|
Du bist hier: Referate Datenbank | Erdkunde
| Der Weinbau in Illmitz im Wandel der Zeit
Der Weinbau in Illmitz im Wandel der Zeit
Fachbereichsarbeit
aus
Geographie und
Wirtschaftskunde
Der Weinbau in Illmitz
im Wandel der Zeit
eingereicht von
Michael GARTNER, 8.B
bei Prof. Mag. Martin
Gangl
Mattersburg, Jänner
1998
Ich erkläre hiermit, daß ich die vorliegende Arbeit
selbständig und ohne Benutzung anderer als der genannten Materialien
angefertigt habe. Alle aus fremden Quellen direkt oder indirekt übernommene
Gedanken sind als solche kenntlich gemacht.
Außerdem habe ich die Reinschrift einer Korrektur
unterzogen.
Die Arbeit wurde bisher noch keiner anderen Prüfungskommission
vorgelegt.
Illmitz, 10.01.1998
Gartner Michael
Ufergasse 23
7142 Illmitz
Tel. / FAX: (0043) 02175 / 3427
Vorwort
Im Sommer des Jahres 1996 hörte ich eher zufällig in der
Ortsvinothek von Illmitz einen Vortrag über die Geschichte des Weinbaus in
Illmitz.
Mich interessierte der Vortrag, in dem die einzelnen Weinsorten, die
Bedingungen dafür, daß diese gerade in meiner Heimatgemeinde so gut
heranreifen, die Arbeiten des Winzers und die Änderungen im Weinbau in
Illmitz vorgestellt wurden. Ich faßte den Beschluß über dieses
Thema eine Fachbereichsarbeit zu schreiben und teilte ihn meinem
Geographielehrer mit. Er war mit der Wahl einverstanden und so begann ich mit
der Materialsuche und der Arbeit.
Ich nannte meine Arbeit “Der Weinbau in Illmitz im Wandel der
Zeit”, da es in dieser Weinbaugemeinde in den letzten Jahren im Weinbau
viele Änderungen gab. Als Sohn eines Weinbauern war es für mich auch
besonders interessant, an dieses Thema heranzugehen, da ich den Wandel im
Weinbau in Illmitz in den letzten Jahren zwangsläufig schon ein wenig
beobachtete.
Illmitz, 10. 01. 1998
Gartner Michael
DER WEINBAU IN ILLMITZ IM WANDEL DER
ZEIT
1. Einleitung
2. Die Geschichte des Weinbaus in
Illmitz
2.1 Die Anfänge des
Weinbaus
2.2 Die Reblausplage
2.3 Der “Weinboom” in Illmitz
2.4 Der Weinskandal 1985/86
2.5 Das neue Weingesetz
3. Voraussetzungen für den Weinbau in
Illmitz
3.1 Das Klima des Seewinkels
3.1.1 Die Sonnenscheindauer
3.1.2 Die Auswirkungen des Niederschlages auf
Ertrag und Qualität des Weines
3.1.3 Das Mikroklima der Neusiedlersees und
der Lacken
3.2 Die Böden
3.2.1 Schwarzerden
3.2.2 Sandrohböden
3.2.3 Salzböden
3.3 Der Fremdenverkehr als Motor für den
Weinbau
3.3.1 Fremdenverkehr - Viehhaltung -
Weinbau
3.3.2 Die Gemeinden Podersdorf, Apetlon und
Illmitz im Vergleich
4. Die Weinbaugemeinde Illmitz
4.1 Die Situation des Weinbaus in Illmitz im
Vergleich zu anderen Kulturarten
4.2 Die prozentuelle Verteilung der
Rebsorten
4.3 Illmitz, Boden der Weltmeisterweine
4.4 Die Weinbaugemeinde Illmitz
heute
5. Änderungen im Weinbau in
Illmitz
5.1 Der Wandel vom Vollerwerbs- zum
Nebenerwerbsbauer
5.2 Der moderne Weinbau
5.2.1 Marketingmaßnahmen
- Absatzgenossenschaften
- Die Winzergenossenschaft in Illmitz
- Marktnischen
6.
Zusammenfassung
7. Anhang
8. Literaturverzeichnis
9. Abbildungsverzeichnis
10. Darstellungsverzeichnis
1. Einleitung
In meiner Arbeit befasse ich mich mit dem Weinbau in Illmitz, vor allem mit
den Änderungen und Entwicklungen, die diesen prägten.
Illmitz ist im Vergleich zu anderen Ortschaften eine relativ junge
Weinbaugemeinde. Erstmals war in Zusammenhang mit Illmitz von Weinbau im Jahre
1598 die Rede, doch in den Quellen des 17. und 18. Jahrhunderts scheinen in
Illmitz keine Rebflächen mehr auf. Erst im Jahre 1809, als der damalige
Pfarrer Mikuska wieder Weingärten aussetzte, zog der Weinbau in Illmitz
wieder ein und wurde schon bald zu einer Alternative zu Ackerbau, Fischerei und
Viehhaltung.
Die Rebfläche vergrößerte sich immer und der Weinbau gewann
an Bedeutung, doch dann folgte mit der Reblausplage am Ende des vorigen
Jahrhunderts der erste Rückschlag für die Illmitzer Weinbauern. Ein
Großteil der Weingartenflächen wurde zerstört, und nur die
reinen Sandböden in Illmitz und Podersdorf blieben verschont. Doch diese
Krise wurde vielleicht zum Eckstein für den Weinbau im Seewinkel. Man baute
ihn nach den neuesten Grundsätzen und Methoden auf. Weinbauvereine und
Forschungszentren wurden gebaut und die Beratung von Seite des Staates nahm in
der Folge auch zu.
Die Zahl der Bauern, die sich zunächst nur als Zusatz zu Ackerbau und
Viehzucht um den Weinbau kümmerten, nahm zu. So wurde der Wein in Illmitz
zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor.
Der Weinbau brachte zweifelsohne den wirtschaftlichen Aufstieg in Illmitz
mit sich, denn als dieser in den späten 70-er und den frühen 80-er
Jahren seine Blüte erreichte, entstand auch der Fremdenverkehr, der heute
ein weiteres wichtiges Standbein für viele Betriebe in meiner
Heimatgemeinde darstellt.
In dieser Zeit schien das Geschäft mit dem Wein vielversprechend und
die Winzer blickten in eine verheißungsvolle Zukunft. Man investierte in
diesen Jahren viel Zeit und Geld in den Weinbau. Die Lagerkapazität der
Weinkeller wurde immer mehr erhöht und neue Maschinen wurden
gekauft.
Doch plötzlich, im Jahre 1985, wurden alle Erwartungen mit einem
Schlag enttäuscht. Durch den Glykolskandal 1985/1986 brach die gesamte
Weinwirtschaft in Österreich zusammen. Das Vertrauen in den
österreichischen Wein, speziell in den Seewinkler Wein, war
gebrochen.
In den letzten Jahren bemühte man sich daher um Wiedergutmachung. Doch
die Spuren, die der Weinskandal hinterlassen hat, sind nicht mehr wegzuwischen.
Nur mehr 3% der Bauern widmen sich hauptberuflich der Landwirtschaft. 1970 waren
dies immerhin noch 51%.
Immer häufiger sieht man im Gebiet von Illmitz
“verwilderte“ Flächen, auf denen einst, bedingt durch das
Klima, die Bodentypen und den Neusiedlersee, hervorragende Weine, die auf
Weinmessen im In- und Ausland prämiert wurden, gediehen. Grund dafür
waren die Rodungs- und Stillegungsaktionen, denn die Winzer bekamen durch die
Weingartenflächen, die sie stillegten, Geld. Diese Aktion kam den
Weinhauern aus Illmitz sehr gelegen, denn diese hätten für ihre
Produkte ohnehin nur sehr schwer Abnehmer gefunden. Wenn diese Aktion in den
nächsten Jahren auslaufen wird, wissen viele Winzer nicht, was sie tun
sollen. Viele hängen sicher sehr am Weinbau, sind mit Leib und Seele
Winzer, scheuen aber das Risiko, wieder Weingärten auszusetzen. Noch dazu
ist in vielen Fällen auch kein Betriebsnachfolger vorhanden, da der Beruf
des Bauern nicht mehr den Idealen der Jugend entspricht.
Mit Absatzgenossenschaften, die Absatz und Marketing garantieren sollen,
versucht man die Weltmeistergemeinde Illmitz zu retten.
Die Situation im Weinbau in meiner Heimatgemeinde ist zur Zeit nicht die
rosigste. Doch die Weinbauern aus Illmitz, die schon sehr viele Krisen erlebt
und viele Änderungen, die ich in meiner Arbeit erwähnen werde,
mitgemacht haben, werden sich auch jetzt anpassen können.
Der Weinbau in Illmitz wird also auch im 21. Jahrhundert bestehen bleiben,
wenn auch in vielen Bereichen verändert. Schon oft wurden Fehler dazu
verwendet, um aus diesen zu lernen, und Krisen um einen Neubeginn zu
starten...
2. Geschichte des Weinbaus in
Illmitz
2.1 Die Anfänge des Weinbaus
Die Geschichte des Weines ist wahrscheinlich so alt wie die Geschichte der
Menschheit selbst.
Schon im alten Griechenland gab es kaum ein religiöses Fest ohne Wein.
Der Mensch im antiken Griechenland wußte in jeder Lebenslage einen Gott
anzubeten und war von den verschiedenen Naturgewalten und den nicht mehr
wegzudenkenden Elementen des Lebens so fasziniert, daß er in ihnen ein
göttliches Wirken sah. So kam es nicht selten vor, daß bei den Festen
zu Ehren des Weingottes Dionysos auch oftmals ein bißchen zu tief in den
Becher geschaut wurde.
Die Römer übernahmen neben vielen anderen Göttern aus der
griechischen Mythologie auch den Gott des Weines und nannten ihn Bacchus.
Der Wein spielt in fast allen Religionen und Kulturen eine bedeutende
Rolle. Auch in der Bibel ist der Wein ein nicht mehr wegzudenkendes Thema. Beim
aufmerksamen Durchblättern der Bibel stößt man auf viele
Stellen, in denen vom Wein die Rede ist. Bei der Hochzeit von Kana zum Beispiel
verwandelte Jesus Wasser in Wein, und beim letzten Abendmahl verwandelte er
wiederum in Gegenwart seiner Jünger Wein in das Blut Christi.
Auch in der jüdischen Religion hat der Wein große Bedeutung und
wird sogar in den strengen Speisegesetzen erwähnt.
Sehr oft wird die Meinung vertreten, daß die Römer den Weinbau
in unsere Breiten einführten. Der römische Soldatenkaiser Probus (
276-282 n.Chr. ) hob das über die Provinzen verhängte
Auspflanzungsverbot für Wein auf. Damit konnte in den Provinzen Noricum und
Pannonien der Grundstein für geordneten Weinbau entstehen. Kaiser Probus
führte nicht den Wein in dieses Gebiet, wie oft fälschlich behauptet
wird, ein. Durch die Aufhebung dieses Verbotes wurden jedoch viele Veteranen
angelockt, die sich dem Weinbau widmeten. Somit war auch für die Versorgung
der hier stationierten Soldaten mit Wein gesorgt. “Allerdings bezeichnet
der römische Statthalter Pannoniens, Cassio Dio, der vorher Statthalter in
Nordafrika war, die Qualität des pannonischen Weines als von
“geringer Güte”.” [1]
Doch die heimische Weinkultur begründeten nicht erst die Römer,
denn in Zagersdorf, im Bezirk Eisenstadt, wurden in einem Grabhügel, der
etwa um 700 v.Chr. angelegt wurde, Traubenkerne entdeckt. Die Volksgruppe der
Kelten, die damals und noch Jahrhunderte später unter anderem diesen Raum
besiedelte, wußte wahrscheinlich bereits, daß man Trauben nicht nur
zum Essen verwerten kann.
Die Weinbaugemeinde Illmitz ist im Vergleich zu anderen Weinbauregionen und
Weinbaugebieten (auch denen des Seewinkels) relativ jung. Nach der
Schenkungsurkunde des Klosters Heiligenkreuz soll König Andreas II. von
Ungarn den Zisterziensern das Gut Mönchhof verliehen haben. Er forderte sie
auf, in diesem Gebiet Weingärten auszusetzen.
Ende des 15. Jahrhunderts kamen Handelsleute aus dem Nordosten Europas in
die damals bekannten Weinorte rund um den Neusiedler See. Ortschaften wie Rust,
Oggau, Neusiedl, Jois oder Purbach wurden erwähnt, doch die Weinbaugemeinde
Illmitz gab es damals wahrscheinlich noch nicht. Es war immer nur von Ackerbau,
Fischerei und Viehzucht die Rede. Da Illmitz mit einer Höhenlage von 117m
über dem Meeresspiegel die tiefstgelegene Gemeinde Österreichs ist,
war die Landwirtschaft immer stark vom Wasserspiegel des Sees und der Lacken
abhängig.
“Dieser bedingte eine wiederholte Umstellung der
bäuerlichen Wirtschaft, sodaß einmal die Fischerei, dann die
Viehzucht und später der Ackerbau im Vordergrund standen. Die Fischerei
spielte bis zum Ende des 18. Jhs. eine wichtige Rolle, sie wurde aber seit der
Mitte des 16. Jhs. immer mehr von der Viehzucht verdrängt, die vom Ende des
19. Jhs. bis zum ersten Drittel des 20. Jhs. ihren Höhepunkt erreichte.
Seit Anfang des 18. Jhs. gewann auch der Ackerbau immer mehr an Bedeutung. Seit
der Bauernbefreiung von 1848 erlebte er einen enormen
Aufschwung.”[2]
Einem Denkmalstein in Illmitz zufolge wird der Weinbau hier erstmals 1598
erwähnt. Somit gab es bereits am Ende des 16.Jhs. in Illmitz
Weingärten. Sie sind dann sicherlich wieder abgekommen, da man in den
Quellen des 17. und 18.Jhs. keine Aufzeichnungen über Rebflächen in
Illmitz findet. [3]
Erst 1809, als der damalige Pfarrer von Illmitz, Pfarrer Mikuska, in der
Ried ”Schellgärten” wieder einen Weingarten aussetzte, zog der
Weinbau in Illmitz wieder ein.
In der Folge versuchten sich immer mehr Illmitzer zusätzlich zum
Ackerbau und zur Viehzucht auch im Weinbau.
Es ist jedoch sehr schwer zu eruieren wie sich die Zahl der Weingärten
in den nächsten Jahren veränderte, sicher aber ist, daß es einen
Trend zur Weiterentwicklung gab.
2.2 Die Reblausplage
Um 1880 kam es dann zu einem Rückschlag für die Winzer im
Seewinkel.
Die Reblaus, von Amerika eingeschleppt, vernichtete einen Großteil
der Weinanbaufläche. Nur die reinen Sandböden in Illmitz und in
Podersdorf blieben reblausfrei.
Die übrigen Weingärten im ganzen Gebiet mußten alle gerodet
werden.
Die Folgen der “amerikanischen” Krankheiten Pernospora, Oidium
und der Reblaus, waren für die Weinbauern um die Jahrhundertwende
katastrophal, denn von 1890 bis 1930 war der Weinbau praktisch in einer
permanenten Krise.
“Auch im Weinbau gab es wie im Obstbau zu allen
Zeiten Schädlinge. Doch die “heimischen” Feinde
(Traubenwickler, Zigarrenwickler, Engerling, Roter Brenner usw.) besaßen
nicht die Gefährlichkeit der amerikanischen Krankheiten, die vor 100 Jahren
zu einem wirtschaftlichen Faktor wurden. Diese Schädlinge sind auch
für die geographische Fragestellung sehr interessant. Denn wenn diese
amerikanischen Schädlinge, die Reblaus und die Pilzkrankheiten Pernospora
und Oidium, nicht eingeschleppt worden wären, so wäre der
europäische Weinbau heute sicher anders
geartet.”[4]
Es ist heute schwer die Vor- und Nachteile dieser Krise neutral zu
betrachten. Obwohl der Weinbau im Seewinkel bis nach den I. Weltkrieg
stagnierte, kann man auch Positives in dieser Sache sehen.
So wurde im 20. Jahrhundert mit dem Neuaufbau des Weinbaus begonnen, jedoch
nach den modernsten Grundsätzen und Methoden.
In diese Zeit zurück geht auch die Gründung vieler
Weinbauvereine, Weinbauschulen, Forschungszentren und
Absatzgenossenschaften.
Auch die Förderung und die Beratung von staatlicher Seite waren nach
der Krise viel stärker als zuvor.
Man kann sagen, daß erst damals der Grundstein für den heute so
bedeutenden Weinbau im Seewinkel, aber auch im übrigen Europa, gelegt
wurde.
2.3 Der “Weinboom” in
Illmitz
Der Anschluß des Burgenlands an Österreich im Jahre 1921 brachte
für die Weinbauern in diesem Gebiete durchaus viele Vorteile.
Nun brauchten sie nicht mehr die Konkurrenz der ungarischen Weine zu
fürchten. Sie mußten sich zwar erst auf dem österreichischen
Markt behaupten, doch von den österreichischen Winzern konnten sie auch
vieles lernen.
“So gesehen bedeutete die Angliederung an Österreich
gleichzeitig den Anschluß an das Wissen und Können der Weinbauern in
Niederösterreich und der
Steiermark.” [5]
Die Rebfläche stieg in den Jahren nach der Angliederung immer mehr an.
Vor allem auf den sterilen und schädlingsimmunen Sandböden wurden
Rebkulturen angelegt.
“So stieg z.B. die Rebfläche in Illmitz von 19 ha im Jahr 1913
auf 234 ha 1936.” [6]
Immer mehr Bauern waren nun gewillt Weingärten auszusetzen, doch auf
eine Zunahme um das Zwölffache(!) , folgte während des 2.Weltkrieges
ein neuerlicher Rückschlag. Dies war darauf zurückführen,
daß während des Krieges ein enormer Arbeitskräftemangel
herrschte.
Bis 1955 gab es dann wieder eine Stagnation des Weinbaus. Dies könnte
deshalb entstanden sein, weil viele Männer noch nicht aus dem Krieg
zurückgekehrt waren. Doch in dieser Zeit gab es überhaupt einen
Stillstand der gesamten Wirtschaft in der damaligen russischen Besatzungszone.
Trotzdem stieg die Größe der Rebfläche innerhalb dieser
Jahre in Illmitz an. 1955 war Illmitz hinter den “traditionellen”
Weinbaugemeinden des Bezirks immerhin schon an 5. Stelle.
Und der Aufschwung sollte noch weitergehen, denn die Umstellung auf
Hochkulturen, die von Lenz Moser geprägt wurde, ermöglichte erst den
Einsatz moderner Geräte.
“Noch zu den wesentlichen Gründen für
die Ausdehnung der Weinbauflächen zählten die im großen und
ganzen günstige Preisentwicklungen und der Übergang von der
Stockkultur zur Hochkultur und damit die Möglichkeit, mit gleichem
Arbeitskräftepotential größere Flächen zu bewirtschaften
und schließlich der Anreiz, Neupflanzungen noch vor Inkrafttreten des
burgenländischen Weinbaugesetzes (1. Feber 1966)
anzulegen.
Schon im Jahre 1966 war Illmitz mit 962,04 ha die
zweitgrößte Weinbaugemeinde Österreichs und ist es bis heute
geblieben.” [7]
Waren 1959 in Illmitz 59% der Rebfläche noch unter der Kategorie
“Niederkultur” und 31% unter Mittelkultur, jedoch nur 10% der
Rebfläche unter “Hochkultur” zu finden, so sind schon
zwölf Jahre später 86% der Weingärten auf Hochkultur umgestellt
worden. [8]
So konnte sich der Siegeszug des Weinbaus in Illmitz weiterhin fortsetzen.
Die Zahl der Weingärten explodierte in den nächsten Jahren
förmlich.
Tabelle 1: Entwicklung der Rebfläche zwischen 1970 und 1980
|
ILLMITZ
|
|
|
|
|
Weingartenfläche
|
928,29 ha
|
1230,67 ha
|
1553,64 ha
|
Man sieht, daß immer mehr Landwirte Weingärten aussetzten und
sich immer mehr dem Weinbau widmeten.
Es wurde vermehrt in den Weinbau investiert, denn die Winzer blickten
damals in eine verheißungsvolle Zukunft.
2.4 Der Weinskandal 1985/86
“Auf einer Pressekonferenz, die am 23.4.1985 in
Wien abgehalten wurde, teilte Landwirtschaftsminister Dipl.-Ing. Günther
Haiden der Öffentlichkeit mit, daß etwa fünf Monate vorher bei
der Landwirtschaftlich-chemischen Bundesanstalt in Wien eine anonyme Anzeige
eingegangen sei, laut der Weinhändler dem Wein Diäthylenglykol
zugesetzt
hätten.”[12]
Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz waren angeblich schon einige Betriebe
überprüft und auch schon positive Proben gefunden worden.
In den Weinen dieser Betriebe war eben Diäthylenglykol gefunden
worden.
“Diäthylenglykol ist ein zweiwertiger, höherer Alkohol, der
als Frostschutzmittel, zum Feuchthalten von Tabak - es ist also in jeder
Zigarette vorhanden - und zur Herstellung von Kunststoffen verwendet
wird.” [13] Es ist jedoch nicht jene
Substanz, die als Frostschutzmittel für Fahrzeugkühler verwendet
wird, so wie dies bei Beginn des Weinskandals fälschlich behauptet
wurde.
Minderwertigen Weinen wurde dieses Mittel zugesetzt, um sie
“aufzubessern” und sie z.B. als Prädikatsweine verkaufen zu
können.
In der Folge wurde durch die Medien eine Panikmacheaktion gestartet, die
kein gutes Haar am österreichischen Wein und den österreichischen
Winzern gelassen hatte. Auch im Ausland, vor allem in Ländern, in die
Österreich Wein exportierte, waren die Menschen verunsichert. Dies wirkte
sich natürlich auf die österreichischen Weinexporte aus. Dies kann man
sehr gut an der Abbildung 1 erkennen.
Abb. 1: Österreichische Weinexporte in den Jahren 1970 -
1994 [14]
Ein weiterer Grund für die schlechte Exportbilanz in den Jahren nach
dem Weinskandal war auch, daß die Republik Österreich nach Aufkommen
des Weinskandals den Prädikatsweintransport in Tanks ins Ausland verboten
hatte. Dieses Verbot wurde jedoch nach dem Beitritt Österreichs in die EU
wieder aufgehoben. Dazu mußte ein Prozeß gegen die Republik
Österreich geführt werden, der dann gewonnen wurde.
Viele Wirtschaftsexperten sind der Meinung, die österreichische
Weinwirtschaft hätte sich bis heute von diesem Weinskandal nicht erholt.
Interessant zu beobachten wird sein, ob jemals wieder so viele Weine wie z.B. in
den Jahren von 1980 bis 1984 in das Ausland exportiert werden können.
Doch seit dem EU-Beitritt Österreichs kann man die Statistiken nicht
mehr vergleichen. Der Grund dafür ist, daß bis Ende 1994
grenzüberschreitende Warenbewegungen vom Zoll aufgezeichnet wurden. Seit
dem Jahre 1995, in dem Österreich der EU beitrat, erfolgt dies nur mehr
über Meldungen der Exporteure und der Importeure. Kleinere Firmen fallen
hier aus der Statistik. [15]
Somit liefern alle neuen Statistiken ein verfälschtes Bild über
Österreichs Weinwirtschaft.
Auch die Zahlen für das Jahr 1996 liegen schon vor und wurden vom
ÖSTAT (Österreichisches Statistisches Zentralamt) im WINZER
(Weinfachzeitschrift) veröffentlicht.
“Die Ausfuhr (Export) österreichischer Weine
betrug im Jahre 1996 215.115 hl. Hauptkunde für österreichischen
Wein ist nach wie vor Deutschland.
Deutschland wird auch in der Zukunft unser
Haupthandelspartner bleiben, Absatzanstrengungen werden hier sicher rascher
belohnt als auf irgendwelchen allzu exotischen Exportmärkten.
Die Weineinfuhr ( Import) betrug im Jahr 1996 336.283
hl. Mit weitem Abstand war Italien das wichtigste Importland sowohl bei
Flaschen- als auch bei
Tankweineinfuhr.”[16]
Der Glykolskandal erschütterte die Weinwirtschaft. Die Folgen dieses
Skandals waren ein schwerer Imageverlust des österreichischen Weines und
ein Rückgang oder sogar der Zusammenbruch des Exportes. Außerdem gab
es nach dem Weinskandal etliche Firmenzusammenbrüche. Einige dieser Firmen
waren vielleicht in den Weinskandal involviert, andere aber konnten
wahrscheinlich einfach ihren Wein nicht an den Mann bringen. Viele Winzer hatten
viel Geld in den Wein investiert, da dieser, wie schon oben erwähnt, Anfang
der 80-er Jahre erfolgversprechend war, und nun konnten sie ihr Produkt nicht
mehr verkaufen.
Das Problem war, daß das Vertrauen in alle Weinbauern gebrochen war.
Auch jene, die gar nichts mit dem Skandal zu tun hatten, bekamen nun Probleme
mit dem Absatz ihrer Weine.
Zahlreiche Versuche der Gegenoffensive und der Schadensbegrenzung wurden
gestartet. Auch in Illmitz gab es eine solche Aktion. “An die hundert
Traktoren, deren Anhänger mit Wein beladen waren, rollten zum Illmitzer
Badestrand, wo sich die Badegäste bei einer Gratisweinverkostung der
Ungefährlichkeit des Weines vergewissern
konnten.” [17]
Immer wieder betonten die Seewinkler Bauern, daß der Weinskandal
keine “Seewinkelaffäre” sei und daß es auch in anderen
Ländern einen Weinskandal gegeben habe (in Italien sollen Menschen nach dem
Genuß von Wein gestorben sein...), aber die Medien in den anderen
Ländern machten dies nicht unnötig zum Thema.
Viele Menschen waren wirklich der Ansicht, daß nur Weinbauern aus dem
Seewinkel gepanscht hätten. Einige von ihnen meinten, die Seewinkler Winzer
hätten nicht die richtige Beziehung zum Wein, da dieses Gebiet eine sehr
junge Weinbauregion sei. Es fehlte die Einstellung zum Wein, die nur in einigen
Jahrzehnten oder Jahrhunderten reifen könnte. Die Seewinkler wurden oft
beschuldigt, mit dem Wein nur ein schnelles Geschäft machen zu
wollen.
Mit Nachdruck muß dieser These jedoch widersprochen werden, denn auch
Weinhändler aus den traditionellen Weinbaugebieten in Niederösterreich
und der Steiermark waren in diesen Skandal verwickelt. Man kann den Weinskandal
nicht einfach nur als Seewinkelskandal darstellen, auch wenn viele
“Pantscher” aus dem Gebiet kamen.
Diese Pantscher mußten sich natürlich vor Gericht
verantworten.
Mitte des Jahres 1995 waren 24 Personen in Untersuchungshaft und es wurden
weitere 325 Personen angezeigt. Die verhängte Höchststrafe im
Zusammenhang mit dem Weinskandal betrug 5 Jahre.
In einem Interview mit der BF (Burgenländische Freiheit, Wochenzeitung
der burgenländischen SPÖ) äußerte sich der damalige
Landwirtschaftsminister Haiden zum Weinskandal.
Als die eigentlichen Opfer bezeichnete Haiden
“jene Weinbauern, die sich das ganze Jahr
abrackern und abmühen, die mühselig Trockenbeerenauslesen und
Beerenauslesen und Auslesen erzeugen, kostenaufwendig erzeugen - und dann
kommen solche Firmen und stellen künstlich Prädikatsweine
her.”[18]
2.5 Das neue Weingesetz
Nach Aufkommen des Weinskandals mußte man nun den Weintrinkern
im In- und Ausland beweisen, daß so etwas in Österreich nie wieder
vorkommen kann, denn noch so einen Weinskandal wie 1985 kann die
österreichische Weinwirtschaft nicht verkraften.
Zuerst novellierte man das österreichische Weingesetz. Am 12.6 des
Jahres erfolgte die Novellierung und trat mit 1.9.1985 in Kraft.
Doch vielen waren eine Änderung des Weingesetzes zuwenig. Der damalige
Bundeskanzler Sinowatz wollte mit “dem schärfsten Weingesetz
Europas” den Exportländern zeigen, daß Österreich mit der
“Pantscherei” wirklich aufgehört hat.
Dem wäre jedoch noch hinzuzufügen, daß die verhängte
Höchststrafe von 5 Jahren (10 Jahre wären die Höchststrafe
gewesen) wahrscheinlich nicht das geeignete Mittel ist, um das Vertrauen des
Auslandes in Österreichs Rechtsprechung zu stärken.
Seitens der ÖVP gab es viel Kritik am bevorstehenden Gesetz. Die
ÖVP wußte zwar auch, daß ein strenges Gesetz notwendig sei, vor
allem um das Ausland zu beruhigen, doch sie sah einige Punkte des Gesetzes als
Schikane gegen die Weinbauern.
Die Gegner dieses neuen Gesetzes kamen nicht nur aus den Reihen der
Politiker. Vor allem die Weinbauern, die damit leben und es befolgen
mußten, waren damit unzufrieden.
Dennoch wurde im September 1985 mit den Stimmen der Koalitionsparteien
SPÖ und FPÖ das Gesetz beschlossen und trat am 1. Jänner 1986 und
in Teilen erst am 1.Juni 1986 in Kraft.
Schon vor dem Beschluß des Gesetzes im Parlament gab es eine
Demonstration von burgenländischen Weinbauern vor dem Bundeskanzleramt, und
nach dem Beschluß demonstrierten ca. 4000 Weinbauern aus ganz
Österreich gegen das Gesetz.
Die Winzer wollten mit zahlreichen Blockaden und Demonstrationen ihren
Unmut gegenüber dem neuen Gesetz äußern, um so zumindest eine
Änderung einiger Punkte des Gesetzes zu erzwingen. Sie konnten jedoch mit
diesen Aktionen nichts ändern.
Das Weingesetz brachte viele neue Änderungen für Österreichs
Weinbauern.
“Oberster Grundsatz des Gesetzes ist: Wein ist ein Naturprodukt und
hat bei jeder Behandlung ein solches zu
bleiben.” [19]
Eine der Änderungen ist die Banderole. Weine, die in Flaschen oder
Behälter bis 50 Liter
abgefüllt wurden, dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie
mit dieser Banderole versehen sind. Diese rot-weiß-rote Schleife
garantiert, daß der Wein immer vom Konsumenten bis zum Erzeuger
zurückzuverfolgen ist.
Eine Transportbescheinigung ist dann nötig, wenn Wein in
Behältern über 50 Liter in Verkehr gebracht wird.
Ein anderes Thema des neuen Gesetzes sind die Etiketten. Auf allen
Etiketten muß der Name und die Adresse des Erzeugers oder des
Abfüllers und extra noch die Weinbauregion und das Weinbaugebiet und die
Gemeinde, aus der der Wein stammt, ersichtlich sein. In Österreich gibt es
vier Weinbauregionen, die mit den Bundesländern Wien,
Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland identisch sind, und 16
Weinbaugebiete. Weiters muß auf die Qualitätsstufe des Weines (Tafel-
oder Tischwein, Qualitätswein mit staatlicher Prüfnummer und
Prädikatswein mit staatlicher Prüfnummer) hingewiesen werden. Bei
Prädikatsweinen, für die ja Illmitz berühmt ist, muß auf
der Etikette außerdem noch ersichtlich sein, welcher Prädikatswein
(Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Ausbruch, Trockenbeerenauslese,
Eiswein...) in der Flasche ist.
Für den Zuckergehalt müssen die Bezeichnungen
“trocken” (bis höchstens 4 Gramm Restzucker je Liter),
“halbtrocken” (9 Gramm Restzucker pro Liter) oder
“süß” (bei höherem Restzucker) angegeben werden.
Heute (1997) muß bei einem Restzuckergehalt von 9-18 Gramm je Liter die
Bezeichnung “lieblich” stehen.
Das Weingesetz wurde immer wieder in einigen Punkten novelliert und ist
nach Beitritt zur EU an deren Richtlinien angepaßt worden.
Nachdem Österreichs Weinwirtschaft wegen der aufgedeckten
Weinverfälschungen praktisch darniederlag, war das neue Weingesetz wie ein
Neubeginn für Österreichs Winzer. Obwohl es für Österreichs
Weinbauern sicher nicht leicht ist mit einem so strengen Gesetz zu leben, ist
dieses Gesetz wahrscheinlich die letzte Chance gewesen, den Ruf des
österreichischen Weines zu retten oder überhaupt neu aufzubauen.
Immer wieder betonten Politiker das und wollten so die skeptischen
Weinbauern von der Notwendigkeit dieses Gesetzes überzeugen.
“....Diese kriminellen Handlungen zum Schaden der
Konsumenten haben auch Tausende ehrliche Weinhauerfamilien in eine schwierige
Lage gebracht. Der österreichische Wein mit seinen einzigartigen
Qualitäten ist weltweit in Verruf geraten. Ein strenges neues Weingesetz
war daher notwendig, um die Grundlage für einen erfolgreichen Neubeginn
unserer Weinwirtschaft herzustellen. Es geht darum, durch strenge Bestimmungen
das Vertrauen der österreichischen Weinliebhaber, aber auch der
ausländischen Konsumenten wiederherzustellen. (...)
Unsere Weinhauer werden durch die neuen Bestimmungen
zweifellos vermehrte Arbeit auf sich nehmen müssen. Dies ist nicht
Schikane, sondern letzten Endes im Interesse unserer Weinhauer selbst
unerläßlich. Durch das neue Gesetz soll auch die
Qualitätsproduktion vermehrt gefördert
werden.”[20]
Mit diesen Worten sprach der damalige Bundesminister für Land- und
Forstwirtschaft Günther Haiden in einer Broschüre, in der die
wichtigsten Änderungen, die das neue Gesetz für die Weinbauern bringen
wird, vorgestellt wurden, Mut zu.
3. Voraussetzungen für den Weinbau in Illmitz
In vielen Büchern über den Weinbau kann man nachlesen, daß
es vier Grundkomponenten sind, die die Qualität des Weines bestimmen. Dies
sind das Klima, der Boden, die Rebsorten und die Kunst des Winzers.
Die ersten beiden Voraussetzungen bewirken, daß Weinbau nur in
bestimmten Gebieten betrieben werden kann.
3.1 Das Klima des Seewinkels
Das Burgenland ist in zwei Klimatypen geteilt: der nördliche Teil
steht im Einfluß des pannonischen Klimas, das Mittel- und das
Südburgenland liegen im Grenzbereich des illyrischen und des pannonischen
Klimaraumes. Diese Voraussetzungen begünstigen die Arten- sowie die
Sortenvielfalt des burgenländischen Weines. Während die Winzer im
Mittel- und Südburgenland vor allem auf Rotweinsorten spezialisiert sind,
dominieren im Landesnorden die Weißweinsorten. Das ganze Burgenland ist
für den Weinbau geeignet, denn sowohl trockene Rotweine wurden schon oft im
In- und Ausland prämiert als auch hohe Prädikatsweinstufen reifen im
Seewinkel heran.
Im Seewinkel bewirkt das pannonische Klima ein frühes Frühjahr,
einen sehr heißen und meist trockenen Sommer und einen langen, milden
Herbst, der auch Altweibersommer genannt wird.
Die Sonnenscheindauer, die Niederschlagsmenge, aber auch das Mikroklima des
Neusiedlersees mit seinen etwa 80 Lacken, prägen den Weinbau im Seewinkel
sehr stark und machen ihn wahrscheinlich weltweit zu einem einzigartigen
Weinanbaugebiet.
3.1.1 Die Sonnenscheindauer
“Die Weinrebe ist wie kaum eine andere Pflanze von der
Sonnenbestrahlung abhängig.” [21]
Bezüglich der Sonnenscheindauer liegen im Weinbaugebiet um den
Neusiedlersee in den meisten Jahren optimale Bedingungen vor, denn der absolute
Minimumsatz für den Weinbau liegt bei etwa 1100 Sonnenstunden im Jahr.
Optimale Ergebnisse wurden bei 1800 - 2000 Sonnenstunden im Jahr erreicht.
In Tabelle 2 sind die durchschnittliche Sonnenscheindauer in Stunden von
Neusiedl/See und St.Andrä angegeben, sowie auch die relative
Sonnenscheindauer in diesen Gemeinden. In St.Andrä und in Neusiedl/See
wurden Wetterstationen installiert, die genaue Daten über die klimatischen
Verhältnisse im Bezirk Neusiedl liefern sollten. Die Werte von Illmitz
werden in etwa mit denen dieser Ortschaften ident sein, da diese in der
unmittelbaren Umgebung liegen.
Tabelle 2: Sonnenscheindauer in Stunden und relative Sonnenscheindauer in
Prozent
|
SONNENSCHEINDAUER (h)
|
rel. SONNENSCHEINDAUER (%)
|
|
|
1886 (Juli: 251, Dezember: 50)
|
44 (August: 61, Dezember: 21)
|
|
|
1880 (Juli: 258, Jänner: 52)
|
44 (August: 59, Jänner: 22)
|
In St.Andrä wurden die Messungen im Zeitraum von 1951-1960
durchgeführt, in Neusiedl von 1951-1980. Aus diesen Jahren wurden die
Mittelwerte errechnet. Innerhalb dieser Jahre gab es jedoch enorme Schwankungen,
die sich auch auf die einzelnen Jahrgänge der Weine auswirken.
“Die relative Sonnenscheindauer weist in Neusiedl
einen ausgeprägten Jahresgang auf mit einem Minimum im Dezember mit 21% und
einem Maximum von 61% im August, d.h. daß im Dezember nur an 21% der
möglichen Stunden die Sonnen scheint, während dies im August 61% sind.
Die Schwankungsweite um diese Mittelwerte ist von Jahr zu Jahr relativ
groß: So wurden im Dezember Werte zwischen 8% und 38% und im August
zwischen 46% und 73% relative Sonnenscheindauer gemessen. Die mittlere Anzahl
der Sonnenscheinstunden beträgt pro Jahr 1886 mit einer Schwankungsbreite
zwischen 1721 und 2164 Stunden. Der Monat mit der höchsten
Sonnenscheindauer ist der Juli mit 251 Stunden im Mittel (Maximum 306, Minimum
147 Stunden), während der Dezember im Mittel nur 50 (Maximum 90, Minimum 20
Stunden) aufzuweisen
hat.”[24]
Eine hohe Sonneneinstrahlung im Jahr ergeben zuckerreiche Trauben und einen
geringen
Säuregehalt, während in sonnenarmen Jahren das Gegenteil
eintritt.
3.1.2 Die Auswirkungen des Niederschlages auf Ertrag und Qualität
des Weines
Der Niederschlag ist ein weiterer wichtiger Faktor für den Weinbau.
Die Verteilung und die Menge des Niederschlages kann in manchen Jahren
erhebliche Ernteeinbußen bewirken, in anderen Jahren jedoch zu
Rekordernten oder Spitzenjahrgängen, wie etwa 1997, führen. In den
meisten Weinbaugebieten ist die Niederschlagsmenge entscheidend, weil von ihr
die Ertragsmenge abhängt, doch im Qualitätsweinbau ist in erster Linie
die Verteilung des Regens wichtig. So ist für den Seewinkel nicht in erster
Linie wichtig wieviel mm Niederschlag in einem Jahr auftreten, sondern die
Verteilung des Niederschlages auf das Jahr.
“Obwohl die Rebe trockene Standorte verträgt, sollte die
Niederschlagsmenge nicht unter 500-600 mm im Jahr
liegen.” [25] Gerade im Seewinkel kommt es
wegen der sehr heißen, niederschlagsarmen Sommer, die häufig
auftreten, oft zu Trockenperioden. In solchen Jahren bewässern viele
Landwirte ihre Felder und Weingärten, um starke Ernteeinbußen zu
vermeiden. Die Frühjahrsniederschläge sind wichtig, weil von ihnen die
Schnelligkeit des Triebwachstums abhängt. Die Vegetationsperiode, die in
etwa von Anfang April bis Anfang Oktober dauert, ist die Zeit zwischen Austrieb
und Blattfall. In diesen Monaten sollte mindestens 300-350 mm Niederschlag
fallen. Im Sommer sollte es zwischen 80-100 mm Niederschlag sein.
Niederschläge im Winter sind insofern sehr wichtig für den Weinbau, da
die Niederschläge des Herbstes und des Winters im Boden gespeichert werden
und im Frühjahr für das Wachstum der Rebe von großer Wichtigkeit
sind. Da auch die Niederschlagsmenge nie konstant und von Jahr zu Jahr
verschieden ist, gibt es Schwankungen in der Erntemenge und Qualität der
Weine. Wie sehr die verschiedenen Jahre in Bezug auf den Niederschlag
voneinander abweichen, ist im Anhang nachzulesen. (Tab. 8, Seite 52)
Der Seewinkel ist eine Region, die sehr stark vom Niederschlag
abhängt. Heiße und trockene Sommermonate, die im großen und
ganzen niederschlagsarm sind, bedeuten für viele Weinbauern enorme
Geldeinbußen. Trotzdem sind solche Jahre sehr wichtig für die
Wirtschaft im Seewinkel, denn unter solchen Umständen kommen vermehrt
Touristen in das Gebiet.
Da viele Ortschaften im Seewinkel sowohl “Weinbaugemeinden” als
auch “Fremdenverkehrsgemeinden” sind, sind die Wünsche der
Einheimischen, die sie an “Petrus” richten, sehr unterschiedlich.
3.1.3 Das Mikroklima des Neusiedlersees und der Lacken
Der Neusiedlersee wirkt mit seinen 320
km5 wie ein riesiger
Wärmespeicher. Er stellt ein Wärmereservoir für die
Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und auch für die
Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten dar. Die im Sommer gespeicherte
Wärme wird im Herbst langsam an die Umgebung abgegeben.
Zugleich sorgt der See im Sommer und im Herbst für eine entsprechend
hohe Luftfeuchtigkeit, was den Reifeprozeß und Botrytisbefall
(Edelfäule) der Trauben außerordentlich günstig
beeinflußt.
Außerdem verhindert der See Schadensfröste während der
Vegetationsperiode. Durch Kondensation und Nebelbildung treten solche
Frostschäden selten auf.
Doch in den letzten Jahren kam es immer wieder zu verheerenden
Frostschäden während der Wintermonate. Durch Temperaturen von unter
-20° C im Winter, also während der Vegetationsruhe, können alle
Teile der Rebe erfrieren. Besonders häufig treten
“Augenschäden” auf, bei denen die Augen des Holzes erfrieren,
während die Nebenaugen gesund bleiben.
Diese Frostschäden können katastrophale Folgen haben, wie zum
Beispiel der Frost im Jahre 1993 beweist:
“Im Monat Jänner herrschte
frühlingshaftes warmes Wetter, wodurch der Saftstrom in den Reben schon
früh einsetzte. In den Nächten in der Zeit vom 30. 1 bis 6.2 sanken
die Temperaturen auf -14°bis -16°C, lagenweise bis -22°C ab.
Dadurch kam es zu starken Frostschäden an den Weinkulturen. Im Seewinkel
waren einige Gemeinden besonders stark betroffen. Hier gab es Frostschäden,
die bis an die 100%
heranreichten.”[26]
Da in den letzten Jahren immer wieder größere und kleinere
Schäden durch Fröste im Winter auftraten,
werden Stimmen von Kritikern laut, die der Ansicht sind, daß der Seewinkel
kein geeignetes Weinbaugebiet ist.
Der Neusiedlersee und die Lacken, die keine Auswirkungen auf die
Winterfröste haben, sind mit ihrem Mikroklima wichtige Garanten für
den Weinbau im Seewinkel.
Sie locken also nicht nur Vogelbeobachter und Badegäste nach Illmitz,
sondern auch Weinliebhaber.
3.2 Die Böden
Die “Böden der Weltmeisterweine”, besser gesagt die
Bodentypen, in die sich das Gemeindegebiet von Illmitz gliedert, sind vor allem
Tschernoseme, Paratschernoseme und Feuchtschwarzerden, die zur Gruppe der
Schwarzerden zählen, Sandrohböden und Salzböden.
Auf den Weinbau bezogen unterscheidet man auch zwischen Qualitäts- und
Quantitätsböden. Humusreiche Böden und Schwemmlandböden
zählen zu den Quantitätsböden, die die Masse liefern. Böden,
die für Wasser und Luft durchlässig und außerdem
erwärmungsfähig sind, bestimmen die Qualität der Trauben und
somit auch des Weines.
“Der Boden nimmt also Einfluß auf die Qualität des Weines,
seinen Alkoholgehalt, Extraktgehalt und seine
Bukettstoffe.” [27]
Die einzelnen Rebsorten stellen also durchaus Ansprüche an die
Böden. So gedeihen Traminer und Muskat-Ottonel besonders gut auf tiefen
und kräftigen Böden, während die meisten anderen Sorten trockene
und steinige, aber warme Böden bevorzugen.
Heutzutage gibt es aber schon sehr viele verschiedene Rebsorten und so kann
für jede Bodenart die richtige gefunden werden.
3.2.1 Schwarzerden
Überall dort, wo das Ausgangsmaterial nicht grobklastisches Gestein,
sondern feines Lockermaterial ist, können Schwarzerden entstehen. Je nach
Klimagebiet und der chemischen Beschaffenheit des Ausgangsmaterials entstehen
jedoch verschiedene Bodentypen.
Die Tschernoseme finden sich überall auf pleistozänen,
kalkhältigen, feinklatischen Lockersedimenten und gehören zu den
fruchtbarsten Böden des Gebietes um den Neusiedlersee - soweit sie nicht
grundwasser- oder salzbeeinflußt sind. Im Anhang ist ein Bodenprofil eines
Tschernosems abgebildet. (Abb.7, Seite 54) Ihr Ausgangsmaterial ist also
stets kalkhaltig, im Gegensatz zum Ausgangsmaterial der Paratschernoseme. Der
Profilaufbau des Bodens gleicht zwar jenem eines Tschernosems, der Boden ist
jedoch aus kalkfreiem Lockermaterial, z.B. Flugsand, entstanden.
Der dritte Bodentyp der Schwarzerden ist die Feuchtschwarzerde. Der
landwirtschaftliche Wert dieser Böden ist, wie der vieler anderer
Böden auch, stark von Lage und Grundwasserspiegel abhängig, spielt
aber für den Weinbau in Illmitz eine untergeordnete Rolle.
3.2.2 Sandrohböden
Die sterilen Sandböden wurden schon im Zusammenhang mit der Reblaus
erwähnt, da sie größtenteils davon verschont blieben.
Während damals in anderen Weinbaugemeinden der Weinbau stillstand, konnte
auf diesem Boden in Illmitz weiterhin Weinbau betrieben werden. Dies trug sicher
auch dazu bei, daß die Weinanbaufläche in Illmitz immer mehr anstieg
und Illmitz, wie schon oben erwähnt, eine der größten
Weinbaugemeinden Österreichs werden konnte.
Sandrohböden sind sehr wasserdurchlässig, da sie eine große
Porendichte aufweisen und dadurch das Regenwasser rasch absickert. Nach den oben
genannten Kriterien zählen die Sandböden also zu den
Qualitätsböden.
Weingärten, deren Unterlage Sandböden sind, treten in Illmitz vor
allem in der Nähe des Sees auf. Auf Sandrohböden reifen zwar
hervorragende Weine heran, doch für andere Kulturarten ist dieser Boden
eher nicht geeignet.
3.2.3 Salzböden
In sehr trockenen Gebieten - und der Seewinkel ist in vielen Jahren wegen
der geringen Niederschlagsmenge ein solches - treten infolge der starken
Verdunstung und durch das Fehlen einer nennenswerten Auswaschung durch
Niederschlag Salze an die Bodenoberfläche.
Häufig treten sie in der Nähe von salzhältigen Lacken auf.
Im Extremfall bilden diese Salze an der Oberfläche Krusten. Früher gab
es in Illmitz Sodafabriken, in die das gesammelte Salz gebracht wurde.
Diese Salze wirken pflanzenschädigend und führen zum Verfall des
Bodens.
Die Bodentypen der Salzböden sind der Solonetz und der
Solontschak.
3.3 Der Fremdenverkehr als Motor für den
Weinbau
Ohne den Fremdenverkehr könnte der Weinbau in Illmitz wahrscheinlich
nicht bestehen, zumindestens nicht unter denselben Bedingungen wie jetzt. Ebenso
lockt der Wein aus Illmitz wiederum zahlreiche Touristen in diese
Gemeinde.
Seitdem am Ende der siebziger Jahre der Tourismus in Illmitz immer mehr
Bedeutung erlangte und die Zahl der Nächtigungen stieg, ist der Tourismus
für viele Landwirte ein zweites Standbein geworden. Zahlreiche Bauern
bauten Gästezimmer und entdeckten damit eine Marktnische für diese
Region, denn viele Gäste kamen hierher, weil sie vom Wein so angetan
waren, doch sie konnten auch den Bauern bei ihrer Arbeit zusehen. Viele Betriebe
boten Gratisweinverkostungen im Keller an und während der Ernte konnten die
Touristen entweder bei der Weinlese mithelfen oder frische Trauben, frischen
Most oder Sturm gleich bei den Familien kaufen. Der Urlaub am Bauernhof oder der
Urlaub am Weinbauernhof war geboren. So kamen immer mehr Menschen aus dem In-
und Ausland nicht nur wegen des Neusiedlersees oder der Flora und Fauna nach
Illmitz.
3.3.1 Fremdenverkehr - Viehhaltung - Weinbau
Der Fremdenverkehr, die Viehhaltung, der Ackerbau und Weinbau waren
jahrelang die Stützen der Illmitzer.
Diese Wirtschaftsbereiche ergänzen sich in vielen Belangen, doch sie
stehen auch in gewisser Weise in Widerspruch.
Vor dreißig Jahren zum Beispiel, als die Mechanisierung in der
Landwirtschaft noch nicht voll eingesetzt hatte, konnte Ackerbau nur betrieben
werden, wenn genügend Tiere zur Verfügung standen, die man als
Zugtiere anstelle eines Traktors verwenden konnte.
In den letzten Jahren jedoch sank die Anzahl des Viehs im Seewinkel. Die
Landwirte spezialisierten sich nämlich immer mehr auf den Weinbau, der im
Gegensatz zum Ackerbau vom Vieh nicht so sehr abhängig ist. Durch die
fortschreitende Technik wurde das Vieh als Zugkraft in der Landwirtschaft
verdrängt.
Der Fremdenverkehr und die Viehhaltung haben auf den ersten Blick nichts
gemeinsam. Doch die Zahl der Reiterhöfe und jener Betriebe, die
Kutschenfahrten durch die Nationalparkgemeinden anbieten, nahm in den letzten
Jahren zu, denn diese Angebote werden von den Gästen häufig
genutzt.
Zeitlich sind diese Bereiche jedoch nicht gut vereinbar, da jeder einzelne
sehr arbeitsaufwendig ist und viel Zeit in Anspruch nimmt.
3.3.2 Die Gemeinden Podersdorf, Apetlon und Illmitz im
Vergleich
Die drei Seewinkelgemeinden Podersdorf, Apetlon und Illmitz weisen
verschiedene wirtschaftliche Strukturen auf.
Podersdorf ist die größte Fremdenverkehrsgemeinde des Gebiets um
den Neusiedlersee, und so ist der Tourismus eine der Haupteinnahmequellen dieser
Ortschaft und die Landwirtschaft steht eher im Hintergrund.
Illmitz ist eine der größten Weinbaugemeinden von
Österreich, was, wie schon erwähnt, auch viele Gäste ins Dorf
lockt. 1992 war Illmitz die drittgrößte Fremdenverkehrsgemeinde des
Burgenlandes.
In Apetlon wiederum sind die Einwohner weder auf den Fremdenverkehr noch
auf den Weinbau spezialisiert. Beide Bereiche sind Einnahmequellen Apetlons,
doch nicht in dem Maße wie in den beiden anderen Gemeinden. Jahrelang war
die Viehzucht ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Apetlon, doch diese ist, dem
allgemeinen Trend entsprechend, auch in Apetlon in den letzten Jahren, wenn auch
mit Verspätung im Vergleich zu anderen Gemeinden, immer mehr
zurückgegangen. Während in Apetlon der Fremdenverkehr nie eine
tragende Rolle gespielt hat, nahm er in den anderen Gemeinden immer mehr zu. Nur
in den letzten Jahren ist wieder ein leichter Rückgang des Tourismus im
Seewinkel zu verzeichnen.
Im Jahre 1996 gab es 128.568 Übernachtungen in Illmitz. Das sind zwar
weniger Übernachtungen als in den Spitzenjahren, in denen man über
140.000 Übernachtungen zählte. Eine Statistik mit den
Übernachtungen nach Kategorien geordnet ist im Anhang zu finden. (Tab.9,
Seite 54)
Man sieht also, daß der Fremdenverkehr in Illmitz ein wichtiges
Standbein ist. Da die Touristen auch oft Wein kaufen, kann man sagen, daß
diese sehr wichtig für die Weinwirtschaft in Illmitz sind und diese
wahrscheinlich ohne den Tourismus in diesem Maße nicht bestehen
könnte.
Tabelle 3 zeigt die Anzahl der Fremdenverkehrsbetriebe und der Zimmer im
Seewinkel.
Tabelle 3: Der Fremdenverkehr in Podersdorf, Illmitz und Apetlon
|
|
|
|
|
Podersdorf
|
Betriebe: 88
Zimmer: 360
|
Betriebe: 140
Zimmer: 867
|
Betriebe: 131
Zimmer: 876
|
|
Illmitz
|
Betriebe: 35
Zimmer: 129
|
Betriebe: 101
Zimmer: 476
|
Betriebe:82
Zimmer: 417
|
|
Apetlon
|
Betriebe: 6
Zimmer: 20
|
Betriebe: 20
Zimmer: 81
|
Betriebe: 18
Zimmer: 88
|
In der Tabelle 4 sieht man die Zahl der Pferde und Kühe, die zu den
landwirtschaftlichen Nutztieren zählen.
Tabelle 4: Der Viehbestand in Podersdorf, Illmitz und Apetlon
|
|
|
|
|
|
Podersdorf
|
Rinder: 576
Pferde: 214
|
Rinder: 260
Pferde: 121
|
Rinder: 19
Pferde: 77
|
Rinder: 3
Pferde:116
|
|
Illmitz
|
Rinder: 888
Pferde: 330
|
Rinder: 549
Pferde: 124
|
Rinder: 123
Pferde: 63
|
Rinder: 189
Pferde: 93
|
|
Apetlon
|
Rinder: 1424
Pferde: 182
|
Rinder: 1220
Pferde: 61
|
Rinder: 866
Pferde: 52
|
Rinder: 629
Pferde: 51
|
Anhand dieser zwei Tabellen kann man erkennen, daß die Viehhaltung
und der Fremdenverkehr miteinander nicht unbedingt vereinbar sind. Die im
Vergleich mit der Zahl der Rinder verhältnismäßig hohe Zahl der
Pferde kommt, wie schon früher erwähnt, daher, daß in
Fremdenverkehrsgemeinden die Möglichkeit zum Reiten gegeben sein sollte und
es daher überall in diesen Gemeinden Reiterhöfe gibt.
Tabelle 5 zeigt, daß der Weinbau im Seewinkel, vor allem in Illmitz,
ansässig ist. Doch auch in Podersdorf, das immerhin die
sechstgrößte Weinbaugemeinde in Österreich, und in Apetlon, das
an siebenter Stelle liegt, ist der Weinbau weit verbreitet, wenn auch
wahrscheinlich aus verschiedenen Motiven heraus.
Tabelle 5: Die Zahl der Weinbaubetriebe und die Weingartenfläche im
Jahre 1992 [35]
|
1992
|
Betriebe
|
Weingartenfläche (h)
|
|
Podersdorf
|
374
|
1025,45
|
|
Illmitz
|
507
|
1383,59
|
|
Apetlon
|
327
|
966,33
|
4. Die Weinbaugemeinde Illmitz
Das Weinbauland Österreich ist im Vergleich zu anderen
europäischen Staaten ein kleines Weinbauland. 1992 betrug die Fläche
der Weingärten 56.979,22 ha., die auf ungefähr 40.000 Betriebe
aufgeteilt sind. [36]
Das Gebiet, in dem Wein angebaut wird, liegt im Osten und Südosten
Österreichs und ist in vier Weinbauregionen unterteilt, die mit den
Bundesländern Wien, Nieder- österreich, der Steiermark und dem
Burgenland ident sind. Der Weinbau in Österreich konzentriert sich fast
ausschließlich auf diese vier Weinbaugebiete. Gerade einmal 23 Betriebe
aus anderen Bundesländern bewirtschaften noch Weingärten. Nicht einmal
20 ha Weingärten werden von ihnen außerhalb dieses Gebietes
bewirtschaftet.
Innerhalb dieser Länder gibt es insgesamt 16 offizielle
Weinanbaugebiete und eines dieser Gebiete ist das Weingebiet
“Neusiedlersee” im Burgenland.
In diesem Gebiet, gleichzeitig das jüngste Weinbaugebiet des
Burgenlandes, befinden sich 10.401,28 ha Weingartenfläche. Somit ist es
hinter dem Weinviertel das zweitgrößte Weinanbaugebiet in
Österreich.
Die Gemeinde Illmitz liegt im Gebiet “Neusiedlersee” und
zählt zu den bekanntesten und größten Weinbaugemeinden
Österreichs.
4.1 Die Situation des Weinbaus in Illmitz im Vergleich zu
anderen Kulturarten
Illmitz ist mit seinen 9185 ha Hotterfläche die
flächenmäßig größte Gemeinde des Burgenlandes. An die
5000 ha davon entfallen auf Gewässer.
Nach der Agrarstrukturerhebung aus dem Jahre 1995 sind 1452 ha davon
Weingärten, 534 ha Ackerland, 10 ha Wald und 7 ha Hausgärten. Auch in
den Hausgärten werden, wenn auch in einem sehr bescheidenen Rahmen,
Rebsorten ausgesetzt.
Tabelle 6 zeigt die Bodennutzung in Illmitz in den Jahren 1966 und 1995.
Hier herrschen teilweise eklatante Unterschiede.
Dies hat verschiedene Gründe. Einer davon ist die Abnahme der
Viehzucht, denn somit wird auch immer weniger Futter für die Tiere
benötigt.
Tabelle 6: Die verschiedenen Kulturarten in Illmitz in den Jahren 1966 und
1995 in ha.
|
|
|
|
|
Wintergerste
|
_____
|
14
|
|
Sommergerste
|
307,25
|
70
|
|
Roggen
|
146,35
|
60
|
|
Weizen
|
73,24
|
52
|
|
Körnermais
|
203,78
|
37
|
|
Gurken
|
41,54
|
_____
|
|
Zuckerrüben
|
131,79
|
8
|
|
Weingärten
|
821,86
|
1452
|
In dieser Tabelle wurden 1966 Winter- und Sommerweizen zur Kategorie Weizen
gezählt, 1995 scheinen Weichweizen und Hartweizen unter
“Weizen” auf.
Ebenfalls wurden für das Jahr 1966 Winterroggen und Sommerroggen unter
der Kategorie Roggen zusammengelegt.
Man sieht, daß, obwohl Illmitz ja zu den größten
Weinbaugemeinden Österreichs zählt, man in dieser Gemeinde keineswegs
von einer Weinmonokultur sprechen kann. Auch andere Fruchtarten werden angebaut.
Früher jedoch spielten sie eine weitaus bedeutendere Rolle als
heute.
“Der Rückgang bei Gurken liegt darin begründet, weil mit
dieser Kulturart ein sehr großer Arbeitsaufwand verbunden ist, der
zeitlich mit dem Weinbau kollidiert.” [39]
In den sechziger Jahren des 20.Jahrhunderts nahmen die Gurken noch um die 40 ha
ein. In der Agrarstrukturerhebung von 1995 für Illmitz ist diese Kulturart
gar nicht mehr vertreten.
Auch die Zahl der Bauern, die Zuckerrüben anbauen, nahm in der
Zeitspanne von 1966 bis 1995 stark ab. Die Zuckerrüben konnten noch bis
1974 auf einen Sammelplatz in Illmitz abgeliefert werden. Heute weichen die
meisten Bauern, die noch Rüben aussetzen, auf die Nachbargemeinde Apetlon
aus.
In Illmitz gibt es wahrscheinlich nur sehr wenige Landwirte, die sich
ausschließlich dem Weinbau widmen. Dies hat den Vorteil, daß die
Bauern in Jahren, in denen Wein nicht so sehr gefragt ist, ein
“zweites” Standbein haben.
4.2 Die prozentuelle Verteilung der
Rebsorten[40]
Ein Grund dafür, daß Illmitz immer wieder Weinliebhaber zu sich
lockt, ist die Vielfalt im Weinbau in Illmitz.
Wie schon erwähnt, werden im Seewinkel aufgrund der hohen
Luftfeuchtigkeit und der hohen Temperatur Beeren- und Trockenbeerenauslesen
häufiger produziert als in anderen Weinbaugebieten. Diese Bedingungen
lassen Prädikatsweine reifen, die auf vielen Weinprämierungen immer
wieder ausgezeichnet werden.
Aber die Illmitzer Winzer bieten auch trockene Weine von beachtenswerter
Rasse und Charakter an.
In Illmitz wird Wein aus über zwanzig verschiedenen Sorten
gewonnen.
Es dominieren hierbei die Weißweine, die an die 86% der
Rebfläche in Illmitz ausmachen, während die restlichen 14% die
verschiedenen Rotweinsorten sind.
Der Welschriesling, der um die 26% der Rebläche in Illmitz einnimmt,
mit um die 14% der Grüne Veltliner, der oftmals scherzhaft als das
Nationalgetränk Österreichs bezeichnet wird, und der
Weißburgunder (und Chardonny) mit über 8 ha, sind die bedeutendsten
Weißweinsorten in Illmitz.
Mit etwas über 9% ist der Zweigelt die wichtigste Rotweinsorte, die in
Illmitz angebaut wird. Diese Rebsorte ist ein Kreuzungsprodukt aus den Sorten
St.Laurent und Blaufränkisch.
Für Rotweine eignen sich im Burgenland das Gebiet um Pöttelsdorf
und das “Blaufränkischland” im Mittelburgenland besser. Daher
werden im Seewinkel Rotweinsorten nur in geringem Maße angebaut.
Auch die Rebsortenverteilung in den Weinbaugemeinden ist zwangsläufig
Änderungen unterworfen. Immer wieder kommen andere Weinsorten “in
Mode” oder es werden neue Sorten, die bisher nur in anderen
Weinbauregionen angebaut wurden, in einem Gebiet ausgepflanzt, das sich für
diese Sorten ebenfalls gut eignet.
1975 waren nicht einmal 2% der Weingartenfläche mit
Weißburgunderreben bepflanzt. Bis 1992 stieg die Fläche um mehr als
das Vierfache. Ein Grund für diesen Anstieg könnte die in den letzten
Jahren steigende Beliebtheit des Chardonays unter Weinkenner sein.
Aber auch der Sämling 88, auch Scheurebe genannt, wurde in den letzten
Jahren immer mehr ausgesetzt und nimmt nun schon über 6% der
Weinanbaufläche von Illmitz ein.
“In der amtlichen Weinbaustatistik ist die Sorte noch nicht separat
erfaßt. In ganz Österreich dürften nur etwa 300-400 Hektar
Rebfläche mit dieser Sorte bestockt sein, die sich auf alle weinerzeugenden
Bundesländer verteilen.” [41] In
Illmitz allein werden an die 90 ha dieser Züchtung aus Silvaner und
Riesling angebaut.
Doch gerade diese Sortenvielfalt im Burgenland ruft auch viele Kritiker auf
den Plan. Diese bemängeln, daß es keine typische burgenländische
Weinsorte, keinen “echten” burgenländischen Wein gibt. Das
zieht auch Vermarktungsschwierigkeiten nach sich. Es gibt keine typisch
burgenländische Linie oder Marke, an der sich ein Weinkäufer im
Ausland orientieren könnte. Im Burgenland reifen, wie bereits erwähnt,
hervorragende trockene und süße, rote und weiße Weine heran.
Deshalb läßt sich ein Wein nicht leicht als ein
“Burgenländer” erkennen. Anhand von Abbildung 2 sieht man
deutlich die Sortenvielfalt, die im Illmitzer Weinbau aufgrund verschiedenster
Faktoren gegeben ist .
Abb.3: Prozentuelle Verteilung der Weinsorten in Illmitz im Jahre
1992
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik! Original document contains a graphic at this position!
4.3 Illmitz, Boden der
Weltmeisterweine[42]
Der Name “Illmitz” wird von Weinliebhabern immer wieder mit
einerseits sehr trockenen Weißweinen, aber auch Weinen von hohem
Prädikat, also eher süßeren Weinen, in Zusammenhang gebracht.
Viele stoßen in Zeitungen und Fachzeitschriften immer wieder auf Namen von
Winzern aus dieser Gemeinde, da diese auf nationalen aber auch auf
internationalen Weinmessen und Weinverkostungen durch Erfolge auf sich
aufmerksam machen.
Einer dieser Weinprämierungen findet jedes Jahr in Laibach (Slowenien)
statt. Auf dieser Veranstaltung wird der “WORLDCHAMPION”, die
wahrscheinlich begehrteste Auszeichnung für Winzer, vergeben. Immer wieder
sind es Weinbauern aus Illmitz, die diesen Titel stolz mit nach Hause nehmen. (
Voll Stolz und vielleicht auch ein bißchen aus Überheblichkeit
spricht man in Illmitz von dieser Laibacher Weinmesse auch oft von den
“Illmitzer Meisterschaften”, da wahrscheinlich keine andere
Weinbaugemeinde Österreichs diese Auszeichnung erhielt.) Schon in der
Ortseinfahrt nach Illmitz macht eine Tafel mit der Aufschrift “Illmitz,
Boden der Weltmeisterweine” die Gäste darauf aufmerksam, daß in
den Weinkellern dieser Gemeinde edle Weine lagern. Im Anhang sind in der
Tabelle11 auf der Seite 56 alle “WORLDCHAMPIONS” aus Illmitz
nachzulesen.
Aber auch andere begehrte internationale Trophäen befinden sich in den
Händen Illmitzer Weinhauer.
Auf der VINEXPO in Bordeaux wurde der Illmitzer Topwinzer Alois Kracher mit
dem “GRAND PRIX D´ HONNEUR”, dem “WEIN-OSKAR” schon
zweimal und und das Weingut Rosenhof (Vinzenz Haider) einmal
ausgezeichnet.
Weitere Auszeichnungen waren der “GRAND PRIX D´ EXELLENCE”
auf der VINALIES INTERNATIONAL in Paris für Johann Gangl im Jahre 1994 und
abermals für das Weingut Rosenhof 1995.
Das deutsche Magazin “Der Feinschmecker” präsentierte in
der Ausgabe 8/94 eine Auswahl der besten 100 Weine aus allen Weinbaugebieten der
Welt. Einer dieser begehrten Weine war die Traminer Beerenauslese 1991 von Alois
Kracher.
Aus einem Starterfeld von 5300 Weinen aus 24 Ländern kürten im
Jahre 1992 300 Weinexperten aus aller Welt sowie 40 “Masters for
Wine” einen Eiswein Jahrgang 1990, Welschriesling und Sämling
CuveJ von Alois und Helmut Lang zum
besten Wein.
Ebenfalls 1992 beim “EAST WEST SUMMIT”, einer Veranstaltung des
bekannten “Falstaff” Magazin, belegte ein Wein von Josef Gangl
zusammen mit einem französischen Wein Platz 1 und Franz und Johann Gartner
errangen den dritten Platz.
Beim 10. Internationalen “WINE CHALLENGE” errang
Österreich 10 Gold-, 23 Silber- und 37 Bronzemedaillen. Die Goldmedaillen
errangen Alois Kracher und Willi Opitz (je drei) sowie Hans Bauer, Walter Klein,
Walter Kroiss und Alois/Helmut Lang, die allesamt aus Illmitz kommen.
Vor allem die schon oben genannten Weinhauer Willi Opitz und Alois Kracher
gelten in der internationalen Weinszene als renommierte Winzer. Der
Großteil ihrer Weine findet bei Weinliebhabern im Ausland
Absatz.
Winzer wie Willi Opitz oder Alois Kracher machen nicht nur mit ihren
unzähligen Auszeichnungen von sich Rede. Immerhin gehören Ron Dennis
(der Chef des Formel-1-Rennstalls McLaren), für den Willi Opitz eine eigene
“McLaren Box Selection” entwarf, und der weltberühmte Popstar
Elton John zu den Liebhabern von Opitz´s Weinen. Aber es gibt auch noch
andere berühmte Kunden.
“So bestellen das königliche Londoner
Warenhaus Harrods oder das
amerikanische Edel-Warenhaus Fortnum & Mason wie
auch die japanischen Weinkäufer Budohtei beim revolutionären
Weinmacher in Illmitz, einem verschlafenen Ort im Herzen des Nationalparks
Neusiedler See.”[43]
Wahrscheinlich sind solche berühmte Weinkunden die beste Werbung
für diese Winzer.
Durch solche internationale Auszeichnungen einiger weniger wird aber auch
das Lager der Weinbauern in Illmitz gespalten: auf der einen Seite stehen die
internationalen anerkannten Winzer, auf der anderen jene, die nicht soviel Zeit
und Geld in ihre Weinkultur investieren können oder wollen, wobei letzere
eben deshalb mit der Entwicklung und mit den “Großen” nicht
mithalten können und daher in voraussehbarer Zukunft
höchstwahrscheinlich auf der Strecke bleiben werden.
4.4 Die Weinbaugemeinde Illmitz
heute
Das oben erwähnte Phänomen ist in Illmitz sehr gut zu beobachten,
da jene Weinbauern, die für die bekannten Winzer keine ernstzunehmende
Konkurrenz mehr darstellen, den Weinbau nicht mehr hauptberuflich betreiben,
sondern sich zusätzlich durch einen fixen Arbeitsplatz absichern wollen.
Eine logische Folge dieser Entwicklung ist das schrittweise Aussterben der
Bauern. Immer weniger Bauern werden immer größere Flächen an
Land besitzen, somit billiger produzieren können und mit niedrigeren
Preisen die Kleinbauern überrollen. Das ist aber sicherlich nicht nur ein
Problem des Weinbaus, sondern überhaupt der gesamten
Landwirtschaft.
Der Wandel vom Voll- zum Zuerwerbsbauern wird etwas später noch weiter
erörtert werden.
Zur Zeit haben viele Illmitzer noch die Möglichkeit, neben der Arbeit
im Weinberg noch einer anderen nachzugehen, da die Fläche, die sie
bewirtschaften, nicht allzu groß ist. Der Grund dafür ist, daß
viele von ihnen die Rodungsprogramme der EU und des Landes Burgenland in
Anspruch genommen haben. Sie haben sich verpflichtet, ihre Weingärten
für einen gewissen Zeitraum stillzulegen, sie zu roden, und erhalten
dafür Geld. In Illmitz wurden in den Jahren seit dem Beginn der Rodungs-
und Stillegungsaktionen 440 ha Weingärten nicht mehr
bewirtschaftet. [44]
“Ab 1.1 1992 trat eine
Weingarten-Stillegungsaktion in Kraft, wodurch die “alte
Rodungsprämienaktion” ausgelaufen ist. Zum Unterschied zur
“alten Aktion” handelt es sich bei der Stillegungsaktion um eine
Aktion des Bundes. Die Förderung wurde mit S 15.000,- pro Hektar gerodeter
Fläche in Form einer jährlicher Beihilfe über 6 Jahre festgesetzt
und zwar erstmals in dem Jahr, in dem die Anlage als Grünbrache gemeldet
wurde. Die Mindestfläche war mit 0,20 ha festgesetzt. Die
Gesamtstillegungsfläche wurde vorerst für Niederösterreich
für 3.600 ha und für das Burgenland mit höchstens 2.400 ha
festgesetzt.
Im Rahmen dieser Stillegungsaktion wurden in
Niederösterreich 2.739 ha und im Burgenland 3065 ha gerodet. Die vorherige
Rodeaktion wurde von Niederösterreich mit 330 ha und vom Burgenland mit 770
ha in Anspruch genommen. Damit wurde die Gesamtweinbaufläche
Österreichs um fast 7.000 ha, das einer Menge von rund 400.000 bis 450.000
hl entspricht,
verringert.”[45]
Im Vergleich zur Weinernte 1993 im Burgenland, die jedoch sehr bescheiden
ausfiel und nur 452.249 hl betrug, ist die Menge, die durch die Rodungen
verlorengingen, sehr hoch. Sie entspricht beinahe der ganzen Ernte im Burgenland
im diesem Jahre. [46]
Diese Aktion wurde gestartet in Zeiten, in denen ein Überschuß
an Wein auf dem Markt war. Als Konsequenz sanken die Weinpreise ins Uferlose und
viele Weinbauern wußten nicht, was sie in Zukunft machen sollten. Viele
wagten nicht den Schritt aus der Selbständigkeit und somit die Aufgabe
ihrer landwirtschaftlichen Flächen, was darauf zurückzuführen
ist, daß der Bauer oft ein sehr traditioneller Mensch ist und somit den
Besitz, der vielleicht schon seit Generationen der Familie gehört, nicht so
schnell aufgeben will.
Ein zweites Problem ist die mangelnde Bildung, die es oft schwer macht,
einen Job zu finden.
Im Jahr 1998 wird die Weingartenstillegungsaktion, die vom Land
gefördert wird, auslaufen. Sie dauerte sechs Jahre.
Sowohl das Land Burgenland als auch die Weinbauern wissen nicht, wie es
dann weitergehen soll.
Die Sanierung der Weinbauflächen ist ja gleichzeitig auch
Landschaftspflege, und wenn die Mehrzahl der Weinbauern in Zukunft nicht mehr
Weingärten aussetzen kann oder will, wird diese Form des Naturschutzes
aussterben. Im Seewinkel könnten die brachen Flächen, die ehemals
Weingärten waren und die an das Gebiet des Nationalparks
“Neusiedlersee-Seewinkel” angrenzen, als weitere Naturschutzgebiete
dienen.
Unsicher ist, ob viele der Bauern nach Ablauf der Rodungsaktionen ihre
Flächen noch weinbaulich nutzen werden. Die Reben müßten erst
wieder frisch ausgesetzt werden, und da sich der erste nennenswerte Ertrag erst
nach drei bis vier Jahren einstellt, wären sie bis dorthin ziemlich
unrentabel, weil man auf den Erlös aus dem Verkauf der Ernte verzichten
muß, die Pflanzen aber trotzdem kostspielige Pflege brauchen. Aus diesem
Grund wäre es für Nebenerwerbsbauern nicht sinnvoll, ihre
aufgelassenen Weingärten wieder in Betrieb zu nehmen. Käufer dieser
Flächen sind allerdings größtenteils nicht in Sicht. Wiederum
wäre das schon oben erwähnte Phänomen zu beobachten, daß
einige wenige Weinbauern immer weiter expandieren und die anderen, kleineren,
von der Bildfläche verschwinden. Ein weiterer Grund für Aufgaben
dieser Fläche ist auch, daß viele Betriebe keinen Nachfolger haben,
da der Trend in der heutigen Zeit eher dahingehend ausgerichtet ist, daß
die jungen Menschen nach einer festen Anstellung streben und sich nach
Möglichkeit einer höheren Bildung zuwenden. Körperliche
Anstrengungen und unregelmäßige Arbeitszeiten entsprechen,
verständlicherweise, nicht mehr ihren Idealvorstellungen eines
Berufes.
Für das 21. Jahrhundert ergibt sich laut Expertenmeinungen daher
folgendes Szenario: In Illmitz, der zur Zeit viertgrößten
Weinbaugemeinde Österreichs, wird sich die Zahl der Weinbauern, wie in
allen anderen Gemeinden auch, immer mehr verkleinern. Überleben werden
wahrscheinlich nur jene, die sich hauptberuflich dem Weinbau widmen und all ihre
Zeit, all ihr Geld und all ihr Wissen der Herstellung des Weines
widmen.
Allerdings herrscht auf dem Weinmarkt zur Zeit ein Engpaß. Die hohe
Zahl der Weingartenstillegungen und die Frostschäden in vielen Regionen des
Burgenlandes lassen keine hohen Ernten zu, und so werden nach dem Prinzip von
Angebot und Nachfrage die Weinpreise steigen. Dies wäre sicherlich ein
Anreiz zur erneuten Auspflanzung ehemaliger Weingartenflächen. Generell
muß gesagt werden, daß die Rodungs- und Stillegungsaktionen mit
Sicherheit Änderungen für den Weinbau nach sich ziehen werden.
Inwiefern sie sich jedoch auswirken, kann man heute noch nicht mit
genügender Gewißheit sagen, um irgendwelche Prognosen erstellen zu
können.
5. Änderungen im Weinbau in
Illmitz
5.1 Der Wandel vom Vollerwerbs- zum
Nebenerwerbsbauern
Eine der größten Änderungen in der Illmitzer Weinwirtschaft
war sicher die schon oben erörterte Problematik des Rückgangs der Zahl
derer, die sich hauptberuflich dem Weinbau widmen. Diese Zahl schrumpfte in den
letzten Jahren drastisch.
Tabelle 7 zeigt die sozioökonomische Struktur der landwirtschaftlichen
Betriebe in Illmitz vom Jahre 1960 bis 1993. Diese Tabelle spiegelt sowohl die
heutige Situation der Weinbaugemeinde Illmitz als auch deren Vergangenheit
wider.
Tabelle 7: Der Wandel vom Voll- zum Neben- und Zuerwerbsbauern in
Prozenten [47]
|
1960
|
1970
|
1980
|
1993
|
|
Vollerwebsbauern
|
61%
|
51%
|
41%
|
3%
|
|
Nebenerwerbsbauern
|
24%
|
36%
|
56%
|
80%
|
|
Zuerwerbsbauern
|
15%
|
15%
|
3%
|
17%
|
Bei Tabelle 7 tauchte ein Problem auf: die Werte aus dem Jahre 1970 ergeben
nicht in Summe 100%, wie dies bei Statistiken der Fall sein sollte, sondern
102%. Diese Ungenauigkeit könnte aus Rundungsfehlern herrühren.
Trotz dieses Fehlers zeigt diese Tabelle sehr gut den Trend in der
Illmitzer Landwirtschaft und somit im Illmitzer Weinbau. Waren 1960 noch 61% der
Landwirte Vollerwerbsbauern, so sank diese Zahl um 58%(!) und liegt nun bei nur
mehr 3%. 80% der Bauern sind nur mehr nebenberuflich in der Landwirtschaft
beschäftigt.
Die Gründe mögen vielfältig sein. Einer davon war sicherlich
der Weinskandal. Noch heute haben viele Winzer mit den Nachwehen dieses Skandals
zu kämpfen. Da das Vertrauen in den österreichischen, vor allem aber
in den burgenländischen Wein noch immer nicht bei allen Weintrinkern
vorhanden ist, tun sich viele Weinbauern mit dem Absatz ihres Weines schwer. Sie
sehen auch in der Zukunft keine Perspektiven mehr und geben ihre Weinbaubetriebe
ganz oder zum Teil auf.
Eine andere Ursache wurde auch schon behandelt: der weltweite Trend,
daß man nur durch immer größere Anbauflächen
konkurrenzfähig bleibt.
Überhaupt muß erwähnt werden, daß viele ein sicheres
Einkommen gegenüber dem Leben als Bauer vorziehen, in dem man abhängig
von Wetter, und somit von Qualität und Quantität der Ernte, von
Subventionen und von der ständig wechselnden Situation am Weinmarkt
ist.
Ein weiterer Grund für das Bauernsterben ist, nach Meinung vieler
Bauern, der Beitritt Österreichs zur EU. Generell muß allerdings
gesagt werden, daß dieses Ereignis diesen Prozeß nur beschleunigt
hat, denn durch die größere Konkurrenz in diesem Binnenmarkt besteht
zwar ein enormer Preis- und Leistungsdruck, es hat sich für die Bauern aber
ein viel breiterer Absatzmarkt aufgetan. Viele Bereiche der Landwirtschaft, und
da vor allem die Bergbauern, werden durch Billigstanbieter aus anderen Staaten
der Gemeinschaft und durch den radikalen Abbau staatlicher Subventionen stark
unter Druck gesetzt werden. Doch gerade Branchen wie der Weinbau, der eher von
der Qualität des Produktes beeinflußt wird, werden von dieser
Öffnung profitieren.
“Eines läßt sich heute bereits klar
erkennen: produziert man kompromißlos hohe Qualität - unser Land ist
wie kein anderes dafür geeignet - gibt es keinen Grund vor der Zukunft
Angst zu haben. Im Gegenteil: für hochwertige Produkte ist die EU ein
riesiger Vorteil, denn nun kann man mit gleichen Startbedingungen in den
Mitbewerb treten.[48]
Trotz der möglichen Vorteile des EU-Beitritts werden wahrscheinlich
auch in den nächsten Jahren die Zahl der Weinbaubetriebe, die
Rebfläche und die Bedeutung des Weinbaus, mit dem wahrscheinlich der
wirtschaftliche Aufstieg von Illmitz verbunden war, weiter sinken.
Interessant zu beobachten wird sein wie die Verteilung Voll-, Neben-, und
Zuerwerbsbauern in Zukunft aussieht. Es ist jedoch anzunehmen, daß die
Zahl der Illmitzer, die nur von der Landwirtschaft leben, nicht mehr schrumpfen
wird. Vielleicht ist ja gerade diese geringe Anzahl für einige Wagemutige
ein Anreiz in die Landwirtschaft, und da vor allem in den Weinbau einzusteigen.
Sie kennen die Fehler, die ihre Vorgänger machten und sie können
versuchen, es besser zu machen. Da zur Zeit keine wirklich große
Konkurrenz im Ort vorhanden ist, hätten sie wieder Vorteile.
Vielleicht könnten solche Winzer mit neuen Methoden und Strategien den
Markt erobern. Eine solche Methode wäre sicherlich, für seine Produkte
Werbung zu machen, denn es muß auch erwähnt werden, daß in
letzter Zeit wahrscheinlich in Sachen Marketing zu wenig getan wurde. Es
nützt nichts, wenn ein Winzer weiß, daß er durchaus gute Weine
lagern hat, aber nur im Keller sitzt und wartet bis Weinkäufer kommen. Nur
wer den Schritt in die Werbung wagt, kann sein Produkt auf dem Markt bekannt
machen.
Vielleicht wird ja schon bald ein neuer Top-Winzer aus Illmitz von sich
reden machen, der mit solchen “modernen” Methoden den Markt erobert,
denn daß in Illmitz aufgrund von oben schon erwähnten Umständen
ausgezeichnete Qualität heranreift, weiß man in Illmitz. Gerade
Marketingmaßnahmen sind sicher ein geeignetes Mittel, um dies auch
Weinliebhabern aus aller Welt mitzuteilen.
Der moderne Weinbau verlangt es vielleicht, daß man mehr Zeit und vor
allem Geld in den Wein investieren muß, aber oben genannte Winzer
beweisen, daß sich dies auch rechnen kann....
5.2 Der moderne Weinbau
5.2.1 Marketingmaßnahmen
Ohne den Weg in die Werbung wird es in Zukunft sehr schwer werden, sich auf
dem Markt durchzusetzen. Marketing ist wahrscheinlich der Schlüssel zum
Erfolg. Es gibt aber sicherlich im Zusammenhang mit Werbung für die
Weinbauern auch viele Probleme und Schwierigkeiten. Ein
“herkömmlicher” Weinhauer, der weder zu
Großgrundbesitzern zählt, wird nicht unbedingt das Geld aufbringen
können, das notwendig ist, um in die Werbung einsteigen zu können. Es
werden wahrscheinlich wieder nur einige wenige auf den “Zug
Marketing” aufspringen, um dann den anderen davonfahren können.
Für die Weinbaugemeinde Illmitz im Ganzen bringt dies mit Sicherheit sowohl
Vor- als auch Nachteile. Finanziell potente Winzer sorgen dafür, daß
Illmitz im Zusammenhang mit dem Weinbau noch bekannter wird. Doch andererseits
können kleine Bauern wieder nicht mitziehen und bleiben so auf der
Strecke.
Aus diesem Grunde wurden in den letzten Jahren Absatzgenossenschaften
gegründet, denen vor allem auch unbekanntere Weinbauern beitreten
können. Diese laufen meist unter einem gemeinsamen Markennamen, der durch
Werbung dann in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden soll. Diese
Absatz- und Marketinggenossenschaften werden in Folge noch genauer
betrachtet.
Aber auch die “Österreichische Weinmarketing GmbH”, die
für den österreichischen Wein weben soll, macht im In- und Ausland auf
den Wein, das kostbare Kulturgut Österreichs, aufmerksam.
Für viele kleine Weinbaubetriebe, die wir ja in Illmitz vermehrt
antreffen, ist die Werbung für ihre eigenen Weine noch kein Thema, denn sie
können oder wollen mit den modernen Methoden des Weinbaus nichts
anfangen:
“Lange Zeit begnügten sich
weinbäuerliche Familienbetriebe in Österreich damit, die
Weingärten zu betreuen, die Trauben zu ernten, den Wein für eine
gewisse Zeit in Fässern ausreifen zu lassen, ihn in ungefällige
Zwei-Liter-Flaschen zu füllen und zu warten, daß Kund/innen auf den
Hof kommen und sich um das fertige Produkt bemühen. Erst in den letzten
zehn Jahren erkannten die Winzer/innen die Notwendigkeit, selbst aktiv zu sein
und Initiativen zu setzen. Daß das Marketing trotzdem noch immer nur
stiefmütterlich betrieben wird, führen Winzer/innen auf Zeit-,
Geld- und Wissensmangel
zurück.” [49]
Werbung und Marketing machen nicht nur in Inseraten, in Zeitungen oder in
Werbespots im Fernsehen und Radio auf sich aufmerksam. Auch auf Weinmessen im
In- und Ausland kann man sein Produkt einer interessierten Zielgruppe
vorstellen. Auch ein neues, bedeutendes Medium, könnte den Winzern
behilflich werden: das Internet
Sowohl zur Informationsbesorgung als auch zu Werbezwecken ist es sicher ein
geeignetes Mittel für Weinhauer. Der Internet-Experte Gerhard Dogl stellt
im “WEINBAU” (2/97), einer Fachzeitschrift für Weinbauern, das
Internet und seine Vor- und Nachteile vor, damit diese auch dieses neue Mittel
zum Marketing kennenlernen:
“Besonders für Klein- und Mittelbetriebe kann
dies eine kostengünstige Werbemöglichkeit und
Verkaufsunterstützung sein. Auch im Bereich des Weinbaus wurden mit der
vorbildlichen Homepage der Österreichischen Weinmarketing GmbH erste
Schritte gesetzt. (...)
Das INTERNET mit seinen weltweit ca. 30 Millionen
Benutzern öffnet über die private Anwendung hinaus neue Wege für
die Wirtschaft, und dies bei relativ geringen Einstiegskosten. Die rasante
Weiterentwicklung spricht dafür, daß es in Zukunft eines der
wichtigsten Medien sein
wird.”[50]
Wahrscheinlich werden nur jene Weinbauern überleben können, die
mutig den Schritt ins Ungewisse wagen und neue, unkonventionelle Methoden
ausprobieren. Österreichische Top-Winzer haben dies ja des öfteren
schon dem Ausland und den Inländern gezeigt.
5.2.2 Absatzgenossenschaften
Die “Genossenschaftsidee” ist immer wieder, in nahezu allen
Epochen der Geschichte seit den frühesten Hochkulturen,
dagewesen.
“Mehr oder weniger reichhaltig sind uns aus allen
Hochkulturen der Vergangenheit Beispiele von Selbsthilfeeinrichtungen
überliefert. Zeitlich fallen sie alle mit dem Augenblick zusammen, da die
reine Selbstversorgung der arbeitsteiligen Wirtschaftsweise weicht. Menschen
gleicher Tätigkeit (=Berufe) schließen sich zu Gruppen zusammen: Der
einzelne hilft, um Hilfe erwarten zu können, aber auch aus der Einsicht,
daß gemeinsam mit anderen mehr erreicht werden kann.”
[51]
Unter dem Motto “Gemeinsam statt einsam” bildeten sich also
auch in den letzten Jahren immer wieder neue Absatzgenossenschaften, die es sich
als Ziel gesetzt haben, Bereiche wie Absatz und Marketing der Weine gemeinsam
durchzuführen.
Solche Zusammenschlüsse können den teilnehmenden Winzern viele
Vorteile bringen.
Bei den regelmäßigen Treffen der Mitglieder wird Fachwissen
ausgetauscht. Die neuesten Errungenschaften im Bereich des Weinbaus werden
vorgestellt, Erfahrungen ausgetauscht, und die Winzer können durch solche
Zusammenschlüsse voneinander lernen.
Die Mitglieder teilen sich außerdem die Kosten, die für
Marketing anfallen, und durch eine gemeinsame Marke kann auch effektiver Werbung
betrieben werden.
Außerdem entstehen durch solche Zusammenschlüsse auch oft
Qualitätssteigerungen, denn die Kriterien in diesen Vereinigungen gehen oft
weit über die Anforderungen des Weingesetzes hinaus.
Die Art der verschiedenen Absatzgenossenschaften ist sehr vielfältig.
Es gibt Vereinigungen, bei denen nur Weinbauern aus einer Ortschaft aufgenommen
werden. Ein solcher Verein waren die “Illmitzer
Naturweingärtner”. Im Jahre 1991 schlossen sich 55 Winzer aus Illmitz
zusammen, um möglichst naturschonenden Weinbau zu betreiben. Man
verzichtete auf Bewässerung und Mineraldüngung und schränkte sich
in der Schädlingsbekämpfung ein. Die Weine wurden von den Mitgliedern
selbst ausgebaut und dann zu sortenreinen
CuvJes verarbeitet. Obwohl Weine der
“Illmitzer Naturweingärtner” Auszeichnungen, wie die
Einberufungen in den “Salon österreichischen Weins” ,
erhielten, mußte die Gemeinschaft schon bald den Konkurs
anmelden.
Ein Beispiel, wie es doch gehen kann, zeigt der “Pannonische Reigen -
Verband der großen Weine”. Im Jahre 1988, also kurz nach dem
Weinskandal, schlossen sich 120 Winzer aus dem Gebiet Neusiedlersee zum
“Verband der großen Weine” zusammen. Sie bieten unter strengen
Qualitätsvorschriften Weine unter der Gebietsmarke “Pannonischer
Reigen” an.
“Die strengen Kontrollen, denen sich die
Mitgliedsbetriebe unterziehen müssen, beginnen mit der
Weingartenfestlegung, der Rebschnittüberprüfung und der Vorgabe von
Höchstertragsmengen durch die Organe des “Pannonischen
Reigens”. Der Wein wird, nachdem er die staatliche Prüfnummer
erlangte, einer weiteren Prüfung unterzogen: Neun Mitglieder der
Degustationskommission des “Pannonischen Reigens” verkosten das
Produkt blind, und mindestens sieben müssen ein positives Urteil abgeben.
Wenn diese Prüfung bestanden wurde, darf der Wein unter dem Markenname
“Pannonischer Reigen” abgefüllt und verkauft
werden.”[52]
In erster Linie zählt bei diesem Zusammenschluß der Markenname.
Man muß einheitliche Flaschen abfüllen, die gleiche Etikettierung und
Verkorkung gewährleisten. Etiketten befinden sich auf der Vorder- und
Hinterseite der Flasche, wobei die Vorderseite bei allen Mitgliedern gleich ist
und die Hinterseite den Winzer und den Wein vorstellt.
Ein Markenzeichen dieser Absatzgenossenschaft ist, daß einzelne Weine
für eine Jahreszeit stehen.(Frühling Sommer, Herbst (Altweibersommer)
und Winter. Die Etiketten der Weine des “Pannonischen Reigens”
wurden von einem burgenländischen Künstler entworfen und die
Landschaft des Seewinkels in den Stimmungen dieser Jahreszeiten einfangen.
Es werden außerdem Mindestpreise für den Ab-Hof-Verkauf
festgesetzt, damit die einzelnen Mitglieder sich mit Dumpingpreisen nicht
gegenseitig unterbieten.
Der “Verband der großen Weine” ist, neben den einzelnen
Weinbauvereinen, die größte Vereinigung von Weinhauern in der Region.
Sie hilft vielen, auch kleinen Weinbauern, ihre Weine abzusetzen. Doch auch sie
kämpft mit Problemen. Man hört oft, daß die größeren
Betriebe lieber in einer kleineren Gemeinschaft arbeiten wollen, um effektiver
sein zu können. Die Mitgliederzahl der Teilnehmer hat sich mit der Zeit
fast halbiert:
“Die Aufnahmegebühr je Mitglied beträgt
10.000 Schilling (darin ist ein Jahresbeitrag inkludiert). Der jährliche
Mitgliedsbeitrag von 3.000 Schilling wird automatisch von einem Konto, das jedes
Mitglied zur Verfügung stellen muß, abgebucht. Für jede
gefüllte Flasche ist ein “Werbeschilling” von drei Schillingen
abzugeben.”[53]
Diese hohen “Nebenkosten”, die erst einige Jahre nach der
Gründung der Marke beschlossen wurden, veranlaßte viele Mitglieder
aus der Gemeinschaft auszutreten.
Nach einem Höchststand von 232 Mitgliedern liegt diese Zahl nun bei
130 Betrieben (Stand 1995).
Das neueste Projekt der Seewinkler Winzer ist der “Nationalpark
Wein”. Für die Weinhauer der Nationalparkgemeinden besteht die
Möglichkeit ihren Wein als “Nationalpark Wein” zu füllen.
Ähnlich wie beim “Pannonischen Reigen” werden die Weine von
einer Fachjury verkostet und ausgewählt. Die Winzer füllen ihre Weine
in einheitliche Flaschen mit einheitlichen Etiketten und Korken.
Trotz der hohen Kosten bringt solch ein Zusammenschluß vieler
kleinerer Betriebe doch einiges an positiven Aspekten mit sich. Der Bauer
verliert zwar teilweise die Identität, jedoch könnte er mit seinem
eigenen, begrenzten Werbebudget nicht einen auch nur annähernd so hohen
Grad der Wiedererkennung beim Kunden erreichen.
Offensichtlich wiegen die Vorteile eines Zusammenschlusses von Weinhauern
die Nachteile auf, weshalb dies auch der Weg sein wird, den die meisten der
Winzer beschreiten werden (müssen), um sich ihre zukünftige Existenz
zu sichern.
5.2.3 Die Winzergenossenschaft Illmitz
In den Jahren 1962 - 1972 gab es in Illmitz auch eine Winzergenossenschaft,
die den Mitgliedern Trauben abkaufte, verarbeitete und den Wein dann verkaufte.
“Die Winzergenossenschaft Illmitz wurde im Jahre
1962 gegründet. Durch die ständig ansteigende Weingartenfläche
war diese Gründung notwendig geworden, um eine bessere Absatzsicherung zu
gewährleisten. Die Genossenschaft hatte 170 Mitglieder, die ziemlich
gleichmäßig über die Größenklassen verteilt waren. Am
Anfang hatte jedes Mitglied einen Geschäftsanteil von 3000 S, später
wurde der Anteil auf Beschluß auf 6000 S
erhöht.”[54]
Die Lagerkapazität der Winzergenossenschaft betrug ungefähr 1600
hl. Im Durchschnitt wurde den Mitgliedern für die Trauben um 50Groschen je
Kilogramm mehr bezahlt.
Man erwog die Genossenschaft auszubauen und hatte dies auch schon
einstimmig beschlossen, da jedoch durch dieses Projekt 1000 Schilling pro Anteil
mehr erforderlich gewesen wären, wurden schon bald die ersten Gegenstimmen
laut.
Eine Kette ist nur so stark, wie sein schwächstes Glied, und somit ist
eine Genossenschaft auch nur so gut, wie ihre Mitglieder. Die Mitglieder der
Winzergenossenschaften waren jedoch immer mehr untereinander zerstritten. Dazu
kam noch, daß die Weinbauern, die bei der Genossenschaft keine Anteile
hatten, immer wieder mit Sticheleien versuchten, die Mitglieder unzufrieden
werden zu lassen. Sie sagten, daß auch sie bei den Sensalen nicht weniger
Geld bekommen würden, jedoch keine Anteile vorher kaufen mußten.
Immer mehr Winzer sehnten sich nach dem freien Markt, bedachten aber nicht
die Konsequenzen und Risiken, die er auch nach sich zieht. Auch die Sensale,
denen die Winzergenossenschaften einen beträchtlichen Teil des
Geschäftes wegnahmen, hätten daher gerne den Untergang dieser
Genossenschaft gesehen.
“Dieser kam dann auch 1972 durch mangelnde
Liefertreue, durch die Kleinheit der Anlage und durch Zwiespältigkeiten der
Mitglieder. Auch versuchten die Landwirte immer wieder in den Jahren
günstiger Preisentwicklung ihren Lieferverpflichtungen auszuweichen und
ihre Trauben am Markt abzusetzen. Die Geschäftsanteile wurden
zurückgezahlt und der Betrieb eingestellt. Die Leute bedachten aber nicht,
daß sie mit dem Mitgliedsbeitrag folgender Sorgen entledigt wurden:
Absatzsicherung, Kellerbau und Einrichtung, was hunderttausende Schillinge
kosten würde.”[55]
Es spitzte sich die Situation auf dem Traubenmarkt drastisch zu. Da der
Großteil der Winzer keine Möglichkeit hatte, Trauben zu verarbeiten,
war er auf Gedeih und Verderben den Sensalen ausgeliefert, die die Preise
diktierten. Schon einige Tage vorher mußten die Winzer sich bei den
Sensalen melden und ihnen mitteilen, daß sie ihre Trauben ernten wollten.
Diese verkauften sie ihnen dann um Preise, die einige Jahre zuvor kaum
vorstellbar gewesen wären. Noch heute ist es so, daß einige Winzer
ihre Trauben verkaufen müssen, weil sie nicht die notwendige
Ausrüstung im Keller haben, um die Weine weiterverarbeiten und lagern zu
können. ( Es fehlt an Fässern, Tanks oder Zisternen, um die Weine zu
lagern, Schläuchen, Weinpressen und andere Maschinen, die ihnen die Arbeit
erleichtern.) Daher müssen sie auch die Preise akzeptieren, die ihnen die
Händler vorschreiben. Besonders gut sieht man dies an den Wochenenden, an
denen die vielen Nebenerwerbsbauern, deren Zahl ja immer mehr steigt, Zeit zur
Traubenernte haben. Hier drücken die Sensale die Traubenpreise besonders
herunter, da sie wissen, daß die Bauern verkaufen müssen.
Eine hohe Lagerkapazität in den Weinbaugemeinden könnte die
Abhängigkeit der Winzer von den Händlern beenden. Doch dabei treten
auch einige Probleme auf. Die Winzer müssen lernen, ihren Wein zu
vermarkten, damit dieser nicht zum Ladenhüter in ihren Kellern wird. Geht
man heute in die Keller der Illmitzer Winzer, sieht man zwar viele
Weinfässer und Tanks, die Rodungsaktionen und die Fröste in den letzen
Wintern taten aber das ihre, daß diese Fässer und Tanks, für die
die Winzer einst viel bezahlen mußten, heute oftmals leer sind.
Die Illmitzer Winzer rüsteten in den Jahren vor dem Weinskandal ihre
Keller auf. Die Lagerkapazität der einzelnen Betriebe stieg rapide an.
Waren es im Jahre 1974, also kurz nach Zusammenbruch der Winzergenossenschaft,
nur 5.902.400 Liter, so stieg die Zahl bis 1982 schon auf 7.600.800 Liter und
erreicht heute schon 12.452.455 Liter, die aber, wie schon oben erwähnt, zu
einem großen Teil leer stehen. (Die Lagerkapazität von 1988 bis 1997
sind in Tabelle 10 auf der Seite 55 im Anhang nachzulesen.)
In den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch der Winzergenossenschaft
dachten viele, daß es ohne eine solche Einrichtung im Illmitzer Weinbau
nicht weitergehen kann. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Die
Illmitzer Winzer, die schon mit so vielen Problemen kämpfen mußten,
steckten auch den Verlust einer Winzergenossenschaft und somit den Verlust eines
Absatzmarktes, den sie aber zum größten Teil selber verschuldet
hatten, mehr oder weniger gut weg. In den letzten Jahren war der Ruf nach einer
solchen Genossenschaft kaum zu hören. Im Umkreis von Illmitz gibt es heute
Winzergenossenschaften in Apetlon, in Pamhagen und in Andau
Das Gebäude der ehemaligen Winzergenossenschaft wurde geschleift und
das neue Feuerwehrhaus dort hingebaut.
5.2.4 Marktnischen
Immer mehr Weinbauern setzen in letzter Zeit auf Marktnischen. Ein Versuch,
solche zu nutzen, waren sicher die “Illmitzer
Naturweingärtner”, die auf Bioprodukte setzten. Diese konnten sich
aber auf dem Markt nicht bewähren. Dennoch wäre es eine Alternative,
weiterhin auf solche Produkte zu vertrauen. Durch den Trend der heutigen Zeit
wird die Nachfrage auch in Zukunft im Steigen begriffen sein, und gerade
für Wein ist der “Bio-Markt” noch lange nicht
gesättigt.
Als eine weitere Alternative in den letzten Jahren kam die Idee auf, aus
Weintrauben nicht nur Wein zu erzeugen, sondern sie auch zu anderen Produkten zu
verarbeiten.
Als Möglichkeiten bieten sich hierbei sicherlich die Produktion von
Sekt oder Destillaten.
Eine Vorreiterrolle in der Erzeugung von Sekt spielt in Illmitz das Weingut
Klein, das für seine Schaumweine auch schon Auszeichnungen, wie den
“Worldchampion”, erhielt. Man sieht, daß das Gebiet um den
Neusiedlersee auch zur Erzeugung von Sekt geeignet ist.
Die Nachfrage nach Weinbränden und Likören, die aus Wein
hergestellt sind, stieg in den letzten Jahren rapide an. Kaum ein Weinbaubetrieb
bietet nur mehr Weine an, sondern hat auch solche Brände in seiner Palette.
Die Gäste, die an Weinproben teilnehmen, sehen also, was alles aus den
Weintrauben erzeugt werden kann. Sie haben die Möglichkeit, oft frischen
Most, in Folge auch Sturm, rote Weine, weiße Weine, süße wie
trockene, schwere wie leichte und auch hochprozentige Edelbrände zu kosten
und zu kaufen. Auch hierbei konnten Illmitzer Schnapsbrenner Erfolge
verzeichnen. “Bedingt durch die vielen Sonnentage
reifen im Seewinkel Trauben von edler Güte. Diesen Vorteil machten sich
Kroiss und Mann zugute und begannen im Jahre 1987 den ersten Muskat- Weinbrand
zu destillieren. Sieben Jahre später wurden sie mit einem Eiswein-Grappa
Landesmeister.
Den großen Auftritt hatten Kroiss und Mann aber
heuer bei der Destillata ´98 in Bad Kleinkirchheim. 1114 Edelbrände
aus Deutschland, der Schweiz, Italien und Österreich standen zur Verkostung
zur Verfügung. Dem Muskat- Weinbrand der Illmitzer Brennstube verlieh man
Gold.”[56]
Die Weinbaugemeinde Illmitz bietet also ein weites Spektrum und bietet
für jeden Weinfreund etwas. Die zahlreichen Auszeichnungen, die die
Vertreter von Illmitz auf Weinmessen im In- und Ausland erhielten, sind ein
Beweis dafür, daß im Gebiet um den Neusiedlersee Weine reifen, die
auch im internationalen Vergleich als außergewöhnlich
gelten.
Die Vielfalt an Sorten, die Vielfalt von Verarbeitungsmöglichkeiten
von Weintrauben und die Vielfalt der verschiedenen Weinarten (trockene, resche
Weine bis hin zu höchsten Prädikaten wie Trockenbeerenauslesen, Eis-
und Schilfweinen), die in Illmitz geboten wird, ist ein Garant dafür,
daß die Weinbaugemeinde Illmitz und deren Winzer auch in Zukunft eine der
ersten Adressen für Weinliebhaber, und solche, die es werden wollen, sein
wird. Obgleich nach dem Weinskandal die Zeichen für den Weinbau in ganz
Österreich schlecht standen, erholt sich die Weinwirtschaft immer mehr,
denn die Weinbauern wollen mit einer Qualitätsoffensive das Vertrauen in
ihre Produkte wieder steigen lassen und zur Konkurrenz aus dem Ausland wieder
aufschließen.
Alle Weinhauer aus Illmitz, ob ihnen nun eine große Anbaufläche
zur Verfügung steht oder nicht, ob sie für ihre Weine schon
Auszeichnungen erhielten oder nicht, haben erkannt, daß sie in der
Vergangenheit Fehler begangen und oft die Trends und Entwicklungen auf den
Weinmarkt verschlafen haben. Doch der Großteil von ihnen sieht der Zukunft
durchaus positiv entgegen und ist bereit für den Übertritt ins 21.
Jahrhundert.
6. Zusammenfassung
Rückblick und Ausblick - Quo vadis, Illmitzer
Weinbau?
Die Weinbaugemeinde Illmitz ist, verglichen mit anderen Weinbauregionen,
eine relativ junge Weinbaugemeinde. Erstmals wurde der Weinbau in Illmitz im
Jahre 1598 erwähnt, doch in den Quellen des 17.und 18. Jahrhunderts
scheinen in Illmitz keine Rebflächen mehr auf. Es dauerte bis zum Jahre
1809, als der damalige Pfarrer Mikuska wieder Weingärten aussetzte. Erst
allmählich entwickelte sich der Weinbau in Illmitz und wurde zu einer
Alternative zum Ackerbau, zur Fischerei und zur Viehzucht.
Immerwieder war die Weinwirtschaft von schweren Rückschlägen
betroffen. Einer dieser Rückschläge war sicherlich die Reblausplage am
Ende des vorigen Jahrhunderts. Diese Plage vernichtete einen Großteil der
Weingartenfläche im Seewinkel. Von 1890 bis 1930 befand sich die
Weinwirtschaft in einer permanenten Krise. Nur reine Sandböden in Illmitz
und Podersdorf konnten weiterhin bewirtschaftet werden, denn sie waren
schädlingsimmun.
Doch diese Krise wurde dafür genützt, den Weinbau im Seewinkel zu
revolutionieren: er wurde auf den neuesten Grundsätzen und Methoden
aufgebaut. Weinbauvereine wurden gegründet und die Beratung von Seite des
Staates und von Forschungszentren nahmen zu.
Die Fläche, auf denen in Illmitz Reben angebaut wurde, nahm in Folge
auch zu. Während der Zeit des 2. Weltkrieges und der Zeit der Besatzung
stagnierte die Weinwirtschaft dann wieder, doch schon bald sollte sich der
Aufstieg des Illmitzer Weinbaus fortsetzen. Als Lenz Moser mit der Idee der
Umstellung von Nieder- zu Hochkulturen, die erst den Einsatz moderner
Geräte ermöglichte, revolutionierte, stieg die Zahl der
Weingärten in Illmitz rapide an.
Immer mehr Winzer setzten Weingärten aus und widmeten sich
hauptberuflich dem Weinbau. Anfang der achtziger Jahre überschritt die
Rebfläche schon die 1500-ha-Marke. Das Geschäft mit dem Wein schien in
dieser Zeit vielversprechend, und die Winzer blickten in eine
verheißungsvolle Zukunft.
Ihre Erwartungen wurden aber in den Skandaljahren 1985/86 enttäuscht,
denn durch den Glykolskandal brach die gesamte Weinwirtschaft Österreichs
zusammen und das Vertrauen in den österreichischen Wein war sowohl im In-
als auch im Ausland gebrochen. Vor allem die Winzer aus dem Seewinkel waren von
diesem Skandal schwer betroffen. Es folgte als Konsequenz ein Rückgang des
Exports. Nach dem Weinskandal gab es außerdem viele
Firmenzusammenbrüche. Einige dieser Firmen waren vielleicht in den
Weinskandal involviert, doch auch viele Landwirte, die viel in den Wein
investiert hatten, konnten ihre Produkte nicht mehr an den Mann bringen.
Auch der Rückgang der Zahl der vollerwebstätigen Weinbauern ist
mit Sicherheit auf diesen Weinskandal zurückzuführen. Die meisten
Winzer mußten sich ein weiteres Standbein zum Weinbau suchen, um auch
weiterhin bestehen zu können.
Die Rodungs- und Stillegungsaktionen kamen ihnen gelegen, denn sie
erhielten für Weingartenflächen, die sie stillegten, Geld.
Wenn diese Aktionen in den nächsten Jahren auslaufen werden, wissen
viele Winzer nicht, wie ihre Zukunft aussehen wird. Viele von ihnen wollen
nichts mehr riskieren, denn ihre Investitionen, die sie am Anfang der achtziger
Jahre machten, lohnten sich nicht.
Außerdem haben viele Betriebe mit dem Problem der Betriebsnachfolge
zu kämpfen. Der Beruf des Bauern verliert unter den Jugendlichen zusehends
an Attraktivität. Unsichere Erträge und somit unsicheres Einkommen,
keine geregelten Arbeitszeiten und Abhängigkeit von Wetter und die sich
ständig ändernde Situation von Nachfrage nach Wein sind
ungünstige Faktoren, die sie abschrecken. Sie sehen anhand ihrer Eltern,
daß die Ausgaben oft kaum mehr gedeckt werden können.
So wird es interessant zu beobachten sein, wie sich die Situation des
Weinbaus in Illmitz in Zukunft entwickeln wird. Man setzt vor allem auf
Qualität, um das Vertrauen in den Illmitzer Wein wieder herstellen zu
können. Die Garanten für die Qualität und die Voraussetzungen
dafür, daß sich der Weinbau in Illmitz überhaupt ansiedelte,
sind das Klima des Seewinkels, der Boden, das einzigartige, vom Neusiedlersee
und den Lacken verursachte, Mikroklima und offenbar das Können der
Winzer.
Diese Komponenten sorgen dafür, daß in Illmitz sowohl
ausgezeichnete trockene Weine als auch Weine der höchsten
Prädikatsstufen reifen.
Viele dieser Weine wurden auf den Weinmessen im In- und im Ausland
ausgezeichnet.
Eine Tafel an der Ortseinfahrt nach Illmitz mit der Aufschrift
“Illmitz - Boden der Weltmeisterweine” deutet auf diese Erfolge der
Illmitzer Weinhauer hin.
Daß hervorragende Qualität in Illmitz reift, wissen zwar die
Weinbauern und einige Weinliebhaber, doch in den letzten Jahren möchte man
durch Marketing- und PR-Methoden den Illmitzer Wein einer großen Palette
von Weingenießern schmackhaft machen. In Absatzgenossenschaften wie dem
“Pannonischen Reigen”, den “Seewinkler Impressionen”
oder auch den örtlichen Weinbauvereinen versuchen die Mitglieder die
Kosten, die für diese Werbemaßnahmen anfallen, gemeinsam zu
tragen.
Man versucht also, das Vertrauen in den Wein wieder zurückzugewinnen
und will wieder mehr Weinliebhaber nach Illmitz locken, um sie von der
Einzigartigkeit und der Vielfalt der hier lagernden Weine zu
überzeugen.
Nicht von ungefähr beschäftigen sich viele antike und moderne
Redewendungen und Weisheiten mit der Thematik des Weins. Der Wein gilt sowohl
als Kulturgut als auch als Kultsymbol. Außerdem wußten schon die
alten Römer, daß im Wein gar die Wahrheit liegt: “In Vino
Veritas.”
Davon konnten sich schon immer und werden sich auch in Zukunft
Weinliebhaber in Illmitz überzeugen. Denn dort wird - spätestens seit
den Aufregungen des Weinskandals 1985/86 - allen reiner Wein
eingeschenkt...
7. Anhang
Abb.4: Einladung zum Weinseminar in der Ortsvinothek
Illmitz [57]
Abb.5: Niederschlagssummen im Burgenland pro
Jahr [58]
Tabelle 8: Gebietsniederschlag des Einzugsgebietes des Neusiedler Sees in
mm im Jahr [59]
|
1970
|
1971
|
1972
|
1973
|
1974
|
1975
|
1976
|
1977
|
1978
|
1979
|
1980
|
|
604
|
441
|
633
|
483
|
540
|
613
|
551
|
486
|
447
|
680
|
582
|
Abb. 6: Jahresmittel der Lufttemperatur im
Burgenland [60]
Abb. 7: Bodenprofil eines Tschernosems
Tabelle 9: Übernachtungszahlen in Illmitz nach
Kategorien [61]
|
3`- Zimmer
|
2`- Zimmer
|
Privatzimmer
|
Ferienwohnung
|
Gesamt
|
|
1975
|
0
|
42.366
|
37.739
|
0
|
80.105
|
|
1980
|
0
|
49.490
|
60.019
|
4.919
|
114.428
|
|
1985
|
6.073
|
42.879
|
61.333
|
8240
|
118.525
|
|
1990
|
8.876
|
40.722
|
66.165
|
22.180
|
137.943
|
|
1995
|
8.436
|
34.922
|
65.691
|
25.529
|
134.578
|
|
1996
|
17.060
|
30.395
|
58.709
|
22.404
|
128.568
|
Abb. 8: Die Weinernten Österreichs in den Jahren 1990 -
1997 [62]
Tabelle 10: Lagerkapazität der Illmitzer Weinbaubetriebe in
Liter
|
|
|
|
|
|
|
|
12.452.455
|
11.996.871
|
12.057.231
|
11.663.347
|
8.986.218
|
8.142.668
|
Abb. 9: Sortenvielfalt und Artenvielfalt in der Gestaltung der Weinflaschen
in Illmitz
Tabelle 11: Die “Worldchampions” aus Illmitz
|
1976
|
Gebr. Gartner
|
Welschriesling Trockenbeerenauslese´73
|
|
1978
|
Gebr. Gartner
|
Welschriesling Trockenbeerenauslese´75
|
|
1980
|
Gebr. Gartner
|
Welschriesling Trockenbeerenauslese´76
|
|
1981
|
Haider Martin
|
Welschriesling Trockenbeerenauslese´76
|
|
1983
|
Tschida Stefan 1
|
Welschriesling Auslese´81
|
|
1984
|
Tschida Stefan 2
|
Welschriesling Trockenbeerenauslese´76
|
|
1985
|
Klein Rudolf
|
Weißburgunder Trockenbeerenauslese´81
|
|
1986
|
Kracher Alois
|
Bouvier Beerenauslese´81
|
|
1988
|
Kracher Alois
|
Welschriesling Beerenauslese´81
|
|
1989
|
Lang Alois
|
Sämling Ausbruch´83
|
|
1990
|
Haider Martin
|
Welschriesling Beerenauslese´83
|
|
|
Gartner Johann
|
Welschriesling Trockenbeerenauslese´81
|
|
1992
|
Lang Alois
|
Welschriesling / Sämling - Cuvée Eiswein´90
|
|
1992
|
Klein Walter
|
Blaufränkisch - Rosé 1991 (SEKT)
|
|
1993
|
Lang Ernst
|
Sämling Eiswein´88
|
|
1995
|
Haider Martin
|
Welschriesling Trockenbeerenauslese´88
|
|
1996
|
Tschida Gerhard
|
Grüner Veltliner Schilfwein´95
|
|
1997
|
Haider Konrad
|
Sämling Ausbruch´94
|
|
1995
|
Haider Martin
|
|
Abb. 10: Strukturwandel in
Illmitz [71]
8. Literaturverzeichnis
- Allacher, Elisabeth: Public Relations- und Marketing-Maßnahmen der
weinbäuerlichen Familienbetriebe im Burgenland. Wien, Phil.Diss.1996.
- Allgemeine Landestopographie des Burgenlandes: der Verwaltungsbezirk
Neusiedl am See. Bd.1.Eisenstadt 1954.
- Antal, E.; D<vid, A.;
Dobesch, H.; u.a.: Das Klima des Neusiedler Sees. A
Fertö tó éghajlata.
Hrsg. von Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Wien - Budapest:
Meteorologischer Dienst der Ungarischen Republik 1991.
- Baldrian, Sepp: Vorwort. In: Der Weinbau. 6.Jg. (1996) 1. Seit 3.
- Burgenländischer Bauernbund - Kalender 1996. Hrsg. vom
Burgenländischen Bauernbund. Eisenstadt, 1996.
- BVZ. Burgenländische Volkszeitung: Gold für Edles. Johann Kroiss
und Stefan Mann hatten die der Destillata ´98einen großen Auftritt.
(1998) 5. 27.01.1998. S.21.
- Dippel, Horst: Das Weinlexikon. Frankfurt am Main: Fischer Verlag 1989.
- Dogl, Gerhard: Internet? Wozu? In: Der Weinbau. 7.Jg. (1997) 2, Seite
26f.
- Gangl, Helmut: Einfluß der Klimafaktoren auf den Schnittzeitpunkt der
Sorte Welschriesling. Diplomarbeit. Wien, 1991.
- Gangl, Martin: Der Weinbau am Neusiedlersee, dargestellt an den Gemeinden
Podersdorf, Illmitz und Apetlon. Wien, geogr. Hausarbeit. 1976.
- Gemeinde Illmitz: Gemeindeblatt - Urschrift zur Erhebung der Weinernte, des
Traubenverkaufs, der Weinvorräte und der Lagerkapazität. (30.
November1988)
- Gemeinde Illmitz: Gemeindeblatt - Urschrift zur Erhebung der Weinernte, des
Traubenverkaufs, der Weinvorräte und der Lagerkapazität. (30. November
1989)
- Gemeinde Illmitz: Gemeindeblatt - Urschrift zur Erhebung der Weinernte, des
Traubenverkaufs, der Weinvorräte und der Lagerkapazität. (30. November
1990)
- Gemeinde Illmitz: Gemeindeblatt - Urschrift zur Erhebung der Weinernte, des
Traubenverkaufs, der Weinvorräte und der Lagerkapazität. (30. November
1991)
- Gemeinde Illmitz: Summenliste / Bestandsmeldung 1996
- Gemeinde Illmitz: Summenliste / Bestandsmeldung 1997
- Groll, Markus: Weinskandal Jahrgang ´96. In: trend. Das
Österreichische Wirtschaftsmagazin (1996) 3, Seite 22-26
- Hacker, Herbert E.; Mühlberger Eva: Österreichs Biobauern im Test.
In: WirtschaftsWoche. Österreichs größtes wöchentliches
Wirtschaftsmagazin. (1996) 19, Seite 58 - 65.
- Haiden: Große Sorge um unseren Ruf! In: BF. 2.5.1985 8. Zitiert in:
Schimmerl, Thomas: Der Weinskandal 1985/86. Wien, Phil.Diss.1994.
- Haiden, Günther: Vorwort. In: Weingesetz 1985. Wien, 1986.
- Informationsbüro Österreichischer Wein (Hrsg.): Das Weinland
Österreich stellt sich vor. (Nähere Angaben zu dieser Broschüre
sind mir leider nicht bekannt.)
- Janovsky, Rudolf; Lukas, Wolfgang: Obstmost - Fruchtsäfte -
Obstbrände. Wirtschaftliche Obstverarbeitungen. 3. Aufl. Klosterneuburg:
Österreichischer Agrarverlag 1995.
- Keller, Urban: Das neue Weinlexikon. Stuttgart: Unipart Verlag. 1979.
- Kracher, Ludwig: Burgenlands Weine zählen zu den besten der Welt. In:
60 Jahre Burgenland. Der Bauern Arbeit für die Heimat. Hrsg. vom
Burgenländischen Bauernbund. Eisenstadt, 1981. Seite 107-118.
- Kurt, Chandra: Herr Opitz aus Illmitz: Ein Winzer mit Witz. Weine für
die Formel I oder eine CD mit gärendem Inhalt: Der Österreicher geht
neue Wege in der Vermarktung. In:
[SonntagsZeitung].
o.O.18. August 1996. (Nähere Angaben zu dieser Zeitung sind mir leider
nicht bekannt.)
- Mentzel, Gabriele: Keine “Zahnlücken” in Weinanbaugebieten.
Voreilige Rodungen sollen wieder saniert werden / Bauernkammer hofft auf Tausch
von Ackerflächen. In: KURIER.(1997) 4.November. Seite 10.
- Österreichisches Statistisches Zentralamt (ÖSTAT):
Agrarstrukturerhebung 1995. Besitzverhältnisse, Frucht- und
Kulturarten.
- ÖSTAT: Allgemeine Viehzählung am 3. Dezember 1960.
- ÖSTAT: Allgemeine Viehzählung am 3. Dezember 1970.
- ÖSTAT: Der Weinbau in Österreich 1974.
- ÖSTAT: Der Weinbau in Österreich 1980.
- ÖSTAT: Der Weinbau in Österreich 1992.
- ÖSTAT: Land- und forstwirtschaftliche Betriebszählung 1960.
- ÖSTAT: Land- und forstwirtschaftliche Betriebszählung 1970.
- ÖSTAT: Land- und forstwirtschaftliche Betriebszählung 1980.
- ÖSTAT: Land- und forstwirtschaftliche Betriebszählung 1990.
- ÖSTAT: Viehbestand nach Bundesländern, politischen Bezirken und
Gemeinden 1979.
- ÖSTAT: Viehbestand nach Gemeinden 1995.
- Rauter Norbert: Weinwirtschaft auf der Sucher nach neuer Cuvée.
Stärkere Betonung der Herkunft soll Markt für heimische Weine
absichern und rückerobern. In: Kurier 14.01.1998. S. 17. Grafik: APA,
Quelle: ÖSTAT.
- Ruckenbauer, Walter; Traxler, Hans: Weinbau Heute. Handbuch für
Beratung, Schule und Praxis. Graz: Leopold Stocker Verlag 1975.
- Salzl-Lidy, Rosa: Der Weinbau im Seewinkel. Innsbruck, geogr. Hausarbeit.
1973. In: Geographisches Jahrbuch Burgenland 1978. Hrsg. von der Vereinigung der
burgenländischen Geographen. Neusiedl, 1978, Seite 25-71.
- Schiebel, Walter; Wöber, Gertraud: Entwicklung der relevanten
Weinmärkte. In: Der Winzer. Das Fachblatt des österreichischen
Weinbaues. 52.Jg. (1996) 3, Seite 6 - 10.
- Schimmerl, Thomas: Der Weinskandal 1985/86. Wien, Phil.Diss. 1994.
- Schneider, Werner: Landwirte lernen immer besser, mit der EU zu leben.
Befürchtetes Landwirtesterben blieb aus: Dafür erfreuliche
Investitionsbereitschaft. In: KURIER. (1998) 5. Jänner. Seite 8.
- Steurer, Rudolf: Weinhandbuch. Wien: Ueberreuter 1995.
- Steurer, Rudolf; Thomann, Wolfgang; Schuller, Josef: Welt Wein Almanach.
Wien: Kremayr & Scheriau. 1992.
- Titz, Nick: Genossenschaftswesen. In: Geographisches Jahrbuch Burgenland
1978. Hrsg. von der Vereinigung burgenländischer Geographen. Neusiedl,
1978. S.149-170.
- Tourismusverband Illmitz: Übernachtungen nach Kategorien 1975 -
1996
- Wegleitner, Alois: Die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Illmitz unter
besonderer Berücksichtigung der Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte. Wien,
Phil.Diss.1973.
- Wegleitner, Alois: In: Geographisches Jahrbuch Burgenland 1994. Hrsg. von
der Vereinigung Burgenländischer Geographen. Lockenhaus 1994. Seite
56-59.
- Wegleitner, Alois: Illmitz / Neusiedler See - Strukturwandel 1856 / heute.
In: Diercke Weltatlas Österreich. Wien, 1995 Georg Westermann Verlagsges.
m. b. H. S.30.
- Weinakademie Burgenland (Hrsg.): Das Weinseminar für die Gäste des
Burgenlandes. Rust. (Nähere Angaben zu dieser Broschüre sind mir
leider nicht bekannt.)
- Weinakademie Österreich (Hrsg.): Dokumentation Österreichischer
Wein. 1996. (Quelle: ÖSTAT 1995) (Nähere Angaben sind mir leider nicht
bekannt.)
- Wohlfahrt, Josef: Der Österreichische Weinbau 1950 - 1995. Mattersburg.
(Nähere Angaben sind mir leider nicht bekannt)
- Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Hrsg.): Klimatographie
und Klimaatlas von Burgenland. Wien, 1996.
- Zerbs, Sabine: Pole-Position für Willi Opitz. Bei Willi Opitz kann man
Wein nicht nur schmecken, sondern auch hören. In: KRONEN-Zeitung. (1996)
14. Oktober. Seite16.
- Abbildungsverzeichnis
- Österreichische Weinexporte in den
Jahren 1970 - 1994
- Weinbaugebiet Neusiedlersee
- Prozentuelle Verteilung der
Weinsorten in Illmitz im Jahre 1992
- Einladung zum Weinseminar in der Ortsvinothek Illmitz
- Niederschlagssumme im Burgenland pro Jahr
- Jahresmittel der Lufttemperatur im Burgenland
- Bodenprofil eines Tschernosems
- Die Weinernten Österreichs in den Jahren 1990 - 1997
- Sortenvielfalt und Artenvielfalt in der Gestaltung der Weinflaschen in
Illmitz
- Strukturwandel in Illmitz
10.
Darstellungsverzeichnis
- Entwicklung der Rebfläche zwischen 1970 und 1980
- Sonnenscheindauer in Stunden und relative Sonnenscheindauer in
Prozent
- Der Fremdenverkehr in Podersdorf, Illmitz und Apetlon
- Der Viehbestand in Podersdorf, Illmitz und Apetlon
- Die Zahl der Weinbaubetriebe und die Weingartenfläche im Jahre
1992
- Die verschiedenen Kulturarten in Illmitz in den Jahren 1966 und 1995 in
ha
- Der Wandel vom Voll- zum Neben- und Zuerwerbsbauern in Illmitz in
Prozent
- Gebietsniederschlag des Einzugsgebietes des Neusiedler Sees in mm im
Jahr
- Übernachtungszahlen in Illmitz nach Kategorien
- Lagerkapazität der Illmitzer Weinbaubetriebe
- Die “Worldchampions” aus Illmitz
[1] Allgemeine Landestopographie des
Burgenlendes. Hrsg. Von der Burgenländischen Landesregierung. Selbstverlag
des Amtes der Burgenländischen Landesregierung. S.115.
[2] Wegleitner, Alois: Die geschichtliche
Entwicklung der Gemeinde Illmitz unter besonderer Berücksichtigung der
Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte. Wien, Phil.Diss.1973. S.169.
[3] Vgl. Wegleitner, Alois: Die
geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Illmitz unter besonderer
Berücksichtigung der Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte. Wien,
Phil.Diss.1973. S.116. Im folgenden zit. als: Wegleitner: Geschichtliche
Entwicklung der Gemeinde Illmitz.
[4] Salzl - Lidy, Rosa: Der Weinbau im
Seewinkel. Innsbruck, geogr.Hausarbeit. 1973. In: Geographisches Jahrbuch
Burgenland 1978. Hrsg. von der Vereinigung burgenländischer Geographen.
Neusiedl, 1978.
S.30. Im folgenden zit. als: Salzl - Lidy: Der Weinbau
[5] Salzl - Lidy: Der Weinbau. S.32.
[6] Salzl - Lidy: Der Weinbau.
S.33.
[7] Gangl, Martin: Der Weinbau am
Neusiedlersee, dargestellt an den Gemeinden Podersdorf, Illmitz und Apetlon.
Wien, geogr. Hausarbeit. 1976. S. 75 f. Im folgenden zit. als: Gangl, Martin:
Der Weinbau am Neusiedlersee.
[8] vgl. Salzl - Lidy: Der Weinbau. Tabelle
15: Verteilung der drei Erziehungsarten in Prozent der Rebfläche.
S.51.
[9] Vgl. Land - und forstwirtschaftliche
Betriebszählung 1970. ÖSTAT ( Österreichisches Statistisches
Zentralamt ).
[10]vgl. Der Weinbau in Österreich
1974. ÖSTAT.
[11]vgl. Der Weinbau in Österreich
1980. ÖSTAT.
[12] Schimmerl, Thomas: Der Weinskandal
1985/86. Wien, Phil.Diss. 1994. S.9. Im folgenden zit. als: Schimmerl: Der
Weinskandal.
[13] Schimmerl: Der Weinskandal.
S.19.
[14] vgl. ÖSTAT 1995: Dokumentation
Österreichischer Wein. Hrsg. von der Weinakademie Österreich. Juli
1996. S.41 Abb.1.
[15]vgl. Dokumentation
Österreichischer Wein. Hrsg. von der Weinakademie Österreich. 1996.
S.42. Im folgenden zit. als: Dokumentation Österreichischer Wein.
[16]Export - Import laut ÖSTAT
für das Jahr 1996. In: Der Winzer. Das Fachblatt des österreichischen
Weinbaues. 53.Jg. (1997) 8, S.38.
[17] Schimmerl: Der Weinskandal.
S.50.
[18] Haiden: Große Sorge um unseren
guten Ruf! In: BF 2.5.1985 8. Zitiert in: Schimmerl: Der Weinskandal.
S.16.
[19] Steurer, Rudolf; Thomann, Wolfgang;
Schuller, Josef: Welt Wein Almanach. Hrsg. von der Weinakademie Österreich.
Wien: Kremayr & Scheriau . S.209. 1992.
[20] Haiden, Günther: Vorwort.
In:Weingesetz 1985. Hrsg. von Bundesministreium für Land - und
Forstwirtschaft. Wien, 1986.
[21] Salzl - Lidy: Der Weinbau.
S.27.
[22] Vgl.: Antal, E.;
D <vid, A.; Dobesch, H.; u.a.: Das
Klima des Neusiedler Sees. A Fert ö
tó éghajlata. Hrsg. von Zentralanstalt für Meteorologie und
Geodynamik. Wien-Budapest: Meteorologischer Dienst der Ungarischen Republik
1991. S.21. Im folgenden zit. als: Antal: Das Klima des Neusiedler Sees.
[23] Vgl.: Antal: Das Klima des Neusiedler
Sees. S.15.
[24] Antal: Das Klima des Neusiedler Sees.
S.11.
[25] Gangl, Helmut:
Einfluß der Klimafaktoren auf den Schnittzeitpunkt der Sorte
Welschriesling. Diplomarbeit. Wien, 1991. S. 15.
[26] Wohlfarth, Josef: Der
Österreichische Weinbau 1950-1995. Mattersburg. S.153.
[27] Salzl - Lidy: Der Weinbau.
S.28.
[28] Vgl.: Land - und forstwirtschaftliche
Betriebszählung 1970. ÖSTAT.
[29] Vgl.: Land - und forstwirtschaftliche
Betriebszählung 1980. ÖSTAT.
[30] Vgl.: Land - und forstwirtschaftliche
Betriebszählung 1990. ÖSTAT.
[31] Vgl.: Allgemeine Viehzählung am
3. Dezember 1960. ÖSTAT.
[32] Vgl.: Allgemeine Viehzählung am
3. Dezember 1970. ÖSTAT.
[33] Vgl.: Viehbestand nach
Bundesländern, politischen Bezirken und Gemeinden 1979.
ÖSTAT.
[34] Vgl.: Viehbestand nach Gemeinden
1995. ÖSTAT.
[35] Vgl.: Wohlfarth, Josef: Der
Österreichische Weinbau 1950 - 1995. Mattersburg. S.219.
[36] Vgl.: Wohlfarth, Josef: Der
Österreichische Weinbau 1950 - 1995. Mattersburg. S 217.
[37] Vgl.: Gangl, Martin: Der Weinbau am
Neusiedlersee. S.79.
[38] Vgl.: Agrarstrukturerhebung 1995.
ÖSTAT.
[39] Gangl, Martin: Der Weinbau am
Neusiedlersee. S.79.
[40] Vgl.: Der Weinbau in Österreich
1992. ÖSTAT.
[41] Steurer, Rudolf: Weinhandbuch. Wien:
Ueberreuter 1995. S 214.
[42] Vgl.: Wohlfarth, Josef: Der
Österreichische Weinbau. Mattersburg. S 151-171.
[43] Kurt, Chandra: Herr Opitz aus
Illmitz: Ein Winzer mit Witz. Weine für die Formel 1 oder eine CD mit
gärendem Inhalt: Der Österreicher geht neue Wege in der Vermarktung. [
SonntagsZeitung ]. o.O (1996) 18. August, S 89.
[44]Vgl. Wegleitner Alois. In:
Geographisches Jahrbuch Burgenland 1994. Hrsg. von der Vereinigung
Burgenländischer Geographen. Lockenhaus 1994. S.59
[45]Wohlfarth, Josef: Der
Österreichische Weinbau 1950 - 1995. Mattersburg S.149.
[46] Vgl. Wohlfarth, Josef: Der
Österreichische Weinbau 1950 - 1995. Mattersburg S.175
[47]Vgl. Wegleitner, Alois. In:
Geographisches Jahrbuch Burgenland 1994. Hrsg. von der Vereinigung
Burgenländischer Geographen. Lockenhaus 1994 S.58
[48] Baldrian, Sepp: Vorwort. In: Der
Weinbau. 6.Jg. (1996) 1, S.3.
[49] Allacher, Elisabeth: Public
Relations- und Marketing- Maßnahmen der weinbäuerlichen
Familienbetriebe im Burgenland. Wien, Phil.Diss.1996 S.6. Im folgenden zit. als:
Allacher, Elisabeth: Public Relations- und Marketing-Maßnahmen
[50] Dogl, Gerhard: Internet? Wozu? In:
Der Weinbau. 7.Jg. (1997) 2, S. 27
[51] Titz, Nick: Genossenschaftswesen. In:
Geographisches Jahrbuch Burgenland 1978. Hrsg. von der Vereinigung
burgenländischer Geographen. Neusiedl, 1978. S. 149.
[52] Allacher, Elisabeth: Public
Relations- und Marketing-Maßnahmen. S.173.
[53] Allacher, Elisabeth: Public
Relations- und Marketing-Maßnahmen. S.173.
[54] Gangl, Martin: Der Weinbau am
Neusiedlersee. S.104.
[55] Gangl, Martin: Der Weinbau am
Neusiedlersee. S. 105f.
[56] Gold für Edles. Johann Kroiss
und Stefan Mann hatten bei der Destillata ´98 einen großen Auftritt.
In: BVZ. Burgenländische Volkszeitung. (1998)5. 27.01.1998. S. 21
[57] Diese Einladung erregte im Sommer
1996 meine Aufmerksamkeit. Ich besuchte die Veranstaltung und wurde durch den
Vortrag von Dipl. Ing. Gangl Helmut zum Thema meiner Fachbereichsarbeit
angeregt.
[58] Zentralanstalt für Meteorologie
und Geodynamik (Hrsg.): Klimatographie und Klimaatlas von Burgenland. Wien,
1996.
[59] Antal, E.;
D <vid, A.; Dobesch, H.; u.a.: Das
Klima des Neusiedler Sees. A Fert ö
tó éghajlata. Hrsg. von Zentralanstalt für Meteorologie und
Geodynamik. Wien - Budapest: Meteorologischer Dienst der Ungarischen Republik
1991. S. 63
[60] Zentralanstalt für Meteorologie
und Geodynamik (Hrsg.): Klimatographie und Klimaatlas von Burgenland. Wien,
1996.
[61] Tourismusverband Illmitz:
Übernachtungen nach Kategorien 1975 - 1996
[62] Rauter Norbert: Weinwirtschaft auf
der Sucher nach neuer Cuvée. Stärkere Betonung der Herkunft soll
Markt für heimische Weine absichern und rückerobern. In: Kurier
14.01.1998. S. 17. Grafik: APA, Quelle: ÖSTAT.
[63] Gemeinde Illmitz: Gemeindeblatt -
Urschrift zur Erhebung der Weinernte, des Traubenverkaufs, der Weinvorräte
und der Lagerkapazität. (30. November1988).
[64] Gemeinde Illmitz: Gemeindeblatt -
Urschrift zur Erhebung der Weinernte, des Traubenverkaufs, der Weinvorräte
und der Lagerkapazität. (30. November 1989).
[65] Gemeinde Illmitz: Gemeindeblatt -
Urschrift zur Erhebung der Weinernte, des Traubenverkaufs, der Weinvorräte
und der Lagerkapazität. (30. November 1990).
[66] Gemeinde Illmitz: Gemeindeblatt -
Urschrift zur Erhebung der Weinernte, des Traubenverkaufs, der Weinvorräte
und der Lagerkapazität. (30. November 1991).
[67] Gemeinde Illmitz: Summenliste /
Bestandsmeldung 1996.
[68] Gemeinde Illmitz: Summenliste /
Bestandsmeldung 1997.
[69] In diesem Jahr fand die Verleihung
des “WORLDCHAMPIONS” aus politischen Gründen nicht in Laibach
statt. Die Weinbewertung übersiedelte nach Graz.
[70] Hierbei wurden aus allen Weinen, die
österreichische Winzer für die Laibacher Weinbewertung einreichten,
die besten ausgewählt. Nur österreichische Weine wurden von einer
internationalen Jury bewertet. Das Weingut Haider aus Illmitz errang dabei mit
ihrer Produktpalette, die aus 7 Weinen bestand, die höchste Punktzahl.
[71] Wegleitner, Alois: Illmitz /
Neusiedler See - Strukturwandel 1856 / heute. In: Diercke Weltatlas
Österreich. Wien, 1995 Georg Westermann Verlagsges. m. b. H. S.30.
|