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| Raimund, Ferdinand: Der Alpenkönig und Menschenfei
Raimund, Ferdinand: Der Alpenkönig und Menschenfei
"DER ALPENKÖNIG UND
MENSCHENFEIND”:
Der Reiche Gutsbesitzer Rappelkopf ist gegen eine Heirat
seiner Tochter Malchen mit dem Maler August Dorn. Als die Verliebten der
Verzweiflung nahe sind, erscheint ihnen der Alpenkönig Astragalus, der gern
die Menschen zur Selbsterkenntnis führt, und verspricht ihnen seine Hilfe.
Unterdessen führt sich Rappelkopf im eigenen Hause als
besessener Menschenfeind auf. Er schikaniert Dienerschaft und Familie derart,
daß seine herzensgute Frau Sophie nach Venedig an ihren Bruder Silberkern
um Hilfe geschrieben hat. Durch das Kammermädchen Lieschen hört
Rappelkopf von der Zusammenkunft des Malers mit Malchen, was seine Wut gegen
Frau und Tochter noch steigert. Als sein vornehm tuender Diener Habakuk, aus dem
Garten kommend, wo er Zichorien ausstach, mit einem Messer das Zimmer betritt
und noch dazu bekennt, im Auftrag Frau Sophies gehandelt zu haben, glaubt der
besessene Rappelkopf an einem gegen ihn geplanten Mordversuch und
verläßt sein Haus, um fortan verbittert in einer
Köhlerhütte zu leben, die er für viel Geld der armen Familie des
Kohlenbrenners Christian Glühwurm abkaufte.
Dem einsamen klagenden Rappelkopf tritt der Alpenkönig
mit helfendem Wort entgegen. Doch Rappelkopf versteift sich auf seinen
Menschenhaß, bis ihn vor den von Astragalus geschickten Wasserfluten und
durch die Erscheinungen seiner drei verstorbenen Frauen Todesangst packt. Erst
jetzt kommt es zu einer Abmachung zwischen Astragalus und dem Menschenfeind.
Danach soll Rappelkopf in der Gestalt des Schwagers Silberkern, den man
erwartet, in sein Haus zurückkehren und selbst prüfen, wie seine
Familie und Dienerschaft in Wahrheit über ihn denken. Der wahre Silberkern
wird währenddessen von Berggeistern auf einem Berggipfel aufgehalten.
Außerdem soll im Hause noch ein Doppelgänger Rappelkopfs auftauchen,
an dem der Menschenfeind sein eigenes Benehmen einmal objektiv beobachten kann.
Wie verabredet, so geschieht es. Beschämt erkennt
Rappelkopf in seiner Verkleidung nun die wahre Liebe Sophies zu ihm sowie die
echte Zärtlichkeit seiner Tochter Malchen und die Rechtschaffenheit ihres
geliebten Ma
lers. Auch der Diener Habakuk steht von jedem Mordverdacht
gereinigt da. Als aber gar Astragalus ihm in seiner eigenen Gestalt
gegenübertritt, die Dienerschaft quält, Frau und Tochter grausam
mißhandelt, ist er so empört, daß es beinahe zu einem Duell
zwischen beiden Rappelköpfen kommt.
Schließlich wird dem unechten Rappelkopf der Verlust
seines ganzen Vermögens durch den Bankrott seines Bankhauses in Venedig
mitgeteilt. Verzweifelt stürzt er sich darauf in den Fluß,
während der echte Rappelkopf in Ohnmacht fällt, aus der er als ein
anderer erwacht. Endlich ist er von seinem Menschenhaß geheilt und segnet
den Bund der Liebenden. Nun erscheint auch der echte Schwager Silberkern mit der
Nachricht, Rappelkopfs Vermögen sei von ihm noch kurz vor dem Zusammenbruch
des Bankhauses in Sicherheit gebracht worden.
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(matrox@sbox.tu-graz.ac.at)
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