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Weill, Kurt (1900-1950)
30.12.1997
Biographie des Komponisten Kurt
Weill
von Tobias Roth
Klasse: 12 Hk
Kurt Weill wird am 2. März 1900 als drittes von vier
Kindern einer jüdischen Familie in Dessau geboren. Sein Vater Albert Weill
ist Kantor in der Dessauer Synagoge.
Nach der Grundschule besucht Weill bis zum Abitur 1918 die
Oberrealschule in Dessau. Aus dieser Zeit stammt auch seine erste erhaltene
Komposition, ein “Jüdischer Trauergesang” (1913).
1915 beginnt Weill seine systematische Ausbildung zum
Musiker. In den drei Jahren zuvor wurde er bereits im Klavierspiel unterrichtet
und versuchte sich weiter an Kompositionen. Weill wird Privatschüler bei
Albert Bing, dem ersten Kapellmeister des Hoftheaters in Dessau. Von ihm wird
Weill in Klavierspiel, Komposition, Musiktheorie und Dirigieren
unterrichtet.
Im selben Jahr (1915) tritt Weill erstmals öffentlich
auf: Zunächst als Liedbegleiter einer Sängerin und am Ende des Jahres
als Pianist im Herzoglichen Palais.
1916/17 schreibt Weill einige Lieder und seinen ersten
Opernversuch (“Zring”). Er wird Klavierlehrer der beiden Neffen und
der Nichte des Herzogs. Durch Vermittlung von Albert Bing wird Weill
Korrepetitor am Hoftheater (1917).
Nach dem Abitur 1918 beginnt Weill ein Studium an der
Berliner Hochschule für Musik. (Sein Lehrer im Fach Komposition ist
Engelbert Humperdinck.) Aber schon Mitte des darauffolgenden Jahres muß er
das Musikstudium aus finanziellen Gründen abbrechen und kehrt nach Dessau
zurück. Hier wird er Korrepetitor am Dessauer Friedrich- Theater. Im Jahr
darauf arbeitet er einige Monate als Kapellmeister in Lüdenscheid. Er
dirigiert Opern, Operetten und Singspiele. Im September 1920 kehrt Weill zum
Studium nach Berlin zurück. Dort spricht er mit dem berühmten
italienischen Komponisten und Pianisten Ferruccio Busoni. Dieser macht Weill zu
einem seiner fünf Schüler in der Meisterklasse für Komposition an
der Preußischen Akademie der Künste.
Von 1921 bis Ende 1923 studiert Weill bei Busoni und
komponiert weiter Stücke. Um Geld zu verdienen, gibt er Privatunterricht in
Musiktheorie und Kompositionslehre.
Im folgenden Jahr beendet Weil sein Studium und beginnt
seine Zusammenarbeit mit dem bekannten Dramatiker Georg Kaiser. Ab 1925 arbeitet
Weill außerdem als Musikkritiker bei der Wochenzeitschrift “Der
deutsche Rundfunk”.
1926 heiratet er Lotte Lenya. Im selben Jahr findet die
Uraufführung des Operneinakters “Der Protagonist” in
Dresden statt. Der Text stammt von Georg Kaiser.
Im Jahre 1927 beginnt Weill, mit Bertolt Brecht
zusammenzuarbeiten. Aus dieser Zusammenarbeit entstehen in den folgenden Jahren:
das Songspiel “Mahagonny”
(Uraufführung 1927 in Baden- Baden), “Die Dreigroschenoper”
(1928, Berlin) nach der “Beggar’s Opera” von John Gay aus
dem Jahr 1728 und die Oper “Aufstieg und Fall der Stadt
Mahagonny” (1930, Leipzig).
1931 entsteht der Film “Die Dreigroschenoper”.
Im selben Jahr haben Weill und Brecht einen heftigen Streit wegen der
Aufführung der Oper “Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny” in
Berlin. Dieser Streit beendet die Zusammenarbeit der beiden für mehrere
Jahre.
Im folgenden Jahr trennt sich Weill von Lotte Lenya. Die
Scheidung wird eingeleitet. Im selben Jahr haben die Uraufführungen von
“Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny” in Paris und Wien
großen Erfolg. Auch der Film “Die Dreigroschenoper” hat in
Frankreich großen Erfolg.
Zwei Wochen nach den Machtergreifung Hitlers im Februar des
Jahres 1933 wird die Oper “Der Silbersee” (Text: Georg
Kaiser”) in Leipzig, Magdeburg und Erfurt gleichzeitig uraufgeführt.
Wütende Proteste der Nazipresse führen kurz darauf (Anfang März)
zur Absetzung der Oper an den Theatern.
Im März desselben Jahres verläßt Weill
Deutschland und zieht nach Paris. 1933 arbeitet Weill auch wieder mit Brecht
zusammen. Es entsteht das Ballett “Die sieben Todsünden” (Text:
Bertolt Brecht). Weill wird von Lotte Lenya geschieden.
1935 lebt Weill ein halbes Jahr in London. Lotte Lenya zieht
wieder zu ihm. Im September ziehen sie zusammen nach New York.
In New York entstehen Weills erste Musicals: “Jonny
Johnson” (Uraufführung 1936 in New York) und “The
Eternal Road” (1937, New York).
1937 heiraten Weill und Lotte Lenya erneut und beantragen
die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Im darauffolgenden Jahr schreibt Weill die Filmmusik zu dem
Film “You and Me” von Fritz Lang und das Musical
“Knickerbocker Holiday” wird in New York
uraufgeführt.
1940 arbeitet Weill mit an dem Musical “Lady in the
Dark”, das 1941 in New York uraufgeführt und ein großer
Erfolg wird.
Nach dem Kriegseintritt der U.S.A. (1942) arbeitet Weill an
Projekten für die Unterstützung der U.S.A. im Krieg.
Im folgenden Jahr (1943) werden Weill und seine Frau US-
Staatsbürger. Das Musical “One Touch of Venus” wird
uraufgeführt, was wieder ein großer Erfolg wird. Außerdem
komponiert Weill mehrere Filmmusiken und arbeitet mit Brecht
zusammen.
In den letzten Lebensjahren Weills entstehen noch weitere
Musicals: “The Firebrand of Florence” (Uraufführung 1945
in New York) was ein Mißerfolg wird, “Street Scene”
(1947, New York), “Love Life” (1948, New York) in
Zusammenarbeit mit Alan Jay Lerner (“Oklahoma”) und “Lost
in the Stars” (1949, New York), was nochmals ein großer Erfolg
wird.
Am 3. März 1950 stirbt Kurt Weill an Herzversagen in
einem Krankenhaus in New York.
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