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| Raabe, Wilhelm: Die schwarze Galeere
Raabe, Wilhelm: Die schwarze Galeere
"Thomas N."
<buchgeher@eunet.at>
Wilhelm Raabe
Die schwarze
Galeere
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Thomas Neumayer
Facharbeit aus
Deutsch
Dachsberg, am 15. Juni 1998
Inhaltsverzeichnis:
Autor.......................................................................................
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3
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Entstehungsgeschichte..........................................................
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4
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- historischer
Hintergrund...........................................
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4
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Inhaltsangabe.........................................................................
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5
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Werkanalyse..........................................................................
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7
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- • sprachliche
Aspekte..................................................
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7
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- • Personencharakterisierung.
.....................................
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7
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- • Erzählperspektive......................................................
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7
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- • Aufbau.......................................................................
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8
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- • Grafik
zum
Aufbau.....................................................
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9
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- • Motive
und
Symbole..................................................
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10
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Interpretationsversuch............................................................
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11
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persönliche
Stellungnahme....................................................
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11
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Verweise................................................................................
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Thesenblatt............................................................................
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13
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Der Autor:
Wilhelm Raabe
Wilhelm Raabe wurde am 8.9.1831in Braunschweig geboren.
Von 1849 – 1853 arbeitete er als Buchhändler, studierte 1855 in
Berlin und wohnte dann als Schriftsteller in Wolfenbüttel, Stuttgart und ab
1870 in Braunschweig. Am Anfang hing er in seinen Büchern auf
melancholische Weise der vergangenen Zeit nach, zum Beispiel in "Chronik der
Sperlingsgasse", die er 1857, im Alter von 26 Jahren schrieb. Dies hängt
wahrscheinlich damit zusammen, daß er das Scheitern der deutschen
Freiheitsbewegung 1848, die Flucht in den Biedermeier und die Anfänge der
Industrialisierung miterlebte. Unter dem Einfluß von Schopenhauer begann
er später pessimistische Romane wie “Der Hungerpastor” (1864)
oder “Der Schüdderrump” (1870), in denen der Pestkarren
Sinnbild des Schicksals wird, zu schreiben. Der Höhepunkt seiner oft
subjektiven und psychologisch meisterhaften Erzählkunst, in der die
Charakterschilderungen gegenüber der Handlung Vorrang besitzen, liegen im
Spätwerk, der Kriminalerzählung. Das beweist, daß Raabe nicht
nun mehr oder weniger depressive Geschichten schrieb. Einige Beispiele
hierfür sind “Stopfkuchen" (1891) und “Hastenbeck”
(1899). In seinen Büchern trifft man immer wieder auf historische
Begebenheiten, die er in seine Geschichten verpackte. Raabe starb am 15.11.1910
in Braunschweig.
Seine Werke
- 1857
Die Chronik der Sperlingsgasse
- 1861 Nach dem großen
Kriege
- 1863 Die Leute aus dem Walde
- 1864 Der
Hungerpastor
- 1865 Die schwarze
Galeere
- 1868 Abu Telfan oder die
Heimkehr vom Mondgebirge
- 1870 Der Schüdderump
- 1872 Der Dräumling
- 1876 Horacker
- 1881 Alte Nester
- 1881 Das Horn von Wanza
- 1884 Pfisters Mühle
- 1889 Das Odenfeld
- 1889 Der Lar
- 1891
Stopfkuchen
- 1892 Gutmanns Reisen
- 1894 Kloster Lugau
- 1896 Die Akte des
Vogelgesangs
Entstehungsgeschichte:
Raabe nahm den Niederländischen Revolutionskrieg
als Hauptthema für seine Erzählung “Die schwarze Galeere”.
Anlaß war vielleicht das Scheitern der deutschen Revolution 1848, jedoch
mit dem Unterschied, daß die niederländische Revolution ein Erfolg
war und sich dadurch die Niederlanden von Spanien lösten.
Die Idee selbst hatte Raabe aus der Carl Curths
Fortsetzung von Schillers “Geschichte des Abfalls der vereinigten
Niederlanden”.
Zur Geschichte des Niederländischen
Revolutionskrieges:
1567 schickte Philipp II. Herzog Alba zur
Bekämpfung der Ketzerei in die Niederlande.
Wilhelm von Oranien organisierte hingegen mit deutschen
Söldnern den Widerstand gegen die Spanier. England unterstützte die
Niederländer mit einer Seemacht vom Meer aus. (Matrosen/Bettler =
Geusen)
1575 sagten sich Holland von Spanien los, aber das
aufständische Heer wird unter Don Juan d´Austria besiegt: Alexander
von Parma wird Statthalter.
1584 erliegt Wilhelm von Oranien einem
Attentat.
Im selben Jahr werden Gent, Brüssel, Mechelen und
Nymwegen erobert und nach 13 monatiger Belagerung ,1585, auch
Antwerpen.
Schließlich kommt es zur Trennung der
“Spanischen Niederlande” ( Flandern bis Luxemburg) von den
"Vereinigten Niederlanden" (heutiges Holland).
1598 stirbt Philipp II. und sein Nachfolger Philipp III
anerkannte 1609 die Unabhängigkeit der Niederlande.
Inhaltsangabe:
I. AUF DEN WÄLLEN VON FORT
LIEFKENHOEK
November 1599 vor Antwerpen: Der Krieg dauert schon 32
Jahre und ein Ende ist nicht abzusehen, weil die “Wassergeusen”
(verbündete Engländer) unvermindert Widerstand leisten. Die spanische
Besatzung des Forts Liefkenhoek, so auch der erfahrene Hauptmann Jeronimo,
lauscht in den nächtlichen Sturm auf dem Meer, wo eine Explosion den
Verdacht nahelegt, daß die “schwarze Galeere” wieder ein
Schiff der spanischen Flotte versenkt hat. Der kriegsmüde spanische
Hauptmann Jeronimo erzählt die Geschichte seines Aufstiegs zum Oberst und
seinen tragischen Fall zum normalen Soldaten. Das erste Kapitel enthält
eine kurze Zusammenfassung des spanisch- niederländischen
Krieges.
II. AN BORD DES ANDREA DORIA (italienische
Galeere)
Die Nachricht von der Versenkung des Schiffes
“Immacolata” durch die Schwarze Galeere löst in Antwerpen
heftige Reaktionen auf beiden Seiten aus. Der Kapitän der italienischen
Galeere Andrea Doria und sein Leutnant Antonio Valani und Leone della Rota
besprechen die Lage und erhalten von ihrem Admiral Spinola den Auftrag, im Hafen
die Stellung zu halten, während andere Schiffe Jagd auf die
“Schwarzen Galeere” machen. Der Kapitän Valani hat
Liebeskummer, denn eine Holländerin hat sein Herz erobert, und auch der
leichtlebige della Rota vermag ihn nicht in einem Wirtshaus
aufzuheitern.
III. JAN UND MYGA
In der Stadt Antwerpen sitzt spät abends die
schöne Myga van Bergen in ihrem Kammer. Vor zwei Wochen ist ihr Vater
verstorben. Ein ehemals reicher Handelsherr, der zusammen mit seinem Kompagnon
J.G.Norris eine große Firma führte. Als aber 1585 die Stadt wieder
katholisch wurde, verließ Norris Antwerpen, und van Bergen konnte den
Verfall der Firma nicht aufhalten. Deren beiden Kinder aber, Jan und Myga, sind
seitdem einander versprochen, und gerade in dieser Nacht klopft Jan an ihre
Tür. Er ist zweiter Steuermann auf der Schwarzen Galeere und kundschaftet
nun in spanischer Uniform den Auftrag der Andrea Doria aus. In der Kneipe kann
er dessen Kapitän und Leutnant belauschen und hört, daß sie
seine Myga in der nächsten Nacht entführen wollen. Gleich darauf wird
er in der Kneipe erkannt und kann sich nur mit Mühe in Mygas Kammer retten.
Doch man folgt ihm bis zu Mygas Haus, so daß sich eine Menschenmenge vor
dem Haus bildet.
IV. DER ÜBERFALL
Aus Übermut und Sehnsucht gehen Valani und della
Rota auch zum Haus des Mädchens und der leichtsinnige Rota überredet
seinen Kapitän zu einem kleinen “Überfall”. Zu ihrer
Überraschung aber sehen sie dort den “Geusen” Jan, welcher den
Kapitän ersticht und den Leutnant im Kampf verwundet. Doch
schlußendlich wird er von den nachdrängenden Spaniern und Italienern
überwältigt. Nach dem Kampf werden Jan und Myga auf das Schiff "Andrea
Doria" gebracht. Jan wird an den Mast gebunden, Myga in der Kajüte
eingesperrt. Jan kann aber noch vor Anbruch des Tages fliehen. Della Rota
hingegen sieht sich schon als neuer Kapitän des Andrea Doria mit der Frau
seiner Träume, Myga.
V. FIEBERTRÄUME
In der darauffolgenden Nacht auf dem Schiff: Der
sterbende Valani wälzt sich im Fieberwahn, während della Rota
verzweifelt Myga den Hof macht. Doch diese verabscheut della Rota und lehnt
seine Liebe ab.
VI. DIE SCHWARZE GALEERE
Es ist wieder Nacht, und in vollkommener Dunkelheit
schiebt sich die schwarze Galeere an Fort Liefkenhoek und den anderen spanischen
Festungen stromaufwärts vorbei in den Hafen von Antwerpen. Dort wird die
Andrea Doria gekapert, die schöne Myga von ihrem Jan gerettet, della Rota
erstochen und noch weitere Schiffe erobert. Dann geht es im Kugelhagel wieder
aufs offene Meer zurück, noch einmal vorbei an Fort Liefkenhoek, wo der
alte Hautmann Jeronimo tödlich verwundet wird und ein letztes Mal die
Sinnlosigkeit dieses Krieges anprangert.
Werkanalyse
Sprachliche Aspekte:
Die Sprache, in der die Erzählung geschrieben ist,
ist der Zeit des Krieges entsprechend. Es gibt viele Beschreibungen (Fort
Liefkenhoek, schwarze Galeere, Antwerpen) und viele Spezialausdrücke der
Schiffsfahrt und der damaligen Zeit (Wassergeusen, Pfaffen ). Außerdem
wird die Erzählung durch viele kleiner Dialoge (direkte Rede) aufgelockert,
so daß man glaubt, mitten im Geschehen zu stehen (Aufruhr vor dem Gemach
Mygas).
Erzählperspektive:
Der Erzähler schildert diese Kriegsvorkommnisse von
Anfang bis zum Ende objektiv. Kein einziges Mal ergreift der Erzähler
Partei, so daß es dem Leser selbst sehr schwer fällt, sich einer
Seite des Krieges anzuschließen. Beide Hauptfiguren werden durchaus
positiv und sympathisch geschildert, was die Entscheidung noch
einmal
erschwert wird.
Personencharakterisierung:
Hautmann Jeronimo:
Er ist ein alter, mit Narben übersäter Soldat,
der durch mißliche Umstände (Überbringung einer schlechten
Nachricht) seinen einst hohen Rang als Oberst wieder verlor und den nun schon 32
Jahre andauernden Krieg satt hat. Für ihn ist der Krieg eine so
gleichgültige Sache wie das Atmen geworden und er glaubt nicht mehr an eine
friedliche Lösung des Konflikts.
Jan:
Jan ist ein junger, aufstrebender Steuermann der
schwarzen Galeere. Er stellt das krasse Gegenteil zu Hautmann Jeronimo dar. Er
glaubt noch an die Sinnhaftigkeit des Krieges und kämpft daher unvermindert
weiter. Außerdem hängt er sehr an seiner großen Liebe Myga und
würde für sie sogar sterben.
Myga:
Jans Geliebte, ein junges, wunderschönes
Mädchen, das sich sogar vor Della Rota fast in den Tod geworfen hätte,
nur um die Liebe zu Jan zu beweisen.
Della Rota:
Ein skrupelloser Leutnant, der für seinen sozialen
Aufstieg sogar über Leichen geht, denn er läßt seinen
Kapitän einfach in seiner Kajüte sterben. Doch trotz seines Aufstieges
ist es ihm nicht möglich, die Liebe Mygas zu erlangen, da ihm die
Menschlichkeit fehlt. Am Ende bezahlt er für seine Taten mit dem
Tod.
Aufbau:
Der Roman "Die schwarze Galeere" gliedert sich in 6
Kapitel, die jedoch nicht chronologisch aneinandergereiht sind. Es gibt zwei
Hauptstränge, die getrennt voneinander bis zum letzten Kapitel existieren,
wo sie sich dann schlußendlich miteinander vermischen:
Die 2 Hauptstränge:
- Der alte Hautmann Jeronimo,
der auf seinem Fort Liefkenhoek gegen die Engländer
kämpft.
Diese
Erzählung bildet mit den Kapiteln
- "Auf den Wällen von Fort
Liefkenhoek"
- "Die schwarze Galeere"
eine Art
Rahmenhandlung.
- Jan, der als Wassergeuse gegen
die Spanier und für seine große Liebe Myga
kämpft. Dieser Strang umfaßt die Kapitel:
- “Am Bord der Andrea
Doria”
- “Jan und
Myga”
- “Der
Überfall”
- “Fieberträume”
Die
Kapitel überlappen sich jedesmal gegenseitig, wenn auch manchmal nur
für einige Stunden. Die Grafik zeigt diese Überschneidungen.
Außerdem kann man einen Parallelismus zwischen der Befreiung Mygas und der
Antwerpens erkennen.
Motive und Symbole:
Motiv des Generationskonflikts:
“Es gab eine junge Generation, welche sich
schon deshalb nicht nach dem Frieden sehnte, weil sie ihn gar nicht kannte."
²
Der alte Hauptmann Jeronimo und der junge Jan bilden
einen krassen Gegensatz. Der alte erfahrene Soldat hat den Krieg satt. Er hat
schon zu viele Grausamkeiten des Krieges gesehen und glaubt daher, daß man
den Konflikt auf eine unblutige Weise lösen könnte.
Jan hingegen kämpft unvermindert weiter, da er von
der Sinnhaftigkeit des Krieges nach wie vor überzeugt ist. Er kennt die
Grausamkeiten des Krieges nur vom Hörensagen, da die Schwarze Galeere als
unverwundbar gilt.
Motiv der Sinnlosigkeit:
Im letzten Kapitel, "Die Schwarze Galeere", prangert der
alte Hauptmann Jeronimo noch ein letztes Mal die Sinnlosigkeit des Krieges an
und wünscht seinen Kameraden mehr Glück und ein friedliches Leben.
“Lebt- wohl, Kameraden, - das alte - Heer geht
zu Grabe! Lebt wohl und Spanien für immer, das arme Spanien!... Der
Hauptmann Jeronimo war tot,....." ³
Das Symbol "Die Schwarze
Galeere":
Die Schwarze Galeere steht für das Grauen eines
jeden Krieges. Überall wo diese Galeere auftaucht, wird die Umgebung
verwüstet und zerstört. Sie ist die mächtigste Waffe in diesem
Krieg und wird von jedem gefürchtet. Wo sie auftaucht herrscht Angst und
Schrecken.
Parallelismus, Myga
Antwerpen:
Die Befreiung Mygas, Jans große Liebe, steht
für die Befreiung Antwerpens und somit der Niederlanden.
Interpretationsversuch:
Eingebettet in einen Revolutionskrieg ist "Die Schwarze
Galeere" eine ideale Erzählung, um den Leser selbst über "Gut" und
"Böse" entscheiden zu lassen. Denn sobald man die zwei Hauptcharaktere mit
Hilfe des objektiven Erzählers näher kennenlernt, wird es sehr schwer,
sich für eine bestimmte Kriegspartei zu entscheiden. Man wird nicht durch
subjektive Kriegserzählungen in eine bestimmte Richtung gelenkt, wie es
sooft der Fall ist. Dem unvoreingenommenen Leser wird dies durch die beiden
positiv charakterisierten Hauptfiguren noch zusätzlich erschwert. Somit
wird einem auch klar gemacht, daß hinter den Kriegsparteien nicht nur
Könige und Feldherren stehen, sondern vor allem das gemeine Volk, das sich
gegenseitig auf oft grausamste Weise bekämpfen muß und durch den
Krieg leidet.
Persönliche
Stellungnahme:
Vor allem durch die ineinander verschachtelten Kapitel
wurde das Lesen zu einem richtigen Abenteuer. Am Beginn eines jeden neuen
Kapitels muß man überlegen, wo im letzten Kapitel das jetzige
beginnt. Auch die zwei sehr unterschiedlichen Hauptfiguren machen die
Erzählung noch spannender, da man sich schlußendlich für eine
der Personen entscheiden muß. Einzig und allein die vielen Ortsnamen, die
eine gute Ortskenntnis voraussetzen, trübten etwas den Lesespaß. Doch
es ist sehr interessant selbst zwischen "Gut" und "Böse" entscheiden zu
müssen, da dies nicht vom Autor durch eine subjektive Erzählweise
vorweggenommen wird. Ich selbst tendiere dazu, den Hautmann als "guten Menschen"
zu sehen, da er eine kritische Meinung zum Krieg vertritt.
Verweise:
Biographie:...................................
Internetadresse:
www.gutenberg.de
Grafik (Seite 9).............................© Thomas Neumayer
Zitat 2:..........................................“Die schwarze
Galeere” Seite 2
Zitat 3:..........................................“Die schwarze
Galeere” Seite 41
Die Schwarze Galeere
von Wilhelm Raabe
I. Biographie:
Wilhelm Raabe wurde am 8.9.1831 Braunschweig geboren.
Von 1849 – 1853 arbeitete er als Buchhändler ,studierte 1855 in
Berlin und wohnte dann als Schriftsteller in Wolfenbüttel, Stuttgart und ab
1870 in Braunschweig. Am Anfang hing er in seinen Büchern auf
melancholische Weise der vergangenen Zeit nach, zum Beispiel in "Chronik der
Sperlingsgasse", die er 1857, im Alter von 26 Jahren schrieb. Später begann
er, pessimistische Romane wie “Der Hungerpastor (1864) oder “Der
Schüdderrump” (1870) zu schreiben. Der Höhepunkt seiner oft
psychologisch meisterhaften Erzählkunst, in der die Charakterschilderungen
gegenüber der Handlung Vorrang besitzen, liegen im Spätwerk, der
Kriminalerzählung, was beweist, daß Raabe nicht nur langwierige
Romane schrieb. Einige Beispiele hierfür sind “Stopfkuchen" (1891)
und “Hastenbeck”. Raabe starb am 15.11.1910 in Braunschweig.
Seine wichtigsten Werke
- Die
Chronik der 1857 Sperlingsgasse
- Der Hungerpastor
1864
- Die schwarze
Galeere1865
- Stopfkuchen1891
- Die Akte des Vogelgesangs
189
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II.
Entstehungsgeschichte:
Den historische Hintergrund bildet der
Niederländische Revolutionskrieg 1567 als Hintergrund seiner
Erzählung. Diese Idee hingegen hatte Raabe aus der Carl Curth Fortsetzung
Schillers “Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlanden”. Die
Triebfeder für “Die Schwarze Galeere” war vielleicht die
deutsche Revolution 1848.
Zur Geschichte des Niederländischen
Revolutionskrieges:
1567 schickte Philipp II. Herzog Alba zur
Bekämpfung der Ketzerei in die Niederlande.
Wilhelm von Oranien organisierte hingegen mit deutschen
Söldnern den Widerstand gegen die Spanier. England unterstützte die
Niederländer mit einer Seemacht vom Meer aus. (Matrosen/Bettler =
Geusen)
1575 sagten sich Holland von Spanien los, aber das
aufständische Heer wird unter
1585 wird nach 13 monatiger Belagerung auch Antwerpen
eingenommen.
Schließlich kommt es zur Trennung der
“Spanischen Niederlande” ( Flandern bis Luxemburg) von den
"Vereinigten Niederlanden" (heutiges Holland).
1598 stirbt Philipp II. und sein Nachfolger Philipp III
anerkannte
1609 die Unabhängigkeit der
Niederlande.
III. Inhaltsangabe:
Auf dem spanischen Fort Liefkenhoek lauscht die
Besatzung und der alte Hauptmann einer Explosion, wie einen verlorenen Kampf mit
der schwarzen Galeere gleichkommt. Daraufhin erzählt der Hauptmann Jeronimo
seinen Lebensweg und die Geschichte des spanisch- niederländischen
Krieges.
Kurze Zeit später wird die Versenkung der
italienischen Schiffes bekannt und die Galeere von Kapitän Valani und
seinem Leutnant Della Rota muß zum Schutz im Hafen bleiben. Am Abend
begeben sich beide in ein Wirtshaus, wo auch Jan, der zweite Steuermann der
schwarzen Galeere den Auftrag der beiden auszuspionieren versucht. Er wird
jedoch erkannt und flüchtet daher in das Gemach seiner Geliebten, Myga.
Dort aber wird er, nachdem er den Kapitän Valani tötlich und Della
Rotta verwundet hat, überwältigt. Noch vor Tagesanbruch kann er von
der Andrea Doria, Valanis Schiff, fliehen. In der Zwischenzeit läßt
Della Rota seinen Kapitän sterben und wirbt vergeblich um die Liebe Mygas.
In der nächsten Nacht befreit Jan mit Hilfe der schwarzen Galeere seine
Myga und tötet während der Flucht den Hauptmann Jeronimo, der den
Krieg verflucht , bevor er stirbt.
IV. Werkanalyse:
Aufbau:
Die Erzählung ist in 6 Kapitel gegliedert die sich
fast immer überschneiden. Dennoch gibt es zwei bis zuletzt getrennte
Handlungsstränge. Den des Hauptmannes und den Jans. Diese berühren
sich im letzten Kapitel.
Außerdem kann man noch einen Parallelismus
zwischen der Befreiung Mygas und der Antwerpens erkennen.
Sprachliche Aspekte:
Die Sprache, in der die Erzählung geschrieben ist,
ist eine der Zeit des Krieges entsprechende. Es gibt viele Beschreibungen (Fort
Liefkenhoek, schwarze Galeere, Antwerpen) und viele Spezialausdrücke der
Schiffsfahrt und der damaligen Zeit (Wassergeusen, Pfaffen, ). Außerdem
wird die Erzählung durch viele kleiner Dialoge (direkte Rede) aufgelockert,
so daß man glaubt, mitten im Geschehen zu stehen (Aufruhr vor dem Gemach
Mygas).
Ort und Zeit:
Die Erzählung spielt sich in Antwerpen und Umgebung
(Fort Liefkenhoek, Meer) ab.
Der zeitliche Rahmen bewegt sich gegen Mitte des
Revolutionskrieges um 1585, vor der Eroberung Antwerpens.
Personencharakterisierung:
Hautmann Jeronimo:
Er ist ein alter, mit Narben übersäter Soldat,
der durch mißliche Umstände (Überbringung einer schlechten
Nachricht) seinen einst hohen Rang als Oberst wieder verlor und den nun schon 32
Jahre andauernden Krieg satt hat. Für ihn ist der Krieg eine so
gleichgültige Sache geworden wie das Atmen und er glaubt nicht mehr an eine
friedliche Lösung des Konflikts.
Jan:
Jan ist ein junger, aufstrebender Steuermann der
schwarzen Galeere. Er stellt das krasse Gegenteil zu Hautmann Jeronimo dar. Er
glaubt noch an die Sinnhaftigkeit des Krieges und kämpft daher unvermindert
weiter. Außerdem hängt er sehr an seiner großen Liebe Myga und
würde für sie sogar sterben.
Myga:
Jans Geliebte, ein junges, wunderschönes
Mädchen, das sich sogar vor Della Rota fast in den Tod geworfen hätte,
nur um die Liebe zu Jan zu beweisen.
Della Rota:
Ein skrupelloser Leutnant, der für seinen sozialen
Aufstieg sogar über Leichen geht, denn er läßt seinen
Kapitän einfach in seiner Kajüte sterben. Doch trotz seines Aufstieges
ist es ihm nicht möglich, die Liebe Mygas zu erlangen, da ihm die
Menschlichkeit fehlt. Am Ende bezahlt er für seine Taten mit dem
Tod.
V. Motive und Symbole:
Motiv des
Generationskonflikts:
“Es gab eine junge Generation, welche sich
schon deshalb nicht nach dem Frieden sehnte, weil sie ihn gar nicht kannte."
Der alte Hauptmann Jeronimo und der junge Jan bilden
einen krassen Gegensatz. Der alte erfahrene Soldat hat den Krieg satt. Er hat
schon zu viele Grausamkeiten des Krieges gesehen und glaubt daher, daß man
den Konflikt auf eine unblutige Weise lösen könnte.
Jan hingegen kämpft unvermindert weiter, da er von
der Sinnhaftigkeit des Krieges nach wie vor überzeugt ist. Er dagegen kennt
die Grausamkeiten des Krieges nur vom Hörensagen und die Schwarze Galeere
als unverwundbar gilt.
Motiv der
Sinnlosigkeit:
Im letzten Kapitel, "Die Schwarze Galeere", prangert der
alte Hauptmann Jeronimo noch ein letztes Mal die Sinnlosigkeit des Krieges an
und wünscht seinen Kameraden mehr Glück und ein friedliches Leben.
“Lebt- wohl, Kameraden, - das alte - Heer geht
zu Grabe! Lebt wohl und Spanien für immer, das arme Spanien!... Der
Hauptmann Jeronimo war tot,....."
Parallelismus, Myga
Antwerpen:
Die Befreiung Mygas, Jans große Liebe, steht
für die Befreiung Antwerpens und somit der Niederlanden.
Das Symbol "Die Schwarze
Galeere":
Die Schwarze Galeere steht für das Grauen eines
jeden Krieges. Überall, wo diese Galeere auftaucht, wird die Umgebung
verwüstet und zerstört. Sie ist die mächtigste Waffe in diesem
Krieg und wird von jedem gefürchtet. Wo, sie auftaucht herrscht Angst und
Schrecken.
VI.
Interpretationsversuch:
Eingebettet in einen Revolutionskrieg ist "Die Schwarze
Galeere" eine ideale Erzählung, um den Leser selbst über "Gut" und
"Böse" entscheiden zu lassen. Denn sobald man die zwei Hauptcharaktere mit
Hilfe des objektiven Erzählers näher kennenlernt, wird es sehr schwer,
sich für eine bestimmte Kriegspartei zu entscheiden. Man wird nicht durch
subjektive Kriegserzählungen in eine bestimmte Richtung gelenkt, wie es
sooft der Fall ist. Dem unvoreingenommenen Leser wird dies durch die beiden
positiv charakterisierten Hauptfiguren noch zusätzlich erschwert. Somit
wird einem auch klar gemacht, daß hinter den Kriegsparteien nicht nur
Könige und Feldherren stehen, sondern vor allem das gemeine Volk, das sich
gegenseitig auf oft grausamste Weise bekämpfen muß und durch den
Krieg leidet.
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