lang gab es keine Woche ohne eine meiner Eskapaden. Morde,
Mißhandlungen, Kindesentführungen, Überfälle,
willkürliche Erpressungen, es gab nichts, was ich nicht
versuchte.” [31] Das alles nur aus Lust am
Verletzen, nur um Spaß zu haben, denn “es gibt so wenig echte
Ekstase in der modernen Gesellschaft - warum sollte ich mich meiner kleinen
Fehltritte schämen, wo doch der Welt soviel sinnloses Leid aufgezwungen
wird, und das von Leuten, die nicht einmal die Möglichkeit haben, es zu
genießen?” [32]
Wenn Ian jedoch an seine Eskapaden nicht glauben will, verschwindet das
Wissen darum aus seinem Gedächtnis. “Ach, und dann traf der Faultank
auf die Umwälzpumpe, ich wurde ängstlich, schuldbewußt und
gehetzt. Mehr als besorgt um meine geistige Gesundheit. War ich vielleicht
wirklich eine Borderline-Persönlichkeit
[...]?” [33]
Damit bleibt Ian stets nur die Wahl, böse oder verrückt zu sein -
eine andere Lösung gibt es nicht.
Ian entscheidet sich für die Bosheit; er nähert sich im Lauf
seiner Entwicklung konsequent einem Höchstmaß an Bosheit und
Grausamkeit an (das gipfelt am Ende des Romans vorläufig mit der
psychischen Gewalt an seiner Frau, die er im Stich läßt), wobei die
Figur des Dicken Kontrolleurs als Endziel angesehen werden kann, nach dem er
strebt - der Dicke Kontrolleur ist das personifizierte Böse, der
Teufel.
Dabei erscheint Ian anfangs als passiver Protagonist, der vom Dicken
Kontrolleur geleitet wird - ob der tatsächlich existiert oder ob er eine
Erfindung Ians ist, mit dessen Hilfe er anfängliche Schuldgefühle und
Zweifel an seiner Brutalität verdrängt, ist bedeutungslos. Wesentlich
ist seine Entwicklung vom unschuldigen Volksschüler zum konsequenten
Sadisten.
Der Leser wird zu dazu gedrängt, Ian als gesellschaftsuntüchtigen
Ausnahmefall zu sehen, sogar die Selbstzeugnisse Ians fördern eine solche
Einschätzung: “Schließlich ist meine Identität
vermikularer Aufwurf, meine Seele von Würmern
zerfressen.” [34] Und doch kann man sich
zu keiner vollständigen Verurteilung durchringen; sein Handeln wird, wenn
schon nicht ganz verständlich, so doch ein wenig erklärlich durch sein
soziales Umfeld, seine Isolation von der Gesellschaft und seine Beziehung zum
Dicken Kontrolleur - er kennt keine Freundschaft. Zu Menschen hat er kaum
Kontakt, er flüchtet sich in die begreifliche Welt der Produkte,
beschäftigt sich mit Marketingtheorien - er mein selbst: “Dinge
hatten mich immer mehr interessiert, viel mehr als
Menschen.” [35]
Aus dieser Perspektive besehen, wirkt es überraschend menschlich, wenn
er darlegt: “Ich mag getötet haben, ich mag gequält haben,
ich mag Ungeheuerliches begangen haben, aber es hat auch mir weh getan. Nicht so
sehr, wie es meinen Opfern weh getan hat, das gebe ich zu, aber es hat mir weh
getan. Ich fühlte es ihnen nach [...] allen und
jedem.”[36]
Der Dicke Kontrolleur (alias Mr. Broadhurst alias Samuel Northcliffe)
“Es ist wichtig, daß du den bestimmten Artikel und das
Attribut großschreibst - auch in Gedanken -, verstehst du mich?”
[37]
Der Magus des Alltäglichen, Brahman des Banalen, Dharmakaya des
Drögen, Tieresias der Transmigration, Vajrasattva der Verlorenen Seelen
bzw. der Manitu der Malefizienz, um nur eine kleine Auswahl aus seinen
bevorzugten Selbstbezeichnungen zu geben, betrachtet sich als einen der
größten Rhetoriker aller Zeiten (seltener als Gandolf des
Galimathias), während andere ihn eher als “Beelzebub des
Blabla” [38] ansehen - derart ironische
Anspielungen aber in seiner Gegenwart zu wagen, könnte
lebensgefährlich werden, denn er duldet keine noch so feinen Angriffe gegen
seine Person.
Über Identität dieses Mannes ist wenig bekannt - oder zuviel,
denn er ist nicht nur der unfaßbar dicke Mr. Broadhurst, der jeden Winter
in Saltdean verbringt und dort als freiwilliger Helfer in einem Blindenheim
lobenswerte Arbeit verrichtet, sondern auch Samuel Northcliffe, ein
milliardenschwerer Geschäftsmann, dem, schenkt man den Zeitungen Glauben,
schon fast die halbe Welt gehört - und er ist auch der Dicke Kontrolleur,
das Gestalt angenommene Böse. Als solcher verfügt er über
scheinbar unglaubliche Fähigkeiten, er kann Gedanken lesen, er ist ein
Meister der schwarzen Magie - er läßt Menschen erstarren oder
verschwinden, wie es ihm beliebt. Sein meisterhaftes Gedächtnis und seine
herausragenden eidetischen Fähigkeiten, die Ians bei weitem
übertreffen, scheinen angesichts dessen fast nebensächlich. Daß
seine Finger keine Abdrücke hinterlassen, ist bezeichnend für ihn -
trotz seiner unzähligen Vergehen ist gegen ihn noch niemals ein Verdacht
gehegt worden.
Wer ihm das Rauchen verbietet, wird kurzerhand erschlagen; trotz seiner
Körperfülle bereitet es ihm keine Schwierigkeiten, ein Opfer mit fast
geschmeidigen Bewegungen zu fassen oder zu erdrosseln. Prinzipiell überlebt
keiner, der es wagt, den Manitu der Malefizienz zu beleidigen oder kritisieren -
wie er meint, berechtigt, denn “die Menschen sind nicht alle
gleich” [39] Vor dem Mord an einer Frau
erklärt er Ian: “Ihre moralische Verantwortlichkeit entspricht nicht
der unseren, und deshalb besitzt sie auch nicht dieselben
Rechte.” [40] - Er selbst sei nämlich
“im Besitz von Kräften, die dem Mann von der Straße
ehrfurchterregend, übermenschlich, vielleicht sogar gottgleich erscheinen
mögen. Natürlich geht mit diesen Kräften ein erhöhtes
moralisches Bewußtsein einher.” [41]
- Dennoch gilt als Grundsatz: “Wenn ich töten will, töte
ich.” [42]
Ian - Der Dicke Kontrolleur
“‚Und was ist mit diesem Mann? Dem großen, dicken
Mann, der all den Maschinen sagt, was sie zu tun haben? Wie heißt der,
Ian?‘ - ‚Dig-ga Kor-rol-lä! Dig-ga Kor-rol-lä!‘ Ich
schwelgte in diesen Silben. Ich trällerte und schrie
sie.”[43]
Wenn Ian meint, er sei “des Satans
Schüler” [44], so liegt er damit ganz
richtig. Doch der Dicke Kontrolleur ist nicht nur sein Lehrmeister und Mentor,
sondern auch ein Vaterersatz. Sowohl Ian, als auch der Dicke Kontrolleur sind
sich dessen bewußt - letzteren erfüllt die Vorstellung zwar nicht mit
Freude, allerdings verspürt er, wie er Ian mitteilt, wie jeder biologische
Vater, das Bedürfnis, sein Vermächtnis weiterzugeben. Seine Wahl fiel
auf Ian, weil diesen seine Eidetik, seine ungewöhnliche Fähigkeit zur
mentalen Bilderzeugung, vor allen anderen Kandidaten auszeichnete.
Der Dicke Kontrolleur vergleicht sich ständig mit Ians leiblichen
Vater, den er für einen “nichtswürdigen Essener, eine
klösterliche Null [hält], die kaum zum armseligsten Kontakt zu seinen
Mitmenschen fähig ist.” [45] Er gibt
aber nicht nur Ians Vater, sondern auch seiner eigenen Einflußnahme die
Schuld dafür, daß Ian sich in einer isolierten Lage befindet,
ausgeschlossen von der normalen Gesellschaft: “Hätte ich auch nur
einen Funken Verantwortungsgefühl, wäre allein schon dieser Faktor ein
gewichtiges Argument für meinen
Rückzug” [46].
Jane Carter
“Das Trauma war über sie gekommen wie der Inkubus
selbst.”[47]
Jane Carter bildet den Gegenpol zum Dicken Kontrolleur. Sie ist eine
ungewöhnlich sensible Person, die an der Alltagsbrutaltität der Welt
scheitert - schon in der Kindheit wird sie von ihrem Bruder unterdrückt,
gedemütigt und enttäuscht, ohne daß dieser bemerkt, wie sehr er
sie dadurch zerstört. Aus ihr wird eine “attraktive junge Frau, keine
auffallende Schönheit, denn das hätte bei ihr zu
unzweckmäßigen Komplexen
geführt.” [48] Zurückhaltung und
Bescheidenheit bestimmen ihr Handeln, sie bleibt stets passiv.
In ihr schlummert die potentielle Macht, Ian von seinem Bosheitswahn zu
befreien, die sie allerdings nicht nutzen kann. Sie wird gehemmt durch negative
Umwelteinflüsse, durch die Janes Leben zu einer Aneinanderreihung von
traumatischen Erlebnissen gestaltet wird. In ruhigeren Zeiten droht sie in
tödlicher Melancholie zu versinken und leidet an
Minderwertigkeitskomplexen. Ebenso wie Ian ist sie isoliert von jedweder
Gesellschaft, allein ihre Arbeit in einem Wollgeschäft bringt ihr
Befriedigung - sie flüchtet sich ins Stricken, Häkeln, Sticken und
Weben, wie Ian in die heile Welt der Produkte, des Marketings.
Erzählform - Erzählperspektive
Der Roman ist in zwei Teile getrennt, wobei der erste Teil in der Ichform
aus der Sicht Ian Whartons, der zweite Teil in der dritten Person geschrieben
ist. Daß dieser formale Wechsel mit dem Inhalt korreliert, bezeugt die
Abkehr vom Seelenleben des Protagonisten zugunsten eines handlungsbetonteren
zweiten Teils - “Denn jetzt, Ian Wharton, jetzt, da du nicht mehr Subjekt
dieser Moritat bist, sondern nur noch ihr Objekt, jetzt, da du nur noch ein
unproduktives Atom bist, das aus dem Fenster einer Produkt-Monade starrt, jetzt,
da du bist, wo ich dich haben will, jetzt laß das Spektakel
beginnen.” [49]
Die Identität des übergeordneten Erzählers, der hier
spricht, bleibt im Dunkeln; der eigentliche Erzähler des ersten Teils ist
Ian selbst. Dabei wendet er sich relativ oft an den Leser, eingangs bezeugt er,
ein “großer Befürworter der
Publikumsbeteiligung” [50] zu sein, die
allerdings erst ganz am Ende wieder aufgegriffen wird: “Was wollen Sie?
Ach ja, Ihre Gelegenheit zum Mitmachen, wie dumm von mir, das hätte ich
fast vergessen ...” [51] - Diese
Beteiligung des Lesers beschränkt sich jetzt aber darauf, den Fortgang Ians
Lebens im Kopf zu entwerfen und betont somit lediglich den offenen
Schluß.
Der Leser wird von Ian nicht richtig ernst genommen, als
“kleinmütiger, zögerlicher, gegen dunkle Suaden verschlossener
Leser” [52] eingestuft und nicht selten
beleidigt. Der Erzähler fühlt sich überlegen und warnt zu Beginn
vor der Gewalt seiner Erzählung: “Ich werde nicht in der Lage sein,
Ihnen an diesem Ort zu helfen, und, wenn ich das sagen darf, will es auch gar
nicht.” [53]
Auch das eigene Schreiben wird hin und wieder thematisiert, meist
selbstkritisch und die Metaphorik des Textes unterstützend - “Die
Zeit ist ein zerfleddertes altes Akkordeon, mißbraucht von einem
besoffenen Straßenmusikanten; glücklos schnauft es ein und aus,
drängt Ereignisse eng zusammen und zieht sie dann wieder weit auseinander.
Und natürlich ist die Zeit auch wie diese Metapher, formelhaft, flach,
schlecht durchdacht.” [54]
[3] “Eidetische Bilder sind Bilder im
Kopf. Es sind innerliche Bilder, die die volle Wucht eines konventionellen
Anblicks besitzen, die aber ausschließlich im Bewußtsein des
Eidetikers erzeugt werden.” (S. 27)
[7] vgl. Charaktere - Der Dicke
Kontrolleur
[21] “Wurden wir verstoßen aus
dem Arkadien des Spaßes, in dem die Natur uns unschuldige Automaten zur
Verfügung stellte, muhende und blökende Maschinen für unser
Vergnügen?” (S. 221)
[23] Der Dicke Kontrolleur, S.
108
[43] S. 42, Gespräch zwischen Ian und
seiner Mutter
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