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Dürrenmatt, Friedrich (1921-1982)
Intern: Biographien: Friedrich
Dürrenmatt
Friedrich Dürrenmatt wurde am 5. Jänner 1921 in Konolfingen
(Kanton Bern) als Sohn eines Pfarrers geboren. Sein Großvater war ein
konservativer Nationalrat, der mit satirischen Gedichten Bürokratismus und
ähnliche Missstände anprangerte. Er erreichte mit seinen Gedichten
etwas, um das ihn Friedrich immer beneidete. Er musste nämlich für ein
Gedicht ins Gefängnis. Eine "Ehre", die seinem Enkel nie zuteil wurde. Im
Gegenteil. Friedrich Dürrenmatt errang mit seinen gesellschaftskritischen
Werken immer nur Ehrungen und Ehrentitel.
Trotz seiner Erziehung in einem Pfarrhaus hatte er zu Gott und Glauben ein
eher distanziertes Verhältnis. Ursprünglich wollte Dürrenmatt
Maler werden und wurde von seinen Lehrern mit den Naturwissenschaften bekannt
gemacht, zu denen Dürrenmatt auch später noch eine sehr enge Beziehung
hatte und das auch Stoff eines seiner größten Werke wurde.
Friedrich Dürrenmatt besuchte das Gymnasium mit mäßigem
Erfolg und studiert anschließend Philosophie und Germanistik, ohne jemals
einen Abschluss zu machen.
Zu schreiben begann er während des Zweiten Weltkrieges, den er, in der
Schweiz lebend, durch Zeitungen und Rundfunk erlebte.
Seine ersten Werke haben eine apokalyptisch-phantastisch-schauerliche Note
an sich.
"Ein Mensch erschlug seine Frau und verwurstete sie (...)". So
beginnt die Geschichte "Die Wurst". In diesem Stück geht es um einen Mann,
der seine Frau ermordet und sie zu Wurst verarbeitet hat. Er wird zum Tod
verurteilt. Er hat aber noch einen Wunsch: Er möchte die letzte verbliebene
Wurst, die als Beweisstück im Prozeß gedient hatte, essen. Seinem
Wunsch wird stattgegeben. Als die Wurst jedoch geholt werden soll, stellt sich
heraus, dass sie bereits der Richter vezehrt hat.
In seinem Schaffen der damaligen Zeit sind derart makabere und absurde
Begebenheiten zu finden. Auch die Motive seiner Bilder sind in dieser Zeit meist
Folterknechte, Scharfrichter, Skelette, Krüppel, Menschentiere und Figuren
aus seinen Geschichten.
Erste abendfüllende Dramen von Dürrenmatt erschienen nach dem
Zweiten Weltkrieg. Allen diesen Stücken ist eine grausame und machthungrige
Hauptperson gemeinsam. Er versuchte in diesen Stücken als einer der Ersten
die noch keine fünf Jahre zurückliegende Vergangenheit aufzuarbeiten
und dem Trauma, das der Zweite Weltkrieg bei den Menschen hinterlassen
hatte,durch Bewußtmachung ein Ende zu bereiten oder doch zumindest ihm
Raum zu geben.
Dürrenmatt geriet 1949 durch seine Zuckerkrankheit, der Geburt seines
zweiten Kindes und einigen Misserfolgen in finanzielle Bedrängnis und
begann 1950 für die Zeitung "Der Schweizerische Beobachter" an einem
Fortsetzungsroman zu schreiben. Der Roman mit dem Titel "Der Richter und sein
Henker" erschient in acht Folgen und wurde zu einem großem
Erfolg.
Es war der erste Kriminalroman Dürrenmatts. Ein Roman voll
überraschender Wendungen, aber auch voll von Satirischem über das
Genre des Kriminalromans, über die ganze Schweiz, die Polizei und über
die Gangster. Auch Dürrenmatts zweiter Kriminalroman "Der Verdacht", den er
1952 für die gleiche Zeitung schrieb und der mehr oder weniger eine
Fortsetzung des Ersten war, wurde ein Erfolg.
Nach seinen Erfolgen als Kriminalautor begann sich Dürrenmatt mehr mit
Gesellschaftsproblemen zu beschäftigen. Es entstanden die wahrscheinlich
wichtigsten Werke Dürrenmatts: "Der Besuch der alten Dame" (1956) und "Die
Physiker" (1962).
Ab 1966 begann eine neue Schaffensphase, die Bearbeitung fremder
(König Johann nach Shakespeare, Play Strindberg nach Strindbergs Totentanz,
Urfaust nach Goethe) und eigener Werke für die Bühne. Dürrenmatt
nahm eine Zeitlang eine feste Stelle beim Theater an. Die historischen Stoffe
traten in den Hintergrund und die aktuellen Themen hatten sich
verstärkt.
In den letzten Lebensjahren entwickelte sich zwischen Dürrenmatt und
seinem Publikum bzw. seinen Kritikern ein immer gespannteres
Verhältnis.
Friedrich Dürrenmatt starbt am 14. Dezember 1990 im Alter von 69
Jahren in seinem Haus in der Schweiz in Neuchatel.
Werke:
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Der Verdacht
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Der Richter und sein Henker
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Play Strindberg
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Urfaust
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König Johann
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Die Wurst
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