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Zusammenfassung Globalisierung
Globalisierung I
Lehrerzusammenfassung
Was ist Globalisierung?
Unter Globalisierung versteht man im Allgemeinen die vollkommene
Liberalisierung des Weltmarktes, in weiterer Folge die Kontrolle desselben durch
riesige transnationale Konzerne und weiters die Entmachtung des Staates durch
eben jene Wirtschaftsimperien.
Der Staat hat, so lautet das Credo, das „ökonomische
Gleichgewicht“ nicht zu beeinflussen. Dieser Rückzug des Staates
geschieht teils freiwillig (z.B.: USA), oft aber auch gezwungener Maßen:
Transnationale, profitorientierte Unternehmen wählen den für sie
günstigsten Produktionsstandort ohne Rücksicht auf die Folgen für
die dortige Bevölkerung ⇒ Regierungen sind
erpressbar - werden sie den Forderungen der Unternehmen nicht gerecht (z.B.:
niedrige Lohnnebenkosten) kann dies mittelfristig die Abwanderung jener
Unternehmen zur Folge haben.
Kriterien der Konzerne:
- Billige Arbeitsstätte
- Billige Arbeitskräfte
- Massenproduktion
- Massenexport
- Errichtung neuer Märkte
Triebfeder der Globalisierung ist der „Kapitalismus ohne
Grenzen“. Eine neue industrielle Revolution hat bereits angefangen, am
Ende des 20 Jahrhunderts scheint erneut der Markt die westliche Welt zu
regieren. Man könnte dies als Sieg des Neoliberalismus bezeichnen. In den
vorangehenden Jahrzehnten errungene Sozialleistungen und Arbeiterrechte mussten
den Interessen globaler Unternehmen weichen. Weltwirtschaftliche Unruhen, der
Wettstreit um Arbeitsplätze und Löhne sowie die Verschlechterung des
Lebensstandards der Arbeiterschaft sind die Folge. Das Leben der Menschen
könnte radikal verändert werden
Wem die Globalisierung
nützt
Kapital wird auf der ganzen Welt hin- und herverschoben um möglichst
große Gewinne zu erzielen. Für qualitativ hochwertige Produktion
braucht man Kapital und Arbeit. Deshalb fließen die Kapitalströme
in die Länder, in denen Arbeits(-kräfte) billig ist/(sind). Dies
würde, meinen Optimisten, den Entwicklungsländern eine Chance geben.
Andererseits befürchten Pessimisten, daß das Kapital, sobald der
Lebensstandard/Lohn steigt, sofort wieder das Land verlassen und so noch
größere Schäden verursachen würde. Das bedeutet auch,
daß die heimische Politik verstärkt Einfluß auf die
Wirtschaftserfolge gewinnt: Erfolg zieht Erfolg nach sich, bei
Mißerfolg flieht das Kapital wieder und die Arbeitskräfte werden umso
härter getroffen. Außerdem ist das Kapital, das ja wesentlich
leichter als Arbeit Grenzen überquert, in seinem Fluß durch nationale
Regierungen unkontrollierbar.
Wer profitiert von der
Globalisierung?
- Nach der Theorie der komperativen Kostenvorteile
(David Ricardo): „Jedes Land soll das herstellen, was es im Vergleich zu
anderen am Besten kann“: Spezialisierung führt zu Steigerung der
Produktion, in weiterer Folge des Einkommens und damit des Wohlstandes.
- Fördert die Chance der
Dritte-Welt-Länder wirtschaftlich zu den Industrienatioen
aufzuschließen.
Negative Aspekte:
- Konkurrenz zwischen den
Niedrigst-Lohnländern führt zu Ausbeutung der dortigen Arbeiter.
- Kritiker behaupten, dass durch Globalisierung
Reiche noch reicher, Arme noch ärmer werden.
- Angriff auf den Wohlfahrtsstaat, Auslagerung von
Standorten in Länder mit geringerem Preisniveau weniger sozialen Auflagen
(Lohnnebenkosten); Folge: Wohlstand der reichen Länder sinkt, Regierungen
werden erpressbar
- Besonders Europa reagiert zu langsam auf neue
Rahmenbedingungen
- Kultur: Austausch oder
Gleichschaltung?
Globalisierung und Welthandel
Bis 1929 bezog sich Globalisierung auf den Handel. In letzter Zeit betrifft
sie aber auch die Produktion stark, da sich die Voraussetzungen geändert
haben. Zukunftsbranchen von Heute brauchen keine großen Bodenschätze
mehr, Kapital kann bei Banken und Börsen in aller Welt aufgenommen werden.
Durch mobile Fabriken wird der Lohnunterschied in den einzelnen Ländern
aber nicht mehr zu halten sein, da Wissen heute der wichtigste
Produktionsfaktor ist, und überall auf der Welt jederzeit
abrufbar.
Branchen ohne natürliche Heimat geben im 21.Jhdt. den Ton an.
Nur Wissen und Fertigkeiten sind noch Wettbewerbsvorteile. Durch diesen
gnadenlosen Kampf um Lohn und Arbeit werden Wohlstand und Armut neu verteilt.
Schon 2004 sollen die Entwicklungsländer mehr produzieren als alle
Industrieländer zusammen. „Zum ersten Mal steht der Menschheit
eine globale Wirtschaft zur Verfügung, in der alles überall und
jederzeit Produziert und verkauft werden kann.“
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Ein neues Wirtschaftsbild der
Erde
Die Globalisierung wird immer weiter vorangetrieben. In ihren Zentrum
stehen die weltgrößten Konzerne. Allein die 20 führenden
Unternehmen (darunter Mitsubishi - Nr.1, Royal Dutch/Shell - Nr.2 und Daimler
Benz - Nr.3) setzen gemeinsam mehr um als das BIP der 80 ärmsten
Länder der Erde.
Hinter diesen Großkonzernen stehen häufig institutionelle
Anleger mit gewaltigen Summen. Fidelity Investments sind allein für acht
Prozent des Umsatzes von New York verantwortlich.
Die Kluft zwischen den Konzernen, die weltweit planen, und den
Nationalstaaten, die das wohl ihres Landes im Auge haben, wird immer breiter.
Dadurch werden natürlich auch in Österreich die Folgen der
Globalisierung immer stärker spürbar.
Vergleich des BIP einiger Länder mit den führenden
Großkonzernen.
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Die Globalisierung der
Unterhaltungsindustrie
Die Unterhaltungsindustrie ist längst global – Kinofilme und
Fernsehprogramme sind der wichtigste Export der USA (Sie bringen doppelt so viel
ein wie Flugzeuge!). Dies führt oft zu heftigen Konflikten: Zum Beispiel
verlangen die Franzosen, den Marktanteil amerikanischer Filmproduktionen auf 40%
zu begrenzen.
Ferner stellt sich die generelle Frage, ob die globale Vermarktung von
Kulturgütern wirklich als Kulturaustausch gesehen werden darf, oder ob sie
vielmehr zu einer Gleichschaltung und zu einem Verlust der nationalen
Identität führt.
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