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Ransmayr, Christoph: Die letzte Welt
©1997 Paul Alexandrow
Zur Weiterverwendung jeglicher Art bestimmt.
Dieses Referat wurde in einer 6. Klasse eines Gymnasiums (humanistischer
Zweig) mit der Note Sehr Gut beurteilt.
Christoph Ransmayr
Die letzte
Welt
Leseprobe 1 (=1. Absatz, 1. Kapitel)
So beginnt C.R.’s Werk Die letzte Welt.
Zunächst die Personen:
Naso ist ein Dichter, der aus Rom nach Tomi verbannt wurde,
weil er dem Imperator bei einer Rede nicht den nötigen Respekt zollte indem
er es unterließ sich zu verbeugen.
Cotta ist der Protagonist und ein Freund der Dichtkunst
Nasos. Er reist aufgrund eines Abschiedsbriefes von Naso nach Tomi, um eine
Abschrift des von Naso bei seiner Abreise aus Rom verbrannten Werkes
Metamorphoses (Verwandlungen) oder gar den Dichter selbst zu
finden.
Pythagoras ist Nasos Diener in Tomi. Er ist griechischer
Auswanderer und erkennt sein eigenes Schicksal in Nasos Gedichten. Deshalb macht
er es sich zur Aufgabe, sämtliche Erzählungen Nasos auf kleine
Stoffetzen zu schreiben und diese in den Ruinen rund um Nasos Behausung zu
verteilen.
Echo ist Cottas Vertraute und seine Geliebte für eine
Nacht. Ihr Antlitz wird durch einen ovalen Schuppenfleck verunstaltet, der wie
ein Echo auf Umwelteinflüsse wie die Sonne reagiert.
Arachne ist eine taubstumme Weberin, die in einem verlassenen
Leuchtturm lebt. Sie webt viele von Nasos Geschichten in ihre Teppiche
ein.
Neben diesen wichtigsten Charakteren gibt es noch zahlreiche
andere Bewohner von Tomi wie Lycaon den Seiler, der Cotta Obdach
gewährt, Phineus den Brandweiner oder Tereus den
Schlachter.
Die Städte Tomi und Rom tragen die Beinamen die eiserne
Stadt und die ewige Stadt.
Die Handlung
Angekommen in Tomi findet Cotta zunächst nur Pythagoras’
Stoffetzen, später jenen selbst, der ihm mitteilt, Naso wäre vor
einiger Zeit in die Berge gegangen und seitdem nicht mehr zurückgekehrt.
Pythagoras zeigt Cotta jedoch einen geheimen Garten des Dichters, in dem dieser
einen Vers, der vermeintlich aus den Metamorphoses stammt, in riesige
Steinblöcke gehauen hatte. Jener ist auch auf Seite 2 meines Handouts zu
finden und lautet wie folgt: (Vorlesen). Später lernt Cotta Echo
kennen, die im erzählt, Naso hätte aus den Steinen und aus der
erlöschenden Glut erzählt. Sie selbst würde seine
Erzählungen ein Buch der Steine nennen, da jede von Nasos Geschichten mit
einer Versteinerung geendet hätte. Nur einmal hätte der Dichter ein
anderes Ende gefunden, als nach einer Sindflut aus Steinen neue Menschen
heranwuchsen. Ein paar Wochen später geht Echo in die umliegenden Berge und
wird von da an nie wieder gesehen. Auch von Arachne erfährt Cotta einiges
über Nasos Gedichte. Sie jedoch erzählt von Gedichten über den
Himmel und die Vögel. Langsam kommt Cotta zu dem Schluß, daß
die Metamorphoses eigentlich ein Buch der Natur hätten werden sollen, von
den Steinen angefangen bis zu den unendlichen Weiten des Himmels. Während
Cotta sich daran macht Pythagoras’ Stoffetzen einzusammeln und zu
archivieren, wird Tomi langsam von Pflanzen überwuchert. Plötzlich
verwandeln sich in Cottas Augen alle Stadtbewohner in Steine, Vögel oder
Wölfe.
Leseprobe 2 (=letzter Absatz, 15. Kapitel)
Zum Stil:
Durch das Werk zieht sich ein permanenter Anachronismus, der dadurch
entsteht, daß in Kultur und Politik viel aus dem Antiken vorherrscht
(Kaiser, Senat, etc.), andererseits aber auch die moderne Technik ihren Platz
hat (Filmprojektoren, etc.). In “Die letzte Welt” kommen immer
wieder Passagen aus Ovids Metamorphosen vor, so ist es nicht verwunderlich,
daß fast jede der Figuren in Ransmayrs Roman eine aus Ovids Metamorphosen
stammende zum Vorbild hat und auch ein ähnliches Schicksal wie diese
erfährt. Während Ovid in seinen Metamorphosen den Anbeginn der Welt
bis zu seinem Zeitalter schildert, zeichnet Ransmayr ein durch und durch
apokalyptisches Weltbild. Besonders zeigt sich dies in dem Satz: “Der
Mensch ist dem Menschen ein Wolf.”, im Buch ein Gedanke Nasos. Diese
Thematik vom durch den Menschen herbeigeführten Weltuntergang
beschäftigt die Menschheit schon seit dem Anbeginn ihrer Existenz und auch
heute stellt sie noch eine Massenfaszination dar. Man denke nur an die Bibel,
Filme wie “The Terminator” und “Akira”, oder eben Ovids
Metamorphosen. Was uns Ransmayr mit diesem Werk sagen möchte, ist,
daß man zwar Künstler vernichten kann nicht aber ihre Kunst.
Aufbau
Das Buch ist in 15 Kapitel gegliedert. Die selbe Anzahl von Büchern
hatten übrigens auch Ovids Metamorphosen. Jedem dieser Kapitel steht die
römische Zahl mit einer kleinen Zeichnung voran (Zeigen). Weiters gibt es
keinen Anführungszeichen, so sind direkte Reden nur durch Beistriche
gekennzeichnet, dies dürfte jedoch am Verlag liegen und nicht am Autor
(Begründung). Für Interessierte gibt es im Anhang noch ein Register,
in dem die Figuren und deren Schicksale aus Ransmayrs Werk mit denen aus Ovids
Metamorphosen verglichen werden, und eine Danksagung Ransmayrs die lautet wie
folgt (vorlesen).
Historischer Hintergrund
Tatsächlich wurde Ovid aus dem Römischen Reich nach Tomi (nahe
dem heutigen Constanza) verbannt. Die offizielle Begründung damals war die
Schamlosigkeit von Ovids erotischer Poesie. Heute vermutet man, daß Ovid
in einen Sittenskandal um die Enkelin des Imperators verwickelt, oder Mitwisser
einer politischen Intrige war. Während Naso in Die letzte Welt seine
Aufzeichnungen der Metamorphoses verbrannt hat, tat Ovid dies in Wirklichkeit
nicht.
Autor
Christoph Ransmayr wurde am 20.3.1954 in Wels/Oberösterreich geboren.
Von 1972 bis 1978 studierte er Philosophie und Ethnologie in Wien. Von da an
arbeitete er bis 1982 für diverse Zeitschriften und wurde
anschließend freier Schriftsteller. Seine bisherigen Romane sind:
“Die Schrecken des Eises und der Finsternis” (1984),
“Die letzte Welt” (1988) und “Morbus
Kitahara” (1995). Bis 1995 gewann er folgende Preise: den
Literaturpreis des Bundesverbandes der deutschen Industrie, das Elias Canetti -
Stipendium, den Anton Wildgans - Preis der Österreichischen Industrie, den
Großen Literaturpreis der Bayrischen Akademie der schönen Künste
und den Franz Kafka - Literaturpreis. Heute lebt Ransmayr in Irland und in
Wien. Seine große Leidenschaft ist das Reisen.
Epilog Der Epilog ist auch im Ovid - Textbuch der Oberstufe
(Braumüller Verlag) auf Seite 46 im lateinischen Original zu
finden.Handout
Christoph Ransmayr
Die letzte
Welt
Die wichtigsten Personen:
Naso, Publius Ovidius: Verbannter Dichter aus Rom
Cotta: Protagonist; Freund der Dichtkunst Nasos
Pythagoras: Griechischer Auswanderer; Erkennt in den Gedichten Nasos sein
eigenes Schicksal, wird dessen Diener und beginnt, Nasos Gedichte
aufzuschreiben
Echo: Vertraute Cottas und seine Geliebte für eine Nacht
Arachne: Taubstumme Weberin; webt die Geschichten Nasos in ihre Teppiche
ein
Die Handlung:
Cotta reist aufgrund eines Abschiedsbriefes von Naso nach Tomi (die eiserne
Stadt), um eine Abschrift des von Naso bei seiner Abreise aus Rom (die ewige
Stadt) verbrannten Werkes Metamorphoses (Verwandlungen) zurück nach
Rom zu bringen, oder gar um den Dichter selbst zu finden. Was er vorfindet, ist
jedoch nur Nasos Diener, der Cotta mitteilt, Naso wäre in die Berge
gegangen und seitdem nicht mehr zurückgekehrt. Eines Morgens lernt Cotta
Echo kennen. Sie erzählt ihm viel über Nasos Geschichten, die sie
insgeheim ein Buch der Steine nennt, da jede seiner Erzählungen mit
einer Versteinerung geendet hätte. Auch Arachne berichtet ihm über die
Geschichten des Dichters, sie jedoch weiß von Geschichten über den
Himmel zu berichten. So kommt Cotta langsam zu dem Schluß, daß die
Metamorphoses eigentlich als Buch der Natur gedacht waren. Eines Tages
meint er, den Dichter selbst zu sehen, muß jedoch feststellen, daß
es nur ein Stein war. In dem Glauben verrückt geworden zu sein, beginnt er
Pythagoras’ Aufzeichnungen, die jener in den Trümmern der Ruinen rund
um seine Behausung in Form von Stoffetzen verteilt hatte, zu sammeln. Dann wird
die Stadt von Unwettern heimgesucht und langsam vom Efeu und anderen Pflanzen
erobert. In Cottas Augen verwandeln sich die Bewohner in Steine, Vögel oder
Wölfe und schließlich begreift er, daß Naso in den Leuten von
Tomi und in der Stadt selbst seine Metamorphoses Wirklichkeit und in
gewisser Weise auch unauslöschbar werden ließ. Cotta erlebt sich von
da an selbst als eine Figur aus Nasos Metamorphoses.
Stil:
Durch das Werk zieht sich ein permanenter Anachronismus, der dadurch
entsteht, daß in Kultur und Politik viel aus dem Antiken vorherrscht
(Kaiser, Senat, etc.), andererseits aber auch die moderne Technik ihren Platz
hat (Filmprojektoren, etc.). Fast jede der Figuren in Ransmayrs Roman hat eine
aus Ovids Metamorphosen stammende zum Vorbild und erfährt auch ein
ähnliches Schicksal wie diese. Während Ovid in seinen
Metamorphosen den Anbeginn der Welt bis zu seinem Zeitalter schildert,
zeichnet Ransmayr ein durch und durch apokalyptisches Weltbild, so daß man
unter Umständen sagen könnte, Ransmayer hätte die
Metamorphosen fortgesetzt. Was uns Ransmayr mit diesem Werk sagen
möchte, ist, daß man zwar Künstler vernichten kann, nicht aber
ihre Kunst.
Historischer Hintergrund:
Tatsächlich wurde Ovid aus dem Römischen Reich nach Tomi (nahe
dem heutigen Constanza) verbannt. Die offizielle Begründung damals war die
Schamlosigkeit von Ovids erotischer Poesie. Heute vermutet man, daß Ovid
in einen Sittenskandal um die Enkelin des Imperators verwickelt war, oder
Mitwisser einer politischen Intrige war. Während Naso in Die letzte
Welt seine Aufzeichnungen der Metamorphoses verbrannt hat, tat Ovid
dies in Wirklichkeit nicht.
Autor:
Christoph Ransmayr wurde am 20.3.1954 in Wels/Oberösterreich geboren.
1972 bis 1978 studierte er Philosophie und Ethnologie in Wien. Von da an
arbeitete er bis 1982 für diverse Zeitschriften und wurde
anschließend freier Schriftsteller. Seine bisherigen Romane sind:
“Die Schrecken des Eises und der Finsternis” (1984),
“Die letzte Welt” (1988) und “Morbus
Kitahara” (1995). Heute lebt Ransmayr in Irland und in Wien.
Epilog der Metamorphosen (15,871 - 879)
Ich Habe ein Werk
vollendet
das dem Feuer standhalten
wird
und dem eisen
selbst dem Zorn Gottes
und
der allesvernichtenden
Zeit
Wann immer er
will
mag nur der
Tod
der nur über meinen Leib
Gewalt hat
mein Leben
beenden
Aber durch dieses
Werk
Werde ich fortdauern und
mich
hoch über die Sterne
emporschwingen
und mein Name
wird unzerstörbar
sein
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